Kykladen III Tag 2: Ia, Fira, Ormos Athinios, Nea Kameni, Palea Kameni, Korfos, Manolas, Potamos, Riva, Ammoudi, Ia – Durch den Vulkan, hinter die Welt

Eine Kykladeninsel kommt selten allein.

geschrieben von Janni Sonnabend, 23. Oktober 2021 um 22:02 Uhr

Santorini bezeichnet auf Griechisch immer die gesamte Inselgruppe, dessen Hauptinsel auf Griechisch Thira heißt. Der Rand, der aus den Inseln Thira, Thirassia und Aspronisi („Weiße Insel“) besteht, erhielt seine heutige Form bei der Minoischen Eruption im 17. Jh. v. Chr., vor der sie eine zusammenhänge Insel (Thera) war, die zwischen dem heutigen Thira und Aspronisi offen war. Auch vor der Eruption gab es eine Caldera mit einer Insel in der Mitte.

Heute gibt es zwei Insel in der Mitte, zeitweise gab es drei. Die Form der Inseln in der Mitte erhielten durch neuere kleinere Ausbrüche des Santorini-Vulkans ihre heutige Form, der letzte war 1939–1941.

Nea Kameni („neue Verbrannte“) ist somit die jüngste Insel Europas. Sie ist der erste Stopp einer 3-Insel-Tour, die man hier für 26 Euro buchen kann. Für 14 Euro gibt es Transfers von jedem Ort auf Thira dazu.

Caldera von Santorini am Morgen im Frühnebel
Caldera von Santorini am Morgen im Frühnebel – rechts Nea Kameni [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 54mm F2,8, 1/5000 s (EV−1), ISO 100]

Von Ia dauert der Transfer sehr lang. Man wird zuerst mit einem zum Nobel-Bus umgebauten Mercedes-Sprinter abgeholt und dann irgendwo in Fira abgestellt. Zu unseren etwa 15 Leuten gesellen sich nach 10 Minuten weitere 15 dazu, die dann 5 Minuten später von einem Reisebus abgeholt werden. Dieser sammelt auf dem Weg nach Athinios (auch „neuer Hafen von Santorini“) weitere Leute ein. Der Akt dauert rund anderthalb Stunden, sodass ich 100 Minuten vor Start der Bootstour am Minimarkt gegenüber des Hotels sein musste.

Erster Halt der Bootstour ist Nea Kameni. Für 5 Euro (Insel-Eintritt – die Führung ist in den 26 Euro für die Tour enthalten) kann man sich auf der Insel umsehen, die dafür mit Wegen touristisch erschlossen wurde.

Einer der wenigen Orte mit Vegetation auf Nea Kameni
Nahe des Anlegers 1 befindet sich als einzigem Ort größere Vegetation – sonst ist jegliche Vegetation auf der Insel selten [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/200 s (EV−1), ISO 100, HDR Auto]
Blick in den Hauptkrater von Nea Kameni
Blick in den Krater [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s (EV−2), ISO 100, HDR Auto]
Schwefelauftrittsstellen auf Nea Kameni
An den weißen Stellen eines anderen Kraters tritt Schwefeldampf aus – der Boden in der Nähe fühlt sich aber nicht wärmer an als sonstwo [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 29mm F8, 1/500 s, ISO 100]
Blick von Nea Kameni auf Palea Kameni
Palea Kameni („alte Verbrannte“) besitzt sehr viel mehr Vegetation [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 128mm F8, 1/320 s, ISO 100]

Palea Kameni ist auch unser nächster Stopp. Es gibt dort eine Badebucht, in der Schwefel und Blubberbläschen austreten. Weiße Badeklamotten verbieten sich, außer man will aussehen, als hätte man, na ja. Da, wo das Boot hält, ist es ziemlich tief. „Wenn Sie wirklich nicht schwimmen können, versuchen Sie nicht, es hier zu lernen.“, meint der Reiseführer.

Kirchlein von Palea Kameni
Kirchlein von Palea Kameni mit buntem Wasser drumrum und Strand dahinter [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/200 s (EV−0,7), ISO 100]

Auch dort, wo die Blubberbläschen austreten, scheint es nicht wärmer zu sein als anderswo. Auch scheint die braune Bucht nicht wärmer zu sein als das offene Meer – bis man zurückschwimmt zum Schiff. Dann merkt man, wie das Wasser plötzlich ziemlich kalt wird.

