Kykladen II Tag 0 und 1 - Verden, Köln, Fira, Vlichada: Verspätungen

Ich finde heraus, was „Mehr KomfortZeit im ICE“ bedeutet und wann man auch zwei Stunden nach Abflugzeug noch in ein pünktliches Flugzeug einsteigen kann – und dann habe ich auch noch Urlaub – mit etwas Verspätung. Oder etwas mehr.

geschrieben von Janni Sonntag, 27. Juni 2021 um 09:02 Uhr

So, wir beginnen mal wieder an einem Tag 0 mit einem Bahn-Rant. Gleich kommt auch noch ein Rant über den Konrad-Adenauer-Flughafen. Wer sich das schenken möchte: Unten im Abschnitt Kaum da, schon weg gibt es sogar Bilder von Santorini.

Eigentlich wollte ich bereits vor einem Monat mit Berge & Meer („Aldi-Reisen“) eine ähnliche Tour um die Kerkyra-Region (auch Korfu genannt) machen, aber das wurde abgesagt. Ich weiß gar nicht genau, wieso. Sehr schlechte Kommunikation das alles. Machte keinen guten Eindruck.

Na ja, jetzt habe ich aber meine Bootsreise. Und hier ist der erste Post dazu.

Der Abschleppdienst kommt nicht

Der Flieger morgen geht um 7:30 von Köln-Bonn, daher muss ich da am Freitag schon hin. Am Bahnsteig in Verden muss ich mich um 16:15 entscheiden: Entweder über Bremen mit nur 5 Minuten Umsteigezeit oder nach Hannover mit etwas mehr. Ich entscheide mich für Hannover.

In Hannover bricht dann kurz darauf das komplette Bahnchaos aus: Auf der Strecke nach Wolfsburg gab es je nach Quelle Personen im Gleis, Kinder im Gleis, Oberleitungsschaden oder Streckensperrung. Wahrscheinlich haben die Kinder die Oberleitung zerstört.

Da keine Züge nach Osten fahren können, gibt es einen Stau. Dass man Regionalzüge, die Hannover in die Richtung durchfahren, einfach zurückfahren lassen könnte, anstatt mehrere Züge derselben Gattung in dieselbe Richtung im Hauptbahnhof stehen zu haben, darauf kommt keiner.

Also sind die Bahnsteige mit Leuten, die im Bahnhof stehenden Züge sind ebenfalls voll mit Leuten und die ersten Züge aus Osten, die nach Westen fahren, sind ebenfalls voll. Da fragt man sich, wie viele Leute sich jetzt deshalb zusätzlich mit Corona angesteckt haben, und ob von denen (und den von denen angesteckten usw.) jetzt mehr sterben, als wenn man die Kinder im Gleis einfach übergefahren hätte. Sozusagen das Trolley-Problem in der Covid-Edition.

Die Anzeigetafel im Hauptbahnhof hat 21 Zeilen. Davon liegen während meines Aufenthalts in Hannover etwa 18 angezeigte planmäßige Abfahrtszeiten in der Vergangenheit. Mit 50 bis 120 Minuten Verspätung.

Mit 110 Minuten fährt dann der ICE, der eigentlich eine Stunde (16:31) vor meinem geplanten (17:31) gefahren wäre, los. Der vordere Teil fährt ab Hamm nach Düsseldorf, der hintere nach Koblenz über Köln.

Sollte zumindest, kurz hinter der Zugteilung bleibt der vordere Teil liegen. Wir im hinteren Zugteil fahren aus unerfindlichen Gründen ebenfalls über Dortmund und müssen da dann erstmal warten, weil das Gleis durch eben diesen Zug blockiert ist. Wir werden dann über ein anderes Gleis geleitet und kommen in Dortmund zum Stehen. Dort wird dann angesagt, wir müssten jetzt wieder rückwärts und den Zug wieder ankoppeln und abschleppen („Luft geben“ sagt der Zugführer). Viele Leute steigen aus, um mit dem IC2027 zu fahren, der aber auf demselben Gleis einfahren soll. Dann fahren wir aber doch weiter: „Wir haben 150 Minuten Verspätung. Ich hoffe, wir schaffen das heut noch.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt, denn auch dieser Teil des Zugs hat ein Problem. Laut Zugführer geht er dann auf der Strecke kaputt und rollt noch in den Bahnhof Köln-Mülheim. Also stürmt der gesamte ICE in die gerade eingefahrene Regionalbahn nach Bingen über Koblenz. Der hält in Messe/Deutz, von wo aus der Regionalexpress aus Minden kurz darauf zum Flughafen fährt.

