Namibia Tag 11: Swakopmund, Uis, Twyfelfontein – Im Damaraland

Titten! Aber eher weniger hier im Beitrag.

geschrieben von Яedeemer Ostersonntag, 5. April 2015 um 13:47 UhrDarstellungsfehler möglich

Hotelbewertung

SterneHotelnameZimmer
3Hotel Europa HofDZA Twin, 30
HotelSeriöses Hotel, das erste auf der Reise ohne Pool.5/10
LageStadtzentrum (vom reicheren Teil).8/10
ZimmerSehr hohe Luftfeuchtigkeit, sehr seltsamer Tisch (etwa wie ein Wickeltisch) mit Fliesen unterhalb der einzigen Steckdose. Deutsche Fernsehsender: Das Erste, Sat.1, RTL4/10
BadezimmerKlospülung muss manuell ausgeschaltet werden und läuft sonst ewig nach...6/10
SauberkeitOK.8/10
ServiceAm zweiten Tag Eier sehr langsam gebracht.7/10
AbendessenNicht enthalten.N/A
FrühstückWenig Auswahl, man kann sich aber bei der Bedienung Eier nach Wunsch braten lassen kann: Entweder als Rührei oder Spiegelei, dazu weitere Optionen.4/10
AbwertungenElektrische Sicherheit-0,5
GesamtwertungWeiterempfehlung: nein3/10

Nach Damaraland

Heute geht es ins ehemalige Damaraland. Inzwischen heißt es offiziell nicht mehr so, aber egal.

Wir fahren über eine Salzstraße nach Hentiesbaai. Während die Fahrt sehr angenehm ist, zeigt sie beim derzeitigen Regen ihre Nachteile:


Nachteile einer Salzstraße.

Auf dem Weg nach Hentiesbaai kommen wir an einer Meersalzfabrik vorbei, dessen Besitzer auch so eine Guano-Insel hat. Außerdem gibt es reihenweise trotz Osterwochenende leerstehende Campingplätze. Das sei aus der Mode gekommen, meint Uwe.

Hentiesbaai ist die letzte der vier nennenswerten Küstenstädte, die wir durchfahren. Wir steigen dort aber nicht aus, sondern fahren nach Uis. Unterwegs halten wir in der Nähe des Brandbergmassivs, das mit dem Königstein den höchsten Berg Namibias bereithält, bei einem Verkaufspunkt der Eingeboren. Sie verkaufen dort Halbedelsteine.


Damara-Straßenmarkt


Brandberg-Massiv mit Königstein, davor die Hütten des Damara-Marktes


Also ich finde das eher abschreckend


Halbedelsteine, die die Damaras verkaufen


Autopanne


Kann keine Motorpanne haben: Eselkarren.

Dann geht es weiter nach Uis, wo wir an einer Tankstelle halten. Draußen ist es für binnen-namibische Verhältnisse recht kühl, im Tankstellenshop erschlägt einen die Hitze, vermutlich vom Vortag.


Im Tankstellenshop ist es (wohl auch öfter) so heiß, dass dieses Paket Kerzen zusammengeschmolzen ist.

Wir fahren weiter ins Damaraland. Es gibt Achtung-Elefant-Schilder am Straßenrand. Auch andere Dinge deuten darauf hin, dass es hier Elefanten geben müsste. Die Telefonmasten sind in gut einem Meter Abstand mit Ringen oder Kreisen aus Steinen umgeben, damit sich Elefanten nicht daran kratzen und sie umknicken.

Es gibt übrigens auch Hereros im Damara-Gebiet. Das liegt daran, dass nach dem Heimstättengesetz jeder siedeln kann, wo er will.


Nachdem ich dieses Foto gemacht habe, sollte ich dafür bezahlen. Ich habe 2 Rand (Rand sind in Namibia zum namibischen Dollar äquivalent, 2 Rand sind etwa 16 Cent) an die Hereros bezahlt, damit es zu keinem weiteren Herero-Aufstand kommt. Dieser Pflicht bin ich mir als Deutscher bewusst.

Lebendes Damara-Museum

Wir besuchen ein Lebendes Museum, bei dem mal als Tourist Damaras angucken kann. Ja, das sind die, die meistens oben ohne rumrennen. Unsere Führerin ist jedoch angezogen, wirkt wohl seriöser. Außerdem soll es für Damaras eher ungewöhnlich sein, oben ohne rumzulaufen, das sei eigentlich nur bei den Himbas so.

