Indonesien Vormittag 20: Mushroom Bay, Blue Lagoon Ceningan, Old Tree Ceningan, Lembongan-Mangroven, Mahagiri-Strand, Jungut Batu, Yellow Bridge, Gala-Gala Underground House, Mushroom Bay – Das beste kommt zum Schluss

Nusa Lembongan und Nusa Ceningan sind überwiegend als Tauch- und Schnorchelplätze bekannt. Was haben sie an Land (oder zumindest über Wasser) zu bieten? Und ist Gala-Gala komplett gaga?

geschrieben von Janni Sonntag, 19. Juni 2022 um 17:13 Uhr

Da ich mich nicht entscheiden kann, ob ich mit Motorroller oder Fahrrad fahren kann, fragt mich Aldy vom Hotel (die Person, mit der ich vorgestern wegen meines Plan B geschrieben habe), ob er mich mit seinem Motorroller über die Inseln fahren und mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigen soll. Knapp 20 Euro will er dafür haben. Eine Freundin von ihm, die hier für eine Naturschutzvereinigung von Nusa Penida Tiere untersucht, kommt auch mit. Ich sage zu. Davor gibt es noch ein paar Scheiben Toast mit Butter und ich unterhalte mich mit einem stark gepiercten Typen aus Berlin. Der ist hier als digitaler Nomade Software-Entwickler, wobei er eine singapurische Freundin dabei hat, die er sich irgendwo in Vietnam angelacht hat. Neben uns drei scheint das Hotel nur von einem deutschen Pärchen belegt zu sein. Der Nomade meint, ich sollte auch versuchen, das zu werden. Würde ich gerne. Darf ich aber nicht.

Nusa Ceningan

Nusa Lembongang ist mit Nusa Ceningan über die Gelbe Brücke verbunden. Sie stürzte am 16. Oktober 2016 ein, was zu 9 Toten und etlichen Verletzten führte. Die Brücke wurde rasch wieder aufgebaut. Ein Foto folgt später, wenn wir die Brücke nochmal besuchen und das Licht günstiger ist.

Song Tepu Beach auf Nusa Ceningan bei Bali
Song Tepu Beach auf Nusa Ceningan [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 48mm F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Blue Lagoon

Es ist leider recht bewölkt, wobei für wenige Minuten immer mal kurz die Sonne rauskommt. Das ist auch bei der Blauen Lagune der Fall, wo ich in einigen wenigen Sekunden des Sonnenscheins folgendes Bild erhasche:

Blaue Lagune (Blue Lagoon) auf Nusa Ceningan bei Bali
Blaue Lagune (Blue Lagoon) auf Nusa Ceningan [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s (EV−0,3), ISO 100, HDR Auto]

Old Tree

Auf einer Wiese am Meer stehen einige alte Bäume. Es waren wohl mal mehr, inzwischen steht eigentlich nur noch der hier:

Old Tree auf Nusa Ceningan bei Bali
Old Tree auf Nusa Ceningan [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/5000 s, ISO 100]

Zuerst war ich vom schlechten Wetter enttäuscht, aber gerade beim Bloggen finde ich, dass es perfekt passt.

Nusa Lembongan

Mangroven

So, genug Nusa Ceningan, wieder rüber nach Nusa Lembongan. Und dort zu den Mangroven. Aldys Freundin haben wir abgehängt, während es kurz ein paar Tröpfchen von oben gab. Egal. Vielleicht ist sie ja da, wenn ich mit meiner Magroven-Bootstour fertig bin? Die sind relativ standardisiert, dauern 25 Minuten und kosten 2×105 Rupiah. Ist also auch nicht so wirklich billig für so kurze Zeit, aber gut. Ich will lieber nicht noch einmal selbst das Kajak probieren.

Mangroven von Nusa Lembongan bei Bali
Mangroven von Nusa Lembongan [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 45mm F2,8, 1/800 s (EV−1), ISO 100]
Mangroven von Nusa Lembongan bei Bali
Mangroven von Nusa Lembongan [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 35mm F5, 1/400 s (EV−0,7), ISO 100]
Die dem Meer zugewandte Seite der Mangroven von Nusa Lembongan bei Bali
Mangroven von Nusa Lembongan – auf der dem offenen Meer zugewandten Seite sind sie seichter [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/250 s, ISO 100]

Mahagiri-Strand

Gut, genug Boot gefahren. Weiter zum Mahagiri-Strand. Der kann nicht viel, außer gut aussehen:

Mahagiri Beach auf Nusa Lembongan bei Bali
Aus unserer Reihe ‚völlig unnötig paradiesische Bilder‘: Mahagiri-Strand [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 34mm F8, 1/500 s, ISO 100, HDR Auto]

Jungutbatu-Hügel

Vom Hügel südlich von Jungutbatu (der keinen wirklichen Namen hat) hat man einen schönen Blick auf den touristisch bedeutendsten Ort.

Jungutbatu auf Nusa Lembongan, im Hintergrund oben der Gipfel des Agung auf Bali
Jungutbatu, im Hintergrund oberhalb der Wolken der Gipfel des Agung auf Bali [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/500 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Wir essen dort Mittag im Restaurant Horison Hills. Der Veggie-Burger mit Pommes ist extrem gut und mit 3,50 Euro auch sehr günstig. Ich würde sagen, zweitbestes Essen auf der Reise. Wie gestern wird anders als überall sonst keine Tax und kein Service-Entgelt verlangt. Ich zahle außerdem Aldys kleines Bier und runde auf.

Yellow Bridge

Auf dem Weg zur Yellow Bridge, die wir uns jetzt nochmal ansehen wollen, kommen wir an einem Friedhof vorbei, wo die bunten Regenschirme an den Grabsteinen auffallen. Wie die da wohl halten? Hier oben auf der Insel wird sicher oft Sturm sein.

