Südafrika III Tag 17: Oudtshoorn, Hardy’s Memories of Africa Barrydale, Van Loveren Family Vineyards Robertson, Signal Hill, Kapstadt – Supersüß

Wir sind unterwegs auf der Route 62.

geschrieben von Janni Donnerstag, 8. Dezember 2022 um 13:32 Uhr

Heute ist also die letzte Fahrt, die wir (7 Jungs, 14 Mädels) gemeinsam unternehmen. Die Route 62 halten einige für das südafrikanische Gegenstück zur US-amerikanischen Route 66, sie ist aber viel kürzer: Sie führt von unserem Hotel in Oudtshoorn zu unserem finalen Hotel in Kapstadt, wo die anderen noch 3, ich jedoch 6 Nächte verbringe – mit längster Aufenthalt an einem Ort seit 2012.

Rooiberge
Rooiberge

Wir kommen an Ronnies Sex Shop vorbei. Es handelt sich um einen Laden, bei dem es Freunde (oder „Freunde“) von Ronnie im Suff lustig fanden, den Namen an der Wand um das Wort „Sex“ zu erweitern.

Ronnies Sex Shop
Ronnies Sex Shop

Danach halten wir in Barrydale bei Hardy’s Memories of Africa. Das ist ein großer Souvenirladen. Neben Sachen, die man auch sonst in Souvenirläden kaufen kann, sind auch größere Schnitzerein aus Eisenholz, Jade und weiteren Materialien bei Harry erwerben. Der deutsche End-70er betreibt den Laden bereits seit 40 Jahren.

Hardy’s Memories of Africa in Barrydale
Hardy’s Memories of Africa in Barrydale

Meine Sonnenbrille ist gerade kaputt gegangen. Ich frage den Kassierer (nicht Hardy selbst): „Ich hab mal ’ne ganz andere Frage“ – der Kassierer (so um die 50) unterbricht mich: „Ich bin verheiratet. Auch wenn du echt süß aussiehst.“ Ich bekomme Kleber mit dem Hinweis, der werde wohl nicht halten, denn hinter ihm an der Wand würden schon zwei kaputte Brillen hängen. Der Kleber klebt aber ganz gut und nachdem ich es geschafft habe, meine Hand von der Sonnenbrille zu lösen (das klebte nämlich auch ganz gut), scheint die Brille ganz gut zu halten.

Unser nächster Halt ist in Robertson bei Van Loveren. Das ist eines von 3.000 Weingütern in Südafrika, die auf 95.000 ha Trauben anbauen. Zu Van Loveren gehört noch das Restaurant Christina’s, wo wir erstmal Mittag essen. So einige Gerichte sind asiatisch angehaucht. Die Portionen sind groß, die Preise etwas höher als dort, wo wir bisher gegessen haben, aber die Kap-Region gilt auch als teurer als die anderen Teile Südafrikas.

Während wir auf unser Essen warten, laufe ich durch den riesigen Garten und stehe plötzlich auf der Terrasse des Eigentümer-Ehepaars, das gerade in den Vorbereitungen für ihr Mittagessen ist. Auf der Terrasse laufen vier schwarz-weiße Katzenbabys umher, etwa einen Monat alt. Zuerst haben sie noch Angst vor mir, aber eins kommt her und schmust mit mir. Dann kommt die Frau des Inhabers und schenkt mir eine Schale mit 9 Aprikosen. Mit dem Erlebten und den Aprikosen gehe ich zu den anderen zurück. Kurz darauf gehe ich aber nochmal zu den netten Leuten. Diesmal kommen die Katzenbabys alle zu mir. Besonders meine Schuhe haben es ihnen angetan. Da sie ein Wurf einer streunenden Katze sind, werden sie kurz darauf mit der Flasche gefüttert – das machen die beiden Leute von 7 bis 24 alle 2 bis 3 Stunden.

Katzenbaby mit Fläschchen
Katzenbaby mit Fläschchen
Katzenbaby mit Fläschchen
Katzenbaby mit Fläschchen

Das Mittagessen ruft. Das lockt so einige Vögel auf den Plan.

Kaprötel
Kaprötel

Nach dem Essen dauert es noch ein bisschen, dann steht die Weinprobe an. Für mich und eine Mitreisende gibt es stattdessen Saft mit Kohlensäure – der ist fast so süß wie die Katzenbabys. Alle bekommen außerdem fünf Sorten Käse.

