Studium Sind das die neuen Studienmodule?

Ich lass meine erste Woche nach Semesterbeginn Revue passieren.

geschrieben von Janni Montag, 1. November 2010 um 23:52 UhrDarstellungsfehler möglich

Die erste Woche des zweiten Semesters ist vorbei, Zeit, sie etwas Revue passieren zu lassen...

Dienstag: Völkertheoretische Informatik

Irgendwie gibt's dieses Semester praktisch ununterbrochen Rumgeheule, dass die Räume nicht ausreichen. Das sieht man daran, dass die meisten Veranstaltungen, in denen ich dieses Semester eingetragen bin, immer noch nicht wissen, welche Tutorien sie wann überhaupt geben können. Am Dienstag wurde die Vorlesung in „Theoretische Informatik II“ in einen anderen Raum gelegt, was auch die Dozentin erst in letzter Minute mitgekriegt hatte. Die stand da nämlich schon in einem anderen Hörsaal: „Aber die Leute, die da gekommen sind, sahen anders aus.“ Ich gehe mal vom Guten im Menschen aus, und somit davon, dass sie meinte, dass die Leute einfach nicht informationstechnisch kompetent aussahen...

Donnerstag: Wie viel Gewalt braucht man im Informatikunterricht?

Am Donnerstag befassten wir uns im Tutorium zu „Didaktik der Informatik“ damit, was für Themen man bezüglich der Didaktik man noch so zu erforschen seien.
Praktisch unweigerlich kommt man dann zu einem ganz bestimmten Thema: Der Übungsleiter frage: „Wie viel Prügelstrafe ist sinnvoll?“
„Müssen wir halt mal entsprechend prügeln.“, schlug ein Student vor, und ein anderer vereinfachte dieses Vorgehen zu drei prägnanten Wörtern: „Try and Error!“.
Aber muss denn Gewalt sein? „Du sollst deine GUI-Elemente im Sourcecode selbst initialisieren und nicht den Formdesigner benutzen!“

Donnerstag: Lustig mit Schluss

Auch die Diskreten Strukturen standen am Donnerstag an. Das ist Mathematik, aber irgendwie steht Informatik drüber. Unterrichtet wurde daher von einem Mathematik-Professor, nämlich meinem Algebra-Prof von letztem Semester.
Kurz vor Ende der Vorlesung trat große Unruhe auf: „Bitte auch bis zum Schluss ruhig sein!“ rief der Professor. Ein Student rief fragend, leicht verschlafend klingend: „Schluss!?“

Freitag: Niemand ist nutzlos...

...er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen. Das wurde einem beim Seminar „Grundbegriffe der Pädagogik: ihre Institution und ihre Berufs- und Handlungsfelder innerhalb und außerhalb von Schule: Professionelles Handeln im Lehrerberuf“ klar.

Bevor es da um das eigentliche Thema ging, sprach die Dozentin erst einmal zu den Erstis. Auf der Internetplattform der Universität sollten sie nämlich an einer Umfrage teilnehmen: „Haben Sie schon was von der Studieneingangsbefragung gehört?“, fragte die Dozentin. Ein paar Leute meldeten sich. „Sie haben schon davon gehört. Sagen Sie mal kurz, worum es da geht!“, forderte Sie den Studenten neben mir auf, der aber einfach antwortete: „Ich hab sie gleich weggeklickt.“ Da kam bei den Studierenden gut an, bei der Dozentin eher weniger.

Anschließend sollten wir auf Beispiele auf Kärtchen schreiben, was für uns professionelles und was unprofessionelles Verhalten im Lehrerberuf ist. Ich war mit dem Studenten in einer Gruppe, der das mit der Studieneingangsbefragung eben gesagt hatte. Zuerst fiel uns Ungerechtigkeit ein. Nach einigen Diskussionen über Beispiele war uns klar, dass wir eigentlich „Tittenbonus“ aufschreiben sollten, aber das trauten wir uns nicht.

Außerdem schrieben wir „Flüssiges Sprechen“ auf. Als ich dann vorne stand, um mein Ergebnis zu präsentieren, fiel mir an einer Stelle einfach nicht mehr ein, was ich sagen wollte. Verdammt! Gerade beim Thema „Flüssiges Sprechen“ ins Stottern geraten ... klar, dass alle lachen mussten.

Aber nicht nur ich hatte war ein schlechtes Beispiel für das, was ich vortragen sollte. Ein anderer Student kam in Jogginghose und T-Shirt nach vorne und sprach über „Angemessenes Erscheinungsbild“. Die Studierenden lachen. „Im Sportunterricht wäre das OK“, sagt die Dozentin, doch der Student entgegnet: „Ich studier Mathe und Physik.“ Alles lachte.

Na ja, man sollte sich wohl vernünftig benehmen im Modul, sonst muss man noch den Modultitel 500x an die Tafel schreiben...


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Guild Wars Der King lebt

HERD IST R12 BITCHES!

geschrieben von Janni Mittwoch, 10. November 2010 um 04:20 UhrDarstellungsfehler möglich

Ich hab gerade keien Lust, den Abend ... äh die Nacht genauer zu beschreiben, also gibt's heute zunächst einmal nur das Wichtigste.

