Tunesien Tag 14: Midoun, Sfax, El Djem, Sousse: Zurück auf Start

Einiges habe ich schon an Tag 7 gesehen, aber es gibt auch Neues zu entdecken

geschrieben von Яedeemer Freitag, 21. April 2017 um 23:23 Uhr

Während ich den letzten Blogpost geschrieben habe, fand unten eine Karaokeparty statt. Es wurden zumeist französische Lieder gesungen. Oder besser gesagt, gejault. Da hatte keiner was drauf außer Zahnbelag. Also bin ich runtergegangen und habe eine Runde „Ein Kompliment“ von den Sportis und „Junge“ von den Ärzten gesungen.

Wo wir gerade bei Nachträgen sind:

Das Radio in Tunesien besteht überwiegend aus Wortbeiträgen. Musik ist selten. Landesweit sind die vier staatlichen Sender sowie Zitouna FM („Olivenbaum“, auch viele Moscheen und Geschäfte heißen so; religiös), Mosaïque FM (jüngeres Publikum) und Shems FM zu empfangen. In der Gegend um Sousse gibt es einen Techno-Radiosender.

In den Zügen in Tunesien herrscht Rauchverbot. Geraucht wird in den Toiletten und außerhalb der Vorräume. Die Züge bestehen aus Großraumabteilen. Die Toiletten werden auch zum Laden von Handys genutzt, da es dort als einzigem Ort Strom gibt. Leute lassen ihre Handys in der Toilette liegen. Ich habe mich gewundert, als es einmal aus der unbesetzten Toilette geklingelt hat. Die Züge sind übrigens fast immer voll. Das Leben in vollen Zügen genießen sozusagen.

Durch die offenen Türen der tunesischen Züge – laut Wikipedia den schnellsten Meterspurbahnen überhaupt – ist es möglich, während der Fahrt Dinge zu entsorgen. Auf einer Fahrt entsorgte jemand aus dem Koffer eines kleinen Mädchens zwei Metallstangen und ein Plastikteil, ich glaube von einem Ausziehgriff eines Koffers, zu entsorgen.

Tunesien ist übrigens sehr vermüllt.

Ich habe in einigen Hotels das „Der Pate“-Titellied gehört. „Ich mache Ihnen ein Frühstück, dass Sie nicht ablehnen können.“

Hotelbewertung

SterneHotelnameZimmer
4Hôtel Green Palm Golf & Spa3BZA217
EZ209
HotelReines Touristenhotel. An sich ganz nett. Hat einen Outdoor- und Indoor-Pool, einen Tennisplatz, eine Bogenschießanlage, einen Frisör und vieles mehr.9/10
LageAbseits des Ortes, Strand ist zwar nicht so weit weg, aber durch die Kamele nicht mehr erreichbar.0/10
ZimmerOK. WLAN in der Lobby. Geschwindigkeit ist stark wechselhaft. Klimaanlage auch ausgeschaltet hörbar (außer am ersten Morgen). Das Deutsche Fernsehsender: ZDF, RTL, Eurosport.7/10
BadezimmerIch fand es etwas eng. Einziges Badezimmer auf der Rundreise mit Dusche statt Wanne.6/10
SauberkeitRund um die Dusche herum mehrere Zentimeter voll mit Seifenresten und Haaren.4/10
ServiceDass es so lange dauerte, bis mein Zimmer getauscht wurde, musste nicht sein. Beim zweiten Abendessen habe ich entgegen meines Willens ein Glas Wasser bekommen.5/10
Abendessen 1Sehr gut, leider wieder ohne Interaktivität.9/10
Abendessen 2Deutlich weniger Vielfalt als beim ersten Mal.7/10
Frühstück 1Gut, allerdings auch hier keine Interaktivität. Pizza teils kalt.7/10
Frühstück 2Keine Brötchen (ich war innerhalb der regulären Öffnungszeiten da). Ansonsten auch sehr wenig Auswahl.3/10
GesamtwertungWeiterempfehlung: ja7/10

Fähre

Wir fahren nach Ajim. Von dort fahren zwei oder drei Fähren nach Jorf. Die aktuelle Anzahl wird auf einem LED-Schild irgendwo in der Mitte der Insel angezeigt (Nombre de bacs: 2). Wir haben aber Glück. Es sind nur eine Handvoll Autos vor uns und die nächste Fähre kommt gerade.

Djerba-Fähre Meninx
Meninx ist nicht nur der Name der Fähre, sondern auch der antike Name von Djerba. Ein weiteres Schiff heißt Odyssee.
Schwimmen verboten
Das Land ist ziemlich nah. Dass man hier nicht einfach rüberschwimmen darf, ist doch reiner Kommerz!

Wir müssen deshalb nur kurz warten, was ziemlich ungewöhnlich ist. Für den Preis, um 6:30 los gefahren zu sein. *hmpf*

Läden am Fährterminal von Ajim
Läden am Fährterminal von Ajim

Der Wagen vor uns an Bord hat Schafe und eine Ziege auf der Ladefläche. Diesmal aber nur einstöckig, nicht gestapelt.

