Vermischtes/Mallorca III Nena oder Malle?

Ein Nachtrag zum Malle-Urlaub im Juni aus aktuellem Anlass

geschrieben von Janni Dienstag, 27. Juli 2021 um 22:28 Uhr

Vorgestern hat Nena ein Konzert am BER-Terminal 5 (besser bekannt als Flughafen Berlin-Schönefeld) gespielt. Aus 15.000 Coca-Cola-Kästen hat der Veranstalter Unter Freiem Himmel mehrere hundert halbkreisförmige Boxen/Bereiche von ich würde mal schätzen 2×2 Metern Größe im Abstand von 1,5 Metern gebaut, die man buchen kann. Die Boxen sind nicht sehr hoch und bestehen aus 1 bis 2 Ebenen Kisten.

Als der Veranstalter mit Abbruch drohte, weil die Leute nicht in ihrer Box bleiben wollten, sagte Nena, dass ihr persönlich das egal sei – das müssten die Zuschauer schon selbst wissen, ob sie sich daran halten. Das Konzert wurde vor der Zugabe vom Veranstalter abgebrochen.

Auch Nenas nächstes Konzert im September in Wetzlar wurde heute abgesagt, da dessen Veranstalter das nicht so ’ne tolle Aktion fand.

Das erinnert mich an meinen Malle-Urlaub dieses Jahr im Juni. Denn was Nena kann, kann Malle schon lange. Zum Kontext: Der Innenraum der Flughafenbusse war durch Klebeband in Felder von ca. 1,5×2 Meter geteilt. In jedem der Felder waren laut dem am Anfang gezeigten Schild 2 Personen zulässig, macht pro Bus gut 30 Leute. Vorbildlich. Nicht vorbildlich: Wenn man für einen vollen A320 (180 Leute) ganze drei Flughafenbusse stellt:

In einem Flughafenbus auf Mallorca, 11. Juni 2021


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Vermischtes Gefahr für die Gesellschaft und Gesundheit

Wer ist gefährlicher für seine Mitmenschen – ein Geimpfter oder ein Ungeimpfter? Klingt trivial? Ist es nicht. Ein Beweisversuch.

geschrieben von Janni Sonntag, 25. Juli 2021 um 16:31 Uhr

Ich habe das Gefühl, es gibt praktisch keine neutralen Medien. Journalismus hat eine klare Belehrungs- und Überredungsabsicht (ich schreibe absichtlich nicht „Überzeugungsabsicht“). Statistisch sind die allermeisten Journalisten (wie Kreative überhaupt) politisch links. Da wir eine eher linke Regierung haben, fehlt nennenswerte Kritik an der Regierung.

In Deutschland gibt es keine sachliche Diskussions- und Argumentationskultur und ein reines Schwarz-Weiß-Denken. Aber das hatte ich hier ja schon mal geschrieben. Ich gehe jetzt davon aus, dass mich viele als rechter Verschwörer abstempeln, schlichtweg, weil ich es überhaupt wage, die Aussagen der Politik zu hinterfragen:

Vielleicht ist euch schon mal aufgefallen, dass es in verbreiteten Medien keine Kritik an dem Wegfall der Testpflicht für Geimpfte gibt. Gut. Was es aber auch nicht gibt: Belege dafür, dass die Impfung zuverlässig mehr kann als Symptome verhindern. Im Epidemologischen Bulletin Ausgabe 19/21 des RKI gibt es zwar zig Studien zur Wirkung gegen Symptome. Zur Wirkung gegen Weitergabe des Virus gibt es kaum etwas. Man vermutet basierend auf Studien, dass infizierte Geimpfte weniger Last in sich tragen werden, und dann schon nicht mehr so ansteckend sein werden. Die Datenlage ist erbärmlich.

Dass die Impfung Symptome unterdrückt, möchte ich nicht bezweifeln. Es gibt Behauptungen, dass 67% der Krankenhauseinweisungen wegen COVID-19 geimpft seien – ungefähr so viele, wie geimpft sind.

Heute möchte ich aber mal von diesem egozentrischen Ansatz (Ich bin durch meine Impfung geschützt.) runterkommen und über den Schutz der Gesellschaft sprechen.

