Kreta IX Tag 5: Schlucht der Toten (Zákros-Schlucht), Minoischer Palast von Káto Zákros, Sfendóni-Tropfsteinhöhle, Idäische Grotte - Ab in die Tiefe

Es sind noch drei Marker auf meiner Karte offen... Herausforderung angenommen.

geschrieben von Janni Mittwoch, Silvester 2025 um 22:19 Uhr

Und wieder lernen wir, warum es wichtig ist, dass ich Blogposts sofort schreibe und veröffentliche. Aber wenn bei einem Nachtflug eine Reihe frei ist, dann schläft man halt lieber, vor allem wenn man noch eine Autofahrt vor sich hat. Dieser Post behandelt demnach den 12. Oktober 2025.


Das Hotel war ziemlich gut. Essen auch, mit Blick auf die Spinalónga. Für 69 Euro inkl. der für 4-Sterne-Hotels seit letztem Jahr sehr heftigen Touristenabgabe.

Gut, dass ich heute schon hier bin, denn die Boote dürften bei dem Sturm heute nicht fahren. Ich gehe davon aus, dass ich den Weg von Loutró nach Chóra Sfakíon (via Glyká Néra) heute hätte laufen müssen. Machbar, aber da ist man bestimmt 3 Stunden unterwegs.

Zákros – Schlucht der Toten und Minoischer Palast von Zákros

Ziegenschädel in der Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta
Ziegenschädel in der Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta

Erstes Ziel heute ist die Schlucht der Toten. Die heißt so, weil zu minoischen Zeiten hier Bestattungen stattgefunden haben. Die Schlucht ist relativ einfach. Ich starte wieder vom mittleren Einstieg, denn ich habe nur 2 Stunden Zeit für den Rundweg.

Mittlerer Einstieg zur Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta
Mittlerer Einstieg zur Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta
Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta, Blick vom mittleren Einstieg in Richtung Káto Zákros
Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta, Blick vom mittleren Einstieg in Richtung Káto Zákros

Es ist sogar ein bisschen Wasser in der Schlucht. Aber nur in einigen Pfützen.

In der Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta
In der Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta

Nach einer Stunde bin ich in Káto Zákros angekommen. Dort gibt es einen minoischen Palast. Ich habe aber keine Zeit für ihn. Also mal kurz über den Zaun gucken:

Minoischer Palast von Zákros
Minoischer Palast von Zákros
Minoischer Palast von Zákros
Minoischer Palast von Zákros

Ansonsten gibt es in Káto Zákros noch einen Sandstrand mit schönem, blauen Wasser.

Blick in die Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta
Blick in die Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta

Also wieder zurück. Diesmal auf dem Weg oberhalb der Schlucht. Da ist es wirklich sehr windig.

Es macht wirklich keinen Spaß, oberhalb der Schlucht entlang zu laufen, wenn so ein Sturm ist. Aber wir im Norden sagen ja: „Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“ Praktischweise sind hier welche, da kann man mal gucken:

Schaf oberhalb der Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta
Schaf oberhalb der Schlucht der Toten bei Zákros auf Kreta

Ich würde sagen: grenzwertig.

Und ach ja: Sturmflut ist erst, wenn die Aale auf Augenhöhe schwimmen. (#esgq) Ist hier definitiv nicht der Fall.

Sfendóni-Tropfsteinhöhle

Nach über dreieinhalb Stunden Fahrt erreiche ich die Sfendóni-Tropfsteinhöhle (gesprochen Sfedoni, offiziell falsch Sfentoni geschrieben). Benannt ist die Höhle nach einem Widerstandskämpfer gegen die Türken, denn der Ort heißt Zonianá. Erst bin ich total lost, weil die Höhle einen unfassbar riesigen Parkplatz hat. Die fünf Autos der Besucher stehen hinter einem großen Felsen, der in der Mitte des Parkplatzes liegt, weshalb man sie von der Zufahrt nicht sieht. Wenn der Parkplatz voll wäre, würden die Leute nach meiner Einschätzung physikalisch nicht in die Höhle passen, denn so groß ist die nicht.