„Saftprobe“ im Van Loveren Family Vineyard
„Saftprobe“ im Van Loveren Family Vineyard
Landschaft bei Robertson
Landschaft bei Robertson

Nach der Weinprobe sind die Katzenbabys inzwischen in einem Käfig.

Katzenbabys
Katzenbabys
Katzenbaby
„Draw me like one of your French cats“

Nachdem alle ihre Weine bestellt haben, geht es weiter nach Kapstadt.

Kapstadt, dahinter der Tafelberg
Kapstadt, dahinter der Tafelberg

Wir besuchen den Signalhügel.

Die auf dem Signalhügel lebenden Helmperlhühner sind Namensgeber für den dortigen Imbiss, Guinea Fowl.
Die auf dem Signalhügel lebenden Helmperlhühner sind Namensgeber für den dortigen Imbiss, Guinea Fowl.

Der Signalhügel wird in meinem Reiseführer von Reise Know-How unter Sicherheit als einzige gefährliche Stelle bezeichnet. Offizielle Schilder empfehlen, sich dort nur zu viert zu bewegen.

Die höchste Stelle des Signalhügels finde ich nicht so gut, da viele Büsche die sinnvolle Verwendung eines Weitwinkelobjektivs verhindern. Von der Straße direkt darunter – es führen neben dem offiziellen Weg zahlreiche steile Pfade auf die Straße direkt unter dem Gipfel – hat man meiner Meinung nach einen besseren Ausblick:

Panorama von Kapstadt vom WM-Stadion ganz links bis zum Tafelberg ganz rechts

Am Abend besuchen Marco’s African Place, ein Restaurant, in dem eine Band (ein Sänger, eine Trommel und drei Marimbas (Xylofone)) spielt. Das kostet 25 Rand Eintritt. Am letzten (gemeinsamen) Abend etwas ungünstig, finde ich, denn man kann sich schlecht unterhalten, da sie auch ohne technische Hilfsmittel sehr laut sind.


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Südafrika III Tag 16: Knynsa, Wilderness, Safari Ostrich Farm, Cango Caves, Oudtshoorn – Straußen und Höhlen

Und Holländerwitze!

geschrieben von Janni Donnerstag, 8. Dezember 2022 um 13:08 Uhr

Heute fahren wir nach Oudtshoorn. Unterwegs besuchen wir noch eine Straßenfarm und die Cango-Tropfsteinhöhlen.

Bei Knysna sind Leute in der Lagune. Sie führen eine rituelle Taufe durch. Das machen sie auch in Flüssen. Der Reiseleiter meint, das sei wegen Krokodilen und dergleichen gefährlich. Und am Meer auch noch wegen Strömungen.

Wir halten etwas später an einem Aussichtspunkt bei Wilderness:

Dolphin Point: Wilderness mit Strand
Dolphin Point: Wilderness mit Strand
Dolphin Point: Kaaimansrivier-Eisenbahnbrücke
Dolphin Point: Kaaimansrivier-Eisenbahnbrücke

Plötzlich huscht etwas unter mir vorbei und versteckt sich in einem Loch:

Afrikanische Striemen-Grasmaus
Afrikanische Striemen-Grasmaus
Afrikanische Striemen-Grasmaus guckt aus ihrem Loch
Afrikanische Striemen-Grasmaus guckt aus ihrem Loch

So, jetzt aber ab zu den Straußen. Dafür fahren wir zur Safari Ostrich Farm.

Der Strauß ist einer der großen Laufvögel. Er lebt in Afrika in drei Unterarten: Der simbabwische blaue Storch wird mit 2,7 Metern am größten, der deutlich aggressivere kenianische rote Strauß erreicht 2,3 Meter und der südafrikanische schwarze Strauß erreicht hingegen „nur“ 2 Meter. Männchen sind schwarz-weiß, Weibchen graubraun.

Neben dem Strauß gibt es an Laufvögeln noch den australischen Emu, die australischen Kasuare und die Nandus aus Südamerika – und Nordostdeutschland.

