Ägypten II Tag 2: Tal der Könige Luxor – Tal der Bakschischkönige

In Tansania schrieb ich: „Ich mag Bestechlichkeit nur, wenn es zu meinen Gunsten ist.“ – jetzt probieren wir das mal in Ägypten

geschrieben von Janni Freitag, 2. Januar 2026 um 20:58 Uhr

Wieder Tal der Könige, wieder Mammut-Blogpost, wieder 60 Bilder. Daher einen Tag verspätet.


Luxor-Tempel, vom Nefertiti-Hotel bzw. Al Sahaby Lane aus gesehen
Luxor-Tempel, vom Nefertiti-Hotel bzw. Al Sahaby Lane aus gesehen

Ich habe einen Halbtagesausflug ins Tal der Könige gebucht, da mir das vor drei Jahren gut gefallen hat. Damals habe ich die sehr schönen KV2 (Ramses IV.), KV8 (Merenptah), KV16 (Ramses I.) und KV62 (Tutanchamun) gemacht. Außerdem benutze ich den Ausflug, da er privat (nur für mich) ist, als Transfer zum Nilkreuzfahrtschiff – ich hätte aber auch problemlos vom Hotel laufen können.


Dieser Standort für das Tal der Könige wurde gewählt, weil der Berg hinten auf dem folgenden Bild vom Modell wie eine Pyramide aussieht, die jeweils als Sonnenstrahlen gedeutet wurde. Die Sonne widerum steht für die Macht, gewinnt sie doch jede Nacht den Kampf gegen die Finsternis (ein Tier/Monster) und kommt wieder. Auch der Mond kommen jeden Monat wieder. Und die Nilflut jedes Jahr. Daher müssen doch auch die Menschen wiederkommen, oder?

Modell des Tals der Könige
Modell des Tals der Könige

Da die Führerin nicht mehr als das obenstehende erklärt und mir nicht zu den Gräbern folgt, habe ich auch wenig Mitleid, dass ich fast dreimal länger als von ihr vorgeschlagen im Tal bleibe. Dazu trägt auch bei, dass ich mehr als die fünf geplanten Gräber (3 mit dem Standardticket, Sonderticket für Ramses V./VI. und Sethos I.) besuche.

Alle folgenden Storys zu den Gräbern kommen aus Wikipedia und in wenigen Fällen von den Aufpassern.

Man darf übrigens zum Zeitpunkt meines Besuchs (1. Januar 2026) kostenfrei überall im Tal ohne Blitz fotografieren.

Blick aufs Tal der Könige, von einer Plattform über dem Eingang zu KV14
Blick aufs Tal der Könige, von einer Plattform über dem Eingang zu KV14

Auf die Plattform darf man eigentlich nicht, aber für etwas Bakschisch (Trinkgeld) dann halt doch.

Die Führerin meinte, ich soll mir das Grab „da ganz hinten“ angucken. Da sind aber drei und ich kann mich nicht entscheiden: KV14 (Tausret und Sethnacht), KV15 (Sethos II.) oder doch KV47 (Siptah). Muss ich auch nicht, denn für 200 LE bleibt der Locher unbenutzt, mit dem man die Anzahl der besuchten Gräber markiert. Zum Vergleich: Das Standardticket mit drei Gräbern kostet 750 LE, Bestechung ist also günstiger.

KV15 (Sethos II., auch Seti II. oder Sety II. genannt)

Eingang (Korridor B abwärts) zum Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Eingang (Korridor B abwärts) zum Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Kammer E und Säulenhalle F im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Kammer E und Säulenhalle F im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Grabkammer J im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Grabkammer J im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige

Falls ihr euch jetzt fragt, was da unten drunter ist: 50 LE (oder wahrscheinlich auch weniger) verraten euch das trotz Absperrung.

Unter dem Sarkophag von Sethos II. in seinem Grab (KV15) im Tal der Könige
Unter dem Sarkophag von Sethos II. in seinem Grab (KV15) im Tal der Könige
Sarkophag von Sethos II. in seinem Grab (KV15) im Tal der Könige
Sarkophag von Sethos II. in seinem Grab (KV15) im Tal der Könige

Das Grab ist offensichtlich unfertig. Die gesamte Kammer E ist nur hastig koloriert und nicht alle vorgezeichneten Bilder wurden überhaupt begonnen.

Rechte (vom Eingang aus gesehen) Seite von Kammer E im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Rechte (vom Eingang aus gesehen) Seite von Kammer E im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige

Die Wände der Ausbuchtung der Säulenhalle sehen zumeist ähnlich aus, während einige Teile Reliefs ganz ohne Farbe sind.

Linke (vom Eingang aus gesehen) Seite der Säulenhalle F im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Linke (vom Eingang aus gesehen) Seite der Säulenhalle F im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige

Im oberen Teil des Grabes sind viele Bilder in rot vorgemalt.

Die Korridore nahe am Eingang sehen einigermaßen fertig aus:

Bemalte Reliefs in Korridor B im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Bemalte Reliefs in Korridor B im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Krokodilrelief im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige
Krokodilrelief im Grab von Sethos II. (KV15) im Tal der Könige

KV47 (Siptah)

Anders als alle anderen Gräber, die ich bisher kenne, sind bei Siptah die Korridore B und C mit Glas geschützt. Das schränkt die Bildqualität ein.

Siptah regierte 5 oder 6 Jahre (ebenso wie Sethos II.), demnach ist auch sein Grab unfertig. Es wirkt aber wesentlich unfertiger als Sethos’, da nur die Korridore B und C überhaupt dekoriert und die Wände der unteren Hälfte gar nicht bearbeitet wurden und es wie ein hastig gegrabener Tunnel aussieht. An dieser Stelle gehen ein paar Grüße nach Gelsenkirchen, wo inzwischen offenbar nach Jahrzehnten der Pause wieder Bergbau betrieben wird! (Für alle, die das in diversen Jahren lesen: Da wurde vor ein paar Tagen eine Sparkasse ausgeraubt, indem von einem nahen Parkhaus ein Tunnel gegraben wurde.)

Kammer I (vorne) und Kammer J im Grab von Siptah (KV47) im Tal der Könige
Kammer I (vorne) und Kammer J im Grab von Siptah (KV47) im Tal der Könige

Links (vom Eingang aus gesehen) in Kammer J gab es beim Bau der ursprünglichen Grabkammer einen versehentlichen Durchbruch zu KV32 (Tiaa). Daher wurde weiter unten eine neue angelegt.

Grabkammer J2 im Grab von Siptah (KV47) im Tal der Könige
Grabkammer J2 im Grab von Siptah (KV47) im Tal der Könige

Zum Glück ist eine Glasscheibe kaputt, sodass man ein schönes Bild von den ausgemalten Reliefs machen kann:

Ausgemalte Reliefs im Grab von Siptah (KV47) im Tal der Könige
Ausgemalte Reliefs im Grab von Siptah (KV47) im Tal der Könige

Soviel zu Siptah, kommen wir zu seiner Stiefmutter, die ebenfalls maximal 5 Jahre regierte:

KV14 (Tausret und Sethnacht, auch Tawosret und Setnakht genannt, hier im Tal oft falsch Tausert geschrieben)

Korridor C (vorne) und D im Grab von Tausret (KV14)
Korridor C (vorne) und D im Grab von Tausret (KV14)

Warum in der Bildunterschrift nur Tausret steht? Weil das Grab bis Kammer F für Tausret gebaut wurde. Ihr Nachfolger Sethnacht übernahm das Grab und baute es noch ganz erheblich weiter, obwohl er nur 3 Jahre herrschte, von denen sich zwei Jahre wohl mit Tausret überschnitten. Zwischen den beiden wechselte die Dynastie von der 19. und auf die 20.

Kammer F im Grab von Tausret (KV14) im Tal der Könige
Kammer F im Grab von Tausret (KV14) im Tal der Könige
In Kammer J1 im Grab von Sethnacht (KV14) stellt eine Seite das Leben dar
In Kammer J1 im Grab von Sethnacht (KV14) stellt eine Seite das Leben dar
Die andere (vom Eingang aus gesehen linke) Seite von Kammer J1 im Grab von Sethnacht (KV14) stellt den Tod dar
Die andere (vom Eingang aus gesehen linke) Seite von Kammer J1 im Grab von Sethnacht (KV14) stellt den Tod dar

Die nach außen zeigenden Seiten der Säulen sind nur skizzenhaft bemalt.

Nebenkammer K1a im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige
Nebenkammer K1a im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige

Aufgrund der kurzen Herrschaft ist auch in diesem Grab viel unvollendet geblieben. Die Grabkammer J2 ist undekoriert, ebenso die Gänge dorthin.

Grabkammer J2 im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige
Grabkammer J2 im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige
Korridor L im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige
Korridor L im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige

Das Bild oben ist in Richtung Eingang aufgenommen. Ich befinde mich an der Sperre zum nicht zugänglichen und komplett unbeleuchteten Korridor K2. Der sieht mit mehreren Sekunden Belichtungszeit so aus:

Korridor K2 im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige
Korridor K2 im Grab von Sethnacht (KV14) im Tal der Könige

Aufgrund des großen Umfangs ist nur der Teil hierüber taggleich entstanden.

Während die vorgenannten Gräber nahezu besucherleer waren, ist bei den vorderen Gräbern viel mehr los.

KV11 (Ramses III.)

Ramses III. regierte gut 30 Jahre. Sein Grab ist allerdings nicht im gleichen Maße imposanter als die Gräber derer, die nur um die 5 Jahre regiert haben.

Schlangenrelief direkt rechts neben dem Eingang zu Säulenhalle F im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Schlangenrelief direkt rechts neben dem Eingang zu Säulenhalle F im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Säulenhalle F im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Säulenhalle F im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Nebenkammer Fa im Grab des Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Nebenkammer Fa im Grab des Ramses III. (KV11) im Tal der Könige

Hinter der Grabkammer J ist Schluss. Die Humboldt-Universität führt dort Restaurationen durch. Der Abschnitt wirkt wie ein roher Tunnel, ist laut (deutschem) Schild aber wohl vor allem stark beschädigt.

Blick in Kammer K1 im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Blick in Kammer K1 im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige

Eine richtige Grabkammer mit Sarkophag gibt es in KV11 nicht.

Versehentlicher Durchbruch ins Grab von Amenmesse (KV10) im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Versehentlicher Durchbruch ins Grab von Amenmesse (KV10) im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Korridor D2 im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Korridor D2 im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Relief in Korridor D1 im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Relief in Korridor D1 im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige

Neben dem obigen Bild um die Ecke ist das „High-Five-Relief“ für Selfies, rechts der Ausgang (Korridor C).

Korridor C (Blick nach draußen) im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Korridor C (Blick nach draußen) im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige

Viele laut Schild am Eingang interessante Bilder (von Opfergaben) sind in den acht Nischen von Korridor C, die man durch das Glas nicht fotografieren kann. Als ich mich drüberlehne, kriege ich ärger: Nicht das Glas berühren! Davor gelingen mir aber einige Bilder.

