Neuseeland Tag 16: Fox-Gletscher, Haast, Makarora, Hawea, Neu-Cromwell, Arrowtown, Queenstown – Plan E bis G

Wenn du nur Pläne bis Plan G hast, aber kein Internet für Pläne H bis Z, die du dringend brauchst...

geschrieben von Janni Sonntag, 9. Februar 2020 um 10:46 Uhr

Der Tag beginnt für mich wie ein guter Tag bei den Ludolfs: mit Nudeln. Es ist noch etwas von gestern da, was ich für mein Frühstück koche. Duschen darf ich nicht. Sorry an Petra, die im Bus hinter mir sitzt.

Für die meisten anderen hätte der Tag mit einem Hubschrauberflug beginnen sollen, der heute nachgeholt werden sollte. Dieselbe Firma wie in Franz Josef fliegt auch hier von Fox und auch die Route ist gleich. Problem: Auch heute ist das Wetter zu schlecht. Die schlechteste Saison seit 16 Jahren, sagt der Pilot.

Wolken hängen über dem Mt Tasman
Wolken hängen über dem Mt Tasman

Weitere schlechte Nachrichten: Der Ausflug nach Doubtful Sound (der für 299 NZD) von Te Anau aus, ab wo die Straße nach Milford Sound gesperrt ist, kann nur noch 10 der 18 Interessenten aufnehmen. Ein Flug von nach Milford Sound kostet 995 NZD. Alles scheiße.

Wir entscheiden uns daher, übermorgen erst sehr spät nach Te Anau zu fahren – mit 12 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Hauptargument der Befürworter ist die Gerechtigkeit, weil man 14 Leute stehen lässt, die sich im extrem langweiligen Te Anau nichts machen können.


Heute fahren wir den ganzen Tag – über viele erkennbar durch Naturgewalten beschädigete Straßen – eigentlich nur nach Queenstown, machen aber kleine Stops. Erster Halt ist Ship Creek Beach.

Spinnennetz von Dolomedes minor
Spinnennetz von Dolomedes minor (nursery web spider)
In Neuseeland gibt es übrigens bis heute keine Tiere, die dem Menschen üblicherweise nennenswert etwas zuleide tun könnten. Das gefährlichste mir bekannte Tier ist der australische Flötenvogel (kam hier schon mal vor, mit Bild). Er wurde von dort eingeführt und greift Menschen an, von denen er sich nicht beobachtet fühlt.

Am Ship Creek Beach gibt es ein Moor.

Ship-Creek-Beach-Moor
Ship-Creek-Beach-Moor

In Haast machen wir Toilettenpause beim Besucherzentrum, das auch ein kleines Museum ist (kostenlos). Dort hat eine von uns kurz Internet (sonst die ganze Fahrt über gar nichts) und kann sich darüber informieren, was es für Alternativen zur Doubtful-Sound-Fahrt gibt. Man kann wohl einen Flug in Te Anau machen, der nochmal erheblich teurer als die ohnehin schon teure Doubtful-Sound-Fahrt ist. Die Option, morgens die Leute nach Te Anau zu karren, die da was zu tun haben, und die anderen abends abzuholen (den Bus also die Strecke dreimal fahren zu lassen), was von vielen favorisiert wird, kommt aus unbekannten Gründen nicht zustande, vermutlich Kosten für die Agentur.

An den Roaring Billy Falls machen wir einen zusätzlichen Fotostopp auf Wunsch einiger aus der Gruppe. Was sehen kann man aber nicht wirklich was. Am Haast River machen wir einen weiteren kurzen Halt, bevor wir kurz darauf in Thunder Creek Falls halten.

Thunder Creek Falls
Thunder Creek Falls (HDR-Bild)

Mittagessen ist in Makarora in einem Café. Mehr als das Café und einige Farmen (hier Station genannt) gibt es hier aber nicht. Außer Landschaft natürlich.

Berge bei Makarora
Landschaft bei Makarora (das Bild ist übrigens lotrecht, auch wenn es nicht so aussieht – da achte ich dieses Jahr ganz penibel drauf)
Blick von Makarora auf einen verschneiten Berg
Schneekoppe! (Pollux?)

Schafe gäbe es auch noch, die sind aber gerade mit der Paarung beschäftigt.


Nach dem Mittagessen wird die Abstimmung vom Morgen wiederholt. Sie endet 6 zu 8. Damit fahren wir übermorgen doch schon um 06:45 nach Te Anau und 10 Leute machen die Bootstour für 299 NZD. Diese werden aus den Leuten ausgelost, die sich auf der ausdrücklich vorläufigen Interessentenliste eingetragen haben. Leute, die da nicht draufstehen, kommen nicht in den Lostopf.