Behauptung

Nicht die Ungeimpften sondern Geimpfte sind derzeit die größte Gefahr für die Gesellschaft und deren Gesundheit.

Beweisversuch

Eine eher kleine Studie aus Israel beziffert laut Wall Street Journal die Effektivität einer vollständigen BioNTech-Impfung auf nur noch 39% gegen Ansteckung und 40% gegen Symptome.

Angenommen ein Geimpfter und ein Ungeimpfter fliegen jeweils mit einem Flugzeug voller Ungeimpfter aus einem Hochinzidenzgebiet mit fast ausschließlich Delta nach Deutschland.

Demnach ist der Geimpfte etwa dreimal wahrscheinlicher infiziert.

Jetzt kommt die Frage, wie viel weniger ansteckend ein infizierter Geimpfter ist. Das wissen wir nicht. Allerdings ist auch ein asymptomatisch erkrankter Ungeimpfter (von dem wir hier ausgehen müssen) weniger ansteckend als ein symptomatisch erkrankter. Die Infektionsität des Geimpften muss somit um ca. den Faktor 3 geringer sein, damit er ein geringeres Risiko für seine Mitreisende darstellt als ein Ungeimpfter.

Bis hierhin könnte man auch jede andere Situation mit Testpflicht für Ungeimpfte nehmen.

Jetzt kommt aber etwas, das den Ungeimpfte bei Rückkehr aus Hochrisikogebieten wesentlich weniger riskant macht: Er muss nach Rückkehr noch 5 Tage in Quarantäne, bis er einen RAT machen kann. Die Verzögerung bis zum Beginn von Symptomen wird dadurch weitestgehend ausgehebelt. Eine eventuell eingeschleppte Infektion ist dann zudem zu knapp 50% bereits vorüber. Verlässt er sein Haus, ist er zu ca. 1 bis 2% trotz Infektion ansteckend. Die Infektiosität des Geimpften muss somit nochmal geringer sein, damit er ein geringeres Risiko für seine Mitmenschen darstellt als ein Ungeimpfter.

Das ist jetzt kein richtiger Beweis sondern nur eine Argumentation mit Tendenz. Ich nehme gerne Argumentationen an, die meine Behauptung widerlegen.

In der heutigen Zeit ist aber denke ich bereits ein Text ungewöhnlich, der nicht mit einer absoluten Behauptung endet und auch nicht mit einem zumindest implizierten: „Ich habe Recht, wer was anderes sagt, ist ein Idiot.“ Ich will hiermit niemanden überreden oder überzeugen. Mein Blog dient schlichtweg mir als Gedächtnisstütze, wann ich über was nachgedacht habe.

Beispiele

Marco Polo Reisen, mit denen sich oft unterwegs bin, fordert von Ungeimpften Teilnehmern (d.i. vor Ablauf von 14 Tagen nach der letzten Impfung) einen PCR-Test (die 5-tägige Quarantäne ist somit allerdings nicht anwendbar). RATs seien nicht sicher genug, um die anderen zu schützen. Anhand der obigen Rechnung sollte klar sein: Impfungen sind zum Schutz der anderen nicht oder nicht nennenswert sicherer. Nimmt man jetzt an, dass der Ungeimpfte einen PCR-Test machen muss (was bei Marco Polo Reisen der Fall ist), kann man denke ich sicher davon ausgehen, dass der Geimpfte der Gefährlichere der beiden ist.

Die Regelung von Marco Polo Reisen ist identisch zur früheren Regelung in Malta, bis sie die Grenzen für Ungeimpfte geschlossen haben. Hätte man nicht zum Beispiel die PCR-Testpflicht für Geimpfte einführen sollen?

