Südostasien III Tag 3: Bangkok (Flussrundfahrt, Großer Palast, Wat Kho, Wat Arun, Chinatown) – Tempelland
Erst gibt es einen Palast, dann einen Tempel und dann noch einen Tempel. Und zum Schluss Kohl und Kondome.
Flussrundfahrt
Wir schon beim letzten Mal durch eine südostasiatische Hauptstadt sind wir auch heute mit den ÖFfis unterwegs. Mit dem BTS Skytrain fahren wir nach Saphan Taksin. Das ist ein Umsteigepunkt zwischen dem Skytrain und den Booten auf dem Chao Phraya. Ähnlich wie in Hamburg existiert hier eine Fährlinie (City Line), die Teil des Nahverkehrs ist. Man erkennt die Boote am Fehlen eines Sonnendecks, das alle Touri-Boote habe und das auch gut genutzt wird.
Wir sind zwar auch Touris, aber wir fahren nicht mit einem riesigen Touriboot (wo hunderte Leute draufpassen und drauf sind) sondern mit dem hier:


Beim Wat Suwannaram (Wat heißt Tempel) an einem Nebenfluss Khlong Bangkok Noi dürfen wir die Welse füttern. Sie wissen nämlich offenbar, dass es hier Brot gibt – und dass sie hier nicht gefangen werden dürfen.

Gerade als Guide Jet sagt, dass es zu warm für Warane ist, sehen wir gleich mehrere am Ufer liegen.

Früher gab es mehr Kanäle (Khlong) in Bangkok. Die wurden dann aber oft zugeschüttet, um Straßen zu bauen.
An der Mündung des Chak Phra drehen wir um und fahren zurück. Wobei, nicht ganz zurück:
Großer Palast
Der Große Palast von Bangkok (er hat keinen anderen gebräuchlichen Namen) wurde 1782 gebaut, gleichzeitig mit der Stadtgründung durch Rama I. Der Komplex ist 218.000 m² groß.
Wat Phra Kaeo
Hauptattraktion ist der Ensemble Wat Phra Kaeo. Hier befinden sich königliche Pantheon zu Ehren der vorherigen neun Könige (Rama I. bis IX.), ein Turm mit der Asche von Buddha und ein Tempel des Smaragd-Buddha (auf Deutsch auch als Jade-Buddha bezeichnet).





Links das Goldene ist der Turm mit der Buddha-Asche.
Im Tempel des Smaragd-Buddha darf man nicht fotografieren. Man darf aber ausdrücklich von draußen hinein fotografieren.

Der Buddha wird abhängig von der Jahreszeit eingekleidet. Heute ist es zwar 35°, aber es ist Winter. Da ist er komplett angezogen. Thailand hat nur 3 Jahreszeiten, es gibt also auch nur drei Kleider für Buddha.
Rest des Großen Palastes
Die Königsmutter ist im Oktober gestorben. Sie wird dann ein Jahr lang im Phra Thinang Dusit Maha Prasat aufgebahrt, damit Thailänder aus dem ganzen Land kommen können (schwarz gekleidet), um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

Der Chakri Maha Prasat wurde vor ca. 140 Jahren von Rama V. erbaut. Er war als erster König in Europa und hat auf deiner Rundreise viele Länder gesehen. Er hat einen englischen Architekten beauftragt, ihm einen Palast zu bauen. Vorbild war der Buckinham Palace, wobei letztlich auch noch ein typisch thailändisches Dach drauf gesetzt wurde.
Das Gebäude ist somit kein Kolonialbau – Thailand war auch nie Kolonie, was der heutige Name ausdrückt – das freie Land.
Wat Pho (Wat Photharam)
Wat Pho, ein eigentlich veralteter Name, ist bekannt für den liegenden Buddha.


Die Fußsohlen des Buddha zeigen jeweils 108 Perlmutt-Bilder, in der Mitte das Chakkra, drum herum verschiedene weitere Darstellungen, die nicht mehr so ganz sicher gedeutet werden können.

Die Anlage selbst ist deutlich größer als nur der Tempel mit dem Liegenden Buddha. Wir bekommen dazu keine Erklärung, daher hier beispielhaft ein Bild:

Links die kleinen Hauben nennt man Chedi Rai. 71 Stück gibt es. Man kann sich darin bestatten lassen (Feuerbestattung, wie immer im Buddhismus). Das Gebäude hinten rechts enthält eine Galerie mit zig Buddhas, alle etwa ein Meter hoch.


Wir fahren mit der MRT Blue Line (mit der ich gestern auch schon gefahren bin) nach Samyan Mitrtown und dann noch ein winziges Stück mit dem Bus zum MBK Center, einem riesigen Einkaufszentrum. Wir gehen von dort zum Siam Center, einem anderen großen Einkaufszentrum, um dort etwas zu essen. Es ist recht schwer, etwas Thailändisches zu finden. Das meiste scheint Koreanisch zu sein.
Wat Arun
Nach dem Mittagessen fahre ich allein wieder zum Saphan Taksin. Von dort fahre ich mit der Fähre zum Tempel der Morgenröte.

Die Anlage ist wieder sehr weitläufig. Man bekommt am Eingang einen Stempel auf den Handrücken, da man zum Teil über öffentliche Straßen zu laufen scheint.

Ich hatte gehofft, man könnte da höher drauf. Aber man kann nur den Rundgang im ersten „Stock“ machen und nicht weiter hoch (sie folgendes Bild).

Ich habe gehört, es soll hier irgendwo Darstellungen von Buddha geben, wie er mit einem Schwert auf einem Pferd sitzt. Ich konnte keine finden.

Eigentlich hatte ich gehofft, von hier einen besseren Blick auf die Stadt zu haben, aber dafür hätte man höher kommen können. Daher jetzt noch drei Bilder von vor dem Tempel.

Und da heute mal wieder Gegenteiltag ist, gibt es jetzt den Tempel der Morgenröte – im Abendrot.

Und auf die Skyline von Bangkok gucken kann man von hier auch. Wenn auch nicht wirklich gut.

Während die Kamera das obige Bild noch fertigstellt, werde ich rausgeworfen. Es ist 19 Uhr. Die Fähre kommt auch gerade. Ich fahre nach Chinatown, weil die Gruppe da hin wollte, aber sie wohl eine Stunde später als zunächst gedacht und von mir angenommen.

