Vermischtes Kommst du mit und machst ein Bild vom Mond?

In den WWE-Sendungen gibt es immer Videos, die einem sagen möchten, was man probieren sollte, und was nicht. WWE-Kämpfe nachzumachen soll man nicht probieren. Was man hingegen laut Sony nicht probieren sollte: ihre Telekonverter nicht unterstützten Objektiven benutzen. Mache ich aber trotzdem.

geschrieben von Janni Sonntag, 28. Februar 2021 um 19:18 Uhr

Ich hab mir kürzlich den Telekonverter Sony SEL20TC gekauft – ohne auch nur ein kompatibles Objektiv zu besitzen. Was mache ich also damit?

Physische Kompatibilität mit Telekonvertern bedeutet, dass das hinterste Element eines Objektivs nicht verhindert, dass man das aufschraubt. Wenn man eine spiegellose Systemkamera verwendet, müssten das eigentlich alle Objektive erfüllen, die für Spiegelreflexkameras entwickelt wurden. Allerdings kann es sein, dass die „Röhre“ des Objektivs hinten zu klein ist.

Die elektrische Kompatibilität ist noch einmal ein ganz anderes Problem.

Sigma 105mm F1,4 | Art

Ursprünglich gekauft habe ich mir den Telekonverter für das Sigma 105mm F1,4. Dass ein 210mm F2,8 Sinn ergibt, hat auch dieser portugisische YouTuber erkannt. Er beschreibt, dass ein Gummiring vom Telekonverter entfernt werden muss. Wie, wird im Video nicht gezeigt. Man kann den Ring von innen nach außen schieben und dann abziehen. Dieser Vorgang ist reversibel.

Mit der a7RII (ILCE-7RM2) funktioniert der Autofokus wie erwartet nicht mit diesem Objektiv. Die Blende kann ich auch nicht manuell einstellen. Da die Blende des Objektivs im Live-View nicht komplett geöffnet ist (eigentlich ist das bei Springblenden eher andersrum), muss man für die maximale Blende mit nur dem Objektiv einmal sehr lange belichten und dabei das Objektiv entfernen. Die Blende bleibt dann so.

Teilweise kommt aber offenbar doch eine Verbindung mit dem Telekonverter zustande und die Kamera versucht vor dem Auslösen irgendwas zu machen, was sie nicht kann, und löst daher nicht aus. Da manueller Fokus aktiviert ist, kann das eigentlich nur die Springblende sein. Die müsste man irgendwie verhindern. Ich werde dazu wohl später noch einmal das schreiben, wenn ich mir dem Equipment in den Vogelpark gegangen bin.

Tamron 150–600mm F5–6,3

Für diesen Test habe ich die Elektronik und ihre Verkleidung aus der Innenseite des EF-E-Adapters von Andoer entfernt. Der ist sowieso in allen Belangen schlechter als meine anderen beiden. Das Konstrukt ist nicht dauerhaft stabil. Ich weiß nicht wodurch, aber es gibt recht ordenliche Vignettierung bei allen Brennweiten. Das Sigma hat keine erkennbare Vignettierung.

Bei Objektiven, die keine feste Lichtstärke haben, weiß ich nicht, wie sich die Lichtstärke durch Zoomen verändert. Stelle ich also das Tamron auf 150mm F5 und zoome ohne elektronische Verbindung auf 600mm, habe ich dann immer noch F5 (nur mit mehr Abbildungsfehlern)? Letzteres ist auf jeden Fall, wie die folgenden Beispielbilder entstanden sind. Ja, ich hätte vorher den Sensor reinigen sollen. Unten gibt es Bilder vom Mond. Da das Bild mit Telekonverter bei vierfacher ISO immer noch marginal dunkler ist als ohne (F6,3), ergibt sich eine Blende von etwa F14 und nicht etwa F10 oder F12,6.

Blaumeise pickt [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 + SEL20TC @ 1200mm F14, 1/1600 s, ISO 1600]
Spatz [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 + SEL20TC @ 1200mm F14, 1/1000 s, ISO 800]

Also Schärfe ganz OK, dafür dass es unglaublich schwer zu fokussieren ist. Die Bilder stammen von vor genau zwei Wochen. Das war die Zeit, als es noch kalt war. Ich bin diese Woche jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren.