Opfergaben in der von außen gesehen dritten Nische rechts von Korridor C im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige
Opfergaben in der von außen gesehen dritten Nische rechts von Korridor C im Grab von Ramses III. (KV11) im Tal der Könige

KV17 (Sethos I., auch Seti I. oder Sety II. genannt)

Okay, eine Sache hat die Führerin noch gesagt: Sethos I. wollte mit seinem Grab Hatschepsuts Grab in Sachen Länge bzw. Tiefe übertreffen. Es scheint aber bei weitem nicht alles zugänglich zu sein hier. Sethos I. regierte 11 Jahre (nach anderen Zählungen 14). Dass er dennoch das tiefste Grab hat, wird teils damit begründet, dass er nicht die üblichen 120 Arbeiter hatte sondern wesentlich mehr.

Sethos’ Grab ist das mit Abstand teuerste und kann seit ziemlich genau drei Jahren besucht werden (bei meinem letzten Besuch auch schon, das wusste aber offensichtlich weder der Guide noch ich). KV62 kostet 700 LE (das sind gut 12 Euro, also mehr als die 300 LE vor drei Jahren, die 10 Euro entsprachen), Ramses V./VI. (KV9) kostet 220 LE (und damit weniger als ein Grab im allgemeinen Ticket) und Sethos I. (KV9) kostet 2000 LE (vor drei Jahren waren es 1000 LE, in Euro also etwa gleich geblieben).

Okay, na dann mal ab nach unten:

Korridor B (vorne) und Treppe C im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Korridor B (vorne) und Treppe C im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Säulenhalle F im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Säulenhalle F im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige

Obwohl Sethos I. immerhin 11 Jahre regierte, ist sein Grab nicht wirklich fertig. Insbesondere Seitenkammer Fa ist unvollständig, denn sie besteht nur aus SKizzen.

Skizzen an der linken Zarge des Übergangs von Säulenhalle F in Nebenkammer Fa im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Skizzen an der linken Zarge des Übergangs von Säulenhalle F in Nebenkammer Fa im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Seitenkammer Fa im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Seitenkammer Fa im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige

Das Schild draußen nennt die Rechnung links, in der Sethos I. Weihrauch an Osiris opfert, als Beispiel. Die Bilder an den Säulen zeigen allgemein Sethos I. und Götter. Ebenfalls empfohlen werden die Darstellungen aus dem Buch der Tore in der Säulenhalle F beim Übergang zu Korridor G.

Übergang zu Korridor G in der Säulenhalle F im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Übergang zu Korridor G in der Säulenhalle F im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige

Die Hieroglyphen-Reliefs in Korridor G und H sind sehr unvollständig geschrieben. Nur die ersten paar Buchstaben pro Zeile stehen an der Wand, Farbe gibt bei ihnen keine. Die Decke und einige obere Reliefs sind zwar recht fertig, aber von Besuchern im 19. Jahrhundert beschädigt worden.

Von der Nebenkammer Fa existiert ein längliches Loch in den Korridor G.

Kammer I (vorne) und Grabkammer J im Grab von Sethos I. im Tal der Könige
Kammer I (vorne) und Grabkammer J im Grab von Sethos I. im Tal der Könige

Grabkammer J besteht aus der Grabkammer und einer Säulenhalle, die ineinander übergehen, sodass sie nur diesen einen Namen haben.

Grabkammer J (Ausgang hinten am rechten Bildrand) im Grab des Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Grabkammer J im Grab des Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Astronomische Darstellung an der Decke von Grabkammer J im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Astronomische Darstellung an der Decke von Grabkammer J im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige

Bei der Grabkammer J nach rund 137 Metern ist das Grab noch nicht zuende. Es gibt in einem Loch (dessen hölzerne Absperrung man zwei Bilder zuvor sieht) hinten in der Grabkammer J noch einen Korridor K weiter nach unten, den man nicht besuchen kann, ebenso wie die Nebenkammer Jc darüber. Ich bezweifle, dass sie dekoriert ist. Eine namenlose größere Nische von Grabkammer J, die man ansehen kann, ist undekoriert und voller Geröll. Die recht hübsche Nebenkammer Jb kann man besuchen – gegen etwas Bakschisch.

Osiris (vorne rechts) in der Nebenkammer Jb im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige
Osiris (vorne rechts) in der Nebenkammer Jb im Grab von Sethos I. (KV17) im Tal der Könige

Und wieder raus. Eine Besonderheit ist übrigens eine tiefe Grube zwischen Gang D und Säulenhalle F, die als Brunnenraum E bezeichnet wird. Das Merkmal findet sich aber wohl auch in anderen frühen Gräbern. Die Brücke darüber enthält einbetonierte Schienen. Ich vermute mal, die kommen von der Eisenbahn, die bei der Ausgrabung 2007–2010 gebaut wurde.

Ich finde, Sethos’ Grab ist von meinen heute besuchten schon das interessanteste. Aber nicht besser als KV2 (Ramses IV.) im allgemeinen Ticket.

Zum Vergleich: Die Phoenix-Gruppe hat heute KV2, KV6 und KV8 gemacht. Zu KV6 kommen wir gleich noch, die anderen beiden waren 2023 dran.

Blick über das Tal der Könige, gesehen von hinter KV17, ungefähr an der Gabelung KV19/20/60 und KV43
Blick über das Tal der Könige, gesehen von hinter KV17, ungefähr an der Gabelung KV19/20/60 und KV43

KV9 – Ramses V./VI.

Jetzt also das Sonderticket, das (pro Grab gerechnet) billiger ist als das Standardticket. Warum zwei Namen? Weil das Grab für Ramses V. begonnen wurde, der auch hier begraben wurde, aber sein Onkel Ramses VI. es weiter ausbaute.

Säulenhalle F im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige
Säulenhalle F im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige

Auf dem obigen Bild ist laut Schild am Eingang die Doppelszene mit Osiris über der Treppe hervorzuheben.

Dekoration der Säulenhalle F im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige
Dekoration der Säulenhalle F im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige
Decke der Säulenhalle F im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige
Decke der Säulenhalle F im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige

Das Grab wirkt stilistisch relativ einheitlich: Alles ist relativ hell gehalten und „Hieroglyphentexte“ finden sich nicht nur am Eingang. Was dargestellt ist, gehört aber zu den abwechslungsreichsten Gräbern im Tal.

Korridor G im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige
Korridor G im Grab von Ramses V./VI. (KV9) im Tal der Könige

Die Grabkammer J stellt (zweimal, durch Spiegelung) die Himmelsgöttin Nut dar (gestreckt über die komplette Breite des Raumes), die die Sonne abends verzehrt und morgens wieder aus... na ja, ihr wisst schon.

Linke Seite der Grabkammer J mit dem oberen Ende von Nut im Grab von Ramses VI. (KV9) im Tal der Könige
Linke Seite der Grabkammer J mit dem oberen Ende von Nut im Grab von Ramses VI. (KV9) im Tal der Könige
Rechte Seite der Grabkammer J mit dem äußeren Sarkophag Ramses VI., dem unteren Ende von Nut und Auszügen aus dem Buch der Erde, im Grab von Ramses VI. (KV9) im Tal der Könige
Rechte Seite der Grabkammer J mit dem äußeren Sarkophag Ramses VI., dem unteren Ende von Nut und Auszügen aus dem Buch der Erde, im Grab von Ramses VI. (KV9) im Tal der Könige
Korridor K mit dem inneren Sarkophag von Ramses VI. in seinem Grab (KV9) im Tal der Könige
Korridor K mit dem inneren Sarkophag von Ramses VI. in seinem Grab (KV9) im Tal der Könige

Man vermutet, dass die beiden seitlichen Wände neben dem Sarkophag eigentlich Säulen werden sollten, aber noch nicht abgetrennt wurden.

Falls ihr euch fragt, wie denn die Mitte von Nut aussieht: Die ist auf dem weiter oben vorhandenen Bild der Decke von Säulenhalle F zu sehen, die vergleichbar dekoriert ist.

KV6 – Ramses IX.

Und das letzte Grab für mich am heutigen Tage ist noch ein Ramses! Ich finde es jetzt nicht so spannend und auch hier sind wieder die Wände hinter Glas.

Korridor B (vorne) und C im Grab von Ramses IX. im Tal der Könige
Korridor B (vorne) und C im Grab von Ramses IX. im Tal der Könige

Falls ihr euch fragt, was hinter den Öffnungen links und rechts ist: Undekorierte Nischen. Die regalähnlichen Nischen in Korridor C sind zwar dekoriert, aber wirklich Mühe hat man sich nicht gegeben. Also weiter mit Korridor D.

Dekoration mit Pavian links ganz am Ende von Korridor D im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige
Dekoration mit Pavian links ganz am Ende von Korridor D im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige
Kammer E im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige
Kammer E im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige

Bis zur Grabkammer J kommt man nicht – in der nicht dekorierten Kammer F ist Ende. Die Buchstaben G bis I sind aber nicht vergeben. Kammer F ist im vorherigen und folgenden Bild zu erkennen.

Namenloser Korridor von Kammer F nach Grabkammer J im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige
Namenloser Korridor von Kammer F nach Grabkammer J im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige

Und wie weiß man jetzt, wie’s da aussieht? Gegen etwas Bakschisch macht der Aufpasser ein Foto mit meinem Handy.

Grabkammer J im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige
Grabkammer J im Grab von Ramses IX. (KV6) im Tal der Könige

Man glaubt, dass das Grab zum Tod des Königs noch nicht fertig war (was die unvollständigen Kammern E und F erklären würde), obwohl er fast zwei Jahrzehnte regierte. Bei einer Länge von 100 Metern hätte man im Vergleich zu Sethos I., der ein längeres und imposanteres Grab in weniger Jahren schaffte.

So, das war’s jetzt mit meinem Wiederholungsbesuch im Tal der Könige.


Ich werde zum Schiff von Phoenix Reisen gebracht. Es heißt Nile Vision und dürfte ein Upgrade (5 Phoenixe, „First-Class-Schiff“) gegenüber der von mir eigentlich gebuchten Kategorie (4 Phoenixe, zufälliges „Komfort-Schiff“) sein. Man hätte auch ein zufälliges First-Class-Schiff für 100 Euro mehr buchen können. Da alle Nilschiffe lokal als 5 Sterne klassifiziert sind, nimmt Phoenix eine eigene Klassifizierung vor.

Ich werde vom Reiseleiter begrüßt. Er ist nicht unser Führer bei den Touren. Einige Minuten nach meiner Ankunft legt das Schiff ab, allerdings mit dem anderen Schiff von Phoenix Reisen daneben, der Crown Vision, die Plätze zu tauschen. Die Crown Vision, durch die ich folglich muss um an Land zu gehen, sieht deutlich moderner aus als die Nile Vision, obwohl sie älter ist (1990 statt 1998) und nur ein Jahr später als die Nile Vision komplett renoviert wurde (2019 statt 2018). Die Crown Vision hat aber eine niedrigere Phoenix-Klassifizierung (4,5 Phoenixe) als die Nile Vision. Hätten wir nicht gedacht. Nachbars Kirschen schmecken am besten.


Ich gehe nochmal in die Stadt. Etwas zu trinken kaufen. In einem Laden (Harry's) kriege ich eine 1,47-Liter-Flasche Diet Pepsi für 50 LE. Ob ich lieber kleines oder großes Rückgeld möchte, fragt er mich. „Klein. Ich muss auf Bakschisch vorbereitet sein.“, er lacht und gibt mir High Five. Danach zeigt er mir noch seinen nahen Laden.

