Vermischtes (Im)Bis(s) zum Home-Office

Sie grillen weiter bis zum bitteren Ende.

geschrieben von Janni Montag, 26. Oktober 2020 um 23:06 Uhr

Hier gibt es wieder die Rezepte zum Nachlesen. Sie basieren allesamt auf Rezepten von Hellofresh.

An Hellofresh möchte ich zum einen kritisieren, dass es keine süßen Hauptmahlzeiten gibt, dass man nur 5 Gerichte pro Woche auswählen kann und dass es ziemlich teuer ist:

Wochenpreis2 Gerichte 3 Gerichte 4 Gerichte 5 Gerichte
2 Personen 34,34 € (8,59 €)39,24 € (6,54 €)49,05 € (6,13 €)56,90 € (5,69 €)
3 Personen 42,18 € (7,03 €)51,99 € (5,78 €)65,73 € (5,48 €)77,01 € (5,13 €)
4 Personen 49,06 € (6,13 €)58,86 € (4,91 €)75,54 € (4,72 €)88,60 € (4,43 €)
Preise bei Hellofresh inkl. 4,99 Euro Versand und 5% MwSt (Preise in Klammern: Preis pro Portion), Stand: Oktober 2020
Insbesondere, wenn man den Versand rausrechnet, sind 3-Personen-Boxen pro Portion nur wenig günstiger als 2-Personen-Boxen (vgl. 2×3 und 3×2, 3×4 und 4×3 sowie 3×5 und 4×4). Das liegt denke ich daran, dass bei 3-Personen-Rezepten manchmal etwas von den Zutaten übrig bleibt, weil aufgrund von Packungs- bzw. Gemüsegrößen die Menge für die 4-Personen-Box geliefert wird. 2×4 und 4×2 kosten bis auf 1 Cent gleich viel, was überrascht, da es Zutaten gibt, die unabhängig von den Personen nur einmal benötigt werden (z.B. Limetten).

Sehr fragwürdig finde ich den Zuschlag für Express-Rezepte (99 ct pro Portion), da ich nicht verstehe, wodurch sich da ein höherer Materialwert ergibt.

Der Unkostenbeitrag, den ich von den anderen erhebe, liegt üblicherweise bei 2 bis 3 Euro. Beim Nicht-Premium-Grillen waren es 3 Euro bei Burgern und 2 Euro sonst. Dass wir so günstig bleiben, liegt auch daran, dass wir ausschließlich Discount-Produkte verwenden, obgleich viele Zutaten so exotisch sind, dass wir zur Premium-Discount-Marke (z.B. Edeka-Edeka oder Rewe-Rewe Beste Wahl) greifen müssen. Der Grund, warum hier oft Edeka genannt wird, liegt übrigens nur daran, dass es in Kirchlinteln nur einen Edeka und einen Penny gibt, und dass Edeka und Kaufland die einzigen Supermärkte sind, deren Sortiment auf ihrer Internetseite steht.

Getränke sind nicht enthalten. Es gab auch mal ein offizielles Firmengrillen in den Jahren 2018 bis 2019, da war alkoholfreies Bier inklusive. Inzwischen bestellt der Chef alle paar Monate etwas von einem befreundeten italienischen Restaurant für die ganze Firmengruppe. Ich ärger mich, dass ich beim letzten Mal (Pizza) im Urlaub war.

Rezepte im Oktober

Halloumi-Burger mit Kartoffelspalten und Honigkarotten (1. Oktober)

Halloumi-Burger mit Kartoffelspalten und Honigkarotten
Halloumi-Burger mit Kartoffelspalten und Honigkarotten

Unser Oktober-Menü beginnt mit einer Mischung zweier Rezepte. Das liegt daran, dass ich die Beilagen des Halloumi-Burgers-Rezepts (Rote Beete und Karotten) wegen der unauffälligen Würzung nicht so gut fand, während die für diesen Tag gewählten Beilagen im Original zu Saltimbocca serviert werden sollten, was wir bereits am 14. September als Hauptkomponenten hatten. Zutaten für unsere Kombination für 8 Personen:

Zubereitung wie bei Hellofresh. 1,5 Alu-Schalen belegen die Kartoffeln, 0,5 die Karotten und 1 das Halloumi mit den Zwiebeln.

