Ägypten II Mittag 6: Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles) Assuan – Die Kuppel des Windes
Wenn der Guide nach wenigen Tagen weiß, was du willst...
Dieser Post entstand taggleich.
Ich werde um 11:05 wie vom Guide vorgeschlagen bei den Gräbern der hohen Beamten von Elephantine (Tombs of the Nobles) rausgelassen. Sie gehören seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Nubische Denkmäler von Abu Simbel bis Philae“ – ist aber weder nubisch noch zwischen Abu Simbel und Philae.
Eigentlich habe ich mich gefragt, warum ich schon wieder Die Lange Anna 2 dabei habe. Aber dann setzt sich auf den Zaun ein Spint (Bienenfresser) und die Frage ist geklärt.

Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles)
Weniger bekannte Sehenswürdigkeiten in Ägypten haben keine eigenen Eintrittstickets. Man kriegt dann ein Ticket aus der Nähe:
- el-Kab: Edfu-Tempel (Erwachsener)
- Elephantine: Philae (Einheimischer/blau)
- Unvollendeter Obelisk: Philae (Einheimischer/blau) und zusätzlich so ein typisches QR-Ticket
- Simeonskloster: Philae (Student)
- Qubbet el-Hawa: Philae (Erwachsener) und zusätzlich Philae (Einheimischer Student/grau)
Ich habe jetzt fünf Philae-Tickets (davon vier veschiedene), obwohl ich nicht einmal in Philae war. Für den Isis-Tempel gab’s übrigens gar kein Ticket.

Ich bekomme eine Führung, für die ich später 200 LE gebe.
QH31 (Sarenput II., auch Sirenput II.)
Sarenput II. war ein Bürgermeister, der laut dem Schild am Eingang des Grabes von 1971 bis 1928 v.Chr. lebte. Er soll Zeitgenosse von König Amenemhet II. gewesen sein, was aber mit den Jahreszahlen nicht ganz hinkommt.
Und Zack, erstmal Stromausfall. Während es auch in KV17 während meines Aufenthalts zwei Stromausfälle für jeweils Sekundenbruchteile gab, dauert der hier einige Minuten.

Das abgesperrte rechts ist übrigens der Opfertisch.


Irgendwie erinnert mich das Grab an Abu Simbel.
QH30b (Anch-nef-itef)
Das Gebiet heißt zwar Gräber der Noblen, aber auch einige nicht ganz so hohe Leute sind hier begraben. Mann erkennt das sofort an den niedrigeren Eingängen. Hier ist ein Beispiel:

QH30 (Hekaib)
Das Grab QH30 ist wieder etwas größer, aber geschlossen. Man kann durch die Tür schauen:

QH25 (Mechu) und QH26 (Sabni)
Mechu ist der Vater von Sabni. Beides sind Bürgermeister. Mechu war zudem „Vorsteher der Fremdländer“ und führte Expeditionen nach Nubien durch. Auf einer davon starb er. Sein Sohn startete einen Suchtrupp und barg den Vater.

Beide Gräber gehören jeweils zu den größten und gehen nahtlos ineinander über. Aufgrund der Größe haben sie auch zahlreiche Säulen.



Da die beiden Gräber jeweils eine eigene Treppe vom Nil herauf haben, geht man davon aus, dass Mechu und Sabni zu den reichsten hier beigesetzten Personen zählen.

Jetzt noch im Schnelldurchgang zwei Gräber, die ich besonders fand:

Zum obigen Bild muss man sagen, dass man sehr viele verschiedene Informationen findet, was für Klöster es da gab und wieso. Die Ruine auf dem vorletzten Bild wird mal als römische Festung und mal als irgendein Kloster und mal als Kloster St. Georg bezeichnet, wobei letzteres auch auf das letzte Bild bezogen wird. Angeblich soll es auch noch ein weiteres Kloster St. Antonius geben. Es ist kompliziert.

Und warum heißt das jetzt hier Qubbet el-Hawa „Kuppel des Windes“? Das liegt daran, dass oben drauf das Mausoleum von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa steht, das wie eine Kuppel aussieht. Die Lebensdaten des Scheichs konnte ich spontan nicht finden.



Nun geht’s zurück zum Schiff auf die andere Seite des Nils. Wie abgemacht ist unser Boot von heute Morgen um 12:30 da. Ich auch.
Mittagessen ist heute erst um 14, weil zu der Zeit die Abu-Simbel-Gruppe zurückerwartet wird. Sie braucht aber etwas länger. Wir legen dann gegen 20 vor 15 ab. Flussabwärts schafft das Schiff immerhin 15 km/h.
Um 16 Uhr ist wieder Tea-Time auf dem Sonnendeck. Es gibt heute Pfannkuchen. Sie sind kalt, während die Schmalzkuchen in den Tagen davor frisch gebacken wurden.
Abendessen ist heute ägyptischer Art. Ich finde es aber nicht so gut.
Um 21 ist ägyptischer Abend. Man sollte als Ägypter verkleidet kommen – ich habe eine Ausrede: Handgepäck. Der Rest nicht, aber trotzdem ist keiner verkleidet.
Einer vom Schiff kündigt dann zwei „Spiele“ an:
- Tanzen. Freiwillige: 0.
- Bauchtanz: Freiwillige: 0.
Abend nach fünf Minuten vorbei.
Nicht ganz, es kommt dann noch die Führerin einer der Memnon-Gruppen als Modetorin. Es findet sich eine handvoll Paare, die tanzen und sich danach mit Klopapier mummifizieren wollen. Preis ist jeweils ein Cocktail.
Um 21:25 ist die Action vorbei. Es läuft noch bis 22 Musik, dann ist Ende. Wir laufen Edfu an, um unseren Reiseleiter Mohamed aufzusammeln, der hier eine Prüfung für Ägyptologie hatte, damit er irgendwann auch Reiseführer sein kann.
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geschrieben von Janni