Da die Kamera wegen der fehlenden Elektronik nicht die Brennweite kennt, geht sie offenbar von einem Normalobjektiv aus. Das ist – gerade wenn man bei F10 ist – für die Kehrwertregel wichtig, die die Kamera beim Modus P (Programm Auto) und A (Blendenpriorität) automatisch anwendet. Man muss somit manuell oder im Modus S (Zeitpriorität) fotografieren und diese Regel selbst anwenden, die besagt: Hält man die Kamera frei in der Hand, darf die Belichtungszeit nicht länger als der Kehrwert der Brennweite (KB-Äquivalent, falls nötig) sein. Bei 1200mm deutlich länger als 1/1200 Sekunden zu belichten, führt somit zu Verwacklern, auch wenn optische Stabilisierung des Objektivs und die Stabilisierung des Sensors durch das Gehäuse teilweise ganz gut etwas kompensieren (was sie hier vermutlich nicht können). Zum Vergleich: Sind Sterne und ggf. statische Objektive im Bild erhöht sich die Zeit um das 400- bis 600-Fache.

Da gestern Vollmond war, habe ich den auch noch fotografiert. Da der sehr hell ist, kommt die zuletzt erwähnte Regel für Sterne nicht zur Anwendung, denn man sieht eh keine. Die Bilder wurden mit Stativ gemacht, aber das bringt bei dem Winkel und dem Gewicht wenig, weshalb zusätzlich Selbstauslöser verwendet wurde.

Mond mit Telekonverter [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 + SEL20TC @ 1200mm F14, 1/1000 s, ISO 1600]

Und zum Vergleich nochmal ohne Telekonverter:

Mond ohne Telekonverter [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 (via YongNuo EF-E II) @ 600mm F6,3, 1/1000 s, ISO 400]

Wir geben zu Protokoll: Der Mond hat an seiner Vorderseite nicht genügend Details. Mehr Details hat man, wenn man die Krater an der rechten Seite vergleicht:

Ausschnitt der obigen zwei Bilder. Das Bild ohne Telekonverter (rechts) ist zweifach vergrößert, das Bild links ist in Originalauflösung.

Man sieht sehr gut, dass die Pixel der kleineren Krater etwas unter der mittleren Höhe scharf sind, auf der rechten Seite unter Beachtung der Vergrößerung mit einem absichtlich eher mittelmäßigen Filter. Dem Telekonverter muss man zugutehalten, dass durch die erheblich größere ISO ja sogar noch Details verloren gegangen sind.

Man sieht übrigens gut, dass der Telekonverter genau 2x vergrößert, denn das rechte Bild ist digital 2x vergrößert worden.

Fazit bisher: Kompliziertes Handling, recht brauchbare Ergebnisse, bis auf die Vignettierung beim Tamron.


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Vermischtes Wer schützt wen?

Dieser Blogpost wirkt nur bei 8% der Über-35-Jährigen.

geschrieben von Janni Dienstag, 26. Januar 2021 um 23:58 Uhr

Trotzdem machen sie mir nach, kann's nicht glauben, lieber Gott | Gott
sei Dank schützt du mich, wenn meine Wespe ma' wieder rollt
Wenn sie rollt. (brrm)
[...]
Sie machen Fotos, Taschen platzen, aber Apache bleibt gleich (brrm)

Den Deutschrapper Apache 207 schützt also Gott, wenn der Musiker mit seinem Roller unterwegs ist.

Aber wer schützt sonst noch wen? Eigentlich soll der Staat seine Bürger schützen. Zum Beispiel vor der Corona-Pandemie. Durch Lockdowns. Und Verschärfungen von bestehenden Regeln. Gestern ist zum Beispiel in Niedersachsens Corona-Verordnung (die heißt echt so) bei den von den Schließungen ausgenommenen Betrieben die Ausnahme 19 entfallen – und das trotz ohnehin rückläufer Zahlen und in einem vergleichsweise gering betroffenen Land.

Wo ist die Fairness geblieben? Wo? fragt Elena Miras im Sommerhaus der Stars 2019. (Bild: RTL)

Sollte jemand fragen, was Ausnahme 19 war: Verkauf von Weihnachtsbäumen. Aber es geht ja ums Prinzip.

