Indien und Nepal Morgen 9: Varanasi – Aarti am Morgen

Hat sich jemand beschwert, wir würden zu spät aufstehen?

geschrieben von Janni Montag, 20. Mai 2019 um 18:10 Uhr

Möglicherweise sind Bilder heute nicht vergrößerbar, da das Internet hier in Lumbini Sanskritik nicht so gut ist.


04:45, es geht los.

Eigentlich wäre es schon um 04:30 losgegangen, aber aufgrund der heute an diesem Ort stattfindenden Wahlen können Busse nicht überall fahren und deshalb machen wir die Tour mit Tuktuks.

Nächtliche Straße mit Scherben
Hier ist es wohl kürzlich zu einem Unfall gekommen. Neben dem roten Tuktuk im Hintergrund liegt noch viel mehr kaputtes Glas. Als Unfallursache vermute ich Eisglätte.

In Indien herrscht offiziell Linksverkehr. Man fährt allerdings dort so weit wie möglich rechts (also innen). Grund dafür ist, dass man sich in Einbahnstraßen nicht umgewöhnen muss, in denen Rechtsverkehr herrscht. Der Verkehr entsprechend der „empfohlenen“ Richtung fährt rechts, die Gegenrichtung kommt einem auf seiner linken Seite entgegen.

Nummernschilder bestehen meist aus einem zweistellen Buchstabencode für den Bundesstaat, einem zweistelligen Zahlencode für die Zulassungsbehörde (Regional Transport Officer Office) und einer Zulassungsnummer aus zwei Buchstaben und vier Zahlen. Es gibt farbliche Codes (v.a. ob kommerzielle oder private Nutzung), ansonsten scheint die Gestaltung frei zu sein und die Schilder werden auch oft selbst gemalt.

Die meisten Inder fahren bis lange nach Einbruch der Dunkelheit ohne Licht. Rücklichter sind oft defekt. Es wird ungefähr auf Marokko-Niveau gehupt. Ich überlege, ob ich meinen Job hinschmeiße und eine Hupe vertreiben sollte, die man an und aus schalten kann anstatt sie gedrückt halten zu müssen. „Revolution“ wäre eine maßlose Untertreibung für diese Erfindung.


Wir fahren zu dem Ort, an dem wir gestern unser Boot verlassen haben. Dort findet erneut eine Aarti-Zeremonie statt.

7 Priester führen eine Aarti-Zeremonie durch
Aarti-Zeremonie, im Hintergrund geht die Sonne über dem Ganges auf
2 Priester schwingen Kerzenständer
Bei so einer Zeremonie wird Rauch produziert. Das ist wie Eulen nach Athen zu tragen, die Luft in Indien ist verschmutzt genug.

Um 05:30 nehmen wir uns wieder ein Boot und fahren etwas den Ganges runter und wieder rauf.

Sehr schiefes Gebäude, das halb im Fluss steht und in dem trotzdem Menschen sitzen
Ist wohl was schief gegangen: Durch Überflutung abgerutschtes Gebäude.
Feuerstellen an in den Ganges hinterführenden Stufen
Abends finden an diesem (und einem weiteren) Ort Feuerbestattungen (Burning Ghat, wörtl. brennende Stufen in den Fluss) statt, die nicht fotografiert werden sollen (es sieht aber nicht viel anders aus als auf dem Bild, es sind nur mehr Menschen dort). Dabei ebenfalls zu Grabe getragen wird offensichtlich die Umwelt.

Am Ufer des Ganges sieht man viele Leute, die hier baden, was im Hinduismus ein Ritual darstellt.

Nach dem Anlegen trinken wir einen Chai bei einem dafür berühmten Chai-Koch. 20 Rupien kostet es, etwa 25 Eurocent. Wie auch sonst in Varanasi wird als Wegwerfgeschirr Tonware verwendet.

Auf dem Platz, auf dem eben noch die Aarti-Zeremonie stattfand, findet nun ein Yogakurs statt, der gut besucht ist. Hier ein paar Übungen mit ihren Namen:

Yogakurs

Wir gehen in einem australischen Restaurant frühstücken. Der Janni-Pokal für die langsamste Essenszubereitung, der gestern erst nach über vier Jahren vom Bahnhof Hotel Aus an das Restaurant in unserem Hotel Hotel Surya Kaiser Palace gegangen ist, wird schon heute weitergeben. Immerhin: Das Essen ist beide Male qualitativ gut.

Damit ist das Tagesprogramm für heute auch schon durch. Im Hotel erst mal duschen. In Indien sind übrigens Duschen nicht durch ein Becken oder ähnliches begrenzt. Man setzt also beim Duschen das gesamte Badezimmer unter Wasser und muss, bis das Wasser abgeflossen und danach verdunstet ist, aufpassen, nicht auszurutschen. Total durchdacht.


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