Zusammenfassung der Tipps:

Somit fallen zumindest rohe Kartoffeln für die Zukunft als Zutat weg.

Bunte Süßkartoffel-Nacho-Bowl (12. Oktober)

Bunte Süßkartoffel-Nacho-Bowl
Bunte Süßkartoffel-Nacho-Bowl

Nachdem die bisherigen Rezepte gut ankamen, hat eine Kollegin, die 2018 Hellofresh abonniert hatte, ihre Rezeptkarten mitgebracht. Daraus haben wir fünf Rezepte ausgewählt. Die Bunte Süßkartoffel-Nacho-Bowl ist eines davon. Dabei ist mir nicht aufgefallen, dass ich genau dieses Rezept in derselben Woche selbst bestellt hatte. Da ich relativ spontan nach Griechenland geflogen bin und nicht alles aus meiner Box kochen konnte, haben meine Eltern die Zutaten hierfür bekommen. Dies ist somit das erste Hellofresh-Gericht, das ich zuvor nicht selbst gekocht oder gegessen habe. Von mir verwendete Zutaten für 6 Personen:

Den Koriander und das Basilikum aus dem Originalrezept habe ich vergessen.

Zubereitung wie dort angegeben. Die Süßkartoffeln habe ich 40 Minuten bei mittlere Hitze (150 bis 225°C) auf dem geschlossenen Gasgrill backen lassen und immer wieder gewendet. Da wir nur zwei Alu-Grillschälchen hatten und so schnell keine neuen bekommen haben, habe ich die Bohnen in der Mikrowelle gemacht.

Zusammenfassung der Tipps:

Da die meisten Zutaten während meines Griechenlandurlaubs von meiner Mutter gekauft wurden, die dafür kein Geld haben wollte, konnte der Unkostenbeitrag endlich in eine Rührschüssel aus Plastik investiert werden. Die Genussabteilung hat das Mitarbeiterhaus somit jetzt mit Sieb, Knoblauchpresse und Rührschüssel ausgestattet. Nächste Anschaffung könnte eine mikrowellenfeste, größere Glas- oder Keramikschüssel sein. Ebenfalls nötig wären ein zweites Schneidbrett und ein schwereres Messer zum Hacken. Informatiker hacken gerne.

Tortelloni mit Paprika-Zucchini-Grillgemüse (16. Oktober)

Tortelloni mit Paprika-Zucchini-Grillgemüse
Tortelloni mit Paprika-Zucchini-Grillgemüse

Ursprünglich wurde dieses Rezept mit Fiorelli gemacht. Aufgrund der besseren Erhältlichkeit haben wir uns für Tortelloni entschieden. Natürlich frisch, da wir mit dem Grill keine Nudeln kochen können. Auch Reis-Gerichte fallen prinzipiell flach, sofern man da nicht irgendwas mit der Mikrowelle hinkriegt.

Beim Einkaufen habe ich mich an das verlinkte Online-Rezept gehalten und mich gefragt, wie wir auf die Idee gekommen sein könnten, das zu machen, da nicht alle Schritte mit dem Grill gemacht werden können (inbesondere Schritt 1). Das Grillen von Tortelloni habe ich hingegen zwei Tage vorher ausprobiert.

Nach dem Einkaufen stellte sich zu Hause heraus: Das Rezept auf der Rezeptkarte von KW23/2018, auf Basis derer wir die Auswahl getroffen haben, ist deutlich einfacher und kam auch mit weniger Zutaten aus (es fehlen Gemüsebrühe, Paniermehl, Petersilie).

Auf der Rezeptkarte von 2018 steht als Vorbereitung, man solle das Obst, Gemüse und die Kräuter abwaschen. Auf der aktuellen Karte (kann man auf der Website herunterladen) ist von Obst keine Rede mehr, obwohl keine Zutat weggefallen ist. Botanisch gesehen sind Paprika und Kürbis (eine Zucchini ist auch nur ein Gartenkürbis) Obst, da sie aus befruchteten Blüten stammen. Paprika ist sogar mehrjährig (was auch für Obst spricht), auch wenn die Pflanze kommerziell nicht so angebaut wird.