In Luxor werde ich ständig von Leuten angequatscht, die mich mit ihrem „ägyptischen Ferrari“ (Pferdekutsche) durch die Statt fahren wollen. 100 LE wollen sie dafür. Ob es wirklich bei 100 LE (knapp 2 Euro) bleiben wird, weiß man in Ägypten ja auch immer nicht.

Marienkirche von Luxor im Sonnenuntergang, links daneben der Luxor-Tempel
Marienkirche von Luxor im Sonnenuntergang, links daneben der Luxor-Tempel

Eigentlich wollte ich den Souk (Markt) beim Nefertiti-Hotel mit den durchbrechenden Sonnenstrahlen fotografieren, aber die Sonne steht bereits tiefer, als ich geplant hatte. Also wieder Richtung Schiff.

Schlafende Straßenhunde auf Gebäuden des Luxor-Tempels
Hunde müde, Hunde schlafen – schlafende Straßenhunde auf Gebäuden des Luxor-Tempels
Luxor-Tempel in der Blauen Stunde
Luxor-Tempel in der Blauen Stunde

Auf dem Weg komme ich nochmal bei dem Laden vorbei, wo ich meine Pepsi gekauft habe. Da da gerade viele Leute sind, frage ich beim Laden direkt rechts daneben. Kostet auch 50 LE. Plötzlich kommt ein anderer Verkäufer vorbei und meint Sonderpreis 35 LE. Na dann nehme ich alle zwei, die noch da sind. Die große Flasche Wasser muss ich aber erst von 20 LE auf 10 LE herunterhandeln.

„Möbelwagen“ an der Marina von Luxor
„Möbelwagen“ an der Marina von Luxor

Ich komme um Punkt 18 Uhr zurück aufs Schiff. Rechtzeitig zur Begrüßungsrunde. Es sind auch drei Leute in meinem Alter dabei, die aber ein anderes Programm („Memnon“) machen als ich.

Der Koffer von einem der drei ist verloren gegangen – da da drin sind die Blutdrucktabletten der Mutter. Sie haben zwar neue mit dem gleichen Wirkstoff gekauft, wissen aber die Dosierung nicht. Auf WhatsApp erhält er die Info, dass man einen Koffer ohne Aufkleber gefunden habe, und der Inhalt passt. Wo der Koffer denn sei, fragt er – immer noch in Düsseldorf. Den Aufkleber hatte er übrigens selbst angebracht, was nicht schlecht sein muss – mein Gepäck hat’s damals auch auf die Malediven geschafft.


Wir verpassen fast das Essen. Obwohl das Schiff allgemein schöner ist als die Princess Sarah vom letzten Mal, ist das Essenbüffet doch erkennbar kleiner. Aber alles, was es heute gibt, ist sehr lecker.

Ich glaube, dass in den Buffet deshalb so viel gekocht wird, damit die Leute das nicht alles essen können, und sie hoffen, dass es dann morgen schlechtes (regnerisches) Wetter gibt.

Aussicht auf die Marina von Luxor
Aussicht auf die Marina von Luxor

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht für alle, die mit der Familie in Kontakt bleiben wollen: auch in Ägypten gibt es inzwischen WhatsApp Call (inkl. Video). Das ist neu. VPN gibt es immer noch nicht.

Aussicht auf Theben-West bei Nacht
Aussicht von meiner Kabine auf Theben-West bei Nacht


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Tag 3: Tempel von Dendera – Der frühe Vogel

Erster Programmpunkt der organisierten Reise und schon früh aufstehen – das kommt mir bekannt vor

geschrieben von Janni Sonnabend, 3. Januar 2026 um 21:27 Uhr

Gruppe Seth muss um 7 und damit mit Abstand am frühesten raus. Die anderen beiden Gruppen (Memnon Donnerstagmorgen-Ankommer und Memnon Donnerstagabend-Ankommer) müssen um 9 Uhr bzw. 10:30 Uhr los. Ich habe schlecht geschlafen, weil die Klimaanlage so laut war und ich den Ausschalter nicht gefunden habe. Als ich meine Kabine gerade zum Frühstück verlassen will, sehe ich die Klima-Steuerung: Sie ist direkt neben der Tür auf Augenhöhe.


Heißluftballons über Theben-West (Luxor)
Heißluftballons über Theben-West (Luxor)

Warum wir so früh rausmüssen? Unser Ziel Dendera (Betonung auf der zweiten Silbe) liegt in Qena, das sind 1,5 Stunden Fahrt. Auf dem Weg dorthin erfahre ich auch, warum der Go-Bus vorgestern nicht dort gehalten hat und über eine Stunde schneller als vor drei Jahren war: Vor einem Jahr wurde eine neue Schnellstraße gebaut, die auch wir jetzt fahren.

Der Reiseleiter meinte, wir sollten pünktlich sein – wer zehn Minuten zu spät sei, brauche nicht mehr kommen. Los kommen wir aber mit einer Viertelstunde Verspätung.

Die Fahrt dauert über anderthalb Stunden. Wir erreichen Dendera gegen 9. In der Antike hätten wir auch per Boot kommen können, denn in der Antike hatte Dendera einen Hafen, von dem aus jährlich eine Bark nach Luxor bzw. Edfu geschickt wurde.

Ehemaliger Hafen von Dendera
Ehemaliger Hafen von Dendera

Die Architektur des Hathor-Tempels ähnelt sehr der Architektur des Horus-Tempels in Edfu, allerdings sind die Umfassungsmauern nicht mehr vorhanden.

Eingang zum Tempel von Dendera
Eingang zum Tempel von Dendera
Tempel von Dendera
Tempel von Dendera

Den Erbauungszeitpunkt kann man sofort am Mammisi erkennen, denn ein solches gibt es nur in Tempeln aus der griechischen und römischen Zeit. Die Bauzeit betrug 300 Jahre.

Mammisi von Dendera
Mammisi von Dendera
Bes, ein Gott mit dem Kopf eines Zerges und dem Körper eines Pavians
Bes, ein Gott mit dem Kopf eines Zerges und dem Körper eines Pavians

Der Tempel ist der am besten erhaltene in Ägypten, was sich auf die Architektur des Hauptgebäudes bezieht. Im Mittelalter haben die Christen viel Material abgetragen und zum Bauen verwendet. Die Farben waren bis ins 19. Jahrhundert teilweise noch erkennbar, verschwanden dann aber zunehmend. Sie wurden vor einigen Jahren restauriert.

Großes Hypostyl des Tempels von Dendera
Großes Hypostyl des Tempels von Dendera

Das große Hypostyl hat 24 Säulen (da man Hathor 24 Stunden am Tag brauche), an denen Hathor jeweils in vier Richtungen schaut (da man sie in allen Richtungen braucht). Die Deckendekoration stellt unter anderem die Sternzeichen dar. Auf der rechten Seite (alle Richtungsangaben dieser Serie sind übrigens vom Eingang aus gesehen) sind das in der zweiten blauen Zeile von unten v.r.n.l. Löwe, Schlange (statt Jungfrau), Waage, Skorpion, Schütze und Steinbock. Die sechs Frauen mit Stern symbolisieren die Nacht. Die 18 Boote stehen für die 10-tägigen Wochen (zzgl. der nicht abgebildeten halben Neujahrswoche). Hinweis: Bild anklicken zum Vergrößern.

Decke des großen Hypostyls des Tempels von Dendera am rechten Ende
Decke des großen Hypostyls des Tempels von Dendera am rechten Ende

Die restlichen 6 Frauen, 6 Sternzeichen und 18 Wochen sind auf der anderen Seite: Wassermann, Fische, Widder, Stier, Zwillinge und Krebs (bei den Füßen).

Decke des großen Hypostyls des Tempels von Dendera am rechten Ende
Decke des großen Hypostyls des Tempels von Dendera am rechten Ende

In der Mitte werden die 14 Tage einer halben Lunation (Mondperiode) als 14 Stufen dargestellt. Sofern man davon ausgeht, dass Seth seinen Bruder Osiris in 14 Teile zerlegt hat (es gibt unterschiedliche Angaben wie 42 oder 100), kann man das auch darauf beziehen.

Decke des großen Hypostyls des Tempels von Dendera in der Mitte, rechts die Mondperiode
Decke des großen Hypostyls des Tempels von Dendera in der Mitte, rechts die Mondperiode

Wo wir gerade beim Brudermord sind: Nachdem Osiris’ Frau und Schwester (Stammbaum ist ein Kreis) die Teile von Osiris gefunden hat, hat sie ihn mit Hilfe von Anubis (im folgenden Bild unten der zweite von links) und Seths Schwester und Frau wiederbelebt. Das wird im linken Gang in der dritten Kammer dargestellt:

Relief zum Brudermord Seths an Osiris im Tempel von Dendera
Relief zum Brudermord Seths an Osiris im Tempel von Dendera

Unten rechts sieht man auch, wie Seth (als Stier dargestellt) blutend am Boden liegt (obwohl er nicht getötet wurde).

Rechter Gang des Tempels von Dendera, Blickrichtung Ausgang, bei der Treppe
Rechter Gang des Tempels von Dendera, Blickrichtung Ausgang, bei der Treppe

Eine Besonderheit des Tempels von Dendera ist, dass man das Dach besteigen kann. Dort befindet sich ein kleiner Kiosk (wird als Kapelle bezeichnet) und ein Raum, in dem mal eine Himmelsscheibe an der Decke war. Die hat die Expedition von Napoleon gemopst, sodass sie jetzt im Louvre ist (das offenbar auch nicht sicherer als die Gelsenkirchener Sparkasse ist) und hier die ist eine Replik.

Replik der Himmelskarte im Tempel von Dendera
Replik der Himmelskarte im Tempel von Dendera

Der höchste Punkt des Daches, also den Bereich ganz vorne, benötigt eine zusätzliche Eintrittskarte (100 LE). Hat keiner. Also genug gesehen, wieder runter.

Treppe vom Dach des Tempels von Dendera nach unten
Treppe vom Dach des Tempels von Dendera nach unten

Wir gehen einmal um das Gebäude herum. Auffällig ist an der Südwand das riesige Relief, das links Kleopatra (VII.) und ihr uneheliches Kind mit Cäsar, Cäsarion (Ptolemaius XV.) zeigt (beide gleich groß), wie sie die Götter bitten, das Kind als richtiges Kind anzunehmen.

Kleopatra VII. und Cäsarion (links)
Kleopatra VII. und Cäsarion (links)

Außer für das Dach braucht man auch für die Krypta ein Extra-Ticket. Es kostet ebenfalls 100 LE (knapp 2 Euro), das ist noch drin.

Über eine steile Holztreppe und einen Gang mit sehr niedriger Deckenhöhe gelangt man in die Krypta. Dort finden sich entlang eines Ganges ohne Abzweigungen viele schöne Reliefs, einige sogar noch mit Farbe.

Krypta unter dem Tempel von Dendera
Krypta unter dem Tempel von Dendera
Relief mit Menhit und Chnum in Krypta unter dem Tempel von Dendera
Relief mit Menhit und Chnum in Krypta unter dem Tempel von Dendera

Alles klar, wieder nach oben. Wir haben nicht so lange Zeit.

Geburtstempel der Isis
Geburtstempel der Isis

Der Geburtstempel der Isis ist zwar verschlossen, gegen etwas Bakschisch darf man aber rein.