Hindu-Friedhof auf Nusa Lembongan bei Bali
Hindu-Friedhof auf Nusa Lembongan [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 34mm F8, 1/320 s (EV−1), ISO 100, HDR Auto]
Song Tepu Beach auf Nusa Ceningan, gesehen von Nusa Lembongan bei Bali; im Vordergrund die Seegras-Farmen
Song Tepu Beach auf Nusa Ceningan, gesehen von Nusa Lembongan; im Vordergrund die Seegras-Farmen, einer der wenigen Wirtschaftszweige abseits des Tourismus [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/500 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]
Yellow Bridge, gesehen von Nusa Lembongan südlich der Brücke aus, verbindet die Insel mit Nusa Ceningan
Yellow Bridge, gesehen von Nusa Lembongan südlich der Brücke aus [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Gala-Gala Underground House

Und jetzt noch ein bisschen Wahnsinn, wo man ihn nicht erwartet: Gala-Gala Underground House. Zur Story: Der Bauer, Tänzer, Schattenpuppenspieler und Priester (das sind mehr Berufe als ich sie habe!) Made Byasa. Als Puppenspieler las er gerne Hindu-Eposse, wobei ihn der Mahabharata-Epos zu dem Projekt inspirierte, das wir jetzt besuchen. In dem Epos hat Pandawas ein Spiel gegen Korawas verloren und muss daher mit seiner Familie 12 Jahre im Wald leben. Aus Angst, dass Korawas ihn immer finden könne, baute er einen Höhle mit dem Namen Gala-Gala. Und das machte Made Byasa auch, von 1961 bis 1976.

Die untere Hälfte des Schildes mit der Geschichte ist in so schlechtem „Englisch“, dass ich nicht verstehe, worum es da überhaupt geht. Ist ja auch egal. Zeit für Bilder von 500 m² Wahnsinn unter Lembongan.

Eingang zum Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Eingang zum Gala-Gala Underground House [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/250 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]
Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Gala-Gala Underground House [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/40 s (EV−1,7), ISO 400]
Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Gala-Gala Underground House [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/20 s (EV−2), ISO 400, HDR Auto]
Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Gala-Gala Underground House [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/5 s (EV−2,7), ISO 400, HDR Auto]
Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Gala-Gala Underground House [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/60 s (EV−1,7), ISO 320, HDR Auto]
Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Gala-Gala Underground House [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/20 s (EV−2), ISO 400, HDR Auto]

Es gibt zwar nur einen Eingang, aber fünf Ausgänge. Da muss ich jetzt auch hoch. Und will ich auch. Denn es ist da unten überraschend warm.

Einer der Ausgänge vom Gala-Gala Underground House auf Nusa Lembongan bei Bali
Einer der Ausgänge des Gala-Gala Underground House [Sigma 20mm F1,4 Art @ F4,5, 1/640 s (EV−3), ISO 100, HDR Auto]

Dann noch Geld zum Bezahlen der Tour abheben. Die beiden Geldautomaten, die an einer Stelle auf beiden Seiten einer Straße stehen, wollen beide kein Geld ausgeben. Ein deutsches Mädel steht ebenfalls planlos mit ihrem Motorroller davor. „Auch DKB?“ fragt sie? Etwas weiter versteckt im Hai Tide Resort kennt Aldy aber noch einen. Und der funktioniert, obwohl er von einer Bank ist, die auch einen der beiden erstgenannten Automaten betreibt. Immerhin – Geld abheben ist wie überall komplett kostenlos. Wir fahren noch zurück zu den anderen beiden Automaten, um dem Mädel Bescheid zu geben, aber sie ist schon weg.

Dann zum Hotel. Es ist 13:45, das Boot geht um 14:30. Ich darf in Zimmer 1 duschen. Total nett. Dann bringt er meinen Koffer die kurze Strecke zum Hafen. Die war ich gestern barfuß gelaufen.

Ich finde, der heutige Tag (der Blog ist mit diesem letzten Post der Reihe wieder taggleich) war der beste der Reise. Also: Falls ihr einfach mal planlos auf Nusa Lembongan seid – fragt einfach im Canda (Aussprache: [k-]) in Mushroom Bay nach einer Tagestour mit Aldy. Er freut sich sicher. Und hätte ich nicht die Buchung der direkten Fähre von Lombok nach Lembongan verkackt, hätte ich ihn gar nicht kennengelernt.


So – das war’s! Im Austausch mit der Folgegruppe nannte ich es #UrlaubWieFrüher – und das stimmt. Nicht nur, weil es richtig weit weg ging. Es hat sich auch vor Ort keiner an irgendwelche Coronaregeln gehalten. Jetzt haben mindestens 3 der Gruppe laut Antigentest Corona, aber keine Symptome. Ich habe noch keinen Test gemacht. Bin auch mit leichtem Husten schon nach Griechenland und hierher geflogen. Mein Motto dieser Tage, wenn ich demnächst fliege: Ignorance is bliss – Unwissenheit ist ein Segen.

Ich bedanke mich bei allen Beteiligten. Die Reise kriegt eine 7/10. Wie immer gefiel mir vom Programm her mein selbstorganisierter Teil besser als das Gruppenteil, aber das ist auch planerisch nicht ohne. Zumal ich diesmal die komplette Planung hier gemacht habe. Letztendlich habe wir alle viel gesehen und es hat sich gelohnt. Nach so langer Zeit.