Da ich die Zutaten aber schon eingekauft hatte, ist das tatsächlich gekochte Rezept ist eine leicht veränderte Mischung aus beiden Versionen mit wie gesagt anderen Nudeln. Ursprünglich hatten wir mit 5 bis 6 Personen geplant. Da unsere Service-Abteilung nicht glauben wollte, dass man Tortelloni grillen kann, haben wir sie eingeladen. Hier die Zutaten für 9 Personen:

Da die Zubereitung nun doch deutlich anders wurde als bei Hellofresh, hier die komplette Zubereitung:

  1. Paprika in Streifen, Zwiebeln in Ringe und zuvor halbierte Zucchini in Scheiben schneiden; dies dann mit etwas Öl auf zwei Alu-Grillschälchen auf den geschlossenen Grill bei gut mittlerer Hitze und gelegentlichem Wenden gut 10 Minuten backen lassen
  2. Paniermehl, Hälfte des Parmesans, 2 gepresste Knoblauchzehen und etwas Öl zu einer Masse vermischen. Tortelloni auf zwei Grillschalen verteilen
  3. Produkt aus Schritt 1 nach der Garzeit vom Grill nehmen und in einer großen Rührschüssel mit 2 gepressten Knoblauchzehen, Kochsahne, Gemüsebrühe und Oregano vermischen
  4. Tortelloni auf zwei neuen Alu-Schälchen 5 Minuten bei gut mittlerer Hitze erwärmen
  5. Produkt aus Schritt 3 auf zwei Schalen aufteilen und für 4 Minuten bei 600 Watt in zwei Mikrowellen aufkochen lassen
  6. Tortelloni wenden, Panade auftragen und nochmal 5 Minuten lang weiter erwärmen
  7. Tortelloni und Gemüse in einer Schale servieren, ggf. noch Parmesan drüberstreuen

Zusammenfassung der Erkenntnisse:

Kochsahne und die getrennte Verwendung vom grünen und weißen Teil von Frühlingszwiebeln (wo auch immer da die Grenze ist) kommen bei recht vielen Hellofresh-Rezepten vor, ohne dass ich zuvor davon gehört habe.

Burger mit in Bacon eingewickelten und in BBQ-Soße gebratenen Pattys (19. Oktober)

Da eine Reihe von ungenutzten Produkten an den vorherigen beiden Tagen abgelaufen waren, die man für dieses Rezept brauchte, wollten wir das machen. Klappte nicht, denn es gab in Kirchlinteln keine Burgerpattys zu kaufen. Auch Maiskolben waren nicht aufzutreiben.

Also haben wir Käse- und Erbsenpattys genommen. Erbsenproteinpattys mit Bacon eingewickelt. Veganer sind empört. Statt der Sriracha mussten wir zu Sweet-Chili greifen, die abweichend noch um eine gepresste Knoblauchzehe erweitert wurde. Geschmeckt hat es trotzdem. Zum Braten in der BBQ-Soße habe ich eine Alu-Grillschale mit Alufolie ausgelegt, was gut funktioniert hat.

Konkret eingekauft habe ich nur Romanasalat und Käse-Mix. Alles andere war noch vorhanden.

Da wir das Rezept deutlich abgewandelt haben und man Burger ohnehin so schlecht fotografieren kann, habe ich auf ein Foto verzichtet.

Hähnchenbrust/Halloumi auf griechischem Salat (21. Oktober)

Hähnchenbrust auf griechischem Salat
Hähnchenbrust auf griechischem Salat – es sähe deutlich besser auf, wenn ich die bereitstehenden Croutons nicht vergessen hätte

Geburtstagsphase in der Marketingabteilung. Geburtstagskind gibt aus. Diesmal Hähnchenbrust auf griechischem Salat. Halloumi gab’s eigentlich nur für unsere Vegetarierin, kam allerdings bei allen gut an. Sogar besser als das Hähnchenfleisch, das in der Marinade mit dem teuren Rotweinessig eingelegt war.

Das Geburtstagskind hatte gut vorbereitet und deshalb ging alles sehr schnell. Da einfach Hähnchengeschetzeltes (auf Alu-Grillschälchen wegen der Größe der Teile) gegrillt wurde, verzichte ich auf Tipps.