Ich finde aber nichts zum Essen und fahre zurück zum Hotel. Wobei, ich steige im Lumphini-Park aus und laufe von dort zum Hotel. Unterwegs gibt es aber nichts zu sehen. Dann besuche ich das Restaurant, das ich gestern schon erwähnt habe. Es begrüßen mich zwei Figuren aus Kondomen.

Drin sind weitere Kondomfiguren, z.B. Santa Condom (Weihnachtsmann). An sich ist das ein normales (aber recht teures) gut bewertetes Restaurant. Es soll wohl dazu dienen, dass Leute von der Prostitution weg kommen und lieber hier arbeiten. Es sind aber auch viele Männer hier angestellt.
Es gibt auch einen Souvenirladen und das bereits gestern erwähnte Coffee & Condoms. Deren Motto ist „Unsere Getränke und Gebäck machen dich garantiert nicht schwanger“. Beim Bezahlen wird ein Korb auf den Tisch gestellt. Darin: Kondome. Sie ziehen es hier wirklich durch. Und selbst die Lampen ähneln einem Kondom.
Südostasien III Tag 4: Benjakitti-Park Bangkok, Ayutthaya (Sommerpalast Bang Pa-in, Wat Chai Watthanaram, Wat Yai Chai Mongkon, Wat Mahathat, Nachtmarkt) – Das gleiche Alternativprogramm
Sparen Sie jetzt mehr als die Hälfte und bekommen sie entspanntes Frühstück und geilen Sonnenstand gratis mit dazu!
ACHTUNG: Dieser Blogpost enthält Bilder davon, wie Hirtenmainas (die hier lebenden Stare) einen Artgenossen töten (denke ich zumindest). Die Bilder enthalt keine explizite Gewalt und kein Blut.
Für 99 Euro kann man bei MPR einen Ausflug nach Ayutthaya buchen, der ehemaligen Hauptstadt Thailands. Das ist, wie immer bei MPR, gnadenlos übertrieben. Ich schätze den Einkaufspreis bei der zu erwartenden Menge an Leuten auf um die 20 Euro (inkl. Eintritte). Im Internet ist man, inkl. Eintritt, so ab um die 40 dabei, für 55 Euro sogar was Deutschsprachiges! Die meisten Ausflüge können nicht bei unserem Hotel starten. Ich finde bei meiner Suche zwei, wobei die Kurzfristigkeit (ich buche kurz vor 17 Uhr) die Auswahl offenbar ebenfalls schmälert. Da ich das Frühstück im Hotel sehr gut fand, möchte ich ungern darauf verzichten und hätte gerne etwas Späteres als das, was ich zunächst auf Viator finde. Es wird daher eine Abendausgabe, die ich bei Get Your Guide gebucht habe. Der Veranstalter möchte wissen, ob es okay ist, wenn auch chinesische Gäste dabei sind. Ich frage bei dem Anlass nochmal nach dem Programm, da ich mir nicht vorstellen kann, dass das passt, wie es angegeben ist: 11:30 los, 8 Stunden Programm, über eine Stunde Fahrt und Sonnenuntergang gegen 18:30 – irgendwas passt doch da nicht. Ich bekomme das genaue Programm zugeschickt. Stimmt. Egal, ich will ausschlafen und frühstücken, also mache ich das trotzdem. 49 Euro, inkl. Eintritte.
Nach dem Frühstück gehe ich nochmal in den Benjakitti-Park – schon mal alles mitnehmen und eine lange Hose für den Palast anziehen, dann bin ich gleich bereit zur Abfahrt. Hotel raus, links, wenige Minuten zu Fuß. Ich beobachte Vögel, die aussehen wie Mainas, aber fast ganz schwarz sind und einen Kamm haben (auch Hirtenmainas können ihren Schopf aufstellen, sehen wir gleich). Es handelt sich tatsächlich um Mainas:
Leider laufe ich in eine schlecht sichtbare Matschpfütze im Rasen und bin dann ziemlich dreckig. Also muss ich doch nochmal ins Hotel.

Als ich gerade den Gehweg entlang laufe, betrachte ich auf der anderen Seite der niedrigen Hecke eine Auseinandersetzung von Hirtenmainas. Zwei Vögel scheinen auf dritten sauer zu sein. Dieser stürzt sich durch die Hecke auf den Gehweg direkt vor mich und bleibt sitzen. Die anderen Mainas kommen aber nach und jagen ihn auf die andere Seite der Straße. Er scheint nicht mehr richtig fliegen zu können.


Ich komme näher. Die beiden Angreifer verschwinden. Der Angegriffene liegt ähnlich wie auf dem ersten Bild, nur um 180° gedreht (Bauch aber oben). Sein linker Fuß zuckt, sonst ist er bewegungslos. Die Augen sind geöffnet. Ist der jetzt tot? Ich bin mir nicht sicher. Jemand anders im Baum über mir hingegen schon:

Ich schaue mich noch ein bisschen um.

Wenn ich mich jetzt noch umziehen will, muss ich aber so langsam zurück. Der Maina liegt nicht mehr da, aber es sind auch jede Menge Mitarbeiter des Parks in der Umgebung. Ich könnte mir vorstellen, dass ihn jemand entsorgt hat. Für mehr Frieden in der Tierwelt poste ich jetzt die Taube, die direkt vor mir auf dem Zaun am Ausgang sitzt, als ich den Park verlassen will:

Die Abholung für den Ausflug ist eine Viertelstunde zu spät – 12:05 statt 11:50. Egal, Hauptsache er findet statt. Es Wir müssen noch zwei weitere Orte anfahren. Unser erstes Ziel erreichen wir gegen 14 Uhr.

Der Sommerpalast in Bang Pa-in wurde von König Prasat Thong 1632 errichtet. 1766/1767 wurde er von einfallenden Burmesen zerstört – wie eigentlich alles, was wir heute besuchen. Die Ruinen lagen dann 80 Jahre brach, bis Rama IV. einiger Gebäude errichten ließ. Die heutigen Gebäude stammen von Rama V.
Wer gestern gut aufgepasst hat, kann es erraten: Es ist nahezu alles im europäischen Stil gehalten. Ein neoklassizistisches Gebäude hier, ein norddeutscher Leuchtturm da.



