Nachrichten vor Ort Erstmal zu Penny

Und WO ist eigentlich der Stromkasten, mit dem Sie immer Probleme haben?

geschrieben von Janni Sonntag, 14. Juli 2019 um 12:04 Uhr

Es passiert ja selten was in Kirchlinteln. Letztes Jahr war das Highlight, dass auf meinem Weg zur Arbeit wochenlang ein dunkler Kombi mit plattem Vorderreifen und ohne Nummernschild und Seitenspiegel rumstand. Vor 12 Jahren gab jedoch ein ungewöhnlicher Unfall den Anstoß zu diesem Blog: Mitte August 2007 raste ein Mann im Suff zuerst in die Hecke direkt gegenüber von unserem Haus, anschließend durch den Ort und landete später in einem Maisfeld. Der Blogpost war nie öffentlich, warum weiß ich auch nicht. Ich muss mal gucken, ob ich ihn wiederhergestellt kriege.

Auf jeden Fall gab es gestern dann wieder einen Unfall, diesmal mit zwei Autos. Ein Auto fuhr etwa um Ladenschluss herum in die Fensterfront des Penny-Marktes, das andere nietete eine Stromlaterne und einen Stromverteilerkasten restlos um. Die Fassade des Penny-Marktes hielt stand, der Stromverteilerkasten nicht und so hatte der Penny halt Glück in doppeltem Unglück: Niemand im Penny wurde verletzt, da die Kasse an der Fensterfront nicht genutzt wird, dafür ist das Gebäude aber beschädigt und der Strom ist ausgefallen. Meine Gedanken sind ganz bei der Eissorte „Rios Waffenhörnchen Salted Caramel“, denn das ist wirklich lecker.

Penny-Markt mit eingedrückter Fensterfront. Neben dem an der Seite angebrachten Plakat liegt eine Straßenlaterne.
Bei „Ihr schönster Urlaubstag“ hat wohl jemand gleich an den Penny-Markt gedacht.
Man beachte die Stromlaterne unter dem Plakat. Der Laden wird von einem Sicherheitsdienst aus Kiel bewacht...
Durchbrochene Fensterfront, im Hintergrund reparieren die Stadtwerke den Stromverteilerkasten.
...wohl falls jemand durch dieses Loch kriechen möchte.
Die Stadtwerke reparieren zum Zeitpunkt der Aufnahme um kurz nach 11 gerade den Stromkasten. Der Penny-Markt hat aber schon wieder Strom. Die größte Bedrohnung für „Rios Waffenhörnchen Salted Caramel“ heißt somit wieder Janni.

Die beiden beteiligten Autofahrer wurden mittel bis schwer verletzt. Zur Unfallursache gibt es noch keine Angaben. Anwohner sprechen von einem illegalen Autorennen, was vor allem um 21 Uhr eher so semi-sinnvoll ist. Auf dem Bericht von NonstopNews aus Delmenhorst steht etwas von einem frontalen Zusammenstoß.


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Vermischtes Breminale-Wochenende 2019

Wie war die Breminale 2019 und stehe ich jetzt wirklich auf die Musik von Pietro Lombardi?

geschrieben von Janni Mittwoch, 10. Juli 2019 um 22:44 Uhr

(Alle Bilder in diesem Post sind Freihandfotos.)

Anfang Juli. Open-Air-Saison. Und wieder Zeit für die Breminale. Durch die „Willst du bei uns schlafen?“-Aktion kann man als Einwohner der Bremer Metropolregion auch wieder günstig in Bremen übernachten.

Anders als letztes Jahr ist das Wetter dieses Jahr eher schlecht. Auch schlecht: Auf dem Hinweg verliere ich erst mal meine Kreditkarte. Also erstmal sperren lassen. Anrufe ins Festnetz sind im Hotel kostenlos – kostenlose Nummern kosten hingegen Geld.

Breminale-Freitag

Mich faszinieren drei Dinge:

neuland::: dots

Leute spielen gegeneinander Tetris auf einem großen Flip-Dot-Display
neuland::: dots [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/30 s (EV-0,7), ISO 400]

Informatiker machen Informatiker-Sachen. Zum Beispiel mehrere Flip-Dot-Displays zusammenschalten um darauf Tetris zu spielen. Und um Nachwuchs zu rekrutieren. Nein, liebe Kollegen, keine Sorge, Janni wandert nicht ab. Janni kann nicht ausreichend gut Java und Janni hat auch keine Lust auf Java.

Durch die zusammengeschalteten Displays kommt der 84-Zoll-Bildschirm auf eine Auflösung von 112×84 Pixel, also 9408 bistabile Elemente. Um ein neues Bild aus den 2 „Farben“ schwarz oder weiß darzustellen, was 10 Mal pro Sekunden sinnvoll möglich ist, werden Spitzenlasten von 600 Watt benötigt, anschließend bleibt das Bild auch ohne Strom erhalten.