Pfannkuchen-Auflauf mit Frischkäse-Spinat-Füllung und Tomatensoße (26. Oktober)

Pfannkuchen-Auflauf mit Frischkäse-Spinat-Füllung und Tomatensoße
Pfannkuchen-Auflauf mit Frischkäse-Spinat-Füllung und Tomatensoße

Aufgrund gestiegener Coronazahlen war ich davon ausgegangen, dass dies der letzte Tag ohne flächendeckendes Home-Office sein wird. Daher habe ich spontan Pfannkuchen-Auflauf mit Frischkäse-Spinat-Füllung und Tomatensoße gemacht. Der Kollege, mit dem ich auf Helgoland war, hat geholfen.

Klar, Pfannkuchen kann man (zumindest ohne Eisenpfanne) nicht grillen. Daher haben wir fertige genommen. Außerdem haben wir’s mal wieder mit Zwiebeln und Knoblauch übertrieben, die im ursprünglichen Rezept nicht in der Füllung vorkommen. Zutaten für 5 Personen:

Da die Zubereitung nun doch etwas anders wurde als bei Hellofresh, hier die komplette Zubereitung

  1. Zwiebeln und Knoblauch schälen
  2. Spinat, Zwiebeln und Walnüsse hacken (Zwiebeln getrennt lassen)
  3. Zutaten für die Füllung vermischen
  4. Pfannkuchen mit Füllung bestreichen und aufwickeln
  5. Gehackte Tomaten abtropfen – der Tomatensaft wird nicht fürs Rezept benötigt und kann genutzt werden, um kurz Pauschalreisefeeling aufkommen zu lassen, das einem nach Corona sicher fehlt
  6. Grill auf minimale Hitze runterstellen und Pfannkuchenröllchen 15 Minuten lang backen
  7. Zutaten für die Haube vermischen, auf zwei Schälchen aufteilen und diese dann 6:30 Minuten bei 600 Watt in der Mikrowelle erwärmen
  8. Pfannkuchenröllchen vom Grill nehmen, mit der Haube darauf servieren und mit Parmesan bestreuen

Zusammenfassung der Erkenntnisse:

Da ich das Rezept in den nächsten Tagen von Hello Fresh bekomme, kann ich unsere Variante (v.a. die Nutzung von Knoblauch, Zwiebeln und Walnüssen sowie das Fehlen der Gemüsebrühe) mit deren Rezept vergleichen.


Ich behielt bezogen aufs Home Office leider Recht und so war’s das dann wohl gezwungenermaßen bis auf Weiteres mit der Genussabteilung. Eigentlich wollten wir noch versuchen, mit nur den Produkten aus dem inzwischen zurückgezogenen Kaufland-Werbespot Regal mit unserem gemeinsamen Lieblings-Schlägersänger Michael Wendler etwas Genießbares zu grillen, aber das fällt dann wohl flach. Und ein Geburtstagsgrillen fällt auch aus.

Etwas absagen wegen Corona? Michael Wendler könnte das nicht nachvollziehen...


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Kykladen Tag 8 – Vlichada, Fira, Monolithos, Stuttgart, Bremen: Willkommen in der Kälte

Aber bevor es in die Kälte geht, schaue ich mir noch kurz die Inselhauptstadt Fira an

geschrieben von Janni Sonntag, 11. Oktober 2020 um 22:45 Uhr

Heute müssen wir früh aufstehen. Wir müssen noch unsere Sachen packen und ein bisschen aufräumen. Um 9 Uhr sollen wir das Boot verlassen. Offiziell soll man übrigens nicht vor 14 Uhr fliegen. Weil der Flug mit Eurowings um 12:30 aber so gut (und günstig) war, habe ich den trotzdem gebucht. Leben am Limit eben.