Nächster und letzter Halt ist die bewohnte Insel Thirassia, genauer gesagt der Hafen Korfos. Auf dem Weg dorthin informiere ich mich im Internet. Es gibt um 17 eine Fußgängerfähre nach Ammoudi (Hafen von Ia) von Korfos und um 17:10 von Riva im äußersten Norden. Riva steht in Google als St. Irene drin. Auf Italienisch ist das die Herkunft des Namens Santorini, benannt nach der Kirche, die lange Zeit das einzige Gebäude der Inselgruppe war. „St. Irene steht für Frieden“, meint der Reiseführer, „im Juli und August eher nicht so.“

Restaurants in Korfos
Ein Teil von Korfos [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 34mm F8, 1/640 s (EV−0,7), ISO 100]

Die Fahrt mit der Fähre zurück nach Ammoudi bietet sich an, wenn man in Ia untergebracht ist. Die genauen Infos erhält man bei Captain John, dann meldet man sich bei der Crew der Bootstour ab. Die Fähre kostet 1 Euro. Sie ist insbesondere dann praktisch, wenn man sich Riva anschauen und nicht wieder zurück nach Korfos laufen möchte – dafür reichen die 2 Stunden auch kaum, die man hier von der Bootstour aus hat. Mit der Fähre hat man 3,5 Stunden. 3 Stunden später fährt an manchen Tagen (z.B. heute) auch ein Seajet von Riva nach Santorini, dort aber nicht zum Hafen von Ia.

Zurück zur Bootstour: In Korfos kommen viele nicht an Nick the Greek vorbei. Zum einen wegen der Lage direkt am Anleger, zum anderen wegen des Preises für Pita: 3 Euro. Ein paar Meter weiter gibt es die Schweinefleisch-Version zwar für 2,80, aber egal. Man kann sich hier ja etwas durchschlemmen. Nick the Greek macht Pita mit einer Art Coleslaw als Salat – ungewöhnlich, sonst ist der Salat eher aus Tomaten.

Die Stärkung braucht man auch, denn jetzt geht es die Treppen hoch nach Manolas, dem Hauptort der Insel.

Blick von der Treppe von Thirassia auf die Caldera
Blick vom Weg nach Manolas auf die Caldera [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Ich laufe von Manolas aus zu einem der höchsten Punkte der Insel, wo die Agios-Charalampos-Kirche (in etwa St.-Harald-Kirche) steht. Die Griechen schaffen es ja immer sehr gut, Motive mit Telefonkabeln und Bauruinen zu verschandeln. Das erklärt den seltsamen Winkel auf dem folgenden Bild:

Agios Charalampos auf Thirassia
Agios Charalampos [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/500 s, ISO 100]

Um ein Foto von Manolas zu machen, betrete ich einfach irgendein Grundstück einer Apartment-Unterkunft.

Manolas
Manolas [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 44mm F8, 1/640 s, ISO 100, HDR Auto]

Von Manolas gehe ich nach Potamos. Das liegt auf dem Weg nach Riva.

Panagia Giatrissa
Dem Blumenkübel rechts nach zu urteilen ist dies die Kirche des Heiligen Snickers. Zum Abendmahl wird daher höchstwahrscheinlich tiefgekühlter Schokoriegel statt Hostie gereicht. (Panagia Giatrissa) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1600 s (EV−1), ISO 100, HDR Auto]

Riva selbst ist unspektakulär, gar hässlich. Die Fähre kommt einige Minuten verspätet an. Die meisten Leute, die bereits in Korfos zugestiegen sind, steigen hier aus. Ich erkenne Personal von Nick the Greek. Offenbar nutzen sie, dass Riva eine Straßenanbindung hat, während man Korfos nur per Treppe (oder Boot) erreicht.

Von Ammoudi aus gehe ich die über 200 Stufen (die zudem erheblich schief sind, sodass es mehreren hundert Stufen mehr entspricht) nach oben zum Aussichtspunkt in Ia.

Maultier
Alternative zum Treppensteigen: Reiten. Santorini wird zwar gemeinhin mit Eseln assoziiert, die meisten sind aber wie im Bild Maultiere [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 72mm F4,5, 1/125 s, ISO 100]

So, jetzt aber noch Bilder von der Blauen Stunde:

Windmühlen von Ia in der Blauen Stunde
Windmühlen von Ia in der Blauen Stunde [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 4/1 s (EV−1,3), ISO 200, HDR Auto]
Windmühlen von Ia in der Blauen Stunde
Windmühlen von Ia in der Blauen Stunde, größerer Bildausschnitt [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 36mm F5,6, 4/1 s (EV−1,3), ISO 200, HDR Auto]
Ia bei Nacht
Ia bei Nacht [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F5,6, 1/1 s (EV−2), ISO 200, HDR Auto]


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Kykladen III Tag 1: Athen, Fira, Ia, Ammoudi, Ia – Der Letzte macht das Licht aus

Noch ist nicht Schluss

geschrieben von Janni Freitag, 22. Oktober 2021 um 22:05 Uhr

Die Rundreise auf dem griechischen Festland ist nun also Geschichte. Die vermutlich letzte von Young Line Travel in diesem Jahr, nur die Young Line 35+ (von uns als Old Line bezeichnet) ist derzeit noch in Jordanien und es gibt ein paar Silvesterreisen in Europa. Wir machen für das Hauptprogramm aber sozusagen das Licht aus.