Um möglichst effektiv zu arbeiten, hat man zunächst einen Simulator geschrieben, sodass das Spiel in JavaScript programmiert werden konnte. Später wurde eine Art Treiber für die echte Anzeige geschreiben, der genau wie der Simulator verwendet wird. So konnte sich ein Team um das Spiel und das andere um die Hardware kümmern.

Ich überlege, was man da außer Tetris noch machen könnte: Snake, Bomberman, Pac-Man, Space Invaders, Vier gewinnt, Pong, Lode Runner, Sokoban, Rush Hour...

Ich belausche die Gespräche in der Nähe: Auffällig ist, dass viele Typen, die jünger sind als ich, Tetris nicht kennen. Dafür aber deren Freundinnen, die empört über diese Wissenslücke sind.

Flut-Wiesen: Russendisko

Eine Discokugel wird aus der Entfernung von einem Scheinwerfer angestrahlt und breitet interessante Strahlen aus
Flut-Wiesen mit Chai Kowski [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/60 s (EV-0,7), ISO 200]

Auf der Wiesen-Bühne von Flut (es gibt auch ein Zelt von Breminale-typisches Zirkuszelt, das zusammen mit Cosmo (auch Bremen Drei oder Funkhaus Europa genannt) betrieben wird) legt ein russischer DJ russische elektronische Tanzmusik auf. Die Stimmung ist gut. Oder kommt das daher, dass alle schon den einen oder anderen Wodka-Energy intus haben?

Pappinale

Alexis On Fire
Pappinale-Bühne mit Alexis On Fire [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/15 s (EV-0,7), ISO 400]

Papp übernimmt die Rolle vom Wohnzimmer, das dieses Jahr nicht dabei ist: Am Abend gibt spielen unbekannte Bands (ich kenne vom gesamten Lineup der Breminale nur eine einzige Band, dazu später noch), nachts legt ein DJ Mainstream-Musik auf. Die Menge gröhlt mit zu Songs wie Wrecking Ball von Miley Cyrus, Telephone von Lady GaGa und Beyoncé oder Wonderwall von Oasis. Da bin ich auch meist sehr textsicher.


botanika

Heute bin ich ein botanika. So heißt ein Science Center im Rhododendron-Park von Bremen, das in einem riesigen Glashaus die Klimazonen Asiens simuliert. Außerdem halten sie Kois, Goldfische, Gibbons (das sind Affen), Chamäleons, Frösche und ein paar Vögel.

Schmetterlingshaus (Mende-Haus)

Schmetterling an einer Schale mit Apfelstücken
Schmetterling an Apfelscheibe [Tamron 28–75mm F2,8 @ 75mm F2,8, 1/60 s, ISO 400]
Schmetterling auf Pflanze
Schmetterling [Tamron 28–75mm F2,8 @ 47mm F2,8 (EV-1,0), 1/80 s, ISO 100]

Notiz an mich selbst: Makroobjektiv kaufen.

Hauptbereich (Asiatische Landschaften)

Im Hauptbereich gibt es einen Käfig mit Mittelbeos (eine Art der Stare, die aber Papageien ähneln). Die sollen sprachbegabt sein, aber heute geben sie nicht einen Ton von sich. Meine Versuche, ihnen „Moin“ beizubringen, scheitern somit kläglich.

Im Hauptbereich verwändert sich das Wetter alle paar Minuten. Man bildet aber nicht nur die klimatischen und botanischen Begebenheiten der Regionen ab, sondern auch die kulturellen. So gibt es eine Steinsäule in Form ein Phallus, die im Sanskrit Lingam heißt und den Gott Shiva verehrt. Die Aufgabe, Kindern zu erklären, was ein Phallus ist, obliegt hingegen den Eltern.

Roter Hornträger-Schädel
Schädel [Tamron 28–75mm F2,8 @ 28mm F2,8 (EV-1,0), 1/80 s, ISO 100]

Wenn es regnet, kann man in einem asiatischen Pavillon einen Tee kochen. Den Tee sucht man sich beim Kauf der Eintrittskarte aus. Ich habe „Wild Berries“ genommen.

Entdeckerzentrum

Das Entdeckerzentrum richtet sich an Kinder. Man kann sich z.B. in einen Sessel in Form der Blüte einer fleischfressenden Pflanze setzen. Dann werden Schmatz-Geräusche abgespielt.

Chamäleon
Chamäleon [Tamron 28–75mm F2,8 @ 75mm F2,8 (EV-0,7), 1/80 s, ISO 100]

Auf dem Rückweg zum Hotel regnet es sehr. Ich brauche eine knappe halbe Stunde mit dem offiziellen Breminale-Verkehrsmittel (Fahrrad) und bin entsprechend nass.

Breminale-Sonnabend

Nachdem meine Sachen wieder einigermaßen trocken sind, fahre ich zur Breminale. Die ist hingegen alles andere als trocken.