G-Adventures Doppelkabine
Hier habe ich geschlafen. Das Boot (übrigens dasselbe Modell wie auf dem Ausflug nach Dia) hat zwei solcher Kabinen im Bug; in der anderen hat James übernachtet. Die beiden gelten als Doppelkabinen. Wie da zwei Leute reinpassen sollen, kann ich mir nicht vorstellen. Außerdem gibt es im Bug ein von uns nicht genutztes Zimmer mit einem Stockbett (Twinkabine – es sind aber nur ausdrücklich als Doppelkabinen bezeichnete Kabinen buchbar) und zwei Zimmer mit einem deutlich breiteren Bett im Heck. (Handyfoto, Mi 9T Pro, Ultra-Weitwinkel-Kamera)

Tatsächlich verlassen wir das Boot gegen 9:30 und damit 1 Stunde vor Plan. Wir fahren mit dem Mietwagen noch kurz in die Inselhauptstadt Fira. Ja, der Grieche ist echt gut darin, möglichst verwirrende Ortsnamen zu finden:

Caldera des Santorini-Archipels
Neben Thira (links ins Bild hineinragend) und Thirasia (rechts ins Bild hineinragend) gehören zum Santorini-Archipel noch die unbewohnten Inseln Nea Kameni und Palia Kameni (nicht als einzelne Inseln erkennbar) sowie Aspronisi (direkt dahinter mit dem hellen Plateau). Ebenfalls dazu gehören die drei Christiana-Inseln, wobei die dritte nur als dunkler Fleck in der Vergrößerung sichtbar ist. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 44mm F8, 1/80 s, ISO 100]

Eigentlich haben wir es falsch gemacht und hätten Ia am Vormittag und Fira am Nachmittag besuchen sollen. Dadurch wäre das Licht an diversen Stellen besser gewesen, wobei Ia auch am Nachmittag einen Reiz hat. Vormittags ist Fira auf jeden Fall fotografisch eine Herausforderung, da man oft gegen das Licht fotografiert.

Fira mit weiteren Dörfern auf Thira im Hintergrund
Das im Vorderung ist Fira, aber Häuser oder Hausansammlungen/Dörfer sind über die ganze Insel verstreut [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 45mm F8, 1/200 s, ISO 100, HDR Auto]

45 Minuten sind rum. Ich habe Fotos gemacht, die anderen gefrühstückt. Also ab zum Flughafen. Ach verdammt: Wir wurden zugeparkt. Der Fahrer des zuparkenden Autos sieht mich und parkt sein Fahrzeug woanders hin. Zum Glück. So komme ich rechtzeitig zum Flughafen (die anderen beiden fahren weiter zu ihren Hotels nördlich von Fira). Der heißt übrigens Santorini, Thira oder Fira. Je nachdem, wo man guckt. Tatsächlich steht er in Monólithos. Häuser aus diesem Ort (sowie das Hotel DL Santorini) stehen weniger als 100 Meter von der Landebahn entfernt direkt am Flughafengelände. Noch ist am Flughafen vergleichsweise wenig los, aber er wird gerade ausgebaut. Aus Verzweiflung über die nur 4 Gates geht mein Flug aus dem Nicht-Schengen-Bereich (Gate 4) des Flughafens, obwohl es ein Schengenflug ist.

Das Flugzeug ist nahezu voll, obwohl man den Flug nur ganz kurz buchen konnte. Es wäre wohl ganz voll gewesen, hätte Eurowings wie angekündigt einen A319 und nicht einen A320-214 (D-AEWU) eingesetzt. Außer mir dürften alle anderen Passagiere Pauschaltouristen sein.

Wir erreichen Stuttgart über eine halbe Stunde zu früh. Die gewonnene Zeit bringt mir nichts, denn auf dem Flug mit der österreichischen Eurowings Europe (OE-LYY) nach Bremen stürzt kurz vorm Abflug ein Computer im Flugzeug ab, der erst wieder hochfahren muss. Statt 10 Minuten zu früh starten wie somit 15 Minuten zu spät. In Bremen-Hans Koschnick ist dann wie bei meiner letzten Rückkehr aus Griechenland das Flugzeug direkt am Gate. Das Aussteigen erfolgt wie letztes Mal in Hamburg unkoordiniert.

Immerhin bin ich mit einem Airbus von Santorini abgeflogen. Sonst fliegen hier oft Regionalflugzeuge mit Turboprop-Antrieb wie die ATR 72 oder die DHC-8. Vor nicht mal drei Monaten gab es einen Totalverlust des letzteren Flugzeugtyps in Beledweyne in Somalia: Bei der Landung wurde ein Esel erfasst, das Flugzeug kam von der Landebahn ab, ging in Flammen auf und brannte aus, da man statt auf eine Flughafenfeuerwehr lieber auf das das Löschen per Eimerkette setzte. Immerhin: Niemand wurde getötet (außer dem Esel).