Strauß
Strauß
Strauß frisst aus einem Eimerchen, dabei geht viel Futter daneben
Straußen sind so gierig, dass beim Fressen aus dem Eimerchen (käuflich zu erwerben für 5 Rand, knapp 30 Cent) viel daneben geht
Strauß mit Pigmentstörungen, die bei etwa 1 von 10.000 Straußen vorkommt. Sie heißt Lady Gaga. Auch ein weißes Männchen haben sie hier, es heißt Michael Jackson.
Diese Straußen-Dame hat Pigmentstörungen, die bei etwa 1 von 10.000 Straußen vorkommt. Sie heißt Lady Gaga. Auch ein weißes Männchen haben sie hier, es heißt Michael Jackson.
Emu
Zum Vergleich halten sie hier aber auch Emus

Strauße sind polygam. Ein Hahn hat zwei bis dr ei Hennen, die zusammen in ein gemeinsames Nest 11 bis 18 Eier legen (am meisten zwischen dem 4. und 17./18. Lebensjahr – sie werden aber bis 60 Jahre alt) und das der Hahn nachts und die Hennen tagsüber ausbrüten (diese Aufteilung ergibt sich daraus, wann die jeweilige Farbe am besten tarnt). Strauße sind nicht so die Hellsten und wenn man ihnen die 1,5 bis 2 Kilo schweren Eier wegnimmt, dann legen sie mehr und man kann sie maschinell ausbrüten, um mehr Strauße zu erhalten. Die Straußenküken kann man problemlos anderen Straußen zur Aufzucht geben. Oder man isst es, wofür man das Ei aber eine halbe Stunde kochen muss, da es so groß wie 24 Hühnereier ist. Die Schale ist auch sehr dick und es trägt 220 Kilogramm. Wir dürfen auf einigen Eiern stehen und sie halten das aus. Das Küken wird daher nach 42 Tagen von seiner Mutter beim Aufpicken der Schale unterstützt, zumal es keinen Eizahn hat. Das ganze dauert dann aber 8 bis 12 Stunden.

Die Straußenwirtschaft hat in Südafrika eine lange Tradition. In den 1920ern waren die Federn sehr viel wert, mehr als Gold. Dann bracht die Nachfrage zusammen. Heute ist das Leder sehr wertvoll, da es als sehr robust gilt (nur Känguru ist noch robuster). Am zweitwertvollsten ist heute das Fleisch und erst dann kommen die Federn. Ich finde zwar eine Feder auf dem Hof, die stammt aber von einem Perlhuhn.

Genug von Beverly (unsere deutschsprachige Führerin) über Straußen gelernt. Jetzt gibt es unser bei Ankunft vorbestelltes Mittagessen im Restaurant der Straußenfarm, bevor wir weiter zur Cango-Höhle fahren.


Höhlenmenschen-Diorama beim Eingang der Cango Caves
Höhlenmenschen-Diorama beim Eingang der Cango Caves

Die Höhle wird zwar schon seit 10.000 Jahren von Menschen genutzt, wiederentdeckt wurde sie aber erst 1780. Es gibt zwei Touren, die Standardtour (600 Meter lang, bis zu 40 Meter unter der Oberfläche) und die Abenteuertour (2,4 Kilometer, 1.600 Stufen), bei der man noch durch eine etwa 5 Meter lange Engstelle klettert, die etwa 60 Zentimeter hoch ist und deshalb Letterbox (Briefkasten(schlitz)) genannt wird.

Wir machen die erstgenannte und bekommen eine seltene deutsche Führung. Ein Schweizer Pärchen nutzt die Gelegenheit und schließt sich uns an.

Um der englischen Gruppe, der sich zwei von uns anschließen, aus dem Weg zu gehen, beginnen wir gleich mit Halle 2. Das ist nicht dasselbe wie Cango 2 und Cango 3, was nicht öffentlich zugängliche andere Höhlen sind. Man kann nur Cango 1 besuchen, die sich aber in verschiedene Räume teilt.

Fürs bessere Verständnis der nachfolgenden Beschreibung der Höhle: Die -Miten steigen und die -Titen hängen. Wenn sich beides verbindet, heißt das Stalagnat.