Buden und Bühne der Pappinale stehen in der Weser
Große Teile der Breminale wie hier die Pappinale sind abgesoffen. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/500 s, ISO 100]
Banner mit der Aufschrift „Alles im Fluss – Flut“
Motto ist Programm: Bei Flut ist (fast) alles von der Breminale im Fluss (Handyfoto)
Verkäufer haben sich auf das Dach des Verkaufswagens von fritz-kola gerettet
Die Leute vom fritz-kola-Stand konnten sich noch aufs Dach ihres Wagens retten. (Ausschnitt) [Noname 85mm F1,8 @ F3,0, 1/500 s, ISO 100]

Ich fahre mir ein Eis kaufen. Als ich wiederkomme ist die Breminale wieder trocken. Vor allem die kleineren Stände haben noch keinen Strom wieder.

Mann an alter Nähmaschine
PMA Machine hat eine Nähmaschine mit Fußantrieb. Wie praktisch. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F4,5, 1/50 s (EV-0,3), ISO 400]
Provisorisches Holzhaus in Zeltform auf der Kinderbreminale
Holzhaus. Wurde von Mittwoch bis heute gebaut. Ich frage den Erbauer, ob sie nicht in Berlin einen Flughafen bauen wollen. Allerdings können auch sie nicht für den Brandschutz garantieren. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F4,5, 1/250 s (EV-1,0), ISO 100]

Gestört aber GeiL

Die einzige Band, deren Namen ich schon mal gehört habe, ist Gestört aber GeiL, die heute Abend im Bremen-Vier-Zelt auflegen. Durch das Hochwasser mit einer halben Stunde Verspätung.

Gestört aber GeiL im Bremen-Vier-Zelt
Gestört aber GeiL [Noname 85mm F1,8 @ F1,8, 1/30 s, ISO 400]

Irgendwie sind diverse Partysongs der letzten Jahre an mir vorbeigegangen und so gestehe ich nicht, wie der Rest bei Song wie dem hier so textsicher sein kann:

Señorita, sei meine Adriana Lima
Du machst süchtig, so wie FIFA
Wir treffen uns auf Moloko und Shisha
Viva la vida loca, mamacita
Ich buch uns mit der VISA
Direkt ein’n Flug nach Costa Rica

Shazam ist auch keine Hilfe, aber später finde ich den Song, von dem ich jetzt einen Ohrwurm habe, auf Wikipedia: Kay One und Pietro Lombardi mit Señorita. Hätte ich das mitgesungen, wäre das aber auch gelogen, denn meine VISA ist ja seit gestern gesperrt.

Bei der Zugabe mit Pocahontas (AnnenMayKantereit) und Cordula Grün (Josh.) rastet die Menge dann aber endgültig aus.

Meta: Sitzgelegenheiten für die Breminale

Die Deichbremse ist ein äußerst flacher Stuhl ohne Lehne. Damit soll man auf Deichen unabhängig von der Schräge bequem sitzen können. Für die wenigen Anwendungsgelegenheiten ist das Teil mit 59 Euro aber recht teuer.

Leute sitzen in einem grün beleuchteten Bereich auf so genannten Deichbremsen auf dem Osterdeich
Alles im grünen Bereich: Leute beim Probesitzen auf der Deichbremse. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/6 s (EV-0,7), ISO 400]

Alternativ stellt man sich einfach ein altes Sofa auf den Deich. Das ist günstig und erlaubt eine bequemes Musikhören.

Leute auf einem Sofa beobachten Vielgut & Ganz auf der Pappinale-Bühne
Leute auf einem Sofa beobachten Vielgut & Ganz auf der Pappinale-Bühne [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/4 s (EV-0,3), ISO 400]

Mir ist aber schon klar, warum Sofas auf diversen Festivals verboten worden: Die Dinger entsorgen sich bisweilen nicht von selbst. Bei einer kostenlosen Veranstaltung kann man möglicherweise aber auch nicht kontrollieren, wer da nachts einmal mal ein Sofa auf den Deich.


Bürgerpark

Lachmöwe
Lachmöwe [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 200]
Haubentaucher auf dem See vorm Parkhotel
Haubentaucher [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 200]
Kopf eines Stockentenweibchen
Sieht aus wie eine Ente, läuft wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente, quakt wie eine Ente: Das ist eine Ente. [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 125]
Stockentenküken
Stockentchen [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 400mm F5,6, 1/400 s (EV-0,3), ISO 320]
Zaunkönig
Zaunkönig [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/30 s (EV-0,3), ISO 400]

Tiergehege im Bürgerpark

Zwei Ferkel liegen neben einem Elterntier
Ferkel des Bunten Bentheimer Schweins [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/320 s (EV-0,7), ISO 400]
Teichhuhn in einem Schweinetrog
Die Unaufmerksamkeit der Schweine nutzt diese Teichralle, um den Futtertrog zu plündern [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/160 s (EV-0,3), ISO 400]
Sikahirschkuh
Sika [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 200mm F5,0, 1/160 s (EV-0,3), ISO 125]
Blauer Pfau [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 800]
Junge Hausziege
Junge Hausziege [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 400mm F5,6, 1/1600 s (EV-0,3), ISO 800]
Zwergesel
Zwergesel sucht Zwerghund, Zwergkatze und Zwerghahn zum gemeinsamen Musizieren (Kleinkunst) [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 400mm F5,6, 1/500 s (EV-0,3), ISO 800]

Rhododendronpark

Nilgans
Nilgans [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/80 s (EV-0,7), ISO 400]

Park am Stadtgraben

Auf dem Weg zurück zum Hotel, wo ich schon mal meinen Rucksack abholen möchte, sehe ich eine Wiese voller Tauben recht unterschiedlicher Farben.

