Neuseeland Nachmittag 24: Christchurch – Im Orana Wildlife Park

Als letzte Aktivität in Neuseeland steht ein Besuch eines Tierparks an

geschrieben von Janni Montag, 17. Februar 2020 um 03:58 Uhr

Steve’s Shuttle bringt mich zum Orana Wildlife Park. Das ist ein mittelgroßer Tierpark, der von einer Non-Profit-Organisation betrieben wird. Einige der Tiere werden zur Wiederauswilderung gezüchtet.

Man braucht den Shuttle dorthin, da man da mit öffentlichen Verkehrsmittel nicht hinkommt, am Wochenende auch nicht mal in die nähere Umgebung. Er befindet sich stadtauswärts noch hinter dem Flughafen.

Ich komme gerade rechtzeitig zur Giraffenfütterung um 12 Uhr. Die wird hier nämlich von den Besuchern durchgeführt. Das klingt jetzt aufregender als es ist. Heute kriegen die Giraffen Weiden zu fressen. Also bekommt jeder Besucher einen Weidenzweig in die Hand. Eigentlich soll man ihn so festhalten, dass die Giraffe nur die Blätter frisst. Das klappt aber nicht nur bei mir nicht so wirklich.

Giraffe mit Weidenzweig
Giraffe mit Weidenzweig

Der Park wirbt nicht nur mit der Giraffenfütterung sondern auch damit, der einzige zu sein, der die Tiere nicht in Käfigen hält. Stattdessen gibt es Zäune oder (insbesondere bei Affen) Gräben. Einige domestizierte Hühnerarten und Blaue Pfauen laufen auch einfach so rum. Ob die Pukekos (Purpurhühner) und Blässrallen hier von sich aus sind, weiß ich nicht, wäre aber naheliegend.

Blässralle
Blässralle
Erdmännchen
Erdmännchen

Im Falle der Truthühner laufen sie nicht nur rum. Als ich mich kurz auf einer Bank ausruhe, haben zwei direkt vor mir Sex. Das klingt äußerst lustig, das Video spare ich mir aber an dieser Stelle.

Ein weiteres Highlight war der Tiger, aber der wurde vorgestern wegen Nierenversagen im Alter von 16 Jahren eingeschläfert. Das ist ein normales Alter.

Kea (Bergpapagei)
Kea (Bergpapagei) in begehbarer Voliere – die Tiere interessieren sich sehr für Besucher
Paradieskasarka-Männchen
Auch bei diesem Paradieskasarka-Männchen ist gut denkbar, dass er von sich aus hier ist und zusammen mit den Lamas lebt
Kopf eines Lamas
Lama

Wer keine Angst hat, dass die Lamas gerade Hunger auf Hände haben (oder das daraus schließt, dass sie keine Hüte auf haben), kann sie teilweise sogar streicheln.

Tasmanischer Teufel untersucht Wallaby-Schwanz
Bei den vier tasmanischen Teufeln (alles Männchen) kommt heute Wallabyschwanz auf den Tisch
Tasmanischer Teufel untersucht Wallaby-Schwanz
Man muss ihn nur erstmal kriegen. Dass die Tiere das teils erst müssen, gehört zum Konzept des Parks.
Tasmanischer Teufel frisst wie ein Eichhörnchen
Netter Versuch, aber du bist kein Eichhörnchen!
Mendesantilope (Addax)
Mendesantilope (Addax)

Und als letztes Tier schaue ich mir noch die Wildhunde an, von denen ich es in Afrika zweimal nicht hinbekommen habe, ein brauchbares Foto zu machen.

Wildhund
Wildhund

So, das war meine letzte Aktivität in Neuseeland. Es kommt zwar noch ein Rückflug-Post mit Fazit und – wenn ich es auf die Reihe kriege – ein Meta-Post „Frühstücken ohne Hotelfrühstück“ und ein Shitpost mit (für die meisten Leute) unlustigen Memes. Aber ab morgen gehe ich bei diesem Schild dann wieder rechtsrum:

Wegweiser zu Gorillas, Geparden und dem Ausgang – aufgrund der Perspektive ist vom Wort „EXIT“ nur „IT“ zu lesen
Weg in die IT


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Neuseeland Vormittag 24: Christchurch – Verkehrte Welt

Den plötzlicher Sommereinbruch in Deutschland heute kontere ich mit einem Besuch der Antarktis

geschrieben von Janni Montag, 17. Februar 2020 um 01:01 Uhr

16° sind heute für meinen Heimatort Kirchlinteln angesagt. Das ist mehr als in Christchurch vorgestern. Und wesentlich mehr als in der Antarktis. Wie sich das anfühlt, dort zu leben, das kann man in Christchurch direkt beim Flughafen erleben. International Antartic Center heißt das. Die Antarctica New Zeland direkt daneben ist hingegen etwas anderes, hier wird geforscht und Flüge in die Antarktis durchgeführt. Der Flug vorgestern wurde auf gestern verschoben, wie eine Notiz in meinem Hotel sagt.