Neben einem Schrein im traditonellen Maiskolben-Stil der Khmer (der heißt echt so) gibt es noch ein weiteres Gebäude, das im thailändischen Stil errichtet wurde:

Diese wurde von Rama V. zum Andenken an seine Lieblingsfrau errichtet. Sie starb als einziges Opfer, als die königliche Schute (Royal Barge) kenterte. Da das Berühren der Frauen des Königs mit Todesstrafe belegt war, ließen die Retter die schwangere Frau folgerichtig ertrinken.
(Dramathurgische Pause)
Darum, liebe Herrscher, bei Gesetzen immer genau nachdenken. Mich erinnert das an einen Strand auf La Palma, wo ein Rettungsring in einem (nicht umzäunten) Gebiet hängt, vor dem ein „Betreten verboten“-Schild steht, und ich damals auf dem Blog schrieb, dass Deutsche sich natürlich daran halten und Schwimmer ertrinken lassen würden. Ordnung muss sein.
Sein Nachfolger ließ eine lebensgroße Statue von Rama V. aufstellen.

Ich hätte gerne ein besseres Bild davon gemacht, aber die Rasensprenger sind an.

Das soll zumindest es laut Guide zumindest sein. Der Hase ist offenbar an ein Franchise angelehnt, das mir gerade nicht einfällt, während der „Affe“ mich eher an einen Quaggan aus Guild Wars 2 erinnert.

Der untere Teil ist in Gerüste eingekleidet. Durch die Korkaden passt er nicht zu einem Leuchtturm.
Jetzt kommen wir zum letzten Gebäude auf unserem Rundgang.


Das Gebäude wurde von chinesischen Kaufleuten aus dem nahen Ayatthuya für Rama V. errichtet. Das Material ließen sie aus China importieren.

Wat Chai Watthanaram
Auch Wat Chai Watthanaram wurde von König Prasat Thong errichtet, allerdings schon 1630 als sein erster Tempel. Den Ort wählte er, weil seine Mutter hierher kam.

Wie man sieht, steht die Sonne gerade sehr praktisch.

Wie bereits der Sommerpalast wurde auch Wat Chai Watthanaram von den Burmesen zerstört. Sie haben den zahlreichen Buddha-Statuen die Köpfe und Arme abgeschlagen.


Auf dem Weg zum nächsten Tempel bekommen wir Roti Sai Mai, im Prinzip ein sehr dünnes Fladenbrot mit Zuckerwatte ist. Die Ausführung, die wir direkt vom Strand and er Straße bekommen, würde ich als normalen Crêpe mit einer ziemlich knusprigen Füllung aus Kadaífi (Engelshaar) beschreiben.
Wat Yai Chai Mongkon (auch Wat Yai Chai Mongkhon)
Wat Yai Chai Mongkon sieht auf den ersten Blick kaum anders aus als der vorherige Tempel. In der Mitte ist aber kein Prang sondern ein Chedi, der höchste des Ortes. Außerdem ist das hier einigermaßen intakt, obwohl der Tempel bereits 1357 erbaut wurde. Er wurde nämlich wieder aufgebaut. Er gehört allerdings nicht um Welterbe der Unesco, die den Wiederaufbau verbietet.


Der Chedi kann bestiegen und oben betreten werden.


Außerdem soll es hier einen liegenden Buddha geben. Ich finde ihn aber zunächst nicht, zumal der Guide nicht mit reingekommen ist. Auf dem Weg nach draußen sehe ich einen liegenden Buddha, der auf der deutschen Wikipedia ist viel größer (die englische Wikipedia erwähnt keinen).

Wat Mahathat
Wat Mahathat in Ayutthaya ist das Herzstück der Unesco-Welterbe-Städte. Dementsprechend liegt auch dieses Gebäude in Ruinen. Einer der Buddha-Köpfe, den die Burmesen abgeschlagen haben, ist von den Wurzeln eines Bodhi-Baums eingeschlossen worden. Ein Zeichen, da Buddha unter einem Bodhi-Baum die Erleuchtung erhalten haben soll.

Der Bau wirde 1374 begonnen, die meisten heute sichtbaren Gebäude sind aber zeitlich näher an dem Burmesen-Angriff einzuordnen.



Nach dem Besuch des Tempels können wir noch den Nachtmarkt von Ayutthaya besuchen. Es gibt dort viel zu essen, aber auch Klamotten. Preise sind okay. Ich esse einen kleinen Wrap mit Rinderkebab für 50 Baht.

Bei unserer Abfahrt ist es noch recht hell (siehe obiges Bild). Bilder wie bei der Beschreibung auf Get Your Guide wären, bei ansonsten gleichem Programm, frühestens eine Viertelstunde später möglich, also allenfalls um die Wintersonnenwende herum. Der Nachtmarkt ist direkt gegenüber vom Parkplatz des Tempels und man wird vermutlich gegen 18:30 aus dem Tempel rausgeschmissen, wobei man den Tempel auch von außerhalb des kostenpflichtigen Bereichs fotografieren kann, der zumindest von Westen frei zugänglich scheint (man parkt aber im Südosten). Die Öffnungszeiten in Google Maps sind mal Öffnungszeiten (so wie hier) und mal die letzten Einlasse (wie beim Tempel davor).
Der Sonnenstand auf dieser Tour war absolut perfekt.
Nach Rückkehr zum Hotel gegen 20:25 treffe ich die anderen (zufällig) auf dem nahen Nachtmarkt. Danach spielen wir Werwölfe. Die Gruppe (9 Leute) schafft es, dass in einer Nacht vier Dorfbewohner sterben (die Werwölfe töten die verliebte Hexe, die tötet den Jäger und der Jäger tötet einen normalen Dorfbewohner) – das ist eine Leistung. In der folgenden Runde gewinnen die Dorfbewohner recht schnell.
Ich konnte bisher nicht klären, was genau die Gruppe gemacht hat. Den ersten Tempel und letzten Tempel haben sie auch gemacht, aber sie haben nicht den zweiten Tempel und den Sommerpalast besucht, waren dafür aber in einem anderen Tempel, sagen sie. Mich würde auch interessieren, bei wem es voller war. Ich fand meine Tour auf jeden Fall richtig gut.
/Nachtrag: Ich habe mir sagen lassen, es war bei der Gruppe voller und das enthaltene Mittagessen war komplett geschmacklos (insbesondere das Tom Kha Kai) bis auf die Frühlingsrollen.
Südostasien III Tag 5: Mae Klong Railway Market, Damnoen Saduak (Langschwanzbootfahrt, Schwimmender Markt), Wat Khanon Nang Yai Museum, Fluss Kwae – Markttag
Platz ist wertvoll. In Thailand hält man Märkte daher auf Eisenbahnschienen und auf dem Wasser ab. Und Hotels baut man auch gleich auf den Fluss Kwae.
Mae Klong Railway Market
Um 6:50 geht’s los – erster Halt ist nach rund einer Stunde Fahrt ist der Mae Klong Railway Market. Man hat ihn, oder ähnliche Märkte, bestimmt schon mal im Fernsehen gesehen. Es ist sehr voll, sodass ich einige Zeit brauche, bis ich ein Foto machen kann, auf dem man die Situation sieht. Außerdem darf man nicht überall fotografieren, zum Beispiel hier:

Mae Klong hat auch einen Bahnhof. Da es sich um einen Kopfbahnhof handelt, dreht der Zug hier um. Ankunft ist planmäßig um 8:30, RÜckfahrt um 9:00. Der Zug ist exakt pünktlich. Vielleicht sollte die Deutsche Bahn auch mal Märkte um ihre Bahnschienen bauen?

