Vermischtes Ich nochmal

Corona ist nur einmal im Jahr. Vielleicht auch das ganze Jahr. Aber man kann ja auch das ganze Jahr auf Malle sein. Bzw. man könnte, wenn nicht gerade Corona wäre.

geschrieben von Janni Mittwoch, 25. März 2020 um 19:06 Uhr

Ich habe etwas Angst, dass es so endet wie 2010, wo ich das Blog nahezu täglich für irgendwelchen Quatsch genutzt habe, den ich der Welt mitteilen wollte.

Ebenfalls fast täglich gibt es vom NDR das Coronavirus-Update mit Christian Drosten. (Krasse Überleitung.) Der forderte am letzten Mittwoch: „Wir brauchen Abkürzungen bei der Impfstoffzulassung“, die üblicherweise in drei Phasen abläuft. Bezeichnen wir die Phasen 1 bis 3 doch einfach mit p1 bis p3. Ich verstehe nicht, warum das so kompliziert sein soll. Wahrscheinlich wegen der Bürokratie.

#wirvsvirushack

Ebenfalls chaotisch: #wirvsvirus-Hackathon, ein auch von der Bundesregierung geförderter Kreativwettbewerb. Zwei Tage lang (ab Freitagabend) sollen Leute Probleme in Zusammenhang mit dem Virus finden und lösen. Es gibt 809 Problemvorschläge. Problem 810 sind dann die technischen Probleme der ganzen Veranstaltung, für die sich innerhalb von wenigen Tagen 42.000 Leute angemeldet haben.

Eigentlich soll man beim Anmeldeschluss am Freitag um 14:00 eine Willkommens-Mail bekommen. Die kommt erst 50 Minuten später. Um 14:30 soll die Tabelle mit den Problemvorschlägen versandt werden, über eine Plattform namens Airtable. Die Mail kommt dann um 20 Uhr, Airtable bricht kurzzeitig zusammen. Offenbar ist dieser Airtable eine Luftnummer.

Um und um 16:00 Uhr ist Zugang zu Slack angekündigt, das ist eine Website zur kooperativen Planung. Den Link habe ich immer noch nicht gekriegt, immerhin hat irgendwer einen Link auf Twitter gepostet. Aber es können nur 2.000 Leute auf denselben Link zu Slack klicken...

Pünktlich ist hingegen die „Willkommensansprache“ auf YouTube. Verschiedene Leute werden aus ihren vier Wänden zugeschaltet. Die Bildqualität wird von Person zu Person immer schlechter, die Nutzer spammen im Chat spontan „NEULAND“. Erinnert mich an Julia Klöcklers #dorfkinder-Kampagne:

Verpixeltes Werbebild der Dorfkinderkampagne, darüber der Text „Wie Dorfkinder die Kampagne sehen:“
(nach @CNathusius)

In der Airtable-Tabelle mit den Problemen gibt es ingesamt knapp 50 Themenbereiche, zu denen es jeweils ca. 3 Kanäle auf Slack gibt. Die Themenbereiche haben eine vierstellige Nummer (zwischen 0001 und 0048), die Kanäle auf Slack dazu haben dieselben Nummern, sind aber ein- bis dreistellig. Die Suche von Slack hilft nicht und so dauert es ein wenig, bis man das verstanden hat.

In den Kanälen spricht man dann über die vorgeschlagenen Probleme des Bereichs. Oder um bei der Sprache des Wettbewerbs (und gefühlt jeder Führungskraft) zu bleiben: Das sind keine Probleme, das sind Herausforderungen. Ganz vorne in der Tabelle hat jede Herausforderung eine Nummer, die ist jedoch abhängig davon, wie der Leser die Tabelle sortiert hat. Die eindeutige Nummer steht in der vorletzten Spalte und die haben die Organisatoren für die Nutzer standardmäßig ausgeblendet. Leider präsentieren viele Leute ihre bereits fertigen Produkte in den Slack-Channels. Das finde ich schade.