Ich schweife ab.


Auf meiner allgemeinen Reisebewertungsskala kriegt die Reise eine 7/10. Diese Wertung ist absichtlich stark subjektiv, da hierzu beispielsweise auch beiträgt, wie gut ich es selbst auf die Reihe gekriegt habe, mir eine interessante Reise zu buchen, die Kultur, Tiere, Landschaft usw. bietet. Kultur und Tiere kamen zu kurz, daher die 7/10.

Bewertet man die Reise anhand dessen, was sie sein möchte und sein kann, schneidet sie deutlich besser ab. Das liegt daran, dass sie Tiere und Kultur gar nicht haben wollte. Hauptkritikpunkt bleibt aber das Rumgetrödel, was auch an der Gruppe liegt. Jetzt kann man meinen, man solle nicht so’n Stress machen, aber die Tagundnachtgleiche ist schon vorbei und die Tage werden rapide kürzer. Derselbe Zeitplan im Juni/Juli wäre kein Problem gewesen, wenn man noch zwei Stunden mehr Tageslicht auf den Inseln gehabt hätte.

Auf jeden Fall eine tolle Reise auch für die Umstände. Ob überhaupt eine von meinen Planungen im nächsten Jahr stattfindet? Ich glaube nicht, aber man wird es sehen. Da das dann aber alles Pauschalreisen sind, hält sich immerhin das Risiko in Grenzen. Diese Reise war wie alles ab Mitte 2017 von mir selbst aus verschiedenen Komponenten zusammengestellt. Das hat erstaunlich gut funktioniert und ich war insbesondere vom Maritimo Beach Hotel auf Kreta sehr positiv überrascht.


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Kykladen Tag 7 – Koufonisi, Vlichada, Ia, Vlichada: Die lange Fahrt

Heute fahren wir zum Santorini-Archipel, wo unsere Reise morgen gegen 9 Uhr endet.

geschrieben von Janni Sonnabend, 10. Oktober 2020 um 22:47 Uhr

Auf unserer heutigen Fahrt benutzen wir, wie bereits auf dem Weg von Mykonos nach Paros, Motor und Segel gleichzeitig. Wir wollen ja schnell nach Santorini, um später noch Ia zu besichtigen. Deshalb fahren wir auch schon um 8:30 von Koufonisi aus los.

Segel der G-Adventures-Jacht Philoctetes
Segel [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1250 s, ISO 100]

Wir fahren einmal durch die Caldera, so heißt das Innere des Vulkans. Darin befinden sich zwei Inselchen. Am Rand liegen zum einen die Hauptinsel Thira (meist als Santorin oder Santorini bezeichnet) und das kleinere Thirasia. Die Orte auf Thirasia sind nur über eine lange Treppe vom Hafen aus zu erreichen. Warentransport findet somit per Esel statt.

Kurz vor unserem Ziel, dem Hafen von Vlichada, machen wir um 14 Uhr noch einen anderthalbstündigen Schwimmstopp. James hat einen Termin zum Anlegen um 16 Uhr, sodass wir auch nicht früher sein können.

Der Schwimmstopp findet an einem Felsenstrand statt. Es gibt hier aufällig viele Petermännchen, die aber mangels Sand einfach auf den Felsen unter Wasser sitzen. Wieder beim Boot füttern wir die Fische mit Brot. Dadurch kommen sehr viele Fische zum Boot, leider hauptsächlich die sonst auch allgegenwärtigen Ringelbrassen.

Pünktlich um 16 Uhr kommen wir in Vlichada an. Der Hafen ist recht eng, deshalb müssen wir quer parken.