Schafe auf einem Pickup
Die Schafe stecken ihre Köpfe zusammen und beraten vermutlich ihren Ausbruch

Sfax

Nach einer recht langen Fahrt erreichen wir Sfax. Wir laufen auf dem Suk in der Nähe der Großen Moschee von Sfax herum und ein Händler weist unseren Reiseleiter auf ein Café mit Dachterrasse hin, von wo aus man die Moschee besser beobachten können soll. Das Café ist zwar ganz nett gemacht, einen wirklich brauchbaren Blick kriegt man selbst nach etwas Kletterei auf den Metallstangen nicht.

Café mit Dachterrasse auf dem Suk von Sfax
Café mit Dachterrasse auf dem Suk von Sfax

Wir trinken etwas und gehen dann weiter über den Suk. Wir lassen zwar den Flohmarkt im Süden aus (dazu habe ich letzte Woche schon geschrieben, als ich auf eigene Faust hier war), gehen dafür aber im Westen auf den Fischmarkt.

Zwischen allerhand Nüssen befindet sich ein Sack Bonbons
Komische Nüsse oben in der Mitte
Nudelhölzer
Ich und mein Holz
Viele Basecaps
Was für Lamas: Hüte
Viele Kochtöpfe
Schotthändler-Porn

Wir begegnen einem Wurf kleiner Kätzchen, die auf dem Suk spielen. Mir gelingt kein gutes Foto von ihnen.

Fischmarkt von Sfax
Fischmarkt

El Djem

Es ist schon halb drei, daher gehen wir etwas essen. Das Restaurant (hier übrigens oft „Resto“ genannt), das der Reiseleiter vorschlägt, hat zu, daher nehmen wir ein anderes.

Laden „EA GSM“
EA GSM: 3G und 4G gibt es nur als DLC. (Insiderwitz.)
Sandwitch-Laden
Die Sandhexe wohnt jetzt hier

So, genug davon. Kommen wir zum Thema: das Amphitheater.

Amphitheater von El Djem von innen
Amphitheater von innen
In den Katakomben unter dem Amphitheater von El Djem
In den Katakomben unter dem Amphitheater

Und so beende ich, da auch auf der Fahrt nach Sousse nichts mehr passiert, wir das Hotel schon beim letzten Mal hatten (aber ein anderes Zimmer, 1363) und morgen (4:45 Uhr Abreise) wohl auch nichts mehr passiert, die Tunesien-Blogserie mit zwei großartigen Fotos aus El Djem. Das zweite ist vielleicht das beste der Reise. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, ihr hattet Spaß, schreibt vielleicht einen Kommentar und schaut mal wieder rein. Ein Fazit noch zur Reise: Ich hatte mir mehr Tunesien und weniger Rom erhofft, da ich die Reise unternommen habe, da mir Marokko von der Kultur gut gefiel. Die Lage der Hotels war auch insgesamt sehr schlecht, sodass man nach der Rundreise nichts mehr machen konnte.

El Djem
El Djem vom Amphitheater aus (man beachte die seltsamen Wolken)
El Djem
El Djem vom Amphitheater aus


Kommentare: 1


Tunesien Tag 13: Midoun, Tataouine, Chenini, El Ferch, Tataouine, Midoun – Das Ksarenreich

Wir besuchen einige Orte in der Nähe von Tataouine

geschrieben von Яedeemer Donnerstag, 20. April 2017 um 23:04 Uhr

Es ist sehr windig. Heute geht es wieder in die Wüste, da wird der Sand etwas stören. Ich finde, wir hätten die letzte Nacht noch in Douz übernachten könnten und von dort aus hierher fahren. Das wäre auch nicht weiter gewesen und wir hätten in Douz den Viehmarkt besuchen können, der dort donnerstags stattfindet.

Tataouine (Innenstadt)

Tataouine wird auch als Spitze der Welt bezeichnet. Es ist das neueste Gouvernement Tunesiens (1981 von Medenine abgelöst), das flächenmäßig größte, bevölkerungsmäßig zweitkleinste ... und das mit der größten Arbeitslosigkeit (36 %). Große Teile sind Sperrgebiet.

Wir laufen ein bisschen über den Markt und das Gebiet herum. Es ist kein klassischer Suk sondern einfach Marktstände.

Markt von Tataouine
Elefanten hätten auf dem Markt von Tataouine sicher Spaß

Chenini

Chenini ist ein Ort, das zunächst auf einem Hügel gegründet wurde. Heute ist dieser nahezu komplett verlassen und zerfallen, obwohl mittlerweile eine Versorgung mit Wasser und Strom besteht. Auf dem Hügel befindet sich zwischen lauter lehmfarbenen Häusern eine weiße Moschee, neben der sich zwei Läden und ein Café befinden. Hier ist es ganz besonders windig, aber auch der Aufstieg wurde von Windböen begleitet.

Alt-Chenini
Alt-Chenini
Alt-Chenini
Alt-Chenini
Typisches Bild in vielen Reiseführern zu Tunesien
Typisches Bild in vielen Reiseführern zu Tunesien
Landschaft bei Chenini
Auf der linken Seite (rechte Seite ist Neu-Chenini, dazu gleich ein Bild)
Letzte Stufen bis Alt-Chenini
Die letzten Schritte bis zum Gipfel werden nicht von allen unternommen
Ausblick von Alt-Chenini auf die Moschee
Ausblick vom Dach eines Hauses am höchsten Punkt des Hügels auf die Moschee...
Neu-Chenini
...und auf Neu-Chenini

Anschließend gehen wir in Neu-Chenini Mittag essen. Die Preise haben sich gewaschen. Eine Mitreisende bezahlt für zwei geschnittene Tomaten 5 Dinar (2 Euro), ich für eine Portion Pommes ebenfalls und für ein bisschen Ziegenfleisch mit etwas Salat werden 25 Dinar (10 Euro) fällig. Ich hatte eigentlich noch einen „Tomatensalat“ bestellt, bin aber angesichts dessen, was sie darunter verstehen und preislich vorstellen, ganz glücklich, keinen bekommen zu haben.