In der zweiten Halle gibt es drei bedeutende Formationen: Den „Turm von Pisa“, ein Stalagnat im Alter von 270.000 Jahren, zwei zusammengewachsene Stalagnaten im Alter von 500.000 Jahre und die folgende Formation, die etwa 1,5 Millionen Jahre alt ist:

Älteste Formation in Halle 2 der Cango Caves
Älteste Formation in Halle 2 der Cango Caves

Wir gehen weiter zum hinteren Teil der Standardtour, wo es mehrere kleinere Räume gibt. Einer wird als Brautraum bezeichnet.

Brautraum der Cango Caves – die Formation links heißt Himmelbett, hat aber 14 statt 4 Pfosten, was die Führerin komisch findet
Brautraum der Cango Caves – die Formation links heißt Himmelbett, hat aber 14 statt 4 Pfosten, was die Führerin komisch findet
Kleiner Stalagtit in den Cango Caves – da er direkt über dem Fußweg hängt, wird sich kein Stalagmit bilden
Kleiner Stalagtit in den Cango Caves – da er direkt über dem Fußweg hängt, wird sich kein Stalagmit bilden
Spinne – sie ernährt sich von Feldermauskot
Spinne – sie ernährt sich von Feldermauskot

Dann geht es zurück zum Ausgang.

Halle 2 der Cango Caves, mittig rechts der „Turm von Pisa“, links daneben genau in der Mitte des Bildes die beiden zusammengewachsenen Stalagnaten
Halle 2 der Cango Caves, mittig rechts der „Turm von Pisa“, links daneben genau in der Mitte des Bildes die beiden zusammengewachsenen Stalagnaten

Ach ja, die Halle 1 fehlt ja noch!

Weg von Halle 2 zurück zu Halle 1 (Einbahnstraße)
Weg von Halle 2 zurück zu Halle 1 (Einbahnstraße)

Die Tourleiterin erzählt von einem brasilianischen Pärchen, das vor zwei Wochen in einer Formation, die für die meisten Leute wie ein Schloss aussieht, zwei Hasen gesehen haben will und dann 40 Minuten dort stehen geblieben sei.

Das Schloss in den Cango Caves
Das Schloss in den Cango Caves
Halle 1 der Cango Caves (ehemaliger Konzertraum, hinten die Bühne)
Halle 1 der Cango Caves (ehemaliger Konzertraum, hinten die Bühne)

Die Tourleiterin macht sich über das deutsche Ausscheiden bei der Fußball-WM lustig und dass die Holländer noch drin sind. Ich meine, dass die deutsche Sprache sogar extra ein Wort für einen Holländer im Finale hat: Schiedsrichter. Jemand anderes aus der Gruppe fragt: „Was macht der Holländer, wenn er die Fußball-WM gewonnen hat? Die Playstation aus.“

Wir sollen dann in der ersten großen Halle etwas singen. Von 1964 bis 1994 gab es in der Halle nämlich Konzerte, aber das bis zu 800-köpfige Publikum hat Teile der Formationen mitgehen lassen und das Licht und der Atem haben der Höhle auch nicht gut getan. Ein anderer Tourleiter der Höhle legt vor. Wir entscheiden uns nach längerer Diskussion für den Refrain von „In der Weihnachtsbäckerei“.

Dann wird noch für einige Sekunden das Licht ausgemacht. Ein echtes südafrikanisches Erlebnis eben.

Ausblick vom Bistro der Höhle auf die umliegenden Berge
Ausblick vom Bistro der Höhle auf die umliegenden Berge

Im Kleinplaas Resort, unserer heutigen Unterkunft, ist gerade im Klohaus beim Pool Wasserrohrbruch. Entsprechend stinkt es dort sehr. Ich laufe daher lieber durch die Anlage und fotografiere Vögel.

Kapsperling mit Beute
Kapsperling mit Beute
Wiedehopf in der Abendsonne
Wiedehopf in der Abendsonne

Am Abend gibt es gegrillten Strauß. Ich finde, er schmeckt etwas wie Rindfleisch mit integrierter Sauce Hollandaise. Womit wir zum Abschluss wieder bei den Holländern wären.


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Südafrika III Tag 15: Knysna, Robberg-Naturpark, Tenikwa, Knysna – Gefährliche Raubtiere

Heute sehen wir sowohl Hunde- als auch Katzenartige

geschrieben von Janni 2. Advent, 4. Dezember 2022 um 22:01 Uhr

Heute besuchen dir den Robberg. Das ist eine Halbinsel. Südlich davon liegt eine namenlose Insel, die jedoch durch einen Strand verbundenen ist.

