Neuseeland Tag 13: Nelson, Marahau, Onetahuti, Bark Bay, Anchorage: Hausbootparty

22 Leute. 1 Reiseleiterin. 1 Hausboot. 2 weitere Leute. 1 Jacht. In einem Nationalpark.

geschrieben von Janni Donnerstag, Waitangi-Tag (6. Februar) 2020 um 08:01 Uhr

Heute geht es in den Abel-Tasman-Nationalpark (der Typ war Holländer, Englischsprachige sprechen den Namen somit meist falsch aus). Weiter nördlich als bis Marahau, wo wir mit unserem normalen Bus fahren, kommt man nicht. Weiter geht es nur mit dem Wassertaxi. Das von uns genutzte Wassertaxi wird von der Kajak-Firma betrieben, die auch die weiteren Aktivitäten des Tages durchführt.

Aber was ist eigentlich ein Wassertaxi? Das läuft hier so ab: Man benötigt einen Traktor, einen Anhänger und ein Boot. Das Boot kommt auf den Anhänger, dann fährt man mit dem Traktor rückwärts in Wasser. Das Boot fängt an zu schwimmen und kann wegfahren.

Klingt bescheuert? Immerhin ist es praktisch.

Wassertaxi wird an der Sandy Bay zu Wasser gelassen
Wassertaxi wird an der Sandy Bay zu Wasser gelassen

Na dann los.

Spirit of New Zealand
Das ist die Spirit of New Zealand, ein Schiff, auf dem Jugendliche Teamwork und Teambuilding lernen können.

Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichen wir Onetahuti Bay. Dort steigen wir in unsere Seekajaks und fahren nach Tonga.

Tonga Island
Tonga (Komplettansicht)

Also nicht das Land Tonga sondern die vorgelagerte Insel hier im Abel-Tasman-Naationalpark. Landen dürfen wir nicht, da dort Neuseeländische Seebären (vom Guide als New Zealand sausages („Würstchen“) bezeichnet) sind, die gerne ihre Ruhe hätten, weshalb man nur bis 20 Meter ran darf. Das einzige brauchbare Bild ist entsprechend nur ein kleiner Ausschnitt. Aber man erkennt wenigstens irgendwas.

Neuseeländischer Seebär
Neuseeländischer Seebär

Auf Tonga gibt es außerdem einige Pflanzen, die Menschen dort angepflanzt haben. Grund dafür ist, dass sie erst nach 30 Tagen in Wasser und mehrmaligem Wassertausch nicht mehr giftig sind und deshalb von Kindern ferngehalten werden sollten. „Der Arme Typ, der herausgefunden hat, dass man 30 Tage und nicht 25 Tage warten muss, bis die nicht mehr giftig sind....“, sagt der Führer der Kajakfirma. Außerdem haben sie hier Jungen ausgesetzt, die sie nur wieder abgeholt haben, wenn sie so laut rufen konnten, dass man es im Dorf gehört hat.

Dann paddeln wir weiter nach Bark Bay.

Kajaktour im Abel-Tasman-Nationalpark
Wir erreichen Bark Bay, wo sie ebenfalls invasive Bäume vergiftet haben

An den Stränden hier gibt es Wasserhähne mit Trinkwasser und Toiletten, aber keine Mülleimer.

Strand an der Bark Bay
Bark Bay (und Jasmin)

Hier an der Bark Bay bekommen wir Mittagessen: Sandwiches und Brownies. Die Sandwiches schmecken ähnlich wie Döner mit Frischkäse statt Fleisch, der Brownies sind ebenfalls sehr gut.

Die Stärkung ist auch nötig, denn jetzt kommen 12,4km Wanderung. Und zwar Landzungenausläufer hoch und wieder runter. Die Guides versorgen uns mit ihren Power Balls, das sind Datteln ummantelt mit Hafenflocken, gerösteten Sonnenblumenkernen, Schokolade und Kokos.

Sandfly Bay
Sandfly Bay
Zikadenhülle (10mm AF-Zwischenring)
Zikadenhülle (10mm AF-Zwischenring)
Falls River (HDR-Bild)
Falls River (HDR-Bild)
Falls-River-Bridge-Warnschuld
Falls River Bridge: Mehr als 5 Leute führen dazu, sie von der Falls River Bridge in den Falls River fallen.

Ich frage mich, warum fünf Leute. Fünf stark übergewichtige Schmalztitanen dürften was anderes sein als kleine Kinder. Egal.