Ich kriege mich mit der Mitreisenden mit den beiden geschnittenen Tomaten in die Haare. Sie meint, ich solle mal Tischmanieren lernen. Glaube ich zumindest. Was sie genau gestört hat, weiß ich auch nicht (ich glaube, dass der Teller mit den Pommes seitlich neben mir steht und nicht direkt vor mir). Sie spricht nämlich kein Deutsch, sondern nur Österreichisch, wovon ich nur Wortfetzen verstehe. Tja, in meiner Erziehung wurde offenbar mehr Wert darauf gelegt, die deutsche Sprache zu beherrschen. Und den Umgang mit Sonnenkrem.

Nachdem sie gegangen ist, wird vom Kellner ein Stück Brot, das sie nicht gegessen hat, von ihrem Teller zurück in den Brotkorb getan.

Immerhin bekommen wir noch eine Schachtel mit einer großen Menge Gazellenhörner (gehackte Nusskerne in gebackenen und mit Honig/Zuckersirup überzogenen Teigtaschen) geschenkt.

Die Sieben Schläfer

Die Legende der „Sieben Schläfer von Ephesus“ ist eine christliche Geschichte, die aber nicht von der Bibel erzählt wird, dafür ist sie auch zu neu (entstand bis spätestens 500 nach Christi). Eine Version von ihr taucht im Koran als „Gefährten der Höhle“ in Sure 18.

Die Riesen (oder Schläfer), deren Anzahl nicht genau bekannt ist (4, 6 oder 7), sollen gemeinsam mit einem Hund in einer Höhle Schutz gesucht haben. Sie schliefen ein und schliefen 300 Jahre. Dann wachten sie auf. Einer ging mit ihrem Geld etwas zu essen kaufen, aber das Geld war natürlich nicht mehr gültig. Er kam zurück und die Riesen schliefen wieder ein. Für immer.

Mehrere islamische Staaten behaupten, die Geschichte habe sich in einem Ort auf ihrem Staatsgebiet abgespielt, obwohl der Ort im Koran nicht genannt wird. Für Tunesien wäre das Chenini.

Sieben-Schläfer-Höhle
In dieser Höhle sollen die Riesen geschlafen haben. Ich (1,94 m) kann mich gerade so kniend darin bewegen, aber bei weitem nicht stehen. Dass da sieben Riesen reingepasst haben, halte ich daher für unrealististisch.
Friedhof der Sieben Schläfer
Friedhof um eine Moschee neben der Höhle. Weiße Gräber sind größer als andere und sollen zu den Riesen gehören (es gibt allerdings mehr als sieben solche Gräber). Die Moschee hat ein schiefes Minarett. Auch die Spitze des Minaretts ist erstaunlich schief.

Vor der Moschee sind unter einem Überdach drei Leute. Einer liegt auf einer Matratze. „Vielleicht ist er einer der Schläfer?“, denke ich mir. Dafür ist er aber zu klein. Tunesier sind allgemein eher klein.

In der Sieben-Schläfer-Moschee
In der Sieben-Schläfer-Moschee

El Ferch

Wir wollen ein Ksar in El Ferch besichtigen und fahren von Chenini über Tataouine nach El Ferch. Allerdings ist das Ksar dort verschlossen. Durch den Spalt kann man mit einem Handy ein bisschen fotografieren.

Innenhof des Ksar von El Ferch
Innenhof des Ksar von El Ferch

Tataouine (Ksar)

Da wir in El Ferch kein Glück hatten, versuchen wir es mal direkt in Tatouine. In Tataouine wird auch jedes Jahr das Ksar-Fest in einem schönen Ksar, das etwa 20 Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Allerdings ist das Ksar, das wir jetzt besuchen, deutlich schlechter erhalten als das, in dem das Fest stattfindet, und das, was wir in El Ferch hätten sehen können.

Innenhof des Ksar von Tataouine
Innenhof des Ksar von Tataouine

Wir fahren zurück ins Hotel. In Tataouine begegnen wir erneut einem Schaftransport. Während wir im Ksar waren, waren die offenbar an der Tankstelle von Tataouine. Die beiden Fahrzeuge sind ganz normale Pickups mit einer erhöhten Ladefläche. So lassen sich die Schafe zweistöckig stapeln.

Im Hotel

Ich möchte gerne zum Strand gehen. Der hoteleigene Tunnel unter der Straße vorm Hotel hindurch ist geschlossen. Der Durchgang zum Strand wurde zugemauert und in eine Kamelweide umgewandelt. Drei Kamele und drei Hunde gibt es dort.

Kamel auf Weide vorm Hotel
KAMERUPT blockiert den Weg. Pokéflöte benutzen?