Damara-Häuptlinge konnten früher mehr als 5 Frauen haben, weshalb sie in der Mitte des Dorfes wohnen, damit alle Frauen schnell erreicht werden können. Heute sind sie jedoch zur Monogamie übergangen. Wir bekommen einiges über die Medizin, das Schmiedehandwerk, Kunsthandwerk, Spiele und Feuermachen erklärt.


Damara-Souvenirladen
Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.


Ein Paar aus unserer Reisegruppe hat der Führerin eine Zahlbürste geschenkt (man muss in diesem Zusammenhang aufpassen, Bürste statt Brüste zu schreiben). Sie sieht nicht so aus, als ob sie das nötig hätte. Ob sie das hier kennen? Zumindest Lollis kennen sie hier nicht, denn mit dem Öffnen dieser Geschenke waren sie überfordert.

Orgelpfeifen und verbrannter Berg

Die Orgelpfeifen sind Basaltsäulen aus erstarrter Lava. An sich nicht so spektakulär, wenn man nicht irgendwie Geologe oder so ist.



Orgelpfeifen

Direkt in der Nähe gibt es den Verbrannten Berg:


Verbrannter Berg, kaum 500 Meter von den Orgelpfeifen entfernt

Weltkulturerbe-Stätte Twyfelfontein

Twyfelfontein ist das einzige Weltkulturerbe Namibias, wo wir eine Führung bekommen. 1946 siedelten dort Männer um David Levin, da sie hier Wasser gefunden haben. Sie waren jedoch im Zweifel, ob die Quelle jedes Jahr wieder genug Wasser liefern würde. Daher nannten sie sie Zweifel-Quelle, oder auf Burisch (auch Kap-Holländisch oder Afrikaans) Twyfelfontein.


Haus von David Levin
Das Dunkelbraune in all dem Grün links über dem Haus ist die Zweifel-Quelle.

Zeug von 1946 ist natürlich nicht der Grund für das Weltkulturerbe. Buschmänner haben vor 2.000 bis 6.000 Gravuren (das heißt ohne Farbe) in den Fels gearbeitet, die überwiegend zur Weitergabe von Wissen dienten. Signiert wurden die Werke mit Fußabdrücken. Ich stelle jetzt hier den Löwenmenschen-Pfad vor.


Diese Gravuren dienten wohl as Lehrwerk für neue Jäger. Sie stellen Tiere und deren Fußabdrücke vor, damit man weiß, wem man folgenden sollte und wem nicht. Die 7 Zehen beim Löwen kommen daher, dass der Löwe beim Schleichen seine Füße aufeinander setzt.


Das ist eine Art Karte. Kreise stehen für Wasserstellen, die nur nach Regen Wasser enthalten. Kreise mit Punkt drin stehen für dauerhafte Wasserstellen. Diese Symbolik wird heute noch im Etosha-Nationalpark (siehe die nächsten Tage) verwendet.


Strauße mit 4 Köpfen symbolieren sie unterschiedlichen Haltungen beim Laufen und Trinken.


Buschmänner kannten offenbar Pinguine und Robben (jeweils links und rechts ganz außen). Sie haben also größere Teile des Landes besucht, als man bei ihrem Namen zuerst meinen könnte.


Ein Schamane verwandelt sich in einen Löwen, der dann die Hand als Schwanz hat. Im Maul des Löwen soll sich eine kleine Antilope befinden, was eine erfolgreiche Jagd symbolieren soll.


Macht da große Augen: Echse

Danach geht es ins Hotel. Das Hotel, besser gesagt die Lodge (so nennt man Hotels, die kein Geld für Telefon oder Fernseher auf dem Zimmer haben) ist ziemlich cool. Viele kleine Häuser zu je 4 Zimmern vorne und hinten. Zum Abendessen gibt es unter anderem Antilope und Krokodil. Die Antilope ist nicht wirklich durch (Roastbeef eben), das Krokodil hat eine sehr seltsame Fleischkonsistenz, schmeckt ansonsten wie fettiges Hähnchen (ja, ich hab beides gegessen).

Ich mache noch ein paar Fotos vom Hotel bei Nacht. Irgendwo soll hier jedoch eine Zebra-Kobra rumrennen, wie eine Frau erzählt, die danach sucht, weshalb ich mich eher kurz fasse damit.


Guck mal da, der große Wagen!
Und da! Der französische Kleinwagen!

Den Nachteil ds Hotels habt ihr sicher schon am Zeitpunkt dieses Beitrags erraten: kein Internet.


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