Im Geburtstempel der Isis in Dendera
Im Geburtstempel der Isis in Dendera
Decke des Geburtstempels der Isis in Dendera
Decke des Geburtstempels der Isis in Dendera

Nach unserer Rückkehr um kurz nach 13 legen wir ab nach Edfu.

Es gibt erstmal Mittagessen, um 16 Uhr ist zudem Teestunde angesagt (wie jeden Tag). Heute gibt es Schmalzkuchen (Balah El Sham), wahlweise mit oder ohne Sirupfüllung. Dazu gibt es vier Soßen: Mango und Erdbeer (beide ziemlich künstlich), relativ geschmacksneutrale Vanillasoße und „Lotus-Soße“, die irgendwie so Richtung Nutella mit Karamell schmeckt. Ich muss nochmal rauskriegen, was da wirklich drin ist.

Sonnenuntergang mit Minarett und einem Industriegebäude
Sonnenuntergang mit Minarett und einem Industriegebäude


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Tag 4: Felsengräber von el-Kab – Tal der Könige light

Entfernte Ähnlichkeit will ich nicht abstreiten – der Umfang und der Erhaltungszustand el-Kabs sind dem Tal der Könige weit hinterher (und die Besucherzahlen erst recht)

geschrieben von Janni Montag, 5. Januar 2026 um 20:39 Uhr

Dieser Post entstand taggleich.


Diese Nacht habe ich besser geschlafen, obwohl wir die ganze Nacht gefahren sind. Ich habe nämlich nicht nur die Steuerung der sehr lauten Klimaanlage gefunden (yay!) sondern auch darum gebeten, dass meine Kabine nach vorne verlegt wird. Jetzt ist sie 4 Zimmer weiter vorne. Der Reiseleiter meinte, es gäbe 221 (links) und 218 (rechts), beide liegen gegenüber (die Kabinennummerierung ist dämlich, wie man sieht). Ich könnte mir eins aussuchen, er würde aber 218 empfehlen. Dem bin ich gefolgt, auch wenn er es nicht begründen wollte. Ich vermute, dass er das empfohlen hat, weil man dadurch, wenn Schiff angelegt hat, das andere Ufer sieht, da das Schiff gegen die Strömung anlegt und alle Anlegestellen rechts sind.


Gestern Abend hat der Kapitän unseren Ausflug in Edfu von 7:30 auf 7:00 Uhr vorverlegt. Da unsere Passage der Esna-Schleuse erst um 0:20 statt wie erwartet gegen 23 stattfand, sind wir um 7 aber noch gar nicht in Edfu. Auch um 7:30 legen wir gerade erst an. Mit ca. 9 bis 10 km/h (flussaufwärts) kommt man auch echt nicht voran. Jetzt verstehe ich, warum ich damals bei der Suche nach relativ kurzen Nilkreuzfahrten nur welche flussabwärts gefunden habe. Wir sind eines der langsamsten Schiffe auf dem Nil und werden ständig überholt, wobei das auch eher ein Elefantenrennen ist.


Wir sind zwar sowieso nicht viele bei Seth, irgendwie so 7 verglichen mit zig Leuten bei Memnon (die auf zwei Gruppen aufgeteilt werden), aber die anderen aus der Seth-Gruppe möchten heute lieber das Memnon-Programm machen. Nicht das erste Mal, dass ich alleine das Programm mache.

Also bringt nur ein einfaches Auto mich meinen Guide zu den Felsengräbern von el-Kab. Bis zum Ort, der in der Antike Necheb (bei den Römern Eileithyia) hieß sind zwar nur gut 20 Kilometer, dauert aber wegen der extrem schlechten Straße und den vielen Temposchwellen über eine Dreiviertelstunde. Zu Beginn müssen wir über die einzige Nil-Brücke in Edfu. Im Sommer, wenn der Nil 3 Meter höher ist, müssen die Dächer des Sonnendecks nach unten geklappt werden. Jetzt kommen wir aber so durch.

Stadtmauer von Necheb, etwa 4000 Jahre alt
Stadtmauer von Necheb, etwa 4000 Jahre alt

Es gibt über 40 Gräber in el-Kab, die wie die Gräber im Tal der Könige durchnummeriert sind, wobei neuere Funde etwa 10 Kilometer entfernt sind. Von rund einem Dutzend hat man ein bisschen mehr Informationen herausbekommen können. Für den Tourismus geöffnet sind (v.r.n.l.) die Gräber EK3, EK4, EK5 und – ihr habt es erraten – EK7. Das Material hier ist härter als das im Tal der Könige.

Felsengräber von el-Kab
Felsengräber von el-Kab

Ich bin der erste heute Morgen. Also müssen sie erstmal aufschließen. Bei meiner Abfahrt ist noch mindestens ein französischer Besucher da. El-Kab ist also nicht gerade das Top-Ziel zwischen Luxor und Assuan.

EK3 (Paheri)

Paheri war zur Zeit von Thutmosis III., also Mitte des 15. Jh. v.Chr., Bürgermeister von Necheb, Junyt (und laut meinem Führer auch Assuan). Zudem war er Schreiber und Oberarbeiter (Wesir).

Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Grab des Paheri (EK3) in el-Kab

Sein Grab ist das auswändigste in el-Kab. Leider ist es auch sehr stark beschädigt. Die ägyptischen Christen haben sich hier vor den Römern versteckt. Und wie Christen aus der Zeit so sind, haben sie fast alle Gesichter abgemeißelt. Später haben Besucher etliche Graffitis hinterlassen, insbesondere im beginnenden 19. Jh.

Als Schreiber war Paheri für die Verteilung des Getreides zuständig. Demnach handelt ein großer der Teil der Reliefs davon.

Darstellungen der Ernte vorne links im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Darstellungen der Ernte vorne links im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab

In der mittleren Zeile wird links Leinen/Flachs geerntet und rechts Getreide. In der Mitte der Zeile wird dargestellt, wie Frauen und Kinder heruntergefallene Reste aufheben und behaltet dürfen.

In der Zeile darüber wird rechts gedroschen, indem Ochsen auf dem Getreide herumtrampeln. Dann wird die Spreu vom Weizen getrennt. Und schließlich notiert Paheri das gelieferte Getreide, während er oben auf dem Haufen sitzt.

Reliefs hinten links im Grab des Paheri (EK3)
Reliefs hinten links im Grab des Paheri (EK3)

Auffällig auf dem obigen Bild ist, wie Paheri sich um den jungen Prinzen Wadjmose kümmert, deren Erzieher er war. Laut meinem Guide war er auch Richter.

Henut-er-neheh und Paheri (links) hinten rechts in dessen Grab (EK3) in el-Kab
Henut-er-neheh und Paheri (links) hinten rechts in dessen Grab (EK3) in el-Kab

Frauen werden grundsätzlich in gelb dargestellt, während Männer rot sind. Damit wird dargestellt, dass letztere durch die Arbeit draußen eine dunklere Hautfarbe haben. Außerdem wird hier dargestellt, dass sich die beiden ein Haustier leisten konnten, nämlich einen Affen.

Rechts sieht man den anderen Sohn (neben Wadjmose), den Thutmosis I. mit Ahmose hatte, nämlich Amunmose. (Keiner von ihnen wurde König, denn Thutmosis II. wurde von Nebenfrau Mutnofret geboren. Danach wird’s kompliziert, weil der Stammbaum ein Kreis ist.)

Darstellung einer Feier vorne rechts im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Darstellung einer Feier vorne rechts im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab

Jetzt noch drei Reliefs-Details.

Relief mit spielenden Hunden im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Relief mit spielenden Hunden im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Relief mit dem Wiegen einer Baby-Ziege im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Relief mit dem Wiegen einer Baby-Ziege im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Relief mit dem Entschuppen eines Fischs im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab
Relief mit dem Entschuppen eines Fischs im Grab des Paheri (EK3) in el-Kab

EK4 (Setau)

Setau war Hohepriester der Nechbet unter Ramses III. und VI., also zum Ende der ersten Hälfte des 12. Jh. v.Chr. Sein Grab ist deutlich stärker beschädigt als Paheris. Zudem ist die Decke gar nicht dekoriert. Allerdings sind einige Gesicher erkennbar.

Grab des Setau (EK4) in el-Kab
Grab des Setau (EK4) in el-Kab

Ein Merkmal, das man hier oft findet, ist die hellblaue Leiste aus Säulen (unter dem roten Band). Dies soll einen Palast darstellen.

Mein Guide meint, dass die Sarkophage in den Nischen/Nebenkammern waren, während sie laut Wikipedia nachträglich eingefügt wurden.

Setaus Frau in Setaus Grab (EK4) in el-Kab
Setaus Frau in Setaus Grab (EK4) in el-Kab
Darstellung einer Feier bei Setau seiner Frau in Setaus Grab (EK4) in el-Kab
Darstellung einer Feier bei Setau seiner Frau in Setaus Grab (EK4) in el-Kab

EK5 (Ahmose, Sohn der Ibana)

Ahmose ist ein General, der in der zweiten Hälfte des 16. Jh. v.Chr. für seine Erfolge gegen die Hyksos („Fremdherrscher“).

Grab des Ahmose (EK5) in el-Kab
Grab des Ahmose (EK5) in el-Kab

Seine Biografie, geschrieben von Paheri in der Ich-Form, nimmt fast die gesamte rechte Wand ein:

Biografie des Ahmose in seinem Grab (EK5) in el-Kab
Biografie des Ahmose in seinem Grab (EK5) in el-Kab

Links daneben befindet sich ein Durchgang mit einer etwa anderthalb Meter tiefen Grube, die von der Größe her durchaus das Begräbnis gewesen sein könnte. Der Durchbruch dorthin wurde wohl nachträglich gehauen und ist mit über 1,6 Meter Höhe ungewöhnlich groß.

EK7 (Renni)

Jetzt kommen wir wieder zu einem besser erhaltenen Grab, dem von Renni, wie Setau ein Hohepriester der Nechbet, allerdings im letzten Viertel des 16. Jh. v.Chr.

Grab von Renni (EK7) in el-Kab
Grab von Renni (EK7) in el-Kab

Hinten an der rechten Wand vermutet man eine Nebenkammer. Das folgende Bild zeigt den Bereich rechts davon.

Beerdigungsriten im Grab von Renni (EK7) in el-Kab
Beerdigungsriten im Grab von Renni (EK7) in el-Kab

Rennis Grab ist zudem das einzige mit erkennbar erhaltener Deckendekoration, also wo eine existierte und nicht durch Bewohnung durch Kopten verrußt ist.

Deckendekoration im Grab von Renni (EK7) in el-Kab
Deckendekoration im Grab von Renni (EK7) in el-Kab

Alles klar. Dann zurück zum Schiff.

Ich bin als letzter wieder auf dem Schiff. Es ist jetzt etwa 10 nach 10. Dann können wir ja weiter nach Kom Ombo. Fahrzeit: 8 Stunden oder so.


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Abend 4: Kom Ombo – Doppelt der Doppeltempel

Nein, ich habe nicht getrunken und sehe doppelt. Das ist nur der einzige Programmpunkt der organisierten Reise, den ich schon kenne. Mal schauen, was es Neues gibt.

geschrieben von Janni Montag, 5. Januar 2026 um 20:45 Uhr

Dieser Post entstand nicht taggleich.