1:32:30: Tempel gegen [CELT]

Galaxa: They recruiting r12+
Jubo Ar (zu mir): In one hour you can join them.

2:00:00: Hallen-KotH gegen [wA] und irgendwelche Pugs

Seitdem Security (Monk von Wagh) kürzlich ein bisschen mit [wA] gespielt hat, ist er der Meinung, dass alles andere schlecht ist.
Vor allem mein Team mit Jubo Ar, Kyria und Havana bezeichnet er als schlecht, da diese Spieler nur BB-Way könnten.
[wA] hält 3 Punkte, wir halten 9 Punkte durch. Damit hat es sich gelohnt, nach unserem Fullrun bis Hof dann doch noch die Vorkammer übersprungen zu haben.

Anschließend verteidigen wir die Halle in einem Capture-Match gegen [wOom] und ein Pug-Team. Das endet dann um

2:21:15: Das Ziel ist erreicht.

Wir halten noch sechs weitere Male, nach dem viertem Mal verlässt uns Kyria aus Zeitmangel, weshalb wir nach zwei siegreichen Matches verlieren..

Egal, ich hab meinen Rang 12 und bin sogar noch 215 Fame drüber. Außerdem habe ich zum 2. und 3. Mal echte 40 Fame mit VoR gemacht (das erste Mal war im Juni), die sich zu acht 40ern mit PD und einem 40er vor zweieinhalb Wochen mit Heal-PnH gesellen.


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Gastbeitrag Nicht gleich alle auf einmal!

Warum steht da eigentlich „Gastbeitrag“? Es müsste eigentlich „Gastbeiträge“ heißen...

geschrieben von Janni, Raptor und Luthien Mittwoch, 24. November 2010 um 17:35 UhrDarstellungsfehler möglich

So, kleines Wörtchen von mir (Яedeemer) zu diesem Beitrag: Eigentlich sollte Raptor den Beitrag schreiben. Als ihm nichts eingefallen ist, habe ich Luthien gefragt. Völlig überraschend kam dann doch was von Raptor, sodass es dieses Mal zwei Gastbeiträge gibt. Ausnahmen bestätigen nunmal die Regel.

Raptor

Aus der Mischung aus gegebenem Anlass (fick dich Regierung), und gegebener Chance (danke Redeemer).

Ein Kleiner Exkurs aus dem Thema Guild Wars und Studium, ab in die Politik.

Es geht um Terrorismus, und um dessen Bekämpfung, denn die aktuelle Methode ist indiskutabel schlecht. Momentan werden nämlich die Freiheiten aller beschnitten, um die Illusion von Sicherheit zu erkaufen. „They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.“ Schon Benjamin Franklin wusste also, dass das keine gute Idee ist und der wird ja generell als recht kluge Person gehandelt.
Außerdem funktionieren diese Methoden nicht einmal, denn im Internet finden sich Sicherheitslücken in Flughafensystem und ähnlichem, ohne das man direkt danach sucht.

Terrorismus will, wie der Name so schön sagt, nur Angst verbreiten, das ist das einzige Ziel.
Wenn wir als Volk dann wochenlang wegen fehlgeschlagenen Anschlägen in Schrecken leben, dann ist Terrorismus extrem erfolgreich.
Wenn wir Sicherheitsvorkehrungen Treffen, die die Unschuldigen stören, dann fangen wir an, den Terroristen die Arbeit abzunehmen.

Wirksam bekämpft man Terrorismus, indem man ihn ignoriert, wie die älteren Kinder damals. Nein, man sollte keine Mediensperre über Anschläge verhängen, das wäre ein Eingriff in die Pressefreiheit.
Man sollte stattdessen über Anschläge, wie über Unfälle berichten, und diese auch als solche betrachten. Als tragische, nicht zu vermeidende Ereignisse. Terroristen würden lernen, dass ihre Methoden nicht funktionieren.

Allerdings sind wir als Volk, wie fast alle Völker der westlichen Welt, schon sehr weit in die Angst hineingerutscht. Das zeigen Umfragen, in denen über 60% der Deutschen finden, das der Deutsche Staat nicht genug für die Sicherheit im Inland unternimmt. Die Wünsche der Bürger sind teilweise Videoüberwachung, härtere Strafen und Beschränkung der Freiheit.

Ich glaube, ich hoffe, das diese Leute nicht wissen, was sie sagen. Denn ansonsten wären diese Aussagen, aus meiner Ansicht nur durch kolossale Dummheit zu erklären.

Ich habe Cory Doctorows Buch „Little Brother“ gelesen, dort wird eine radikale Methode beschrieben, wie man der Allgemeinheit zeigen kann, wie übertrieben, gefährlich und sinnlos die ergriffenen Sicherheitsvorkehrungen gegen Terrorismus sind, dort nennt sie sich "Jamming" das bewusste, gezielte stören von unschuldigen Personen im alltäglichen Leben.
Also um einen Vergleich anzustellen das Gegenfeuer zum Waldbrand.
Das Gegenfeuer brennt kontrolliert eine Schneise in den Wald, damit das unkontrollierte Feuer nicht weiterspringen kann. Man gibt also ein gewisses Gebiet auf, um den Rest mit radikalen Methoden zu retten.