Taube in Imponierhaltung
Kriegt da so’n Hals: Stadttaube [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/250 s, ISO 400]

In der Nähe fallen mir zwei Nagetiere auf: Neben einer Ratte gibt es ein junges Eichhörnchen, das Stockenten ärgert.

Ein Eichhörnchen lauert Stockenten auf
Auf der Lauer [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/125 s, ISO 400]
Junges Eichhörnchen
Junges Eichhörnchen [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/40 s, ISO 400]

Breminale-Sonntag

Unterdessen säuft die Breminale mal wieder ab.

Zeichen 112 (Unebene Fahrbahn), wobei die Hügel um Nippel und die Aufschrift „VORSICHT BRÜSTE“ ergänzt wurden
Brüste sind da noch das kleinste Problem (okay, das hängt von der Größe ab), vor dem Vorsicht geboten ist.
Bierzeltgarnitur steht in der Weser, links eine hölzerne zweidimensionale Kuh-Figur
Die Breminale ist nicht mehr trockenen Fußes, dafür aber bequem per Ruderboot zu erreichen. Das links im Bild ist also vermutlich eine Seekuh. [Noname 85mm F1,8 @ F3,0, 1/1250 s (EV-0,3), ISO 100]
Pavillon mit Sofas steht unter Wasser
Als diese Leute wegen des Satzes „Wohnzimmer mit Flussblick“ in der Anzeige zugeschlagen haben, hatten sie sich sicher etwas Anderes vorgestellt (Handyfoto)

Der Live-Auftritt von Skalinka auf der Pappinale-Bühne fällt so wortwörtlich komplett ins Wasser. Und bis hier Strom ist, wird wohl noch eine bis anderthalb Stunden vergehen, meinen die Leute von der Pappinale. Dann wollen sie noch ein paar Hits spielen, bis um 22 Uhr pünktlich Schluss ist. Ich empfehle, An der Nordseeküste von Klaus & Klaus aufzulegen. Oder The Tide is High von Atomic Kitten. Da es aber schon kurz vor 20 Uhr ist, fahre ich nach Hause, da ich keine Lust habe, für eine halbe Stunde Musik jetzt anderthalb Stunden zu warten.


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Vermischtes Unterwegs mit dem Tamron SP AF 150–600mm 5,0-6,3 Di VC USD G2

Verschiedene Naturfotos von einem Tag mit dem genannten Supertelezoomobjektiv

geschrieben von Janni Montag, 1. Juli 2019 um 20:44 Uhr

Ich habe mir MItte Juni ein Tamron SP AF 150–600mm 5,0–6,3 Di VC USD G2 gekauft. Von Sigma und Tamron gibt es jeweils zwei Supertelezooms dieser Brennweite. Die jeweils günstigsten Varianten (Tamrons erste Generation und Sigmas Contemporary) gefielen mir beim Austesten auf Messen nicht so gut. Das Tamron schwächelte am langen Ende, das Sigma am kurzen. Die Autofokus-Genauigkeit überzeugte mich auch nicht. Sigmas deutlich schwerere und fast doppelt so teure Sports-Version sagte mir aus diesen Gründen nicht so zu, ebenso die 60–600mm von Sigma. Deshalb wurde es von Tamron die zweite Generation, die kaum teurer und schwerer als die erste ist, aber bessere Bildqualität liefert und eine niedrigere Naheinstellgrenze von Konstant 2,2 Metern hat (andere vier Modelle 2,6 oder 2,7 Meter). Ein weiterer Grund für Tamron: Die Drehrichtung entspricht der meiner anderen beiden Zoomobjektive. Ich besitze die Canon-EF-Version und benutze den Sigma MC-11, laut Aufdruck „nur für ausgewählte Sigma-Objektive“ gedacht (Leben am Limit!), für meine Sony-FE-Kamera, da der Billigadapter von Andoer bei den Supertelezooms praktisch keinen Autofokus leistet. Die Sony-A-Version hat keinen Bildstabilisator und die Adapter sind teuer. SLR-Objektive adaptiere ich auch grundsätzlich von Canon EF.

Das Objektiv hat mich bei einem deutschen Fachhändler 881,10 gekostet, der Adapter bei einem amerikanischen alles in allem 173,31.

Inzwischen hat auch Sony ein natives Superteleobjektiv (200-600mm) angekündigt, aber das ist mir mit derzeit 2.100 Euro zu teuer.