So macht das nämlich Holland, anschließend gibt's noch 5 Tage Quarantäne oben drauf. Ja, beides auch für Geimpfte. Das Verfahren ist für Reisende aus Deutschland derzeit ausgesetzt,

Wir gucken mal, wann man in ausgewählte Staaten einreisen darf und nicht in Quarantäne muss:

LandBioNTechModeRNAAstraJohnsonWeiterePCR posAntigen posGenesungG+GPCR negAntigen neg
DE2 14+d2 14+d2 14+d (15+d)1 14+d (28+d)keineneinnein28d-6Mja 1-72h-48h (-24h)
CH2 0-365d2 0-365d2 0-365d1 22-365deinige??11-180d?-72h-48h
CY2 0+d2 0+d2 0+d1 14+dSputnik, Sinopharm14-180dnein?ja 1-72hnein
DK2 2w-12M2 2w-12M2 2w-12M1 2w-12Mkeine2w-12Mneinneinnein-72h-48h
ES2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dvieleneinnein11-180d?-48h-48h
GELaut stopcov.ge gelten derzeit keine Anforderungen für Deutschland. Im Normalfall müssen Ungeimpfte an Tag 3 zum PCR-Test und es gilt:
2 0+d??2 0+d?1 0+d?Sinovac, Sinopharmneinneinneinnein-72hnein
GR2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dviele30-180d30-180dnein?-72h-48h
HR1 22-42d
2 -210d
1 22-42d
2 -210d
1 22-84d
2 -210d
1 14-210dSputnik, Sinopharm11-180d11-180dnein-6M 1 -210d-72h-48h
IT2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinjaN/A-48h-48h
MT2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinneinneinneinnein
NLDerzeit gelten keine Anforderungen für Deutschland. Im Normalfall wird ein max. 72 Stunden alter PCR-Test benötigt und es gilt:
neinneinneinneinN/Aneinneinneinneinneinnein
PT2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinjaN/A-72h-48h
PT-A2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinjaN/A-72h?
PT-M2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinnein-180d-180d 1-72hnein
SL2 7+d2 14+d1 21+d1 14+dviele11-180dnein(ja)-8M 1-72h-48h
TR2 14+d2 14+d2 14+d1 14+d?neinnein-6M?-72h-48h
Wann man in ausgewählte Länder aus Deutschland quarantänefrei einreisen darf. Für Deutschland wird die Rückreise aus einem Risikogebiet oder einem Nichtrisikogebiet auf dem Luftweg angenommen. Angaben ohne Gewähr. Stand: 24.7.21.
Anmerkung: Für Dänemark gibt es unterschiedliche Angaben, ob eine Impfung und ein positiver PCR-Test 12 oder 8 Monate lang gilt.
Lesart: Dimensionslose Zahlen geben die Anzahl der Impfdosen an. Zeiträume geben die Gültigkeit an. In der Spalte ‚G+G‘ sind ggf. zwei Zeiträume zu finden, der vor und der nach der Impfung. Beispiele anhand von Kroatien: ‚1 22-42d, 2 -210d‘ in der Spalte ‚ModeRNA‘ liest sich: „22 bis 42 Tage nach der der 1. Dosis und maximal 210 Tage nach der 2. Dosis ModeRNA darf man ohne Quarantäne nach Kroatien einreisen.“. ‚11-180d‘ in der Spalte ‚Antigen pos‘ liest sich: „11 bis 180 Tage nach einem positiven Antigentest darf man ohne Quarantäne nach Kroatien einreisen.“

Danke, Europa, für deine konsequenten Einreiseregeln. Nicht.


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Vermischtes Impfstoffwahnsinn

Mehr F-Wörter als ‚F‘ in ‚Impfstoff‘.

geschrieben von Janni Dienstag, 20. Juli 2021 um 21:25 Uhr

Am Freitag wurde ich mit ModeRNA das erste Mal gegen COVID-19 geimpft. Das sind genau 28 Tage vor meiner geplanten Reise nach Slowenien. #EuropaFickJa

Zeit, um mal nach den Einreisebedingungen in Slowenien zu schauen: PCR-Test, Antigentest, genesen oder eben auf folgende Arten geimpft:

Impfstoffvollständig geimpft in SIGesamtzeitbedarf bei Impfung in DE für SIvollständig geimpft in DEGesamtzeitbedarf bei Impfung in DE für DE
BioNTech7 Tage nach Dosis 2mindestens 28 Tage14 Tage nach Dosis 2mindestens 35 Tage
ModeRNA14 Tage nach Dosis 2mindestens 42 Tage14 Tage nach Dosis 2mindestens 42 Tage
Astra21 Tage nach Dosis 121 Tage14 Tage nach Dosis 2mindestens 42 Tage
Johnson14 Tage nach Dosis 114 Tage14 Tage nach Dosis 114 Tage
Wann man in Slowenien mit in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (das Land akzeptiert viele weitere Impfstoffe) sowie in Deutschland als vollständig geimpft gilt, Unterschiede fettgedruckt