Zum Flughafen bringt mich ein Bus. Soll zumindest. Problem dabei: Der Fahrkartenschalter hat noch nicht offen und der Busfahrer nimmt nur Bargeld an. Das ist ein Dilemma in Neuseeland: Einige Orte (z.B. das Thermal Wonderland, in dem wir waren) akzeptieren nur Kartenzahlung, andere Orte nur Barzahlung. Keine Kreditkarte zu nehmen, ist bei einem Bus zum Flughafen schon irgendwie seltsam.

Woher also nun am letzten Tag noch Bargeld kriegen? Der Busfahrer und ein Fahrgast bieten an, mir die Karte zu schenken. Ich gebe dem Busfahrer 5 Euro, das sollte etwa hinkommen.


Gerade ist Sommer in der Antarktis. Das Sturmerlebnis fegt daher nur mit 8° minus (statt 18° minus) durch das Antarktis-Zentrum. Das ist sogar relativ erträglich.

Schnee-und-Eis-Erlebnis im Antarktis-Zentrum
Sturmerlebnis im Antarktis-Zentrum

Das Antarktis-Zentrum ist eine Abfolge von Aktionen, die aber oft nicht permanent laufen. Man bekommt beim Kauf der Eintrittskarte eine Karte des Zentrums (sogar auf Deutsch), auf der empfohlene Zeiten eingetragen werden. Die Abfahrtszeit mit dem Hägglund ist hingegen verbindlich.

Hägglund
Im Hägglund darf vorne nur mitfahren, wer mindestens 1,20 groß ist. Also raus mit dir, Mädchen!
Innenraum eines Hägglunds
Im Hägglund – die Ohrschützer hängen da aus gutem Grund, das Teil ist nämlich abartig laut, da sich der mitten im Fahrzeug befindet, was ihn wohl weniger anfällig macht und die Kabine wärmt

Die Teststrecke soll die Fähigkeiten des Gefährts zeigen. Es kann 55 km/h auf Land und 3 km/h im Wasser fahren. Hier wird nur auf Land gefahren und das auch nur mit 20 km/h. Es kann 45° hoch/runter fahren (perfekt für die Baldwin St) und 31° seitlich geneigt werden, ohne umzukippen. So kann den Hägglund eigentlich nichts mehr aufhalten. Wie gesagt, eigentlich:

Kaninchen auf der Hägglund-Teststrecke
Kaninchen auf der Hägglund-Teststrecke

Wir fahren an einem Gebäude vorbei, das Antarktis-Ausrüstung im Wert von 10 Millionen Dollar enthält, wovon den Neuseeländern 1 Million gehören, der Rest den Amerikaner. Die Antarctica wird von diesen beiden und den Italienern genutzt. So viele Klamotten in einem Gebäude, Frauen sind dort vermutlich an der Leine zu führen.

Ab 9:30 kann man Huskys streicheln. Das geht tatsächlich durchgehend.

Husky
„Max“

Um 10:30 ist Pinguinfütterung. Sie halten hier Zwergpinguine (beide Unterarten), die verletzt sind und daher in Freiheit nicht überleben könnten. Das Fotografieren ohne Blitz ist hier auch während der Fütterung erlaubt. Nebenan kann man in die Höhlen der Pinguine schauen. Auch das darf man ohne Blitz fotografieren, wegen der zwei teils verkratzten Glasscheiben lasse ich das lieber.

Pinguin schüttelt sich
Pinguin schüttelt Wasser ab – das ist übrigens ein Männchen, denn er hat seine Markierung links
Pinguin im Fisch im Schnabel
Und das hier ist demnach ein Weibchen

Anschließend kommt um 11 Uhr ein Film im 4D-Kino. Eigentlich kommen zwei. 4D-Kino heißt 3D-Kino mit physischen Effekten wie Wind, Wasser, Schnee und Seifenblasen. Ich vermute, dass einige Effekte nur in kurzer Hose funktionieren.