Offene Pforten in Kirchlinteln

Gestern fand in Kirchlinteln der Tag der offenen Pforten statt. Inzwischen nur noch in geraden Jahren gibt es hier eine Veranstaltung namens Kunst, Kultur, Kirchlinteln – die Abkürzung wird aus eine bestimmten Grund nicht verwendet. Da kann man beispielsweise in der Tongrube mit der dortigen Eisenbahn fahren. Auf diese von einem Verein als Hobby betriebene Feldbahn, die etwa Schrittgeschwindigkeit erreicht, war ich aufmerksam geworden, weil die Strecke in den RE-Zügen des Bremer Express-Kreuzes auf der über WLAN abrufbaren Streckenkarte eingezeichnet ist.

Damit es im Sommer nicht wie 2017 keine derartige Veranstaltung gibt, hat man die offenen Pfosten ins Leben gerufen. Ein direkter Zusammenhang besteht nicht und die Anbieter sind unterschiedlich. Es kann also durchaus sein, dass nächstes Jahr beides stattfindet, zumal da anderthalb Monate zwischen liegen würden.

Kreisjägerschaft

Mein erster Stop ist die Kreisjägerschaft. Die hat sich im äußersten Westen der Gemeinde versteckt. Ich bin zu früher Stunde der einzige Besucher und bekomme etwas über die Arbeit erzählt. Die Kreisjägerschaft ist ein langsam aber stetig wachsender Verein. Sie setzt immer mehr Fallen ein, um den Beutegreiferdruck auf Beutetiere zu regulieren. Ebenfalls bekämpft sie die drei bedeutenden Neozoen: den Marderhund (ist weder ein Hund noch ein Marder sondern ein Fuchs, sieht aber aus wie ein Waschbär), den Waschbären selbst und die Biberratte (Nutria). Letztere kommt erst seit 2015 hier vor, aber man geht davon aus, dass man dieses Jahr über 2000 Stück mit Fallen vom Typ Ammerländer Nutriafalle (etwa 3 Meter langer Tunnel aus Leichtmetall mit quadratischem Querschnitt) fangen wird.

Die Jäger vertreten den Standpunkt, dass sich insbesondere bodenbrütende Vögel, deren Bestand zurückgegangen ist, wie z.B. Lerche und Rebhuhn, nur erholen können, wenn konsequent gegen die Beutegreifer vorgegangen wird.

Nabu-Biotop

Nächster Stop ist das Nabu-Biotop im äußersten Norden der Gemeinde, nördlich von Groß Sehlingen. Auf Google Maps sucht man dazu nach „Am Königreich“. Der Nabu hat diesen See und angrenzende oberirdische Bunker der Niederländer gemeinsam mit der örtlichen Bauernschaft für den berüchtigen symbolischen 1 Euro erworben.

Das Biotop (der See) ist aber aufgrund der anhaltenden Hitze stark geschrumpft. Molchkaulquappen wurden von austrocknenden Pfützen in das letzte verbliebene Wasser gesetzt, das etwa so groß wie ein größerer Gartenteich ist.

Gemeine Becherjungfer
Eine blaue Libelle (Gemeine Becherjungfer?) [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV+0,3), ISO 400]

Hamburg

Von Groß Sehlingen ist es nicht weit zum Bahnhof in Rotenburg (Wümme). Von dort kommt man schnell nach Hamburg, wo ich mich mit einer Besucherin der HanseBird getreffe, um Vögel zu fotografieren.

Entenwerder

Am Entenwerder finden wir eine Brandgans (häufig noch Brandente genannt, da es sich nur um eine Halbgans handelt) mit ihren Gösseln. Der Vater ist auch in der Nähe, aber an seinem Nachwuchs wenig interessiert.

Brandgans schüttelt sich
Die Brandgansmutter trocknet ihr Fell [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV+0,3), ISO 200]
Gössel (Küken) der Brandgans
Gössel [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 125]
Brandgans schlägt mit den Flügeln
Die Brandgansmutter schlägt mit den Flügeln [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 125]

Kaltehofe

Wir gehen wieder zur nahen Insel Kaltehofe.

Schnecke an einem Maschendrahtzaun
Beim Fotografieren mancher Tiere kann man sich sogar Zeit lassen [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 400]
Schmetterling
Schmetterling [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 320]
Schmetterling
Noch ein Schmetterling oder so etwas in der Art [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 309mm F5,6, 1/320 s (EV-0,3), ISO 200]
Feuerlibelle
Eine rote Libelle (Feuerlibelle?) [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/400 s (EV-0,3), ISO 400]
Männliche Tafelende schlägt mit den Flügeln
Männliche Tafelente schlägt mit den Flügeln; den Namen verdanken sie übrigens ihrem Fleisch [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,7), ISO 200]
Blesshuhn mit Küken
Blässralle (meist Blesshuhn genannt) mit Küken [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 160]
Haubentaucher
Haubentaucher [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV+0,3), ISO 200]

Dammtorpark

Anschließend fahre ich noch alleine zum Dammtor. Überraschend: Unter den vielen Enten, die wir zusammen gesehen haben, war nicht eine einzige Stockente.