Die zurückliegende Reise fühlte sich leider eher an wie eine Studienreise als eine Young Line. Klar, Griechenland ohne Kultur geht nicht, aber ich finde, da hätte man mehr Spaß- und Erlebnisaktivitäten machen können als die Insel-Tour an Tag 4 (offiziell Tag 3). Außerdem gibt es Abzüge für die überteuerten Ausflüge.

So gibt es eine 6+1 (Inhalt max. 10 Punkte plus Gruppenbonus max. 3 Punkte).

Irgendwie war ich aber schon seit 3,5 Monaten nicht mehr auf den Kykladen. Das ist ziemlich viel. Also ab nach Fira!

Da auch ich entgegen anderslautenden Gerüchten erheblich weniger Urlaubstage habe als der deutsche Durchschnitt, fahre ich früh zum Flughafen und arbeite von dort. Dabei stört neben zeitweise miesem Internet vor allem die Musik. Im Athener Flughafen läuft nämlich die ganze Zeit irgendwelches Gedudel. Mal bekannte Songs, mal Coverversionen. Wir haben uns auf Sardinien als Gruppe so richtig darüber aufgeregt, dass in allen Restaurants sehr langsame Versionen bekannter aktueller Hits laufen statt der Originale. Und hier im Flughafen läuft dann I kissed a girl (and I liked it) von ursprünglich Katy Petty – gesungen von einem Mann. Orthodoxes Land eben.

Schnell an Bord der ATR 72-500 SX-NIV und dann ab nach Fira. SkyExpress meint es ernst mit dem Zeitpunkt, an dem das Gate schließt. 20 Minuten steht auf dem Ticket, 21 Minuten vor Ablauf fährt der Vorfeldbus zum Flugzeug. Es ist etwa halb voll. Sonst habe ich in Coronazeiten immer nur (fast) ausgebuchte Flieger gesehen, außer dem Rückflug von Kriti im Juli 2020. Dass das Flugzeug nur halb voll ist, ist auch gut, denn viele Leute (mich eingeschlossen) sind vom deutlich geringeren Platz für Handgepäck überrascht.

Das Turboprop-Flugzeug steigt für den 33 Minuten kurzen Flug lediglich auf 13.000 Fuß, Ohrensausen entfällt somit komplett. Ja ja, Kurzstreckenflug. Aber 48 Euro und 33 Minuten mit dem Flugzeug stehen für eine Bootsfahrt mit Seajets knapp 70 Euro und 5:20 Stunden gegenüber.


Auf Thira angekommen steht bereits der Bus am Flughafen. Er fährt entgegen des Fahrplans nicht um 10 nach sondern zur vollen Stunde nach Fira. Von dort fährt der Bus nach Ia aber zur vollen Stunde und halben Stunde wie es im Plan steht. Obwohl die Insel sehr klein ist, fahren sie hier mit Reisebussen statt mit Linienbussen. Das dient wohl der Beförderung von Gepäck. Der Sitzabstand im öffentlichen Bus hier auf Thira ist größer als bei unserem Gruppenbus der vergangenen Rundreise.

Der Bus von Fira nach Ia ist so voll, dass ich nicht da aussteigen kann, wo ich hin möchte, sondern zur Endstation fahren muss und von dort die etwa 1 Kilometer ins Hotel zurücklaufe. Der Rezeptionist ist total Feuer und Flamme für seinen Ort und seine Insel. Er packt eine Karte aus, zeichnet diverse Dinge ein und erzählt ohne Punkt und Komma. Nach 5 Minuten kann ich ihm endlich sagen, dass ich schon zweimal auf Santorini war und für morgen auch schon eine Tour gebucht habe.


Noch mal kurz etwas gearbeitet, dann geht es ins Getummel von Ia. Wie mit im Bus schon aufgefallen ist, ist Thira von lauter anglophonen Touristen überlaufen. Man hört fast nur Englisch in den Gassen. Während Griechen nicht vor 20 Uhr essen gehen, ist hier gegen 18 Uhr bereits alles voll und später gegen 21 Uhr fast alles leer.

Ia
Ia, ein überraschend brauchbares Gegenlichtfoto [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/640 s, ISO 100, HDR Auto]
St.-Georg-Kirche (Agios Georgios)
Die St.-Georg-Kirche befindet sich direkt bei meinem Hotel [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/500 s, ISO 100, HDR Auto]

Ich kaufe mir ein Eis und schlendere langsam zum Aussichtspunkt.

Als die Sonne verschwunden ist, klatschen die Leute. Haben die Leute übrigens auch im Flugzeug nach Athen gemacht letzten Dienstag. Die Landung war aber auch wirklich butterweich, während der Aufsteig der schlechteste von mir je erlebte war. Turbulenzen, Leute die schreien. War nicht so geil.