Letzter Programmpunkt ist die Antarktis-Ausstellung.

Antarktis-Ausstellung
Antarktis-Ausstellung

Dort wird beispielsweise der Antarktisvertrag thematisiert. Die Ossis sind bereits 1974 und damit 5 Jahre vor der Bundesrepubik beigetreten. Vermutlich sind sie davon ausgegangen, dass so weit südlich doch sicherlich Bananen wachsen. Hätte es in der DDR keine Zensur gegeben, hätten sie damals einfach bei Wikipedia nachlesen können, dass in der Antarktis keine Bananen wachsen. Selbstgemachtes Leid.

Deutschland steht prinzipiell ein Teil der Antarktis zu, der Neuschwabenland heißt und der teils illegal von Norwegen als Königin-Maud-Land besetzt wird. Die Bundesregierung zeigt jedoch kein Interesse an einer offiziellen Zuteilung, betreibt aber die Georg-von-Neumayer-Station III.

Jetzt aber raus hier, gleich geht mein Transfer zum Orana-Tierpark. Nach dem Ausgang kommt man zum Shop des Museums. Aber warum verkaufen sie da Plüsch-Eisbären ... und -Schafe?


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Neuseeland Abend 23: Kaikoura, Christchurch – Ich mag Züge

Mit dem Touristenzug durch Neuseeland

geschrieben von Janni Sonntag, 16. Februar 2020 um 10:53 Uhr

Dies ist der 500. Post in meinem Blog (nicht alle sind noch sichtbar). Gratulation an mich selbst. Oder an mein Blog.


Die Schaffnerin spricht mich mit meinem Vornamen an und gibt mir mein Ticket (ich hatte die Fahrt übers Internet gebucht, wo es keine Tickets gab). Ich bin nämlich der letzte, der ankommt. 10 Minuten vor Abfahrt. Wie mir dann erst beim Blick auf die Buchungsbestätigung auffällt, hätte ich aber 20 Minuten vorher da sein sollen. 20 Minuten vor Abfahrt da sein? In Deutschland wären da schon zwei weitere Züge in dieselbe Richtung gefahren. Dies ist aber wie schon im Post zu heute Vormittag gesagt der einzige Zug von Kaikoura nach Christchurch, und selbst der fährt nur jetzt im Sommer.

Wir fahren trotzdem leicht überpünktlich ab. Christchurch sollen wir in 3:10 Stunden erreichen.

Dass der Zug nur touristisch genutzt wird, zeigt sich an einigen Eigenschaften. So bekommen alle auf Wunsch einen kostenlosen Kopfhörer für den Audiokommentar, der an einigen Stellen abgespielt wird. Es gibt vier Kanäle, auf Kanal 1 ist Englisch (mit ständigen Aussetzern, die nicht am Kopfhörer liegen), auf Kanal 3 ist irgendwas asiatisches, auf Kanal 2 und 4 höre ich nichts. Höchstwahrscheinlich ist da der Audiokanal für Gebärdensprache.

Die Neuseeländische Gebärdensprache ist neben Maori eine der beiden Amtssprachen Neuseelands. Englisch hat wie schon in einem anderen Post erwähnt keinen offiziellen Status, außer dass ausschießlich auf Englisch eine Eigenbezeichnung des Landes existiert (New Zealand). Es gibt keine offizielle Eigenbezeichnung des Landes auf Maori.

Wenn man 100 Leute nach einem Land mit Englisch als Amtssprache würde das vielleicht eine Person hinkriegen, denn auch in den USA und dem Vereinigten Königreich ist Englisch nicht Amtssprache. Das ist übrigens auch ein klassisches Totschlagargument für die Muhlenberg-Legende, bei der der namensgebende deutsche Einwanderer bei einer Abstimmung für die Amtssprache der USA die entscheidende eine Stimme für Englisch abgegeben haben soll – es gibt nämlich keine Amtssprache in der USA auf Bundesebene.

Länder mit Deutsch als Amtssprache sind aber in anderen Eigenschaften nicht besser: Belgien hat keine Nationalhymne und die Schweiz keine Hauptstadt.

Ich benutze lieber meine eigenen Kopfhörer. „Werden die wiederverwendet?“ fragt die englische Frau neben mir die Schaffnerin, als die benutzten Kopfhörer der ausgestiegenen Leute eingesammelt werden. „Nein“, sagt die Schaffnerin. Und genau deshalb habe ich immer meine eigenen dabei. Das ist doch Wahnsinn.