Der Dammtorpark liegt jetzt um Viertel vor 19 bereits größtenteils schon im Schatten. Fotografieren mit einem „Schönwettertele“ wird da deutlich schwerer. Gemäß der Reziprokenregel sollte man nämlich ohne Stativ mit dem Kehrwert der Brennweite als Belichtungszeit fotografieren. Bei Objektiven mit elektrischem Anschluss befolgt die Kamera (α7R II) dies recht gut, nimmt bei 600mm aber lieber 500mm. Ich habe die ISO bei mir normalerweise auf 400 begrenzt.

Lachmöwe mausert sich
Hat sich gemausert: Lachmöwe [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/100 s (EV-0,3), ISO 400]

Planten un Blomen

Planten un Blomen ist ein Park direkt neben dem Dammtorpark mit einem großen Kinderspielplatz. Dazwischen befindet sich noch der Japanische Garten.

Nasse Rabenkrähe im Japanischen Garten von Hamburg
Diese Aaskrähe (Rabenkrähenmorphe) hat kürzlich gebadet [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/200 s (EV-0,7), ISO 400]

Jetzt aber weiter zu Planten un Blomen.

Kopf einer Graugans
Diese Graugans hält still, denn bringe die Gans groß raus. [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/160 s, ISO 400]
Nahaufnahme eines Grauganskopfes, dessen Schnabel in den Flügeln steckt
Die Graugänse auf der Wiese um den Parksee sind an Menschen gewöhnt. Man kann sich direkt neben sie stellen und sie fotografieren. Man könnte, wären da nicht 2,2 Meter Naheinstellgrenze. [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 600mm F6,3, 1/100 s, ISO 400]
Die Reiherente trägt den Vokuhila (hier nicht erkennbar, da sie in die Kamera guckt) mit Stolz. [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 400mm F5,6, 1/200 s, ISO 400]

Zum Abschluss gibt es jetzt noch zwei Bilder, die keine Tiere zeigen und die minimale Brennweite nutzen.

Beet in Planten un Blomen
Beet (das ist übrigens keine Vignettierung sondern vom Licht her wirklich so) [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 150mm F5, 1/160 s (EV-0,7), ISO 200]
Nahaufnahme einiger dekorativer Pflanzen
Beet von Nahem [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 @ 150mm F5, 1/125 s (EV-1), ISO 400]

Dann kann mein Afrika-Urlaub im September und Oktober also kommen.


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Nachrichten vor Ort Gut zu Vögeln

Auf der HanseBird in Hamburg

geschrieben von Яedeemer Mittwoch, 26. Juni 2019 um 22:26 Uhr

Unbekannte haben auf einem Plakat die Trema ergänzt. (Handyfoto)

Hihihi. So, damit wäre der Scherz jetzt auch durch und wir können zum Thema kommen.


Die HanseBird ist ein Festival für Vogelliebhaber das letztes Wochenende (16. Juni) auf der Hamburger Elbinsel Kaltehofe. Außer der gleichnamigen Villa gibt es dort nur im Norden Bebauung durch eine kleine Schiffswerft.

Das Festivalgelände liegt auf dem Industriedenkmal, das einst das Wasserwerk Kaltehofe war. Daran erinnern die 17 Wasserbecken von etwa 100×60 Metern Größe, die jeweils mit Filteranlagen in sehr unterschiedlich gut erhaltenen Schieberhäuschen ausgestattet sind.

Ein Kormoran breitet die Schwingen aus
Kormoran auf einem Schieberhäuschen [Sigma 150–600mm F5–6,3 Contemporary @ 600mm F6,3, 1/500 s, ISO 250]

Ein Grund, diesen Ort zu besuchen, war das Ausprobieren von Objektiven des Herstellers Sigma, die dort einen Stand hatten. Auch wenn ich am Tag davor das 150–600mm-Objektiv (2. Generation) von Tamron bestellt habe, teste ich verschiedene Supertelezooms von Sigma. Das vom Gewicht, Preis und technischen Daten vergleichbare Sigma Contemporary (Bild hierüber) gefällt mir im Nachhinein deutlich schlechter, das Tamron scheint soweit ein sehr guter Kauf gewesen zu sein.

Ein Höckerschwan spiegelt sich im Wasser
Höckerschwan [Sigma 60–600mm F4,5–6,3 Sports @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-1,0), ISO 160]

Vor allem ging es mir aber um das Sigma 105mm F1,4 [Marketing-Abkürzungen hier einfügen]. Ich besitze seit kurzem das Weitwinkelobjektiv Sigma 20mm F1,4, bin aber auf der Indien/Nepal-Reise auf den Geschmack von Portraitfotografie gekommen, wofür ich mein Noname 85mm F1,8 benutzt habe, dessen Farbwiedergabe aber meistens etwas kraftlos wirkt.

