Marokko Tag 13: Quarzazate, Taroudant, Tafraoute – Schau mal in den Atlas!

...oder Google Maps, wenn dir das zu zweitausendnull ist.

geschrieben von Яedeemer Montag, 30. September 2013 um 20:18 UhrDarstellungsfehler möglich

Hotelbewertung

SterneHotelnameZimmer
4+Hotel Kenzi AzghorEZ3313
HotelSeltsamer Mix. Zimmer recht seriös, aber Pool mit Live-Musik.7/10
LageNa ja.4/10
ZimmerGanz OK. WLAN in der Lobby. Weiteres WLAN auf dem Zimmer, aber nicht funktionsfähig (weder NAT (dafuq?) noch DNS noch Routing). Deutsche Fernsehsender: ZDF, Viva (dafuq?). Kein Balkon.7/10
BadezimmerEtwas klein. Klospülung braucht sehr lange um wieder aufzuladen. Duschen-Typ: Badewanne.7/10
SauberkeitKeine Beanstandungen.8/10
ServiceGeht so.5/10
AbendessenGroße Klasse10/10
FrühstückGanz OK.6/10
GesamtwertungWeiterempfehlung: ja4/10

Atlas

Alle sind pünktlich im Bus. Alle? Alle bis auf Said. Der hat nämlich die Zeitumstellung nicht überstanden und verschlafen.

Die meisten anderen konnten allerdings auch gar nicht verschlafen, schließlich wurden sie 140 Minuten vor Abfahrt von der Rezeption via Telefon aus den Betten geklingelt. Ich freilich nicht, aber ich wurde kurz darauf vom Muezzin geweckt.

Als wir bereits losgefahren sind, kehren wir um, da Said etwas im Hotel vergessen hat.

Mit 25 Minuten Verspätung können wir also endlich los.

Vor den Toren Quarzazates liegen die Cla-Studios, ein marokkanisches Filmstudio. Auch einige Drehorte liegen entlang der Straße, etwa die Tankstelle Gas Haven aus The Hills Have Eyes.

Unser nächster Stopp ist in der Nähe dessen, wo sich Hoher und Anti-Atlas treffen. Ich hätte zwar gerne noch zur Vervollständigung den Großen Atlas von Diercke mitgebracht, aber der schien mir zu schwer.

Heute gibt's ausnahmsweise mal die Randomfacts mitten im Beitrag:
Hochzeit: Jede Stadt und jede Berberregion feiert anders. Reiche Marokkaner feiern sogar bis zu 7 Tage lang Hochzeit. Aber auch arme Marokkaner nehmen gerne einen Kredit von einigen Monatsraten auf sich. Wenn „möglich“, werden Liebeshochzeiten bevorzugt. Bei sich unbekannten Familien schickt die Familie des (potenziellen) Bräutigams der anderen Familie eine „Ehestifterin“, die diesen dort bewirbt.
Verlobung: Eine verlobung dauert ein halbes bis zwei Jahre und dient auch der Planung der Hochzeit. In der Zeit können sich die beiden Verlobten trennen. Die Verlobung wird mit dem Segen aus der ersten Sure geschlossen. Die Familie der Braut teilt dem Bräutigam ihre Meinung zu ihm mittels Pfefferminztee mit: Schmeckt er süß, sind sie einverstanden, wenn bitter, dann nicht. Offiziell verheiratet ist man durch Unterschreiben des obligatorischen Ehevertrages. Am Abend darauf wird gefeiert, meist an einem Donnerstag.
Geburt: Die Geburt wird nach sieben Tagen gefeiert. Männer und Frauen feiern getrennt. Der Vater kriegt Naturalien, meist einen Zuckerhut, die Mutter Geld und Babysachen. Der erste Sohn soll wie der Prophet den Namen Mohammed tragen, die erste Tochter wie dessen Tochter den Namen Fatima. Zum Feier wird ein Hammel mit Amulett im Maul geschächtet, das das Kind schützen soll. Die Beschneidung muss innerhalb von sieben Jahren erfolgen, erfolgt jedoch innerhalb von zweien. Dies bedeutet die Aufnahme in die islamisches Glaubensgemeinschaft und die Möglichkeit zur Teilnahme am Freitagsgebet. Die Beschneidung von Frauen ist verboten.
Opferfest: Das opferfest findet jährlich statt und erinnert an Abraham, der Gott seinen Sohn opfern wollte. Gott gab ihm einen Hammel zum Opfern. Daher wird auch hier ein Hammel geschächtet. Ein Drittel seines Fleisches wird an Arme verteilt. Das Opferfest wird außerhalb der Stadt in einer Freilichtmoschee gefeiert. Auch der König tut dies, was live im Fernsehen übertragen wird. In Agadir werden die Überreste des Hammels von jungen Leuten als Verkleidung benutzt, um Kinder zu erschrecken.
Anderes Thema: Eine Frau kontrolliert den Mineralwassermarkt in Marokko. Ihr gehören die Marken Sidi Ali und Oulmès.