Selbst wieder ein Terroristischer Akt, um den Terrorismus des Staates, ausgelöst durch Terrorismus zu bekämpfen.
Ich glaube in der Tat, das dies ein Fall ist, in dem es sinnvoll ist, die Symptome zu bekämpfen, da diese erstens schlimmer sind, und zweitens die Ursprüngliche Krankheit von selbst schwindet.

Am Schluss noch, für alle tl;dr zwei Leseempfehlungen:
- das erwähnte „Little Brother“ von Cory Doctorow - ein Spannendes Werk über Terrorismusangst im digitalen Zeitalter. (für die die etwas mehr Zeit investieren möchten)
- http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-11/terror-innenpolitik-angst

Luthien: Wenn die Blätter langsam fallen…

Ich habe die überaus große Ehre diesen Blogpost auf Jannis HP zu präsentieren und habe ich mich deswegen mit der Problematik beschäftigt, wie so ein Post zu füllen ist.

Ich habe mich dann dazu entschieden hier über ein bekanntes Phänomen zu schreiben, dass Schüler, Studenten, Angestellte, Arbeitgeber, Putzfrauen wie Professoren gleichermaßen betrifft und alle zu unausgelasteten & unfreundlichen Zombies auf der Suche nach dem Sinn des Lebens mutieren lässt : Die Herbstdepression.

Herbstdepression beginnt bei Studenten und Schülern in der Regel schon im Spätsommer. Nämlich dann, wenn die Uni oder Schule wieder losgeht und man nicht mehr unreflektiert bis 3 Uhr nachts Videospiele oder Pizza konsumieren zu lassen um am nächsten Tag stolz zu verkünden, wie asozial man sich am Abend zuvor verhalten hat. Die Folge sind Blogeinträge wie "Oh mein Gott, ich glaub ich brech die Uni ab!", "Scheiß Schule - ich werd Maurer …" und Statuseinträge auf allen gängigen SchülerVZ-Klonen a la "Alles scheiße …"!

Diese alles-beschissen Orientierung wandelt sich dann im Verlauf des Septembers und Oktobers in Richtung einer wieso-nur Orientierung und führt dazu, dass plötzlich eine Grippewelle entsteht. Es ist unklar wieso und warum, aber ganz offensichtlich manifestieren sich negative Gehirnströmungen breiter Massen und nehmen gezielt und äußerst sorgfältig vor, das psychische Wrack auch physisch auf den Stand eines 7jährigen Kindes im Sudan zu bringen. Das hat gute Seiten. Schließlich kann man dann ohne Erklärung den ganzen Tag im Bett oder der virtuellen Realität verbringen ohne das groß erklären zu müssen. Das hat aber auch schlechte Seiten, da man sich jeden Morgen von neuem fühlt, als wäre man widergekäut oder von einem Trecker überfahren worden. Da diese Herbstgrippe langlebig ist frage ich mich jedesmal wieder, ob ich vielleicht HIV habe oder wieso ich ganz offensichtlich nie wieder gesund werden kann. Außerdem trinke ich viel Tee und renne ständig aufs Klo. Nebenbei regnet es wie scheiße, ob ich deswegen krank werde oder sich das Wetter auch nur der gesellschaftlichen Grundstimmung anpasst bleibt unklar.

Diese negative Grundstimmung projetziert sich interessanterweise auch auf Guild Wars. Dies ist in 5 Schritten zu beobachten:

  1. Vormals freundliche Menschen werden aggressiv, man erhält keine Upgrades mehr geschenkt und kann sich kein Geld mehr leihen.
  2. Arena Net wittert die Unzufriedenheit der Community und überschlägt sich mal wieder mit Ankündigungen zum ersten Teil, statt erneut wage News für einen in 1000 Jahren erscheinenden zweiten Teil vor das Loch zu schieben.
  3. Das Titel-Maxen stagniert, plötzlich ist die Gunst weg, die Monster haben auch keinen Bock mehr und irgendwie gibt es deswegen auch keine Drops mehr
  4. Im Teamspeak klingt es, als würde die Hälfte der dort sitzenden Spielerinnen und Spieler grad von einer Großdemo kommen oder seit Jahren Kettenraucher sein, Gildenteam fällt ständig aus weil alle krank sind.
  5. Neue Gildennamen werden depressiv und klingen grundsätzlich negativ belastet, der Observe ist voll mit Teams die aus potentiellen Nervenkranken bestehen, beim genaueren Hinschauen sind alle Chars schwarz gekleidet und haben Tränen in den Augen

Im Endeffekt warten wir alle nur auf Weihnachten oder zumindest den ersten Schnee. Dann kann man in Ruhe Zuckergebäck in sich reinstopfen, endlich ohne missgönnerhafte Blicke Handschuhe anziehen und in Guild Wars Geschenke empfangen und versenden. Nur noch einen Monat. Den kriegen wir auch noch rum.

Ich geh jetzt zurück ins Bett mir selber leidtun. Gute Nacht!


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