Die letzte Führung ist gerade gestartet. Die Frau an der Kasse gibt per Funkgerät durch, dass ich noch komme. Funktioniert (Wortspiel!) hat das aber wohl nicht, denn mich erwartet niemand.

Diese Formation in der Sfendóni-Tropfsteinhöhle auf Kreta wird wegen der vielen Säulen als „Der Palast“ bezeichnet
Diese Formation in der Sfendóni-Tropfsteinhöhle auf Kreta wird wegen der vielen Säulen als „Der Palast“ bezeichnet

Insgesamt gibt es auf Kreta etwa 5.200 Höhlen und dies ist die größte. Sie ist etwa 5 bis 8 Millionen Jahre alt.

„Versteinerte Wellen“ in der Sfendóni-Tropfsteinhöhle: Die „Tür“ etwas rechts der Mitte ist tatsächlich ein Gang, aber der ist auf etwa 15 bis 20 Metern nicht hoch genug
„Versteinerte Wellen“ in der Sfendóni-Tropfsteinhöhle: Die „Tür“ etwas rechts der Mitte ist tatsächlich ein Gang, aber der ist auf etwa 15 bis 20 Metern nicht hoch genug
„Das Partenón“ in der Sfendóni-Tropfsteinhöhe auf Kreta, benannt nach seiner Symmetrie
„Das Partenón“ in der Sfendóni-Tropfsteinhöhe auf Kreta, benannt nach seiner Symmetrie

Hier ist die Höhle dann zu Ende. Es geht zwar noch 150 bis 200 Meter tiefer rein, aber das ist nicht erschlossen und nicht zugänglich.

„Die Orgel“ in der Sfendóni-Tropfsteinhöhe auf Kreta
„Die Orgel“ in der Sfendóni-Tropfsteinhöhe auf Kreta

Im Winter „regnet“ es in der Höhle regelrecht. Aktuell ist es einigermaßen trocken, aber trotzdem glitschig.

Idäische Grotte

Südlich der Tropfsteinhöhle liegt die Idäische Grotte. Das ist Luftlinie nicht wirklich weit, aber man fährt eine Dreiviertelstunde. Als ich losfahre, läuft im Radio Modern Talking. Das muss auf jeder Kreta-Reise offensichtlich so sein.

Mein Auto meldet 70 Kilometer Restreichweite, lieber nochmal tanken. 10 Euro sorgen allerdings für keinen weiteren Strich und die Restreichweite im Auto ist in der Folge komplett irritiert, dass es überhaupt noch fahren kann.

Die asphaltierte Straße endet vor einer Ruine eines Infozentrums oder so. Das für gut 1 Millionen Euro EU-Gelder errichtete und überraschend große Gebäude (nur von der Anfahrtsstraße ist zu sehen, dass es drei Stockwerke hat, da es an einen Hang gebaut wurde) ist ein Lost Place.

Bei der Grotte wurde für knapp 1 Millionen Euro EU-Gelder ein kleines Tickethäuschen und ein hochwertiger Zaun errichtet. Das Häuschen ist unbesetzt, die Pforte offen und die Grotte frei zugänglich. Sonst scheint sich nicht viel getan zu haben, denn der Rest sieht aus wie auf dem Wikipedia-Bild von 2010. Die Höhle wird von Alpenkrähen bewohnt. Sie sind recht laut und scheißen alles zu.

Blick in die Idäische Grotte auf Kreta
Blick in die Idäische Grotte auf Kreta

Ab 1982 wurden hier Ausgrabungen durchgeführt, die für eine kultische Nutzung sprechen. Ich vermute, dass die Lorenbahn aus der Zeit stammt.