Die Stände sind so gebaut, dass man sie einklappen kann. Der Bereich, der freizuhalten ist, ist mit einer roten Linie markiert. Der Zug fährt allerdings sehr langsam.



Und dann um 9:00 Uhr das ganze nochmal.

Fahrt mit dem Langschwanzboot durch Damnoen Saduak
Damnoen Saduak ist bekannt für seinen schwimmenden Markt. Wir fahren stilecht mit dem Langschwanzboot durch die Kanäle der Stadt dorthin, obwohl er auch eine Straßenanbindung hat.


Damnoen Saduak Floating Market
Unsere Fahrt endet direkt am Yuwanda-Anleger des Swimmenden Marktes. Unser Guide Jet (Thai für „Sieben“) ist nicht mitgefahren, aber schon da. „Bist du mit dem Jet Ski gekommen?“ frage ich?
(Dramathurgische Pause.)
Wir haben 2 Stunden Zeit für den Schwimmenden Markt – und den 7-Eleven (Supermarkt) direkt daneben, um uns für die zwei Nächte im abgelegenen Flusshotel mit Snacks einzudecken.

Dann kann sich der Italiener von gestern nicht beschweren, wenn ich 5 Minuten zu spät bin, denke ich. „Hey, German Guy!“ ruft jemand – genau der Italiener von gestern ist auch hier! Wie klein die Welt doch ist. Unglaublich! Das ist halt absolut nicht klein hier noch so 5x so viel wie auf dem Bild oben insgesamt zu sehen ist.

Wat Khanon Nang Yai Museum
Wir halten beim Wat Khanon Nang Yai Museum. Was ist denn bitte Nang Yai? das ist traditionelles Schattentheater. Die Story ist immer dieselbe:
Der König der Dämonen entführt die Frau des Menschenkönigs. Dieser holt sich Hilfe von den Affen und kann den Dämonenkönig töten. Auch diese Geschichte gibt es in Thailand also mit Happy End.
(Dramathurgische Pause.)

Alle Bilder haben etwa die gleiche Größe (etwa 1,5 Meter hoch, 1 Meter breit) und bestehen aus Wasserbüffelhaut.

Außer Bildern gibt es nichts zu berichten, denn die QR-Codes funktionieren nicht und das einzige, was hier auf Englisch ist, ist die Aufschrift auf der Spendenbox.
Für den Einwurf von 10 Baht kann man sich eine halbe Minute oder so ansehen, wie die Figuren in einem Diorama ein Schattentheater simulieren.


Wegen der Sprachbarriere erklären wir das hier zum Highlight des Museums:

River Kwae (auch River Kwai)
Nach zwei Stunden erreichen wir den Anleger, von dem wir mit drei Langschwanzbooten etwa 20 Minuten zu unserer Unterkunft fahren. Dabei spritzt sehr viel Wasser.

Jet meint, das sei die einzige Unterkunft in Thailand ohne Strom. Ob es wirklich das einzige ist, kann ich nicht sagen, aber zumindest dass es keinen Strom geben soll, stimmt nur so halb: An der Rezeption gibt es Strom und WLAN. Also im Prinzip wie bei den Camps in der Serengeti. Außer dass man hier nicht warm duschen kann.

Die Zimmer befinden sich in verbundenen Floßen, also in einer Reihe. Es gibt zwei Teile des Hotels, wie sind in dem Teil flussabwärts.




Die obigen Bilder sind leider nicht perfekt, da sich auch das Restaurant, von dem aus sie entstanden sind, auf einem Floß befindet. Außerdem befinden wir uns in einem tiefen Tal, sodass es keinen Sonnenuntergang gibt und früh kein natürliches Licht mehr da ist, das man für die Blaue Stunde bräuchte.
Heute ist eine absolute Mondfinsternis. Der Mond steht zum Zeitpunkt des Kernschattens aber zu tief und geht genau in der Mitte des obigen Bildes erst auf, als es schon fast vorbei ist. Das ist eine Stunde nach dem obigen Bild.

Da es der Vollmond des dritten Mond-Monats ist, findet heute auch das buddhistische Fest Magha Puja statt. Dabei wird daran gedacht, dass sich 1250 Schüler des Buddha spontan versammelt haben sollen, um den Buddha predigen zu hören. Es scheint keine Einschränkungen im öffentlichen Leben gegeben zu haben.
Südostasien III Tag 6: River Kwae – Entspannter Tag
Kein Programm? Kein Problem.
Heute steht nicht viel an, da ich mich nicht an der Tour zum Hochseilgarten („Monkey Swing“) beteilige. Das machen auch nur 6. Es kostet 75 Euro, bzw. für uns 60, da ein Teil des Hochseilgartens geschlossen ist.
Ich stehe somit erst kurz vorm Ende des Frühstücks auf, da es länger gedauert hat, bis ich schlafen konnte. Für alle, die sich fragen, wie warm es in einem Hotel in Thailand ohne Strom ist: Gegen 23 Uhr war es etwa 25° bei 50%, morgens um halb 9 waren es 19° bei 80%.
Um 12 Uhr geht das eigentliche Programm los. Die Gruppe bricht in zwei Teilen in den nahen Ort Mon auf. Das ist mir zu früh und ich gehe erst etwas später los.

Während ich das Insekt fotografiere, holen mich zwei aus der Monkey-Swing-Gruppe ein. Wir gehen gemeinsam zur Buddha-Höhle und dem Aussichtspunkt, die direkt nebeneinander sind.

Uns verfolgt ab einer Weggabelung ein Typ, der von uns Geld haben will. Wir haben aber gar keins dabei.