Es folgt hier im Blog an Flugreisen dieses Jahr: Kérkyra I (Páxi), Kérkyra II (diapontische Inseln), Malta, Ródos, Kríti IIII, Guatemala. Dazwischen 9-Euro-Ticket-Aktionen. Und ebenfalls (hoffentlich) wie früher: Breminale, Kirchlintler Schützenfest und Gamescom.

Haut rein! Bis dann!


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Indonesien Tag 19: Senggigi, Bangsal, Padang Bai, Sanur, Mushroom Bay, Devil’s Tear Lembongan, Mushroom Bay – Plan B

Aber der Plan B geht wenigstens voll auf!

geschrieben von Janni Sonntag, 19. Juni 2022 um 12:58 Uhr

Auf dem Pool des Hotels schwimmt eine Einhorn-Schwimminsel. Ich klettere drauf, fahre ein bisschen durch den Pool und gehe zurück auf mein Zimmer. Dort hole ich mein Handy und bitte einen Angestellten, ein Foto von mir auf dem Einhorn zu machen. Beim Besteigen der Einhorns stelle ich mich aber so blöd an, dass ich mit dem Einhorn kopfüber gehe. Daher kein Build von mir auf dem Einhorn. (Der Mitarbeiter hat leider auch kein Bild gemacht, während ich mit dem Einhorn umkippe.)


Um 10 Uhr starten zwei indonesische Touristen und ich nach Padang Bai. Dadurch zahlen wir nur 5×104 für den Transfer. Unterwegs rennt ein Huhn, nachdem es zuvor auf der Straßenmitte gewartet hat, urplötzlich vor unser Auto. RIP in Peace.

Die Fähre von Eka Jaya legt fast pünktlich um 12:08 ab. Wir sind trotzdem eine halbe Stunde später und damit erst gegen 14 Uhr in Padang Bai.

Von dort werde ich mit einem fetten SUV der Fährfirma nach Sanur zum Sanur Beach gebracht, wo die allermeisten Ausflugsboote nach Lembongan ablegen. Offiziell wird es Sanur Harbour genannt, aber es ist einfach ein Strand. Dementsprechend muss man durch bis zu 70 Zentimeter hohes Wasser zum Boot waten. Mir geht es etwas über die Kniekehlen, während andere bis zum Hintern im Wasser stehen. Besonders Kinder im Grundschulalter, die klein aber zu schwer zum Tragen sind, kriegen so sicher Probleme.

Nach dem Checkin im Hotel Canda Living – sie scheinen die Zimmer erst bei Ankunft eines Gastes bezugsfertig zu machen – ist es etwa 17 Uhr. Ich frage nach dem schönsten Ort für den Sonnenuntergang – Devil’s Tear (Träne des Teufels), der Begriff ist auch im Plural anzutreffen. Meine SIM-Karte von Telkomsel funktioniert übrigens auch auf dieser Insel nicht (übrigens komplett, inklusive Nachbarinsel Ceningan, was erstaunlich ist, weil sie auf Nusa Penida teilweise funktionierte – an Orten, die Lembongan und Ceningan nahe waren).

Devil’s Tear

Bei Devil’s Tear handelt es sich um Felsen, an denen hohe Wellen brechen. Das sieht sehr spektakulär aus.

Wellen peitschen an die Klippen von Devil’s Tear auf Nusa Lembongan bei Bali
Wellen peitschen an die Klippen von Devil’s Tear auf Nusa Lembongan [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F5, 1/60 s (EV0,3), ISO 100]
Wellen peitschen an die Klippen von Devil’s Tear auf Nusa Lembongan bei Bali
Wellen peitschen an die Klippen von Devil’s Tear auf Nusa Lembongan [Sigma 20mm F1,4 Art @ F4, 1/125 s (EV0,3), ISO 200]

In der Nähe sind Restaurants und das Hotel Villa Lumba Lumba auf einer Halbinsel und an einem Strand in einer Bucht. Ich versuche, die Blaue Stunde zu beobachten, aber so geil wie in (Süd-)Europa ist die hier nicht:

Blaue Stunde bei Devil’s Tear auf Nusa Lembongan bei Bali
Blaue Stunde bei Devil’s Tear auf Nusa Lembongan [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 8/1 s (EV−1,7), ISO 100, HDR Auto]

Auf dem Rückweg esse ich im japanischen Restaurant Oishii, deren einziger Gast ich heute zu sein scheine, ein Tempe (eine Art sehr festes Tofu – wobei es Tempe auch in krümelig-knusprig gibt) Parmigiano-Art mit Pommes. Das ist das leckerste Gericht, was ich diesen Urlaub gegessen habe.


Das Verwenden der Klospülung hat das gesamte Badezimmer unter Wasser gesetzt. Ich bekomme ein neues Zimmer. Für alles andere bin ich zu müde und schlafe daher sofort ein.


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Indonesien Tag 18: Senggigi, Mayura-Park, Benang Stokel & Benang Kelambu, Botanischer Garten Narmada, Senggigi – Wasserfallgeschichten (und mehr)

Was hat Lomboks Norden zu bieten und was haben wir in Mataram verpasst?

geschrieben von Janni Sonntag, 19. Juni 2022 um 12:38 Uhr

Frühstück im Hotel. Es gibt sechs kleinere Sachen zur Auswahl. Das Bremer Pärchen hat immer den (1) Bananen-Pfannkuchen genommen, also nehme ich den auch.

Um 9 Uhr holt mich Sigit ab. Ihn habe ich über Viator gefunden. Für 50 Euro zeigt er mir die Wasserfälle im Norden der Insel – und noch so einiges mehr.

Mayura-Wasserpalast (Mayura-Park)

Der Taman Mayura („Pfauen-Park“) ist eine Anlage, die sechs großen Religionen Indonesiens vereinen soll. Der Eintritt kostet 2×104 und für 5×104 (plus Spende an den Hindu-Tempel) bekommt man einen lokalen Führer.