Nachdem man Airtable und Slack ver- bzw. überstanden hat, muss man noch Devpost verstehen. Die bebilderte Anleitung nur für die Registrierung ist 16 Seiten lang. Dann sind vermutlich die letzten Nicht-IT’ler – äh sorry – Nicht-IT’ler:innen raus. Übrigens machen erstaunlich viele Frauen mit, das Geschlechterverhältnis scheint mir nahezu ausgeglichen.

„Genau meine Gender Studies“ – Von mir entworfenes T-Shirt-Motiv mit gedrehten Logos aus der IT (links C++, rechts USB)
„Genau meine Gender Studies“ – Von mir entworfenes T-Shirt-Motiv mit gedrehten Logos aus der IT (links C++, rechts USB). Damit in die Rote Flora zu gehen hat eine höhere Lethalität als Corona. Dabei setze ich mich für die Zukunft von Gender-Studies-Studierenden ein, indem ich z.B. ein Praxissemester „Kommunikation mit dem Arbeitsamt“ als verpflichtenden Bestandteil des Studiengangs fordere, um das Überleben der Absolventen zu sichern.

Vielleicht sollte man dann zuerst mal einen Hackathon machen, um eine verständliche Plattform für Hackathons zu entwickeln?

Letztendlich erübrigt sich das für mich, da sich für das von mir bevorzugte da von der Arbeit hinlänglich bekannte und heute erst aufgetretene Problem 0522 „Wake-on-LAN“ keine weiteren Leute fanden. Ich fand auch die Themen 1206 „Plague Prevent“ und 1202 „SCG“ interessant, für den Zeitrahmen von 2 Tagen aber zu ambitioniert, auch wenn in der Zeit zunächst nur ein dreiminütiges Video erstellt werden soll.

Insgesamt haben 1139 Teams ein Ergebnis eingereicht. Zum Thema „Plague Prevent“ ist dieses Video erarbeitet worden. Ich bin überrascht, dass die Gruppe das mit dem Szenario Wir vs. Regierung umgesetzt hat. Auch eine weitere Gruppe hat es so gelöst. Eine andere Gruppe hat es als Zweispielerspiel mit dem Szenario Wir vs. Virus umgesetzt. Nur von der Seite Regierung hat es diese Gruppe und diese Gruppe gemacht. Interessante Ideen.

Zumindest haben die ganzen Programmierer jetzt was zu tun gehabt, nicht dass noch einer auf die Idee kommt, einen Computervirus mit dem Namen Corona zu entwickeln, der so starkes Schad- und/oder Verbreitungspotenzial hat, dass in den Nicht-IT-Nachrichten darüber berichtet würde. Das würde eine derart große Verwirrung auslösen...

#hamsterkaufschlager

Am Sonnabend ist bei Twitter wieder viel los mit Wortspielen. Trotz Fußball – der DFB wiederholt nämlich auf seinem YouTube-Kanal das Pokalfinale von 2012, #bvbfcb – lange auf Platz 1 in den Trends bei Twitter: #Hamsterkaufschlager. Wenn man Work From Home von Fifth Harmony bereits ausreichend oft gehört hat, braucht man Abwechslung.

Da wurde der Skandal im Edeka ausgerufen, denn In sieben REWE musst du gehen für Nudeln. Griechischer Wein ist leider aus beim REWE (mein Favorit), da der Fahrer noch an der Grenze steht. Ich mach auch mal mit:

Ihr Name war Corona
Sie war aus Wuhan vor Ort
Sie brachte Sparer zum Kaufen
Das Klopapier war schnell fort

Kauften auch Nudeln, gar keine Frage
Sie nahmen das letzte Mehl
Hat kein’ Sinn bei dieser Lage
Noch in den Rewe zu geh’n
Noch in den Rewe zu geh’n

Und als neue deutsche Nationalhymne Klopapier und Mehl und Nudeln.