Auf dem Rückweg verfolgt uns der Typ weiter, noch weiter als bis zu dem Punkt, wo er uns begonnen hat zu folgen. Dafür kommt kurz darauf jemand anderes zu uns:


Ich sehe eine Vielfarbige Schönechse, auch Blugsaugeragame genannt. Die anderen merken schon: Das wird dauern. Ich bin etwa 20 Minuten damit beschäftigt, sie perfekt in Szene zu setzen.

Um 12 fahren wir mit einem Gefährt unserer Wahl zum Resotel River Kwae ein Stückchen weiter unten am Fluss: 2er-Kajak (9) und Floß für je 6 Leute plus Fahrer vom Hotel (16 Leute). Das Resotel gehört dem gleichen Besitzer wie unsers. Man kann von hier zur Fledermaushöhle laufen, wovon uns Jet abrät. Wir bekommen kostenlos Sandwiches zum Mittag. Dann können wir uns 2,5 Stunden am Pool vergnügen, bevor wir zurückfahren.

Südostasien III Tag 7 – River Kwae, Death Railway, Tramkrasae-Viadukt, Kochkurs/Mallika 124, Kanchanaburi – Brücken am Kwai
Ähnlich wie in Sri Lanka letztes Jahr kombinieren wir Boot und Zug am Kwai. Aber diesmal ist es der echte Fluss.
Die Matratzen hier in der Unterkunft am River Kwae sind super hart. Vermutlich das Modell Líthos aus den mittelgroßen griechischen Hotels, möglicherweise aber auch das Konkurrenzmodel Xýlos. Viele von uns stört das, mich eingeschlossen.
„Warum schlafen Leute, die solche Matratzen geil finden, nicht einfach auf dem Boden?“
— ich
Ich hatte bereits in der vorherigen Nacht eine Lösung für das Problem gefunden: Ich habe die Auflage der Liege vorm Zimmer reingeholt. Die ist zwar sehr dick, schmal und auch nicht wirklich weich, aber bei weitem nicht so hart wie die Betten hier. Das ging dann irgendwie.
Diese Nacht war es deutlich wärmer. Gestern haben ein paar Leute sogar gefroren. Es war nie kälter als 19°.
Frühstück ist kleiner als im ersten Hotel aber okay. Wie üblicherweise in dieser Region (außer Singapur, denn das hat keine eigene Frühstückskultur) gibt es Dinge, die man bei uns eher als Mittagessen erwarten würde. Anders als gestern ist der Reis heute nicht so extrem fettig.
Eine aus der Gruppe und ich machen einen Rundgang durch den Ort Mon. Sie war gestern auch schon hier. Wir laufen zuerst zum Tempel.

Sie erzählt, dass die Eltern eines Teilnehmers vor einigen Jahren in dem Ort gewesen seien, und sie damals noch einen Arbeitselefanten gehabt hätten. Es sei wohl besser, dass das nicht mehr so, sind wir uns einig.

In der Schule von Mon treffen wir eine Touristengruppe. Deren Führer schreibt gerade die Namen der Teilnehmer in der burmesischen Schrift (da die Bewohner des Dorfes aus Burma gekommen sind).
„Janni“ (oder „Jani“) in Mon-Burmesisch:
ယာနဳ
Bei der Schule kommen wir vom Weg ab. Ein Passant hilft uns wieder auf einen richtigen Weg. Plötzlich stehen wir überrascht vor der Buddha-Höhle bzw. dem Aussichtspunkt.
Ich laufe dann noch ein bisschen umher, um das Gebiet für OpenStreetMap zu kartieren. Meine Anwesenheit scheint in einigen Gebieten unerwünscht – kein Wunder, ich habe gerade das Chang-Lager gefunden (Chang („Elefant“) ist eine große thailändische Biermarke), bestehend aus hunderten Kisten.
Death Railway
Um 11:45 fahren wir mit dem Boot zurück in die Zivilisation. Es folgt eine kurze Fahrt mit dem Bus zum Bahnhof Nam Tok (Tha Sao). Abfahrt des Zuges soll 12:50 sein. Es ist jetzt 12:20. Kurz darauf berichtet Jet: Es wird 13:30. Wir können im nahen Restaurant etwas essen. Ich nehme wie immer Tom Kha Kai, bei den Mädels mir gegenüber ist die deutlich günstigere Nudelsuppe mit Fertig-Hackbällchen auf dem Tisch. Das heißt Mittag für 60 THB (1,60 Euro) für die Mädels, für mich das Doppelte, plus 20 Baht für den Reis. Auf jeden Fall ist Tom Kha Kai hier viel besser als auf dem Nachtmarkt von Bangkok und auf dem Schwimmenden Markt vorgestern.
Als wir um 13:30 am Bahnhof stehen, kommt Jet mit einer schlechten Nachricht: Ein Stein ist auf die Strecke gefallen. Als wir gerade abbrechen und mit dem Bus weiterfahren wollen (die Sachen blieben ohnehin im Bus, denn die Bahnfahrt ist wie in Sri Lanka nur zum Spaß im Programm), kommt die Nachricht, dass der Zug doch bald kommen soll. Das tut er dann auch, mit etwa 1:15 Stunden Verspätung. Ein Typ im Zug zeigt uns den Stein:

Carglass tauscht aus.
Death Railway heißt die Bahnstrecke aber nicht deshalb, sondern wegen der zahlreichen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, die die 415 km lange Strecke für die japanische Armee gebaut haben, die die Straße von Malakka (vor Singapur) meiden wollte. Man könne etwa 1 Toten je Schwelle rechnen, meint Jet – so etwa 100.000 (was nicht aufgeht – ich schätze die Anzahl der Schwellen auf 1 Million). Die Bauzeit betrug nur 17 Monate, die Nutzungszeit 21 Monate – dann wurde die Strecke bombadiert und zerstört.


Der Zug fährt ab unserem Einstieg wieder zurück Richtung Thonburi (Bangkok). Man sitzt am besten in Fahrtrichtung rechts, das ist die vom einzigen Bahnsteig abgewandte Seite.
Unser Ziel ist das Tramkrasae-Viadukt. Es führt nicht über den Kwae, sondern parallel dazu auf einigen hundert Metern.