Der Namen hat der Park bekommen, weil hier der Legende nach Schlangen vertrieben worden sein sollen, indem der König von Sumatra Pfauen schickte, damit ein Tempel errichtet werden konnte. (Dass Pfauen keine Schlangen vertreiben können, ist auch der Legende klar – daher müssen die Pfauen eben magisch gewesen sein.)

1688–1744 wurde in dem großen Wasserbecken im Zentrum des Parks eine Insel mit Gebäude („Schwimmendes Haus“) errichtet, wobei es ursprüglich vielleicht wirklich schwimmend gewesen sein soll. Das Gebäude ist vor einem Monat – während einer Hochzeit – bei einem Sturm weggeflogen und in den See gefallen:

Mayura-Park-Insel in Mataram auf Lombok ohne den im Mai 2022 weggewehten Wasserpalast
Mayura-Wasserpalast – ohne Wasserpalast [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/3200 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Der Schutt wurde eingesammelt, da das Gebäude der Tradition nach mit dem originalen Material wieder aufgebaut werden soll.

Wir besuchen den Hindu-Tempel. Er ist an sich nichts Besonderes, aber es gibt viel Drachensymbolik. Und zwar immer zwei auf einmal – links und rechts. Warum? Drachen sind die Manifestation von Vishnu und werden respektiert, da man glaubt, dass wenn ein Drache sich bewegt, ein kleines Erdbeben entsteht, aber wenn zwei sich bewegen, dass komme es zu einem Tsunami.

Drachen-Speier am Wasserbecken im Osten des Mayura-Parks in Mataram auf Lombok
Speier am Wasserbecken im Osten – sie sind nur bei Septembervollmond in Benutzung [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F2,8, 1/125 s, ISO 100, HDR Auto]

Wasserfälle Benang Stokel und Benang Kelambu

Kernprogramm dieses Ausflugs ist ein Besuch bei den beiden bekannten Wasserfällen. Ich bekomme auch hierfür einen lokalen Führer.

Gegend um den Wasserfall Benang Stokel auf Lombok
Gegend um den Wasserfall Benang Stokel (dieser ist ganz oben, etwas rechts der Mitte) [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 31mm F8, 1/100 s (EV−0,7), ISO 100]

Wir gehen auch näher ran an den Wasserfall, ich finde jedoch die Ansicht oben schöner als nur vom Wasserfall allein.

Wasserfall Benang Stokel auf Lombok
Wasserfall Benang Stokel [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/60 s (EV−3), ISO 125, HDR EV±6]

Dann geht es weiter zu Benang Kelambu.

Wasserall Benang Kelambu auf Lombok
Wasserall Benang Kelambu [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/100 s (EV−2,7), ISO 100, HDR Auto]
Unterer Teil des Wasserffalls Benang Kelambu auf Lombok
Unterer Teil des Wasserffalls Benang Kelambu [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 70mm F22, 1/13 s (EV−2), ISO 50]

Das Wort Kenang heißt übrigens nicht Wasserfall (Air Terjun). Die Wasserfälle scheinen nach Handarbeitsmaterial benannt worden zu sein.

Auf dem Rückweg können wir einen Javaneraffen beim Fressen einer Jackfrucht beobachten.

Wir machen uns auf dem Rückweg, wobei wir noch an Reisfeldern halten, sowie zwei Stopps bei Mataram einlegen:

Botanischer Garten Narmada

Ich schlage vor, den botanischen Garrten Narmada zu besuchen. Der liegt auf dem Weg. Mein Führer/Fahrer heute kennt ihn nicht, daher zahle ich seinen Eintrittspreis. Die Führung macht Kinan, ein 9-jähriges Mädchen. Sie ist vermutlich von allen Führern auf der ganzen Reise diejenige Person, die am besten Englisch spricht.

Sie zeigt uns den Garten, aber den Nordteil dürfen wir nicht betreten. Dort lebe eine Schlange und der Geist einer toten Katze, meint Kinan.

Sonnenblumenfeld im Botanischen Garten Narmada auf Lombok
Das Logo des Gartens ist eine Sonnenblume – warum sieht man hier [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 35mm F2,8, 1/200 s, ISO 100, HDR Auto]
Großer schwarzer Schmetterling im Botanischen Garten Narmada auf Lombok
Mir gefällt dieser riesige schwarze Schmetterling [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F2,8, 1/80 s, ISO 100]
Sonnenblume im Botanischen Garten Narmada auf Lombok
Sonnenblume [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F5, 1/80 s (EV0,3), ISO 200]

Als letzten Punkt schauen wir uns noch den Lingsar-Tempel an, der eigentlich Teil der Rundreise gewesen sein sollte, aber entfallen ist.

Der Park um ihn herum wird gerade von Mitarbeitern der traveloka-App, die hier große Bedeutung hat, genutzt. Ich finde ihn aber auch so nicht sehr schön. Allgemeinen wirken Hindu-Tempel immer lieblos zusammengewürfelt aus verschiedenen Gebäuden, meist mit rostigen Wellblechdächern. Demgegenüber erscheinen Kirchen und größere Moscheen immer als ein ganzes, architektonisch anspruchsvolles Gesamtwerk, was mir mehr zusagt.


Auf der Rückfahrt will ich die Bootsfahrt für morgen buchen. Aber Schreck: Sie ist ausgebucht. Immerhin gibt mir die Firma Tipps, wie ich mit anderen Firmen nach Nusa Lembongan komme, wo ich mein nächstes Hotel gebucht habe. Ich solle über Bali reisen. Flüge sind alle ausgebucht, also muss ich mit der Fähre von Eka Jaya um 12:00 von Bangsal (Lombok) nach Padang Bai (Bali) fahren, wobei Eka Jaya auch den Transfer zum Strand nördlich von Sanur, wo die Ausflugsboote nach Lembongan ablegen. Mein aktuelles Hotel organisiert den Transfer nach Bangsal.

