Vermischtes VW e-up! vs. Škoda Citigo e iV vs. Seat Mii electric

Janni kauft sich ein Elektroauto.

geschrieben von Janni Montag, 17. August 2020 um 23:09 Uhr

Eine Eigenart meines Blogs ist, dass ich außerhalb meiner Reisen auch gern mal über alles blogge, was mir gerade so durch die Birne schwirrt. Und das wird sich diese Woche vermutlich ganz besonders zeigen. Los geht’s mit E-Autos.


Ich will seit langem ein kleines Elektroauto haben, eigentlich immer den Škoda Citigo e. Jetzt mit der neuen Prämie, die bis 31.12.2021 gezahlt wird, finde ich das auch wirtschaftlich sinnvoll. Meine aktuelle Karre hat noch bis Februar 2022 TÜV, da dachte ich, ich sollte es vielleicht nicht zu früh machen. Sonnabend ist mir aber aufgefallen, dass es vielleicht schon zu spät ist, wenn man jetzt noch bis 31.12.2021 ein kleines Elektroauto haben will. Sozusagen das Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen – aber trotzdem elektrisch fahren wollen.

Prinzipiell gibt es in dem Bereich, den ich zu zahlen bereit bin, nur das Dreigestirn aus dem VW-Konzern. Die technischen Daten sind fast gleich, sodass einige Nutzer die drei einfach nur als Upmigo bezeichnen. Unterschiede finden sich im Detail, besonders in der möglichen Sonderausstattung:

VW e-up!VW e-up! "Style"Škoda Citigoe iV Best ofSeat Mii electricSeat Mii electric Plus
UVP zzgl. Überführung abzgl. Prämie21.421,01 €22.420,16 €24.360,00 €20.202,52 €21.299,16 €
Stahl-Felgen165/70 R 14 grauneinnein165/70 R 14 silbergraunein
Alu-Felgen165/65 R 15 silbergrau +614,12165/65 R 15 silbergrau
185/50 R 16 silber +331,42
185/50 R 16 81H silber
185/50 R 16 81H schwarz
nein185/50 R 16 silber/schwarz
Beschleunigung (0–100 km·h-1)11,9 s12,3 s12,3 s
vmax130 km·h-1130 km·h-1130 km·h-1
Reichweite WLTP258 km252 km259 km251 km
Kopfairbagsjavornevorne
Seitenairbagsvornevornevorne
Höhenverstellung Fahrersitzjajaja
Höhenverstellung BeifahrersitzKomfortpaket +194,96jaEasy Flex-Paket +121,85Easy Flex-Paket +73,11
Rücksitzlehne umklappbarasymmetrisch geteiltgeteiltungeteilt oder Easy Flex-Paket
asymmetrisch geteilt +121,85
asymmetrisch geteilt
Gepäckraumboden: 2 Höhen, herausnehmbarja"Variabler Ladeboden"Easy Flex-Paket +121,85Easy Flex-Paket +73,11
Elektrische Fensterhebervornevornevorne
KlimaanlageClimatronicClimatronicClimatronic
Außenspiegel in WagenfarbejaWinterpaket +404,54jaja
Außenspiegel in schwarzneinja, nur ohne Winterpaketneinnein
ScheibentönungneinSeitenscheiben hinten, HeckHeckneinSeitenscheiben hinten, Heck
Dachhimmellight greygrauunbekanntschwarz
TagfahrlichtLEDLEDja oder Winter-Paket LED +469,90ja oder Winter-Paket LED +0,00
ScheinwerferHalogenHalogenHalogen
Nebelscheinwerferneinja, mit Abbiegelichtneinja, nur ohne Winter-Paket
DachfarbeWagenfarbeweiß oder schwarzWagenfarbe oder schwarz +253,00Wagenfarbe oder schwarz +165,71
Standardfarbeteal blueSunflower-GelbTornado Rot
Weitere Farbenpure white +199,83 (nicht mit Dachfarbe weiß)Candy-Weiß +175,00Weiß +155,97
red +199,83Kiwi-Grün +175,00Costa Blau Metallic +458,15
costa azul metallic +482,53Tornado-Rot +175,00Deep-Schwarz Metallic +458,15
dark silver metallic +482,53Crystal-Blau Metallic +438,00Tungsten Silber Metallic +458,15
honey yellow metallic 482,53 (nicht mit Dachfarbe weiß)Deep-Schwarz Perleffekt +438,00
black pearl +482,53 (nicht mit Dachfarbe schwarz)Tungsten-Silber Metallic +438,00
Ladekabel Mode 3 Typ 2 (Wechselspannung)jajaja
Ladedose auch mit CCS (Gleichspannung)CCS-Ladedose +609,24jaCCS Ladedose +584,87
Haushaltsanschluss (Notladekabel)Netzladekabel für Haushalts-Steckdose +170,59jaNetzkabel für Haushaltssteckdose +170,59
SpiegelheizungWinterpaket +404,54jaWinter-Paket +469,90Winter-Paket +0,00
Windschutzscheibenheizungja
Sitzheizung vorneja
Ambientebeleuchtungneinblauja, Farbe unbekanntFahrassistenz-Paket weiß +311,93
Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat)Fahrerassistenzpaket +482,53jaFahrassistenz-Paket +311,93
Einparkhilfe hinten akustischja
Rückfahrkameraneinnein
Spurhalteassistentneinjaja
Licht-/RegensensorKomfortpaket +194,96janeinWinter-Paket +0,00
Multifunktionslenkrad (Leder)Multifunktionslenkrad in Leder +326,55janein
DAB+-Radiojajaja
Lautsprecher6626
AVAS (abzgl. 100 Euro Förderung)e-Sound +151,09neinneinnein
AnmerkungenWinterpaket setzt Komfortpaket vorausSitze mit grüner Ziernaht +48,00
Elektroautos des VW-Konzerns – Alle Angaben sind mit 16% Märchensteuer brutto und wie immer ohne Gewähr, Korrekturen aber gern gesehen. Idee und ursprüngliche Kriterienauswahl von Jensst aus dem Forum von goingelectric.de, stark erweitert und aktualisiert durch mich.

