Vermischtes Made in China

Die Corona-Quarantäne zwingt mich offenbar dazu, wieder regelmäßig zu bloggen. Aber zumindest mit ersterem ist ab morgen Schluss.

geschrieben von Janni Dienstag, 16. März 2021 um 23:22 Uhr

Betrifft: Corona-Quarantäne

Ich wurde gestern vom Gesundheitsamt negativ auf Corona getestet. Wenn ich mich unter den Umständen, die ich hier nicht weiter beschreiben möchte, mir nicht mal die britische Variante B.1.1.7 eingefangen habe, um die es hier geht, dann kapiere ich es einfach nicht. So viel kann dieser Made-in-China-Virus dann wohl wirklich nicht drauf haben.

Was ich aus denselben Umständen nicht kapiere: Meine Corona-Quarantäne wurde ausdrücklich nicht verlängert und endet heute. Ich bin ab morgen wieder frei. So frei, wie man in Coronazeiten halt sein kann. Yay!

Aber bevor ich wieder zur Arbeit gehe, werde ich am Freitag vom Gesundheitsamt aber noch einmal getestet.

Betrifft: Hardware

Am Donnerstag habe ich meinen Rechner mit dem ASUS TUF B450M-PRO Gaming zusammengebaut.

Inhalt meines AOpen Aeolus G325 (Handyfoto)

In dem relativ kompakten mATX-Gehäuse – ich wurde sogar schon mal einem Gamer gefragt, was ich da eigentlich auf dem Tisch stehen habe – befinden sich u.a.:

Der RAM läuft leider nicht mit der angegebenen XMP-Geschwindigkeit. Grund dafür ist wohl, dass es jetzt vier RAM-Riegel sind. Ich feile noch daran, im Ausgleich für den niedrigeren Takt die Timings zu senken.

Das Board hat zwei 12V-LED-Anschlüsse. Maximal unterstützen sie 36 Watt und 3 Meter. Ein 3 Meter langer SMD5050-LED-Streifen mit 60 LEDs pro Meter verbraucht etwa 30 Watt. Eigentlich soll man an die Anschlüsse für Gehäusebeleuchtung verwenden, ich nutze sie jedoch für die Beleuchtung meines Arbeitszimmers. Die LED-Streifen sind billige Teile aus China und sind die Farbwiedergabe ist sehr problematisch: Grün ist viel stärker als Rot, Blau ist viel stärker als Grün. Stellt man also weiß ein, ergibt das Himmelblau. Die Einstellung rgb(255,128,64), also Orange, ergibt in etwa Warmweiß. Leider lässt sich ASUS Aura nicht kalibrieren.

Außerdem wichtig war mir S/PDIF. Das Board hat das nur als Header, den man über eine Slotblende herausführen soll (früher hat man ihn für HDMI-Audio mit einer Grafikkarte verbunden). Ein mATX-Gehäuse hat aber nur vier Slotblenden. Was kann man also tun? SPDIFO- und GND-Pin geben gemeinsam ein gültiges Koax-Signal aus. Wenn man keinen optischen Ausgang braucht und man vielleicht sogar ein ungenutztes HD-Audio-Frontpanel hat, ist die Lösung recht einfach: Man steckt den Audioverbinder des Frontpanels einfach um 90° gedreht auf den Header. Ist die Seite des Headers mit dem Überstand nicht frei (in meinem Fall ist dort der Box-Header für den COM-Port), steckt man eine Stiftleiste auf den S/PDIF-Header (die genutzte stammt aus Arduino-Teilen), sodass der Header höher ist.

HD-Audio-Mikrofonanschluss mit einem S/PDIF-Header verbindenHD-Audio-Mikrofonanschluss mit einem S/PDIF-Header über eine Stiftleiste als Riser verbundenS/PDIF-Kabel über einen Mono-Klinke-Cinch-Adapter angeschlossen
Links: S/PDIF-Header mit HD-Audio-Frontpanel-Mikrofonbuchse verbinden: Ich hätte jetzt versuchen können, das zu beschreiben, aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte. (Ein Bild von Janni sagt sogar mehr als eine Milliarde Worte.) Die Pinbelegung links hat sich inzwischen bei allen Herstellern etabliert.
Mitte: Die besagte Konstruktion mit Arduino-Stiftleiste dazwischen (Handyfoto)
Rechts: Frontpanel-Anschluss mit Adapter und Kabel (Handyfoto)

Dadurch wird der Mikrofonanschluss mit dem S/PDIF-Header verbunden. Was man jetzt noch braucht, ist ein Adapter von Mono-Klinke auf Cinch. Fertig ist der Koax-Anschluss.

Da meine Heimkinoanlage nur einen optischen Eingang hat und ich zwischen ihr und Kopfhörer ohne Probleme umschalten möchte, geht das Signal weiter an ein Gerät, das ich mal irgendwann bei Aliexpress gekauft habe. Es akzeptiert ein Koax- oder optisches S/PDIF-Signal (per Schalter auswählbar) und gibt beide S/PDIF-Varianten gleichzeitig aus. PCM (max. 192 kHz) wird zusätzlich analog über zwei Kopfhöreranschlüsse ausgegeben: einmal Stereo-Klinke, einmal Stereo-Cinch. Das Gerät gibt auf beide Arten den linken und rechten Kanal vertauscht aus. Chinaqualität eben.

Betrifft: Sweets-Kapitän

Auf dem neuen Rechner habe ich TeamSpeak installiert und einen TeamSpeak-Server einer Guild-Wars-Gilde besucht. Ich bin berüchtigt dafür, dass ich Leuten auf TS immer was vorsinge und auf meiner Ukulele dazu spiele. Das ist eigentlich so ein Billigteil aus China mit Piezo-Pickup, weil ich es damals lustig fand, eine Ukulele für die Verwendung mit E-Gitarren-Verstärker zu haben. Ich spiele sie aber meist ohne Verstärker, weil ich finde, dass sie von meinen Ukulelen am schönsten klingt. Der Verstärker (Fender Passport Mini) hat einen USB-Anschluss und wird vom PC als Soundkarte erkannt. Er hat neben dem Instrumenteneingang auch noch einen Mikrofoneingang. Ich finde es lustig, da ein Mikrofon anzuschließen, den Reverb-Effekt auf Maximum zu drehen und dann im TeamSpeak “How much is the fish!?” zu rufen – denn mit so viel Reverb klingt man wie H.P.Baxxter von Scooter.

Irgendwie werde ich aber vor allem mit Schlager assoziiert, besonders mit dem Malle-/Partyschlager Bierkapitän. Einer der Anwesenden schlug in der besagten Nacht zu Freitag vor, daraus ein Lied über Guild Wars zu machen, und lieferte die ersten zwei Zeilen:

Hier spricht der Sweets-Kapitän,
darf ich bitte mal die Toolboxen sehen?
— Lyssas Warlord

Kurze Zeit später war dann der erste Speedclear-Schlager der Guild-Wars-Geschichte fertig, am nächsten Tag folgten noch ein paar Feinheiten. So werde ich meinen Schlager-Stempel aber wohl nie los.


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