Jetzt nur noch die Fähre bezahlen. Doch die Zahlung wird abgelehnt. Man kann aber auch im Supermarkt Alfamart bezahlen. Also gehe ich zum Supermarkt. Doch da kann man mit der Information nichts anfangen. Ich habe zwar eine Anleitung für die Mitarbeiter bekommen, aber die ist auf Englisch. Nachdem sie eine halbe Stunde rumprobiert haben, kommt eine E-Mail von Eka Jaya mit einer Anleitung auf Indonesisch. Nach nicht mal einer Minute habe ich mein Ticket bezahlt.

Ich schreibe sicherheitshalber noch dem Hotel auf Lembongan, was die von der Aktion halten, und suche Fahrzeiten der Ausflugsboote raus – es fahren zig von denen am Tag. Sie finden meinen Plan gut und empfehlen das Boot der Firma Tanis um 16:00 Uhr. Dann wäre ich rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf der Insel.


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Indonesien Tag 17: Gili Terawangan, Bangsal, Pemenang Barat, Senggigi – Waldgeschichten

Auf Tuchfühlung mit der lokalen Bevölkerung – mal mehr, mal weniger freiwillig

geschrieben von Janni Sonnabend, 18. Juni 2022 um 07:31 Uhr

Kein Stau, kein Glatteis und die Pferdewagen waren früh genug da – kein Wunder, dass wir deutlich zu früh am Hafen sind. Ich kann mein vorgestern gebuchtes Boot umbuchen und früher fahren. Noch kurz von den anderen Verabschieden, aber das klappt nicht, da ich dabei zweimal vom selben Herumtreiber unterbrochen werde, der mich anquatscht, während ich mich verabschieden möchte. Ich werde laut und sehe mich gezwungen, den Neologismus Unterstmensch einzuführen, da ich dieses Individuum und sein Verhalten einfach nicht mehr mit Untermensch abgedeckt sehe. Einige in der Gruppe finden das überzogen. Aber hey, seht’s mal so, immerhin habe ich das Wort „Mensch“ verwendet!

Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich meinen ganzen Urlaub nichts bei Leuten gekauft habe, die mich angequatscht haben. Egal wo auf der Welt ihr seid – macht mit. Erziehung für ein ruhigeres Urlauben weltweit. Außerdem finde ich es rassistisch, dass die nur Weiße aber keine Einheimischen belästigen.

Während ich in Bangsal (Lombok) auf meine Abholung warte, werde ich ebenfalls ständig von irgendwelchen Leuten angequatscht. Es ist extremst anstrengend und belastend, Tourist in Indonesien zu sein. Inzwischen habe ich Idee für das Problem: Ich trage einfach Kopfhörer, mache sehr laut Musik an und schon muss ich mich nicht mehr ärgern. Und es gibt dann halt doch auch Leute, die einem helfen wollen...

Kindergarten

In Indonesien gibt es eine verpflichtende Vorschule (engl. Kindergarten). Der Abschluss dort wird groß gefeiert. Mein heutiger Führer ist deshalb bis 12 Uhr verhindert. Das ist kein Problem für mich. Für die Tour zusammen mit Mittagessen und dem Transport von Bangsal nach Senggigi zahle ich etwa 50 Euro.

Neben dem Führer gibt es noch seinen Vorgesetzten, Omjay (kurz Jay), der mich vom Hafen in Bangsal mit seinem Roller abholt. Wie wir zwei und mein Koffer da drauf passen, frage ich. Das sei kein Problem.

Wir warten in einem Warung. Warung ist der indonesische Begriff für ein kleines Geschäft, entweder ein Kiosk oder ein Restaurant (Imbiss mit Sitzmöglichkeit), jeweils an den Bedürfnissen der Einheimischen orientiert. Die Warungs kann man problemlos als Tourist besuchen, was wir in Candi Dasa gemacht haben.

Ich darf auch mal rüber auf die Feier. Mein Führer und seine Frau haben aus blauem und hellblauem Krepppapier, Schokoriegeln und kleinen Tüten mit Chips einen Fächer gebastelt, den ihr Sohn bekommt. Die drei machen ein Foto mit mir. Auch eine andere Mutter macht (nachdem sie gefragt hat) ein Foto ihrer Tochter mit mir.


Wir fahren einige hundert Meter zu Jays Haus und lassen meine Sachen dort. Dann geht es zu Fuß nach wenigen zehn Metern auf der Straße in den Wald.

Dort zeigen sie mir diverse Pflanzen. Wir probieren eine Wasserjambose. Die Frucht schmeckt etwas wie Apfel, hat aber weniger Geschmack. Für mein Knie haben sie auch was, nämlich antibiotische Blätter.

Junges Balirind im Wald
Junges Balirind im Wald – die werden übrigens nur für Fleisch gehalten; Milchwirtschaft scheint hier unbekannt zu sein [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F5, 1/80 s (EV−0,7), ISO 500]

Dann fängt es an zu regnen. Klassischer Regenwald eben. Zunächst nur ein bisschen. Dagegen haben sie hier im Wald natürlich auch was: Das Riesen-Elefantenohr (lokal Talas Padang genannt) ist sehr groß. Und als selbst das nicht mehr hilft, weiß der Führer auch einen nahen Ort, an dem Hütten im Wald stehen.