Ich habe mich damit durchgesetzt, dass wir nicht mit dem Bus zur Inselhauptstadt Fira fahren, sondern uns einen Mietwagen nehmen, um damit zum anderen Ende der Insel nach Ia zu fahren. Das ist die Stadt, die auf allen Griechenland-Reiseführern zu sehen ist. Für alle, die sich fragen, was ich meine:

Typische Architektur von Ia
Ia [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100]

Auf Reiseführern wird meist eine Ansicht gewählt, bei denen die blauen Kuppeln der Kirchen sichtbar sind. Dies ist aufgrund der Uhrzeit nicht mehr möglich. Die Sonne geht nämlich schon unter:

Kleines Segelboot vorm Sonnenuntergang
Kleines Segelboot vorm Sonnenuntergang, von Ia aus gesehen [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/3200 s, ISO 100]
Byzantinische Ruine in Ia
Die byzantinische Ruine links ist auch nach Sonnenuntergang noch ein beliebter Treffpunkt für Fotografen [Sigma 20mm F1,4 Art @ F3,5, 1/10 s (EV−0,7), ISO 400]
Ia nach Sonnenuntergang
Ia nach Sonnenuntergang [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,7, 1/8 s (EV−0,7), ISO 400]
Ia nach Sonnenuntergang
Ia nach Sonnenuntergang [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,7, 1/6 s (EV−0,7), ISO 200]

Außerdem können wir morgen mit dem Mietwagen mich zum Flughafen und die anderen beiden zu ihren Hotels für die Anschlussverlängerung fahren. Dazu haben wir den Zuschlag für die Einwegmiete bezahlt. Auf den Inseln in Griechenland läuft die Rückgabe eines Mietwagens mit Einwegmiete so: Man lässt die Karre irgendwo stehen und den Schlüssel stecken. Den Ort teilt man dem Vermieter mit, der holt die Karre ab. Abhandenkommen kann die Karre nicht, weil man sie nichr auf die Fähre kriegt. Ein Franzosenpärchen hat mal auf den Kykladen ein Bild aus einem Museum geklaut, da haben sie die Fährverbindung geschlossen.

Bei unserer Ankunft in Ia haben wir bei einem Restaurant nach Bier gefragt. Uns wurde empfphlen, es doch für deutlich weniger Geld einfach 100 Meter weiter beim Minimarkt zu kaufen. Haben wir dann auch gemacht. Wir entschließen uns, nach dem Fotografieren in dem Restaurant zu Abend zu essen. Ich schlage vor, dass wir vorher noch Bier im Minimarkt kaufen und mit ins Restaurant nehmen.

Noch eine Randnotiz: Während unserer Aufenthalts in Ia durchfährt die Mein Schiff 6 die Caldera (auf dem Bild mit der byzantinischen Ruine das pinke Licht im Hintergrund). Ich zähle einige hundert Leute an Bord. Auch bei meiner Abreise aus Iraklio stand ein TUI-Kreuzfahrtschriff dort im Hafen. Es finden also tatsächlich wieder Kreuzfahrten statt. In Griechenland ist Urlaub derzeit sehr normal. Fast schon zu normal, denn beim Beobachten des Sonnenuntergangs auf der byzantinischen Ruine (wo die Bilder oben entstanden sind) trägt kaum einer eine Maske...


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Kykladen Tag 6 – Agios Georgios, Rina-Bucht, Koufonisi, Finikas, Kourfonisi: Ist ’n hübsches Städtchen, das nehm ich

Einige der schönsten Bilder auf meinem Blog überhaupt – alle in nur einem einzigen Blogpost

geschrieben von Janni Freitag, 9. Oktober 2020 um 22:22 Uhr

Der nächste Morgen. Die defekte Jacht mit den französischsprachigen Schweizern drauf ist immer noch an Ort und stelle. Die Leine zum Anleger ist nicht straff. Woher ich letzteres weiß? Ich habe direkt nach dem Aufstehen eine Runde durch den Hafen von Agios Georgios gedreht.

Fischchen
Große Haie, kleine Fische. Hier eher letzteres. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 42mm F2,8, 1/640 s, ISO 100]
Agios Georgios, Hauptort von Iraklia, nahezu komplett auf einem Bild
Agios Georgios, Hauptort von Iraklia, nahezu komplett auf einem Bild. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 45mm F8, Zirkularpolarisationsfilter, 1/100 s, ISO 100]

Um 10:50 legen wir ab und erreichen eine Stunde später die Rina-Bucht von Naxos, wo wir baden. Fotos machen kann man fast nicht, weil es mehrere unterschiedlich warme Strömungen gibt.