Frenchman Bay
Frenchman Bay (HDR-Bild)

Wir erreichen Torrent Bay. Hier gibt es feste Gebäude. „Der einzige Nachteil ist“, sagt der Führer, „man kann sich hierhin keine Pizza liefern lassen.“

Torrent Bay
Torrent Bay – warum liegt die eigentlich nicht bei der Pirate Bay? (Insiderwitz) (HDR-Bild)

Wir müssen zum anderen Ende der Bucht, also leicht rechts der Bildmitte. Also laufen wir durch das Watt. Gerade war Ebbe, das Wasser kommt langsam wieder. An der tiefsten Stelle stehen wir oberschenkeltief im Wasser.

Von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zu unserme Ziel, Anchorage. Die beiden Guides verabgeschieden sich durch eine Frontluke in einem Wassertaxi. Wir warten darauf, dass und Marc und Jane sehen und uns rüberholen zu ihrem Hausboot. Einige Enten schwimmen auf dem Meer. In der Hoffnung, sie seien irgendwelche besonderen Enten, schaue ich mir die Enten genauer an. Es sind aber nur Stockenten. Bald sieht Marc uns und holt jeweils fünf bis sechs Leute mit dem kleinen blauen Boot auf dem folgenden Bild rüber. Zwei von uns können es nicht abwarten und schwimmen einfach rüber.

Hausboot Aqua Packers
Unsere Bleibe für die Nacht: das Hausboot von Aqua Packers

Nun also die spannende Frage: Wie kriegt man eine Reisegruppe von 24 Teilnehmern, einer Reiseleiterin und zwei Gastgebern auf einem Boot unter, also insgesamt 27 Leute? Erst mal gar nicht, da das Boot nur 26 Betten hat. Aber kein Problem, denn Marcs Papa hilft und nimmt neben sich selbst auch zwei Leute auf seiner Jacht Duchess auf. Die betreffenden Leute dürfen aber kaum größer als ein 1,60 sein..

Schematischer Grundriss
Schematische Darstellung der Aqua Packers
blau: Betten; rot: Treppen; grün: feste Sitzgelegenheiten; braun: Tische; grau: Ablagen; orange: Schränke; pink: WCs

Die Etagenbetten in den Kufen des Katamarans sind als zwei Ebenen dargestellt, die getrennte Darstellung der Ebenen der nur zwei Etagenbetten auf der Hauptebene habe ich mir geschenkt, zumal die oberen beiden deutlich schmaler als die unteren beiden sind. In den Kufen ist die Einteilung Mädels links, Jungs rechts. Die Einteilung ist zufällig entstanden und war nicht vorgegeben. In zweiten Kufen-Ebene sind die beiden Betten auf der Grafik ganz unten für zwei Leute vorgesehen (ich schlafe, da ein Bett frei ist und ich so groß bin, alleine in so einem) und haben als einzige Treppen. Das Doppelbett der Hauptebene und im Obergeschoss rechts beziehen unsere Pärchen. Das andere Doppelbett oben (Luxuskabine mit Fernseher) gehört den Gastgebern. Reiseleiterin Vera schläft in der Dog Box direkt daneben. Das Zimmer mit den Etagenbetten auf der Hauptebene wird gemischt gefüllt.

Auf der oberen Ebene gibt es ein Sprungbrett, das ich mit einigen anderen erstmal nutze. Ursprünglich durfte man sogar vom oberen Dach springen, aber nach einem Unfall ist das verboten. Der Typ, dem das passiert ist, war ausgerechnet Sachverständiger für solche Risikobewertung. Immerhin hat er zugegeben, dass er die Warnungen missachtet hat, sonst wären Marc und Jane wohl in Teufels Küche gekommen.

Wo wir gerade bei Küche sind: Gegen 7 gibt es Abendessen. Viele Salate sowie grobe Rinderbratwurst, Frikadellen (aber keine Burgerbrötchen), Hähnchenschenkel und Kartoffeln. Die normalen Kartoffeln hier finde ich übrigens absolut nicht lecker. Sie schmecken wässrig und nach absolut gar nichts.

Hausboot-Essen
Hausboot-Essen

Wir spielen in drei Gruppen Karten (überwiegend UNO) und ich mache meine Playlist mit Mitsing-Liedern an. So feiern wir in den Geburtstag von einem Teilnehmer rein.

Sonnenuntergang über Anchorage Bay
Sonnenuntergang

/Edit 11.02.2020: Aus irgendeinem Grund habe ich Etagenbetten als Doppelbetten bezeichnet, was nun differenziert ist.


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