Indonesien Tag 16: Gili Terawangan, Gili Meno, Gili Air, Gili Terawangen – Gili-Hüpfen

Weiße Strände und der Traum von weißen Weihnachten

geschrieben von Janni Donnerstag, 16. Juni 2022 um 14:52 Uhr

Die Nacht war hart. Schnupfen und Husten sind immer noch da.

Auf dem Weg zum Frühstück mach ich mich einmal lang und schlage mir mein rechtes Knie auf. Deinfektionsmittel und Alkohol gibt es vom Hotel, aber große Pflaster haben sie nicht. Andere aus der Gruppe haben welche. Aufgrund des Schwitzens und weil sich das Knie halt ständig bewegt, hält das aber nicht.

Aber, was muss das muss, also ab zum Inselhüpfen. Ursprünglich hatten sich 18 angemeldet, am Start sind dann aber nur 12.

Leiter ist der Surflehrer. Wie wir hinkommen, frage ich. Zu Fuß oder mit Kutsche, meint er. Ich frage, ob wir nicht mit dem Fahrrad fahren können. „Habt ihr welche?“, meint er. Das Hotel habe welche, meine ich. Also auf die Fahrräder. Der Surflehrer muss seins noch erst suchen, aber dann sind wir abfahrtbereit.

Dann heißt es plötzlich: Zurück, Marsch, Marsch. Das Hotel meint, alle Fahrräder müssen um 12 zurück sein. Sie werden alle dringend gebraucht. Das Hotel solle sich wegen der paar Stunden nicht so anstellen, meint der Surflehrer, und los geht’s. Mit Drahtesel.

Wir fahren mit dem Boot ein paar hundert Meter von einem Strand im Südosten von Gili Terawangen zum Hafen derselben Insel. Dort wieder alle aussteigen, vom Anleger zur Straße gehen und Flossen aussuchen. Warum wir nicht mit den Fahrrädern dorthin gefahren sind, weiß auch keiner.

Gili Meno

Gili Meno ist die untouristischste der drei Gilis. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Noch. Denn das Immobilienprojekt BASK, in dem auch David Hasselhoff drinstecken soll, baut den Bereich westlich des Salzwassersees aus. Direkt davor dürfen die anderen Schnorcheln, während ich zum Strand gebracht werde. Es ist rege Bautätigkeit zu sehen – das Projekt hätte eigentlich schon 2020 fertig sein sollen.

Salzwassersee auf Gili Meno, im Hintergrund die Berge von Lombok
Salzwassersee auf Gili Meno, im Hintergrund die Berge von Lombok – unmittelbar rechts davon die BASK-Baustelle, die ich nicht so interessant fand, dass ich gegen das Fotoverbot verstoßen wollte [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 37mm F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Ich laufe ein bisschen durch und später um die Insel. Während die Wege im Inselinneren einigermaßen befestigt oder zumindest ausgetreten sind, ist der Küstenweg auf Gili Meno schlichtweg der Strand oder sandige Wege parallel dazu.

Kleiner Pfad im Inselinneren von Gili Meno
Kleiner Pfad im Inselinneren von Gili Meno [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/160 s (EV−1,3), ISO 100, HDR Auto]
Strandweg auf Gili Meno <!-- 62268 -->
Strandweg auf Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100]
Hütten am Strand von Gili Meno
Aus unserer Reihe ‚völlig unnötig paradiesische Bilder‘: Hütten am Strand von Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]
Hafen von Gili Meno
Hafen von Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/250 s, ISO 100, HDR Auto]

Südlich des Hafens befindet sich die Schildkröten-Aufzuchtstation in einem kleinen Gebäude. Da man hier nicht denkt, dass die kleinen Schildkröten es unter den aktuellen Umständen schaffen, durchzukommen, werden Eier gesammelt, hier ausgebrütet und dann aufgezogen, bis die Tiere 1 Jahr alt sind. Die Aufzuchtstation ist dafür in 7 Becken eingeteilt, die Schildkröten unterschiedlichen Alters enthalten..

Schildkröten-Aufzuchtstation (Turtle Sanctuary) von Gili Meno
Schildkröten-Aufzuchtstation (Turtle Sanctuary) von Gili Meno [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s (EV−1,3), ISO 100, HDR Auto]
Schildkröten in der Schildkröten-Aufzuchtstation (Turtle Sanctuary) von Gili Meno streieten sich um ein Stück Fisch
Kampf ums Futter (Fisch) in der Gruppe der ältesten dort vorhandenen Schildkröten [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/320 s, ISO 250]

Mein Handy klingelt. Ich werde abgeholt am Hafen. Das waren immerhin um die anderthalb Stunden. Ich vermute, dass man die beiden kleineren Inseln in jeweils rund 2 Stunden zum größtenteils erkunden kann.

Gili Air

Weil die Gruppe nicht vor Gili Air schnorcheln möchte, legen wir zum Mittagessen an. Es geht ins Restaurant Ceria, ein recht großes Restaurant (über 30 4er-Tische), nur mit Dach und ohne Wände. Mit uns sind alle Tische belegt.