Lake Hawea
Lake Hawea

Die Leute, die nicht die Doubtful-Sound-Tour machen, müssen irgendwie selbst klarkommen. Das gestaltet sich sehr schwierig, weil uns Neuseeland auf der heutigen Strecke zeigen möchte, dass wir in Deutschland nicht über Funklöcher heulen sollten. In Neuseeland wird in Sachen Funklöcher in der Größennordnung von Regionen gedacht (wenn überhaupt). Somit können wir die Alternativen erst heute Abend im Hotel ausloten.

Schauen wir also mal kurz, was schon alles nicht stattgefunden hat:

Mal schauen, was noch alles ausfällt.

Jetzt findet aber erstmal eine Butterfahrt zu Jones’s Fruit Stall statt, wo man Früchte, Süßkram und andere Naturprodukte kaufen kann. Er befindet sich in Neu-Cromwell, das alte Cromwell wurde für ein Staudammprojekt im neu angelegten Stausee versenkt.

Anders als geplant machen wir noch einen Abstecher nach Arrowtown. Die Stadt versucht, das Flair einer Goldgräberstadt, die sie auch wirklich mal war, zu erhalten.

Buckingham St
Buckingham St

Nicht nur Europäer haben hier Gold gesucht, auch die Chinesen. Wegen der anderen Kultur und Sprache wurden sie ausgegrenzt und lebten in einfachsten Behausungen.

Armseelige Hütte aus Lehm und Wellblech
Chinesen-Behausung (HDR-Bild)
Hübsche Holzhütte
Zum Vergleich: Ehemalige Polizeistation

Da die meisten Chinesen wegen des Coronavirus weggeblieben sind, bekommen wir ein Upgrade auf die Remarkables-Zimmer des Hotelkomplexes. Einige davon haben eine Küche, wir bekommen meines Wissens aber keine.

Nachdem ich mich über die Pläne H bis J in Te Anau informiert habe, gehe ich zur Seilbahn. Dabei treffe ich sieben andere aus der Gruppe. Wir gehen gemeinsam noch schnell malaysisch essen. Ein Spatz verirrt sich durch die Hintertür ins Restaurant, das sich seinen Gästebereich mit einem Buchungsbüro teilt. Ich versuche, die Tür festzustellen, damit der Vogel wieder raus kann. Als der Vogel gerade durch die Tür will, fällt sie zu, der Spatz dreht um und fliegt in die Küche ... und ward nicht mehr gesehen. Wir uns mehrere andere Gäste können uns vor Lachen nicht mehr halten.

Wir fahren nach dem Essen mit der Seilbahn auf den Bob’s Peak.

Cecil Peak im Sonnenuntergang
Blick aus der Seilbahngondel auf Cecil Peak

Unter der Seilbahn grasen mehrere Ziegenherden. Auf dem Beobachtungsdeck kann man den Sonnenuntergang beobachten. Ich kaufe mir eine heiße Schokolade, aber meine Kreditkarte wird nicht akzeptiert. Scheiße, schon wieder gesperrt?

Während die anderen sieben bereits bald wieder gehen, bleibe ich bis kurz vorm Betriebsschluss der Gondel, um noch einige Nachtaufnahmen zu erhaschen. Leider wird nur eine wirklich scharf:

Queenstown bei Nacht <!-- 6922 -->
Queenstown bei Nacht, im Hintergrund Ausläufer der Remarkables, nach denen unsere Zimmer benannt sind

Auf dem Weg vom Hintereingang zu meinem Zimmer höre ich die anderen. Im Zimmer von Sonja und Franzi haben sich acht weitere Leute eingefunden und machen eine kleine Party. Billiger als sonst in Queenstown allemal. Ich mache mit, bis sich die Party um zwanzig vor 0 auflöst.

Ich kann meine Aktivität für morgen problemlos mit meiner Kreditkarte buchen. Keine Ahnung, was da auf dem Bob’s Peak los war.


Nachts um 00:30 geht im Zimmer bei mir nebenan mega die Party ab. Ohrenstöpsel rein und durch.


Das Blog hängt größtenteils einen Tag hinterher. Anders als in Süd-Afrika II, wo sämtliche Aktivitäten morgens stattfanden, finden sie in Neuseeland den ganzen Tag über statt, sodass der Blogpost am Abend nur so halb fertig ist, ich dafür aber umso mehr.


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