Südostasien III Tag 7 – River Kwae, Death Railway, Tramkrasae-Viadukt, Kochkurs/Mallika 124, Kanchanaburi – Brücken am Kwai
Ähnlich wie in Sri Lanka letztes Jahr kombinieren wir Boot und Zug am Kwai. Aber diesmal ist es der echte Fluss.
Die Matratzen hier in der Unterkunft am River Kwae sind super hart. Vermutlich das Modell Líthos aus den mittelgroßen griechischen Hotels, möglicherweise aber auch das Konkurrenzmodel Xýlos. Viele von uns stört das, mich eingeschlossen.
„Warum schlafen Leute, die solche Matratzen geil finden, nicht einfach auf dem Boden?“
— ich
Ich hatte bereits in der vorherigen Nacht eine Lösung für das Problem gefunden: Ich habe die Auflage der Liege vorm Zimmer reingeholt. Die ist zwar sehr dick, schmal und auch nicht wirklich weich, aber bei weitem nicht so hart wie die Betten hier. Das ging dann irgendwie.
Diese Nacht war es deutlich wärmer. Gestern haben ein paar Leute sogar gefroren. Es war nie kälter als 19°.
Frühstück ist kleiner als im ersten Hotel aber okay. Wie üblicherweise in dieser Region (außer Singapur, denn das hat keine eigene Frühstückskultur) gibt es Dinge, die man bei uns eher als Mittagessen erwarten würde. Anders als gestern ist der Reis heute nicht so extrem fettig.
Eine aus der Gruppe und ich machen einen Rundgang durch den Ort Mon. Sie war gestern auch schon hier. Wir laufen zuerst zum Tempel.

Sie erzählt, dass die Eltern eines Teilnehmers vor einigen Jahren in dem Ort gewesen seien, und sie damals noch einen Arbeitselefanten gehabt hätten. Es sei wohl besser, dass das nicht mehr so, sind wir uns einig.

In der Schule von Mon treffen wir eine Touristengruppe. Deren Führer schreibt gerade die Namen der Teilnehmer in der burmesischen Schrift (da die Bewohner des Dorfes aus Burma gekommen sind).
„Janni“ (oder „Jani“) in Mon-Burmesisch:
ယာနဳ
Bei der Schule kommen wir vom Weg ab. Ein Passant hilft uns wieder auf einen richtigen Weg. Plötzlich stehen wir überrascht vor der Buddha-Höhle bzw. dem Aussichtspunkt.
Ich laufe dann noch ein bisschen umher, um das Gebiet für OpenStreetMap zu kartieren. Meine Anwesenheit scheint in einigen Gebieten unerwünscht – kein Wunder, ich habe gerade das Chang-Lager gefunden (Chang („Elefant“) ist eine große thailändische Biermarke), bestehend aus hunderten Kisten.
Death Railway
Um 11:45 fahren wir mit dem Boot zurück in die Zivilisation. Es folgt eine kurze Fahrt mit dem Bus zum Bahnhof Nam Tok (Tha Sao). Abfahrt des Zuges soll 12:50 sein. Es ist jetzt 12:20. Kurz darauf berichtet Jet: Es wird 13:30. Wir können im nahen Restaurant etwas essen. Ich nehme wie immer Tom Kha Kai, bei den Mädels mir gegenüber ist die deutlich günstigere Nudelsuppe mit Fertig-Hackbällchen auf dem Tisch. Das heißt Mittag für 60 THB (1,60 Euro) für die Mädels, für mich das Doppelte, plus 20 Baht für den Reis. Auf jeden Fall ist Tom Kha Kai hier viel besser als auf dem Nachtmarkt von Bangkok und auf dem Schwimmenden Markt vorgestern.
Als wir um 13:30 am Bahnhof stehen, kommt Jet mit einer schlechten Nachricht: Ein Stein ist auf die Strecke gefallen. Als wir gerade abbrechen und mit dem Bus weiterfahren wollen (die Sachen blieben ohnehin im Bus, denn die Bahnfahrt ist wie in Sri Lanka nur zum Spaß im Programm), kommt die Nachricht, dass der Zug doch bald kommen soll. Das tut er dann auch, mit etwa 1:15 Stunden Verspätung. Ein Typ im Zug zeigt uns den Stein:

Carglass tauscht aus.
Death Railway heißt die Bahnstrecke aber nicht deshalb, sondern wegen der zahlreichen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, die die 415 km lange Strecke für die japanische Armee gebaut haben, die die Straße von Malakka (vor Singapur) meiden wollte. Man könne etwa 1 Toten je Schwelle rechnen, meint Jet – so etwa 100.000 (was nicht aufgeht – ich schätze die Anzahl der Schwellen auf 1 Million). Die Bauzeit betrug nur 17 Monate, die Nutzungszeit 21 Monate – dann wurde die Strecke bombadiert und zerstört.