Bevor es um 19 Uhr losgeht, möchte ich zuckerfreie Kola kaufen. Nachdem wir angelegt haben (gegen 17:45), laufe ich direkt von Bord. „Hey, du brauchst eine Landgangkarte“, meint einer von der Besatzung an Land. Das Problem: Dafür müsste ich aufs Schiff und in der Zwischenzeit haben so viele weitere Schiffe in zweiter Reihe gehalten, dass der Strom von Gästen auf der schmalen Gangway nicht mehr abreißt. Irgendwann gehen zwei andere Leute aufs Schiff, für die der Strom angehalten wird, und ich husche hinterher. Die beiden Schiffe vor am Anleger haben beide jeweils ein Schiff, das in achter(!) Reihe hält. Wer sich auf den zweien für Nilkreuzfahrtschiffe interessiert, hätte seinen Spaß bei den sieben, die er sieht. Nilkreuzfahrtschiffe haben alle die gleichen Maße (70 lang, 14 breit, 14 hoch (in Esna lag jedoch eins neben uns, dem genau ein Deck fehlte), 1,5 Tiefgang) und sind so gebaut, dass das Rezeptionsdeck etwa auf gleicher Höhe ist. Es kommt nicht immer ganz hin, aber dafür haben Menschen Treppchen erfunden.

Mit der Landgangkarte laufe ich dann die Marina/Corniche entlang und prüfe Läden auf zuckerfreie Cola. Da ich keine Cola finde, kaufe ich dann einfach in irgendeinem Laden Wasser, um nicht mit komplett leeren Händen nach Hause zu gehen. Der Ladenbesitzer guckt mich groß an, als ich die Flasche auf den Ladentisch stelle. Ich lege 10 LE hin und das scheint für ihn okay zu sein. Wir sprechen kein Wort.

Doppeltempel von Kom Ombo

Nach dem Abendessen besuchen wir den Doppeltempel von Kom Ombo. Anders als von mir erhofft ist es wieder dunkel, als wir loslaufen, während beim Anlagen noch Restlicht gab.

Ich lasse mir die Nummer vom Guide geben, da ich die Gruppe hier beim letzten Mal zweimal verloren habe. Tatsächlich verliere ich die Gruppe praktisch sofort nach dem Betreten der Stätte (nachdem ich das folgende Bild gemacht habe), aber finde sie nach einigen Minuten selbst wieder.

Doppeltempel von Kom Ombo mit Mond (und Jupiter) – links Horus, rechts Sobek
Doppeltempel von Kom Ombo mit Mond (und Jupiter) – links Horus, rechts Sobek

Der Tempel könnte besser aussehen, aber als man vor 110 Jahren eine Zuckerfabrik gebaut hat, brauchte man halt Baumaterial und hier lag aus unerklärlichen Gründen ganz viel davon rum.

Auffällig ist, dass zwischen den beiden Tempeln keine Mauer besteht. Sobek steht für das Böse, Horus für das Gute (beide können aber mit Seth identifiziert werden), aber man kann jederzeit wechseln.

Horus wird als Falke dargestellt, Sobek als Krokodil. Warum Krokodil? Weil man das Nilhochwasser anhand der Krokodile einer nahen Sandbank vorhersagen konnte. Die haben ihre Eier immer nur so hoch wie nötig vergraben, dass sie nicht von der nächsten (jährlichen) Nilflut erwischt werden. Wie sie das gemacht haben, weiß man nicht. So wusste man aber auf jeden Fall, wie viel fruchtbarer Schlamm kommen wird.

Taufe durch Thot und Horus im Doppeltempel von Kom Ombo
Taufe durch Thot und Horus im Doppeltempel von Kom Ombo
Krönung Ptolemaios’ VIII. zum König im Doppeltempel von Kom Ombo
Krönung Ptolemaios’ VIII. zum König im Doppeltempel von Kom Ombo

Falls ihr euch fragt, was es mit den Bauchnabeln auf sich hat: Die galten bei Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit und werden daher so groß dargestellt.

Isis in Geburtsstellung im Doppeltempel von Kom Ombo
Isis in Geburtsstellung im Doppeltempel von Kom Ombo

Groß angekündigt im Programm wurde das Ärzterelief. Das sieht so aus:

„Ärtzerelief“ im Doppeltempel von Kom Ombo
„Ärtzerelief“ im Doppeltempel von Kom Ombo

Nein, da fehlt oben nichts. Also zumindest nicht von mir. Groß gezeigt wird Kaiser Hadrian. Rechts davon sieht man Isis, die mit Horus schwanger ist, und Neftis, die mit Anubis schwanger ist. Rechts daneben sieht man allerhand Utensilien, die sich seither kaum verändert haben.

Obwohl es im Programm ausdrücklich als wenig bekannt bezeichnet wird, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir das beim letzten Mal bereits groß bequatscht haben. Leider existieren davon keine schriftlichen Aufzeichnungen (weil ich die Gruppe so oft verloren habe) und die Bilder habe ich gerade nicht zur Hand.

Wir schauen noch kurz beim Nilometer vorbei – anders als beim letzten Mal ist ein paar handbreit Wasser drin.

Im Doppeltempel von Kom Ombo
Im Doppeltempel von Kom Ombo

Dann gibt es Foto-Freizeit und wer will, kann noch ins Krokodilmuseum. Ich finde aber im Krokodilmuseum nichts Neues, über das ich schreiben möchte.

Garantiert originale Shirts im garantiert originalen Lidl am Anleger in Kom Ombo
Garantiert originale Shirts im garantiert originalen Lidl am Anleger in Kom Ombo

Um 20:30 geht es zurück zum Schiff, das um 21:00 Uhr ablegt. Die meisten anderen Schiffe sind schon lange weg, sodass mir das folgende, seltene Bild gelingt:

Doppeltempel von Kom Ombo, vom Wasser aus gesehen
Doppeltempel von Kom Ombo, vom Wasser aus gesehen


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Tag 5: Assuan (Botanischer Garten, Nubisches Dorf Koti, Elephantine, Symposium/Sculpture Museum) – Inselhüpfen auf den Spuren den Wiedehopfs

Lord Kitchener, Elephantine, Essa – wir besuchen die Nilinseln in Assuan. Und danach gibt es noch ein paar Granitskulpturen.

geschrieben von Janni Montag, 5. Januar 2026 um 21:09 Uhr

Dieser Post entstand taggleich.


Alle mollig warm angezogen. Janni im T-Shirt. Indianer kennen keinen Schmerz. Janni kennt keine Kälte.

Da wir heute den ganzen Tag in Assuan sind (und morgen auch noch bis halb 15), kriegen wir keine Landgang-Karten.

Wir fahren mit einer Felluke, einem kleinen Segelboot, zur Lord-Kitchener-Insel (eigentlich Dschasirat an-Nabatat „Insel der Pflanzen“). Ja, wir segeln (bis auf wenige Sekunden fürs Ablegen vom Anleger für Nilkreuzfahrtschiffe, wo wir gezogen werden). Das kleine Boot schafft 5 km/h flussaufwärts. Und unser Kreuzfahrtschiff schafft 9 km/h. Merkste selbst.

Blick vom Nil auf die Dünen bei Assuan: Um Assuan endet er fruchtbare Bereich um den Nil bereits sehr schnell, wohl weil der Nil hier in einem Dünen-Tal liegt. Und ja, unten rechts ist ein Mensch zu sehen.
Blick vom Nil auf die Dünen bei Assuan: Um Assuan endet er fruchtbare Bereich um den Nil bereits sehr schnell, wohl weil der Nil hier in einem Dünen-Tal liegt. Und ja, unten rechts ist ein Mensch zu sehen.

Ich bin mir zuerst nicht sicher, warum ich die Lange Anna 2 mitgenommen habe. Brauche ich das Supertele? Ja, offenbar schon:

Spornkiebitz
Spornkiebitz
Lachmöwe schaut nach unten
„Füße noch dran?“, „Scheiße, ist das hoch!“ oder „Mir ist übel, der Fisch war wohl doch schlecht!“ – heute ist Gegenteiltag und wir lachen über Lachmöwen

Die meisten Bilder hiernach stammen jedoch vom deutlich kleineren Superzoom.

Aswan Botanical Garden

Aswan Botanical Garden
Aswan Botanical Garden

Unser Guide Farrag erzählt: Aus kommunistischen Zeiten (wozu er auch Mubarak zählt), wo jeder Arbeit bekommen hat, sind hier 80 Leute angestellt. Arbeiten tun nur 10. Die restlichen kommen zum Plaudern. Der Garten könnte durchaus sauberer sein, insbesondere der Südteil und der Teil auf den Felsen jenseits der nur kniehohen Begrenzungsmauer des Gartens.

Wiedehopf im Botanischen Garten von Assuan
Wiedehopf im Botanischen Garten von Assuan

„Der Wiedehopf hat mehr für die Sauberkeit getan als die“, meint jemand aus der Gruppe.

Wiedehopf in Drohhaltung
Ist ja okay, wir bezeichnen dich nicht mehr als billige Arbeitskraft.

Die Botanik interessiert mich eigentlich nicht so. Ich kann auch nicht über jede Pflanze bloggen, die wir sehen.

Kuhrreiher im Botanischen Garten von Assuan
Kuhrreiher im Botanischen Garten von Assuan

Durch seine Lage auf seiner eigenen Insel bietet der botanische Garten aber einige schöne Ausblicke.

Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles) in Assuan
Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles) in Assuan

Wir haben eine Stunde Zeit, sind aber, inkl. mir, bereits 10 Minuten vorher fertig. Na dann rüber nach Elephantine.

Koti

Aga-Khan-Mausoleum in Assuan
Aga-Khan-Mausoleum in Assuan

Koti ist ein Ort, der durch Zwangsumsiedlung von Nubiern entstanden ist, als der Assuan-Staudamm gebaut wurde. Die Häuser wirken ungepflegt, aber das ist andernorts in Ägypten auch nie besser.

Straße in Koti auf Elephantine in Assuan
Straße in Koti auf Elephantine in Assuan

Eigentlich war Elephantine eine Insel der Könige. Und so steckt dort auch noch eine Statue von Amenophis III. (Amenhotep III.) einfach so mitten in der Straße.

Statue von Amenophis III. auf einer Straße in Koti auf Elephantine in Assuan
Statue von Amenophis III. auf einer Straße in Koti auf Elephantine in Assuan
Katze in Koti auf Elephantine in Assuan
Katze in Koti auf Elephantine in Assuan
Eine schönere Stelle in Koti auf Elephantine in Assuan
Eine schönere Stelle in Koti auf Elephantine in Assuan

Wir gehen zu einem Café (Nubian Coffee Shop). Zwei aus der Gruppe kennen es. Wir laufen auf die Dachterrasse, wo es natürlich auch wieder Souvenirs zu kaufen gibt. „Das ist nicht gut.“, meint unter Guide, „Das sind zwei Männer ohne Frauen. Das kann nicht sauber sein.“ (Mitreisende der Memnon-Gruppe merkten später an, dass die Schiffs-Crew auch nur aus Männern bestehe.)

Elephantine

Die Statue ist nur ein Vorgeschmack auf die offizielle Ausgrabung hier. Eine deutsche Delegation gräbt hier auch aktuell immer noch aus. Das Highlight steht direkt am Eingang: Der Satet-Tempel. Erhaltungszustand eher so lala – da schon viel ergänzt worden, mehr als die Hälfte.