Die neue Regelung für Alltagsmasken schützt mich aber wirklich. Zumindest bin ich das ganze Jahr 2020 seit Einführung der Alltagsmasken am 27. April mit einer Alltagsmaske rumgelaufen, die – wie sollte man es anders von mir erwarten – ein Eichhörnchen zeigt. Dass das Eichhörnchen auf einem Mistelzweig(?) sitzt, einen Schal trägt und das Muster Schneeflocken und ein Weihnachtsgeschenk zeigt, ist mir erst aufgefallen, als bereits Vorweihnachtszeit war. Mit medizinischen und FFP2-Masken kann man zumindest stilistisch nichts falsch machen.

Das wichtigste an den neuen Regeln: Die hat die Bundesregierung beschlossen. Seit gestern wissen wir nämlich von Armin Laschet: Wer nicht Mitglied der Bundesregierung ist, hat nichts zu melden. Zum Beispiel Karl Lauterbach und erst Recht dieser Christian Drosten.

„Aber wer schützt mich wirklich?“, habe ich mich heute morgen im Auto auf dem Weg zur Arbeit gefragt. Eine Antwort auf meine Frage bekam dort dann prompt serviert: Das Arbeitszeitgesetz schützt mich. Vor zu viel zusammenhängender Freizeit durch kurze/keine Mittagspausen. Das regt mich auf, denn mein Motto wäre eher:

Sie machen Regeln, Pausen-Zeiten, aber Jan-Niklas bleibt gleich (brrm)

Besonders jetzt, wo ich nicht mal – aus Protest – grillen könnte. Aus Wut zu kochen ist aber wohl auch keine Alternative. Da kannste nichts machen.

Ebenso wie wenn du Impfstoff bestellst und der möglicherweise nur bei 8% der Über-65-Jährigen wirkt.


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Vermischtes Wunder

Die Auftragsbestätigung für mein im August bestelltes E-Auto ist heute gekommen!

geschrieben von Janni Montag, 28. Dezember 2020 um 19:09 Uhr

Am 17. August schrieb ich in einem Blogpost über Elektroautos, dass ich mir am nächsten Tag eins kaufen wollte, und weiter:

Wenn ich die Karre bestellt habe (dazu wohl morgen mehr)...

Aufmerksamen Menschen wird aufgefallen sein, dass der 28. Dezember nicht ansatzweise auf den 17. August folgt. Ich habe mir die Karre am über All Peoples League vermitteln lassen, weil mir unser lokales Autohaus das Teil wegen der langen Lieferzeit gar nicht erst verkaufen wollte. Grund für die paar Tage Verzögerung war, dass meine Karre offiziell nicht mir gehört und die Bestellunterlagen geändert werden mussten. APL vermittelt einem ein Autohaus, das die gesparte Beratung teilweise weitergibt. Das Autohaus wollte nach der bereits verbindlichen Bestellung für meine alte Karre eine Zulassungsbescheinigung – und zwar innerhalb einer Woche. Warum auch immer.

Zulassungsstelle war aber anderthalb Wochen ausgebucht. Also erstmal dem Autohaus mitteilen, dass ich deren Anforderung nicht erfüllen kann. Zur Sicherheit aber mal bei der Zulassungsstelle angerufen. Ja, kann ich gleich abholen. Also einfach rein, 18 Euro bezahlen und wieder raus – obwohl draußen sehr viele Menschen vor der Zulassungsstelle warteten. Inzwischen hatte mir das Autohaus mitgeteilt, dass sie das Ding doch nicht mehr haben wollen. Der in rot und fett gedruckte Hinweis sei fälschlicherweise da reingerutscht.

Danke für nichts.

Auf jeden Fall ist heute (ohne weitere Kommunikation) die Auftragsbestätigung per Mail eingetrudelt. Ja, nach über 4 Monaten. Das gescannte Dokument datiert auf den 18. Dezember. Unverbindlicher Liefertermin ist immer noch Q4/21. (Auch wenn der Termin unverbindlich ist, kann man bei seiner Überschreitung die Lieferung innerhalb von 6 Wochen verlangen und ansonsten zurücktreten.) Das Autohaus hatte mit am 3. September darauf hingewiesen, dass die Auftragsbestätigung „noch einige Wochen“ braucht, da Urlaubszeit sei und es eine Modellumstellung gebe. Durch die sind jetzt zwei meiner gebuchten Extras immer enthalten (die sie Leuten, die die nicht wollten, wohl nicht mal zusätzlich in Rechnung gestellt hätten), ebenso das AVAS. Wegen letzterem muss ich leider ausrasten. Steht aber jeweils nur im Internet und nicht auf der Auftragsbestätigung.