Aber Twitter weiß auch: Schlager über Hamsterkäufe – da war doch was... Anfang des Jahres nach dem Dschungelcamp: Die Lidl-Kampagne Januar ist nur einmal im Jahr mit Peter Wackel. Und da findet sich auch der Grund für die aktuelle Klopapier-Knappheit:

Zwei Lidl-Verkäufer schießen mit Klopapier
(Video: Lidl)

Die neue Woche

Die neue Woche bringt dann neue Restriktionen mit sich. Frisörläden sind geschlossen und in bestimmten Märkten (Edeka, Rewe) darf seit Dienstag nur noch mit Einkaufswagen eingekauft werden. Ich bin mir nicht sicher wieso, vermutlich, dass die Anzahl der Leute im Laden begrenzt wird. Der Rewe hat auf das Schild geschrieben, die Leute sollten Einkaufswagen statt eigenen Taschen mitbringen. Dass das auch für Leute gilt, die nur – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Handvoll Sachen kaufen wollen, ergibt sich daraus nicht. Wenn Kunden das mit den Einkaufswagen erst am Eingang erfahren, nehmen sie die Einkaufswagen vorm Eingang und schieben sie dann nach der Nutzung zum Aufbewahrungshäuschen, das ihrem Parkplatz am nächsten ist. Das geht bereits in normalen Zeiten nicht auf:

Einkaufswagen blockieren die Straße durch den Parkplatz eines Kaufland-Marktes
Kaufland Verden, 29. Juli 2019

Ebenfalls ein großes Manko bei der Einkaufswagengeschichte: Die Hygiene. Ich weiß nicht, ob durch die verpflichtende Benutzung eines Einkaufswagens nicht mehr Schaden angerichtet wird, als durch die Begrenzung der Kunden geholfen wird.

Bei unserem Lidl gibt übrigens es einen Typen, der aufpasst, während es bei Aldi und Penny offenbar gar nicht kontrolliert wird.

In Soviet Russia...

Letzte Woche habe ich ein Video von Russia Today Deutsch auf Twitter gesehen. Die produzieren primär nur die Sendung Der fehlende Part. Konkret ging es da um die Frage, dass wenn es keinen Test für Corona gäbe, die ganze Sache überhaupt nicht aufgefallen wäre.

Ich selber würde aber vermuten, dass aufgrund des relativ starken Verbreitungspotenzials eine starke Häufung an Beatmungsfällen aufgefallen wäre, die das Gesundheitssystem nicht bewältigt bekommen hätte, bis der Spuk nach einigen Monaten vorbei gewesen wäre. Leute, die einmal Corona gehabt haben, sind aller Wahrscheinlichkeit nach immun.

An anderen Orten kam wegen der Immunität die Frage auf, ob es sinnvoll wäre, junge Ärzte jetzt absichtlich zu infizieren. Sie würden wahrscheinlich nicht viel mitbekommen und wären dann nach 2 oder 3 Wochen immun. Ist halt aber leider nicht komplett risikolos und daher ethisch äußerst fragwürdig.


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Vermischtes Ich jetzt auch noch

Mal kurz was zur Coronakrise

geschrieben von Janni Mittwoch, 18. März 2020 um 22:01 Uhr

Ach ja, die Coronakrise. Um mich selbst mache ich mir keine Sorgen. Ich bin 30 Jahre alt, Nichtraucher, habe keine Krankheiten, bin seit fünf Monaten kerngesund und seit über zwei Jahren nicht arbeitsunfähig gewesen. Am ehesten mache ich mir Sorgen, meine Eltern anzustecken.

Aber von den Veränderungen in Deutschland und der Welt bekommt man ja trotzdem was mit. Und da dieses Blog primär für mich selbst ist, damit ich meine (Nicht-)Gedanken später nachvollziehen kann, möchte ich ein bisschen was schreiben.

Mit Stand heute gibt es im LK Verden 18 Fälle von Corona.

Einschränkungen

Die Einschränkungen beim täglichen Leben gehen immer weiter. Statt wie in den Jahren zuvor einer Armlänge Abstand fordert die Politik jetzt plötzlich zwei.