Geil ist aber, was passiert, wenn alle Leute weg sind: die Blaue Stunde steht an. Ich suche mir einen leicht anderen Ort als letztes Mal, um Fotos zur zu machen, und nutze den Standardzoom für einen anderen Bildausschnitt.

Ia nach Sonnenuntergang
Ia nach Sonnenuntergang [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 46mm F8, 16/10 s (EV−1,7), ISO 200, HDR Auto]

Mir fällt die Sphinx auf, die auf dem Bild links unten zu sehen ist. Sie trägt eine Maske. Allerdings tut sie das auch auf den Bildern vom letzten Jahr bereits.

Unterhalb des Aussichtspunktes fällt mir ein kleiner Hafen auf, der ein gewisses Piratenflair ausstrahlt, das durch entsprechende Musik verstärkt wird. Ich laufe daher die Treppen runter nach Ammoundi, wie der Ort heißt.

Blick von Ia auf Ammoundi
Blick von Ia auf Ammoundi [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 46mm F4, 4/1 s (EV−0,7), ISO 400, HDR Auto]

Ammoudi besteht zum Großteil aus 4 Tavernen. Außerdem gibt es noch einen Yachttourenanbieter und ein Eiscafé namen Cool Cave – das jetzt um 20 Uhr den Besuchern die kalte Schulter zeigt und einfach mal eiskalt geschlossen hat.

Ich laufe auf den Felsen an der Küste entlang bis zum Ende des „Weges“. Von dort kann man ein Bild der St.-Nikolaus-Insel machen, die nach einer Kapelle auf der anderen Seite der Insel benannt ist (die man somit hier nicht sieht). Versuche, die Milchstraße über Thirassia zu fotografieren, scheitern.

St.-Nikolaus-Felsen (Agios Nikolaos Peramataris) bei Nacht
St.-Nikolaus-Felsen (Agios Nikolaos Peramataris) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 5/1 s, ISO 400]

Auf dem Weg zurück zum Hotel hole ich mir noch ein Pita. Die griechische Antwort auf den Döner kostet hier 4 Euro (zum Vergleich: in Kalavryta war man für 2,50 dabei). Santorini kann also auch günstig (für seine Verhältnisse) – nur halt nicht direkt an der Caldera. Dann noch ein paar Flaschen Pepsi Max und der morgige Tag ist gerettet. Da fahre ich auf die anderen Inseln von Santorini. Wenn der Kapitän nicht wieder abhanden kommt.


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Griechisches „Festland“ Tag 10: Athen, Piräus, Ägina-Stadt, Agia Marina, Ägina-Stadt, Skala, Megalochori, Piräus, Athen: Plan B

Kapitän plötzlich abhanden gekommen – wie macht man trotzdem das Beste aus diesem Tag?

geschrieben von Janni Donnerstag, 21. Oktober 2021 um 23:19 Uhr

Im Marco-Polo-Reiseführer stehen die heute besuchten Saronischen Inseln unter Festland.


7:45, wir verlassen pünktlich das Hotel für unseren Segelausflug nach Angistri, Moni (Badestopp an einem Inselchen zwischendrin) und Ägina. An einer Straßenecke 80 Meter entfernt werden wir fast pünktlich um kurz nach 8 abgeholt.

Um 8:45 erreichen wir den Hafen, von dem wir losfahren sollten. Aber statt den Bus zu verlassen steigt eine junge Frau in den Bus und redet sehr schnell mit starkem Akzent. Die Frau vom Kapitän hat angerufen, er kann nicht kommen. Der Minibus, in dem wir mit um die 10 anderen sitzen, bringt uns jetzt irgendwo hin. Kurz mit den anderen beiden gesprochen (quer durch den Bus, da wir als vorletztes zugestiegen sind und an unterschiedlichen Enden sitzen): Okay, wir fahren mit der Fähre nach Ägina.

Ägina

Mittelmeermöwe
Mittelmeermöwe [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/800 s (EV−0,7), ISO 100]

Zwischenzeitlich finde ich dann noch heraus, dass man von Ägina nach Angistri fahren kann mit Fähren. Die Fähre von SF.gr (an der aber 2wayferries.com dran steht), in der wir gerade sitzen, ist in fast allen Auskunftsmedien nicht enthalten. Die letzte Fähre mit nennenswertem Aufenthalt auf Angistri fährt laut den meisten um 13:35, auf einer steht aber als einzige des Tages eine um 15:00 Uhr drin, die sofort zurückfährt – als einzige Fahrt des Tages. Tatsächlich fahren sie beide, steht auf den Websites der Anbieter. Die letzte zurück fährt danach um 17:50. Neben Angistri findet man für den Hafen auch die Bezeichnung Agistrie, Agkistri, Myli und Mylos. Tatsächlich heißt der Ort Megalochori.