Wenige Minuten später rief unsere Buchhaltung bei mir an. Am Freitag kam es zu einem technischen Defekt an einem Server, durch den einige Auftragsbestätigungen nicht verschickt wurden. Die Kunden würden sich jetzt beschweren, weil sie nach 4 Tagen (davon 3 Feier- bzw. Sonntage) immer noch keine Auftragsbestätigung haben...


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Vermischtes Lichtblick

Ich find Schlager toll ... oder zumindest nicht schlecht. Oder ich hab einfach akzeptiert, dass ich ständig Ohrwürmer habe davon.

geschrieben von Janni Sonntag, 27. Dezember 2020 um 23:13 Uhr

Das Jahr 2020 geht zu Ende. Für viele ein Jahr zum Vergessen. Ich habe zwar wirtschaftlich keine Nachteile dadurch, aber es war einfach langweilig. Gut, ein wirtschaftlicher Nachteil ist der riesige Schuldenberg, den die Regierung den Jungen primär zum Schutz der Alten aufbürdet. Generationenkonflikt incoming. Und dann diese sinnlose und teure Mehrwertsteuersenkung. Ich habe mir quasi nichts Größeres in der Zeit gekauft.

Dafür, dass es die europäischen Regierungen zumindest relativ richtig gemacht haben, spricht dass der Euro dann doch ziemlich durch die Decke gegangen ist dieses Jahr. Seit dem 20. März ist er jetzt über 15 US-Cent mehr wert.

Twitch – Seltsame Subkultur oder Hoffnung für Musiker?

Geholfen wurde mit dem Geld ja vor allem der Reise- und der Veranstaltungsbranche. Einige von den Betroffenen haben sich auch was überlegt, was sie jetzt machen können. Das ist für Künstler der Musikbranche natürlich einfacher als für die Leute, die sich eher im Hintergrund bewegt haben. Bekannte Musiker treten in Streams auf. Auch weniger bekannte Persönlichkeiten machen das. Für sie bietet sich die Livestreaming-Plattform Twitch an.

Zwei DJs, denen ich auf Twitch folge, sind Anastasia Rose und aus deren Team Mike Morino. Erstere ist offenbar schon vergleichsweise berühmt mit 10.000 Abonnenten. Bei Twitch sind Abonnenten Leute, die (mindestens) 5 Euro im Monat zahlen. Diese 5 Euro kriegt zur Hälfte der Betreiber Amazon, der dem Nutzer auf dem Kanal des Künstlers keine Werbung mehr zeigt (dies ist aber sowieso eher wenig), die andere Hälfte kriegt der Künstler. Der Nutzer kann im Chat Emojis (Symbole) benutzen, die der Künstler meist basierend auf irgendwelchen Memes oder von ihm häufig verwendeten Begriffen erstellt hat. Außerdem erhalten Künstler oft Geld von Zuschauern, entweder direkt oder in Form der Twitch-„Währung“, die Bits heißt. Der große Nachteil von Musikstreams auf Twitch ist, dafür jeweils bedanken und dann wirklich sehr viel über die Musik quatschen.

Anastasias Berühmtheit reichte aber dann nicht, dass sie am 28. November bei der Talentshow von Knossi gewonnen hätte. „Wenn Sie beim Namen Knossi an [...] [Mini-Cabanossi] denken“, sagte Jan Böhmermann zwei Tage zuvor in seinem ZDF Magazin Royale (ab 11:44), „dann sind Sie wahrscheinlich über 25.“ (das Zitat kommt bei 15:13). Sonst hätte ich den auch nicht gekannt. Knossi ist ein ehemaliger Fernsehmoderator, der sich jetzt auf Twitch zumeist beim Online-Glücksspiel zeigt. Damit ist er der am drittmeisten gefolgte Kanal auf Twitch geworden. Das Folgen eines Kanals führt nur dazu, über den Start von Übertragungen informiert zu werden und kostet nichts.