Kommentare: 0


Tunesien Tag 12: Douz, Matmata, Toujene, Metameur, Römerdamm, Midoun – Und es kommt alles anders

Ein Bärendienst oder nicht?

geschrieben von Яedeemer Mittwoch, 19. April 2017 um 23:56 Uhr

Beim Abendessen sind auch einige Polizisten der Nationalgarde anwesend. Der Nationalgarde (Überlandpolizei) sind wir bereits bei unserem Kamelritt begegnet.

Als Nachtisch gibt es zwei Sorten Eis: Schoko und ein Grünes. Es ist nicht wirklich Waldmeister. Wir einigen uns auf Islamgeschmack.

Hotelbewertung

SterneHotelnameZimmer
4Sahara DouzDZA, 1310
HotelReines Touristenhotel. An sich ganz nett. Hat wohl auch einen Thermaquellenpool, den ich aber nicht genutzt habe. Dumme Mückenplage...8/10
LageAbseits des Ortes, aber man kann im Ort eh nichts machen.5/10
ZimmerGroß. WLAN in den Zimmern. Geschwindigkeit ist stark wechselhaft. Das erste komplett stille Hotelzimmer seit sechs Nächten! Das Deutsche Fernsehsender: ZDF, Eurosport.8/10
BadezimmerEs gibt immer abwechselnd ein paar Sekunden nur heißen und nur kaltes Wasser. Dazwischen gibt es einen kurzen Zeitraum warmes Wasser. Macht das Duschen sehr kompliziert.6/10
SauberkeitOK.9/10
ServiceNachmittags und am späteren Abend kein Service. Versprochener Weckdienst nicht umgesetzt.3/10
AbendessenGut.8/10
FrühstückAuch gut, allerdings nur wenig Salat.7/10
GesamtwertungWeiterempfehlung: ja7/10

Als ich von meinem Handy aufwache – der Weckdienst hat uns vergessen –, ist es draußen sehr windig. Auf der Fahrt durch die Wüste bestätigt sich das.

Sandverwehungen
Sandverwehungen

Seit der Unabhängigkeit versuchten die Herrscher Tunesiens, die Nomaden sesshaft zu machen und auch die Höhlenmenschen von Matmata (dazu später) zu einem zivilisierten Leben zu überreden. Sesshaft gewordene Nomaden in Douz haben weiterhin Lager in der Wüste, um ihre Tradition zumindest im Frühjahr, teilweise auch im Herbst und in weiteren Monaten zu feiern.

Lager in der Wüste
Lager in der Wüste

Es erinnert mich an Diognes von Sinope, den Philosophen in der Tonne. (Ich kenne die Geschichte mit Alexander dem Großen jedoch auch so, dass Alexander Diogenes anbieten möchte, doch in die Stadt zu ziehen und nicht mehr in der Tonne zu leben, woraufhin Diogenes seinen berühmten Satz gesagt haben soll.)

In der Wüste gibt es viele Kamele. Die Kamele gehören alle jemandem. Das Dromedar existiert nur noch als Haustier (bzw. verwildert in Australien) und ist ansonsten ausgestorben (wie auch der Auerochse, von dem das Rind abstammt).

Kamel mit Ohrmarke
Kamel in der Wüste, Ohrnummer deutlich erkennbar

Plötzlich ist alles um uns herum voll mit einer blauen Blume. Sie verschwindet nach einigen Kilometern so abrupt wieder, wie sie aufgetaucht ist.

Ein Mitreisender, den alle nur „den Professor“ nennen und der alle Besichtigungen auf eigene Faust macht, versucht sich über eine halbe Stunde, im neuen Bus anzuschnallen, was schlichtweg nicht möglich ist.

Der Reiseleiter erzählt uns, das eine Kamel sei gestern durchgegangen, weil es dem Kamel zu heiß gewesen sei. Alles klar. Vermutlich ein so genanntes Polarkamel. Dann hatte ich wohl Glück, denn mein Kamel war schneeweiß. Laut Reiseleiter reitet man übrigens aus Anstand nur männliche Kamele.

Außerdem verspricht der Reiseleiter uns, dass im nächsten Hotel eine Überraschung auf uns wartet. Na dann.

Zunächst geht es aber weniger luxuriös zu:

Bei den „Höhlenmenschen“ von Matmata

Vor einem Wohnhöhlenkomplex
Wohnhöhlenpatio
Wohnhöhlenpatio

In der Gegend von Matmata hausen etwa 5.000 Menschen in Erdbauten. Wir besuchen eine Familie. Der Vater ist vor einigen Jahren gestorben. Wir bekommen ein Berberfrühstück von ihnen: Pfefferminztee, Fladenbrot, Olivenöl und Honig. Anders als der marokkanische Berber (Link zum Bericht vom letzten Berberfrühstück) nutzt der tunesische Berber offenbar keine Butter.

Die Familie bekommt dafür kein Geld vom Reiseleiter oder der Agentur sondern ausschließlich Spenden und Geld vom Verkauf von Honig.

Star-Wars-Hotel Matmata

Das Hotel Sidi Idriss Matmata (in allen anderen Quellen wird der Name fälschlicherweise „Hotel Sidi Driss“ geschrieben) wurde 1976 als Drehort für den ersten Teil von Krieg der Sterne verwendet.

