Australien Tag 6: Sydney, Glenbrook, Euroka, Wentworth Falls, Katoomba, Sydney – In den Blue Mountains

Endlich mal raus aus der Stadt! Und auch mehr zu lesen als die Bildergeschichten der vorherigen Tage.

geschrieben von Яedeemer mit Annina Dienstag, 19. Februar 2019 um 09:14 Uhr

Heute fahren wir um 8 Uhr in die Blue Mountains. Die heißen so, weil dort viel Eukalyptus wächst, dessen ätherische Öle einen blauen Dunst verursachen, wenn sie verdampfen. Eigentlich logisch. So seien die Australier eben, meint unsere heutige Tourleiterin Alex. Sie ist etwas abgedreht und spielt uns im Bus Musik auf der recht langen Fahrt vor (etwa 2 Stunden zu den Blue Mountains und 2 Stunden zurück). Wo wir gerade bei Musik sind: Ich habe auf den offensichtlichen Titel für diese Blogpost verzichtet. Ich könnte vermutlich jedem Post eine Anspielung auf Musik verpassen, aber na gut.

Die Blue Mountains sind ein Teil der Gebirgskette Great Dividing Range, die sich an der Ostküste des Landes erstreckt.

Da die Fahrt wie gesagt sehr lang ist, erzählt uns die Reiseleiterin ein bisschen was von ihrer Immigration. Sie und ihr Freund stammen aus Niedersachsen und sind hier mit einem unbegrenztem Visum, aber Geld nur bis zu ihrem schon gebuchten Rückflug 3 Monate später hergekommen, in welcher Zeit sie einen Job finden mussten. Man erhält Arbeitslosengeld erst nach 24-monatiger Beschäftigung, ähnlich wie in Deutschland mit 360 Tagen. Allerdings haben sie von Anfang an Kindergeld erhalten, und da das hier vom Einkommen abhängt als Arbeitslose eben den Maximalsatz. Wer viel verdient, kriegt gar kein Kindergeld. Genau wie alle Australier war sie dennoch – ohne etwas zu bezahlen – in der einzigen gesetzlichen Krankenkasse versichert, Medicare. Wer mehr als deren Leistungen will, kann private Zusatzversicherungen abschließen. Da jeder bei Medicare versichert ist, fungiert diese Krankenkasse auch als Einwohnermeldeamt.

Ihr Freund hat nach 2,5 Monaten einen Job gefunden und dann haben sie einen Container hierher verschiffen lassen. Das hat dann nochmal 6 Wochen gedauert. In diesen etwa 4,5 Monaten haben sie ihre Wohnung mit Sperrmüll eingerichtet. Das funktioniert hier ziemlich gut, da Australier extrem oft umziehen. Das tun sie übrigens fast ausschließlich mit Makler und nach 3 Monaten kommt jemand, um zu prüfen, ob der Mieter das Haus oder die Wohnung gut pflegt.

Ihre beiden Töchter wurden in der Schule recht gut aufgenommen. Die allermeisten Schulen haben auch Schuluniformen, wobei es auch dabei Abstufungen gibt, wie frei man bei den genauen Artikeln ist: einfach irgendwelche schwarzen Schuhe oder ganz bestimmte?

Auf dem Weg machen wir in Glenbrook Halt, wo wir uns mit Proviant eindecken können. In der Nähe fahren wir zum Euroka-„Campingplatz“. Campingplatz deshalb in Anführungszeichen, weil man dort nicht übernachten darf.

Hier wollen wir Kängurus beobachten. Es gibt etwa doppelt so viele Kängurus in Australien wie Menschen. Sie haben keine Feinde außer dem Menschen, der sie manchmal isst, und wenn sie Feinde hätten, wären sie wohl zu schnell. Kängurus können dauerthaft schwanger sein, da sich das Embryo (hier Jellybean genannt) im Beutel erst entwickelt, wenn das vorherige Junge 30 Tage nicht mehr drin war. Kängurus bleiben im Beutel, bis sie nicht mehr reinpassen.