Der Zug fährt ab unserem Einstieg wieder zurück Richtung Thonburi (Bangkok). Man sitzt am besten in Fahrtrichtung rechts, das ist die vom einzigen Bahnsteig abgewandte Seite.
Unser Ziel ist das Tramkrasae-Viadukt. Es führt nicht über den Kwae, sondern parallel dazu auf einigen hundert Metern.

Wir fahren mit einer Geschwindigkeit von max. 75 km/h und halten in: Ko Maha Mongkol, Wang Pho, Thamkrasae (direkt vorm Viadukt), Saphan Tham (direkt hinter dem Viadukt, wo die zahlreichen mit uns eingestiegenen Thailänder mit grünem Shirt aussteigen), Lumsum und unserem Ausstiegspunkt Tha Kilen.
Kochkurs bei Noi
Die meisten Personennamen im MPR-Katalog sind Platzhalter. Jet heißt dort Thewin. Aber Noi heißt Noi. Wir machen einen Kochkurs. Dazu sollen wir uns thailändisch anziehen. Ich habe keine Lust. Die knielangen Pluderhosen der Männer sehen seltsam aus und später habe ich öfter Angst, dass die Kleider der Frauen ins Feuer kommen.
Nach dem Umziehen müssen wir einmal über die Straße zum Mallika 124. Uns ist nicht klar, was das ist. Es scheint aber ein Freilichtmuseum zu sein.


Die Stelzen müsse man alle 10 Jahre tauschen, das Dach alle 5 Jahre, erklärt Noi zu den Häusern auf dem Wasser. Bei den Stelzen komme zunehmend Metall zu Einsatz, aber das sei teurer.
Wir bekommen gezeigt, wie man Reis verarbeitet. Dann geht es in die Küche.

In der Küche bekommen wir ein paar typische Gewürze und Kräuter der thailändischen Küche präsentiert.


Anschließend zeigt uns Noi etwa 20 Minuten, wie sie die drei Gerichte, die wir gleich kochen sollen, macht. Es kommt mir ein bisschen vor, als würde ich mich von Tim Mälzer berieseln lassen. „Aber bei Tim Mälzer kann ich das Rezept im Videotext nachgucken“, meine ich.
Wir sollen die Gerichte in 3er-Gruppen auf einem der acht Herde nachkochen. Alle Zutaten sind bereits in Schälchen und abgewogen, nur Tamarindensoße, Öl und Kokosmilch ist mehr da als man braucht. Es ist eigentlich wie Hellofresh. Falls ihr also vorhabt, die Reise nur wegen des „Live-Moments“ zu buchen – kauft eine Hellofresh-Kiste, ist dasselbe.
Als wir fertig sind, gehen wir mit dem Essen zu einem Pavillon. Dort gibt es auch die Rezepte. Hätte Noi mal früher sagen sollen.
Eigentlich ist das Fotografieren im Freilichtmuseum wohl fester Bestandteil des Programms, aber wir sind eine gute Stunde zu spät (der Zug hat 10 Minuten Verspätung rausgeholt). Aber Noi drängt uns, das Gelände zu verlassen. Allerdings ist sie doch recht geduldig, als ich mit einigen noch eine Fotosession bei der Wand mit den Schirmen einlege. Ob ich für die Bilder Rechte kriege, muss ich erst noch klären.
Dann geht es weiter nach Kanchanaburi. Der Ort ist bekannt für „die Brücke am Kwai“. Der Film spielt nicht hier, sondern in Sri Lanka.
Die heutige Brücke wurde im Krieg zerstört und inzwischen wieder aufgebaut. Sie sieht aber heute anders aus als das historische Vorbild.


Eine aus der Gruppe hat jetzt in ihrer Emirates-App einen Rückflug mit Asiana über Incheon (Südkorea). Das ist einmal um die Welt (6:20h HKT-ICN, 4:15h Aufenthalt, 13:50h ICN-FRA). Einige andere fliegen über Chengdu Tianfu (China), immerhin Business Class.
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geschrieben von Janni