Seat hat wegen der hohen Nachfrage die Bestellungsannahme für dieses Jahr gestoppt und den Konfigurator von der Homepage entfernt. Der Škoda ist auch schwer zu kriegen. Der VW nicht unbedingt einfacher, aber er ist wenigstens noch bei einigen Autohäusern bestellbar. Mein lokaler VW-Händler schien das bei einem Besuch am Sonnabend nicht wirklich zu wollen, aber im Internet gibt es einige Autohäuser und Vermittler. Laut Vermittler All People League aus der Nähe von Hamburg ist eine Lieferung in Q4/2021 realistisch. Mir gefällt der VW optisch (Form, Standard-Farbe) und von der Ausstattung her am besten. Und GNTM-Zuschauer wissen: Wichtig ist, dass man optisch gut aussieht.

Im – übrigens sehr informativen – E-Auto-Forum goingelectric.de hat sich unter e-up!-Bestellern als Meme etabliert, die Entwicklung des voraussichtlichen Liefertermins in die Signatur zu schreiben. Während einige User ihre Februar-2020-Bestellung schon haben, hat Benutzer Predo weniger Glück:

14.10.19 bestellt,
Bestätigung 01.11.19
vor. April 2020
vor. Juni 2020
04.03. KW27
30.04 KW40
04.05 Sep. 2020
01.06 KW40
17.07 aktuell nicht verfügbar
22.07 2 Quartal 2021
26.07 KW41

Wenn ich die Karre bestellt habe (dazu wohl morgen mehr), werde ich das auch protokollieren. Als Sonderausstattung möchte ich das Multifunktionslenkrad (weil ich am Tag, als ich nach Kreta geflogen bin, echt traurig war, als das bei meiner aktuellen Karre scheinbar kaputt war), Fahrerassistenzpaket (einfach weil) und die beiden Ladeoptionen. Wenn die das Teil entgegen meiner Konfiguration mit AVAS liefern, muss ich allerdings leider ausrasten. Ebenso beim Winterpaket, da mich im Auto meiner Eltern die Heizdrähte in der Scheibe extrem stören. Überrascht bin ich übrigens davon, dass Nebelscheinwerfer nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.

e-up! teal blue
e-up! in der Farbe teal blue (Bild: VW)

Die Radkappen gehen mal gar nicht, aber ich will mir eh Ganzjahresreifen dafür besorgen, da kann ich den anderen Kram auch tauschen. VW liefert normalerweise mit Sommerreifen und man kann bloß Winterreifen zubuchen. Spannend wird das bei Abholung in Wolfsburg (immerhin nur eine (Sommer-)Reichweite von meinem Wohnort entfernt), die wohl im Winter sein wird. Allerdings funktionieren Sommerreifen auch bei knapp über dem Gefrierpunkt noch erheblich besser als Winterreifen.