Lila Mohnblume
Lila Mohnblume (Schlafmohn?), nahe der Naheinstellgrenze von einem Meter gibt es keine sichtbare chromatische Aberration [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/2500 s, ISO 100]

Auf Distanz zeigt das 135mm genau wie das 20mm erkennbare vertikale chromatische Aberration.


Nach einer Führung am frühen Mittag findet Nachmittags ein kurzer Vortrag über Bildgestaltung (mit der Kamera, also nicht Bildbearbeitung) statt. Danach gibt es einen Fotomarathon. Bei einem Fotomarathon müssen Motive zu Unterthemen gemacht werden, in diesem Fall acht Stück. Herausforderung sind eine Zeitbegrenzung (hier 90 Minuten) und dass die Reihenfolge eingehalten werden muss. Du hast Unterthema 3 fotografiert und siehst das perfekte Motiv für Unterthema 2? Je nach Regelwerk hast du entweder Pech oder musst auch Bild 3 verwerfen. Bei diesem Wettbewerb durfte man Bilder verwerfen.

Heute wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Ich bin Zweiter von 13 Teilnehmern geworden und habe (genau wie der Gewinner) ein Jahresabo der Zeitschrift NaturFoto gewonnen. Hier gibt es die Infos zum Wettbewerb inkl. aller Bilder.

Der Vollständigkeit halber hier die Einstellungen:

  1. Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/6400 s, ISO 100
  2. Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 70mm F4,5, 1/320 s, ISO 100
  3. Sigma 60–600mm F4,5–6,3 Sports @ 600mm F6,3, 1/160 s, ISO 400
  4. Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/200 s, ISO 400
  5. Noname 85mm F1,8 @ F1,8, 1/1250 s, ISO 100
  6. Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/160 s, ISO 400
  7. Sigma 60–600mm F4,5–6,3 Sports @ 600mm F6,3, 1/500 s, ISO 320
  8. Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/4000 s (EV-0,7), ISO 100


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Vermischtes Meta-Post: Reisen für junge Leute

Nach der Reise ist vor der Reise.

geschrieben von Janni Vatertag, 30. Mai 2019 um 16:06 Uhr

Meine nächste Reise ist zwar gebucht, der Flug inzwischen auch umgebucht (dazu noch ein eigener Post). Zeit, mal ein wenig die Marktlage für Reisen für junge Leute zu analysieren.

Wohin?

Ich mag Afrika. Die Austrialien-Reise dieses Jahr hat die Latte noch eine ganze Ecke höher gelegt. Daher bin ich derzeit am Austesten verschiedener Regionen. Auch wenn die nächste Reise erst mal nach Afrika geht. Derzeit ganz oben auf meiner Liste stehen Peru, Neuseeland, USA West und Süd sowie Australien West.

Weltkarte mit eingetragenen besten Reisezeiten
Beste Reisezeiten (definiert als: gutes Wetter und – sofern in der Region vorhanden – mindestens um die 20 Grad Tageshöchsttemperatur)

Womit?

In Deutschland gibt es einen Platzhirsch für junges Reisen – Marco Polo Reisen Young Line Travel. Weniger bekannt ist dagegen Yolo. International gibt es hingegen noch einige weitere Organisationen, die teils inzwischen auch deutsche Büros haben. Das Offenburger Reisebüro moja TRAVEL hat eine ganz nette Suche dafür. Hier fehlen aber die beiden deutschen Anbieter.

Anbieter Reihe Sitz Sprache Zielgruppe (Alter) Mindest-
größe
Maximal-
größe
ReisenVermarktungDurchführung
Studiosus Marco Polo Reisen Young Line Travel München deutsch 20 bis 35 (empfohlen) 12 25 69 exklusiv fremde Agentur
Chamäleon YOLO Berlin deutsch keine Angabe1 bis 4 16 11
englisch 24 geteilt fremde Agentur
Takeoff Erlebsnisreisen Young Urban Motivated People Hamburg wechselnd22 bis 44 4 bis 10 12 bis 16 9
Intrepid 18 to 29s Adventures Australienenglisch 18 bis 29 (erzwungen) 1 12 98 exklusiv eigene Agentur
gadventures18-to-Thirtysomethings („YOLO Trips“) Barbados englisch 18 bis 39 1 14 bis 22 198
Topdeck alle 8 „Trip Styles“ Vereinigtes
Königreich
englisch 18 bis 39 16 bis 20 30 bis 48 276 exklusiv eigene Agentur
(Afrika: fremde)
Contiki alle 8 „Travel Styles“ Guernsey englisch 18 bis 35 10 bis 35 30 bis 53 329
Anmerkung: Takeoff = takeoffreisen.de (ohne Bindestrich)
Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr. Ich freue mich über Korrekturen und Ergänzungen.