Und noch etwas fährt nicht wie im Internet. Laut Internet fahren um die zehn Busse pro Tage zwischen Ägina-Stadt und Agia Marina, wo der Afea-Tempel (Afia, Aphaia und zahlreiche andere Schreibweisen) ist, z.B. kurz nach unserer Ankunft um 11. Tatsächlich fahren 4. Der dritte fährt um 11:30. Der nächste und letzte Bus von Agia Marina zurück fährt um 15. Toll.

Aura-Strand von Ägina-Stadt mit Apollon-Tempel
Aura-Strand von Ägina-Stadt mit der einzigen verbliebenen Säule Apollon-Tempel [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 29mm F8, 1/400 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Also für 1,80 pro Nase ein Ticket gekauft. Gleichzeitig kommt bereits die Erstattung der Tour via Mail rein.

Der Busverkehr auf Ägina ist nun also nicht makellos. Dafür haben sie hier etwas, das Markellos ist, nämlich einen Turm, den wir uns ansehen, weil uns der Besuch des Apollon-Tempels für 4 Euro zu teuer ist:

Markellos-Turm
Markellos-Turm, war in den 1820ern kurz mal Regierungsgebäude (deutscher Bundestag staunt) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/640 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]
St.-Nikolaus-Kirche (Agios Nikolaos) von Ägina-Stadt
St.-Nikolaus-Kirche [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/500 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Dass wir den den Apollon-Tempel mit seiner einen einzigen ärmlichen Säule nicht anschauen, ist nicht so schlimm – vom Heiligturm der Afia stehen nämlich noch deutlich mehr. Auf dem Weg dorthin fährt man am St.-Nikolaus-Kloster vorbei. Man kann da aussteigen, aber bis in 3 Stunden der nächste Bus kommt – nein! Also vom Bus fotografieren:

St.-Nikolaus-Kloster von Ägina
St.-Nikolaus-Kloster von Ägina [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/100 s (EV−0,7), ISO 100]

So, jetzt aber Zeit fürs Heiligtum der Aphaia:

Heiligtum der Aphaia (Aphaiatempel)
Heiligtum der Aphaia [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1000 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Das Heiligturm der Aphaia ist das, was der Engländer ein One-Trick Pony nennt: Die Stätte besteht nur aus diesem einen Gebäude. Bei einem Preis für 6 Euro sind auch die nur drei Infotafeln äußerst dürftig. „C’est la vie“, wie der Engländer sagt.

Von dort aus laufen wir über einen Wirtschaftsweg querfeldein nach Agia Marina. Beim erstbesten Restaurant essen wir eine Pizza und lassen uns ein Taxi bestellen, durch das wir etwa 1 Stunde vor dem nächsten Bus in Ägina-Stadt sind. So kann ich noch ein Ticket für Angistri kaufen, die anderen wollen hier bleiben. Das Ticket von Ägina nach Angistri kostet einzeln 2,80 für die langsame Fähre (diese fährt jetzt um 15 das einzige Mal) und 5,50 für die Schnellfähren, die Fliegende Delfine genannt werden. Kauft man das mit einer Weiterfahrt nach Piräus, kostet es nichts.

Bis die Fähre in 20 Minuten geht, können wir uns noch die Isodia-Theotokou-Kirche nahe des Hafens ansehen:

Isodia-Theotokou-Kirche in Ägina-Stadt
Isodia-Theotokou-Kirche [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/640 s, ISO 100, HDR Auto]

Angistri

Küste von Angistri bei Skala
Küste von Angistri [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 38mm F4,5, 1/800 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Auf Angistri angekommen stelle ich fest, dass es hier in Skala nur ein Ticketbüro für die langsame Fähre gibt – die Schnellfähren haben kein Büro. Ich frage eine Frau. Sie erklärt mir, die Schnellfähren fahren von einem anderen Ort auf der Insel (Megalochori, Mylos oder Myli). Also einmal über die halbe Insel laufen. Das sind etwa 3 Kilometer. Das ist in den 2,5 Stunden bis zur letzten Fähre absolut machbar.

Immerhin: In Skala gibt es die Hauptattraktion von Angistri: Die Kirche der Heiligen Geldverächter (Agii-Anargyroi-Kirche) ist direkt im Hafen von Skala:

Kirche der Heiligen Geldverächter in Skala
Kirche der Heiligen Geldverächter [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1000 s (EV−0,3), ISO 100, HDR Auto]

Ich gehe durch den Hauptort und dann über Forstwirtschaftswege. Die Pinien duften, am Wegesrand steht Salbei und der Wald ist voller lila Blümchen. So durch die Wege schlendernd vergesse ich, dass ich eigentlich die Allerheiligenkirche (Agii-Pantes-Kirche) im Wald aufsuchen wollte.

Allerheiligenkirche von Megalochori
Allerheiligenkirche von Megalochori [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Die Kirche hat draußen zwei Glocken. Ich kann nicht widerstehen, sie zu läuten. Dann gehe ich zum Anleger.