Nächstes spannendes Thema ist, wie man Fahrräder mitkriegt. Anhängerkupplungen gibt es offiziell nicht, inoffiziell doch, aber man darf bei den drei Fahrzeugerien nur bis 55 kW Anhänger mitführen. Die Elektroautos haben 61 kW, weshalb man allerdings dennoch Fahrradanhänger montieren können soll (sagt das Internet).


Zum Abschluss noch etwas nutzloses Wissen: Seat erklärt, dass ein Auto erst dann leer ist, wenn ein 68 kg leichter Fahrer mit 7 kg Gepäck drin sitzt. Die Zuladung gibt hingegen an, wie viel Gewicht in ein Auto ohne Fahrer und Gepäck geladen werden dürfen. In die genannten E-Autos passen übrigens nur 4 Leute.


Kommentare: 0


Neuseeland/Vermischtes Hamburg, meine Perle (Teil 1)

Mit „Malle statt Perle“ warb Eurowings im Frühjahr 2019 für seine Preise. Wegen Corona ist nun das Gegenteil für mich der Fall.

geschrieben von Janni Dienstag, 18. August 2020 um 23:47 Uhr

„Neuseeland als Tag, aber Hamburg im Titel. Was ist falsch?“ Diese Frage zu diesem Bericht von Sonnabend, dem 1. August 2020, klären wir später. Zur weiteren Verwirrung gibt’s jetzt auch noch süße Entenfotos.

Reiherentchen
Reiherenten-Junges
Stockentchen
Stockenten-Junges

Dass der Post als Neuseeland getaggt ist, liegt auch nicht am dem seltenen Südinseltakahe entfernt ähnlich sehenden Teichhuhn, das es in Hamburg in Planten un Blomen gibt:

Teichhuhn (Teichralle)
Teichhuhn (Teichralle)

Denn nach Planten un Blomen geht es nämlich zum großen Wiedersehen mit der Neuseeland-Reisegruppe. Eigentlich dachte ich, ich hätte mir den Weg gemerkt, auf einem Marktplatz muss ich dann aber doch zu Google Maps greifen, um noch rechtzeitig dorthin zu finden.

Nicht nur ich habe es eilig, auch diese Leute auf dem Wasser:

8er-Kanu auf der Binnenalster
8er-Kanu auf der Binnenalster

Dass da auf den Pfeilern an der Schleuse beim Treffpunkt vorm Rathaus „AKL“ steht, passt ziemlich gut. Das ist nämlich der IATA-Code für den Flughafen in Auckland, an dem unsere Rundreise im Januar gestartet ist. Eine Rundreise wird’s heute nicht, aber eine Rallye durch Hamburg, die unsere drei Gastgeberinnen vorbereitet haben (die drei Gastautoren des Doubtful-Sound-Posts von damals). Wegen Corona haben wir (15 von 25 Teilnehmern – Wahnsinn!) uns in zwei Gruppen aufteilen müssen, vielleicht auch sonst nicht die schlechteste Idee bei einer Rallye, auch wenn wir nicht gegeneinander spielen sollen.


Willkommen Quiddjes!

Die erste Frage dreht sich auch schon gleich um dieses Gewässer, denn es geht um die Alsterschwäne (Höckerschwäne). Sozusagen die schwimmenden Wahrzeichen Hamburgs, die im Winter sogar eine Betreuung erhalten. Mein lieber Schwan, was fürn Aufwand.

Alterschwan
Alsterschwan (Höckerschwan)

Nach dem Zählen der 34 Bögen der Alsterarkaden geht es zum Rathaus – dem vermutlich nunmehr sechsten der Stadtgeschichte. Dessen Fassade ist (den Turm eingeschlossen) etwa so hoch wie breit. Danach begeben wir uns in den Innenhof.