Ich bin also mit ModeRNA maximal gearscht, denn das ist der einzige Impfstoff, mit dem man nicht innerhalb von 28 Tagen geimpft sein kann. In Deutschland hält man den Impfschutz auch nach zwei Impfungen mit Astra für unzureichend, in Slowenien reicht eine einzige Dosis. Insbesondere in Zeiten der indi... – ach verdammt, ich bin schon wieder rassistisch* – Delta-Mutante kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Dosis Astra stärker schützt als eine Dosis ModeRNA.

Der Reiseveranstalter gibt an, ebenfalls die Impfungen prüfen zu wollen (ansonsten akzeptiert er nur einen PCR-Test – gAdventures hingegen wollte in Griechenland gar nichts von mir), und wird dann vermutlich nur Johnson akzeptieren, da er das deutsche System zugrunde liegt. Ich bezweifle allerdings bei Johnson, dass die eine Dosis, die man davon immer nur bekommt, gegen Delta so wirklich gut hilft. Belege habe ich dafür nicht, es gibt nämlich keine brauchbaren Studien zu Johnson gegen Delta, ich vermute das basierend auf Daten zur Wirkung gegen Beta (südafrikanische Mutante). Mit BioNTech bräuchte ich aber zumindest keinen Test mehr für die Rückreise nach Deutschland.

* = Nein, ich bin gar nicht rassistisch. Sonst wär ich nicht letztens nach Griechenland gereist, obwohl jetzt alle Mutanten mit deren Buchstaben benannt sind!

Nun bin ich am überlegen, ob ich mich am Abreisetag (dem frühstmöglichen Termin) das zweite Mal impfen lassen sollte (#LebenAmLimit), wenn es hier in Verden oder am Flughafen in Frankfurt möglich wäre. Am Flughafen in Stuttgart ist es seit Dienstag möglich. Das würde helfen bei weiteren MPR-YLT-Reisen in diesem Jahr, z.B. 3.9. Georgien (#EuropaFickNein), 14.9. Portugal (#EuropaFickDoch), 30.9. Italien.


Laut Website von MPR-YLT scheint übrigens die Malta-Reise derzeit durchgeführt zu werden, an der ich nicht teilnehmen darf (#EuropaFickDich). Bereits in der Buchungsbestätigung von Ende Mai steht, dass ihnen die Beschränkung von 6 Leuten in der Öffentlichkeit bekannt ist und sie Headsets einsetzen werden, weil man an den besuchten Orten in Sechsergruppen rumlaufen muss. Spannend wird allerdings den corona-konforme Transport.

Es ist nach Ankündigung der Einreisesperre für Ungeimpfte kein Zweibettzimmer wieder buchbar geworden. Wenn die Website stimmt. Was ich bezweifle, denn das Einzelzimmer kann man auch jetzt noch buchen – obwohl die Reise gestern Nachmittag begonnen hat...


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Vermischtes Das Land lügt

Wann ist es gut, geimpft zu sein, und wann nicht?

geschrieben von Janni Freitag, 9. Juli 2021 um 20:36 Uhr

Prädikat: ungeimpft

Die Online-Dating-Website OkC hat nach eigener Aussage eingeführt, dass man sich als geimpft markieren kann. Auch eine Suche nach entsprechenden Personen soll es geben.