Satet-Tempel von Elephantine in Assuan
Satet-Tempel von Elephantine in Assuan
Relief im Satet-Tempel von Elephantine in Assuan
Relief im Satet-Tempel von Elephantine in Assuan
Elephantine-Ausgrabung in Assuan
Elephantine-Ausgrabung in Assuan

Man schätzt, dass nur etwa 30% der antiken Stätten Ägyptens bereits ausgegraben wurden.

Wie in Kom Ombo ist auch hier ein Museum im Preis enthalten. Es heißt einfach nur Assuan-Museum, ist etwas kleiner als das ohnehin schon kleine Museum in Kom Ombo und enthält einige Funde aus Elephantine.

Stück einer Töpferware aus Elephantine im Assuan-Museum
Stück einer Töpferware aus Elephantine im Assuan-Museum
Der wahrscheinlich erste Ehevertrag der Welt im Assuan-Museum stammt aus der Mitte des 4. Jh. v.Chr.
Der wahrscheinlich erste Ehevertrag der Welt im Assuan-Museum stammt aus der Mitte des 4. Jh. v.Chr.

Jetzt geht’s zum Mittagessen ins Restaurant Dokka, das wieder auf einer anderen Insel liegt. Wie auch unsere letzte und die nächste Bootsfahrt erfolgt sie mit einem Motorboot.

Sofitel Legend Old Cataract Hotel, hier schrieb Agatha Christie den Tod auf dem Nil, hier spielt er und hier wurde er auch verfilmt
Sofitel Legend Old Cataract Hotel, hier schrieb Agatha Christie den Tod auf dem Nil, hier spielt er und hier wurde er auch verfilmt

Das Essen im Restaurant ist jetzt nicht so gut. Es sei wohl von Phoenix Reise vorgegeben worden. Schiff wäre besser gewesen, meint der Guide.

Dann geht es mit dem Boot zum Festland und von dort weiter zum Symposium.

Symposium (Aswan Sculpture Museum)

Ich hielt das zunächst für eine Butterfahrt, aber im Symposium kann man nichts kaufen. Und Eintritt kostet es auch nicht. Es ist einfach ein Ort, an dem Granitskulpturen verschiedener Künstler stehen, wobei weder Künstler- noch Werkname dran zu stehen scheint. Es gibt dort aber Angestellte. Alles sehr seltsam.

Wäscheklammer
Wäscheklammer
Erdnuss
Erdnuss

Ansonsten faszinieren mich eher die zwei über uns fliegenden Europäischen Schwarzmilane.

Europäischer Schwarzmilan in Assuan
Europäischer Schwarzmilan in Assuan

Gegen 14 geht es zurück aufs Schiff.


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Ägypten II Nachmittag 5: Assuan (Isis-Tempel, Unvollendeter Obelisk) – Bonusprogramm

Zwei Stunden Pause vom offiziellen Programm – Zeit fürs Janni-Programm (das einzige Bonusprogramm ohne Datensammelkrake!)

geschrieben von Janni Montag, 5. Januar 2026 um 21:16 Uhr

Dieser Post entstand taggleich.


Isis-Tempel

In Assuan gibt es zwei Isis-Tempel. Der wesentlich bekanntere ist besser unter dem Namen Philae bekannt, wobei der Name falsch ist, da Philae untergegangen ist und der bereits abgesoffene Tempel auf die Insel Agilkia verlegt wurde.

Ich schaue mir den wenig bekannten in der Innenstadt an. Vom Schiff ist man in 20 Minuten da. Es handelt sich um einen eher kleinen Tempel. Ich glaube, ich bin der erste heute, da für mich auf- aber nicht wieder abgeschlossen wird. Ein Wächter begleitet mich.

Im Isis-Tempel in Assuan
Im Isis-Tempel in Assuan
Relief im Isis-Tempel in Assuan
Relief im Isis-Tempel in Assuan

Es existiert ein wenig interessanter Hauptraum (auf dem ersten Bild zu sehen). Die Nebenräume links und rechts sind komplett undekoriert. Vom rechten existiert einen Durchbruch in den mittleren.

Einige Ruinen von Lehmziegelbauten gehören ebenfalls zur Anlage.

Isis-Tempel in Assuan
Isis-Tempel in Assuan

Gut, dann zum Einkaufen. Dabei komme ich erneut an einem Wiedehopf auf einer Verkehrsinsel vorbei, und einem Schild, auf dem „Unvollendeter Obelisk 1500 Meter“ steht. Ich schaue auf Google Maps: 750 Meter. Na gut, dann mitten durch sie Slums. Sogar noch etwas mehr als nötig, denn die Markierung in Google Maps ist falsch. Der Eingang ist an der Hauptstraße. Die Kinder im Slum wissen Bescheid.

Unvollendeter Obelisk

Der unvollendete Obelisk ist 41,75 Meter lang mit einer Querschnitt von 4,2×4,2. Macht über 1.000 Tonnen und damit den schwersten Obelisken. Wären die Arbeiten nicht abgebrochen worden, wahrscheinlich wegen der Risse. Die Entstehungzeit ist unbekannt.

Unvollendeter Obelisk von Assuan, von unten gesehen
Unvollendeter Obelisk von Assuan, von unten gesehen
Unvollendeter Obelisk von Assuan, von oben gesehen
Unvollendeter Obelisk von Assuan, von oben gesehen

Damit habe ich übrigens jetzt das Memnon-Programm komplett, denn der Unvollendete Obelisk ist der einzige Programmpunkt (heute der erste), den wir damals nicht hatten. Dafür hatten wir in meiner ersten Nilkreuzfahrt Abu Simbel inkludiert, was hier 110 Euro pro Nase extra kostet. Zum Vergleich meine damalige Nilkreuzfahrt: 4 Tage, 3 Nächte, 490 Euro Einzelkabine Vollpension inkl. Ausflüge, inkl. Abu Simbel, exkl. Ballon (kostete damals mit 60 USD deutlich weniger als die Hälfte von den 130 EUro, die die Leute hier bezahlen), exkl. Eintritte.

Janni versucht, Cola zu kaufen

Ich laufe zum Carrefour. Das ist eine Supermarktkette. Er liegt nahe am Hotel, wo wir uns gleich treffen wollen. Auf dem Weg komme ich auch am Hotel vorbei. So sehe ich, dass auch hier der Eingang auf Google Maps an der falschen Straße liegt.

Es gibt dort nur eine einzige Art von Erfrischungsgetränk: Zitronenlimonade. Dafür aber auch eine Seite eines kompletten Gangs nur damit in etlichen Sorten: Sprite, 7-up, als Import auf Saudi-Arabien, ... Cola oder Orangenlimo haben sie nicht.

Sprite wurde – wie auch Fanta – in Deutschland erfunden und hieß ursprünglich Fanta Klare Zitrone.


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Abend 5: Hotel Basma Assuan – Ausnahme-Tea-Time

Ausnahmsweise im Basma-Hotel und außergewöhnlich gutes Ausblick auf Assuan

geschrieben von Janni Montag, 5. Januar 2026 um 21:22 Uhr

Dieser Post entstand taggleich.


Nur „in Ausnahmefällen im Hotel Basma“ (Phoenix-Programm) findet unser High Tea bei Sonnenuntergang statt. (Gerüchten zufolge wurde es dauerhaft wegen des hohen Preises gestrichen.) Es dauert ein bisschen, bis ich die Gruppe findet, aber das Hotelpersonal ist mir behilflich. Eigentlich soll es in im Old Cataract stattfinden. Kurzer Preisvergleich auf Google: Die Nacht im Old Cataract kostet mindestens 1000 Euro, im Basma könnte ich auch heute noch für 75 Euro pennen, da das Hotel wie so oft fast leer ist (die Bewetungen sind aber auch nicht so der Knaller). Aber Unterkunft habe ich ja und so sind wir nur zum Tee hier. Bzw. ein anderes Heißgetränk (Kakao geht auch). Dazu gibt es Schnittchen, kleine Kuchen und diverse Früchte.

Ausblick vom Café Blue River das Basma-Hotels in Assuan
Ausblick vom Café Blue River das Basma-Hotels in Assuan

Ich bin traurig, dass man von unserem Tee-Platz, dem Hotelcafé Blue River den Sonnenuntergang nicht sehen wird. Das Hotelpersonal lässt uns aber nach ganz oben zum Poolbereich der exklusivsten Zimmer. Von dort aus passt es dann.

Sonnenuntergang bei Assuan, gesehen vom Basma-Hotel in Assuan
Sonnenuntergang bei Assuan, gesehen vom Basma-Hotel in Assuan

Erstmals sind heute auch ein paar lockere Wolken am Himmel. Das macht Bilder interessanter.

Da es der private Pool ist, meint unser Guide, wir müssen spätestens 10 Minuten nach Sonnenuntergang runter. Aber das Hotelpersonal hat nichts dagegen, dass ich bleibe. Die anderen fahren also ohne mich wieder zum Schiff und von da zum Gewürzmarkt.

Blaue Stunde in Assuan, gesehen vom Basma-Hotel
Blaue Stunde in Assuan, gesehen vom Basma-Hotel

Janni kauft Kola

Jetzt kommt das Highlight des Tages. Ich möchte auf dem Weg vom Hotel zurück zum Schiff zuckerfreie Kola kaufen. Das ist nicht so einfach. Beim Mittagessen habe ich herausbekommen, dass auf Flaschen üblicherweise das Produktionsdatum aufgedruckt ist. Dadurch kann ich mich, anders als gestern bei einer ähnlichen Aktion in Kom Ombo, nicht mehr blamieren.

Ich gehe in einen Laden, wo ich von außen sehe, dass die Diet Pepsi haben.

Ich: Was kostet das?
Ladenbesitzer: 90 LE.
Ich: Zu viel. Was ist, wenn ich zwei kaufe?
Ladenbesitzer: 150 LE.
Ich: 100 LE für zwei.
Ladenbesitzer: Nein, jetzt mal ehrlich.
Ich: In Luxor habe ich 35 bezahlt für genau die Sorte in der Größe.
Ladebesitzer: Dann war’s abgelaufen.
Ich: Und hier?
Ladenbesitzer: Hier steht Produktionsdatum September 2025, dann 1 Jahr haltbar.
(Ich mache eine Flasche auf und probiere.)
Ich: 200 für vier?
(Ich mache die Flasche nochmal auf und probiere.)
Ladenbesitzer: 220.
(Ich lege 210 LE auf den Tisch.)
Ladenbesitzer: Da fehlen noch 10. Aber lass mich auch mal probieren.
(Der Ladenbesitzer sagt seinem Bediensteten, dass er eine Tasse holen soll. Ich suche eine ungeöffnete Flasche aus den zwei Tüten, in denen ich die vier Flaschen inzwischen bekommen habe, und mache ihm seine offenbar frisch gewaschene mittelgroße Glastasse ganz voll. Der Ladenbesitzer trinkt die Tasse aus.)
Ladenbesitzer: Schmeckt gut.
(Der Ladenbesitzer realisiert, dass er von mir nicht mehr als 210 LE kriegt und ich ziehe grinsend vondannen.)

Allein das war’s schon wieder wert, denke ich mir.