Wir fahren mit einer Geschwindigkeit von max. 75 km/h und halten in: Ko Maha Mongkol, Wang Pho, Thamkrasae (direkt vorm Viadukt), Saphan Tham (direkt hinter dem Viadukt, wo die zahlreichen mit uns eingestiegenen Thailänder mit grünem Shirt aussteigen), Lumsum und unserem Ausstiegspunkt Tha Kilen.
Kochkurs bei Noi
Die meisten Personennamen im MPR-Katalog sind Platzhalter. Jet heißt dort Thewin. Aber Noi heißt Noi. Wir machen einen Kochkurs. Dazu sollen wir uns thailändisch anziehen. Ich habe keine Lust. Die knielangen Pluderhosen der Männer sehen seltsam aus und später habe ich öfter Angst, dass die Kleider der Frauen ins Feuer kommen.
Nach dem Umziehen müssen wir einmal über die Straße zum Mallika 124. Uns ist nicht klar, was das ist. Es scheint aber ein Freilichtmuseum zu sein.


Die Stelzen müsse man alle 10 Jahre tauschen, das Dach alle 5 Jahre, erklärt Noi zu den Häusern auf dem Wasser. Bei den Stelzen komme zunehmend Metall zu Einsatz, aber das sei teurer.
Wir bekommen gezeigt, wie man Reis verarbeitet. Dann geht es in die Küche.

In der Küche bekommen wir ein paar typische Gewürze und Kräuter der thailändischen Küche präsentiert.


Anschließend zeigt uns Noi etwa 20 Minuten, wie sie die drei Gerichte, die wir gleich kochen sollen, macht. Es kommt mir ein bisschen vor, als würde ich mich von Tim Mälzer berieseln lassen. „Aber bei Tim Mälzer kann ich das Rezept im Videotext nachgucken“, meine ich.
Wir sollen die Gerichte in 3er-Gruppen auf einem der acht Herde nachkochen. Alle Zutaten sind bereits in Schälchen und abgewogen, nur Tamarindensoße, Öl und Kokosmilch ist mehr da als man braucht. Es ist eigentlich wie Hellofresh. Falls ihr also vorhabt, die Reise nur wegen des „Live-Moments“ zu buchen – kauft eine Hellofresh-Kiste, ist dasselbe.
Als wir fertig sind, gehen wir mit dem Essen zu einem Pavillon. Dort gibt es auch die Rezepte. Hätte Noi mal früher sagen sollen.
Eigentlich ist das Fotografieren im Freilichtmuseum wohl fester Bestandteil des Programms, aber wir sind eine gute Stunde zu spät (der Zug hat 10 Minuten Verspätung rausgeholt). Aber Noi drängt uns, das Gelände zu verlassen. Allerdings ist sie doch recht geduldig, als ich mit einigen noch eine Fotosession bei der Wand mit den Schirmen einlege. Ob ich für die Bilder Rechte kriege, muss ich erst noch klären.
Dann geht es weiter nach Kanchanaburi. Der Ort ist bekannt für „die Brücke am Kwai“. Der Film spielt nicht hier, sondern in Sri Lanka.
Die heutige Brücke wurde im Krieg zerstört und inzwischen wieder aufgebaut. Sie sieht aber heute anders aus als das historische Vorbild.


Eine aus der Gruppe hat jetzt in ihrer Emirates-App einen Rückflug mit Asiana über Incheon (Südkorea). Das ist einmal um die Welt (6:20h HKT-ICN, 4:15h Aufenthalt, 13:50h ICN-FRA). Einige andere fliegen über Chengdu Tianfu (China), immerhin Business Class.
Südostasien III Tag 8 – Kanchanaburi (Die Brücke am Kwai, Soldatenfriedhof), Tham Khao Luang (Buddha-Höhle) Petchaburi – Der lange Weg zum Strand
Ein bisschen Kultur, bevor es zum Strand geht
Die Brücke am Kwai
8 Uhr Abfahrt. Wir fahren zur Brücke über den Kwae. Weit ist es nicht. Ich war ja gestern Abend da. Da wir einen Umweg fahren und auch nicht direkt davor parken, wäre Laufen wohl genau so schnell gewesen. Wir sind doch die Young Line!


| Gesamt | Tote | |
|---|---|---|
| Asiatische Arbeiter | ca. 200.000 | ca. 80.000 |
| Britische Kriegsgefangene | 30.000 | 6.540 |
| Niederländische Kriegsgefangene | 18.000 | 2.630 |
| Austrlaische Kriegsgefangene | 13.000 | 2.710 |
| Amerikanische Kriegsgefangene | ca. 700 | 356 |
| Japaner und Koreaner | 15.000 | 1.000 |
Ich finde es pietätslos, das asiatische Gruppen hier lustige Gruppenfotos machen.
Soldatenfriedhof
Wir besuchen den Soldatenfriedhof für die Kriegsegefangenen, die beim Bau der Bahnstrecke gestorben sind. Es gibt direkt daneben auch das Death Railway Museum. Das kostet 150 THB – keiner aus der Gruppe will. Wir schauen uns daher den Friedhof an – der kostet nichts.
Bestattet sind hier die Kriegsgefangenen (als Asche) aus Großbritannien, Australien und den Niederlanden. Erstere zwei haben bei vielen Grabsteinen noch einen Spruch stehen. Die meisten Toten waren Anfang/Mitte 20 (das Geburtsdatum fehlt bei Briten und Australiern, während bei Niederländern das Alter nicht angegeben ist). Bei Briten variiert zudem das Logo der Armee, bei der sie tätig waren.
Falls ihr euch fragt, was die Niederländer mit der Sache zu tun hatten: Sie waren Kolonialmacht von Indonesien, das von den Japanern erobert wurde.

Wir halten anschließend bei einem Rasthof der PTT. Dort gibt es üblicherweise zwei Unternehmen, die wir breits kennen und lieben gelernt haben:
- Amazon: Amazon ist die thailändische Antwort auf Starbucks. Sie geben sich immer viel Mühe bei der Zubereitung, dass es lange dauert. Vielleicht würde es schneller gehen, wenn wir Amazon Prime hätten?
- 7-Eleven: Wir haben überlegt, was das in Deutschland am ehesten entsprechen würde. Ich bezeichnete es als „Tankstellenshop Deluxe“. Die Läden sind sehr unterschiedlich groß. Derbisher kleinste war bei unserem Hotel in Bangkok. Es gibt in Bangkok angeblich alle gut 100 Meter einen, an den Hauptstraßen mag das stimmen. Man kann sich da gekaufte Sandwiches und Instantnudeln direkt zubereiten lassen. Außerdem kann man sich Pappbecher mit Getränken füllen.
Mittagessen
Nach 2 Stunden Fahrt halten wir erneut bei einem Rasthof der PTT. Diesmal gibt es aber noch einen Bouletten-Monarchen, einen Pizzaladen, ein thailändisches Restaurant und diverse Stände. Etwa die Hälfte der Gruppe geht zum Bouletten-Monarchen. Burger sind nur geringfügig günstiger als in Deutschland. Günstiger ist es, wenn man eines der Reisgerichte bestellt, die 69 THB kosten (ca. 1,80 Euro).