Waldweg auf Angistri
Waldweg auf Angistri [Sigma 20mm F1,4 Art @ F16, 1/60 s (EV−0,7), ISO 125, HDR Auto]

Anhand der Sitznummer (der höchstmöglichen) und dass der Fligende Delfin augenscheinlich voll ist, vermute ich, dass ich das letzte Ticket bekommen habe und sonst auf Angistri hätte übernachten müssen. Da kann ich froh sein, dass die anderen beiden nicht diese Fähre gebucht haben, sondern mit einer konventionellen Fähre gefahren sind. Mit der fahren sie von Ägina früher ab als ich von Angistri über Ägina nach Piräus und kommen nach mir an. Dafür sparen sie 3,50.

Flying Dolphin im Sonnenuntergang
Flying Dolphin im Sonnenuntergang [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 82mm F4,5, 1/1000 s (EV−0,7), ISO 100]

Auf dem Weg zum Abendessen kommen wir am Little Kook vorbei, das sich für den anstehenden Halloween richtig schön dekoriert hat:

Little Kook im Halloween-Style
Little Kook im Halloween-Style [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/20 s (EV−0,3), ISO 200]
Straße zum Little Kook im Halloween-Style
Straße zum Little Kook im Halloween-Style [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/30 s (EV−0,3), ISO 200]

Nach dem Abendessen geht es zum Abschiedsmeeting auf die Dachterrasse des Hotels, wie in der ersten (gemeinsamen) Nacht. Nur heute geht es darum, wie man seinen Koffer packen und das Freigepäcklimit nicht überschreiten kann. Ich verstehe das Problem nicht.


Morgen geht es dann gegen Abend weiter mit der nächsten Reise. Die Sardinien-Reisegruppe hasst diesen Trick.


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Griechisches Festland Tag 9: Patras, Delfi, Athen: Wiedersehen macht Freude

Zurück nach Athen!

geschrieben von Janni Mittwoch, 20. Oktober 2021 um 20:56 Uhr

Heute steht der letzte Tag mit offiziellem Programm an. Die nächsten zwei Übernachtungen sind zwar Teil der Reise, aber im Prinzip unnötig. Ich hatte überlegt, auf die letzte Übernachtung zu verzichten, aber wollte mir die Option eines sehr langes Tagesausflugs morgen freihalten.

Als wir Patras Richtung Delphi verlassen, halten wir unterhalb der Charilaos-Trikoupis-Brücke, die die Meerenge zwischen Rio und Andirrio überspannt.

Charilaos-Trikoupis-Brücke (Rio-Andirrio-Brücke)
Charilaos-Trikoupis-Brücke [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/320 s, ISO 100]

Die Brücke ist ein architektonisches Wunder, da sie auf nicht tragfähigem Meeresboden in einem Erdbebengebiet steht. Sie wurde lange erdacht, aber erst zu Olympia 2004 fertiggestellt. Otto Rehhagel war als Fackelläufer einer der ersten, der sie überquerte. Anforderungen an die Brücke waren, dass sie hohen Windlasten, einem Erdbeben der Stärke 7 und dem Aufprall schwerer Schiffe mit 16 Knoten widerstehen müsse. In der geplanten Lebensdauert von 120 Jahren darf zudem jeder Pylon 2 Meter wandern.

Dann geht es hoch und über die Brücke wieder aufs echte griechische Festland und da dann nach Delphi – der Programmiersprache, in der ich meine größten Projekte programmiert habe. Daher ist natürlich ein Selfie in Delphi für die Firma Pflicht.

Der Name des Ortes, der auf Deutsch Delphi heißt, ist Δελφοι. Er wird machmal als Delfoi transliteriert, meist aber als Delfi offiziell transkribiert.

Der Buchstabe ‚φ‘ (Phi) wird heute /f/ ausgesprochen und bei aktuellen Transkriptionen auch so transkribiert. Jetzt kann man sich fragen, warum man Wörter wie Delphi, Physik, Philisophie usw. im Deutschen nicht mit ‚f‘ schreibt. Das geht darauf zurück, dass zum Zeitpunkt der Entlehnung dieser Wörter ins Lateinische das Phi noch als behauchtes P gesprochen wurde, wofür es im Latein keinen Buchstaben gab. Also schrieb man es ‚ph‘. Dies blieb auch dann noch erhalten, als die Griechen begannen, das Phi /f/ auszusprechen.

Ein ähnliches Problem besteht bei β (Beta), das nicht mehr als /b/ sondern eher als /v/ gesprochen wird. Der Grieche ist nicht in der Lage, /b/ mit einem Buchstaben auszudrücken und schreibt daher ‚μπ‘ (My Pi), z.B. μπετον („Beton“).
Auch ein /d/ existiert im Griechischen nur indirekt, da δ (Delta) als /ð/ gesprochen wird, weshalb man /d/ als ‚ντ‘ (Ny Tau) schreibt.