In den USA mag das vielleicht sinnvoll sein, nach Geimpften zu suchen. In Deutschland hingegen halte ich eine Suche nach einem ungeimpften Partner für die einzig sinnvolle. Denn wer hierzulande sagen wir Ende August nicht vollständig geimpft ist, ist höchstwahrscheinlich

Vom letzten Halbsatz des letzten Punktes fühl ich mich zwar nicht angesprochen (Grüße gehen raus!), aber ich schrieb ja auch „höchstwahrscheinlich“ und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Prädikat: geimpft

Heute wäre eigentlich meine Impfung gewesen. Eigentlich. Der Landkreis Verden ist jedoch der niedersächsische Landkreis mit dem knappsten Impfstoff (sagt impfsuche.de) und hat meine Impfung daher am Dienstagabend abgesagt:

Die aktualisierte Empfehlung der ständigen Impfkommission vom 01.07.2021 zur Kreuzimpfung für Personen mit einer AstraZeneca-Erstimpfung verursacht einen gesteigerten Bedarf an mRNA-Impfstoffen.
Entgegen der Pressemitteilungen der Gesundheitsminister vom Bund und dem Land Niedersachsen bleiben die hierfür benötigten Impfstofflieferungen aus.

tl;dr: Das Land lügt.

Eben gerade hat dann auch noch Malta, wo ich Freitag oder den Tag drauf hinfliegen wollte, mitgeteilt, dass Ungeimpfte ab Mittwoch nicht mehr einreisen dürfen. Alles klar, damit bleibe ich nächste Woche hier. Abgesehen davon, dass die maximale Anzahl an Personen pro Gruppe immer noch (privat) 4 bzw. 6 (öffentlich) ist. Malta ist seltsam hart: Für Ungeimpfte war bisher ein PCR-Tests notwendig und Genesenene wurden selbst nach einer Impfung als wie Ungeimpfte behandelt. Und mit den in Deutschland eingeführten Kreuzimpfungen, wegen derer mein Termin abgesagt wurde, darf man Berichten zufolge ebenfalls nicht nach Malta reisen.

Ach ja, Spanien ist auch wieder Risikogebiet. Gut, solange niemand mit der Fähre und dem Auto nach Malle fährt, ist der einzige Unterschied, dass man die elektronische Einreiseanmeldung ausfüllen muss. Aber da war ich ja schon dieses Jahr. Und gut also, dass ich in Griechenland war und wenigstens ein bisschen Urlaub abgebaut habe, bevor es jetzt wieder bergab geht.

Gestern habe ich dann meinen Ersatztermin am Freitag bekommen. Ursprünglich wollte ich aus Angst vor Nebenwirkungen (und weil ich keine Reiserücktrittsversicherung habe) so einen Impftermin Ende nächste Woche nicht wahrnehmen. Allerdings meinten meine Kollegen, dass die Erstimpfung mit mRNA harmlos ist.

Ich soll übrigens auch bei dem neuen Termin dann Moderna kriegen. Obwohl zentral organisiert unterscheidet sich die Aufteilung der verschiedenen Impfstoffe zwischen den Bundesländern erheblich.

BioNTechModernaAstraZenecaJohnson
BB67,9%8,8%18,3%5,0%
BE69,0%11,1%16,3%3,6%
BW69,3%8,2%18,5%3,9%
BY70,2%8,3%18,0%3,6%
HB68,4%5,4%21,2%5,0%
HE68,4%7,7%19,9%3,9%
HH68,7%9,1%17,6%4,6%
MV72,4%7,9%15,7%3,9%
NI62,7%8,5%23,3%5,5%
NW68,2%6,4%20,6%4,8%
RP70,3%7,6%17,9%4,2%
SH67,8%7,8%19,9%4,5%
SL74,9%7,6%13,5%4,1%
SN72,7%8,9%15,1%3,3%
ST70,0%8,9%15,9%5,1%
TH71,0%10,8%14,8%3,4%
Anteil der verschiedenen Impfstoffe innerhalb der Bundesländer (Quelle der Daten: berechnet aus Tagesschau.de)

Aber was bringen Impfstoffe eigentlich? Das Land mit der mit Abstand höchsten Erstimpfquote (67%), Bremen, hat auch die höchste Inzidenz (9,8). Das zieht sich recht konsequent durch:

Vergleich zwischen Erstimpfquote (X) und Inzidenz (Y)
Vergleich zwischen Erstimpfquote in Prozent (X) und 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner (Y) (Quelle der Daten: Tagesschau.de)

Aus dem Grund und weil ich von mir selbst eine einigermaßen große Resistenz gegen Krankheiten zutraue, bin ich jetzt auch nicht so mega hinter der Impfung her. Ich habe mich einfach beim Hausarzt und dem Impfzentrum angemeldet.