Dass man seine Großeltern nicht mehr besuchen sollte, finde ich hingegen zu undifferenziert: Man sollte seine Großeltern nur dann nicht besuchen, wenn man nicht bald was erben möchte. „Corona macht geschmacklos“, meinte mein Vorgesetzter heute – und mir war sofort klar: „Dann habe ich wohl Corona.“

Anders als die Tatsache, dass Frisöre zur Grundversorgung gehören und geöffnet bleiben, nimmt Twitter das Ausfallen der Bundesliga mit Humor. Aus dem Revierderby wird das Revirusderby: Haaland darf zwar wegen Social Distancing ungestört zum Tor spazieren. Für ein Doppelpack reicht es wegen der Hamsterkäufe aber nicht, weil rationiert wurde. Nach einem Handspiel muss der Videoassistent klären, ob der Ball desinfiziert werden muss. Nach 3 Minuten Inkubationszeit endet das Spiel unentschieden: Die Punkte werden geteilt, so wie es mit den Nudeln auch sein sollte.

Vor der Sportschau kommt das Sponsoring von Check24: „Der Ball rollt wieder“, heißt es, und man wünsche „eine unvergleichlich spannende Sportschau“. Ohne Sport; der unmittelbar zuvor gezeigte Film wird daher nach einem Bericht über Corona wiederholt. Ich schlage daher per Twitter vor, die Sportschau könne sich ja in Schau umbenennen. Die Sportschau twittert zurück, dass sie ihren Namen eigentlich gern behalten würde.

Der Ball rollt wieder. Video: Check24

Hamsterkäufe

Am Sonnabend war ich in den beiden Supermärkten in Kirchlinteln. Eigentlich möchte ich für die Firma ein Brot backen, für das uns ein slowenischer Lieferant eine Backmischung geschickt hat. Da fehlt aber Hefe, die ich – bis heute – nirgendwo auftreiben konnte. Es fehlen auch Backmischungen und fertiges Brot. Dafür gibt es Aufbackbrot und süße Brote in Hülle und Fülle. Ich kapiere das nicht.

Bis gestern sah es in diesem Edeka, über dessen Bau ich vor einigen Jahren ein knappes Jahr berichtet habe, sehr leer aus. An Produkten meine ich nicht, an Menschen. Besonders, weil Nudel- und Backregal einen Gang bilden. Heute gibt es wieder Klopapier (die Vorräte haben sogar den ganzen Tag über gehalten!), Seife, einige Backprodukte, Discount-Nudeln (Marken-Nudeln gab es gestern noch genug) und Discount-Toastbrot. Marken-Toastbrot gibt es nicht, dort hängt stattdessen ein Zettel: Weil das Mehl jetzt in den Haushalten liege, könne kein Brot gebacken werden. Dass Herr Harry in den Supermarkt geht um Mehl zu kaufen, glaube ich allerdings nicht. Sonst müsste er sich nämlich das Hamstern vorwerfen lassen.

Das Fernsehprogramm in Zeiten von Corona

Am Sonntag wurde beim ZDF heute journal Wolfgang Kubicki interviewt. Von der SPD sei er, wird eingeblendet. Beim ZDF arbeiten wohl auch nur noch die Azubis und Praktikanten.

Wolfgang Kubicki von der SPD. Bild: ZDF
Wolfgang Kubicki von der SPD. Bild: ZDF

Gestern lief The Masked Singer. Eine Live-Gesangsshow mit Klatschkonserve – und einem großen Teil Kandidaten, die nicht singen können. Ich spreche aus Erfahrung.

Während ich das hier schreibe, läuft auf SAT.1 gerade Big Brother, dessen Bewohner nicht wissen, dass es Corona gibt. Im Anschluss kommt das BILD Corona Spezial. Klingt wie ein Biermischgetränk, ist aber eine Sendung. Die Bundesministerin für Ernährung ist zu Gast. Ich hab den Ton ausgemacht, da ich weiß, dass man den Coronavirus nicht essen sollte. Anschließend hält Merkel ihre Silvesteransprache und in den Nachrichten spricht der bayerische Minsiterpräsident Söder zu seinem Volk – vor einem Stapel Klopapier stehend, auf den er nicht mal eingeht. Ein Stapel Klopapier ist die neue Rolex und das neue iPhone. Angenommen, der Politiker wäre vorbildlich wie von seiner Regierung gefordert zu Hause gewesen, hätte er dort unvorbildlich gehamstert. Ansonsten wäre er unvorbildlich sinnlos in der Öffentlichkeit rumgelaufen. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.