Hotel Sidi Idriss
Hotel Sidi Idriss
Hotel Sidi Idriss
Hotel Sidi Idriss
ich als Stormtrooper verkleidet
„Die Rückkehr der Janni-Ritter“

Das Hotel selbst ist ein 0-Sterne-Hotel, hat den Krieg der Sterne also ganz offensichtlich verloren. Es dient als günstige Absteige für Rallyefahrer und ist eher mit einer Jugendherberge vergleichbar. Sanitäre Anlagen sind geteilt und Zimmer sollen laut Reiseleiter üblicherweise mit 5 oder 6 Betten ausgestattet sein. Uns wird extra ein Zimmer gezeigt, hierbei handelt es sich um ein Doppelzimmer. (Es sei denn, es gibt futuristische Star-Wars-Technologie, um mehr Menschen darin erträglich schlafen zu lassen.)

Zimmer im Hotel Sidi Idriss
Zimmer im Hotel Sidi Idriss

Wir machen noch einen Fotostopp an einem Aussichtspunkt in der Nähe von Matmata, bevor es zum Mittagessen zurück in die Stadt geht.

Mondlandschaft von Matmata
Ausblick: Mondlandschaft von Matmata
Falke (Wanderfalke?)
Falknerei haben bei Berbern lange Tradition. Touristen wird in Tunesien öfter angeboten, ein Foto mit einem Falken zu machen.

Auf dem Aussichtspunkt gibt es übrigens weiße Buchstaben mit dem Schriftzug Matmata (siehe Wikipedia). Nun ist es schon auf zwei Arten das Hollywood Tunesiens.

Mittagessen

Wir steigern uns und essen in einem 1-Sterne-Hotel (Les Berbères) Mittag. Das hat der Reiseleiter vorbestellt. Mir ist schon bei der Bestellaufgabe klar, dass wir definitiv nicht das bekommen, was wir bestellt haben – obwohl es nur drei Gerichte gibt: Brick (3 Dinar), Couscous mit Huhn (8 Dinar) und Coucous mit Gemüse (6 Dinar).

Man kann in dem Hotel natürlich auch übernachten. Es ist sehr ähnlich zum Star-Wars-Hotel. ÜF kostet 20 Dinar, HP 25 und VP 30. Zum Vergleich: Der Aufpreis von HP auf VP allein wäre in Sousse 30 Dinar gewesen. Ein Zimmer im Hotel in Tozeur kostete 130 Dinar. (Angaben pro Nase und Nacht.)

Prinzipien- statt Kamelreiter

Der Professor (eigentlich war er Wirtschaftsjurist) fängt eine Diskussion mit dem Reiseleiter über den Reiseverlauf an. Der Reiseverlauf laut Buchung sieht nämlich zwei Tage auf Djerba vor. Der Reiseverlauf, den der Reiseveranstalter verteilt hat, sieht einen Tag Oase Zarzis und einen Tag Gabés vor. Und der Reiseverlauf, den der Reiseleiter mit uns vor hat, zwei Tage Zarzis. Anschließend folgt stets eine Nacht in Sousse, von der für mich nicht viel übrig bleiben wird, da mein Flug sehr früh gehen wird.

Anschließend schaukelt sich eine Diskussion hoch, da arabische und juristische Mentalität trifft.

Pass bei Toujene

Vom Pass hat man eine großartige Aussicht auf die Dörfer im Tal, die leider von einer Leitplanke versperrt wird.

Wir machen auch einen Fotostopp. Der dortige Souvenirladen hat wie so viele geschlossen. Traurig ist das. Depression ist aber nicht drin. Das westlichste Schott ist übrigens eine Depression.

Als ich ein Foto von der Gegend, die man auch vom Pass aus sieht, machen will, werde ich von Bienen angegriffen. Ich werde in die linke Wange gestochen und renne ich von einer Tarantel (statt einer Biene) gestochen zum Bus zurück. Eine Mitreisende gibt mir Fenistil. Daher nur ein weniger spektakuläres Bild aus anderer Richtung.

Landschaft bei Toujene
Landschaft bei Toujene, ein Ort, der ein Schicksal wie die Dörfer vorgestern erlitt

Inzwischen hat der Reiseleiter mit der Agentur telefoniert. Wir werden auf ein Hotel auf Djerba umgebucht. Die meisten klatschen, ich eher für das Engagement zur Beilegung des (eher albernen) Konflikts.

Metameur

In Metameur besichtigen wir ein Ksar (Pl. Ksour), eine Berber-Speicherburg. Sie ist für Völker, die zumindest in Teilen nomadisch leben und ihr Hab und Gut irgendwo lassen müssen. Ich zähle 104 Kammern, von denen einige als Hotel genutzt wurden. Behauptet der Reiseleiter. Ich inspiziere die Räume, es sieht sehr danach aus, als ob man da auch heute noch ein Zimmer mieten könne. Es gibt in der Umgebung allerdings noch weitere Kammern und eine von weitem sehr schön aussehende Moschee, die wir aber nicht näher besichtigen.

Ksar
Speicherburg
Ksar-Zimmer
Speicherburg-Zimmer

Insel Djerba

Wir fahren über den Römerdamm, der auch eine Pipeline für die Wasserversorgung enthält. Der Ansatz zum Damm kommt wohl von den Römern oder gar Puniern, fertig gebaut haben ihn die Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf halber Strecke machen wir Halt für eine Fotopause:

Römerdamm
Römerdamm

Wir fahren weiter durch die Insel, zuerst durch Houmt-Souk, dann weiter zu unserem Hotel.