Der Brunnen im Zentrum des Rathaus-Innenhofs
Der Brunnen im Zentrum des Rathaus-Innenhofs
Hygienia
Auf dem Brunnen thront Hygienia – passt zu dieser Zeit, in der viele Menschen auf Hygiene achten
Rathausturm, vom Innenhof aus gesehen
Turm des Rathauses

Nun müssen wir das schauen, welches der Fenster das Küchenfenster ist. Erkennt ihr, warum es dieses ist?

Küchenjunge an einem Rathausfenster
„Mein Schatz!“ – Lecker oxidiertes Metall

Vom Rathaus geht es zur Sankt-Petri-Kirche. So heißt übrigens auch die Kirche bei mir zu Hause in Kirchlinteln. Die in Hamburg hat aber ein besonderes Detail: Der Türzieher ist ein Löwe. Da man 1342, dem Jahr der Herstellung dieses wohl ältesten Kunstwerks Hamburgs, zwar unbedingt einen Löwen haben wollte, aber nicht wusste, wie einer aussieht (und nicht einfach auf Wikipedia nachgeguckt hat), ist diese komische Gestalt dabei rausgekommen:

Löwe von 1342 an der linken Tür der Sankt-Petri-Kirche
Löwe von 1342 an der linken Tür der Sankt-Petri-Kirche (Handyfoto)

Nach einem Feuer am 7. Mai 1842 wurde auf der rechten Tür eine Nachbildung aus dem Jahre 1849 angebracht, die etwas mehr nach Löwe aussieht. Mein Handy bestätigt die Vermutung und markiert ihn – anders als den Löwen – nicht mit der Gesichtserkennung als Person.

Löwe von 1849 an der rechten Tür der Sankt-Petri-Kirche
Löwe von 1849 an der rechten Tür der Sankt-Petri-Kirche (Handyfoto)

An der Kirche wirbt ein Plakat für den Hamburger Orgelsommer. Unter dem Motto „Vive la France“ Am Freitag (7. August) spielt ein Südkoreaner Stücke von zwei deutschen, einem belgischen und zwei französischen Komponisten. Hoffentlich hissen sie wenigstens auf dem Kirchturm die Weiße Flagge (die Nationalflagge Frankreichs).

Relief eines Metzgers mit Schwein
Dieser Metzger hat das Schwein zum Fressen gern.

Wir suchen nämlich ein Haus mit einer goldenen Kogge. Die ist gemeinerweise sehr klein und befindet sich auch nicht auf Augenhöhe sondern oben auf dem Hulbe-Haus in der Mönckebergstraße, das ungewöhnlich klein ist.

Kogge auf dem Hulbe-Haus
Kogge auf dem Hulbe-Haus

Mit dem jüngeren Bruder – einem Rechtsanwalt – des Bürgermeisters und Namensgebers der Straße hatte Hulbe einen Streit. Oft wird auch behauptet, es sei Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg selbst gewesen, aber der war beim Bau des Hauses bereits seit 2 Jahren tot. Im Streit ging es um eine Strafe für das Ausstellen eines freizügigen Bildes im Schaufenster eines Ladens von Buchbinder Hulbe am Jungfernstieg. Von dem Streit zeugt ein kleines Relief an der Fassade, das einen Mönch (vom Namen und Wappen des Bürgermeisters abgeleitet) auf einem Esel zeigt, von den einem Narren geführt wird. Der Mönch hält ein Buch mit dem Titel „Mode-Kritik“.

Zeit für eine Stärkung. Eine typisch hamburgische. Nämlich das Franzbrötchen. Es war bei uns in meiner Schulzeit extrem beliebt bei den Schülern, auch weil es in der nahen Bäckerei für die Menge unfassbar günstig war. So können aber auch die teils aus Österreich angereisten Gäste mal kosten.

Die Stärkung brauchen wir auch, denn jetzt geht es zur höchsten Erhebung der Innenstadt. Sie befindet sich 9 Meter über Normalnull. Hier haben „ein paar people aus Sachsen“ (so steht es im Skript) 810 die Hammaburg gegründet. Zum Glück haben sie nicht noch mehr ihrer Sprache hier im Norden gelassen, das wär echt furchtbar gewesen.

