Namibia Tag 2: Windhuk – Willkommen in Namibia

Bevor es große Tiere zu sehen gibt, muss ich mich mit Agamen zufrieden geben

geschrieben von Яedeemer Donnerstag, 26. März 2015 um 22:21 UhrDarstellungsfehler möglich

Am Flughafen werde ich, gemeinsam mit acht weiteren Leuten des Fluges, abgeholt. Ich will mir erst einmal Geld abgeheben, aber der Automat nimmt meine Kreditkarte nicht an. „Cheap machine“ (billiger Automat), sagt ein Mitarbeiter der betreibenden Bank. Na dann.

Unser Fahrer, Herold, sagt, die Straße nach Windhuk sei gesperrt. Daher werden wir für die 45 Kilometer heute 2 Stunden brauchen. Aber er macht nur Spaß.

Im hinteren Teil des Kleinbusses ist kein Platz mehr für mich, daher bin ich Beifahrer. Dennoch gehe ich zur Fahrerseite, bis mir auffällt, dass hier ja Linksverkehr ist. Als wir gerade losfahren wollen, kommt eine junge Frau angerannt. Sie hat einen Kofferanhänger dabei. Eine Ehepaar hat den Koffer von jemand anderem mitgenommen. Das muss vor der Abfahrt natürlich geklärt werden.


Windhuker Stadtmusikanten?

Herold, der nur heute unser Fahrer ist, erzählt was zum Flughafen. Eigentlich heißt der Flughafen Hosea Kuṱako, benannt nach einem Führer der OvaHerero, der von 1870 bis 1970 lebte. Er liegt so weit außerhalb, weil es hier nicht so hügelig ist.

Am Straßenrand liegt umzäuntes Farmland. Meistens werden hier Rinder gehalten. Wir kommen auch an einigen verstreut liegenden gelben Häusern vorbei, die zur Landwirtschafts-Universität gehören.

Bei der Einfahrt nach Windhuk kommen wir an einem festen Polizeiposten vorbei. Die gibt es an allen Zufahrtstraßen. Wir werden aber nicht konkrolliert. Die Polizei scheint eh nicht so der Bringer zu sein, alle Autofahrer fahren ständig bereitwillig über die Sperrflächen.

Wir fahren durch Klein Windhoek und an der Präsidentenvilla vorbei. Namibia hat seit 6 Tagen einen neuen Präsidenten und ist seit Sonnabend 25 Jahre unabhängig. Dann sind wir auch schon beim Hotel. Entgegen der Beschreibung der Reise kommen wir nicht im Safari Hotel sondern im Safari Court Hotel unter. Das hat 4 statt 3 Sterne. Wir bekommen einen Willkommensdrink (Guavensaft?) und eine Tasche mit Reiseinfos. Die Reise wird gegenüber dem Katalog in entgegengesetzter Richtung durchgeführt.

Ich schlafe erst mal ein bisschen.

Der kostenlose hoteleigene Shuttlebus bringt uns ins Stadtzentrum. Wir besuchen ein paar Sehenswürdigkeiten.


Christuskirche
Gottesdienste scheinen auf Deutsch zu sein und alle getauften Kinder, deren Bilder dort an einem Zweig hängen, haben deutsche Namen.


Tintenpalast
Das ist derzeit noch das Parlamentsgebäude.


Siedleragame im Tintenpalast-Garten
Ist wohl in mich verknallt, hat schon einen ganz roten Kopf.


Alte Feste und Reiterdenkmal
Das Reiterdenkmal stand mal draußen, wurde aber wegen seiner kolonialen Geschichte in die ebenfalls aus der Kolonialzeit stammende Alte Feste verlegt. Die Figur soll nach Süden gedreht und der Eintritt kostenpflichtig werden. Auch das Nationalmuseum gegenüber soll kostenpflichtig werden, derzeit gibt es dabei außer einer Dokumentation über die Kaiserliche Realschule und drei weiteren Schaukästen nichts zu sehen.

Das sind übrigens alles die offiziellen internationalen Namen. Auch einige Straßen haben deutsche Namen.

Wirtschaftlich ist das vielleicht gar nicht so sinnvoll, das koloniale Erbe zu verbannen, weil es das Land für deutsche Touristen interessanter macht. Es gibt mit der Allgemeinen Zeitung eine deutschsprachige Zeitung und einen öffentlich-rechtlichen deutschsprachigen Radiosender.

Ich laufe ein bisschen allein durch das Stadtzentrum, um Geld abzuheben und einzukaufen.

Da die offizielle Abfahrt des Shuttlebusses schon knapp vorbei ist, gehe ich noch einmal Agamen fotografieren.


Agama planiceps
(Wie würdest du gucken, wenn dich wer beim Essen stört?)
Es gibt keinen deutschen Trivialnamen dafür, inoffiziell wird manchmal ihr englischer Trivialname übersetzt: Namibische Felsenagame

Aber auch zum nächsten (vorletzten) Abfahrtszeitpunkt des Shuttlebusses ist von diesem keine Spur. Zufällig sehe ich ihn mit 17 Minuten Verspätung auf den Parkplatz einbiegen, wo wir abgesetzt wurden. Dabei wurde uns erzählt, der Bus würde woanders zurückfahren. Egal, ab ins Hotel.

Dort kann ich einen schönen Sonnenuntergang beobachten, der verschiedene Wolkenschichten unterschiedlich färbt.




Sonnenuntergang


Windhuk am Abend

Danach sehe ich, dass das WLAN entgegen meiner ersten Vermutungen gar nicht kostenpflichtig ist, es ist nur auf 200 MB am Tag beschränkt. Ich kaufe mir im Schwesterhotel einen Steckdosenadapter (Scheiß auf Schutzkontakt!). Davor sitzt folgendes Tier:

Jetzt ist aber erstmal Zeit zum Bloggen. Es stellt sich heraus, dass das Internet ziemlich langsam ist. Man muss sich somit schon ziemlich Mühe geben, auf 200 MB zu kommen.


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