Zurück zum Thema: Während Said das alles erzählt, gibt es ein besonderes Wolkenschauspiel:


Wolkenschauspiel

Nach einer Toilettenpause erzählt Said, dass die Zeitumstellung gestern von der Regierung spontan abgesagt worden sei.

Taroudant

Taroudant ist eine Königsstadt, obgleich dieser nur kurz dort regierte, weshalb sie oft nicht als solche bezeichnet wird. Die Stadt war eher eine Rebellenhochburg mit vielen Aufständen und Massakern. Heute macht die Stadt, die sehr arm ist, einen auf Mini-Marrakesch und hat dementsprechend auch einen Suk und Gauklerplatz, nur eben viel kleiner.

Said führt uns über eben diesen Suk von Taroudant. Große Teile sind für den Kraftverkehr vergegeben, warum wir dann erstmal durch die Gegend laufen, bevor wir am Ort, an dem uns später der Bus abholt, Freizeit bekommen, ist unklar. Die Freizeit sollen wir zum Kaufen von Obst nutzen, da nicht sicher sei, dass es in unserem heutigen Restaurant für das Mittagsessen auch etwas gibt.

Aït Baha

Es gibt dann doch etwas zu essen. Eine Karte gibt es nicht, aber Said hat folgendes erfahren: 7 restliche Tajinen, Rührei oder Spießchen. Das „restliche“ macht mich skeptisch und ich schaue mich in dem Ort um. Viele Restaurants scheinen keine Karte zu haben. Ich kaufe mir daher fünf Mini-Chipstüten für je einen Dirham und eine Flasche Schweppes.

Pass

Wir fahren über den Pass nach Tafraoute. Zwischendurch machen wir eine Fotopause.


Pass-Terrassen

Der Pass ist eine einspurige Straße, die aber in beide Richtungen befahren wird. Das und die teilweise unübersichtlichen Kurven sorgne für echten Nervenkitzel. An den Hängen wurden Terrassen eingerichtet, ähnlich wie das in China für den Reis gemacht wird. Hier wird von den Berbern allerdings Gerste angebaut.


Passstraße

Am Ende des Passes ist eine Speicherburg, Agadir genannt (wie die Stadt, die Anfang und Ende der Reise markiert). Hier wird aber nichts mehr gespeichert, sondern zum Wohnen genutzt.


Agadir

Anschließend fahren wir durch das Tal der Ammeln. Die namensgebenden Ammeln sind ein Zusammenschluss aus 7 oder 8 Berberstämmen.


Tal der Ammeln

Tafraoute

Wir durchfahren unser heutiges Ziel Tafraoute und besichtigen die Bizarren Steine. Suchspiel: Wo sind zwei küssende Menschen?


Küssende Menschen

Außerdem gibt es dort einen Stein, der aussieht und benannt ist nach Napoleons Hut:


Napoleons Hut

Nach kurzer Fahrt steigen wir wieder aus und laufen etwa 2 Kilometer durch die Wüste zu den blauen Steinen.


Bunte Steine

Nein, das sind natürlich keine blauen Steine, die sind die hier:


Blaue Steine

Zurück nehmen wir einen anderen Weg entlang einer Straße. Dieser ist aber nicht kürzer. Die Tatsache, dass der Bus die Straße zum Wenden eh einmal hoch und wieder runter fahren muss, und dass es schon recht spät ist, sorgt für schlechte Stimmung.

Auch in Tafraoute steht ein Spaziergang durch enge Gassen an. Als dieser beendet ist, ist die Sonne schon untergegangen.

Das Hotel

Das Hotel Les Almandiers ist schon etwas älter. Die Türklinke meines Zimmers hat den Kampf gegen die Schwerkraft aufgegeben.

Zum Abendessen gibt es Menü. Das Hotel schafft es, die Zeiten des RIF-Hotels nochmals zu überbieten, und das mit nur drei Gängen statt vier wie beim RIF.


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