Vermischtes Danke für nichts

Man sollte sich öfter mal bedanken. Ich bedanke mich heute. Für nichts.

geschrieben von Janni Mittwoch, 10. März 2021 um 21:02 Uhr

Hier kurz ein paar Themen, die mir durch den Kopf gehen:

Betrifft: GuildWiki.de

Am 23. Februar hat es bei einer Routewartung des GuildWiki-Servers durch dessen Hoster das Festplattenimage zerlegt. Der Support der Firma, von der der alte Server gemietet wurde, kann oder will nicht helfen. Danke für nichts, würde ich sagen.

Seither wurde ich auf verschiedenste Arten kontaktiert. Am Sonntag habe ich einen Stream zum Spiel Age of Empires II geguckt. Unter den nur 80 Zuschauern war auch jemand, der mich erkannt und angeschrieben hat, wann das GuildWiki wiederkommt. Verdammt nochmal, kann ich sonntags nicht mal Twitch gucken?

Dabei habe ich gar nicht so viel mit dem Wiki zu tun. Ich bin weder Besitzer, noch bin ich Betreiber des Wikis. Bzw. ich war nicht Betreiber. Am Montag habe ich das Wiki auf einem kleinen Server installiert. Zugrunde liegt ein Backup, dass das Internet Archive periodisch (alle zwei Jahre) von nennenswerten Wikis erstellt. Die Einrichtung hat etwa 4 Stunden gedauert, später dann noch einige Stunden für weitere Anpassungen.

Der Server ist zwar ziemlich ausgelastet, es läuft aber sehr flott. Die Leute sind recht zufrieden, dass das Wiki zurück und nun deutlich schneller ist, auch wenn Änderungen der letzten 12 Monate nicht vorhanden sind.

Die Kommunikation lief leider äußerst schlecht. Details von demjenigen, dem der jetzt defekte Server gehörte, habe ich nicht erhalten.

Betrifft: Weltfrauentag, Gehalt, Gender Pay Gap

Wegen der Arbeit am GuildWiki konnte ich am Montag gar nicht so richtig den Weltfrauentag feiern.

Vor kurzem hat mein Vorgesetzter der Abteilung Heise+ abonniert. Heise ist eine Nachrichtenwebsite zum Thema IT und Autos. Bei der Ankündigung hatte ich gescherzt, dass ich dann endlich die Artikel zum Thema Gehalt lesen kann, die nur zahlenden Kunden zur Verfügung stehen. Dann wüsste ich endlich, wie viel ich zu wenig verdiene.

Das ist eine Art Running Gag. Irgendwann ging mal ein Link zu einer Website rum, wo man berechnen konnte, wie lange der Chef eines IT-Unternehmens braucht, um das eigene Gehalt zu berechnen. „Geht bei mir nicht“, meinte ich, „meine Eingabe ist zu niedrig“.

Der Heise+-Artikel war relativ enttäuschend. Er richtet sich primär an Berufseinsteiger und Young Professionals (wobei ich zu dieser Gruppe gehöre) und ist im Prinzip zu allgemein, da er z.B. regionale Unterschiede nicht beachtet. Wer mehr wissen will, so einfach auf Get-in-IT.de gehen. Danke für nichts.

Diese Website soll (eher jüngere) Leute dazu motivieren, in die IT zu gehen. Sie hat auch eine Galerie der IT-Legenden mit kurzen Biografien von Persönlichkeiten. Angesichts des Weltfrauentags ist mir wieder ins Gedächtnis gekommen, dass von den 19 Personen alle Männer sind. Ja verdammt, ich habe deren Gender einfach geschätzt.

Übrigens: Equal Pay Day und Gender Pay Gap
Heute ist der Equal Pay Day. Aktivistinnen bezeichnen damit, an welchem Tag im Jahr der durchschnittliche Mann anfangen müssten zu arbeiten, um am Ende des Jahres so viel Geld wie eine durchschnittliche Frau. Zugrunde liegt der unbereinigte Gender Pay Gap, der Äpfel mit Birnen vergleicht, da er Jobs und Qualifikationen ignoriert.
Frauen verdienen in Deutschland überall nahezu exakt gleich viel Geld. Bei Männern hingegen schwankt das Gehalt erheblich abhängig von der Region. An Orten mit Automobilbau verdienen Männer zum Beispiel sehr viel Geld.
Da Frauen überall gleich viel verdienen, kommt der Gehaltsunterschied zwischen Ost und West somit nur durch Männer zustande. Der unbereinigte Equal Pay Day von Ostdeutschland liegt daher etwa um Weihnachten des Vorjahres. Größtes Extrem wäre Ende Oktober des Vorjahres.
Der bereinigte Equal Pay Day versucht, nur Vergleichbares zu vergleichen. Das ergibt zwar Sinn, aber wenig reißerische Ergebnisse. Der Tag liegt je nach Quelle in der 2. oder 3. Januarviertel.
(Quelle, Stand 2016)
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ein Bericht des Statistischen Bundesamtes von 2014 in keinem Bundesland eine Bevorteilung von Frauen feststellen konnte, aber auch dort in einigen ostdeutschen Ländern der unbereinigte Equal Pay Day vor dem bereinigten liegt.

