Tunesien Tag 10: Tozeur, Nefta, Tozeur, Mides, Tamerza, Chebika, Tozeur – In der Wüste

Katastrophentourismus

geschrieben von Яedeemer Ostermontag, 17. April 2017 um 23:52 Uhr

Nefta

Erster Stop heute ist Nefta (Nafta), die größte Oase in der Region mit einer halben Millionen Dattelpalmen (darin wird die Größe von Oasen gemessen). Auf dem Weg befindet sich der Flughafen Tozeur-Nefta, auf dem Saddam Hussein 1991 zwei 747 der Iraqi Airways vor dem Golfkrieg versteckt hat. Sie stehen da bis heute und ihre Hecks sind von der Straße aus zu erkennen.

Ebenfalls befindet sich entlang der Straßen (P3) dein großer Teil der Palmen, die Nefta zu einer so großen Oase machen. Die Plantage ist 10, 15 Kilometer lang und 2 bis 3 Kilometer breit.

Blick von der P3 durch die Plantage
Blick von der P3 durch die Plantage

Im Zentrum der Oase ist La Corbeille, der Korb, ein Talkessel. Das Wasser ist thermalen Ursprung und wird deshalb in einem großen Becken, in dem man auch schwimmen kann, abgekühlt, bevor es in die Oase geleitet wird.

La Corbeille
La Corbeille. Die Quelle befindet sich beim Häuschen mit den roten und blauen Teilen rechts im Bild.

Genau wie in Tozeur ist auch in Nefta vorgegeben, dass Gebäudefassaden zu 25% aus Ziegelsteinen bestehen müssen.

Wir halten am Platz der Märtyrer. Unter anderem werden hier Kämpfer geehrt, die Ende der 1940er in Palästina gestorben sind. In Deutschland wäre das Antisemitismus, hier ist es normal. Von dem Platz aus können wir zum Inneren des Korbes gehen. Vorausgesetzt, wir finden uns in dem Labyrinth, das sie Altstadt nennen, zurecht. Der Reiseleiter kommt nämlich nicht mit und wir sind auf uns allein gestellt. „Janni hat ein Handy und die Nummer [des Reiseleiters].“, sagen die anderen immer. Aber finden hin und auch wieder zurück. In der Altstadt gibt es übrigens keinen Suk.

In La Corbeille
In La Corbeille

Anschließend fahren wir wieder zurück nach Tozeur.

Kutschenfahrt

Wir fahren mit einer Pferdekutsche durch die Oase von Tozeur. Wir halten zwischendurch und betrachten die Pflanzen, die hier angebaut werden. Neben den Dattelpalmen werden kleine Bananen, Granatäpfel, Feigen, Pfirsiche, Apfelsinen, Rosen, Wein und einige kleinere Gemüsepflanzen und Kräuter angebaut. Die Granatäpfel blühen gerade sehr schön orange.

Oase Tozeur
In der Oase

Am Ende gibt es noch kurz eine Phase, in dem die Pferde etwas schneller gelaufen werden lassen. Aber nicht so. Zum Glück oder leider?

Tor in der Oase Tozeur
Tor in der Oase. Man erkennt gut die typische Ziegelstein-Fassade.

Paradis-Zoo

Auch der Paradis-Zoo in Tozeur hat einen botanischen Garten. Gezeigt werden hier allerhand Pflanzen, die auch in den Oasen wachsen.

Spargelgewächs
Spargelgewächs

Anschließend betreten wir den Zoo-Teil der Anlage.

Knochen
Wir sind nicht die ersten, die den Zoo betreten, aber vielleicht die ersten, die ihn lebend verlassen.

Fassen wir das ganze in einem Video zusammen:

Zoo Tozeur

Nach dem Zoo fahren wir zum Mittagessen. Fünf von uns haben Kamelfleisch vorbestellt, der Rest ist einfach was von der Karte.

Geländewagen-Tour „Bergoasen“

Wir fahren an die algerische Grenze nach Mides. Zuvor machen wir noch einen Stop bei einem Aussichtspunkt. Dort gibt es auch einen Laden, bei dem ich mir eine Mischung aus Horn und Flöte kaufe.

Oasen-Panorama
Blick vom Aussichtspunkt bei Tamerza Richtung Süden. Am Horizont ist Algerien und der Schott el-Gharsa zu sehen.

Mides

Mides ist wir alle drei Orte, die wir heute besuchen, durch starke Regenfälle im Jahr 1969 zerstört worden. Die Lehmhütten hielten dem Regen nicht Stand. Es gibt somit Alt-Mides und Neu-Mides, wo der Ort wieder aufgebaut wurde.

Alt-Mides
Schlucht von Mides
Blick auf die Schlucht von Mides
Sandrosen
Aus Mangel an Touristen wurden die Stände am Aussichtspunkt auf die Schlucht aufgegeben. Die Waren befinden sich weiterhin dort. Man könnte sie mitnehmen, aber das macht niemand.

Tamerza

Nächster Halt ist Tamerza, das ein ähnliches Schicksal erlitt.

Alt-Tamerza

Das Weiße auf dem Bild ist ein Marabout, ein Grab eines heiligen Mannes. In der Region gibt es viele davon. Die dazugehörige Sufi-Sekte (benannt nach ihren Baumwollroben) gibt es allerdings inzwischen nicht mehr.

Neu-Tamerza
Neu-Tamerza

Wasserfall (Cascade de la palmeraie)

Nahe Tamerza gibt es einen Wasserfall:

Wasserfall
Wasserfall
Der Wasserfall liegt in einer Schlucht
Der Wasserfall liegt in einer Schlucht

Chebika (Chbika)

Ein Pfad führt durch das alte Dort entlang der Berge entlang zu einer Quelle.

Alt- und Neu-Chebika
Alt- und Neu-Chebika
Stein-Steinbock
Stein-Steinbock
Frösche an der Quelle von Chebika
Frösche an der Quelle

Dann geht es nach einem Orangensaft zurück ins Hotel.

Im Büchlein, das auf jedem Zimmer liegt, wird davon gesprochen, dass das Hotel ein Katzenrestaurant (und Hotelkatzen) hätte. Ich versuche, an der Rezeption mehr darüber in Erfahrung zu bringen, aber der Herr spricht kein Englisch. Allerdings habe ich auch noch überhaupt keine im Büchlein erwähnten Hotelkatzen gesehen.


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