Neuseeland Vormittag 17: Queenstown, Glenorchy, Queenstown – Ins Paradies?

...oder nur in eine Straßensperrung?

geschrieben von Janni Montag, 10. Februar 2020 um 08:32 Uhr

Ich habe mir über GetYourGuide von Altitude Tours die Glenorchy-&-Paradise-Tour gebucht. Die startet um 9 Uhr an The Station, einem zentralen Buchungsbüro.

Erste Information am Start der Reise: Die Glenorchy-&-Paradise-Tour geht heute nicht nach Paradise, da die Straße gesperrt ist. Das finde ich hätte man irgendwo in die Beschriebung packen sollen.


Wir halten zunächst an einer Haltebucht bei Closeburn. Von hier aus kann man die Berge Cecil Peak und Walter Peak sehen. Auf einem grünen Hügel von Closeburn wurde eine Szene von Herr der Ringe gedreht, in der man Cecil Peak im Hintergrund sieht. Wegen der schweren Lichtverhältnisse gibt es kein Bild.

Nächster Halt an der Straße, an der wir auf unserer Fahrt zwei Autos im Graben sehen, ist Bennetts Bluff Lookout, ein Stückchen weiter. Von dort kann man den Teil des Sees sehen, an dem Glenorchy und Paradise liegen. Man sieht auch den weißen Gipfel des Mt Earnslaw (benannt nach einem Ort in England).

Die drei Inseln im See haben Namen. Langfristig sollen alle Orte Maori-Namen bekommen, hier hat nur die hintere Insel mit dem Berg einen Namen, sie heißt auf Maori Wawahi Waka – in etwa Kanuwrack. Auf Englisch heißt sie Pigeon IslandTaubeninsel. Es gibt sogar manchmal Tauben hier, da es ein Vogelschutzgebiet ist, wo es keine Beutegreifer gibt und die man per Kajak besuchen kann. Direkt davor ist Pig Island (Schweineinsel) die kleine Insel links ist Tree Island (Bauminsel). Auf beiden gibt es die jeweiligen Namensgeber nicht.

Nord-Ende des Wakatipu
Nord-Ende des Wakatipu-Sees (übersetzt mit dem Boot fahren) (HDR-Bild)
Den Maori-Namen für Neuseeland, Aotearoa (Land der langen weißen Wolke), hat man übrigens auch erst Ende des 19. Jahrhunders ausgewählt und er ist bis heute nicht offiziell, sondern einfach nur recht häufig. Traditionell gibt es keinen Namen für das Land. Aotearoa war davor ein unüblicher Name für die Nordinsel, die üblicherweise Te Ika a Maui (der Fisch von Maui) genannt wird. Die Südinsel heißt heute meist Te Wai Pounamu (das Jade-Wasser). Somit gibt es immerhin auf Maori Namen für die großen beiden der drei Hauptinseln Neuseelands, die in den meisten anderen Sprachen keine Namen haben. Die dritte Hauptinsel, Stewart Island, heißt auf Maori Rakiura (Glühender Himmel).

Der Aussichtspunkt (eigentlich auch eher eine Haltebucht) wurde nach einem Mitarbeiter am Bau der Straße, auf der bemerkenswert viele tote Fuchskusus liegen und deren anliegenden Flüsse und Strände meist einfach nur nach ihrer Länge in Meilen benannt wurden. Bis zur Fertigstellung der Straße wurde Glenorchy montags, mittwochs und freitags per Schiff Earnslaw angelaufen, das von Dunedin per Zug nach Kingston am anderen Ende des Sees gebracht wurde. Als Lager in Glenorchy diente ein roter Schuppen:

Lagerschuppen von Glenorchy
Lagerschuppen von Glenorchy, heute ein sehr kleines Museum (HDR-Bild)

Große Teil des Bereichs vorm Schuppen stehen unter Wasser, da der Wakatipu-See einen sehr hohen Wasserstand hat. Auch einige Enten schwimmen dort. So kann ich heute zwar nicht Paradise sehen, dafür aber die Paradise Shellduck (Paradies-Kasarka). Diese Halbgans kam schon im Post zu Rotorua vor, daher hier kein weiteres Bild.