Goldstriemen-Schwarm
Goldstriemen-Schwarm [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 41mm F2,8, 1/500 s, ISO 100]

Um 13:20 legen wir ab und fahren eine Stunde lang nach Pano Koufonisi (auch Ano Koufonisi genannt, Hauptort heißt Koufonisi). Der Seegang ist ziemlich stark, aber Koufonisi belohnt mit einem schönen Blick auf den Ort:

Koufonisi-Hauptort [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 41mm F8, Zirkularpolarisationsfilter, 1/320 s, ISO 100, HDR Auto]

Ich laufe einmal zum Nordostende der Insel (Finikas) und dann nördlich des Hauptortes an die Westküste. Da die Wellen dort alles aufwirbeln, kann man da nicht vernünftig schnorcheln. Von dort geht es zur Ruine der Prophet-Elias-Kirche. Geschichten zufolge sollte mehrfach versucht worden sein, die Ruine wiederaufzubauen, aber es sei jedes Mal zu einem Unglück gekommen. Die Ruinenstätte selbst, die aus weißen und blauen angemalten Blöcken besteht, ist nicht mehr zugänglich, da ein Zaun davor ist. Ich finde die Stätte auch nicht wirklich zeigenswert hier.

Ich treffe mich mit den anderen am Boot und wir gehen gemeinsam zum Abendessen zu Kapitän Nikolas. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf die Karnagio-Windmühle:

Karnagio-Windmühle
Karnagio-Windmühle – da wird Holland neidisch! (Bei den griechischen Windmühlen werden die Tücher an den Flügeln bei Nichtbenutzung oder bei Sturm zusammengerollt.) [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 105mm F5, 13/10 s (EV−0,7), ISO 400, HDR Auto]

Auf dem Rückweg fällt mir auf, dass offenbar gerade die Milchstraße am Himmel sein muss. Den milchigen Streifen kann man ja mit bloßem Auge problemlos sehen. Und tatsächlich geht die Milchstraße über Naxos auf:

Milchstraße über Naxos
Blick von Ludiko Beach (Strand auf Pano Koufonisi, vorne im Bild) auf die Milchstraße über Naxos. Links: Kato Koufonisi. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 10/1 s (EV−1), ISO 800]

Wir quatschen noch kurz auf der Jacht, bevor wir ins Bett gehen. Von der Jacht aus kann man den Ort Koufonisi sehen:

Koufonisi-Hauptort bei Nacht
Koufonisi-Hauptort bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 5/1 s (EV−3), ISO 400, HDR Auto]


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Kykladen Nacht 5 - Agios Georgios: Der Abschleppdienst kommt

Wie 'ne Nacht-und-Nebel-Aktion nur ohne Nebel

geschrieben von Janni Freitag, 9. Oktober 2020 um 20:56 Uhr

Nachdem ich den gestrigen Blogpost hochgeladen habe, ist draußen immer noch Aufregung. Die Rettungsaktion beginnt gerade.

Fischerboot zieht Jacht
Das Fischerboot zieht die Jacht von der Küste weg... [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 10/16 s (EV−2,3), ISO 400]
Fischerboot zieht Jacht
...und dann in Richtung des Hafens von Agios Georgios. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/8 s (EV−2,3), ISO 400]

In der Nähe des obigen Punktes wird dann der Anker geworfen. Die Jacht treibt auf den Strand zu, wird aber vom Anker aufgehalten. Da es aber gefährlich ist, falls sich der Anker löst, bei Wind auf die Küste zuzutreiben, holt ein Stand-up-Paddler noch eine Leine von der Jacht und befestigt sie am Anleger.

Ein Stand-up-Paddler legt von einer Jacht ab
Der Stand-up-Paddler (auf dem gelben Brett) holt die Leine von der Jacht ab. Die Position, die die Jacht auf dem Bild hat, ist mehr oder weniger auch die finale. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/3 s (EV−2,3), ISO 400]

Sollte es jetzt jedoch zu einem Wechsel der Windrichtung kommen, könnte die Jacht auf die Jacht links im Bild oder die Boote links davon zutreiben, u.a. unseres. Dies wird jedoch von den anwesenden Seeleuten ausgeschlossen.


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