Markus Söder steht vor einem Stapel Klopapier. Bild: Sat.1
Markus Söder steht vor einem Stapel Klopapier. Bild: Sat.1

Das ist mir zu dekadent, ich schalte zum ZDF. Vielleicht findet Aktenzeichen XY ja diesen Corona, der jetzt schon 26 Tote gefordert hat, allein in Bayern und BaWü waren es gestern jeweils −1.


Mein Dank geht an alle Leute, die sich um die Versorgung der Bevölkerung kümmern. In meinem Fall sind das vor allem die Leute in den Supermärkten.


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Neuseeland Nacht 24 und Vormittag 25: Christchurch, Sydney, Dubai, Hamburg – Über Down Under nach Up Above

Auch die längste Blogserie geht irgendwann zuende

geschrieben von Janni Sonnabend, 29. Februar 2020 um 18:29 Uhr

Steve’s Shuttle bringt mich zurück zum Flughafen. Mein Gepäck habe ich den ganzen Tag im Antarktis-Zentrum aufbewahren lassen. Eigentlich haben sie Schließfächer dafür, aber die sind derzeit nicht in Betrieb. Mein Glück, denn die sind auf 5 Stunden begrenzt und das kostet mehr.

Im Flughafen beginnt das große Umpacken der Objektive für den Flug. Das Netzteil für meinen Laptop, das ich diesmal sicher brauchen werde, verstecke ich in der Innentasche meiner Jacke. 0,3kg Freigepäck ungenutzt. Läuft. Nächstes Mal will ich aber weniger mitnehmen, wo sind die guten alten Zeiten, wo ich immer mit 10kg rumgereist bin? Ein paar Kilo mehr wegen Fotokram ist jetzt natürlich klar.


Ich gehe schicke noch kurz eine Postkarte nach Hause und dann zum Flugzeug. Heute ergibt die Frage „Wohin fliegen Sie mit diesem Flugzeug?“ endlich mal Sinn. Meine Sitznachbarn, ein altes Ehepaar, fliegt auch nach Dubai und dann nach Manchester.

Der Pilot kündigt für den Flug nach Sydney an, dass die Anfangsphase nicht ganz ohne sein wird. Er hat nicht unrecht. Das Flugzeug sackt einmal so abrupt ab, dass die Menschen im Flugzeug schreien. Nach wenigen Minuten Rumgeschaukel hat es sich beruhigt.

In Sydney müssen wir trotz Weiterflugs mit selben Flugzeug und Flugnummer (EK413) raus – aus Sicherheitsgründen dürfen beim Betanken der allermeisten Flugzeuge keine Leute an Bord sein. Also aussteigen, durch die Handggepäckkontrolle und nach einer guten Stunde Warten an Gate 57 wieder rein ins Flugzeug.

Ich habe kein Visum für Australien. EU-Bürger und einige andere brauchen das auch nicht für einen Transit. Allerdings gibt es ohnehin überhaupt keine Personenkontrollen und ich muss meinen Pass nicht vorzeigen. Auch Emirates fordert die Passagiere anders als in Christchurch, wo sie die Pässe alle sehen wollten, explizit auf, ihren Pass nicht zu zeigen.

Der Flug von Sydney nach Dubai ist zwar lang, es passiert aber nicht viel. Sehr entspannt, auch wenn das Flugzeug recht voll ist. Anders als auf dem Flug gerade eben bleiben jedoch einige Plätze frei.

Nach Landung in Dubai mache ich mich sofort auf zum Gate nach Hamburg. Laut Schildern soll man bei der Handgepäckkontrolle die Schuhe ausziehen und diese röntgen lassen. Das fällt ebenso aus wie das sonst obligatorische getrennte Scannen von Laptops und Tablets. Sicherheit? Wer braucht das schon?

Ich mache mich auf zum Gate. Gerade ist Gebetszeit (Fadschr), daher wird im ganzen Flughafen der Ruf des Muezzin abgespielt. Ich setze mich beim Gate nebenan hin, da es dort Steckdosen gibt. Plötzlich ist – obwohl der Flug hier nach Kairo geht – alles um mich herum voller Asiaten. „Coronavirus ich komme“, denke ich mir.