Bereits 832 wurde hier die erste Kirche Hamburgs gebaut, St. Marien. Sie wurde wurde mehrfach von Winkingern zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt als Dom, der 1805 abgerissen wurde. Heute erinnern hier vor der Redaktion der Zeit weiße Klötze den Standort jedes einzelnen Pfeilers des Doms. Und der Name der drei großen Volksfeste in Hamburg. Zumindest ohne Corona.

Hummel, Hummel. Mors Mors.

Wir gehen weiter zur Gröninger Brauerei. Wegen der abstrusen Öffnungszeiten haben sich unsere Gastgeber für eine Kostprobe bereits vorab um das Bier bemüht. Aus meiner Gruppe schmeckt es keinem. Die Leute sind eher für zwei andere Hamburger Getränke zu begeistern: Lemonaid und Fritzkola.

Von hier sieht man – Teleobjektiv vorausgesetzt – ein Detail am Laeiszhof, so heißt das Hauptquartier der Reederei F. Laeisz. Dessen Sohn Carl Laeisz benannte sein erstes Schiff nach dem Haarschnitt und dem davon abgeleiteten Spitznamen seiner Frau: Pudel. Als Detail des Erkers in der Mitte des Gebäudes befindet sich eine Pudelstatue darauf.

Nebenbei schauen wir, ob wir Kennzeichen von anderen Hansestädten finden, die dies im Kürzel führen (Bremen, Greifswald, Hamburg, Lübeck, Rostock, Stralsund, Wismar). Ich hätte ja nach La Rochelle an der französischen Atlantikküste Ausschau gehalten, aber Frankreich hat eine strikt fortlaufende Kennzeichenvergabe.

...to be continued...


Kommentare: 0


Neuseeland/Vermischtes Hamburg, meine Perle (Teil 2)

Und weiter geht’s durch die Großstadt an der Elbe.

geschrieben von Janni Mittwoch, 19. August 2020 um 23:40 Uhr

Weiter geht es in die Speicherstadt, dem weltgrößten historischen Lagerhauskomplex. Wir kommen vorbei am Dialog im Dunkeln. Das ist eine Ausstellung zum Thema Blindheit, die ich 2011 mit einer 6. Klasse besucht habe. Hier ein Bild daraus:

Im Dialog im Dunkeln
Im Dialog im Dunkeln

Schöner ist hingegen die das Wasserschloss. Heute ist es ein Teekontor.

Wasserschloss
Wasserschloss (Handyfoto, 48MP)
Klaus Störtebeker
Claas Störtebeker. Offenbar beim Freistoß in der Mauer abgestellt.

Wir folgen dem Brooktorkai und gehen am Fleetschlösschen, einem Restaurant in einem kleinen Häuschen, das davor dem Zoll, als Toilette und als alkoholfreies Lokal für die Arbeiter diente.

Da wir die anderen nicht sehen, machen wir nach einem Selfie mit dem Claas noch einen außerplanmäßigen Abstecher zur Oberhafen-Kantine. Die ist etwa so groß wie das Fleetschlösschen, steht aber ziemlich schief. Spezialität des Hauses sind Frikadellen.

Oberhafen-Kantine
Oberhafen-Kantine (Handyfoto, 48MP)

Jemand möchte sich ein Fischbrötchen kaufen. Ich nutze die Zeit und kaufe mir ein Eis. Die Kugeln bei dem Eiswagen eines Restaurants in den Elbarkaden. Die Kugeln sind fast so groß (und so teuer) wie in Neuseeland.

Wir gehen durch die HafenCity. Aufgrund der hohen Mieten können sich nur wenige Hamburger leisten, hier zu wohnen. Die meisten Bewohner sind unter der Woche nicht zu Hause. Dadurch bekommen die Läden und Restaurants auch kaum ihre Miete rein. Das Viertel wirkt recht ausgestorben. Da hilft auch die 5 Meter große Kaffeebohnenstatue nahe des Sandtorparks nichts. Die soll auf das Gut hinweisen, das in Hamburg am meisten umgeschlagen wird. Wir lernen, dass das Wort Stichprobe daher kommt, dass man eine kleine Sonde in einen Jutesack sticht, um den enthaltenen Kaffee (o.ä.) zu prüfen. Mit etwas Geschick kann man den Sack dann sogar so verschließen, dass man nichts mehr von der Probe sieht.

