Kykladen II Tag 4 – Schinousa, Naxos-Stadt, Melanes, Drimalia, Chalki, Sangri, Alyko, Naxos-Stadt: Dinge mal anders
Noch einmal auf Naxos? Zeit, die Dinge mal etwas anders zu betrachten.
Wir brechen bereits um 8 Uhr in Schinousa auf. Genauer gesagt, wir versuchen es, denn es ist Stau an der Hafenausfahrt. Naxos erreichen wir gegen 12, aber erst im dritten Anlege-Versuch.
Nach dem Mittagessen wollen die Amerikaner die Insel mit einem Mietwagen erkunden. Es überschneidet sich nicht so viel mit meiner letzten Tour, also komme ich mit.
Kouroi von Melanes und Flerio
Erster Halt ist die Kouroi (Einzahl: Kouros) von Melanes und Flerio. Google Maps möchte, dass wir durch eine ausgeschilderte Sackgasse in Kourounochori hindurch fahren. Okay, ich glaube, das klappt nicht.
Die beiden Kouroi sind ca. 5 Meter große Steinstatuen die in einem antiken Steinbruch aus dem 6. und 7. Jahrhundert vor Christi bei den Dörfern Melanes und Flerio gefunden wurden. Wir verlaufen uns zunächst und besuchen versehentlich das in unmittelbarer Nähe zum Parkplatz gelegene Heiligtum bei den Quellen von Flerio, heute eine Art Olivengarten. Viele der Erklärungsschilder dort sind durch die Sonneneinstrahlung kaum noch lesbar.
Der antike Steinbruch befindet sich nahe des modernen Steinbruchs. Der Aussichtspunkt mit dem Hund ist aber dieses Mal geschlossen.
Panagia Drosiani
Also fahren wir weiter zum einzigen Überschneidungspunkt dieser und meiner letzten Tour: die Steinkirche Panagia Drosiani. Ich habe eine laminierte Karte im Portmonee, von der ich nicht mehr weiß, woher sie ist, aber sie könnte von hier sein. Ein weiteres Bild schenke ich mir.
Anschließend machen wir eine kleine Pause in Chalki.
Demeter – dienstags geschlossen
Nein, ich meine nicht das Bio-Label, das sich allerdings nach dieser Göttin benannt hat.
Obwohl der Demeter-Tempel also heute geschlossen ist, sind reichlich Leute da. Wenn der Tempel geschlossen hat, muss man da eben anders herankommen:
Über ein angrenzendes Stoppelfeld führt ein Weg parallel zum geschlossenen Weg zum ebenfalls geschlossenen Eingang. Auf die so erreichbare, knapp 2 Meter hohe Mauer komme auch ich schnell hoch. So viel sieht man aber auch von dort nicht.
Besser ist eigentlich der Ausblick von einer nahen Anhöhe – hätte man eine Kamera mit Teleobjektiv, die nicht wegen Salzwassers kaputt ist.
Ruinen von Alyko
Wenn du sagst: „Ich flieg nach Griechenland und schau mir ein paar Ruinen an“ – dann denken doch alle an Bauwerke wie das obige.
Wir mach das einmal mal anders und besuchen eine griechische Ruine aus dem Jahre 1970. In den Wirren während der Militärdiktatur wurde mitten im heutigen Naturschutzgebiet Zedernwald von Alyko mit dem Bau des Holiday Inn begonnen. Mit dem Ende der Militärjunta im Jahr 1974 wurden die Bauarbeiten eingestellt. Wie das überhaupt genehmigt werden konnte, ist unklar. Die Gerichte mahlen sehr langsam. Mehr Details findet ihr hier.
Heute sind die Ruinen von Alyko beliebtes Ziel von Leuten, die sich für so genannte Lost Places interessieren. Die Ruinen sind nicht bewacht, an einigen Stellen sind jedoch Böden eingebrochen. Der indonesische Street-Art-Künster WD (Wild Drawing) aus Athen hat dort einige Bilder hinterlassen, ebenso wie weitere Künstler und Sprayer.
Ein kleiner Teil der Ruine, auf dessen Dach sich eine Solarthermieanlage befindet, scheint hingegen sogar bewohnt zu sein:
Das Cabriolet mit der kaputten Heckscheibe ist kurz darauf verschwunden.
Falls ihr ein bisschen mehr erfahren wollt, empfehle ich auch den Blog von Reinard Schmitz zum diesem Hotel.
Auf der Suche nach dem Domus-Festival
Anschließend fahren wir zurück zum Boot. Eigentlich wollte ich noch zum Agio-Anna-Strand, aber die Sonne geht bald unter.
Ich mache noch ein paar Fotos am Hafen und gehe zum Abendessen ins Restaurant Yasouvlaki! – eine Portion Hähnchen-Wrap nach Art des Hauses plus Pommes hätte trotz einem Preis von 6 Euro auch locker zwei Leute satt bekommen. Lecker ist es auch noch.
Phil hat vom Domus-Festival erzählt, dass im katholischen Kulturzentrum stattfindet. Leser aus dem letzten Jahr erinnern sich: Im eigentlich orthodoxen Griechenland steht hier mittem im Kastro eine für griechische Verhältnisse recht große katholische Kirche.
Als ich durch das Kastro laufe, bellt aus der oberen Etage eines zweistöckigen Restaurants ein mittelgroßer, schwarz-weißer Hund. Die Besitzerin versucht, ihn wegzutragen, aber der Hund macht keine Anstalten, sich zu bewegen. Es scheint eher so, als könnte sie ihn umkippen, ohne dass er seine Pose aufgibt. Irgendwann gibt die Besitzerin auf – der Hund hat aber auch schon längst aufgehört zu bellen.
Und noch etwas was heute anders: 22 Spieler sind 90 Minuten lang einem Ball hinterhergelaufen und es haben nicht die Deutschen gewonnen.
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