Gastbeitrag „Herr Professor ich habe geschummelt!“

Der 100. Beitrag ist wie jeder 50. Beitrag ein Gastbeitrag — und diesmal hat's sogar geklappt.

geschrieben von Tingeltangel Bob Donnerstag, 18. Februar 2010 um 11:52 UhrDarstellungsfehler möglich

„Wirklich?“
„Nein, ich möchte aber kein Freiversuch vergeuden - Diese Note ist mir nicht würdig!“

Ihr kennt das sicher alle auch aus der Schulzeit: Da hat man mal eine Mathearbeit nach einer Viertelstunde abgegeben und nur eine 1- geschrieben und schon hacken alle auf einen rum wie schlecht man geworden ist. Als Konsequenz daraus wollen die Eltern einem dann auch noch __________________ (irgendetwas was man in den letzten drei Wochen vor der Klausur getan hat - außer Schule, Schlafen und Lernern) verbieten, damit man sich mehr auf den Unterricht konzentrieren soll, weil man mit einem "so" schlechten Abiturzeugnis nicht studieren darf. Und wenn man dann trotzdem in der Uni ist (als Student und nicht - wie prognostiziert - als Mitglied einer Putzkolonne) …

… merkt man dann wie wenig sich an dieser Mentalität geändert hat. Nur hat man hier pro Klausur 3 Versuche um sie zu bestehen und somit ist es schwierig für eine Klausur einen wie sonst üblichen Druck aufzubauen, denn ein einfaches

f_u(k) = y_0 * u

Ich geh' da nicht hin - ich bin noch nicht bereit" reicht und man schreibt eben die Nachklausur oder die beiden im übernächsten Semester.

Also ist es auch auf den ersten Blick weniger schlimm wenn man eine Prüfung verhaut:

Kaum hat mich mein Magen in der dreistündigen schriftlichen Prüfung in Java (Programmiersprache - nicht im Krakatau) abgelenkt und mich danach zielstrebig in die Mensa geführt, habe ich eine 1,7 geschrieben und mein Durchschnitt sank von 1,0 auf 1,35. Die Folgen der Klausur war eindeutig zu spüren: Man wird von allen ausgelacht und kann sich nur noch nachts auf die Straße trauen. Nun gibt es aber im Gegensatz zu früher zwei Möglichkeiten seine Ehre zu retten: 1. zur Klausureinsicht gehen und 2. sich das Leben einen "Freiversuch zur Notenverbesserung" nehmen.

Da Professoren, deren wissenschaftliche Mittarbeiter (Lakaien) und deren Tutoren (Helfershelfer) auch nur Menschen sind lohnt es sich eigentlich fast immer. Denn sie sind machen manchmal kleine Fehler, häufig sehr große. Und so konnte ich mich bei der ersten Möglichkeit auf 1,3 verbessern und bin damit auf gleicher Stufe wie der Admin hier.

Die zweite Möglichkeit ist deutlich komplizierter als zu einem gewissen Termin in einem bestimmten Raum gut zu feilschen, denn da kommt die gute alte deutsche Bürokratie ins Spiel: "Freiversuch zur Notenverbesserung". Die Regeln würde ich zwar gerne erklären (lassen), aber selbst Chuck Norris würde dafür eine halbe Ewigkeit brauchen. (Genau eine Halbe, keine Ganze und auch kein Viertel). Es würde aber ungefähr in einem Flussdiagramm - länger als Nil und verflochtener als der Amazonas - münden.

Falls man also in den höheren Semestern sein Quota an Freikarten fast aufgebraucht hat, gibt es ein kleines Problem, wenn man von einer 2.0 wegkommen möchte, damit man mit seinem Master studieren kann.

Aber es gibt noch eine dritte Möglichkeit (falls die Lakaien so freundlich sind und mithelfen):

In den allgemein AKB (Allgemeine Klausurbedingungen - dieser Kram auf der ersten Seite) steht, dass man auch nachträglich 0 Punkte "erhält", wenn sich herausstellt, dass man geschummelt hat. Im Ergebnis hat man dann nur eine Klausur nicht bestanden und kann sich dann in Ruhe auf die Nachklausur "konzentrieren".

Man geht zum Professor hin und lügt ihm dann vor:


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