Betrifft: Corona-Quarantäne

Ich bin seit Donnerstag in Corona-Quarantäne, habe selbst mit Stand Freitagmorgen aber kein Corona. Sagte mein Arzt am Samstagnachmittag. Die Corona-Warn-App sagt bisher immer noch nichts. Danke für nichts.

Heute Mittag war das Gesundheitsamt da und wollte schauen, ob ich auch wirklich zu Hause bin.

Montag will mich das Gesundheitsamt noch einmal testen. Wenn sich dann herausstellt, dass ich die in Frage kommende Variante B.1.1.7 jetzt doch habe, befürchte ich, dass ich noch bis Ostern eingesperrt bleibe. Aber mich noch einmal testen lassen, soll über 60 Euro kosten, sagt mein Arzt. Wie wär’s mit nein?

Dass ich in Quarantäne bin, habe ich übrigens nicht schriftlich. Die entsprechende Mitteilung erhalten die Betroffenen üblicherweise erst, wenn die telefonisch mitgeteilte Quarantäne schon vorbei ist.

Betrifft: Ärger über Hardware

Nicht nur Corona macht einem das Leben schwer, auch schlechte Qualität von Hardware. Drei Beispiele:

Mainboard: ASUS TUF Gaming B450M Pro

Anfang Januar habe ich mir ein neues Mainboard bestellt. Ryzen 1000, mATX, 2x M.2 PCIe, 3x PCIe bei Grafikkarte doppelter Dicke. Zack, zwei Ergebnisse: ASUS TUF Gaming B450M Pro (2. Generation) und ASUS TUF B450M Pro Gaming (1. Generation). Jene Kreativität bei der Namensgebung.

Bestellt hab ich die 2. Generation dann beim ASUS-eShop. Nach dem Zusammenbau ließ sich das Produkt nur zuverlässig einschalten, wenn keine PCIe-Geräte angeschlossen waren. Beim einzigen Board mit 5 unabhängigen PCIe-Slots ist PCIe natürlich das primäre Kaufargument. Je mehr PCIe-Geräte angeschlossen waren, desto unwahrscheinlicher war es, dass das Gerät sich einschalten ließ, wenn man nur oft genug den Strom wegnahm. Bei der von mir beabsichtigten Belegung aller fünf PCIe-Slots also unmöglich.

Also den ASUS-Support gefragt, der meinte, ich soll die ASUS-Reklamation fragen. Die meinten, ich hätte ja noch Gewährleistung mit Beweislastumkehr, soll also den Händler fragen. Da das Board zu dem Zeitpunkt erst 3 Monate erhältlich war, hätte mir das auch der ASUS-Support sagen können. Danke für nichts.

Der Händler antwortete nicht. Eine Woche später rief ich da an. Offenbar war die Hotline des Händlers die Hotline von ASUS Deutschland allgemein. Ich bat um einen Rücksendeaufkleber für Gewährleistung und bekam am nächsten Tag (16 Tage nach Auftreten des Problems) ein Rücksendeaufkleber – zur falschen Adresse, wie sich herausstellte, aber das ist ja egal.

Zweieinhalb Wochen später machte ich dann einen PayPal-Käuferschutzfall auf, dem Montag stattgegeben wurde. Zwischenzeitlich kam das Board unrepariert zurück: PCP scratched. Sollte wohl PCB heißen. Dass Kratzer – wo auch immer die sein sollen – dafür verantwortlich sein sollen, dass sich ein Gerät meist nicht einschalten lässt, im eingeschalteten Zustand stabil läuft und sich nach dem Ausschalten nicht wieder starten lässt, ergibt meiner Meinung nach keinen Sinn.

Ich habe mir gestern aus preislichen Gründen die erste Generation bei Amazon bestellt. Bis auf die Anzahl der hinteren USB-3.0-Anschlüsse sind die Generationen im Prinzip gleich. Anfang Januar gab es lediglich eine Cashback-Aktion für die zweite Generation, was sie attraktiver machte. Aufgrund der angedrohten Vertragsstrafe i.H.v. 75 Euro bei Widerruf habe ich aber nicht daran teilgenommen, da mir früh klar war, was passieren wird.

MIDI-Pad-Controller Akai MPD232

Das Akai MPD232 ist ein Pad-Controller. Ein Pad-Controller hat große, quadratische Knöpfe, die bei Betätigung über das MIDI-Protokoll ein Signal an eine Musiksoftware sendet, die dann mit einer zur Anschlagsstärke passenden Dynamik (meist Lautstärke) ein Geräusch abspielt.

Die Betonung liegt auf ein Geräusch. Bei neueren Akai MPD232 sind es gerne auch mal zwei, da die Pads bei einer nicht geringen Anzahl an Geräten oft doppelt auslösen. Das geht natürlich nicht. Insbesondere mit zweiten Anwendungsfall dieser Geräte, in dem man wiederholende Klänge (Loops) an und wieder ausschaltet. Wenn das Gerät zweimal auslöst, schaltet es den Klang ein und sofort wieder ab.