In den Hütten (im Prinzip sind sie nur Überdachungen) wird Palmzucker (hier als Brauner Zucker bezeichnet) hergestellt. Dazu wird ein Blütenstand abgeschnitten und ein Kanister befestigt. Bei jungen Bäumen kann das auch zweimal gemacht werden. In den Kanister laufen dann etwa 5 Liter einer Flüssigkeit. In einigen Ländern wird statt den Kanistern eine Bambusleitung verwendet. Die steht zwar hier auch am Baum, ist aber als Kletterhilfe beim täglichen Ernten gedacht. Was nach der Ernte mit der Flüssigkeit gemacht wird, dazu gleich mehr.

Gewinnung der Flüssigkeit zur Herstellung von Palmzucker auf Lombok
Flüssigkeit zur Herstellung von Palmzucker wird gewonnen [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 59mm F5, 1/80 s (EV−1,3), ISO 100]

Nachdem der Regen aufgehört hat, überqueren wir den nahen Fluss und gehen weiter durch den Wald, bis wir wieder einen Fluss überqueren müssen. Uns kommen zwei jugendliche Mädels entgegen. Eine davon trägt ein Gewehr. Damit vertreiben sie die Affen von den Plantagen, meint der Führer. Erschießen tun sie die Affen nicht.

Wir dürfen im Wald unsere Namen nicht rufen, meint der Führer. Das erwecke die Geister. Geister wohnen beispielsweise in Banyan-Feigen.

Dann fängt es wieder an zu regnen. Also wieder zur nächsten Überdachung. Die gehört einem Sasak-Paar aus dem Ort, das den Wald von den Behörden kostenlos überlassen bekommen hat. Sie dürfen da anbauen, was sie wollen, meint der Guide. Außer Marihuana, fügt er hinzu. Sie machen das, um ihren Töchtern die Ausbildung zur Krankenschwester zu finanzieren.

Hütte im Wald
Hütte im Wald [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/60 s (EV0,3), ISO 800, HDR Auto]

Das Paar ist bereits mit der Essensvorbereitung beschäftigt, denn hier werden wir heute essen. Derzeit stellt die Frau aber noch Palmzucker und Kaffee her.

Palmzuckerherstellung (links) und Kaffeeröstung auf Lombok
Palmzuckerherstellung (links) und Kaffeeröstung [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 42mm F5, 1/15 s (EV0,3), ISO 1600]

Mit dem Mittagessen dauert also noch etwas. Bis dahin gibt es Sticky Rice („klebriger Reis“). Das macht man, indem man gekochten Reis, Kokosflocken, Ingwer, Chili und Salz in ein Bananenblatt rollt und das dann ins Feuer legt oder grillt.

Sticky Rice
Sticky Rice [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 42mm F2,8, 1/50 s (EV0,3), ISO 1600]

Palmzucker wird je nach Menge etwa 4 Stunden gekocht. Wenn nur noch wenig Wasser da ist, werden Kokosrapseln hinzugefügt – nur ein paar Raspeln reichen für den großen Topf auf dem Bild oben, damit der Schaum fast verschwindet. Wenn ein zähflüssige Konsistenz erreicht ist, wird die Flüssigkeit in einen Becher aus Bambus gefüllt. Reste werden als Toffees sofort gegessen. Nach einigen Minuten abkühlen, wird der Becher umgedreht und die Palmzucker-Wurst kommt raus, die für 1×104 Rupiah pro Stück verkauft wird.

Fertiger Palmzucker (mittig) und Bambusbecher
Fertiger Palmzucker (mittig) und Bambusbecher [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 55mm F2,8, 1/60 s (EV0,3), ISO 2000]

Dann geht’s an die Zubereitung des Mittagessens – Papaya-Curry. Dafür braucht man zunächst einmal eine (nicht voll ausgereifte) Papaya. Also welche vom Baum holen. Dafür haben sie meterlange Bambusstäbe mit Messern dran. Die Papaya wird dann geschält und in Plättchen geschnitten. Außerdem brauchen wir noch Kokosmilch, die wir selbst herstellen (wobei die Kokosnüsse hier nicht selbst angebaut werden) und Farn. Die Gewürzmischung wird aus einem Fischsoßen-Brühwürfel, Knoblauch, rote Zwiebel, große Chili (nicht scharf), kleine Chili (scharf), Salz, Ingwer und etwas Palmzucker.

Indonesisches Papaya-Farn-Curry
Essen ist fertig! [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 60mm F2,8, 1/60 s (EV0,7), ISO 400, HDR Auto]

Gegessen wird das dann mit Reis, Nudeln und Tofu als Beilage. Es schmeckt sehr gut.

Mein Führer zeigt mir Bilder. Vor der Pandemie war er mal mit einer 18er-Gruppe unterwegs. Ich bin jetzt sein vierter Gast nach Corona.

Im Regenwald von Lombok
Im Regenwald [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 29mm F2,8, 1/60 s (EV−0,7), ISO 100]
Riesenelefantenohr als Regenschutz
Ich mit Riesen-Elefantenohr

Als es kurz mal nicht mehr so stark regnet, versuchen wir zur Straße zu kommen. Wir bekommen noch ein deutlich größeres Elefantenohr mit auf den Weg. Sicher ist sicher.

Wir brauchen es auch, denn es fängt wieder an zu regnen. Als wir die Straße erreicht haben, suchen wir Schutz in einem aufgegebenen Warung. Der Führer sieht in der Ferne, dass ein Engkel (auch Bemo genannt) vorbeikommt, was er auf Englisch als Public Car bezeichnet. Hierbei handelt es sich um Fahrzeug von der Größe eines VW-Bus, in dessen hinteren Raum in der hinteren Hälfte kleine Sitzbänke montiert sind. Die vordere Hälfte ist mit Zeug vollgestellt. Ein- und Aussteigen geht überall an der Strecke. Die sehr kurze Fahrt kostet unsere Dreiergruppe 3×104 Rupiah (2 Euro). Das finde ich teuer.