Kaputte Lorenbahn in der Idäischen Grotte auf Kreta
Kaputte Lorenbahn in der Idäischen Grotte auf Kreta
Außenansicht der Idäischen Grotte auf Kreta
Außenansicht der Idäischen Grotte auf Kreta

Auf der Bank neben dem Tickethäuschen der Grotte finde ich ein Smartphone. In den Benachrichtungen kann ich die Mailadresse der griechischen Besitzerin sehen, da sie zwei Mailadressen hat und das Telefon die Mailbenachrichtungen aufteilt. Hier ist kein Internet, aber ich nehme mir vor, dass ich ihr schreibe, wenn ich in Iráklio bin. Bis dahin lege ich es beim Tickethäuschen (das ist geschlossen – der Eintritt ist frei) draußen auf die Fensterbank, denn da ist es auf jeden Fall trocken.
Ich bin mir unsicher, ob ich es nicht doch zur Polizei bringen sollte. Da es allerdings kein stark besuchter Ort ist, mir Kreta generell sicher vorkommt, das Display bereits ein paar Streifen oben bei der Notch hat und es kein Markenhandy ist (sondern von Realme), lasse ich es liegen. Ein griechisches Pärchen, das während meines Besuchs von knapp einer Stunde als einzige weitere Personen da war, meinte zuerst, ich solle es zur Polizei bringen, dann aber, ich solle es liegen lassen. Ich fahre sicherheitshalber in Iráklio bei der Polizei vorbei, weil ich nicht weiß, ob das richtig ist, aber ich finde keinen Besuchereingang, sodass ich einfach wie geplant die E-Mail schreibe.

In Iráklio fahre ich in der Straße beim Flughafen etwas herum auf der Suche nach einem Imbiss. Ich finde nicht nur einen Imbiss für das obligatorische Gýros Píta, sondern auch einen Laden, wo ich Paximádi kaufen kann. Ich kaufe drei große Tüten, denn ich habe auf dem Rückflug erstmals ein großes Handgepäckstück. Das muss ich ja auch nutzen!


So, jetzt Auto zurückgeben. Zwei Stunden vor Abflug. Bei Protos ist keiner da. Ich rufe an. Man weiß schon, wer ich bin: Ich bin der, der den Panda nach Iráklio gefahren hat. Ich soll ihn einfach abstellen und den Schlüssel in den Briefkasten schmeißen. Gesagt getan. Einige Minuten später kommt die Bestätigung der Rückgabe per Mail, also muss doch irgendwer da gewesen sein.

So früh war ich in Iráklio noch nie! Normalerweise ist das bei mir deutlich unter 1 Stunde vor Abflug. Heute gar nicht schlecht, denn der Flughafen ist komplett überfüllt.

Aber durch meine frühe Ankunft habe ich dennoch die Möglichkeit, mich mal kurz umzusehen. Der Flughafen hat im Checkin-Bereich eine zweite Ebene. Da ist sogar ein komplett gefülltes Café. Ansonsten ist hier vieles dicht. Ural Airlines wird wohl auch so bald keine Tickets mehr verkaufen können an ihrem Schalter.

So langsam glaube ich, die hoffen einfach, dass der jetzige Flughafen Iráklio am Tag der Betriebsaufnahme des Flughafens Kastélli einfach einstürzt, damit sie ihn nicht abreißen müssen.

An der Sicherheitskontrolle sieht eine Mitarbeiterin meine Tüte mit Paximádi aus dem Scanner kommen. „Ist das deins?“, fragt sie mich, „Gute Wahl!“.

Erst ärgere ich mich, dass ich nicht den eine Viertelstunde früheren Flug mit TUIfly habe, aber das Flug ist eine halbe Stunde verspätet, sodass meiner früher ist. Allgemein ist viel verspätet heute.


Wir auch! Denn wir kriegen keinen Slot und müssen 1:20 Stunden warten. Irgendwie kriegen wir dann aber doch einen Slot und gehen 14 Minuten nach der früheren TUIfly raus. Landung in Hannover ist dann aber doch „nur“ mit 21 Minuten Verspätung, da wir 5 Minuten länger als die TUIfly brauchen, welche den Flug übrigens 10 Minuten länger plant, sodass sie noch als pünktlich gelten.


Die Besitzerin des Handys hat meinen Hinweis am folgenden Montag früh tatsächlich wiedergefunden und sich bei mir bedankt. Ich bin ein Engel, meint sie.


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