Am besten gefällt Knossi, wenn er bei einem maritim gestalteten Spielautomaten gewinnt. Das Symbol dafür ist eine Alge. Unter diesem Namen gibt es u.a. ein Lied, einen Likör und einen Glühwein. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat ihn Twitch wegen der Bewerbung von Alkohol aber erstmal vorübergehend gesperrt.

Auf jeden Fall macht der Knossi manchmal eine Talentshow, bei der zwölf Leute jeweils zehn Minuten was zeigen. Die drei, die am besten abschneiden, dürfen im Finale nochmal antreten. Zu Gewinnen gibt es einen Raid, das heißt, dass alle Zuschauer am Ende einer Übertragung auf einen anderen Kanal geschickt werden. Alle Zuschauer des dritterfolgreichsten deutschen Twitch-Streamers zu kriegen, ist schon was. Anastasia Rose ist damals nicht mal ins Finale gekommen. Dafür hätte sie aber auch keine Zeit gehabt, denn sie ist noch ganz normal Krankenschwester. Dass sie das trotz ihres Erfolgs bei Twitch weitermacht, ehrt sie. Gerade in so einem systemrelevanten Beruf.

Und nach ihrem Stream an dem Tag hat Anastasia Rose einen Raid zu Mike Morino gemacht. Der hat an jedem Wochentag ein Thema. Seine Donnerstagsshow finde ich am interessantesten, denn da läuft Hands Up, sozusagen kommerzieller Techno im engeren Sinn. Und teilweise auch Schlager-Hands-Up-Bootlegs...

Mein Herz schlägt Schlager

Bedeutende Produzenten von Schlager-Bootlegs sind Cloud Seven (Osnabrück), DJ Restlezz (Schweiz) und The Nation! (Amtsberg), die auch gerne zusammenarbeiten.

Bootlegs sind inoffizielle Abwandlungen von Liedern. Bei Schlager ist das Prinzip eigentlich recht einfach. Was man modernen Schlager nennt, sind so genannte Club-Mixe, die stilistisch schon nah an Hands Up dran sind. Sie sind mit um die 125 BPM etwas langsamer als Hands Up mit meistens 140 BPM. Außerdem fehlt noch etwas mehr Bass, Adlibs (kurze Ausrufe) und der Einsatz des Hands-Up-Instruments schlechthin – der Supersaw (ein gewisser Synthesizer-Patch). Oft kommt auch ein Instrumentalteil damit vor, wobei ich der Meinung bin, dass zu viel und vor allem nicht mit dem Lied zusammenhängender Instrumentalteil einen guten Schlager-Remix stört.

Ihr seht, Schlager-Hands-Up-Bootlegs zu machen, ist grundsätzlich nicht so schwer. Ich überlege, ob ich auch mal eins machen sollte. Oder vielleicht einen ganz eigenen Schlager, wobei mir keine derart banalen Texte einfallen.

Bis dahin nerve ich einfach weiter meine Freunde auf TeamSpeak mit Schlager auf der Ukulele. Ein Blick auf die in den letzten Wochen von mir erstellen Tabs auf Ultimate-Guitar:

Außerdem noch vor fast 4 Jahren Jenseits von Eden (1983) von Nino de Angelo nach diesem Blogpost.

Ich glaube, das sagt mehr als Tausend Und Eine Nacht – äh, sorry – tausend Worte.

Lichtblick ist eine Band, die Kristina Bach Ende 2016 gecastet hat, und Deutschlands erste Schlager-Girlgroup. Tausend Und Eine Nacht ist deren Debüt-Single und aus irgendeinem Grund fand es der Produzent angemessen, das Stück gegen Ende in Schlager-Dubstep abdriften zu lassen.

Wer jetzt glaubt, das einzige Werk von irgendwem namens Bach in seinem Regal wäre klassische Musik, der sollte mal schnell ins das Booklet von Atemlos durch die Nacht schauen, immerhin steht das Ding in über einer Million Haushalte. Text und Musik ist beides von der Kristina.