Glenorchy hat rund 300 Einwohner. Die Grundschule unterrichtet 37 Schüler, die in 2 Klassen unterrichtet werden, die jeweils drei Klassenstufen abdecken. Ab der 7. Klasse müssen sie nach Queenstown, knapp 50 Kilometer entfernt. Dort msus man auch hin, wenn man in eine Kneipe will. Leute trainieren angeblich ihre Pferde, dass sie sie besoffen und/oder schlafend zurück nach Glenorchy bringen. Mehr zu Glenorchy später.

Wir fahren weiter. Die Lagune nördlich von Glenorchy ist mit Trauerschwänen übersät. Gegen die kann man aber nichts machen, da ein altes – aber immer noch gültiges – Gesetz im Commonwealth of Nations besagt, dass alle Schwäne Eigentum der Königin sind. Und deren Eigentum zerstören ist halt nicht drin.

Während wir in Glenorchy herumlaufen, hat unser Driverguide Meghan uns ein Picknick organisiert: Es gibt an der Brücke über den Rees River Kiwistücke (die Frucht), warme Käsetoasts und Lolly Cake. Letzteres ist eine Mischung aus Malzkeksen, geschmolzener Butter, Kondensmilch und Konfektstücken (ähnlich den bunten Teilen der Sandwiches in Haribo Colorado – wie Marshmallow nur viel fester und bunter). Das wird dann (meist in Form einer Rolle) gekühlt, bis es fest wird, in Kokosnussflocken gewälzt und in Scheiben geschnitten.

Lupine
Lupine

Während wir Picknick machen, können wir uns auch gleich zum Affen machen. Ich lass das mal unkommentiert hier:

Ich als Gandalf
Ich als Gandalf auf dem Rees River

Unser nächster Halt führt uns zur Brücke über den Dart River.

Dart River
Dart River, ganz hinten beim grünen Hügel in der Mitte ist Paradise

Der Ort ist Herr-der-Ringe-Fans als Isengard bekannt, allerdings wurde auch Wolverine hier gedreht, obwohl der Film in Kanada spielt. Es wurden alle Straßenschilder ersetzt – nur in einer Szene hat man es vergessen.

Wir fahren zu einer weiteren Wolverine-Location, die eine Schaf- und Rinderfarm ist. Die Schafe möchten leider nicht fotografiert werden und rennen weg.

Anschließend fahren wir noch einmal nach Glenorchy.

Blaues Auto, um das herum Gras wuchert, während ansonsten alles gemäht ist
Das Auto steht jetzt hier. Und wahrscheinlich schon gut 2 Jahre.

In Glenorchy gibt es eine kleine Kirche mit 25 Plätzen und die kleinste Bücherei Neuseelands.

Kirche und Bücherei von Glenorchy
Glenorchy: Kirche und Bücherei

Die Kirche ist gerade geöffnet, die Bücherei nur freitags von 14 bis 15. Genau meine Arbeitszeiten. Wenn du da ein Buch überziehst, dann musst du gleich ’ne ganze Woche nachbezahlen.

Bücherei (Bibliothek) von Glenorchy von innen
Bücherei von Glenorchy von innen
Kirche von Glenorchy von innen
Kirche von Glenorchy (offiziell Head of Lake Community Church (Mission Hall)) von innen
Glenorchy Motors Ltd
Glenorchy Motors Ltd ist Autowerkstatt, Tankstelle, Postamt und Tante-Emma-Laden in einem

Zum Abschied gibt es für jeden Gast ein Stück Pounamu in einem kleinen Beutel – denn Pounamu darf man traditionell nicht für sich kaufen sondern nur zum Verschenken. Die Form ist relativ unauffällig, die meisten sehen aus wie normale (nicht flache) Computertastatur-Tasten. Meins ganz besonders. Das passt.


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