Auf dem Flug nach Hamburg gibt es einige Turbulenzen. Nichts schlimmes, aber doch so, dass der Pilot eigentlich mehrfach das Anschnallzeichen einschalten würde. Macht er aber bis zum Landeanflug nicht ein Mal. Ist teilweise auch echt albern, gerade im letzten Flug (also zwischen Sydney und Dubai) wurden die Zeichen oft angeschaltet, ohne dass auch nur irgendwas zu spüren war.


Kurz ein paar Dinge, die mir in Neuseeland aufgefallen sind:


Abspann und Fazit

Ich bedanke mich wie immer bei der Firma, dass die drei Wochen genehmigt wurden und grüße insbesondere unsere U35-Selbsthilfegruppe, die IT und ähm... Ja... Gut.

Ich freue mich auch schon wieder auf die Arbeit. Wenn ich das auf meinen Reisen sage, werde ich immer zuerst schräg angeguckt und dann beglückwünscht. Und ich freue mich auf Schwip Schwap Zero, bezahlbares Essen, drei Folgen #gntm zu bingen und so vieles mehr.


Leider schafft es die Reise in meinem Ranking nur auf 6+1 Punkte. Das erste sind die inhaltlichen Punkte (maximal 10), das zweite ist der Gruppenbonus. Neuseeland hat außer großartiger Landschaft wenig zu bieten. Kaum Tiere, kaum Städte.

Aktuelles Ranking aller Reisen bis hier:

Scheiße, bin ich schon viel gereist. Muss daran liegen, dass ich in Fox-Gletscher dann am Ende doch abgewaschen habe. In Kaikoura habe ich vorgestern ein SUV gesehen, bei dem jemand mit dem Finger „Sorry Greta“ ins verstaubte Heck gemalt hat. Vielleicht wäre das ein guter Anfang auch für mich?

Nächstes Ziel ist auf jeden Fall Oman. Wenn es zustande kommt. Glaube ich eher nicht dran, der erste Termin im April und selbst der dritte im Oktober wurden bereits abgesagt. Damit würde der von mir gebuchte Eckpreistermin im September die erste Reise dieser Art bei MPR-YLT sein. Wie gesagt, wenn sie denn stattfindet. Ansonsten mach ich einen auf Pietro Lombardi und buch mir mit der VISA direkt ein’ Flug nach Costa Rica. Allerdings benutze ich keine Visa Prepaid.


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Neuseeland Nachmittag 24: Christchurch – Im Orana Wildlife Park

Als letzte Aktivität in Neuseeland steht ein Besuch eines Tierparks an

geschrieben von Janni Montag, 17. Februar 2020 um 03:58 Uhr

Steve’s Shuttle bringt mich zum Orana Wildlife Park. Das ist ein mittelgroßer Tierpark, der von einer Non-Profit-Organisation betrieben wird. Einige der Tiere werden zur Wiederauswilderung gezüchtet.

Man braucht den Shuttle dorthin, da man da mit öffentlichen Verkehrsmittel nicht hinkommt, am Wochenende auch nicht mal in die nähere Umgebung. Er befindet sich stadtauswärts noch hinter dem Flughafen.

Ich komme gerade rechtzeitig zur Giraffenfütterung um 12 Uhr. Die wird hier nämlich von den Besuchern durchgeführt. Das klingt jetzt aufregender als es ist. Heute kriegen die Giraffen Weiden zu fressen. Also bekommt jeder Besucher einen Weidenzweig in die Hand. Eigentlich soll man ihn so festhalten, dass die Giraffe nur die Blätter frisst. Das klappt aber nicht nur bei mir nicht so wirklich.

Giraffe mit Weidenzweig
Giraffe mit Weidenzweig

Der Park wirbt nicht nur mit der Giraffenfütterung sondern auch damit, der einzige zu sein, der die Tiere nicht in Käfigen hält. Stattdessen gibt es Zäune oder (insbesondere bei Affen) Gräben. Einige domestizierte Hühnerarten und Blaue Pfauen laufen auch einfach so rum. Ob die Pukekos (Purpurhühner) und Blässrallen hier von sich aus sind, weiß ich nicht, wäre aber naheliegend.