Später fehlt mir ein, dass ich ihm nach dem Einschenken hätte sagen sollen: „Und jetzt bitte 95 LE, so viel kostet das bei uns auf dem Schiff.“


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Vormittag 6: Deir Anba Hadra (Simeonskloster) Assuan – Kleine Wüstenwanderung

Sonst haben die Kopten immer historisches Erbe zerstört, aber in diesem Fall wurde ihr Kloster von den Arabern zerstört. Wir schauen uns die Ruinen an.

geschrieben von Janni Dienstag, 6. Januar 2026 um 21:32 Uhr

Dieser Post entstand taggleich.


9 Uhr Abfahrt mit dem Boot. 9 Uhr ist Luxus. Die meisten anderen sind heute schon um halb 5 los nach Abu Simbel. Ich nicht, denn ich war 2023 schon da. Die 110 Euro, die Phoenix dafür möchte, sind auch ganz schön heftig. Aus Gruppe Seth fährt auch niemand mit, denn ansonsten hätte man den Ausflug zum Simeonskloster nicht. Memnon hätte ohne Abu Simbel aber heute gar kein Programm.

Unterwegs sagt mir der Guide, der offenbar wegen gestern weiß, dass ich mir gerne viel ansehe, er könne mich auf dem Rückweg bei den Gräbern der Adligen (Qubbet el-Hawa „Kuppel des Windes“) rauslassen. Das passt gut, denn die fehlen mir noch.

Deir Anba Hadra (Simeonskloster)

Simeonskloster
Simeonskloster

Wir steigen direkt rechts neben dem Anwesen von Aga Khan III. aus, in dem nach einem Tod vor einem halben Jahr jetzt seine Frau Brigitte alleine wohnt. Von dort gibt es zwei Optionen: Kamel und zu Fuß. Ich gehe als einziger (außer dem Guide) zu Fuß. Die anderen fünf reiten. Der siebte Teilnehmer ist, wie bisher bei allen Ausflügen außer Kom Ombo, nicht dabei.

Wanderung zum Simeonskloster
Wanderung zum Simeonskloster

Weit ist der Weg nicht – die Gehzeit beträgt lediglich 10 Minuten.

„Simeonskloster“ ist eigentlich falsch. Der offizielle Name lautet Deir Anba Hadra. Anba Hadra war Einsiedler und später Bischof des heutigen Assuan. Die Anlage wure 571 erbaut und der koptische Heilige Simon der Geber/Schuhmacher lebte erst Ende des 10. Jahrhunderts. Das Kloster wurde 1321 von den Arabern zerstört, aufgegeben und nicht wieder aufgebaut. Es befindet sich jedoch ein neues Kloster direkt daneben, das den gleichen Namen trägt, zu dem man aber sehr wenig im Internet findet.

Untere Ebene des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan
Untere Ebene des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan
Dreischiffige Basilika des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan
Dreischiffige Basilika des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan

Die Ruine wird, da das Kloster aus ungebrannten Nilschlammziegeln errichtet wurde, bei Regen beschädigt. Die auf dem Bild an den Wänden sichtbaren „Schlammschäden“ an der Basilika stammen von einem starken Regen aus dem Jahr 2021. Es regnet in der Region etwa einmal alle 5 Jahre.

Wir gehen in einen Nebenraum der Basilika, der Grotte genannt wird und zahlreiche Heiligenbilder in sehr schlechtem Zustand enthält. Gemäß einem koptischen Ritus schreiben die Leute Wünsche auf Zettel, falten sie und stecken sie hier in die Ritzen der Wand.

Stark beschädigte Heiligenbilder im Simeonskloster (Deir Anba Hadra) in Assuan
Stark beschädigte Heiligenbilder im Simeonskloster (Deir Anba Hadra) in Assuan

Wir dürfen – wobei, „dürfen“ ist das falsche Wort – uns noch die Beichtkammer hinter dem Naos ansehen. Dann geht es auf die obere Ebene.

Zellengang des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan
Zellengang des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan

Die Zellen dienten durchziehenden Gästen als Nachtquartier. Entsprechend finden sich dort zahlreiche Graffitis. In der Nähe befindet sich auch die Küche. Anschließend gehen wir noch weiter im oberen Teil herum.

Oberer Teil des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan
Oberer Teil des Simeonsklosters (Deir Anba Hadra) in Assuan

Nach nicht mal einer Stunde ziehen wir auch schon wieder vondannen.

Blick vom neuen Kloster Anba Hadra auf Assuan
Blick vom neuen Kloster Anba Hadra auf Assuan


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Ägypten II Mittag 6: Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles) Assuan – Die Kuppel des Windes

Wenn der Guide nach wenigen Tagen weiß, was du willst...

geschrieben von Janni Dienstag, 6. Januar 2026 um 22:00 Uhr

Dieser Post entstand taggleich.


Ich werde um 11:05 wie vom Guide vorgeschlagen bei den Gräbern der hohen Beamten von Elephantine (Tombs of the Nobles) rausgelassen. Sie gehören seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Nubische Denkmäler von Abu Simbel bis Philae“ – ist aber weder nubisch noch zwischen Abu Simbel und Philae.

Eigentlich habe ich mich gefragt, warum ich schon wieder Die Lange Anna 2 dabei habe. Aber dann setzt sich auf den Zaun ein Spint (Bienenfresser) und die Frage ist geklärt.

Bronzescheitel-Smaragdspint auf dem Zaun von Qubbet el-Hawa in Assuan
Bronzescheitel-Smaragdspint auf dem Zaun von Qubbet el-Hawa in Assuan

Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles)

Weniger bekannte Sehenswürdigkeiten in Ägypten haben keine eigenen Eintrittstickets. Man kriegt dann ein Ticket aus der Nähe:

  • el-Kab: Edfu-Tempel (Erwachsener)
  • Elephantine: Philae (Einheimischer/blau)
  • Unvollendeter Obelisk: Philae (Einheimischer/blau) und zusätzlich so ein typisches QR-Ticket
  • Simeonskloster: Philae (Student)
  • Qubbet el-Hawa: Philae (Erwachsener) und zusätzlich Philae (Einheimischer Student/grau)

Ich habe jetzt fünf Philae-Tickets (davon vier veschiedene), obwohl ich nicht einmal in Philae war. Für den Isis-Tempel gab’s übrigens gar kein Ticket.

Weg zu Qubbet el-Hawa
Weg zu Qubbet el-Hawa

Ich bekomme eine Führung, für die ich später 200 LE gebe.

QH31 (Sarenput II., auch Sirenput II.)

Sarenput II. war ein Bürgermeister, der laut dem Schild am Eingang des Grabes von 1971 bis 1928 v.Chr. lebte. Er soll Zeitgenosse von König Amenemhet II. gewesen sein, was aber mit den Jahreszahlen nicht ganz hinkommt.

Und Zack, erstmal Stromausfall. Während es auch in KV17 während meines Aufenthalts zwei Stromausfälle für jeweils Sekundenbruchteile gab, dauert der hier einige Minuten.

Grab von Sarenput II. (QH31) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Grab von Sarenput II. (QH31) in Qubbet el-Hawa in Assuan

Das abgesperrte rechts ist übrigens der Opfertisch.

Sarenput II. mit Sohn (links) in seinem Grab (QH31) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Sarenput II. mit Sohn (links) in seinem Grab (QH31) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Sarenput II. (ganz links und ganz rechts) und seine Frau (rechts in gelb) in der Hauptkultnische seines Grabes (QH31) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Sarenput II. (ganz links und ganz rechts) und seine Frau (rechts in gelb) in der Hauptkultnische seines Grabes (QH31) in Qubbet el-Hawa in Assuan

Irgendwie erinnert mich das Grab an Abu Simbel.

QH30b (Anch-nef-itef)

Das Gebiet heißt zwar Gräber der Noblen, aber auch einige nicht ganz so hohe Leute sind hier begraben. Mann erkennt das sofort an den niedrigeren Eingängen. Hier ist ein Beispiel:

Grab von Anch-nef-itef (QH30b) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Grab von Anch-nef-itef (QH30b) in Qubbet el-Hawa in Assuan

QH30 (Hekaib)

Das Grab QH30 ist wieder etwas größer, aber geschlossen. Man kann durch die Tür schauen:

Grab von Hekaib (QH30) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Grab von Hekaib (QH30) in Qubbet el-Hawa in Assuan

QH25 (Mechu) und QH26 (Sabni)

Mechu ist der Vater von Sabni. Beides sind Bürgermeister. Mechu war zudem „Vorsteher der Fremdländer“ und führte Expeditionen nach Nubien durch. Auf einer davon starb er. Sein Sohn startete einen Suchtrupp und barg den Vater.

Wandbild von Sabni in seinem Grab (QH26) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Wandbild von Sabni in seinem Grab (QH26) in Qubbet el-Hawa in Assuan

Beide Gräber gehören jeweils zu den größten und gehen nahtlos ineinander über. Aufgrund der Größe haben sie auch zahlreiche Säulen.

Blick vom Grab von Sabni (QH26) zum Grab von Mechu (QH25) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Blick vom Grab von Sabni (QH26) zum Grab von Mechu (QH25) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Hauptkultnische im Grab von Mechu (QH25) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Hauptkultnische im Grab von Mechu (QH25) in Qubbet el-Hawa in Assuan
Dieses Relief von Mechu (rechts) in seinem Grab (QH25) in Qubbet el-Hawa in Assuan zeigt, dass er nicht mehr richtig laufen konnte
Dieses Relief von Mechu (rechts) in seinem Grab (QH25) in Qubbet el-Hawa in Assuan zeigt, dass er nicht mehr richtig laufen konnte

Da die beiden Gräber jeweils eine eigene Treppe vom Nil herauf haben, geht man davon aus, dass Mechu und Sabni zu den reichsten hier beigesetzten Personen zählen.

In Qubbet el-Hawa in Assuan, links ist QH30, oben eine Ruine
In Qubbet el-Hawa in Assuan, links ist QH30, oben eine Ruine

Jetzt noch im Schnelldurchgang zwei Gräber, die ich besonders fand:

Im Grab von Chunes (QH34h) in Qubbet el-Hawa in Assuan wurde später von koptischen Mönchen eine koptische Kirche gebaut
Im Grab von Chunes (QH34h) in Qubbet el-Hawa in Assuan wurde später von koptischen Mönchen eine koptische Kirche gebaut

Zum obigen Bild muss man sagen, dass man sehr viele verschiedene Informationen findet, was für Klöster es da gab und wieso. Die Ruine auf dem vorletzten Bild wird mal als römische Festung und mal als irgendein Kloster und mal als Kloster St. Georg bezeichnet, wobei letzteres auch auf das letzte Bild bezogen wird. Angeblich soll es auch noch ein weiteres Kloster St. Antonius geben. Es ist kompliziert.

Das Grab von Her-chuf (QH34n) in Qubbet el-Hawa in Assuan weist zwei lange Stollen/Schächte auf und ist vermutlich das älteste
Das Grab von Her-chuf (QH34n) in Qubbet el-Hawa in Assuan weist zwei lange Stollen/Schächte auf und ist vermutlich das älteste

Und warum heißt das jetzt hier Qubbet el-Hawa „Kuppel des Windes“? Das liegt daran, dass oben drauf das Mausoleum von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa steht, das wie eine Kuppel aussieht. Die Lebensdaten des Scheichs konnte ich spontan nicht finden.