Gegend bei Cheviot
Landschaftsaufnahme, wohl in der Gegend um Cheviot

Der Zug hat noch eine Besonderheit: Es gibt einen Wagen, der keine Fensterscheiben hat. So kann man besser fotografieren – und Dieselabgase der beiden Loks einatmen. Deppenzepter sind übrigens verboten.

Schafe flüchten
„Der Zug kommt! Flieht ihr Narren!“

Es gibt auch ein Zugbistro. Das ist im Prinzip das Convenience-Frischeregal aus dem Supermarkt mit Aufwärm-Service. Das erklärt die moderaten Preise. Aber man kann nur mit Kreditkarte zahlen, wenn das Gerät Netz hat. Und das ist hier draußen natürlich ein Problem.

Also muss ich zum Supermarkt gehen, wenn wir in Christchurch sind. Das ist übrigens gut eine Viertelstunde zu früh.

Coastal-Pacific-Zug im Bahnhof Christchurch
Zug im Bahnhof Christchurch, Loks bereits abgespannt (Türen öffnen sich erst, wenn die Loks abgekoppelt sind)

Ich gehe zum Pak'n Save, in der Hoffnung, noch eine der Mehrweg-Taschen mit Kiwi-Motiven zu bekommen. Leider gibt es die genau wie bei der Filiale bei unserem Hotel nicht. Dafür gibt es aber den Original Schoko-Milchdrink von Lewis Road Creamery, den uns Vera empfohlen hat, aber überall in dieser Sorte ausverkauft ist. Ich kaufe die letzte Flasche. Das Zeug schmeckt ganz OK, ist ähnlich der deutschen Müllermilch, nur nicht ganz so gut und viel teurer.

Auf dem Weg zum Hotel schaue ich noch kurz im botanischen Garten vorbei, der eigentlich gerade schließt. Auf dem Weg muss ich aufpassen, denn obwohl Sonnenuntergang schon durch ist, fährt die Mehrheit der Autos ohne Licht. Tunesier werden neidisch. Ich gehöre in Deutschland zu den letzten 5% der Leute, die abends Licht anmachen – und in Neuseeland zu den ersten 5%.

Treppe mitten in einem Teich
Karriereleiter für Kanadagänse

Nachdem ich einen noch nicht verschlossenen Ausgang aus dem botanischen Garten gefunden habe – es laufen noch viele Leute herum, obwohl einige Ausgänge schon verschlossen sind –, gehe ich ins Hotel.

Eine Frau posiert nachts vor der Bridge of Remembrance
Die Bridge of Remembrance trennt die Cashel St für den Autoverkehr in zwei Teile – und die Frau wollte unbedingt auf das Foto – sie wollte wohl mit mir meinen 500. Blogpost feiern...


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Neuseeland Nachmittag 23: Kaikoura – Nausealand hoch 2

Ich mache eine Bootsfahrt mit dem Albatross Encounter – und sehr viele Fotos

geschrieben von Janni Sonntag, 16. Februar 2020 um 09:20 Uhr

Ich erreiche Kaikoura Encounter fünf Minuten später als sie wollten, aber immer noch 10 Minuten vor Tour-Start. In dieser Zeit vorm Start der Tour wollen sie ein paar Sachen klären. In meinem Fall, ob ich was gegen Seekrankheit nehmen möchte. Nachdem das Kajakfahren heute ausgefallen ist, war ja schon zu erwarten, dass die See nicht ganz ohne sein wird. Ich bekomme zwei pflanzliche Ingwer-Tabletten, weil die chemischen schläfrig machen sollen, für 1 NZD.

Dann geht es los. Unser wortkarger Skipper Gary bringt uns zwölf Gäste (fast nur Deutsche und ein paar Engländer, allgemein begegne ich seit Wellington extrem vielen Deutschen, ähnlich wie in ganz Australian) zur Bootsrampe im Süden der Kaikoura-Halbinsel. Also im Prinzip dorthin, von wo ich gerade 5 Kilomter in 45 Minuten hergelaufen bin.

Das Boot wird wie die Abel-Tasman-Wassertaxis mit einem Anhänger an einem Traktor zu Wasser gelassen. Wir fahren ein kurzes Stück und werden dann ein Plastiknetz aus, in dem sich Fischleber befindet. Dies lockt allerhand Seevögel an – und einen (recht kleinen?) Blauhai, einen der für Menschen gefährlichsten Haie.