Zurück zu uns. Ziemlich schnell finden wir schon mal einen Buntwaran:

Buntwaran
Buntwaran (endemische Warane, eigentlich Monitor auf Englisch, werden in Australien Goanna genannt)

Zwei andere und ich bleiben noch etwas länger bei ihm, um ihn zu fotografieren. Als wir weitergehen, höre ich ein hüpfendes Geräusch im Gebüsch und rufe die anderen beiden. Blöde Situation: Du weißt, dass hier definitiv irgendwo ein Känguru ist, hast aber keine Schnapspralinen dabei. Als ich etwas Lärm mache, sehe ich es aber dann vorbeihüpfen:

Känguru im Sprung
Ein Östliches Graues Riesenkänguru im Sprung (das Känguru ist nicht besonders scharf, aber hat wegen der im Vergleich zum springenden Känguru noch viel unschärferen Umgebung irgendwie was)

Der Rest der Gruppe ist schon über alle Berge. Wir fotografieren noch einen Lachenden Hans, bevor wir zum Bus zurückgehen. Die anderen haben kein Känguru gesehen.

Flötenvogel
Flötenvogel (hier Australische Elster genannt, ist mit dieser aber nur insoweit verwandt, dass beides Singvögel sind, also praktisch überhaupt nicht)
Lachender Hans (Jägerliest), hier Kookaburra genannt – ein abartig lauter Eisvogel, den man nur von einem Affen unterscheiden kann, wenn man ihn sieht – oder man weiß, dass es in Australien keine Affen gibt

Übrigens: Google funktioniert unheimlich gut, wenn du „Australia“ oder „Australien“ gefolgt von einem Tier, das einigermaßen ähnlich aussieht, eingibst: Australien Elster ergibt Flötenvogel, Australia Seagull (Möwe) ergibt Silberkopfmöwe usw.

Dann fahren wir zu unserem heutigen Bush Walk. Runter an den Fuß eines Wasserfalls des Jamison Creeks, der auch Wentworth Falls genannt wird. Den Namen trägt auch der nahe Ort. Der Weg runter und wieder rauf ist nicht ganz einfach, aber was tut man nicht alles für so tolle Bilder?

Gelbhaubenkakadus fliegen über dem Jamison Valley mit dem Mount Solitary
Jamison Valley mit Gelbhaubenkakadus, der Berg im Hintergrund heißt Mount Solitary (HDR-Bild)
Jamison Creek
Wasserlauf des Jamison Creek bei den Wasserfällen
Jamison Valley
Jamison Valley
Wentworth Falls / Jamison-Creek-Wasserfall
Der Wasserfall des Jamison Creek bei Wentworth Falls in seiner ganzen Schönheit (HDR-Bild)
Jamison Creek
Unsere Gruppe im Wasser des Jamison Creeks am Fuße des Wasserfalls
Wentworth Falls / Jamison-Creek-Wasserfall
Spitze des Wasserfalls im Detail (HDR-Bild)

Unten am Wasserfalls scheuche ich noch einen Leierschwanz auf. Das ist ein Vogel, der das Logo des Gebiets bildet. Er macht allerhand Geräusche nach, die er hört. Das kann er sogar sehr gut, aber Sprache kann er anders als manche Papageien nicht nachmachen.

Und jetzt geht es den ganzen Weg wieder hoch...

Wieder beim Bus – der diesmal etwas größer ist als die vorherigen Busse, gegen dessen Beinfreiheit auch Kindergartenkinder auf die Barrikaden gehen würde (Notiz an mich selber: bei der nächsten Bundestagswahl Bündnis 1,90/Die Hünen wählen) –, gibt es Sandwiches und Getränke. Fast ausschließlich Alkohol, ich habe aber Glück und kann ein Ginger Beer (stärkere Version des Ginger Ale) abstauben.

Wir fahren weiter zu den Three Sisters, einer Gesteinsformation:

Panorama bei den Three Sisters (auf dem Bild die Felsen ganz links) (Panorama aus der Kamera)

Gegen halb sechs sind wir dann wieder in Sydney bei unserem Hotel. Die Tourleiterin bekommt von einigen von uns Trinkgeld.

In eigener Sache: Mir ist aufgefallen, dass die beiden Panoramen von Tag 3 nicht funktioniert haben. Sie sind jetzt repariert.


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