Griechisches „Festland“ Tag 10: Athen, Piräus, Ägina-Stadt, Agia Marina, Ägina-Stadt, Skala, Megalochori, Piräus, Athen: Plan B

Kapitän plötzlich abhanden gekommen – wie macht man trotzdem das Beste aus diesem Tag?

geschrieben von Janni Donnerstag, 21. Oktober 2021 um 23:19 Uhr

Im Marco-Polo-Reiseführer stehen die heute besuchten Saronischen Inseln unter Festland.


7:45, wir verlassen pünktlich das Hotel für unseren Segelausflug nach Angistri, Moni (Badestopp an einem Inselchen zwischendrin) und Ägina. An einer Straßenecke 80 Meter entfernt werden wir fast pünktlich um kurz nach 8 abgeholt.

Um 8:45 erreichen wir den Hafen, von dem wir losfahren sollten. Aber statt den Bus zu verlassen steigt eine junge Frau in den Bus und redet sehr schnell mit starkem Akzent. Die Frau vom Kapitän hat angerufen, er kann nicht kommen. Der Minibus, in dem wir mit um die 10 anderen sitzen, bringt uns jetzt irgendwo hin. Kurz mit den anderen beiden gesprochen (quer durch den Bus, da wir als vorletztes zugestiegen sind und an unterschiedlichen Enden sitzen): Okay, wir fahren mit der Fähre nach Ägina.

Ägina

Mittelmeermöwe
Mittelmeermöwe [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/800 s (EV−0,7), ISO 100]

Zwischenzeitlich finde ich dann noch heraus, dass man von Ägina nach Angistri fahren kann mit Fähren. Die Fähre von SF.gr (an der aber 2wayferries.com dran steht), in der wir gerade sitzen, ist in fast allen Auskunftsmedien nicht enthalten. Die letzte Fähre mit nennenswertem Aufenthalt auf Angistri fährt laut den meisten um 13:35, auf einer steht aber als einzige des Tages eine um 15:00 Uhr drin, die sofort zurückfährt – als einzige Fahrt des Tages. Tatsächlich fahren sie beide, steht auf den Websites der Anbieter. Die letzte zurück fährt danach um 17:50. Neben Angistri findet man für den Hafen auch die Bezeichnung Agistrie, Agkistri, Myli und Mylos. Tatsächlich heißt der Ort Megalochori.

Und noch etwas fährt nicht wie im Internet. Laut Internet fahren um die zehn Busse pro Tage zwischen Ägina-Stadt und Agia Marina, wo der Afea-Tempel (Afia, Aphaia und zahlreiche andere Schreibweisen) ist, z.B. kurz nach unserer Ankunft um 11. Tatsächlich fahren 4. Der dritte fährt um 11:30. Der nächste und letzte Bus von Agia Marina zurück fährt um 15. Toll.

Aura-Strand von Ägina-Stadt mit Apollon-Tempel
Aura-Strand von Ägina-Stadt mit der einzigen verbliebenen Säule Apollon-Tempel [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 29mm F8, 1/400 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Also für 1,80 pro Nase ein Ticket gekauft. Gleichzeitig kommt bereits die Erstattung der Tour via Mail rein.

Der Busverkehr auf Ägina ist nun also nicht makellos. Dafür haben sie hier etwas, das Markellos ist, nämlich einen Turm, den wir uns ansehen, weil uns der Besuch des Apollon-Tempels für 4 Euro zu teuer ist:

Markellos-Turm
Markellos-Turm, war in den 1820ern kurz mal Regierungsgebäude (deutscher Bundestag staunt) [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/640 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]
St.-Nikolaus-Kirche (Agios Nikolaos) von Ägina-Stadt
St.-Nikolaus-Kirche [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/500 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Dass wir den den Apollon-Tempel mit seiner einen einzigen ärmlichen Säule nicht anschauen, ist nicht so schlimm – vom Heiligturm der Afia stehen nämlich noch deutlich mehr. Auf dem Weg dorthin fährt man am St.-Nikolaus-Kloster vorbei. Man kann da aussteigen, aber bis in 3 Stunden der nächste Bus kommt – nein! Also vom Bus fotografieren:

St.-Nikolaus-Kloster von Ägina
St.-Nikolaus-Kloster von Ägina [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/100 s (EV−0,7), ISO 100]

So, jetzt aber Zeit fürs Heiligtum der Aphaia:

Heiligtum der Aphaia (Aphaiatempel)
Heiligtum der Aphaia [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1000 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Das Heiligturm der Aphaia ist das, was der Engländer ein One-Trick Pony nennt: Die Stätte besteht nur aus diesem einen Gebäude. Bei einem Preis für 6 Euro sind auch die nur drei Infotafeln äußerst dürftig. „C’est la vie“, wie der Engländer sagt.