Der Reiseleiter erzählt, die Überraschung im anderen Hotel wäre gewesen, dass Getränke inklusive seien und dass morgen tunesischer Abend mit nur tunesischen Spezialitäten sei. Eigentlich denken wir alle, dass uns die Agentur jetzt eins auswischen will. 3 Sterne (weil sie weniger nicht dürfen) und heruntergekommen. Der Reiseleiter, der das Hotel nicht kennt, spricht mit dem Busfahrer: Der war schon mal hier. Das gute am Hotel, es hat die schönste Disko Tunesiens. Und das schlechte, es liegt nicht am Strand.

Das Hotel

Green Palm heißt das Hotel. Es hat auf jeden Fall schon mal vier Sterne. Das hebt die Stimmung. Dass das Hotel mit einem Sonderpreis von 55 Dinar pro Nacht und Nase wirbt, senkt die Stimmung, in Erwartung, die Agentur wolle uns ärgern.

Wir bekommen unsere Zimmerkarten. Keiner weiß so recht, wann es Abendessen gibt. Auf der Rückseite des Umschlags sind die entsprechenden Felder nicht ausgefüllt. „Wahrscheinlich können wir uns das aussuchen“, meine ich, und trage 17 Uhr (unsere Ankunftszeit) bis 24 Uhr ein.

Meine Zimmerkarte funktioniert nicht, also gehe ich zur Rezeption. Die Karte wird neu programmiert.

Meine Zimmerkarte funktioniert nicht, also gehe ich zur Rezeption. Der Kofferträger wird angewiesen, seine Generalkarte zu verwenden. Das funktioniert und ich soll mir eine neue Karte holen. Genau wie sonst nur beim letzten Hotel musste ich bei der Zimmervergabe angeben, dass ich nur ein Einzelzimmer brauche. Diesmal bekomme ich auch erstmalig auf der Reise tatsächlich kein Doppelzimmer. Sondern ein Dreibettzimmer! Yay!

Meine Balkontür lässt sich allerdings nicht richtig schließen und bleibt einenhalben Zentimeter offen stehen. Da ich gestern von 10 Minuten am Pool des Hotels in Douz bereits fünf Mückenstiche davongetragen habe – der Stich vom Nachmittag ist bereits nicht mehr spürbar – möchte ich ein neues Zimmer. Gibt es aber nicht. Hotel ist wahrscheinlich ausgebucht.

Oh wait, wir sind ja in Tunesien. Das Wort „ausgebucht“ wurde 2011 vermutlich aus deren Äquivalent zum Duden gestrichen. Ergäbe zumindest Sinn, genau so wie dass in der DDR das Wort „Reisefreiheit“ (lange Zeit) fehlte.

Stattdessen wird der Kofferträger angewiesen, sich das anzusehen. Er ruft den Techniker mit dem Zimmertelefon. Als er den Hörer auflegt, ist der Techniker auch schon da. Die beiden bauen die Tür aus. Der Techniker geht weg.

Zehn Minuten später. Spätestens jetzt sind wahrscheinlich eh genug Mücken im Zimmer. Der Kofferträger macht sich aus Langeweile den Fernseher an. Kurz darauf kommt der Techniker wieder. Anders als von mir erwartet hat er nicht nach einem raren Ersatzteil gesucht, sondern einen Akkuschrauber. (Schraubenzieher hatte er vorher schon dabei.) Der Kofferträger stellt anschließend schnell noch France24 Arabic ein und die beiden machen sich an die Arbeit.

Nachdem fünfzehn Minuten vergangen sind und die beiden die Tür viermal wieder eingehängt haben, ist das Spalt kleiner geworden. Mücken kommen wahrscheinlich immer noch durch, die Straße ist auch noch deutlich hörbar und die Cyclone-Disko später wahrscheinlich ebenfalls. Ich akzeptiere das nicht und bekomme ein neues Zimmer. Das ist ein Einzelzimmer. Man hat mir einfach ein Zimmer ohne Balkon gegeben (gab es auf der Reise ebenfalls sonst nur im letzten Hotel). Gute Taktik.

Die Lüftung ist anders als beim letzten Zimmer, in das ich zum Vergleich extra noch einmal mit der nun endlich in meinem Besitz befindlichen Zimmerkarte gehe, deutlich hörbar. Die Straße ist dafür leiser. Der Kofferträger übernimmt die Rolle des Obstkorb-Trägers, nachdem er die Rolle als Hilfstechniker bereits ebenfalls übernommen hat. Vielleicht sollte man ihn jetzt Universalmensch nennen.

Ich hole mir eine Zimmerkarte für das neue Zimmer, die auch funktioniert. Die Rezeption hat ebenfalls gut auf meine Wasserflasche ausgepasst, die ich beim Check-In in der Lobby vergessen habe. Beim Check-In ist in Tunesien verpflichtend eine Karte mit diversen Informationen auszufüllen: Name (inkl. Geburtsname), Geburtsdatum und -ort, Wohnort (teilweise auch Adresse), woher man gerade kommt, wohin man geht, Pass-/Personummer (Tunesien ist eines der wenigen Länder, in die Deutsche mit dem Perso einreisen können, anders als z.B. die Türkei werden aber als weitere Einsreisedokumente ein Rückflugticket und Hotelvoucher benötigt), Ausstellungsdatum, meistens noch Ausstellungsort. Überprüft hat das bisher keiner, man braucht also nur eine ausreichend gute Fantasie. Obgleich verpflichtend, mussten wir diese Karte in Douz und Kairouan nicht ausfüllen. Ob das damit zusammenhängt, dass wir nur eine Nacht da waren, weiß ich nicht. In Marokko wurde übrigens vom Reiseleiter eine Liste rumgegeben, wo jeder diese Informationen eingetragen hat und die anschließend kopiert wurde.