Delphi ist zwar das wichtigste Orakal, das seine Blütezeit vom 8. bis 4. Jahrhundert vor Christus hatte. Das Älteste ist hingegen das Taubenorakel von Dodona. Delphi wurde gegründet auf einem Erdspalt, aus dem Schwefeldämpfe austraten. So benebelt konnte die Pythia (Wahrsagerin) die völlig wertlosen da mehrdeutigen Aussagen treffen. Das Orakel hatte immer recht – wer etwas anderes behauptete, hatte die mehrdeutigen Vorhersagen einfach falsch gedeutet.

Apollo soll hier Python getötet haben. Da er deshalb im Winter im Exil war, war das Apollon geweihte Delphi-Orakel dann stumm.

Ansonsten musste man für eine Wahrsagung ein Zicklein opfern und natürlich viel Geld bezahlen.

Römische Agora von Delphi
Römische Agora, vor der Heiligen Straße (deren Gebäude von den verschiedenen griechischen Stadtstaaten gestiftet wurden) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]
Nabel der Welt in Delphi
Der „Nabel der Welt“ (Replik) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/3200 s, ISO 100, HDR Auto]
Schatzhaus der Athener in Delphi
Schatzhaus der Athener [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/320 s, ISO 100, HDR Auto]
Polygonale Mauer in Delphi
Polygonale Mauer – hier wurden Gesetze zur Befreiung treuer Sklaven eingraviert [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/250 s, ISO 100]
Blick über das Theater von Delphi ins Tal
Blick über das Theater von Delphi ins Tal [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/320 s, ISO 100, HDR Auto]
Apollon-Tempel in Delphi
Apollon-Tempel [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/250 s (EV0,7), ISO 100, HDR Auto]

Wir fahren zum Mittagessen zu Aggelos’ Taverne zum Essen und Hunde-Flauschen. Unterwegs halten wir an einem Aussichtspunkt auf Arachova, was aber doof aussieht, weil die Sonne gerade hinter dichten Wolken steckt.

Im anschließenden Feierabendverkehr nach 1.100 Kilometern auf dieser Reise ist Stau vorprogrammiert. Vor Corona gab es eine Regelung, dass abhängig vom Datum nur Autos mit gerade oder ungerader Nummer auf dem Kennzeichen in Zentrum dürfen. Das wird vielleicht bald wieder eingeführt.

Zum Abendessen wollen wir in die 360°-Bar. Aber da spontan mal für 22 Leute zu reservieren, ist kompliziert.

Im Hotel angekommen bekomme ich meine Flecejacke, die ich hier letzte Woche vergessen habe. Sachen aufs Bett gehauen und dann ab zum Areopagus.

Akropolis vom Areopagus bei Nacht
Akropolis vom Areopagus [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/15 s (EV−1), ISO 400, HDR Auto]
Athen bei Nacht
Athen bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/60 s (EV−3), ISO 1000, HDR EV±6]

Und natürlich unser experimentelles Foto des Tages:

Athen bei Nacht in unscharf
Athen bei Nacht in unscharf [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/25 s (EV−3), ISO 400]

Dann also zurück zum Hotel zum Sit-In auf der Dachterasse unseres Hotels Arion.

Römische Agora bei Nacht
Römische Agora bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/6 s (EV−1), ISO 400]


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Griechisches Festland Tag 8: Patras, Diakopto, Kalavryta, Patras – Eisenbahnromantik

Zweiter freiwilliger Ausflug: Mit der Zahnradbahn in die Berge

geschrieben von Janni Dienstag, 19. Oktober 2021 um 22:37 Uhr

Nachtrag gestern Abend

Wir waren ein bisschen in Patras spazieren und noch in einer Bar etwas essen. Es ist teils günstig, so bestellt einer ein Sandwich, bekommt aber drei Doppeldecker-Sandwich-Hälften mit einer großen Portion Pommes – für 5 Euro. Der Hauswein ist in der Bar (mod’s) jedoch schlecht, hab ich mir sagen lassen.

Restaurants in der Straße Ifestou in Patras bei Nacht
Irgendwo (Straße: Ifestou) in Patras bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/15 s (EV−0,7), ISO 400]

Wieder im Hotel (Mediterranée) fällt mir auf, dass irgendwas hier sehr laut ist. Manchmal. Es hört sich an, als ob in der Etage über mir die Wäscherei mit Trockner ist. Erst nach einer halben Stunde weiß ich jedoch, was es ist: Mein Zimmer befindet sich direkt neben dem Aufzug. Ich frage an der Rezeption und bekomme ein neues Zimmer. Es ist das Behindertenzimmer. Es ist doppelt so groß (wohl vor allem wegen des behindertengerechten Badezimmers), hat einen deutlich größeren Fernseher (für die Sehbehinderten?), keinen Tisch (aber eine Kommode) und keine Stühle (aber ein Sofa).

