Süd-Afrika II Tag 17: Maun, Paje – Zu den Rhinos

Finden wir ein Spitzmaulnashorn oder immerhin ein Breitmaulnashorn – oder wird es eine „Norwegische Nashorntour“?

geschrieben von Janni Sonntag, 6. Oktober 2019 um 18:15 Uhr

Sunway hat uns Lister geschickt, den Fahrer, der an Tag 14 und 16 den Geländewagen jeweils zwischen Maun und der Mokoro-Station gefahren hat. Der gehört nämlich auch mehr oder weniger zu Sunway (über deren Projekt Planet Okavango). Da unsere beiden Schweizer heute von Maun fliegen, um noch ihren Flieger von Johannesburg zu ihrer nächste Destination auf La Réunion (Frankreich) zu bekommen, sind zwei Plätze im Truck frei.

Wir fahren zur Mauner Polizei, lassen Clinton und Ishmael dort raus und fahren dann zum Supermarkt, wo wir schon zweimal waren. Da Cafés erst um 8 oder halb 9 aufmachen (es ist kurz vor 8), setzen wir uns ins Fastfood-Restaurant Wimpy und warten knapp 2 Stunden, bis die beiden Guides wieder da sind: Aufgrund von technischen Problemen kann der Fall nicht aufgenommen werden. Daher gibt’s auch keine Vorgangsnummer, die für die Beantragung neuer Papiere bei den Botschaften in Gaborone nötig wäre.

Mit fast 3 Stunden Verspätung brechen wir um 9:45 auf zum Khama Rhino Sanctuary, wo wir einen vierten Guide (Victor) bekommen werden, der morgen Clinton und Ishmael nach Palapye (von dort fahren sie weiter nach Gaborone) und uns weiter nach Johannesburg bringen soll. Ein Mitarbeiter von Planet Okavango bleibt bei der Polizei und soll Polizeidokumente mit Vorgangsnummer zum Khama Rhino Sanctuary bringen. Falls der Server wieder möchte. Falls nicht, gibt es weitere Probleme.

Auch wenn man innerhalb Botsuanas fährt, kommt man immer wieder an Checkpunkten vorbei, über die man Obst und Fleisch nicht transportieren darf und zum Desinfizieren aussteigen muss, genau wie an der Grenze.

Zum Mittagessen steigen wir nicht aus sondern es gibt abgepackte Mini-Burger, Hackröllchen im Blätterteig und Cracker.

Nach einigen Stopps erreichen wir um 16:20 Uhr das Khama Rhino Sanctuary in Paje. Die Guides hatten uns vorgewarnt: Nur kostenpfichtiges WLAN. Dass es das auch 2019 immer noch gibt... Dabei sang doch Nino De Angelo 1983 schon:

Wenn man für WLAN bezahlen muss
Um einmal online zu sein
Dann haben wir umsonst gelebt.

Oder so ähnlich.

Das WLAN ist dann aber zur Überraschung aller doch kostenlos und wir können kurze Nachrichten nach Hause schreiben, während die Guides uns einchecken.

Dann geht es aber auf extrem sandigen Wegen ein paar Kilometer rein ins Schutzgebiet, das wie schon in Matobo, Dete (Hwange) und Okavango-Delta nicht eingezäunt ist und somit Tiere durch das Camp laufen können.

Das Khama Rhino Sanctuary ist ein Schutzgebiet mit derzeit 55 Breitmaul- und 5 Spitzmauul-Nashörner, das 1992 mit zwei Breitmäulern eingerichtet wurde. Es wird vom Militär bewacht und obwohl alle Nashörner hier noch ihre Hörner haben, ist kein Fall von Wilderei bekannt. Normale Ranger haben übrigens in Botsuana keine Waffen, anders als in Südafrika. Wenn dann der Leopard vor einem steht, ist das halt blöd.

Zum Abendessen gibt es über dem Lagerfeuer gegrillte Boerewors und Steak mit gemischtem Salat (Gurke, Eisberg, Tomate, Paprika grün/rot) dazu ebenfalls über dem Feuer gegrillte Sandwiches mit Reibekäse, Tomatenstücken und reichlich Zwiebeln. Mitreisende in Flugzeugen hassen diesen Trick. Nachtisch: Obstsalat aus Himbeeren, Ananas, weißen Trauben, Erdbeeren, Mango und Bickbeeren.

Da wir für die Nachmittagsfahrt zu spät dran sind, bekommen wir eine Nachtfahrt um 19 Uhr, die uns ein paar Nashörner zeigen soll. Unser Fahrer heißt Duncan, was mich aufgrund seiner Hautfarbe unweigerlich an den Endgegner Duncan der Schwarze aus meinem Lieblingsspiel Guild Wars erinnert.

Die Lichtverhältnisse auf der Fahrt wären auch für meine richtige Kamera problematisch gewesen und ein Nashorn gab es ja schon an Tag 7 zu sehen.

Erst fahren wir einige Zeit durch den Park und lassen uns extra eine Herde der allgegenwärtigen Impalas zeigen, um wenigstens etwas gesehen zu haben. Dann halten wir an einem Versteck zur Vogelbeobachtung an einem Wasserlloch. Außer einem einzigen Wasserbock passiert eine knappe halbe Stunde lang nichts, was mir die Gelegenheit gibt, mit der Standard-Kameraapp meines Handys rumzuspielen:

Bird-Hide-Wasserloch im Khama Rhino Sanctuary
Handyfoto vom Wasserloch, einzige Lichtquelle ist der zu 1/3 gefüllte Mond Handyfoto vom Wasserloch, einzige Lichtquelle ist der zu 1/3 gefüllte Mond

Langsam bekomme ich ein Deja-vu von meiner letzten Nachtfahrt im Krügerpark. „Dann hätten wir auch noch 3 Stunden bei der Polizei bleiben können und es wäre nicht so heiß im Bus gewesen“, meine ich. Dann finden wir aber doch drei Breitmaulnashörner, die im Dickicht stehen. Lichtverhältnisse sind problematisch, zumal sich die drei auch sehr schnell bewegen. Kurz darauf finden wir an einem Wasserloch noch vier weitere Breitmaulnashörner, die allerdings weiter weg stehen. Mir reichen wie gesagt die Bilder von Tag 7.


Die deutschsprachige Gruppe mit Unterkünften ist natürlich deutlich vor uns angekommen, dafür aber im Sand auf dem Weg zu den Unterkünften stecken geblieben, aus dem sie sich mit Anschieben befreien mussten. Ebenfalls nicht ganz Premium: Geteilte sanitäre Einrichtungen hin oder her, aber dafür durch fremde Schlafzimmer stiefeln war dann doch zu viel. Außerdem haben sie nur zwei Nashörner gesehen und wollten jetzt auch eine Nachtfahrt haben.


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