Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Abend 4: Kom Ombo – Doppelt der Doppeltempel
Nein, ich habe nicht getrunken und sehe doppelt. Das ist nur der einzige Programmpunkt der organisierten Reise, den ich schon kenne. Mal schauen, was es Neues gibt.
Dieser Post entstand nicht taggleich.
Bevor es um 19 Uhr losgeht, möchte ich zuckerfreie Kola kaufen. Nachdem wir angelegt haben (gegen 17:45), laufe ich direkt von Bord. „Hey, du brauchst eine Landgangkarte“, meint einer von der Besatzung an Land. Das Problem: Dafür müsste ich aufs Schiff und in der Zwischenzeit haben so viele weitere Schiffe in zweiter Reihe gehalten, dass der Strom von Gästen auf der schmalen Gangway nicht mehr abreißt. Irgendwann gehen zwei andere Leute aufs Schiff, für die der Strom angehalten wird, und ich husche hinterher. Die beiden Schiffe vor am Anleger haben beide jeweils ein Schiff, das in achter(!) Reihe hält. Wer sich auf den zweien für Nilkreuzfahrtschiffe interessiert, hätte seinen Spaß bei den sieben, die er sieht. Nilkreuzfahrtschiffe haben alle die gleichen Maße (70 lang, 14 breit, 14 hoch (in Esna lag jedoch eins neben uns, dem genau ein Deck fehlte), 1,5 Tiefgang) und sind so gebaut, dass das Rezeptionsdeck etwa auf gleicher Höhe ist. Es kommt nicht immer ganz hin, aber dafür haben Menschen Treppchen erfunden.
Mit der Landgangkarte laufe ich dann die Marina/Corniche entlang und prüfe Läden auf zuckerfreie Cola. Da ich keine Cola finde, kaufe ich dann einfach in irgendeinem Laden Wasser, um nicht mit komplett leeren Händen nach Hause zu gehen. Der Ladenbesitzer guckt mich groß an, als ich die Flasche auf den Ladentisch stelle. Ich lege 10 LE hin und das scheint für ihn okay zu sein. Wir sprechen kein Wort.
Doppeltempel von Kom Ombo
Nach dem Abendessen besuchen wir den Doppeltempel von Kom Ombo. Anders als von mir erhofft ist es wieder dunkel, als wir loslaufen, während beim Anlagen noch Restlicht gab.
Ich lasse mir die Nummer vom Guide geben, da ich die Gruppe hier beim letzten Mal zweimal verloren habe. Tatsächlich verliere ich die Gruppe praktisch sofort nach dem Betreten der Stätte (nachdem ich das folgende Bild gemacht habe), aber finde sie nach einigen Minuten selbst wieder.

Der Tempel könnte besser aussehen, aber als man vor 110 Jahren eine Zuckerfabrik gebaut hat, brauchte man halt Baumaterial und hier lag aus unerklärlichen Gründen ganz viel davon rum.
Auffällig ist, dass zwischen den beiden Tempeln keine Mauer besteht. Sobek steht für das Böse, Horus für das Gute (beide können aber mit Seth identifiziert werden), aber man kann jederzeit wechseln.
Horus wird als Falke dargestellt, Sobek als Krokodil. Warum Krokodil? Weil man das Nilhochwasser anhand der Krokodile einer nahen Sandbank vorhersagen konnte. Die haben ihre Eier immer nur so hoch wie nötig vergraben, dass sie nicht von der nächsten (jährlichen) Nilflut erwischt werden. Wie sie das gemacht haben, weiß man nicht. So wusste man aber auf jeden Fall, wie viel fruchtbarer Schlamm kommen wird.


Falls ihr euch fragt, was es mit den Bauchnabeln auf sich hat: Die galten bei Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit und werden daher so groß dargestellt.

Groß angekündigt im Programm wurde das Ärzterelief. Das sieht so aus:

Nein, da fehlt oben nichts. Also zumindest nicht von mir. Groß gezeigt wird Kaiser Hadrian. Rechts davon sieht man Isis, die mit Horus schwanger ist, und Neftis, die mit Anubis schwanger ist. Rechts daneben sieht man allerhand Utensilien, die sich seither kaum verändert haben.
Obwohl es im Programm ausdrücklich als wenig bekannt bezeichnet wird, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir das beim letzten Mal bereits groß bequatscht haben. Leider existieren davon keine schriftlichen Aufzeichnungen (weil ich die Gruppe so oft verloren habe) und die Bilder habe ich gerade nicht zur Hand.
Wir schauen noch kurz beim Nilometer vorbei – anders als beim letzten Mal ist ein paar handbreit Wasser drin.

Dann gibt es Foto-Freizeit und wer will, kann noch ins Krokodilmuseum. Ich finde aber im Krokodilmuseum nichts Neues, über das ich schreiben möchte.

Um 20:30 geht es zurück zum Schiff, das um 21:00 Uhr ablegt. Die meisten anderen Schiffe sind schon lange weg, sodass mir das folgende, seltene Bild gelingt:

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geschrieben von Janni