Meine Verspätung beträgt somit „nur“ 1:24 Stunden.


Außer Rand und Förderband

Entsprechend wenig habe ich am nächsten Morgen geschlafen. Der Shuttlebus des Hotels bringt mich eine Stunde vorm Abflug zum Flughafen. Der Fahrer sagt, ich soll mal auf die Eurowings-Schalter in der Abfertigungshalle achten. Die ist sehr voll. Ich bin aber innerhalb von 20 Minuten vom Hotel am Gate. Es ist 06:50 Abflug ist um 07:30. Das Boarding startet um 08:10. Also alle rein. Meine Bordkarte ist aus der Eurowings-App verschwunden. Ich soll sie vom Schalter abholen. Oder es ist ein Bug, weil die Abflugzeug nicht angepasst wurde und beim Start des Boardings in der Vergangenheit liegt.

Obwohl Leute geben wurden, wegen hoher Buchungszahlen ihr Handgepäck aufzugeben, ist das Flugzeug nicht mal halb voll.

Als wir mit 2 Stunden Verspätung vom Gate loskommen, kriegen wir die Erklärung: Das Gepäcktransportsystem im Flughafen Köln ist kaputt. Die 8 Eurowings-Flüge zwischen 07:00 und 07:35 haben alle rund 2 Stunden Verspätung beim Abflug, aber nur der Flug nach Kos schafft es, bei Ankunft auch noch 2 Stunden verspätet zu sein.

Eigentlich hatte ich nicht erwartet, auf Santorini noch den Bus zum ZOB der Hauptstadt zu kriegen, den ich jetzt brauche. Aber es fährt einer, der nicht angekündigt ist. Man kann ja mal Glück haben. Fira nochmal angucken geht nicht, denn der Anschlussbus am ZOB geht kurz nach meiner Ankunft dort.

Kaum da, schon weg

Insbesondere der Bus von Fira zum Hafen von Vlichida ist voll. Das Busunternehmen (KTEL Thira, auf Englisch aber KTEL Santorini geschrieben) hat einige Routen zusammengelegt, die Route nach Vlichada zum Beispiel ist Teil der Route nach Perissa, wobei nur letzteres am Bus dran steht. Am ZOB gibt es eine Information. Der Bus vom Flughafen kostet 1,60, der weiter nach Vlichada 2,20.

Ankunft gegen 14:45, Willkommenstreffen ist um 17:00. Also Zeit, Vlichada zu erkunden. Aber viel wichtiger: Etwas zu trinken kaufen.

Ich laufe den schwarzen Strand von Vlichada entlang, der sich durch interessante Muster an den Klippen auszeichnet.

Strand von Vlichada
Strand von Vlichada [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/200 s, ISO 100]

Das Willkommenstreffen mit der Gruppe (außer mir noch eine amerikanische Familie mit 16-jähriger Tochter und ein Engländer etwas jünger als ich) dauert nicht sehr lang, denn wir wollen noch am selben Abend losfahren, um die Nacht über in einer nahen Bucht zu liegen. Grund dafür ist, dass gleich bei Sonnenuntergang die 20 Booze Boats (Bootsfahrten mit Fokus auf Alkoholkonsum), die man am Horizont sieht, in den Hafen kommen, der sowieso bereits recht voll ist, sodass unser Boot bereits in der zweiten Reihe parkt. Ich finde es schade, denn ich hätte gerne noch einmal den Sonnenuntergang in Ia gesehen, um zu versuchen, bessere Bilder als letztes Jahr zu machen.

Hafen von Vlichada
Wir verlassen den Hafen von Vlichada, es ist aber nicht do dunkel, wie es auf dem Bild aussieht [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 45mm F8, 1/320 s, ISO 100]

Zum Abendessen kocht der Skipper dort mit einigen anderen Nudeln und macht einen griechischen Salat.

Wir ist übel und in den Kabinen ist es sehr warm. Ich versuche an Deck zu schlafen, aber das ist recht unbequem. Als mir irgendwann nicht mehr übel ist, gehe ich in zum Schlafen meine Kabine.


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