Anders als von mir gedacht soll es nach dem Essen – zum Abschied läuft nach zuvor britischen Charts von 2015 jetzt plötzlich I’m Dreaming of a White Christmas – aber nach Gili Terawangan zum Schnorcheln zurückgehen. Ich habe danach keine Möglichkeit, mir Gili Air anzusehen. Und weil ich dachte, dass wir nochmal um die Insel fahren, hatte ich vorhin keine Fotos vom Wasser aus gemacht.

Ob planmäßig noch Boote nach Gili Terawangan zurückfahren, frage ich den Surflehrer. Nein, meint er. Ich glaube ihm nicht und bleibe auf der Insel.

Ich frage am Hafen: Tatsächlich fährt in knapp einer Stunde ein öffentliches Boot zurück nach Gili Terawangan. Also Zeit für das südöstliche Viertel der Insel im Schnelldurchlauf.

Strand auf Gili Air
Strand auf Gili Air [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/400 s, ISO 100, HDR Auto]

Das Boot zurück fährt pünktlich und kostet 4,5×104 Rupiah, knapp 3 Euro.

Ja, die anderen beiden Gilis sind schon schöner als Gili Terawangan. Auf Gili Air wird man auch nicht ständig angequatscht, ob man was kaufen möchte. Und auf beiden Inseln wurde ich nicht gefragt, ob ich Drogen kaufen möchte! Auf Gili T gestern zwei mal... Aber die Insel ist für ihr Drogenproblem bekannt. Und die Polizei? Na ja, sehr selbst:

Polizeirevier von Gili Terawangan
Aldi Shop Gili Terawangan
Aldi Shop Gili Terawangan

Der Aldi hat auch jetzt um viertel vor 16 geschlossen. Ich glaube, der hat dauerhaft zu. Dann halt zu anderen Läden. Und in einem Sanitätshaus einen Verband kaufen. Übrigens muss man hier in Läden die Schuhe ausziehen. Moslems...

Am Abend möchte ich den einzigen Hügel auf den drei Inseln besteigen. Der ist aber größtenteils gesperrt. Egal, denn ein schönes Sonnenuntergangsbild gibt es auch an seinem Fuß.

Sonnenuntergang im Südwesten von Gili Terawangan, Blick auf Bali
Sonnenuntergang auf Gili Terawangan, links die Pyramiden von Gizeh. Ach nein, falsch. Das ist Bali! [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/60 s (EV−1,3), ISO 100]

Um 19 haben wir das Barbeque-Abendessen im Hotel, das wir erstreikt haben. Das Hotel hat einen Live-Musiker bestellt (den wir über Spenden bezahlen). Es ist sehr schön und ein versöhnlicher Abschluss, aber nach 30 Minuten beginnt ein Gewitter, weshalb wir vom Strand ins Restaurant des Hotels ziehen müssen. Später spiele ich auch noch ein paar Songs auf der Ukulele mit und dann noch den Bierkapitän alleine. Mit Capo spielen ist bei der Luftfeuchtigkeit leider nicht drin (der bestellte Musiker spielt ebenfalls ohne, was mich zunächst irritiert), was die Liedauswahl sehr einschränkt. Um 23:16 ist für 2 Minuten Stromausfall. Als nach 40 Minuten immer noch weder Festnetz- und mobiles Internet vorhanden sind, muss ich meinen versuch, die ganze Reise taggleich zu posten, leider abbrechen. Ich meine, dass aber auch vorgestern am Nachmittag ein Stromausfall für um die 10 Minuten war.

Es ist ein bisschen Panik: Einige konnten sich nicht für den Flug einchecken, da keine Sitzplätze mehr frei waren. In Ubud war ich auf dem Trichter, meine Verlängerung in Singapur verbringen zu wollen, was aber laut Reiseveranstalter nicht geht, weil alle Singapore-Airlines-Flüge an den in Frage kommenden Tagen ausgebucht seien (ich konnte noch über unangemessene Preise Flüge buchen – 1000 Euro für einen Flug der Länge wie Hamburg–Malle). Wir vermuten daher, dass die Flüge überbucht sind. Einige spielen mit dem Gedanken, sich als Freiwillige zu melden. Einen Tag kostenlose Verlängerung in Bali, paar hundert Euro Taschengeld. Gibt Schlimmeres, oder? Mal schnell bei der Firma nachfragen, falls das bei mir passiert.

Außerdem ist Unmut, dass wir sehr früh aufbrechen mit den Kutschen. Aber man muss halt Puffer haben. Kann ja viel passieren: Stau, Glatteis, überfrierende Nässe, Wagen springt nicht an, kein Benzin, Parkplätze belegt usw.


Hiermit endet der offizielle Part. Nach so viel Kritik muss ich in den nächsten vier Tagen (drei Tage Verlängerung und der Tag morgen, der bei den anderen komplett für den Transfer zum Flughafen drauf geht, wo der Flieger um 20 Uhr geht – wie meiner) zeigen, ob ich es besser kann. Außerdem: Billiger. Und abends ruhiger.


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