Als es aufgehört hat zu regnen, bringt mich Jay mit seinem Roller zum Hotel. Die Fahrt dauert gut 30 Minuten.

Das von mir gebuchte Zimmer gefällt mir nicht. Ich lege nochmal den gleichen Betrag drauf und bekomme ein Bungalow am Pool. Ergibt dann einen Preis von etwa 16 Euro pro Nacht mit Frühstück. Im Pool findet gerade Tauchtraining statt. Ich bestelle mir als Abendessen eine Pizza im Hotel. Neben mir scheint nur ein weiteres Bungalow bewohnt zu sein, und zwar von einem Pärchen aus Bremen. Die haben gerade ihr Studium fertig und sind jetzt auf den Kleinen Sundainseln unterwegs, bereits seit Anfang Mai. Mitte Juli wollen sie zurück. Daher müssen sie zwischendurch mal kurz eine Nacht nach Singapur, da sie sich nicht länger als 60 Tage ununterbrochen in Indonesien aufhalten dürfen. Ich spreche mit ihnen über ihre und meine Reise. Sie sagen, dass sie das gleiche Pech am Batur hatten wie ich.


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Indonesien Tag 16: Gili Terawangan, Gili Meno, Gili Air, Gili Terawangen – Gili-Hüpfen

Weiße Strände und der Traum von weißen Weihnachten

geschrieben von Janni Donnerstag, 16. Juni 2022 um 14:52 Uhr

Die Nacht war hart. Schnupfen und Husten sind immer noch da.

Auf dem Weg zum Frühstück mach ich mich einmal lang und schlage mir mein rechtes Knie auf. Deinfektionsmittel und Alkohol gibt es vom Hotel, aber große Pflaster haben sie nicht. Andere aus der Gruppe haben welche. Aufgrund des Schwitzens und weil sich das Knie halt ständig bewegt, hält das aber nicht.

Aber, was muss das muss, also ab zum Inselhüpfen. Ursprünglich hatten sich 18 angemeldet, am Start sind dann aber nur 12.

Leiter ist der Surflehrer. Wie wir hinkommen, frage ich. Zu Fuß oder mit Kutsche, meint er. Ich frage, ob wir nicht mit dem Fahrrad fahren können. „Habt ihr welche?“, meint er. Das Hotel habe welche, meine ich. Also auf die Fahrräder. Der Surflehrer muss seins noch erst suchen, aber dann sind wir abfahrtbereit.

Dann heißt es plötzlich: Zurück, Marsch, Marsch. Das Hotel meint, alle Fahrräder müssen um 12 zurück sein. Sie werden alle dringend gebraucht. Das Hotel solle sich wegen der paar Stunden nicht so anstellen, meint der Surflehrer, und los geht’s. Mit Drahtesel.

Wir fahren mit dem Boot ein paar hundert Meter von einem Strand im Südosten von Gili Terawangen zum Hafen derselben Insel. Dort wieder alle aussteigen, vom Anleger zur Straße gehen und Flossen aussuchen. Warum wir nicht mit den Fahrrädern dorthin gefahren sind, weiß auch keiner.

Gili Meno

Gili Meno ist die untouristischste der drei Gilis. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Noch. Denn das Immobilienprojekt BASK, in dem auch David Hasselhoff drinstecken soll, baut den Bereich westlich des Salzwassersees aus. Direkt davor dürfen die anderen Schnorcheln, während ich zum Strand gebracht werde. Es ist rege Bautätigkeit zu sehen – das Projekt hätte eigentlich schon 2020 fertig sein sollen.

Salzwassersee auf Gili Meno, im Hintergrund die Berge von Lombok
Salzwassersee auf Gili Meno, im Hintergrund die Berge von Lombok – unmittelbar rechts davon die BASK-Baustelle, die ich nicht so interessant fand, dass ich gegen das Fotoverbot verstoßen wollte [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 37mm F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Ich laufe ein bisschen durch und später um die Insel. Während die Wege im Inselinneren einigermaßen befestigt oder zumindest ausgetreten sind, ist der Küstenweg auf Gili Meno schlichtweg der Strand oder sandige Wege parallel dazu.

Kleiner Pfad im Inselinneren von Gili Meno
Kleiner Pfad im Inselinneren von Gili Meno [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/160 s (EV−1,3), ISO 100, HDR Auto]
Strandweg auf Gili Meno <!-- 62268 -->
Strandweg auf Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100]
Hütten am Strand von Gili Meno
Aus unserer Reihe ‚völlig unnötig paradiesische Bilder‘: Hütten am Strand von Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]
Hafen von Gili Meno
Hafen von Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/250 s, ISO 100, HDR Auto]

Südlich des Hafens befindet sich die Schildkröten-Aufzuchtstation in einem kleinen Gebäude. Da man hier nicht denkt, dass die kleinen Schildkröten es unter den aktuellen Umständen schaffen, durchzukommen, werden Eier gesammelt, hier ausgebrütet und dann aufgezogen, bis die Tiere 1 Jahr alt sind. Die Aufzuchtstation ist dafür in 7 Becken eingeteilt, die Schildkröten unterschiedlichen Alters enthalten..