Als ich im Infoheft blättere, steht da zur Disko, man könnte „until the early hours“ tanzen... Ich hoffe, das Heft hat genau so unrecht wie das Heft im El Mouradi Tozeur mit dem Katzenrestaurant.

Dann geht es zum Abendessen. Wir denken zuerst, wie haben uns im Restaurant geirrt, weil hier alles ziemlich gut ist. Das lustige: Es ist tunesischer Abend und die Getränke sind inklusive. Auch Wein. „Und du bist dir sicher, dass du das andere Hotel meintest, als du sagtest, die Getränke seien inklusive und es ist tunesischer Abend?“, frage ich den Reiseleiter im Restaurant. „Ja, da ist der tunesische Abend morgen.“, sagt er. Das Abendessen ist sehr gut und dürfte im anderen Hotel kaum besser gewesen sein. Sicher ärgert er sich etwas, das uns der Professor nicht eine heruntergekommene Bleibe eingebracht hat.

Ich gehe mit den beiden „Neuen“ um das Hotel. Es gibt einen Außenpool (zusätzlich zu einem Innenpool), Tennisplatz, Spielplatz und eine Bogenschießanlage. Da man nicht um das Hotel laufen kann, kriechen wir direkt neben dem Wachhäuschen durchs Gebüsch. Stört den Wächter nicht. Wahrscheinlich wäre kein Krimineller so doof, erst durchs Gebüsch zu schleichen und dann direkt durch den Haupteingang ins Hotel zu laufen.

In der Lobby läuft Musik. Der Laptop, auf dem auch die Producersoftware Fruity Loops läuft, ist verlassen. Während ich noch nachdenke, was ich für größtmögliches Chaos anmachen könnte, kommt aber der DJ zurück.

So, jetzt ist aber Zeit zum Bloggen, also ab ins...

Internet
Internet


Kommentare: 0


Tunesien Abend 11: Douz – Kamelreiten

Ein Ritt durch die Sahara

geschrieben von Яedeemer Dienstag, 18. April 2017 um 22:28 Uhr

Heute Abend steht gegen viertel vor 6 Uhr das Kamelreiten an. Wir treffen uns um halb sechs und fahren die kurze Strecke zum Kamelreiten und zurück letztmalig mit dem bisherigen Bus.

Das Kamelreiten kann wahlweise auch durch eine Fahrt mit einer Maultierkutsche ersetzt werden. Sechs entscheiden sich dafür, vier andere und ich fahren mit dem „Wüstenschiff“.

Unsere fünf Dromedare
Unsere Dromedare. Meins ist das rechte.

Wir reiten alleine, aber zwei Kamelführer sind dabei und führen jeweils zwei oder drei Kamele an einer Leine.

Ausblick vom Kamel
Ausblick vom Kamel

Die Maultierkutschen haben jeweils einen Kutscher und zwei Gäste.

Maultierkutschen
Wer nicht reiten wollte, fuhr Maultierkutsche
Sahara bei Douz
Irgendwo in der Sahara bei Douz (man beachte auch unsere Schatten). Trotz 37 Grad ist es angenehm.
Mohammed das Kamel
Tschüs, Mohammed! Du warst ein gutes Kamel.

Eine Mitreisende hat sich unterwegs einen Beutel mit Wüstensand füllen lassen. Ich bin traurig, weil ich selbst kein Behältnis dabei habe, um wie von bisher jeder Reise eine Flasche mitzubringen. Allerdings liegen überall leere Flaschen rum, von denen ich sofort nach dem Absteigen vom Kamel eine nehme und mit Sand befülle. Bei einem von uns, der noch nicht abgestiegen ist, geht das Kamel durch und verschafft ihm einen unerwarteten Galopp durch die Anlage. Die Kamelführer fangen das Tier ein und bezeichnen den besagten Mitreisenden als „Michael Schumacher“. Ich weiß nicht, ob sie wissen, was Michael Schumacher beim Skifahren zugestoßen ist...

Am Ende können wir noch ein Foto von uns kaufen (4 Dinar) und bekommen ein Getränk spendiert, bevor wir bei immer noch 36 Grad wieder ins Hotel fahren.

Ich auf einem Kamel
Foto
Hinweis: Das Foto unterliegt nicht meinem Urheberrecht. Die Verwendung des Fotos durch Dritte ist nicht zulässig.


