Jordanien Vormittag 6 – Wadi Musa, Wadi Rum, Aqaba: Im Sand

Wir unternehmen eine Tour durch Wadi Rum

geschrieben von Яedeemer Donnerstag, 26. Oktober 2017 um 22:19 Uhr

Gestern Abend meinte eine ältere Dame – die Leute in der Gruppe sind leider alle mindestens 20 Jahre älter als ich – ein Mann sei durchs Fenster in ihr Zimmer eingedrungen und habe ihren Fotoapparat geklaut. Stimmte aber nicht, Habibi Mohammed hat investigiert und das Gerät wiedergefunden.

Heute Morgen gibt es übrigens auch wieder heißes Wasser.

Alles gut? Nicht ganz. Unser Reiseleiter hatte kein Hotel. Hatte er gestern zwar auch nicht, aber da konnte er bei einer Familie schlafen, deren Zimmer aber heute ausgebucht war.

Wenn für die Gäste die reservierten Hotelzimmer nicht zur Verfügung stehen, was auch schon mal vorkommt, müssen die Gäste übrigens im 2 Stunden (125 Kilometer) entfernten Aqaba schlafen...

Hotelbewertung

SterneHotelnameZimmer
3(?)Alanbat HotelDZA, 703
DZA, 806
HotelHotel an einem Hang, WLAN kostenlos in der Lobby, meist aber sehr langsam.5/10
LageZwischen zwei Schulen (eine private, eine staatliche, erkennbar daran, dass Privatschulen keine Schuluniformen haben (müssen)) in einer Ecke der Stadt mit ansonsten wenig Infrastuktur.5/10
ZimmerSehr laut durch technische Nebengeräusche (ansonsten allenfalls Ziegen, Schulkinder oder Muezzin) und Hellhörigkeit des Gebäudes. Deutsche Fernsehsender: kein Kabel vom Sat-Receiver zum Röhren(!)-Fernseher, vermutlich aber keine, da sicherlich ein arabischer Satellit empfangen wird.2/10
BadezimmerViel zu eng... Duschen-Typ: Badewanne. Einstieg direkt neben dem Klo.4/10
SauberkeitDas mit dem Staub gestern sagt vieles.4/10
ServiceOK.7/10
AbendessenFünf warme Komponenten, dazu sehr viele Salate und etwas Nachtisch.8/10
FrühstückGanz OK, irgendwie sehr undefiniert.6/10
GesamtwertungWeiterempfehlung: nein4/10

Wadi Rum

Wer jetzt an ein alkoholisches Getränk denkt, den muss ich enttäuschen. Rum, so der Name des Ortes selbst, bedeutet zugeschüttet, ist aber nicht Arabisch. Wadi hingegen ist arabisch und bedeutet Tal. Damit gemeint ist das Wüstengebiet zwischen dem Ort und der saudischen Grenze. Wadi Rum ist neben Petra eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Jordaniens.

Wir fahren mit sechs Fahrzeugen. Der Reiseleiter hatte vorher ausgemacht, dass er das erste Auto der Kolonne fahren wird. Dafür hat er auch eine Genehmigung. Sonst würden die Beduinen immer wie die Besenkten fahren.

Kurz nach der Abfahrt machen wir Halt an einem Lager der Beduinen. Dort können wir 2.200 Jahre alte nabatäische Inschriften irgendwelche Namen ansehen.

Nabatäische Inschriften in Wadi Rum
Nabatäische Inschriften

Außerdem bekommen wir einen typischen Tee (Salbei, Kardamom, Zimt) und können etwas kaufen (eben diesen Tee oder Kopftücher).

Dromedar
Dromedar (Einhöckriges Kamel)

Wir fahren weiter zu einer Felsspalte.

Wadi Rum (Wüste)
Leute besteigen in der Nähe eine Düne.

Auch in dieser Felsspalte finden sich wieder Inschriften, diesmal sind es jedoch Bilder. In der Spalte sind einige Löcher wie bei den Potholes in Südafrika, nur bei weitem nicht so tief, aber derzeit ist kein Wasser vorhanden.

Inschriften in der Felsspalte
Inschriften in der Felsspalte

Schüler einer Privatschule aus Aqaba sind ebenfalls da.

Wir fahren einige Zeit in Richtung saudischer Grenze, drehen dann und fahren zu einer brückenförmigen Gesteinformation. Rauf klettern können wir nicht, dafür fehlt die Zeit.

Gesteinsbrücke in Wadi Rum
Gesteinsbrücke

Nach einer weiteren längeren Fahrt machen wir in der Nähe des zweiten Stops eine Mittagspause. Dort gibt es ebenfalls eine Gesteinsbrücke.

Gesteinsbrücke in Wadi Rum
Gesteinsbrücke

Dort machen wir unser Mittagessen. Auch wenn er kaum geschlafen hat, hat unser Reiseleiter 43 Lunchpakete hergestellt, bestehend aus einem Orangensaft-Trinkpäcken, einem Wrap mit allerlei gekochtem Gemüse, einem Apfel, einen Schoko-Waffel-Riegel, einer landestypischen kleinen Gurke und dem, was sie hier Tomate nennen, für deutsche Verhältnisse aber viel zu groß und viel zu unreif aussieht. Da hatten sie wohl Tomaten auf den Augen.

Anschließend fahren wir zurück zum Ort.

Mauersegler
Mauersegler(?)
Ein Geländewagen steht auf einem Haus
Grundstückspreise werden auch in der Wüste immer teurer. Autos müssen daher inzwischen auf dem Dach geparkt werden.

Wir verlassen unsere Fahrzeuge und steigen in den Bus.

Die sieben Säulen der Weisheit
Die sieben Säulen der Weisheit (benannt nach der Autobiografie von Thomas Edward Lawrence, besser bekannt als Lawrence von Arabien), davor die Aqababahn (Hedschasbahn)
Hierbei handelt es sich um eine Schmalspurbahn. Nach einige Entgleisungen genießt die Eisenbahn keinen guten Ruf in Jordanien. Die Österreicher wollen aber eine neue Eisenbahn bauen und es noch mal versuchen.
Straßenschild: Achtung Dromedare
Achtung Dromedare!
Jeder Araber weiß, wie scheißen-teuer die Viecher sind und auf dem Weg zur Fernstraße mussten wir tatsächlich vor Dromedaren bremsen.

Aqaba ist eine Sonderwirtschaftszone und Zollausschlussgebiet. Man muss bei Ein- und Ausreise jeweils durch den Zoll. Die Kontrolle ist wie auch sonst auf der Reise keiner Rede wert, man wird als Touristenbus einfach durchgewunken.


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