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Kykladen II Tag 9 – Kalo Livadi, Mykonos-Stadt, Ornos, Elia, Paradise, Paraga, Platis Gialos, Mykonos-Stadt: Paradi(e)se

Zum Abschluss noch ein bisschen Strandkunde

geschrieben von Janni Sonntag, 4. Juli 2021 um 21:01 Uhr

Heute lasse ich es zum Abschluss eher ruhig angehen, bevor um 17:40 mein Flieger nach Düsseldorf geht. Ich gebe mein Auto ab und gehe zum ZOB Fabryka im Süden von Mykonos-Stadt. Mehr oder weniger auf dem Weg liegt die Paraportiani-Kirche. Sie ist ein Wahrzeichen von Mykonos ähnlich der Windmühlen. Da man sie nur vormittags sinnvoll fotografieren kann, kommt sie erst jetzt im Blog vor:

Paraportiani-Kirche in Mykonos-Stadt
Paraportiani-Kirche [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1600 s (EV1), ISO 100]

In der Nähe des ZOB Fabryka befindet sich ein Transferserviceanbieter, bei dem man eine Tasche für 5 Euro am Tag lassen kann. Dies sowie der Kauf von Bustickets ist auf Mykonos nur mit Bargeld möglich. Die Verbreitung der Akzeptanz von Kreditkarten ist jedoch allgemein hoch.

Der Bus bringt mich nach Ornos. Das ist der westlichste Anlegeort der Badebootroute. Umgebaute alte Fischerboote fahren hierbei im Stundentakt die sieben wichtigsten Strände an. Aufgrund von Corona ist der Dienst etwas eingeschränkt. Gegenüber des normalen Fahrplans (siehe die Webseite vom Santorini-Dave) fehlt unter anderem die jeweils erste Abfahrt an allen Haltestellen. So bin ich 20 Minuten vor der ersten Abfahrt in Orlos. Der Infosstand mit Ticketverkauf sowie der Anlegepunkt sind direkt neben der Bushaltestelle. Außer in Platis Gialos, wo es einen Anleger aus Beton gibt, fährt das Boot gegen den Strand, sodass es mit dem Bug auf Grund läuft, an dem eine kleine Leiter angebracht ist. Zwei Fahrten kosten 10 Euro, die Tages-Flatrate 20. Die Idee hinter dem Boot ist, entweder hin und zurück zu fahren, oder einmal ans eine Ende und auf dem Rückweg am favorisierten Strand ausgezusteigen.

Typisches Badeboot von Mykonos Sea Transfer in Ornos
Typisches Boot von Mykonos Sea Transfer in Ornos [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 34mm F8, 1/320 s (EV0,7), ISO 100]

In Platis Gialos müssen wir drei Gäste (die beiden deutschen Frauen vom Bild oben und ich) vom westlichsten Haltepunkt auf ein etwas größeres Boot umsteigen. Die Fahrt von West nach Ost dauert etwa 75 Minuten, die Geschwindigkeit der Boote beträgt etwa 11 bis 12 km/h. Am östlichen Endpunkt hat man bis zur Rückfahrt um 12:45 somit eine halbe Stunde Aufenthalt.

Strand von Elia auf Mykonos
Elia [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F10, 1/100 s, ISO 100]

Ich schaue mich um und befreie eine kleinen Scheuderschwanzagame (Hardun), die in eine Art überdimensionalen Aschenbecher gefallen ist und nicht mehr herauskommt (dass das ihr Problem ist, ist mir erst nach dem Fotografieren aufgefallen).