Blässralle
Blässralle
Erdmännchen
Erdmännchen

Im Falle der Truthühner laufen sie nicht nur rum. Als ich mich kurz auf einer Bank ausruhe, haben zwei direkt vor mir Sex. Das klingt äußerst lustig, das Video spare ich mir aber an dieser Stelle.

Ein weiteres Highlight war der Tiger, aber der wurde vorgestern wegen Nierenversagen im Alter von 16 Jahren eingeschläfert. Das ist ein normales Alter.

Kea (Bergpapagei)
Kea (Bergpapagei) in begehbarer Voliere – die Tiere interessieren sich sehr für Besucher
Paradieskasarka-Männchen
Auch bei diesem Paradieskasarka-Männchen ist gut denkbar, dass er von sich aus hier ist und zusammen mit den Lamas lebt
Kopf eines Lamas
Lama

Wer keine Angst hat, dass die Lamas gerade Hunger auf Hände haben (oder das daraus schließt, dass sie keine Hüte auf haben), kann sie teilweise sogar streicheln.

Tasmanischer Teufel untersucht Wallaby-Schwanz
Bei den vier tasmanischen Teufeln (alles Männchen) kommt heute Wallabyschwanz auf den Tisch
Tasmanischer Teufel untersucht Wallaby-Schwanz
Man muss ihn nur erstmal kriegen. Dass die Tiere das teils erst müssen, gehört zum Konzept des Parks.
Tasmanischer Teufel frisst wie ein Eichhörnchen
Netter Versuch, aber du bist kein Eichhörnchen!
Mendesantilope (Addax)
Mendesantilope (Addax)

Und als letztes Tier schaue ich mir noch die Wildhunde an, von denen ich es in Afrika zweimal nicht hinbekommen habe, ein brauchbares Foto zu machen.

Wildhund
Wildhund

So, das war meine letzte Aktivität in Neuseeland. Es kommt zwar noch ein Rückflug-Post mit Fazit und – wenn ich es auf die Reihe kriege – ein Meta-Post „Frühstücken ohne Hotelfrühstück“ und ein Shitpost mit (für die meisten Leute) unlustigen Memes. Aber ab morgen gehe ich bei diesem Schild dann wieder rechtsrum:

Wegweiser zu Gorillas, Geparden und dem Ausgang – aufgrund der Perspektive ist vom Wort „EXIT“ nur „IT“ zu lesen
Weg in die IT


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Neuseeland Vormittag 24: Christchurch – Verkehrte Welt

Den plötzlicher Sommereinbruch in Deutschland heute kontere ich mit einem Besuch der Antarktis

geschrieben von Janni Montag, 17. Februar 2020 um 01:01 Uhr

16° sind heute für meinen Heimatort Kirchlinteln angesagt. Das ist mehr als in Christchurch vorgestern. Und wesentlich mehr als in der Antarktis. Wie sich das anfühlt, dort zu leben, das kann man in Christchurch direkt beim Flughafen erleben. International Antartic Center heißt das. Die Antarctica New Zeland direkt daneben ist hingegen etwas anderes, hier wird geforscht und Flüge in die Antarktis durchgeführt. Der Flug vorgestern wurde auf gestern verschoben, wie eine Notiz in meinem Hotel sagt.

Zum Flughafen bringt mich ein Bus. Soll zumindest. Problem dabei: Der Fahrkartenschalter hat noch nicht offen und der Busfahrer nimmt nur Bargeld an. Das ist ein Dilemma in Neuseeland: Einige Orte (z.B. das Thermal Wonderland, in dem wir waren) akzeptieren nur Kartenzahlung, andere Orte nur Barzahlung. Keine Kreditkarte zu nehmen, ist bei einem Bus zum Flughafen schon irgendwie seltsam.

Woher also nun am letzten Tag noch Bargeld kriegen? Der Busfahrer und ein Fahrgast bieten an, mir die Karte zu schenken. Ich gebe dem Busfahrer 5 Euro, das sollte etwa hinkommen.


Gerade ist Sommer in der Antarktis. Das Sturmerlebnis fegt daher nur mit 8° minus (statt 18° minus) durch das Antarktis-Zentrum. Das ist sogar relativ erträglich.