Hall-Sturmvogel „käuft“ auf dem Wasser
Hall-Sturmvögel sehen sehr lustig aus, wenn sie sich auf dem Wasser schnell bewegen wollen, weil es dann aussieht, als würden sie auf dem Wasser laufen
Thalassarche-Albatros
Thalassarche-Albatros

Unter den deutschen Gästen kommt gewisse Verwirrung auf, weil der Skipper sagt, dass noch keine Albatrosse da seien. Das liegt daran, dass auf Englisch nur die großen Albatrosse wie der Wanderalbatros so genannt werden, die kleineren (Weißkappen- und Salvin-Albatross) heißen auf Englisch mollymawks.

Wanderalbatros schreit
Der Wanderalbatros möchte nicht mit den Sturmvögeln teilen
Blauhai und Wanderalbatros
Der Blauhai interessiert sich weder für den Köder (an den er auch nicht ran käme) noch für die Vögel, die ihn auch nicht groß beachten
Zwei Wanderalbatrosse im Kampf
Auch untereinander teilen Wanderalbatrosse ungern
Wanderalbatross und Hall-Sturmvögel beim Fressen
Trotzdem sind läuft es zeitweise recht geordnet ab
Thalassarche-Albatros
Thalassarche-Albatros
Wanderalbatros mit nicht ganz ausgestreckten Flügeln
Wanderalbatrosse können bis zu 3,5 Metern Spannweite haben
Hall-Sturmvogel
Hall-Sturmvogel

Wir fahren ein Stück weiter, wo das Wasser erheblich tiefer ist.

Wanderalbatros im Flug
Viele Vögel wie dieser Wanderalbatros folgen uns

Während die Vögel die restliche Fischleber fressen, gelingen mir aber kaum weitere gute Bilder.

Kapsturmvogel blickt auf leeren Köderbehälter
Die Kapsturmvögel schauen erst zu (vermutlich, da sie nur möwengroß sind) und kommen erst zu unserem Köder, als alles weg ist

Als unser Köder leer ist, fahren wir an der Küste zurück. Auf Panau Island können dabei diejenigen, die noch keine Seebären und deren Junge gesehen haben, dies nachholen. Die 1 NZD für die Ingwertabletten haben sich auf jeden Fall gelohnt, da mir übel ist und es ohne wohl wesentlich schlimmer gewesen wäre.

Insgesamt sehen wir laut Aufzeichnungen des Skippers:

Ich lasse mich zum Ende des Halbinselrundwegs respektive der Seebärenkolonie bringen, wo ich bisher noch nicht war (dieser Ort ist sehr nah an dem Ort, wo wir das Wasser verlassen), weil ich in zwei Stunden einmal rum und zum Bahnhof laufen will.

Elsterscharben auf einem Felsen
Elsterscharben auf einem Felsen im Watt – ich nenne sie „Pinguine für Arme“, da sie aus einiger Entfernung leicht mit einem Pinguin verwechselt werden kann
Elsterscharbe breitet die Flügel zum Trocknen aus
Das Gefieder der Scharben ist nicht wasserfest, weshalb sie zum Trocknen ihre Flügel ausbreiten

Da die Halbinsel jedoch sehr viele Landzungen hat, klappt das nicht und ich muss umkehren, um den Zug noch zu erreichen.


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Neuseeland Vormittag 23: Christchurch, Cheviot, Kaikōura – Ich Seebär was, was ihr nicht seht

Ein ganzer Tag nur mit Empfehlungen von Leuten für mich – ob das interessant wird?

geschrieben von Janni Sonnabend, 15. Februar 2020 um 11:49 Uhr

Frühstück im Hotel. Es schient mir irgendwie, als sei das bei der Planung des Hotels nicht so ganz mit bedacht worden. Sachen stehen überall verstreut. Auch bei der Frühstückszeit scheint man sich noch nicht sicher zu sein. Es finden sich Angaben von 6 oder 6:30, als ich um 6:29 zum Büffet streite, gibt es zumindest einen Hinweis, dass das Büffet noch nicht geöffnet sei. Frühstück ist na ja geht so, an das Frühstück des Auckland City kommt es nicht ran. Aber ’nem von Shoop quasi geschenkten Gaul schaue ich nicht ins Maul.