Nachdem Mike Morino gestern Abend einen Schlager-Stream gemacht hat, der zunächst sogar einfach normale Schlager und kein Hands Up beinhaltete, hab ich fiese Ohrwürmer vor allem von Tausend Und Eine Nacht. Dazu noch das Blasmusik-Stück Die Hektar hat von den Draufgängern (2016). Letzteres ist ein Cover von Die immer lacht mit einem Text, der sich an traditionellen Werten orientiert:

Komm her meine Süße und zeig mir dein Land
Zeig mir was du hast und wir werden seh'n
Wie groß es ist
Zu pflügen und sich dabei zu vergnügen
Oh zu säen
Ich will sehen, wie wir es mähen
Oh zu mähen
Zeig mir, was du hast

Das erinnert mich an die letzte Ausgabe vom Duell um die Welt am 5. Dezember. Da haben sie Vanessa Mai für eine Aufgabe nach Norwegen geschickt. Die Aufgabe bekam sie auf einem Felsen vom „größte[n] Schlager-Fan der Welt“, einer Norwegerin namens Imma. Nachdem Imma als Begrüßung auf dem Felsen „Das ist Wahnsinn, wir schicken dich in die Hölle!“ gesungen hatte, erklärte sie, ihr richtiger Name sei Die Imma lacht und sang Scheiß drauf (besser bekannt als Malle ist nur einmal im Jahr) von Peter Wackel. Als Vanessa Mai ihre Aufgabe akzeptiert hatte, fragte Imma „Warum hast du nicht Nein gesagt? Es lag allein an dir.“ Aufgabe war, mit Walen zu tauchen. Und als Vanessa Mai die Puste ausgang, gab es Atemlos durch die Nacht.

Die Imma lacht
Die Imma lacht und Vanessa Mai. Bild: ProSieben

Nach dem Stream von Mike Morino hab ich mich wegen all der Ohrwürmer natürlich auch gefragt: „Warum hat du nicht Nein gesagt zu dem Stream?“ Weitere hartnäckige Ohrwürmer aus dessen Streams:

Letzteres ist übrigens kein Cover von Egal vom Wendler (2017). Letzteres ist übrigens selbst ein Cover und zwar von Das machst du nur, um mich zu ärgern von Matthias Reim (2005).

Vor genau einem Jahr hatte ich noch einen Ohrwurm von Inselkind (2019) von Carolina Noeding im Cloud Seven & DJ Restlezz Bootleg Mix, nachdem das auf Technobase lief. Technobase ist auch ein einigermaßen steter Quell von Schlager-Remixen. Sehr beliebt ist nachts von Fix & Fox Komm, wir gehen in den Wald, ein Cover von Fuchs, du hast die Gans gestohlen. Jetzt etwas weniger, nachdem DJ D0wntime von dort zu Twitch gewechselt ist. Als der während einer Sendung gesagt hat, dass er Technobase verlassen wird, haben sie die Übertragung damals abgebrochen und anschließend – aus welchem Grund auch immer – die Titelliste gelöscht. Erinnert mich daran, dass zur Weihnachtszeit einige Radiomoderatoren herausfinden möchten, wie oft man Last Christmas (das Original) wiederholen kann, bis man den Strom abgedreht bekommt. Den Rekord hält meines Wissens Antenne Kärnten mit 24 mal. Na ja, immerhin machen die das in der Weihnachtszeit.

Tracklist von N-Joy am 17. Dezember 2013 von 7 bis 8 Uhr
Zählt nicht: einstündiger Last-Christmas-Marathon auf N-Joy mit unterschiedlichen Versionen (17. Dezember 2013)

Und obwohl sich das „Feiern“ ins Internet verlagert, mussten wir dieses Jahr Abschied von Techno4ever nehmen, sozusagen dem kleinen Konkurrenten von Technobase. Nachdem man um Ostern noch einen Marathon-Stream unter dem Motto Stay Home – Stay Safe auf die Beine gestellt hat, war am 30. April Schluss. Techno4ever hat mich seit 2008 bei der Entwicklung meines ersten großen Projekts paw·ned² begleitet. RIP in Peace.

Auch die Band Lichtblick hat sich übrigens Anfang des Jahres aufgelöst, dabei wäre gerade in der Corona-Zeit ein Lichtblick sehr viel Wert. Aber es gibt ja seit heute die Impfungen, die für die Reise- und Veranstaltungsbranche sicherlich ein Lichtblick sind.