Schildkröten-Aufzuchtstation (Turtle Sanctuary) von Gili Meno
Schildkröten-Aufzuchtstation (Turtle Sanctuary) von Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s (EV−1,3), ISO 100, HDR Auto]
Schildkröten in der Schildkröten-Aufzuchtstation (Turtle Sanctuary) von Gili Meno streieten sich um ein Stück Fisch
Kampf ums Futter (Fisch) in der Gruppe der ältesten dort vorhandenen Schildkröten [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/320 s, ISO 250]

Mein Handy klingelt. Ich werde abgeholt am Hafen. Das waren immerhin um die anderthalb Stunden. Ich vermute, dass man die beiden kleineren Inseln in jeweils rund 2 Stunden zum größtenteils erkunden kann.

Gili Air

Weil die Gruppe nicht vor Gili Air schnorcheln möchte, legen wir zum Mittagessen an. Es geht ins Restaurant Ceria, ein recht großes Restaurant (über 30 4er-Tische), nur mit Dach und ohne Wände. Mit uns sind alle Tische belegt.

Anders als von mir gedacht soll es nach dem Essen – zum Abschied läuft nach zuvor britischen Charts von 2015 jetzt plötzlich I’m Dreaming of a White Christmas – aber nach Gili Terawangan zum Schnorcheln zurückgehen. Ich habe danach keine Möglichkeit, mir Gili Air anzusehen. Und weil ich dachte, dass wir nochmal um die Insel fahren, hatte ich vorhin keine Fotos vom Wasser aus gemacht.

Ob planmäßig noch Boote nach Gili Terawangan zurückfahren, frage ich den Surflehrer. Nein, meint er. Ich glaube ihm nicht und bleibe auf der Insel.

Ich frage am Hafen: Tatsächlich fährt in knapp einer Stunde ein öffentliches Boot zurück nach Gili Terawangan. Also Zeit für das südöstliche Viertel der Insel im Schnelldurchlauf.

Strand auf Gili Air
Strand auf Gili Air [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Das Boot zurück fährt pünktlich und kostet 4,5×104 Rupiah, knapp 3 Euro.

Ja, die anderen beiden Gilis sind schon schöner als Gili Terawangan. Auf Gili Air wird man auch nicht ständig angequatscht, ob man was kaufen möchte. Und auf beiden Inseln wurde ich nicht gefragt, ob ich Drogen kaufen möchte! Auf Gili T gestern zwei mal... Aber die Insel ist für ihr Drogenproblem bekannt. Und die Polizei? Na ja, sehr selbst:

Polizeirevier von Gili Terawangan
Aldi Shop Gili Terawangan
Aldi Shop Gili Terawangan

Der Aldi hat auch jetzt um viertel vor 16 geschlossen. Ich glaube, der hat dauerhaft zu. Dann halt zu anderen Läden. Und in einem Sanitätshaus einen Verband kaufen. Übrigens muss man hier in Läden die Schuhe ausziehen. Moslems...

Am Abend möchte ich den einzigen Hügel auf den drei Inseln besteigen. Der ist aber größtenteils gesperrt. Egal, denn ein schönes Sonnenuntergangsbild gibt es auch an seinem Fuß.

Sonnenuntergang im Südwesten von Gili Terawangan, Blick auf Bali
Sonnenuntergang auf Gili Terawangan, links die Pyramiden von Gizeh. Ach nein, falsch. Das ist Bali! [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/60 s (EV−1,3), ISO 100]

Um 19 haben wir das Barbeque-Abendessen im Hotel, das wir erstreikt haben. Das Hotel hat einen Live-Musiker bestellt (den wir über Spenden bezahlen). Es ist sehr schön und ein versöhnlicher Abschluss, aber nach 30 Minuten beginnt ein Gewitter, weshalb wir vom Strand ins Restaurant des Hotels ziehen müssen. Später spiele ich auch noch ein paar Songs auf der Ukulele mit und dann noch den Bierkapitän alleine. Mit Capo spielen ist bei der Luftfeuchtigkeit leider nicht drin (der bestellte Musiker spielt ebenfalls ohne, was mich zunächst irritiert), was die Liedauswahl sehr einschränkt. Um 23:16 ist für 2 Minuten Stromausfall. Als nach 40 Minuten immer noch weder Festnetz- und mobiles Internet vorhanden sind, muss ich meinen versuch, die ganze Reise taggleich zu posten, leider abbrechen. Ich meine, dass aber auch vorgestern am Nachmittag ein Stromausfall für um die 10 Minuten war.

Es ist ein bisschen Panik: Einige konnten sich nicht für den Flug einchecken, da keine Sitzplätze mehr frei waren. In Ubud war ich auf dem Trichter, meine Verlängerung in Singapur verbringen zu wollen, was aber laut Reiseveranstalter nicht geht, weil alle Singapore-Airlines-Flüge an den in Frage kommenden Tagen ausgebucht seien (ich konnte noch über unangemessene Preise Flüge buchen – 1000 Euro für einen Flug der Länge wie Hamburg–Malle). Wir vermuten daher, dass die Flüge überbucht sind. Einige spielen mit dem Gedanken, sich als Freiwillige zu melden. Einen Tag kostenlose Verlängerung in Bali, paar hundert Euro Taschengeld. Gibt Schlimmeres, oder? Mal schnell bei der Firma nachfragen, falls das bei mir passiert.

Außerdem ist Unmut, dass wir sehr früh aufbrechen mit den Kutschen. Aber man muss halt Puffer haben. Kann ja viel passieren: Stau, Glatteis, überfrierende Nässe, Wagen springt nicht an, kein Benzin, Parkplätze belegt usw.


Hiermit endet der offizielle Part. Nach so viel Kritik muss ich in den nächsten vier Tagen (drei Tage Verlängerung und der Tag morgen, der bei den anderen komplett für den Transfer zum Flughafen drauf geht, wo der Flieger um 20 Uhr geht – wie meiner) zeigen, ob ich es besser kann. Außerdem: Billiger. Und abends ruhiger.


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