Wir bekommen 4 Stunden Zeit, um entweder die Halbinsel zu umrunden oder bei der Hälfte nach Süden zur namenlosen Insel zu gehen. Der Weg im Norden der Insel ist voller Ameisen, die sehr unangenehm sein können.

Wir treffen offizielle Haibeobachter. Sie haben heute 16 Kupferhaie gesehen. Bis zu unserer Rückkehr wird die Zahl auf 16 gestiegen sein.

Man riecht schon von weitem, was es hier primär zu sehen sieht: Robben. Genauer. Den Südafrikanischen Seebären. Hunderte, tausende Tiere leben hier. Derzeit haben sie Kleine (schwarz). Die Seebären liegen dichter beeinander als Touristen auf Malle in der Hochsaison.

Südafrikanische Seebären auf Robberg
Südafrikanische Seebären auf Robberg
Agama atra (kein deutscher Name, übersetzt aus dem Englischen: südliche Felsenagame)

Ganz im Osten befindet sich das Ende der Halbinsel. Dort ist das Wasser sehr unruhig. Trotzdem gibt es dort Seebären im Wasser. Auf den Felsen brüten Kapscharben und Dominikanermöwen in ebenfalls großer Anzahl.

Südostküste von Robberg
Südostküste von Robberg
Kapscharbe (ein Kormoran)
Kapscharbe (ein Kormoran)
Versteckt sich in den Felsen: Klippschliefer
Versteckt sich in den Felsen: Klippschliefer

Als ich als einer der letzten bei der Insel (sie hat keinen Namen) ankomme, ist nicht mehr viel Zeit. Eigentlich sollen wir 45 Minuten für den Rückweg von der Insel einplanen und 30 für den Inselrundgang. Es sind noch 52 Minuten übrig. Egal, ich mache trotzdem als einziger den langen Weg und die Insel.

Namenlose Insel südlich von Robberg
Namenlose Insel südlich von Robberg
Auf der namenlosen Insel südlich von Robberg
Auf der namenlosen Insel südlich von Robberg

Auf der Insel gibt es eine große Anzahl an Dominikanermöwen, die hier brüten, sowie Agamen, von denen die meisten keinen Schwanz mehr haben.

Dominikanermöwe im Flug
Dominikanermöwe im Flug

Von der Insel zum Durchbruch hole ich relativ viel auf und bin im Mittelfeld. Da ich von dort versehentlich zuerst den Hinweg wieder zurücklaufe (was nicht schlimm ist) und dann auf Anraten des Reiseleiters doch den anderen Rückweg nehme, bin ich zwar relativ weit hinten. Zeit für eine Erfrischung vom Kiosk ist trotzdem. Drei Afrikaner arbeiten in einem winzigen Anhänger und bieten einen durchaus nicht schlechten Milkshake an.


Viele wollen eine Walbeobachtungstour machen. Die fällt aber aus wegen schlechten Wetters. Alternativ könnte man nach The Crags fahren. In dieser Ortschaft gibt es diverse Zoos und Auffangstationen. Ein Mitreisender und ich besuchen Tenikwa, eine Aufzuchtstation für Katzen, während alle anderen in Plettenberg Bay bleiben. Unterwegs regnet es, auch nach unserer Ankunft nieselt es noch einige Minuten.

Tenikwa ist eine privat betriebene Einrichtung, die Wildtiere aufzieht. Der Anfang liegt in einem Gartenhaus im Garten des Gründers, wo er Vögel aufgezogen hat. Es finanziert sich durch Eintritte und Spenden. Der Eintritt für eine einstündige Führung ist 260 ZAR (ca. 14 Euro).

Die Tiere, die man bei einer Führung sieht, könnten in der Wildnis nicht überleben und werden nicht mehr ausgewildert. 200 bis 250 Tiere pro Jahr werden allerdings mit dem Ziel der Wiederauswilderung aufgenommen, wie uns ein Film zeigt, den wir am Anfang gezeigt bekommen. So, Zeit für Bilder:

Löwin gähnt
Löwin gähnt
Falbkatze
Falbkatze
Gepard
Gepard

Als wir bei den Servals sind, ist gerade Fütterung angesagt.

