Kanaren II Abend 2: Puerto de la Cruz, San Christóbal de La Laguna, San Andrés, Santa Cruz de Tenerife, Puerto de la Cruz – Der Norden

Ich bin am Abend ohne Jannik unterwegs im Anaga-Gebirge und der Inselhauptstadt

geschrieben von Janni Ostersonntag, 17. April 2022 um 23:43 Uhr

Mesa Mota

Mein erster Stopp alleine ist Mesa Mota. Auf diesem Hügel befinden sich ein Lost Place (über den ich nichts in Erfahrung bringen konnte), ein beliebter Picknickplatz sowie das Internationele Monument zur Erinnerung an den 27. März 1977. Damals fand auf dem – damals noch einzigen – Flughafen Teneriffa in La Laguna das größe Flugzeugunglück statt, das nicht durch Terrorismus verursacht wurde: Eine 747 der KLM kollidierte beim Start mit einer anderen 747 von Pan Am, die sich noch auf der Startbahn befand und nicht mehr rechtzeitig nach links ausweichen konnte. Alle Insassen an Bord des KLM-Flugzeugs und viele an Bord der Pan-Am-Maschine starben. Die niederländischen Behörden wollten sogar den Chefpiloten zur Klärung des Unfalls einberufen. Das funktionierte aber nicht – er hatte als Hauptverantwortlicher das Unglück ausgelöst.

Zunächst muss man natürlich dorthin fahren über ... na ja, eine Straße ist das nicht – sagen wir Ansammlung von Schlaglöchern. Kurz vor der letzten Kurve nehmen die Schlaglöcher mehr Platz ein als die Reste der Straße. Ich steige davor aus und laufe zu Fuß. Diverse Spanier fahren aber mit dem Auto bis ganz nach oben.

Monument des 27. März 1977 auf dem Mesa Mota
Monument des 27. März 1977 auf dem Mesa Mota [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/500 s (EV−0,7), ISO 100]
Ausblick Mirador Mesa Mota
Mirador Mesa Mota: Blick über San Christóbal de La Laguna mit dem Flughafen Teneriffa-Nord im Hintergrund – er wird heute fast nur noch für Inlandsflüge genutzt, vorwiegend solche zwischen den Kanaren selbst [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/800 s (EV−1,3), ISO 100]

Außerdem sieht man von der Straße gut den Weg ins Anaga-Gebirge, wo ich jetzt hinfahre.

Las Canteras
Las Canteras [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/640 s (EV−1), ISO 100]

Cruz del Carmen

Anschließend geht es zum Cruz del Carmen. Das ist ein Aussichtspunkt. Auf dem Parkplatz fährt eine Frau gegen mein stehendes Auto. Sie trifft leicht den Reifen vorne links, wodurch bei ihr ein Reflektor an der Stoßstange abbricht.

Bevor ich mir den Aussichtspunkt ansehe, laufe ich zunächst den Pfad der Sinne (Sendero de los Sentidos) entlang. Laut irgendeinem Reiseführer soll er 340 Meter lang sein und das Anaga-Gebirge gut abbilden. Tatsächlich ist er deutlich länger. Es handelt sich um ein Netz von Waldwegen auf dem früheren Weg von La Laguna und Las Montañas. Unterwegs sieht man häufig Buchfinken.

Die Beschilderung ist eher schlecht. Es gibt unterschiedliche Informationen dazu, wo der Pfad 2 zuende ist. Mein Tipp, um alles zu sehen: Nachdem man Pfad 1 angesehen hat, geht man Pfad 3 bis zum Aussichtspunkt an dessen Ende. Dann läuft man nicht den Weg zurück, auf dem man gekommen ist, bis man Wegweiser bezüglich Pfad 2 sieht, denen man folgt.

Sendero de los Sentidos
Sendero de los Sentidos – Pfad 1, als einziger einigermaßen eben und barrierefrei ausgebaut [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/60 s (EV−2), ISO 500, HDR EV±6]
Aussicht vom Aussichtspunkt am Ende von Pfad 3 des Pfades der Sinne
Aussicht vom Aussichtspunkt am Ende von Pfad 3 des Sendero de los Sentidos [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 70mm F8, 1/640 s (EV−2), ISO 100]

Die Aussicht vom Mirador Cruz del Carmen direkt am Parkplatz schenke ich mir – sie ist ähnlich wie vom Mesa Mota, aufgrund der größeren Distanz und der diesigen Wetterlage aber schlechter.

Pico del Inglés

Besser ist da die Aussicht vom Pico del Inglés, nicht nicht weit von der Straße TF-12 entfernt, die sich durch das Anaga-Gebirge schlängelt.

Mirador Pico del Inglés
Mirador Pico del Inglés [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 40mm F10, 1/250 s (EV−1), ISO 100]

Heute Nachmittag war es an der Westküste stark bewölkt, während es an der Ostküste schön war. Wie das kommt, sieht man hier: Die Wolken kommen nicht über das Anaga-Gebirge.

Nicht? Na ja, fast nicht, wie man an einem namenlosen Aussichtspunkt etwas weiter sieht (Ort: 28°32'20,8"N, 16°13'09,0W.)

Nebel/Wolken klettern über das Anaga-Gebirge
Nebel über dem Anaga-Gebirge [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F10, 1/500 s (EV−2,3), ISO 100, HDR Auto]

Castillo de San Andrés

Anschließend fahre ich nach San Andrés. Bekannt ist der Ort im Prinzip nur für seine Turmruine (Castillo de San Andrés, auch Torre de San Andrés. Direkt neben dem Turm befindet sich eine regenbogenfarbene Brücke.

Castillo/Torre de San Andrés
Castillo/Torre de San Andrés [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F10, 1/200 s (EV−3), ISO 100, HDR Auto]
Puente Peatonal de Colores in San Andrés
Puente Peatonal de Colores [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 49mm F10, 1/200 s (EV−1,7), ISO 100, HDR Auto]

Santa Cruz de Tenerife

Zeit für die Inselhauptstadt. Es ist bei meiner Ankunft schon recht dunkel.

Maske vorm Teatro Guimerá – die Nase ist sichtbar feucht
„Sag mal weinst du, oder ist das der Regen, der von deiner Nasenspitze tropft?“ (Echt): Maske vorm Teatro Guimerá – das Wasser an der Nase gibt ihr einen besonderen Aspekt [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/640 s (EV−2,7), ISO 100, HDR EV±6]

Zwar gibt das interessante Fotos vom TEA: Teneriffe Espacio de las Artes, der Gemeindebibliothek. Aber mein Ziel, das Auditorium (von mir liebevoll Oper von Sydney für Arme genannt) in der blauen Stunde zu fotografieren, fällt flach. Grund: Es ist anders als auf Bildern im Internet überhaupt nicht beleuchtet.

TEA in der blauen Stunde
TEA in der blauen Stunde – das Gebäude hat kein Glasdach, es spiegelt sich nur der Innenhof, wo auch die Personen rechts im Bild gehen [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/320 s (EV−2,7), ISO 100, HDR EV±6]

Um 21:05 mache ich mich auf dem Hotel. Durch konsequentes Ausfahren des Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn (120 km/h) erreiche das Hotel noch rechtzeitig zum Abendessen.


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