Ich habe das Verhalten mit dem Programm MIDI-OX analysiert, indem ich vier Pads gleichzeitig gedrückt und wieder losgelassen habe. Das sah dann so aus:

0037E529   3  --     90    28    05    1  E  2 Note On
0037E52F   3  --     90    26    05    1  D  2 Note On
0037E548   3  --     90    24    05    1  C  2 Note On
0037E572   3  --     90    29    01    1  F  2 Note On
0037E61D   3  --     80    29    00    1  F  2 Note Off
0037E62E   3  --     80    24    00    1  C  2 Note Off
0037E64B   3  --     80    28    00    1  E  2 Note Off
0037E65B   3  --     80    26    00    1  D  2 Note Off
Korrekte Funktion
0037E8BC   3  --     90    28    31    1  E  2 Note On
0037E8CB   3  --     80    26    00    1  D  2 Note Off
0037E8E7   3  --     90    28    01    1  E  2 Note On
0037E8EA   3  --     90    26    03    1  D  2 Note On
0037E91F   3  --     90    29    01    1  F  2 Note On
0037E9CE   3  --     80    29    00    1  F  2 Note Off
0037EA04   3  --     80    28    00    1  F  2 Note Off
0037EA15   3  --     90    28    01    1  E  2 Note On
0037EA20   3  --     80    26    00    1  D  2 Note Off
0037EA25   3  --     80    28    00    1  E  2 Note Off
Note 0x24 löst gar nicht, 0x26 und 0x28 zweimal und 0x29 korrekt aus.
0037ECDF   3  --     90    26    02    1  D  2 Note On
0037ED14   3  --     90    28    02    1  E  2 Note On
0037ED31   3  --     90    29    01    1  F  2 Note On
0037ED41   3  --     80    29    00    1  F  2 Note Off
0037ED55   3  --     90    29    01    1  F  2 Note On
0037ED69   3  --     90    24    01    1  C  2 Note On
0037ED83   3  --     80    24    00    1  C  2 Note Off
0037ED90   3  --     90    24    01    1  C  2 Note On
0037EDB1   3  --     80    24    00    1  C  2 Note Off
0037EDB9   3  --     90    24    01    1  C  2 Note On
0037EDCA   3  --     80    24    00    1  C  2 Note Off
0037EDD0   3  --     80    28    00    1  E  2 Note Off
0037EDD2   3  --     80    29    00    1  F  2 Note Off
0037EDF9   3  --     80    26    00    1  D  2 Note Off
Note 0x24 löst dreifach, 0x26 und 0x28 korrekt und 0x29 doppelt aus.

Ich habe es reklamiert und von Amazon ein weiteres defektes Gerät erhalten. Kann nicht angehen. Dabei hat das Gerät einige interessante Features. Man kann es gut anpassen (wobei ich mir mehr als 16 verschiedene Farben für die Pad-Beleuchtung gewünscht hätte), man kann es zusammen mit einer geeigneten Software als Drum Computer einsetzen, und es hat neben den 16 Pads noch acht einfache Knöpfe, die sogar mit Tastenkombinationen belegt werden können. Außerdem hat es acht Dreh- und acht Schieberegler. Und es sieht stylisch aus.

Zeit für eine Alternative? Könnte kompliziert werden. Denn acht Dreh- und Schieberegler und mindestens 16 Pads – da gibt es nicht so viel. Marktanalyse von Geräten bis 350 Euro (das MPD232 kostet 200 Euro):

Vielleicht gebe ich es zurück und bestelle es nochmal woanders. Amazon lässt mir nämlich keine Chance, auf Reparatur statt Austausch zu bestehen, wozu ich im Rahmen der Gewährleistung das Recht habe.

Ich habe übrigens versucht, dem MPD232 per Midi-Sysex-Befehl weitere Pad-Farben unterzujubeln, indem ich unbelegte Farb-IDs gesendet habe. Irgendwas hätte es ja zeigen müssen. Allerdings prüft es alle gesendeten Informationen auf Gültigkeit.

Anschließend habe ich mich dann mit der Sysex-Programmierung meines bereits seit 4,5 Jahren verwendeten MIDI-Keyboards, ein Axiom Air 32 Mini, beschäftigt und ein Programm dafür erstellt. Dazu kommt vielleicht noch ein Post.

MIDI-Fußschalter FS2017U1SW_M

Ich habe mir bei Aliexpress einen MIDI-Fußschalter bestellt. Er hört auf den einprägsamen Namen PC Sensor FS2017U1SW_M.

Für die Hardware ist das Ding mit 19 Euro recht teuer gewesen, finde ich, zumal er keine Dynamik registriert. Und bei Ankunft registrierte er noch nicht einmal die Dauer, wie lange er gedrückt wurde. Immer 5 Millisekunden. Zum Glück ist das einfache Technik. Also mit einem kleinen Hex-Knochen aufgeschraubt, den eigentlichen Schalter nach rechts gebrochen(!), bis er aus der Verankerung gesprungen ist, dann wieder zurückgedrückt. Keine Ahnung, warum das geholfen hat, aber jetzt geht’s einwandfrei.

Wenigstens ein Erfolg. Happy End. Yay.


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