Tham Khao Luang (Buddha-Höhle bei Petchaburi)
Wir besuchen eine Höhle mit zahlreichen Buddhas. Da man mit dem Bus nicht zum Parkplatz fahren kann, fahren wir vom Bus-Parkplatz ca. 1 Minute mit kleinen Autos.


Am interessanten in der Höhle finden wir die Fledermäuse am Eingang und ein Loch, durch das Licht in die Höhle scheint, in dem man sich fotografieren lassen kann.




Dann fahren wir nochmal zwei Stunden bis zum Golfküste. Unser Hotel befindet sich unweit des Strandes.
Kleines Langschwanzboot vor Sam Roi YodSüdostasien III Tag 9: Sam-Roi-Yod-Nationalpark, Phraya Nakhon Cave – Höhlenforschung
Optionaler Ausflug in die königliche Höhle! Fotografische super spannend.
Heute ist ein Ausflug, den auch ich mal gebucht habe. Es geht zur Phraya-Nahkon-Höhle (wörtlich „königliche Höhle“).
Gestern haben wir uns etwas darüber lustig gemacht, dass Jet „Höhle“ nicht richtig aussprechen kann. Es klingt dann wie [hœː.lə] (mit langgezogenem kurzem ö) statt wie korrekt [høːlə]. Später waren wir in einem Restaurant am Strand und der Wirt konnte ein paar Worte deutsch. Unter anderem konnte er perfekt „Dankeschön“ sagen, das denselben langen ö-Laut wie „Höhle“ enthält.
Weitere Laute, die Jet Probleme bereiten, sind „ch“ und „r“ (außer am Ende, weil es da [a] gesprochen wird), letzteres, obwohl Thai ein gerolltes R hat, z.B. in „aroi“ („lecker“). Heute hat er ein Problem mit „Tintenfisch“, durch dass es sich eher wie „Tittenfisch“ anhört (aber der heißt ja schon „Meerjungfrau“).
Der Preis von 75 Euro entspricht zwar dem Marktpreis, was enthalten ist, ist aber sehr wenig und man könnte auch kostenlos ein Fahrrad im Hotel leihen, nach Bang Pu fahren (knapp 10 km eine Strecke) und von dort aus laufen. Ticket kostet 200 THB, wobei ich nicht weiß, wo man das kauft bzw. kaufen muss.
Immerhin kriegen wir eine kleine Rundfahrt durch den Hafen von Bang Pu.

Nach dem Ausstieg am Strand (und dem Entsanden) geht es auch gleich los zur Höhle.



Unterwegs befindet sich ein Aussichtspunkt, zu dem später mehr. Ich verliere hier die Gruppe, was aber kein Problem ist. Solange man um 13 Uhr zum Essen im Restaurant unten ist, ist alles okay (runter dauert höchstens 30 Minuten und es ist jetzt 10 Uhr).

(Das vorherige Bild ist aber in Richtung von der Höhle weg aufgenommen.)








Nach Rückkehr können wir im Meer schwimmen. Abkühlen ist das nicht, denn das Wasser ist pisswarm.
Ach ja, wir haben schon lange nicht mehr die Reihe „unnötige paradiesische Bilder“.

Das Mittagessen ist inklusive. Es gibt Reis und dazu Schweinefleisch Süßsauer, Hähnchen mit Cashew und panierte Garnelen und Zwiebelringe. Zum Nachtisch gibt es Ananas.
Wer Lust hat, kann den vorhin erwähnten Weg zurück nach Bang Pu laufen. Das machen zwei Mädels und ich. Da hat man eine gute Aussicht.

Nach Rückkehr zum Hotel leihe ich mir ein Fahrrad, um mir zwei Orte anzuschauen, die auf Google interessant schienen – aber langweilig sind. Auf dem Rückweg überquert aber eine Kuhherde die Straße und bedient sich an den Blumen der Anwohner.

Sonnabends findet abend ein Nachtmarkt am Strand direkt vor dem Hotel statt. Es gibt viele günstige Gerichte, weil sich vieles in diesem Ort an Thailänder richtet. Es gibt auch Live-Musik.

Südostasien III Tag 10: Prachuap Khiri Khan (Wat Ao Noi, Wat Khao Chong Krachok), Thong Chai Bang Saphan – Geberlaune
Ob Damenrasierer für den Mönch oder Maiskolben für die Javaneraffen – MPR lässt heute was springen. Und Leute bauen einen Schloss-Tempel für 100 Millionen Baht, weil sie den König so toll fanden.
Heute besuchen wir drei Tempel. Eine Stunde dauert es bis zum ersten. Jet erzählt die Story vom Buddha (die sich wohl keiner merken kann) sowie detaillierte Infos, was heute passiert. Ich verstehe nicht, was das soll – wir werden das ja erleben, da braucht man das vorher nicht erzählt bekommen. Ich les mir ja auch nicht alle Spoiler durch, bevor ich eine Serie gucke.
Wat Ao Noi

Der Wat Ao Noi (das zweite Wort spricht man eher wie ‚au‘) ist ein kleiner Tempel. Vor dem Eingang dürfen wir die drei Glocken läuten (jeweils dreimal) und auf den Gong schlagen (ebenfalls dreimal).

Dann bekommen wir eine Segnung vom Mönch. Er spricht einige Wörter in der Sakralsprache Bali, die wir nachsprechen. Ich mache nicht mit, da ich Angst habe, das falsch auszusprechen und daher stattdessen seine Mutter zu beleidigen oder so. Anschließend geben wir ihm fünf Pakete mit Geschenken. Was man als Mönch so braucht: Damenrasierer, Hustensaft, einen Plastik-Buddha (denn er hat mit Sicherheit noch nicht genug!) usw.

Die vorderste Reihe, dazu gehöre auch ich (weil niemand wollte), bekommen einen Becher mit Weihwasser, den wir in eine Rinne vor dem Tempel gießen. Das Wasser läuft dann zu einem Baum.
Wat Khao Chong Krachok
Unweit des Wat Ao Noi befindet sih noch ein Tempel. Wat Khao Chong Krachok besteht aus zwei Teilen. Im unteren Tempel wird gerade eine große Gaudi gefeiert: Ein Truck mit Bühne drauf fährt langsam im Kreis um den Tempel, während auf der Bühne Live-Musik gespielt wird, eine wilde thailändische Mischung aus Rock und Techno.
Wir wollen aber zum oberen Teil des Tempels. Das sind blöderweise 396 Stufen. Vorher lässt Marco Polo aber noch ein bisschen Affenfutter springen: Mais, ein paar kleine Bananen, Schoten und noch mehr.