Anders als im letzten Zimmer (und im letzten Hotel) surrt der Stromkasten im Behindertenzimmer sehr laut. Hörbehinderte stört das nicht – mich schon. Also schlafe ich ohne Strom.

Das Hotel ist aber auch echt altbacken. In allen Hotels gab es keine Aufzüge mit sich selbst öffnenden Türen – das habe ich vor dieser Reise vielleicht einmal gesehen.


Gut, wie vorgestern angekündigt steht heute wieder so ein freiwilliger Ausflug an. Kostet 49 Euro und enthält eine Fahrt mit der Zahnradbahn (Wert: 9,50). Zahnradbahn ist gut, die Steigung ist mit maximal 14% für eine Zahnradbahn eigentlich nicht sehr groß. Wir bekommen die Plätze 1 bis 35 zugewiesen, obwohl wir nur 22 Leute sind. Allerdings sind die Sitzplätze extrem schmal.

Man sieht am meisten, wenn man sich in der Zahnradbahn in Fahrtrichtung aufwärts rechts hinsetzt. (Die Zahnradbahn fährt an den Endstationen in einer anderen Richtung ab als ein.)

Bilder von der Strecke kommen später.

Ziegenhütten in den Bergen
Ziegenhäuser in den Bergen [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 111mm F6,3, 1/1000 s (EV−0,7), ISO 200]
Berge an der Zahnradbahn zwischen Diakopto und Kalavryta
Berge an der Strecke [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 70mm F5, 1/2000 s (EV−0,7), ISO 200]

Wir fahren einmal die komplette Strecke von Diakopto (im Buchungssystem teilweise Diakofto genannt) nach Kalavryta. Das dauert 1:07. Dann steigen wir um in den Bus und fahren zum Kloster der Heiligen Lawra. Es ist besonders deshalb geschichtsträchtig, weil sich die Griechen hier zum Widerstand gegen die Türken verschworen haben. Das Kloster wurde von den Deutschen am 13. Dezember 1943 völlig zerstört. Außerdem kam es an diesem Tag in Kalavryta zu einem Massaker. Dies geschah, nachdem die Partisanen sechs Tage zuvor 80 festgenommene deutsche Soldaten getötet hatten (wobei man vermuten kann, dass die Deutschen Kalavryta eh überfallen hätten).

Als wir ankommen, machen sich drei der sieben Mönche gerade mit dem Auto aus dem Staub. Von einem der anderen bekommen werden wir aufgrund der Geschehnisse im zweiten Weltkrieg beschuldigt.

Agia Lavra
Agia Lavra (das HDR-Bild ist in der Originalauflösung nicht ganz korrekt zusammengesetzt) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F3,5, 1/1600 s (EV−1), ISO 200, HDR Auto]

Das Fotografieren im Kloster selbst ist verboten. Folgende Bilder sind daher nicht möglich:

Klosterkirche in Agia Lavra
Klosterkirche in Agia Lavra [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/250 s, ISO 200, HDR Auto]

Gegenstände, die die Deutschen nicht zerstört haben, werden im Klostermuseum ausgestellt. Fotografieren ist dort aber wirklich verboten.

Wir spielen noch ein bisschen mit dem Klosterhund, bevor wir zwei Stunden in Kalavryta zu Mittag essen. Bisschen lang, finde ich, aber gut, kann man nichts machen.

Danach laufen wir auf den Schienen etwa 7 Kilometer in Richtung Tal.

Äskulapnatter schlängelt sich an Gleisen entlang
Äskulapnatter – diese ungiftige Schlange ist in Deutschland auf dem Logo der Apotheken zu sehen, während die Apotheken in südeuropäischen Ländern animierte grüne LED-Schilder in Form eines Plus-Zeichens verwenden (beides finde ich hässlich) [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F2,8, 1/5000 s, ISO 200]
Strecke der Zahnradbahn Diakopto–Kalavryta zu Beginn des Herbstes
Strecke mit Blick auf die Berge – viel Vegetation ist bereits ansatzweise herbstlich gefärbt [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/3200 s, ISO 200]
Gruppenfoto vorm Bahnhof Kerpini [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 48mm F8, 1/320 s, ISO 200]
Zug der Zahnradbahn Diakopto–Kalavryta
Zug kommt, alle beiseite! [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/80 s (EV−1), ISO 125]

Nachdem wir bei Kilometer 15 wie in den Bus gehüpft sind, fahren wir zum Hotel. Unterwegs machen wir noch einen Halt im Restaurant Grand Chalet, wo wir Eis essen. Von dort hat man einen Blick runter auf das Tal und hoch zu den Gebäuden des Megaspiläon.

Ein Gebäude des Megaspiläon und Allerheiligenkirche
Ein Gebäude des Megaspiläon („Große Höhle“-Kloster, links) und Allerheiligenkirche (rechts) [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 123mm F5, 1/400 s (EV−0,7), ISO 100]


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