Baby-Schleuderschwanz
Baby-Schleuderschwanz [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F10, 1/40 s, ISO 400]
Regenbogenflagge am Strand von Elia
Ich habe mich gefragt, warum die Fußball-EM 2020 nicht in Griechenland stattfindet. Aber wenn an Stränden die UEFA so verhasste Regenbogenflagge weht, braucht man sich nicht wundern! [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/1250 s, ISO 100]

Auf dem Rückweg steige ich in Paradise aus und laufe den von Santorini-Dave empfohlenen auf der Karte eingezeichneten Küstenwanderweg über Paraga nach Platis Gialos. Das ist in unter einer Stunde zu schaffen. Eigentlich. Offenbar schaffen es manche Leute nicht, denn unterwegs finde ich einen etwa 20 cm langen Knochen. Der Weg ist nicht ausgeschildert und man verläuft sich manchmal. Zwischen Paraga und Platis Gialos ist der Weg auch einigermaßen gut besucht. In Paraga fällt auf, dass die Sonnenschirme und Liegen (wohl bei Verzehr) kostenlos sind, während der Preis überall(?) sonst 40 Euro pro Tag beträgt (1 Schirm, 2 Liegen). Die Strände sind wirklich schön und wegen der Südlage geschützt. Nur die – klischeehaft ausschließ dunkelhäutigen – Strandverkäufer können ihre Klientel nerven, zu der ich aber zum Glück nicht gehöre (da mein Style bereits optimal ist).

Paradise Beach
Paradise [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/160 s, ISO 100]
Paraga Beach
Paraga [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/160 s, ISO 100]

Von Platis Gialos bringt mich ein Bus nach Fabryka. In den 40 Minuten Umsteigezeit kann ich ein bisschen was essen. Dann geht es zum Flughafen. Alles läuft soweit gut. Obwohl das Boarding bereits 45 Minuten vor Abflug beginnt (statt 30), kommen wir mit einigen Minuten Verspätung los. Rund die Hälfte der Leute war zu dem Zeitpunkt noch nicht am Gate und muss deshalb zum Flugzeug laufen, statt mit einem Bus gefahren zu werden.

Eurowings ruft die Happy Hour aus: Ein belegtes Brötchen (zwei Hälften) mit Gouda oder Sandwich mit Bacon für je 2,50 Euro statt 5 Euro. Der Vorrat reicht in der Folge nicht mal bis zur Mitte des fast vollen Flugzeugs (A320-214, D-AEWT). Toll. Ich schreibe meinen Blog. Auf dem Hinflug hatte ich versucht, zu schlafen, und wurde (aber erst gegen Ende des Fluges) von zwei Flugbegleitern gefragt, ob ich mich mit meiner Größe nicht woanders hinsetzen möchte.

Ein Frisör bietet laut Schrift am Haus u.a. Augenwimpernverlängerungen, Augenbrauentattoos – und Männer
Alles neu macht der Juli: Augenwimpern, Augenbrauen, Make-Up – oder gleich einen neuen Mann?

Zeit, danke zu sagen: Zunächst einmal für Phil für seine unfassbar wertvollen Tipps für Aktivitäten auf den Inseln, und dass er die Route so angepasst hat, dass ich bis auf Panagia Drosiani auf Naxos nichts doppelt gesehen habe. Dann natürlich an die Gruppe. Ein besonderes Danke fürs Mitnehmen auf Ios und Naxos gilt den Amerikanern (von mir später chicken monkeys (Hühner-Affen) genannt, nach der Beleidigung, die sie untereinander genutzt haben). Und an die Firma, die mir eine SIM-Karte mit 6 GB Datenvolumen spendiert hat (also im Prinzip habe ich mir die selber spendiert), sodass ich keine 5 Euro fürs Bloggen ausgeben musste.


So, in zwei Wochen soll es nach Malta gehen. Die meines Wissens zweite Reise von MPR-YLT dieses Jahr, die nicht abgesagt wurde. Ich bin noch skeptisch, weil laut ReOpen EU die Gruppengröße immer noch auf 4 oder 6 beschränkt ist. Die Flugtickets werde ich entsprechend kurzfristig buchen müssen, da Eurowings (mit tollen Stornobedingungen) nicht nach Luqa fliegt.

Bleibt zu hoffen, dass auch bald Fernreisen wieder möglich sind. Freitag gibt es für mich ja erst einmal meine erste Impfung mit Moderna. Die Zweitimpfung gibt’s Ende August, vielleicht klappt das ja dann doch mit der Sonnenklar.tv-Schlagerwoche im Hochrisikogebiet el-Guna?


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