Serval
Serval
Erdmännchen
Erdmännchen

Tiere, für die ich hier keine Bilder hochgeladen habe, die wir aber gesehen haben: Marabu (ein hässlicher Storch), Graureiher (der aus Deutschland bekannte), Eulen (ich denke mal Kapuhus), Graukopfkarsaka (eine Halbgans).

Betreten durften wir die Gehege der Falbkatze und der Servals. Streicheln durften wir hingegen nur die hier:

Hauskatze (Glückskatze) liegt auf dem Rücken
Hauskatze (Glückskatze) liegt auf dem Rücken

Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017
Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017

Am Abend treffen wir uns um 20 zum Essen im Restaurant Drydock. Ich bin etwas früher da. Nachdem ich gerade ein Bild vom Boulevard gemacht habe, fällt um Punkt 20 Uhr der Strom aus.

Knysna vorm Stromausfall
Knysna vorm Stromausfall
Knysna beim Stromausfall
Knysna beim Stromausfall


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Südafrika III Tag 14: Gqeberha (Port Elizabeth), Stormsrivier (Storms River), Tsitsikamma-Nationalpark, Knysna – Regen-Wald

Heute gibt es Regen und Wald. Und Regen-Wald.

geschrieben von Janni 2. Advent, 4. Dezember 2022 um 21:27 Uhr

Um halb 5 waren ein paar Mädels unterwegs zum Strand. Sie haben einen schönen Sonnenaufgang (um 4:59) und ein paar Delfine gesehen. So früh wollte ich dann doch nicht los.

Um halb 7 starte ich aber mit einer kleinen Gruppe zum Strand.

Schwarze Austernfischer
Schwarze Austernfischer
Summerstrand in Gqeberha (Port Elizabeth)
Summerstrand. Links vorne die Humewood Six Pillars, dahinter Shark Rock Pier, rechts mit den roten Dächern das auffällige The Courtyard Hotel

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Knysna. Vorher schauen wir uns aber noch den Leuchtturm von Port Elizabeth und das Mosaik davor an, das Studenten gelegt haben. Es zeigt die Geschichte der Stadt, typische Exportprodukte und Freizeitaktivitäten. Gqeberha ist vor allem als Automobilstandort bekannt.

Leuchtturm von Gqeberha (Port Elizabeth)
Leuchtturm von Gqeberha (Port Elizabeth)

Einige von uns machen eine Baumwipfel-Tour. Da nur 10 Leute mitmachen und das für die daraus entstehenden 2 Gruppen knapp 3 Stunden dauert. Aus dem Grund werden für den Tsitsikamma-Nationalpark zwei verschiedene Termine an dem Tag eingerichtet, einer um 15:30 für die Leute mit Baumwipfel und um 13:00 für die ohne. Das ergibt keinen Sinn, denn so müssen die Leute ohne Baumwipfel nicht von 13:00 bis 15:30 warten sondern von 15:30 bis 17:30.

Um 13:00 regnet es. Ich setze mich in das Tsitsikamma-Nationalpark-Restaurant (Cattle Baron), das in einem großen Festzelt untergebracht ist. Ich kann ja auch die zweite Tour mitmachen. Das lohnt sich, denn bei der zweiten Tour ist es außer ganz am Anfang und ganz am Ende trocken.

Im Tsitsikamma-Nationalpark läuft man durch einen Bohlenweg zu drei Brücken an der Stormsriver-Mündung. Sie sind (im folgenden Bild v.v.n.h.) 39,5, 50,5 und 77 Meter lang. Für mehr ist keine Zeit.

Brücken im Tsitsikamma-Nationalpark
Brücken im Tsitsikamma-Nationalpark

Na gut, dann ab nach Knysna (gesprochen Neiß-Na). Kurz nachdem wir dorthin aufgebrochen sind, kommt sie Sonne raus. In Knysna angekommen ist strahlender Sonnenschein.

Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017
Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017


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Südafrika III Tag 13: Drakensberge (Jagersrust), Johannesburg, Gqeberha (Port Elizabeth) – Lange Fahrt und kurzer Flug

Erst eine ganze Ecke nach Johannesburg fahren und dann kurz nach Port Elizabeth fliegen. Wobei, eigentlich heißt der Ort ja seit 23.2.21 Gqeberha.

geschrieben von Janni Freitag, 2. Dezember 2022 um 12:49 Uhr

In Südafrika steht man auf, wenn der Hirtenmaina kräht
In Südafrika steht man auf, wenn der Hirtenmaina kräht

Ich wache wie eigentlich immer um 6 auf. Keine Ahnung, wieso. Dann kann ich ja früh zum Frühstück und danach noch ein paar Vögel ansehen.

Rotschwingenstar (Weibchen)
Rotschwingenstar (Weibchen)

Um 8:30 fahren wir los. Bzw. etwas später, da die Sache mit der zerstörten Wäsche noch geklärt werden muss. Die dafür zuständige Person sollte eigentlich um 8 Uhr da sein, kam aber nicht.

Auf der Fahrt halten wir unterwegs nur einmal an einer Raststätte. Thanda Tau. Das ist wieder eine dieser riesigen Rastanlagen mit zahlreichen zusätzlich Services. Richard empfiehlt die Croissaints, aber ich finde die nicht besser als die aus einem deutschen Supermarkt. Man kann hier für 99,50 ZAR (halbe Stunde) oder 199 ZAR (ganze Stunde) eine kleine Safari machen und sich die Tiere ansehen, die sie hier halten. Machen wir nicht, aber vom See aus kann man die beiden weißen Löwen sehen – vorausgesetzt sie liegen nicht unter dem Podest. Außerdem gibt es eine Feldbahn durch die angeschlossene Apartmentanlage.

Weiße Löwin der Raststätte Thanda Rau
Weiße Löwin der Raststätte Thanda Rau

Auf der Weiterfahrt ist eine Spur der Autobahn gesperrt. Zum Glück gibt es keine bauliche Trennung sondern nur einen breiten Grünstreifen.

Autos fahren auf der N3 über den Mittelstreifen auf die andere Richtungsfahrbahn
Spur gesperrt? Einfach rüber auf die andere Spur.

Grund dafür ist eine Massenkarambolage. Ein Autotransporter ist auf einen anderen LKW aufgefahren, was bei beiden zu ein paar Dellen geführt hat. Schlimmer hat es den Lkw dahinter getroffen, der in den Autotransporter gefahren ist: Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle, sein Lkw fing Feuer und brannte komplett aus. Auch der Autotransporter fing Feuer und alle transportierten Autos brannten aus. Die Böschung fing Feuer – und zwar aus irgendeinem Grund auch die Böschung der gegenüberliegenden Straßenseite.

Wir erreichen den Flughafen in Johannesburg sehr pünktlich. Es kam wohl auch schon mal vor, dass ein Guide den Flug verpasst hat und dann alle Flugumbuchungen bezahlen musste...


Der Flug ist pünktlich. Früher fand ich die E190 (ZS-YAA) immer ganz nett, inzwischen ist mein Lieblingsflugzeug aber die 321N.

Auf dem Flug gibt es kostenlos was zu essen und zu trinken. Da es am Anfang Turbulenzen gab und der Flug nur 1:20 Stunden dauert, kriegen die hintersten Reihen ihr Essen erst wenige Minuten vor dem Landeanflug, wo man eigentlich die Tische nicht ausgeklappt haben darf. Es gibt Nudeln und eine Hähnchen-Süßsauer-Pastete. Beides ist kalt. Dazu gibt es noch drei Cracker und ein kleines Toffee.

Landeanflug auf Gqeberha (Port Elizabeth), zu sehen ist der Shark Rock Pier, davor der Summerstrand und dahinter der Kings Beach
Landeanflug auf Gqeberha (Port Elizabeth), zu sehen ist der Shark Rock Pier, davor der Summerstrand und dahinter der Kings Beach

Der Bus holt uns direkt am Ausgang des Chief Dawid Stuurman International Airport ab. Dieser offizielle Name ist offensichtlich ein Scherz, da es ausschließlich Inlandsflüge gibt hier.

Unser Hotel, The Kelway, wirklich ein bisschen wie ein verirrtes Hotel aus dem Schwarzwald recht nah am Meer. Nachteilig ist das laute dumpfe Brummen die ganze Nacht hindurch. Ohrenstöpsel rein und durch.


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