Schnee-und-Eis-Erlebnis im Antarktis-Zentrum
Sturmerlebnis im Antarktis-Zentrum

Das Antarktis-Zentrum ist eine Abfolge von Aktionen, die aber oft nicht permanent laufen. Man bekommt beim Kauf der Eintrittskarte eine Karte des Zentrums (sogar auf Deutsch), auf der empfohlene Zeiten eingetragen werden. Die Abfahrtszeit mit dem Hägglund ist hingegen verbindlich.

Hägglund
Im Hägglund darf vorne nur mitfahren, wer mindestens 1,20 groß ist. Also raus mit dir, Mädchen!
Innenraum eines Hägglunds
Im Hägglund – die Ohrschützer hängen da aus gutem Grund, das Teil ist nämlich abartig laut, da sich der mitten im Fahrzeug befindet, was ihn wohl weniger anfällig macht und die Kabine wärmt

Die Teststrecke soll die Fähigkeiten des Gefährts zeigen. Es kann 55 km/h auf Land und 3 km/h im Wasser fahren. Hier wird nur auf Land gefahren und das auch nur mit 20 km/h. Es kann 45° hoch/runter fahren (perfekt für die Baldwin St) und 31° seitlich geneigt werden, ohne umzukippen. So kann den Hägglund eigentlich nichts mehr aufhalten. Wie gesagt, eigentlich:

Kaninchen auf der Hägglund-Teststrecke
Kaninchen auf der Hägglund-Teststrecke

Wir fahren an einem Gebäude vorbei, das Antarktis-Ausrüstung im Wert von 10 Millionen Dollar enthält, wovon den Neuseeländern 1 Million gehören, der Rest den Amerikaner. Die Antarctica wird von diesen beiden und den Italienern genutzt. So viele Klamotten in einem Gebäude, Frauen sind dort vermutlich an der Leine zu führen.

Ab 9:30 kann man Huskys streicheln. Das geht tatsächlich durchgehend.

Husky
„Max“

Um 10:30 ist Pinguinfütterung. Sie halten hier Zwergpinguine (beide Unterarten), die verletzt sind und daher in Freiheit nicht überleben könnten. Das Fotografieren ohne Blitz ist hier auch während der Fütterung erlaubt. Nebenan kann man in die Höhlen der Pinguine schauen. Auch das darf man ohne Blitz fotografieren, wegen der zwei teils verkratzten Glasscheiben lasse ich das lieber.

Pinguin schüttelt sich
Pinguin schüttelt Wasser ab – das ist übrigens ein Männchen, denn er hat seine Markierung links
Pinguin im Fisch im Schnabel
Und das hier ist demnach ein Weibchen

Anschließend kommt um 11 Uhr ein Film im 4D-Kino. Eigentlich kommen zwei. 4D-Kino heißt 3D-Kino mit physischen Effekten wie Wind, Wasser, Schnee und Seifenblasen. Ich vermute, dass einige Effekte nur in kurzer Hose funktionieren.

Letzter Programmpunkt ist die Antarktis-Ausstellung.

Antarktis-Ausstellung
Antarktis-Ausstellung

Dort wird beispielsweise der Antarktisvertrag thematisiert. Die Ossis sind bereits 1974 und damit 5 Jahre vor der Bundesrepubik beigetreten. Vermutlich sind sie davon ausgegangen, dass so weit südlich doch sicherlich Bananen wachsen. Hätte es in der DDR keine Zensur gegeben, hätten sie damals einfach bei Wikipedia nachlesen können, dass in der Antarktis keine Bananen wachsen. Selbstgemachtes Leid.

Deutschland steht prinzipiell ein Teil der Antarktis zu, der Neuschwabenland heißt und der teils illegal von Norwegen als Königin-Maud-Land besetzt wird. Die Bundesregierung zeigt jedoch kein Interesse an einer offiziellen Zuteilung, betreibt aber die Georg-von-Neumayer-Station III.

Jetzt aber raus hier, gleich geht mein Transfer zum Orana-Tierpark. Nach dem Ausgang kommt man zum Shop des Museums. Aber warum verkaufen sie da Plüsch-Eisbären ... und -Schafe?


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