Urlaubsplanung

Kommen wir zur anderen gebeutelten Branche der Corona-Krise. Der Reisebranche. Ich wollte eigentlich im Februar einen auf Alligatoah machen und im Starbucks in Phuket sitzen. Aber die Reise wurde abgesagt. Aus Teilnehmermangel. Die drei bereisten Länder (Singapur, Malaysia, Thailand) sind alle keine Risikogebiete, allerdings gibt es Einreisebeschränkungen bzw. Quarantäne. Ich glaube nicht, dass MPR-YLT überhaupt irgendeine Reise in den ersten – sagen wir – vier Monaten zusammen bekommt. Also mal nach was Anderem umsehen.

Eigentlich würde es ja Sinn ergeben, wenn ich mein Schicksal akzeptiere und die Sonnenklar.tv-Schlagerwoche in el-Guna (Ägypten) am 5. Juni buche. Aber nein. Ich würd wahrscheinlich dann auf die Bühne stürmen, ein bisschen Schlager auf der Ukulele spielen und dann Ärger kriegen.

Derzeit favorisiere ich, im Mai noch einmal mit gadventures die Südliche Ägäis zu machen – übrigens zusammen mit Kriti (Kreta) und Madeira die einzigen klassischen Feriengebiete, die nie Risikogebiet waren. Im Oktober war ja mein einziger Kritikpunkt, dass wir für die kurzen Tage zu viel getrödelt haben. Die von mir favorisierte lange Version startet aber in Attika (Athen) und das ist Risikogebiet. Sie geht dann nach Santorin, wo ich noch zwei Tage Verlängerung buchen würde.

Bis dahin ist ja noch Zeit. Planen kann man derzeit eh nicht, gerade wenn man die Flüge selber buchen muss. Eurowings hat die Anfang Oktober ausgelaufene Stornierung in einen 3 Jahre gültigen Gutschein wieder eingeführt, die ich sehr gut fand und sogar mal genutzt habe. Allerdings nur bis zum 28. Februar. Was für Flüge überhaupt verfügbar sind, ist noch nicht so ganz abzusehen. Nach aktuellem Stand wären passende Flüge mit LH, OS und A3. Die kann man zwar umbuchen, aber muss 2021 reisen.

Also am besten wieder zeitnah buchen, aber auch die Plätze für die Reise im Blick behalten. So ist halt Reisen in Corona-Zeiten.


Das war’s dann wohl für dieses Jahr. Übrigens das erste seit 2010, in dem es jeden Monat einen Blogpost gab. Und ab Freitag heißt es dann wieder: Januar ist nur einmal im Jahr.

Zum Glück.


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Vermischtes Déjà-vu

Die zweite Welle – und wieder hat Janni nur Tierfotos entgegenzusetzen

geschrieben von Janni Montag, 30. November 2020 um 23:45 Uhr

Der Herbst ist da. Die zweite Welle auch. Einiges ist anders, aber oft hat man auch das Gefühl, dass sich nichts geändert hat.

Eichhörnchen in gelben Blättern
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Auch bei der Pandemie. [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 (via YongNuo EF-E II) @ 600mm F6,3, 1/500 s (EV-0,3), ISO 100]

Als der Lockdown ausgerufen wurde, war mir irgendwie klar, dass er nicht das bringen wird, was die Politik sich von ihm verhofft hat. Eigentlich wie die Mehrwertsteuersenkung.

Für meine Behauptung habe ich mir den Juli und August angesehen. Da war es ruhig, obwohl alle Läden und Geschäfte offen hatten und obwohl Ferien waren. Zwar war auch die Gesamtzahl an Infektionen gering, aber sie ist auch relativ gesehen nicht wirklich stark gestiegen.

Da zu Ende September bzw. Anfang Oktober, als es wieder so richtig los ging, eigentlich nur den Unterschied gab, dass die Schulen wieder offen waren, hielt ich die Schließung von Restaurants und bestimmten Geschäften für falsch. Wirklich was gebracht hat es auch tatsächlich nicht. Zumindest nicht in dem Umfang, den man sich nach der ersten Welle erwartet haben könnte. Das IGES-Institut (wer auch immer die sind) hat die Kurven der ersten und zweiten Welle übereinander gelegt und daraus geschlossen, dass die Fallzahlen ab dem 11.11. hätten deutlich sinken müssen, nachdem der Lockdown am 2.11. in Kraft getreten ist.

Immerhin mussten sich viele Freizeitparks so keine Gedanken mehr machen, denn die hatten in der Regel am 1.11. ohnehin ihren letzten Tag. Und von meinem Besuch im Weltvogelpark an diesem sowie zwei Tagen im September handelt dieser Blogpost.