Mausoleum von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa: Qubbet el-Hawa in Assuan
Mausoleum von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa: Qubbet el-Hawa in Assuan
Blick unters Dach des Mausoleums von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa
Blick unters Dach des Mausoleums von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa
Blick vom Mausoleums von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa nach Norden
Blick vom Mausoleums von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa nach Norden

Nun geht’s zurück zum Schiff auf die andere Seite des Nils. Wie abgemacht ist unser Boot von heute Morgen um 12:30 da. Ich auch.


Mittagessen ist heute erst um 14, weil zu der Zeit die Abu-Simbel-Gruppe zurückerwartet wird. Sie braucht aber etwas länger. Wir legen dann gegen 20 vor 15 ab. Flussabwärts schafft das Schiff immerhin 15 km/h.

Um 16 Uhr ist wieder Tea-Time auf dem Sonnendeck. Es gibt heute Pfannkuchen. Sie sind kalt, während die Schmalzkuchen in den Tagen davor frisch gebacken wurden.


Abendessen ist heute ägyptischer Art. Ich finde es aber nicht so gut.

Um 21 ist ägyptischer Abend. Man sollte als Ägypter verkleidet kommen – ich habe eine Ausrede: Handgepäck. Der Rest nicht, aber trotzdem ist keiner verkleidet.

Einer vom Schiff kündigt dann zwei „Spiele“ an:

  • Tanzen. Freiwillige: 0.
  • Bauchtanz: Freiwillige: 0.

Abend nach fünf Minuten vorbei.

Nicht ganz, es kommt dann noch die Führerin einer der Memnon-Gruppen als Modetorin. Es findet sich eine handvoll Paare, die tanzen und sich danach mit Klopapier mummifizieren wollen. Preis ist jeweils ein Cocktail.

Um 21:25 ist die Action vorbei. Es läuft noch bis 22 Musik, dann ist Ende. Wir laufen Edfu an, um unseren Reiseleiter Mohamed aufzusammeln, der hier eine Prüfung für Ägyptologie hatte, damit er irgendwann auch Reiseführer sein kann.


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Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Morgen 7: Chnum-Tempel von Esna, Esna-Schleuse – Auf dem Weg nach unten

Erst geht’s zum Chnum-Tempel 9 Meter runter, dann in der Esna-Schleuse nochmal ca. 6 Meter. Und mit uns unterwegs: Bis zu 5 Boote als Trittbrettfahrer.

geschrieben von Janni Dienstag, 6. Januar 2026 um 22:14 Uhr

Nachts hat unser Schiff in Esna angelegt. Ich bin davon aufgewacht, da ich mein Fenster offengelassen habe. Dies ist jedoch die einzige Anlegestelle links des Nils und zudem halten wir in der zweiten Reihe (hinter der M/S Emilio), sodass die Luft entsprechend schlecht wurde. Also kurz die Klima an und dann weiterschlafen. Die Klima hat leider nur an oder aus (es gibt zwar mehr Stufen, aber 1 ist wie 0, und 2 ist wie 3) und ohne Clima wird es nach etwa 4 Stunden sehr warm in der Kabine, obwohl es draußen nur um die 10 Grad ist.


Chnum-Tempel von Esna

Um 7 Uhr geht es los zum Chnum-Tempel. Das ist nur ein Katzensprung vom Anleger entfernt, nur etwas weiter als in Kom Ombo.

„Schiefer Turm von Esna“ – Das Minarett der al-Amari-Moschee ist um etwa 3,5° geneigt (zum Vergleich: Pisa knapp 4°)
„Schiefer Turm von Esna“ – Das Minarett der al-Amari-Moschee ist um etwa 3,5° geneigt (zum Vergleich: Pisa knapp 4°)

Der Chnum-Tempel liegt etwa 9 Meter unter dem heutigen Straßenniveau im Nilschlamm. Er ist relativ kürzlich restauriert und geöffnet worden, wobei Arbeiten weiterhin anhalten. Große Teile der Innenstadt von Esna liegen über ihm und müssen dann wohl früher oder später weichen (inkl. der hinter dem Tempel liegenden Moschee).

Grabungsarbeiten beim Chnum-Tempel in Esna
Grabungsarbeiten beim Chnum-Tempel in Esna

Stolz ist man im Tempel über den Erhaltungszustand der Farben, auch außen.

Kapitel der rechten Säule des Chnum-Tempels von Esna
Kapitel der rechten Säule des Chnum-Tempels von Esna

Auch in der ägyptischen Mythologie gab es eine Art Dreifaltigkeit, bestehend aus dem Vater, dem Sohn und ... der Mutter. Chnum ist jedoch der einzige kinderlose Schutzgott. Dementsprechend fehlt Esna ein Gott.

Der Tempel ist ein relativ neuer Tempel und stammt aus der Römerzeit. Die Bauzeit war mit 250 Jahren schon recht lang.

Nach einer Version (von dreien) der ägytpischen Schöpfungsgeschichte hat Chnum die Menschen getöpfert. Dies wird im Tempel so dargestelt:

Dieses Relief im Chnum-Tempel von Esna zeigt, wie ein neuer Mensch getöpfert wird
Dieses Relief im Chnum-Tempel von Esna zeigt, wie ein neuer Mensch getöpfert wird

Ich hab’s doch immer gesagt: Der Storch bringt gar nicht die Kinder!

Einige der insgesamt 24 Säulen des Chnum-Tempels von Esna – der Erhaltungszustand der Farben ist sehr gut
Einige der insgesamt 24 Säulen des Chnum-Tempels von Esna – der Erhaltungszustand der Farben ist sehr gut
Decke des Chnum-Tempels von Esna
Decke des Chnum-Tempels von Esna

Wir bekommen ein bisschen Fotofreizeit. Um 8 Uhr aber wieder auf dem Schiff sein, ja?

Linke Seite des Chnum-Tempels von Esna: Cäsar (rechts) packt sich die Feinde beim Schopfe und dann gibt’s mit der Keule eins auf die Nuss
Linke Seite des Chnum-Tempels von Esna: Cäsar (rechts) packt sich die Feinde beim Schopfe und dann gibt’s mit der Keule eins auf die Nuss

Die rechte Seite zeigt exakt dieselben Reliefs, nur spiegelverkehrt, aber die linke kann man von einer Empore mit dem Klo und einer Cafeteria fotografieren, wo sich aber niemand hin verirrt.

Die Führerin einer der Memnon-Gruppen, die gestern auch die Orient-Feier noch (einigermaßen) gerettet hat, hat es nicht eilig und macht noch einen Rundgang durch den nahen Suk.

Chnum-Tempel von Esna
Chnum-Tempel von Esna

Wir treffen auf eine deutsche Frau, die 11 Jahre in Hurghada lebte und jetzt seit 4 Monaten den Laden Senet (ein altägyptisches Würfelspiel) in Esna hat. Sie möchte den hiesigen Frauen das traditionelle Nähen beibringen. In Esna gibt es übrigens bereits ein von Frauen betriebenes Restaurant, Okra.

Suk von Esna
Suk von Esna

Das Schiff vor uns am Anleger, die M/S Emilio, hat sich zwischenzeitlich aus dem Staub gemacht. Am Ausgang stand, dass sie um 8 Uhr ablegt, es war beim Ablegen aber eher 8:15. Unsere H/S Nile Vision muss daher neu anlegen.

H/S Nile Vision
H/S Nile Vision

Esna-Schleuse

Diesmal passieren wir die Schleuse bei Tag. Bei der Passage nach Süden haben wir wohl angeeckt, was einige Passagiere aufgeweckt hat.

Bei meiner letzten Passage nach Norden war es ebenfalls Tag, aber heute sind das erste Schiff in der Schleuse. Hinter uns ist die AmaLilia.

Wir ecken dann bei der Ausfahrt an und der Kapitän muss zurücksetzen.

Aber wer ist eigentlich der Kapitän? Am zweiten Abend an Bord war die Vorstellung der Crew angekündigt. Da das Schiff zu dem Zeitpunkt fuhr, meinte ich „Hoffentlich kommt der Kapitän nicht“ – und er kam doch. Wer auch immer das gefahren ist. Jetzt „verlaufe“ ich mich „aus Versehen“ auf dem Sonnendeck (das Schild „Crew only“ ist bei geöffneter Pforte aber auch wirklich schlecht lesbar) und lande bei der Brücke. Dort werde ich sogar freundlich empfangen und darf ein Selfie mit dem Kapitän machen.

Der Kapitän der H/S Nile Vision sitzt im Schneidersitz auf der Brücke
Der Kapitän der H/S Nile Vision sitzt im Schneidersitz auf der Brücke

Anders als bei meiner letzten Nilkreuzfahrt haben wir diesmal Trittbrettfahrer im Schlepptau. Auf dem Hinweg waren auch schon einzelne dabei. Jetzt haben wir sage und schreibe fünf Boote mit neun Schwarzfahrern, davon ein Boot and einem anderen.

Trittbrettfahrer-Boote am Nilkreuzfahrtschiff
Trittbrettfahrer-Boote am Nilkreuzfahrtschiff

Der Typ im vorderen Boot liegt übrigens drin und spielt am Handy.

Wir kommen vorbei an der JAZ Crown Empress (auch Iberotel Crown Empress) – oder was davon übrig ist. Dort war am 28. Oktober gegen 18:15 Ortszeit ein Feuer im Unterdeck ausgebrochen. Keiner der 220 Passagiere wurde verletzt, aber der drei Crewmitglieder mussten ins Krankenhaus. Der Beschreibung des Ortes des Geschehens im Internet zufolge dürfte das Wrack immer noch da liegen, wo der Kapitän dann aus der Not heraus anlegte.

Wrack der JAZ Crown Empress (auch Iberotel Crown Empress) nördlich von Esna
Wrack der JAZ Crown Empress (auch Iberotel Crown Empress) nördlich von Esna

Etwas südlicher wäre praktischer gewesen, da sind nämlich zwei Nilkreuzfahrtschiffswerften. Zuerst eine für kleinere Dahabiyas:

Dahabiya-Nilkreuzfahrtschiffswerft zwischen Luxor und Esna
Dahabiya-Nilkreuzfahrtschiffswerft zwischen Luxor und Esna

Die andere nur ein kleines Stück flussabwärts macht solche Schiffe zwar auch, vorwiegend aber die Standard-Nilkreuzfahrtschiffe – 70 lang, 14 breit, 14 hoch, 1,5 tief.

Komplettrenovierung eines Nilkreuzfahrschiffs in einer Werft zwischen Luxor und Esna
Komplettrenovierung eines Nilkreuzfahrschiffs in einer Werft zwischen Luxor und Esna

Als ich später wieder auf meinem Zimmer bin, sehe ich an der neuen Anlagestelle einige Kilometer südlich von Luxor die Princess Sarah anlegen, mein Schiff vom letzten Mal. Es gibt sie also immer noch. Es ist nicht wirklich was los da, ich vermute sie kommt von einer Tour und macht jetzt Pause. Allerdings haben wir auch schon in Kom Ombo festgestellt, dass viele Nilkreuzfahrtschiffe mit sehr geringer Auslastung unterwegs sind. Ist jetzt umwelttechnisch und wirtschaftlich nicht so geil. Wobei wir mit Umwelt am besten gar nicht erst anfangen.


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