Man kann im Prinzip nicht durch Hamburg laufen, ohne alle paar Meter auf einen Junggesell(inn)enabschied zu treffen. Als wir darauf warten müssen, dass eine solche Mädelsgruppe ihr (mehr oder weniger professionelles) Fotoshooting durch hat, können wir die nächste Aufgabe bestreiten: Ich mache einen Seemannsknoten, eine andere baut ein Papierschiffchen.

Ehemaliges Feuerwehrschiff Hamburg am Sandtorhafen
Ehemaliges Feuerwehrschiff Hamburg (Handyfoto, 48MP)

Als die Mädels durch sind, können wir die etwa 400 Meter lange Pontonbrücke im Sandtorhafen passieren. Neben dem gerade gezeigten Schiff kann man hier auch Harry’s Hamburger Hafenbasar & Museum besuchen, wo Käpt’n Haase 1894 damit begann, Mitbringsel seiner Seefahrerfreunde auszustellen. Man kann auf dem Ponton aber auch einfach ’ne Currywurst essen.

Harry’s Hamburger Hafenbasar & Museum
Harry’s Hamburger Hafenbasar & Museum, im Kranhaus kann man übernachten

Einer von uns hat einen Besuch der Elphi reserviert, die direkt nebenan steht. Da es sich inzwischen ziemlich zugezogen hat (Man sieht’s am Bild), ist mir das Wetter zu schlecht, um mich da anzustellen, und ich setze mich mit den anderen ins Café Heimathafen. Als wir uns gerade hingesetzt haben, fängt es an zu regnen. Von der anderen Gruppe ist immer noch nichts zu sehen. Die nehmen’s mit dem Corona-Abstand aber sehr genau.

Set von Notruf Hafenkante
Hier wird gerade eine neue Folge Notruf Hafenkante gedreht.

Als wir mit dem Haus-Eistee fertig sind, hat der Regen aufgehört und wir gehen wir am Binnenhafen entlang.

Binnenhafen
Binnenhafen

Unser Ziel ist der Nikolaifleet. Nichts weist mehr darauf hin, dass hier in einer Zigarrenmacherei das große Feuer von 1842 ausgebrochen ist. Rauchen gefährdet die Gesundheit und ist tötlich. Letzteres konkret für 51 Leute. Die Gründung der Hamburger Feuerwehr erfolgt dennoch erst 30 Jahre später.

Nikolaifleet
Nikolaifleet (HDR-Bild)

Wir kommen an einem kleinen Sielhäuschen vorbei. Das wurde 1904 für Kaiser Wilhelm II. für eine Besichtigung gebaut. Dass es einen 6 Quadratmeter großen Umkleideraum enthält, wurde erst 2012 entdeckt.

Sielhäuschen, dahinter Gruner+Jahr
Sielhäuschen, dahinter Gruner+Jahr

Am Ziel – der Michelwiese am Verlagshaus Gruner+Jahr – angekommen, fehlt noch die letzte Herausforderung: Aus meiner Gruppe will aber außer mir keiner das geforderte „Hamburger Lied oder Seemannslied“ singen. Das soll Ersatz dafür dienen, dass wir keine Zeit für ein Konzert in der Elphi hatten.

Die andere Gruppe trifft deutlich nach uns ein und hat sich zufällig für dasselbe Lied entschieden, obwohl es keine Vorgaben gab: An der Nordseeküste von Klaus und Klaus. Sie singen die erste Strophe, ich die zweite ... und die dritte will dann keiner mehr hören. Hmpf.

Wir gehen am nahen Michel vorbei zu den Dos Amigos, einem mexikanischen Restaurant. Es liegt genau an dem Marktplatz, wo ich mich heute Morgen verlaufen hatte und Google nach Rat fragen musste.