Von dort aus laufen wir über einen Wirtschaftsweg querfeldein nach Agia Marina. Beim erstbesten Restaurant essen wir eine Pizza und lassen uns ein Taxi bestellen, durch das wir etwa 1 Stunde vor dem nächsten Bus in Ägina-Stadt sind. So kann ich noch ein Ticket für Angistri kaufen, die anderen wollen hier bleiben. Das Ticket von Ägina nach Angistri kostet einzeln 2,80 für die langsame Fähre (diese fährt jetzt um 15 das einzige Mal) und 5,50 für die Schnellfähren, die Fliegende Delfine genannt werden. Kauft man das mit einer Weiterfahrt nach Piräus, kostet es nichts.

Bis die Fähre in 20 Minuten geht, können wir uns noch die Isodia-Theotokou-Kirche nahe des Hafens ansehen:

Isodia-Theotokou-Kirche in Ägina-Stadt
Isodia-Theotokou-Kirche [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/640 s, ISO 100, HDR Auto]

Angistri

Küste von Angistri bei Skala
Küste von Angistri [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 38mm F4,5, 1/800 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Auf Angistri angekommen stelle ich fest, dass es hier in Skala nur ein Ticketbüro für die langsame Fähre gibt – die Schnellfähren haben kein Büro. Ich frage eine Frau. Sie erklärt mir, die Schnellfähren fahren von einem anderen Ort auf der Insel (Megalochori, Mylos oder Myli). Also einmal über die halbe Insel laufen. Das sind etwa 3 Kilometer. Das ist in den 2,5 Stunden bis zur letzten Fähre absolut machbar.

Immerhin: In Skala gibt es die Hauptattraktion von Angistri: Die Kirche der Heiligen Geldverächter (Agii-Anargyroi-Kirche) ist direkt im Hafen von Skala:

Kirche der Heiligen Geldverächter in Skala
Kirche der Heiligen Geldverächter [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1000 s (EV−0,3), ISO 100, HDR Auto]

Ich gehe durch den Hauptort und dann über Forstwirtschaftswege. Die Pinien duften, am Wegesrand steht Salbei und der Wald ist voller lila Blümchen. So durch die Wege schlendernd vergesse ich, dass ich eigentlich die Allerheiligenkirche (Agii-Pantes-Kirche) im Wald aufsuchen wollte.

Allerheiligenkirche von Megalochori
Allerheiligenkirche von Megalochori [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s (EV−0,7), ISO 100, HDR Auto]

Die Kirche hat draußen zwei Glocken. Ich kann nicht widerstehen, sie zu läuten. Dann gehe ich zum Anleger.

Waldweg auf Angistri
Waldweg auf Angistri [Sigma 20mm F1,4 Art @ F16, 1/60 s (EV−0,7), ISO 125, HDR Auto]

Anhand der Sitznummer (der höchstmöglichen) und dass der Fligende Delfin augenscheinlich voll ist, vermute ich, dass ich das letzte Ticket bekommen habe und sonst auf Angistri hätte übernachten müssen. Da kann ich froh sein, dass die anderen beiden nicht diese Fähre gebucht haben, sondern mit einer konventionellen Fähre gefahren sind. Mit der fahren sie von Ägina früher ab als ich von Angistri über Ägina nach Piräus und kommen nach mir an. Dafür sparen sie 3,50.

Flying Dolphin im Sonnenuntergang
Flying Dolphin im Sonnenuntergang [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 82mm F4,5, 1/1000 s (EV−0,7), ISO 100]

Auf dem Weg zum Abendessen kommen wir am Little Kook vorbei, das sich für den anstehenden Halloween richtig schön dekoriert hat:

Little Kook im Halloween-Style
Little Kook im Halloween-Style [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/20 s (EV−0,3), ISO 200]
Straße zum Little Kook im Halloween-Style
Straße zum Little Kook im Halloween-Style [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/30 s (EV−0,3), ISO 200]

Nach dem Abendessen geht es zum Abschiedsmeeting auf die Dachterrasse des Hotels, wie in der ersten (gemeinsamen) Nacht. Nur heute geht es darum, wie man seinen Koffer packen und das Freigepäcklimit nicht überschreiten kann. Ich verstehe das Problem nicht.


Morgen geht es dann gegen Abend weiter mit der nächsten Reise. Die Sardinien-Reisegruppe hasst diesen Trick.


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