Kommentare: 0


Tunesien Tag 11: Tozeur, Schott el-Dscherid, Douz: Fahrt über den großen Salzsee

Theresa May, die heute Neuwahlen angekündigt hat, hätte sicher auch gerne Schotten, die nicht ihre Unabhängigkeit erklären können

geschrieben von Яedeemer Dienstag, 18. April 2017 um 18:19 Uhr

Hotelbewertung

SterneHotelnameZimmer
4El Mouradi TozeurDZA, 1705
HotelReines Touristenhotel. An sich ganz nett.7/10
LageRelativ nah an der Ortsmitte, aber trotzdem recht ruhig.8/10
ZimmerSehr groß. WLAN in den Zimmern. Das Internet ist schnell, funktionierte auf meinem Handy jedoch in WhatsApp nicht richtig. Irgendwas in meinem Zimmer, vermutlich die nicht abschaltbare Klimaanlage, brummte dauerhaft. Das klang in etwa so wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Deutsche Fernsehsender: Das Erste, ZDF.8/10
BadezimmerSehr groß. Wirkte fast etwas leer. Am zweiten Tag kein warmes Wasser.7/10
SauberkeitBadezimmer na ja, sonst OK.8/10
ServiceNoch OK.7/10
AbendessenRelativ wenig Auswahl, aber noch OK. Immerhin alles noch warm.7/10
FrühstückRelativ wenig Auswahl, aber noch OK.7/10
GesamtwertungWeiterempfehlung: ja6/10

Heute fahren wir über den größten der vier tunesischen Salzseen (Schotts), den Schott el-Dscherid (franz. Chott el Jérid).

Altstadt von Tozeur

Aber zuerst fahren wir nur wenige Minuten und besichtigen die Altstadt von Tozeur.

Platz in der Altstadt von Tozeur
Platz in der Altstadt von Tozeur
Minarett in Tozeur
Minarett in Tozeur
TÜV-Gore
TÜV-Gore
La grande boutique de la medina
La grande boutique de la medina
Kitler
Kitler (Cat that looks like Hitler), gehört zum Laden

Wir gehen noch schnell auf den Markt von Tozeur.

Markt von Tozeur
Markt von Tozeur
Markthalle in Tozeur
Markthalle in Tozeur, verkauft wird hier vor allem frischer Fisch und frisches Fleisch

An der Markthalle kann man zudem Mini-Bananen kaufen, die sie hier Chiquita-Bananen kennen (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Markenbananen). Mini-Bananen werden anders als die großen, die sie – zumeist aus Equador – importieren, hier angebaut und nicht nach Gewicht sondern nach Anzahl der voll entwickelten Früchte bezahlt. Eine Frucht kostet 200 Millimes. Der Geschmack ist den großen Bananen ähnlich, aber das Fruchtfleisch ist fester.

Mini-Bananen-Griffel, hier mit 5 Früchten, kostet also 1 Dinar

Schott el-Dscherid

Fata Morgana
Fata Morgana (Luftspiegelung) beim Schott el-Dscherid

Wir fahren über den Schott el-Dscherid. Unsere Klimaanlage ist defekt und soll in Douz repariert werden.

Dammstraße über den Schott el-Dscherid
Die Dammstraße wurde 1979 vom Militär gebaut.
Alte Markierungen auf dem Schott el-Dscherid
Die Reste der Markierungen, die früher zur Orientierung dienten, sind noch zu sehen.

Als ich aufgestanden bin, haben mir meine Freunde von [easy] Berichte über den Wintereinbruch in Deutschland geschickt. Es liegt ordentlich Schnee zu Hause. Ich schicke ein Bild vom Schott el-Dscherid. Leider wird sofort enttarnt, dass es sich um Salz handelt und nicht Schnee.

Schott el-Dscherid
Schnee im Sommer!
Salzschiff
Das südtunesische Seefahrtsprogramm befindet sich noch im Anfangsstadium
Drei-Sterne-Hotel
Drei-Sterne-Hotel
Salzgewinnung
Salzgewinnung

Um Kebili

Am Ostrand des Schotts befinden sich heiße Quellen. Pumpen werden nicht benötigt, um das Wasser zu fördern, aber es ist so heiß, dass es abgekühlt werden muss. Dies geschieht in Türmen, von denen das Wasser möglichst fein zu Boden fällt. Die Anlage, die wir zwischen Bechri und Zaouia besuchen, besitzt außerdem noch zwei „Pyramiden“, von deren Spitze das Wasser zum Abkühlen mehrfach ringsherum um die Pyramide läuft.

Turm zur Wasserkühlung
Turm zur Wasserkühlung

Anschließend fahren wir weiter nach Douz.

Kamel auf Transportanhänger
Das Kamel fährt jetzt hier.

Douz

In Douz machen wir Mittagspause. Allerdings gibt es – außer beim Sahara-Festival im Dezember – in Douz nichts, was man sich ansehen könnte. Höchstens noch den Marktplatz und den relativ hässlichen Friedhof. Deshalb bekommen wir hier keine Führung und müssen uns selbst in der Stadt umsehen, wenn wir möchten.

Friedhof von Douz
Friedhof von Douz
Oase von Douz
Oase von Douz
Kameljockey-Denkmal
Kamelrennreiterdenkmal in Douz, die Peitsche, die der Reiter früher trug, fehlt inzwischen
Marktplatz von Douz
Marktplatz von Douz

Dann geht es zum Hotel. Draußen sind 39 Grad und die Klimaanlage ist immer noch kaputt und kann nicht repariert werden, wie sich in der Mittagspause herausstellte. Die Agentur schickt uns daher einen anderen Bus.


Kommentare: 0