Wir mischen uns durch und verbringen mehr oder weniger getrennt den Abend in dem Restaurant. Der Rest geht gegen 22 Uhr noch weiter in eine Kneipe/Bar. Ich, der als einziger nicht in Hamburg übernachtet, gehe zum Bahnhof und fahre nach Hause.

Mein großer Dank geht an die drei Organisatorinnen. Hoffentlich kommt noch so ein Treffen zustande.

Hamburger Rathaus bei Nacht
Hamburger Rathaus bei Nacht
Die Regenbogenflagge hängt da übrigens, weil heute Christopher Street Day ist, der wegen Corona als Fahrradtour stattfand.


Kommentare: 0


Vermischtes Ausflug an die Bullenseen: MEGa-Bilder

Der erster Teil meiner Tour vom vergangenen Sonntag beschäftigt sich mit dem Mitmach- und Erlebnisgarten des Nabu Rotenburg (Wümme)

geschrieben von Janni Donnerstag, 20. August 2020 um 22:49 Uhr

An Kirchlinteln grenzt der Landkreis Rotenburg (Wümme) an. Dort gbt es gleich drei Seen, die Bullensee heißen. Das Naturschutzgebiet dieses Namens liegt im Nordkreis, nahe Kirchlinteln liegen die anderen beiden Bullenseen nebeneinander. Der Kleine Bullensee liegt im Naturschutzgebiet Großes und Weißes Moor, der Große Bullensee ist ein beliebter Badesee.

Von meinem Wohnort sind es dorthin etwa 17 Kilometer und da Sonntag tolles Wetter war, habe ich mich aufs Rad geschwungen und bin dorthin gefahren.

Vor einigen Wochen habe ich mir übrigens zwei neue Teile für meine Kamera gekauft: Das Sigma 105mm F1,4 Art (Porträtobjektiv) und den Yongnuo EF-E II (Adapter). Das Sigma habe ich nicht mitgenommen, dafür aber den Adapter. Ersten Tests zufolge ist er (nach einem Firmware-Update) etwas besser als der Sigma MC-11 und kostet etwa die Hälfte weniger als der Sigma in Angebot. Hier ein erstes Bild damit (es kommen auch nicht mehr viele):

Drei Rehe auf einem Waldweg
Auf der Straße zum Bullensee wird nicht umsonst vor starkem Wildwechsel gewarnt. Hier drei Rehe auf einem davon abzweigenden Waldweg.

Mein neues Sigma-Objektiv wird vermutlich nächsten Sonnabend viel zum Einsatz kommen, wenn der Nabu Kirchlinteln seine Fledermausnacht (Bat Night) in Kirchlinteln-Brammer abhält.

Der Nabu Rotenburg hat hingegen nahe der Bullenseen auf dem Hartmannshof das Projekt MEGa ausgerufen. Klingt zwar eher nach einem Projekt von Dieter Bohlen, steht aber für Mitmach- und Erlebnis-Garten.

Tau auf Spinnennetzen im Sonnenlicht
Tau hat sich in Spinnenweben gesammelt

Der Nabu hat auf dem Gelände verschiedenstee Pflanzen angepflanzt und hier und da kann man auch Dinge ausprobieren. So gibt es einen Vogelkasten im Maßstab 10:1, was in etwa dem Maßsstab Mensch zu Vogel entspricht. Eine Menschenfamilie kann so erleben, wie eng es für eine Vogelfamilie in einem Nistkasten ist.

Besenheide
Besenheide
Mitmach- und Erlebnis-Garten des Nabu Rotenburg (Wümme)
Blick über den MEGa, links der Vogelkasten im Maßsstab 10:1

Auf dem Gelände kann man außerdem von den Nutzpflanzen naschen. Es gibt dort Beerenobst wie Tomaten oder Sammelsteinfrüchte wie Himbeeren.

Es gibt eine einzige Pflanzenart, die Himbeere heißt, aber allein in Europa über 2.000 Arten, die als Brombeeren bezeichnet werden.

Der Nabu bittet übrigens darum, nicht auf den Wegen zu bleiben und quer durch den Garten zu laufen.

