Australien Morgen 15: Petermann, Watarrka (Kings Canyon), Petermann, Alice Springs: ...fängt den Wurm
3 Stunden oberhalb Australiens berühmtester Schlucht
4:45, das Lied des Weckers war diesmal aber angenehmer. Keine Glocken aus der Hölle.
Ich habe recht gut geschlafen, obwohl das Bett zu klein für mich ist und ein Endstück hat. Australier sind extrem kleine Menschen, und egoistisch genug, alles darauf auszulegen, dass schon keine Leute über 1,80 das Land besuchen. Größeren Leuten ist allgemein nicht zu empfehlen, in Australien in einer Unterkunft zu schlafen, auf der nicht „Hotel“ steht.
Der Rest hat nicht so gut geschlafen. Entweder liegt es an diesen Beleidigungen für das Wort „Matratze“ oder an der in unserer Gruppe plötzlich ausgebrochenen Nasenbluten-Epidemie.
Nach einem Frühstück geht es mit dem Bus zum Canyon. 3 Liter Wasser sind vorgeschrieben (Faustregel: 1 Liter pro Stunde) und beim Verlassen des Busses soll sich jeder einen Müsliriegel und einen Apfel nehmen.
Wir warten am Eingang unter einem Fernseher, auf dem die aktuelle Wettervorhersage („EXTREME“ für alle Tage – d.h. heute und die nächsten vier) und ein Warnfilm läuft. Aber das wissen wir doch schon. Warum warten wir denn so lange? Es haben wohl mehrere Leute das mit den Äpfeln und Müsliriegeln nicht verstanden, sodass wir erst um 6:30 Uhr starten können.
Gleich zu Beginn kommt der härteste Teil – und das aus gutem Grund: Noch sind es nämlich nur 25 Grad und die Bedingungen somit noch zu ertragen, wenn es die Stufen des so genannten Rim Walk hoch geht, was etwa 15 Minuten dauert. Oben erwartet uns dann der Sonnenaufgang.
Kurz vor der Hälfte des Weges um den Canyon herum befindet sich eine Abzweigung, die zu einer Wasserstelle führt. Diese Ecke heißt Garten Eden, ist aber eigentlich eher hässlich. Egal, Zeit für den Pausensnack:
Die wirkliche -Halbzeit wird durch eine Brücke über eine kleine Spalte markiert, die man auch in beide Richtungen problemlos zu Fuß überqueren könnte. Auf der Brücke ist eine Tür, an der auf der anderen Seite zwei Schilder angebracht sind: Der South Walk endet hier (der von uns bisher zurückgelegte Weg darf nicht rückwärts gegangen werden). Und ein Hinweis, dass Überwachungskameras genutzt werden. „Ich glaube aber, die haben gar keine Überwachungskameras“, sagt eine unserer beiden Intrepid-Führerinnen, Sarah. Ich habe auch keine gesehen.
Zum Mittag hat uns Beq – klingt wie eine Einheit für radioaktive Strahlung, ist aber unsere andere Intrepid-Führerin, die vor allem kocht – Burritos (Wraps) zum selbstbefüllen vorbereitet.
Danach geht es Richtung Alice Springs. Wir fahren fast bis nach Yunara zurück. Anschließend geht es zum Erldunda Roadhouse, wo sich der „Mittelpunkt des Mittelpunkts Australiens“ befindet und man mit den Emus „die dümmsten Vögel Australiens“ (laut Sarah) beobachten kann. Schlau scheinen sie echt nicht zu sein, da sie in den Exkrementen ihrer Artgenossen picken.
Alice Springs befindet sich am Todd River. Der Fluss ist meistens trocken. Dennoch gibt es hier ein jährliches „Bootsrennen“: Führt der Fluss kein Wasser, findet das Rennen mit kreativen „Gefährten“ statt. Führt der Fluss doch Wasser, fällt das Rennen aus.
Und für alle, die sich beim Titel Vögel versprochen haben, hier ein paar Tiere vom Parkplatz des Kings Canyon und aus dem Kings Canyon Resort (nicht nur Vögel):
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