Verpflegungs- und ausflugstechnisch gehen die Touren sehr stark auseinander. Hier gibt es überhaupt kein Konzept. Meine Indien-Reise war so gut wie ohne Verpflegung (1A und 2F, wobei die 2F nicht angekündigt waren), während es bei anderen Reisen deutlich anders ist. Camping ist bei allen Anbietern mindestens HP, mein nächster Trip mit Yolo ist sogar VP. Intrepid meinte, dass sich die Reisen in Sachen Ausflugsprogramm und Unterkünfte im Vergleich zu deren Anfangszeit deutlich gebessert haben.

Intrepid gibt es Alter fest vor. Intrepid selbst hat mein Alter niemals geprüft, aber da alle Hotels meinen Reisepass geprüft haben, wäre es denen wahrscheinlich aufgefallen. Marco Polo gibt eine abweichende untere Grenze von 18 fest vor, die obere Grenze ist hingegen nur eine Empfehlung. In Australien hatten wir einen Teilnehmer, der diese Grenze um über 10 Jahre überschritten hat. Er meinte, die Studiosus habe ihn dann angeschrieben, dass dies eine Partyreise sei (was sie mitnichten war) und dass er die Gruppe aufhalten würde. (Ich weise darauf hin, dass ich diese Aussagen nicht unabhängig überprüfen kann.) Ich vermute sowieso, dass Intrepid rechtlich Probleme hätte, ihre Altersgrenze in Deutschland (oder der EU) durchzusetzen. YOLO nennt seine Zielgruppe nicht.

Zur Spalte Vermarktung: Es ist natürlich möglich, dass Veranstalter die Touren weiterverkaufen. DER Deutsches Reisebüro macht das beispielsweise mit Topdeck in der Region Ozeanien unter dem Namen Young & Free.

Zu Spalte Anzahl: Viele Veranstalter bieten Reisen an, auf denen man Teilabschnitte buchen kann. Diese zählen einzeln. Beispiel (wenn auch nicht für junge Leute) war meine Tunesienreise, die man bei Phoenix als ganzes (Tunesien Total, früher Hannibal) oder nur die erste (Karthago) oder zweite Woche (Berber und Oasen) buchen konnte. Auch die Australienreise gab es als zwei Varianten, wovon ich die längere gemacht habe. Bei Topdeck wird die Sache dann sehr komplex.

Mit wem?

Die Verfügbarkeit von Einzelzimmern schwankt, sind aber häufig verfügbar.

Die Zusammensetzung der englischsprachigen Gruppen war zumindest bei Intrepid sehr auf englischsprachige Länder der Ersten Welt fokussiert. Die rund 25 Leute unserer und der beiden uns begegneten Intrepid-Gruppen auf meiner Indien-Reise waren alle aus Australien, den USA, Großbritannien und Neuseeland (absteigend nach Häufigkeit).

Die Marco-Polo-Gruppen scheinen eher aus dem süddeutschen Raum zu sein. Auffällig ist, dass Marco Polo für die aufgerufenen Preise eine sehr hohe minimale und maximale Gruppengröße hat. Dies begründen sie mit den Preisen, aber das kann ich so nicht nachvollziehen. Auf der Australienreise kam die Story auf, der Folgetermin wäre abgesagt worden, weil sich Studiosus und Emirates bezüglich Flugpreisen nicht einigen konnten.

Für wie viel?

Die Preise sind sehr unterschiedlich. Ich persönlich finde Marco Polo recht teuer. Der Preis kann gedrückt werden, indem man die Flüge selbst bucht. Ich habe für Australien 2093 Euro erlassen bekommen, weil ich die Flüge für 1017 Euro selbst gebucht habe. Der Hinflug und Flug von Dubai nach Hause waren identisch, die Flüge von Cairns nach Dubai hatten hingegen deutlich bessere Zeiten. Hier hat man allerdings das Risiko einer Absage wegen Mindestteilnehmerzahl – etwas, das bei Gadventures und Intrepid völlig unbekannt ist. Und die Preise halten sich trotz wesentlich kleinerer Gruppen im Rahmen, auch wenn teils nicht ganz so viel enthalten ist. Marco Polo ist der einzige Anbieter, der die Reisen mit Flügen kalkuliert. Bei Yolo bekommt man bei einer Reservierung Flüge mit berechnet und muss sie bei einer Festbuchung abbestellen, aber vor der Buchung sind wie bei allen Anbietern außer Marco Polo alle Preise ohne Flüge zum Start- und Endpunkt der Reisen.

Wer dennoch das Flugrisiko bei Marco Polo eingeht, findet meist am selben Termin vergleichbare Reisen. Beispiel Neuseeland, Auckland nach Christchurch, Termin am 15. Februar 2020 (diese findet sich nur in der Vorschau im Marco-Polo-Katalog, nicht jedoch in der Vorschau auf der Website): Hier gibt es von allen genannten Anbietern außer Takeoff im genannten Zeitraum eine nahezu identische Reise mit identischem Start- und Endpunkt. (Intrepid 18 to 29 gibt es in Ozeanien nicht, daher habe ich deren reguläre „Classic“-Tour für den Vergleich herangezogen.) Außerdem gibt es eine passende deutschsprachige Reise mit diversen Radtouren.


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