Libellen bei der Paarung in der Luft
Libellen bei der Paarung (am oberen Bildrand), dabei schwirren sie schnell hoch und runter, sodass es schwer ist, sie einigermaßen scharf abzubilden (hier mit Supertele und manuellem Fokus)

Meinen neuen Adapter bzw. den dadurch ermöglichten Autofokus kann ich dann aber an den Insekten testen, die auf Minzen sitzen:

Kohlweißling, Hummel und Biene auf einer Minze
Kohlweißling, Hummel und Biene sitzen auf einer Minze

Eindrucksvolle Bilder kriegt man auch mit einem Zwischenring hin. Dieser hier hat leider Vignettierung, außer bei meinem Standardzoom ganz rausgezoomt (28mm). Da die folgenden Bilder alle bei 75mm entstanden sind, gibt es entsprechend Vignettierung:

Hummel auf Minze
Hummel auf Minze (+10mm Zwischenring)
Kohlweißling auf Minze
Man sieht gut, wie der Kohlweißling mit seinem Rüssel Nektar saugt (+10mm Zwischenring)
Kohlweißling auf Minze
Kohlweißling auf einer Minze (+10mm Zwischenring)
Kohlweißling auf Minze
Muster auf dem Flügel eines Kohlweißlings (+10mm Zwischenring)

So, damit genug vom MEGa und zurück zu den eigentlichen Bullenseen – im nächsten Blogpost.


Kommentare: 0


Vermischtes Ausflug an die Bullenseen: Großes und Weißes Moor

Der zweite Teil meines Ausflugs zu den Bullenseen

geschrieben von Janni Freitag, 21. August 2020 um 22:10 Uhr

Hinweis: Dieser Blogpost enthält eine Makroaufnahme einer Gartenkreuzspinne.


Großes Moor
Großes Moor
Heidelandschaft mit Bienenzaun
Ein sog. Bienenzaun (das kleine Häuschen), allerdings ohne Bienen

Das Große und Weiße Moor war bis 2009 nicht wirklich öffentlich zugänglich. Inzwischen hat der Nabu Rotenburg (Wümme) dort Wege Dör’t Moor angelegt, die teils mit Rindenmulch „befestigt“ sind. Außerdem wurden Wegweiser aufgestellt, damit man den Weg findet:

Wegweiser vor einem Maisfeld, in alle anderen Richtungen weist er zum „Kulturpfad“
Da sowieso alle Wege zum Kulturpfad führen, ist das Aufstellen von Schildern nicht so wichtig (nur hinter dem Schild ist ein Maisfeld)
Waldweg mit Rindenmulch
Ein Weg mit Rindenmulch durch den Wald (HDR-Bild)

Auf dem obigen Bild befindet sich rechts neben mir ein Trichter, durch den man dem Wald lauschen kann. Dafür müsste man Geduld mitbringen.

Gartenkreuzspinne
Gartenkreuzspinne (Zwischenring +10mm)

Vom Moor ist allgemein nicht mehr viel zu sehen. Wenn ein Moor abstirbt, bilden sich dort die typischen Heidepflanzen.

Moorauge
Dieser Kolk (Moorauge) in der Mitte des südlichen Weges ist einer der wenigen typischen Moorteiche, die auch jetzt Wasser enthalten

Auf dem südlichen Weg befindet sich ein Aussichtsturm. Heute sieht man nichts, den Vögeln, die man hier normalerweise sehen sollte, ist es vermutlich zu heiß.

Außerdem gibt es eine Moorerlebniszone. Dort gibt es einen kurzen Bulten-Weg. Das sind ins Moor gesteckte Pfähle mit geringer Höhe aber großem Durchmesser, sodass man darauf von einem zum anderen gehen oder springen kann. Außerdem gibt es einige umdrehbare Schilder mit Quizfragen und eine Moorbadestelle, wo man zumindest mal seine Füße ins Moor tauchen kann. Der Barfußpfad zum Fühlen des Untergrunds scheint verfallen. Außerdem, so steht an einigen Stellen, streut jemand immer mal wieder bunten Plastikschrot auf und neben die Wege. Welcher Idiot macht so was?


Und da dieser Blogpost viel kürzer als geplant war, hier ein Bild vom Igel, der sich gestern (also am Tag vor diesem Blogpost) bei uns im Gewächshaus versteckt hat.

Braunbrustigel
Braunbrustigel


Kommentare: 0