Der Grund, warum ich da hin war, war übrigens vor allem, dass ich ein bisschen mit meinem 105-mm-Objektiv spielen wollte. Irgendwelche Wortspiele mit Vögeln schenk ich mir. Los geht’s.

Flugshow

Zweimal am Tag gibt es eine Flugshow. Eigentlich gibt es noch andere Veranstaltungen wie Fütterungen. Wegen Corona ist die Flugshow aber die einzige. Die Bänke vor der Bühne wurden wegen der Situation auseinander gestellt.

Gaukler im Flug
Gaukler [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/400 s (EV-0,3), ISO 100]
Graupapagei im Flug
Graupapagei fliegt tief [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 136mm F5, 1/800 s, ISO 800]
Seeadler(?) im Flug
Greifvogel (Seeadler?) im Flug [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/320 s, ISO 100]

Mit den Uhus kann man nach der Show ein Foto machen. Kostet eigentlich 5 Euro. Am 1.11. war es vormittags kostenlos.

Nach der Flugshow müssen die Vögel wieder eingefangen werden. Einmal hatten sich zwei offenbar vorher gestritten und wollten dann nicht wieder zusammen in eine Box.

Papagei schmollt
Papagei möchte nicht in seine Box [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 (via YongNuo EF-E II) @ 600mm F6,3, 1/400 s, ISO 400]

Zwischen den Shows kann man auf der Bühne oft Trainings beobachten.

Falke beim Training
Falke beim Training [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/640 s (EV0,3), ISO 100]

Vogelhäuser

Lori
Lori [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/125 s, ISO 400]
Gouldamadine
Gouldamadine [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/100 s, ISO 400]

Sonstiges

Austernfischer badet
Austernfischer badet [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/320 s, ISO 100]
Pinguin mit weit geöffnetem Schnabel
Pinguin müde? [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/640 s (EV0,7), ISO 100]

Eine Frau meinte zu ihrem Kind, dass die die Kabelbinder hätten, damit sie nicht wegfliegen. Ich sagte, dass sie Kabelbinder haben, damit man sie unterscheiden kann, und dass die Seite das Geschlecht ausdrücken. In Christchurch hatten die Mädels die Kabelbinder rechts because women are always right, meinte die Pflegerin. „Und Pinguine können auch sonst nicht fliegen“, fällt mir kurz darauf ein.

Pinguin spiegelt sich im Wasser
Pinguin spiegelt sich [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/800 s, ISO 100]
Pinguin
Majestätisch wie fick: Pinguin [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 273mm F5,6, 1/100 s, ISO 200]
Spitzkopf-Seidenkuckuck
Spitzkopf-Seidenkuckuck [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/1250 s, ISO 100]
Schuhschnabel
Schuhschnabel [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/640 s (EV0,7), ISO 100]
Roter Sichler
„High Five!“ – Roter Sichler [Tamron 150–600mm F5–6,3 G2 (via YongNuo EF-E II) @ 600mm F5,6, 1/500 s (EV0,3), ISO 200]
Inka-Seeschwalbe
Ingo Lenßen als Vogel: Inka-Seeschwalbe [Sigma 105mm F1,4 Art @ F2,8, 1/320 s (EV-0,3), ISO 100]
Strauße
„Halt, stopp! Jetzt krähe ich!“ [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/1600 s, ISO 100]
Flamingos
Flamingos strahlen in der tiefstehenden Herbstsonne [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/8000 s, ISO 100]
Jungfernkranich
Jungfernkranich [Sigma 105mm F1,4 Art @ F2,5, 1/125 s, ISO 125]
Weißstorch
Klapperstorch trocknet [Sigma 105mm F1,4 Art @ F1,4, 1/1250 s, ISO 100]

So, das war’s auch schon wieder. Und auf geht’s in einen zweiten Monat Shutdown.

Fürs nächste Jahr habe ich auf jeden Fall eine Dauerkarte des Vogelparks. Statt Mitte/Ende März hat er dieses Jahr Mitte Mai aufgemacht. Mal schauen, ob es nächstes Jahr besser wird. Ich möchte auf jeden Fall um die Sommersonnenwende herum mal mit anderem Licht fotografieren.


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