Süd-Afrika II Tag 15: Sha Sha Island – Schöne Scheiße (2)

Es geht weiter, wie es geendet hat. Außerdem: Amarula und Pula, mehr brauchst du nicht.

geschrieben von Janni mit Alex, Nadine und Nicole Sonntag, 6. Oktober 2019 um 18:01 Uhr

6 Uhr. Gut 13°C. Aufstehen.

Meine Kamera ist immer noch defekt, daher haben Mitreisende ihre Tierfotos beigetragen. Und wir gehen nach einem schnellen Frühstück dann um 7 Uhr wieder Scheiße und Spuren angucken, diesmal aber etwa 3:30 Stunden.

Sonnenaufgang über dem Okavango-Delta
Sonnenaufgang über dem Okavango-Delta

Heute Nacht war ein Honigdachs in unserem Camp. Auch unterwegs finden wir einen:

Honigdachs wühlt
Honigdachs (Bild: Nadine)

Unser Weg führt uns durch Sträucher ohne Blätter, der Elefanten-Überpopulation sei dank. Ungewöhnlicherweise sehen wir auch Autospuren. Die kommen von Rangern und von Lodges, die Game Drives (Wildbeobachtungsfahrten) anbieten, erklärt mir Julius später (der ist übrigens auch der sitzende Mann auf dem Bild, das erscheint wenn man die Koordinaten von Sha Sha Island in Google Maps eingibt).

Wasserloch
Unser Endpunkt ist ein Wasserloch, an dem einige Büffel und Warzenschweine trinken.

Von dort aus gehen wir auf einem etwas anderen zurück. Wir begegnen dem Skelett eines alten Elefanten, das seit etwa 2 Jahren dort liegt.

Elefantenknochen (außer Schädel) an einem Wasserloch
Elefanten sterben üblicherweise bei Wasserlöchern.
Elefantenschädel, Unterkiefer abgetrennt
Wie bereits in einem anderen Post erwähnt verhungern sie, weil ihnen nach dem sechsten Mal keine neuen Zähne mehr wachsen und ihre alten Zähne zu stumpf sind.

Als wir dann aber das einzige Wildhundrudel der Umgebung sehen – es gibt sowieso nur noch einige tausend von denen –, ärgere ich dann doch sehr, dass meine Kamera kaputt ist.

Wildhunde
Wildhunde (Bild: Alex)
Wildhunde
Wildhunde (Bild: Nadine)

Bei unserer Wiederkehr gibt es Brunch: Zum Frühstück kommen hierbei Baked Beans, Speck, Boerewors und Rührei dazu.

Bis zum Mittag hängen wir eigentlich nur rum und quatschen miteinander. Da es einen ausgiebigen Brunch gab, backt Clinton nur ein Brot/Kuchen (nicht genau zu definieren) in einen Kessel.

Dann darf ich auch mal Mokoro fahren. Clinton klang, als sei es schwer, nicht reinzufallen. Das geht eigentlich, finde ich.

Nachdem ich eine Runde mit einem Poler als Fahrlehrer gedreht bin, fahre ich noch dreimal alleine, jeweils ohne reinzufallen. Beim insgesamt zweiten Mal holt mich die „Mokoro-Polizei“ und bringt mich wieder zum Camp. Beim dritten Mal verstehe ich endlich, wie man das Ding eigentlich steuert. Man sticht auf der Seite ein, wo man nicht hin will, und schiebt sich vorwärts oder rückwärts. Die Entfernung vom Boot beim Einstechen bestimmt, wie weit man dreht.

Zwischendruch gehen wir nahe des Camps, das auf dem vorletzten Foto von gestern zu sehen ist, schwimmen. Genauer gesagt baden. Denn zum Schwimmen ist es zu seicht, das Wasser geht mir nur bis zu den Knien.

Clinton ruft nach unserer Wiederkehr einen Wettbewerb im Impalascheiße-Weitspucken um Schokolade aus (wir nennen das später Shit Spit). Insgesamt gibt es nur 3 Teilnehmer und auch ich halte das für eine Scheißidee, zumal die Scheiße für optimale Flugeigenschaften ganz in den Mund genommen und gut nass gemacht werden muss.

Nachden wir ein Gruppenbild gemacht haben, bei dem auch alle Polers („Stocherer“, unsere Gastgeber hier) und Clinton dabei sind, fahren wir um 17 Uhr mit den Mokoros zur Sonnenuntergangsfahrt. Sie führt uns vorbei am Ort, wo wir vorhin gebadet haben, in eine Art Sackgasse.

Impala auf Termitenhügel
Impala auf Termitenhügel (Bild: Nadine)

Wir bekommen ein bisschen was über die Pflanzen erzählt.

Zugewucherte Wasserfläche im Okavango-Delta
Zugewucherte Wasserfläche im Okavango-Delta, im Hintergrund nochmal die Impala seitlich auf dem Termitenhügel.

Die Pflanze, auf dem obigen Bild das Wasser bedeckt, kommt aus Amerika, wohl mit Zugvögeln. Kein Tier frisst sie, sodass sie alles zuwuchert und die Regierung veruscht, sie zu bekämpfen. Das Papyrusschilf ist hingegen natürlich hier und auch gut. Daneben gibt es eine Wasserblume, die Wasserpistole genannt wird, da wenn man auf die Blüte drückt, Wasser herausspitzt. Bei alten Pflanzen geradeaus, bei jungen querbeet. Die Flüssigkeit wird gegen Augenbeschwerden genutzt. Die Wasserlilie hat Knollen, die man ähnlich wie Kartoffeln verwenden kann.

Lange können wir aber nicht bleiben, da abends die Nilpferde herauskommen, sagen sie uns, und bringen uns zurück ins Camp.

Unterwegs mit den Mokoros im Sonnenuntergang
Unterwegs mit den Mokoros im Sonnenuntergang (12MP)

Da wird plötzlich klar, was sie meinen – und warum mich die Mokoro-Polizei vorhin abgeholt hat:

Nilpferd mit offenem Maul
Ein Nilpferd ist dort aufgetaucht, wo ich vorhin Mokoro gefahren bin (Bild: Nicole)

Zum Abendessen gibt es als Vorspeise Minikürbishälften mit Butter und Zucker gefüllt. Hauptgang ist Rindergulasch, dazu gibt es Polenta mit extra Dosenmais, Rote Bete aus der Dose sowie Karotten gebraten in Zwiebeln, O-Saft und Zucker. Nachspeise entfällt.

Nachdem auch die Polers gegessen haben, geben sie eine Aufführung mit Gesang und Tanz zum Besten. Ich bin müde und liege schon im Zelt. Irgendwas mit Amarula und Pula. Ob sie Regen oder Geld wollen, kann ich nicht heraushören. Nach dem vierten Lied schlafe ich ein.


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