Heute ist der Tag der Empfehlungen. Mir haben drei Leute was empfohlen:

Und das kommt alles an einem einzigen Tag.

Hin nach Kaikoura fahre ich – aus Gründen der Ankunftszeit und weil der Abfahrtsort ganz in der Nähe des Hotels ist – mit dem Bus. Das kostet 40 NZD, der Zug hätte 101 NZD gekostet. Beide Transportmittel haben undurchschaubare Buchungsgebühren, die da mit eingerechnet sind. In Deutschland würde das nicht gehen, aber Neuseeland hat eine freie statt soziale Marktwirtschaft, hier macht jeder, was er will.

Von den Fahrzeit gibt sich das nichts, beide Verkehrsmittel brauchen jeweils rund 2:50 Stunden (Plan) bzw. 2:40 Stunden (tatsächlich) zwischen Christchurch und Kaikoura. 1067mm-Schmalspurbahn, nicht elektifiziert, eingleisig, maximal 90 km/h (meist deutlich weniger), 1 Zugpaar am Tag, das sagt alles. Wie schon in Dunedin eine Beleidigung jedes deutschen Dorfbahnhofs. Der Haltepunkt Kirchlinteln-Ort, der jetzt endlich gebaut wird, wird täglich von 16 (So) bis 22 (Fr) Zügen angefahren werden.

Was bei Busfahrten öfter auffällt: Der Busfahrer kündigt einen Toilettenstop für „gleich“ an. Dieser findet erst nach geraumer Zeit in Cheviot statt, heute gut 65 Minuten nach Ankündigung. In diesem Bus sind die vorderen drei Reihen mit nur drei Stühlen pro Reihe bestuhlt und für alleinreisende Kinder und Leute mit Gold-Tarif-Ticket reserviert. Aus letzterem Grund sind auch alle Busfahren bei InterCity doppelt gelistet, einmal für die Standardklasse und einmal für die Goldklasse.

Prinzipiell gibt es bei der Busfahrt aber nicht wirklich was zu meckern.


Ich gehe am Kiesstrand entlang Richtung Seehundkolonie. Hier gibt es Australspornpieper, Weißwangenreiher, Neuseeländische Austernfischer, Dominikanermöwen, Rotschnabelmöwen, Kräuselscharben und Tüpfelscharben. Bis auf den sehr unscheinbaren Australspornpieper waren sie alle schon mal im Blog zu finden, aber vom Weißwangenreiher verlingt mir ein besseres Bild:

Weißwangenreiher
Weißwangenreiher

Langsam aber sicher erreiche ich nach anderthalb Stunden Rumirren und Fotografieren die Seebären-Kolonie von Kaikoura.

Achtung: Seebären!
Achtung: Seebären!

Die Seebären leben in einer Kolonie an der Küste der Kaikoura-Halbinsel. Wenn man auf dem oberen Rundweg läuft (der übrigens entgegen Google Maps wirklich ein Rundweg ist), kann man schöne Fotos machen:

Bucht an der Kaikoura-Halbinsel nahe der Seebären-Kolonie
Bucht an der Kaikoura-Halbinsel nahe der Seebären-Kolonie (HDR-Bild)

Einziges Problem in dem Fall: Die Seebären sind unten. Also versuche ich, einen steilen Hang mit viel Schotter runterzugehen. Ich hab die Baldwin St in Dunedin überlebt, also wird das doch auch gehen, oder? Denkste. Ich falle auf meinen Hintern, schlage mir den rechten Ellenbogen auf und rutsche den gesamten Hang runter. Zwei Amerikaner, die ich dabei passiere, bitten mich, am Ende des Hangs, wo noch etwas Vegetation ist, für sie nachzusehen, ob man da überhaupt durchkommt. Kommt man. Sage ich ihnen auch, auch wenn sie mir mit ihrer Faulheit eigentlich mal den Puckel runterrutschen könnten.

Hang nahe der Seebären-Kolonie von Kaikoura
Hang nahe der Seebären-Kolonie von Kaikoura

Das ist aber gleich wieder vergessen, denn unten kann man Seehundbabys beim Spielen beobachten. Keine drei Meter entfernt.

Babys des Neuseeländischen Seebären beim Spielen
Babys des Neuseeländischen Seebären beim Spielen
Babys des Neuseeländischen Seebären beim Spielen
Spontaner Hunger auf Neuseeländischen Seebären?

Jetzt aber schnell zum Albatross Encounter. Das wird nämlich ganz schön knapp...


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