Auch auf dem Weg zum oberen Tempel gibt es zahlreiche Affen:

(Anmerkung: Der Affe frisst nichts von uns.)





Der Tempel selbst ist jetzt nicht so schön. Man kann Fotos von sich in einer Umgebung machen, die manchmal an Mýkonos oder Sandoríni erinnert.


Leute aus unserer Gruppe haben ein Schild gefunden, das auf ein Felsentor hinweist. Jet kennt es wohl auch noch nicht. Ich habe eine Pforte gesehen, auf deren Schild das auch stand. Wir folgen dem Weg und gelangen zu einer Leiter. Die ist zwar aus Stahl, hat aber kein Geländer, nur runde Stufen und die Schweißnähte sind auch nicht fachmännisch gesetzt. Und es geht geschätzt knapp 10 Meter nach unten. Wir passen.
Also wieder runter. Meiner Gruppe aus 5 Nachzüglern wird erst durch die Affen der Abstieg verweigert. Irgendwann lassen sie uns aber durch. Unten feiern einige noch kurz mit.

Mittagessen ist im Lotus Center (Einkaufszentrum) der Stadt. Eigentlich wollten wir alle zum MK Restaurant, um einen thailändischen Hot Pot auszuprobieren, aber das Restaurant ist voll. Einige kaufen was im Supermarkt, 9 andere und ich gehen zu 1112 („The Pizza Company“).
Thong-Chai-Hügel
Auch hier waren wieder Leute in Geberlaune, diesmal aber nicht wir. Unzählige Anwohner haben über 101.098.499 Baht gesammelt, um vor 31 Jahren einen Tempel aus Dankbarkeit gegenüber König Rama IX. zu bauen. Damals waren das wohl um die 3 Millionen Euro, meint Jet.
Herausgekommen ist eine Anlage, die unten einen großen Budda hat und oben ein Tempel, der eher dem Schloss im Disney-Logo ähnelt. Man kann reingehen. Es ist sehr prunkvoll da drin.

Der Tempel liegt wenige Kilometer entfernt von unserem Hotel heute Nacht. Das Hotel ist am Strand (davon getrennt durch eine Straße) und vom Strand kann man den Tempel sehen.

Sonntags ist Nachtmarkt im Ort. Aber er ist viel kleiner als der gestern. Wir gehen zu einem Restaurant, dass Jet vorgeschlagen hat. Danach gehen wir noch zu 7-Eleven. Der Ort hiert ist berühmt dafür, dass sich zwei 7-Eleven praktisch direkt nebeneinander befinden.
Südostasien III Tag 11: Schnorcheln vor Ko Talu, Thung Wua Laen, Khao Matsee – Es wird nass
Unser erster Regen! Aber vorher schöne Fische. Und danach wieder Sonnersche/in am Traumstrand.
Für 1500 THB können wir einen Schnorchelausflug machen. 19 sind dabei, 6 bleiben bis 12 im Hotel.
Wir fahren 40 Minuten zu Suchert Diving Tour. Dort können wir uns umziehen. Anschließend geht es aufs Holzboot und zur Insel Ko Talu. Wir dürfen oben auf dem Dach sitzen. Es gibt keine Stühle, daher sitzen wir auf einer Strandmatte.
Bevor wir schnorcheln, können wir ein Bild vom Felsentor machen, das die Insel im Norden hat.

Dann aber ab ins Wasser. Die Fische hier im Golf von Thailand sind doch etwas anders, als die, die ich von der anderen Seite Thailands kenne. Leider ist was Wasser recht trübe,.











Dann fängt es an zu regnen und zu gewittern. Wir essen das inkludierte Mittagessen (alles kalt) und kriegen eine Dose Coca-Cola.
Gewitter über dem Wasser bei Ko Tahu, Blick aufs FestlandWir legen an einem anderen Ort an, als wir losgefahren sind. Sie schicken einen Pickup mit Bänken auf der Ladefläche, um uns zum Startpunkt zu bringen. Ich laufe und bis dabei schneller als das Auto...
Thung Wua Laen
Nach einem Stopp bei PTT – wir haben Zeit, den winzigen Amazon zu überrennen, der hier nur ein Stand ist – geht es zum Strand. 30 Minuten Stopp. Baden sollen wir nicht, also stehen wir 30 Minuten in der Gegend rum. Zum Glück kommt ein Kokoseisverkäufer mit seinem umgebauten Moped vorbei.

Aussichtspunkt Khao Matsee in Pak Nam
Wir rennen (da der Bus die Straße nicht fahren darf) auf einen Berg an der Küste, wo eine Statue einer chinesischen weiblichen Buddha-Variante steht. Außerdem gibt es dort eine nette Aussicht auf den Ort Pak Nam, was offenbar der Küstenteil der weiter im Landesinneren gelegenen Stadt Chumphon ist.


Ich halte sie von weitem für die drei weisen Affen (nichts Böses hören, nichts Böses sehen, nichts Böses sagen), aber der rechte entspricht eher dem vierten Affen (nichts Böses tun) und der linke passt gar nicht ins Bild.
Der Name des Ortes wird auf der offiziellen Karte als Khao Must See bezeichnet. Könnte Absicht sein.
Abends zeigt uns Jet den Nachtmarkt von Chumphon. Der ist allerdings weit verstreut und an einer Straße, ähnlich wie der chinesische Nachtmarkt in Bangkok. Die meisten von uns gehen ins Old Time Café, einem der zwei von Jet empfohlenen Restaurants (ins andere hätten wir nicht reingepasst, außerdem ist es Seafood-lastig). Vegetarisch ist im Old Time ein Fremdwort, ebenso Reis. Bleiben für Vegetarier nur Pommes. Außerdemm servieren sie dort koreanische Instantnudeln, die unfassbar scharf sind. Billig ist es auch nicht.
Das Internet im Loftmania ist eine Katastrophe. Wenn ihr das hier lest, hat's mit dem Blogpost irgendwie geklappt. Ich habe zwar eine lokale SIM-Karte und die war nicht billig (19 Euro), aber Tethering ist vom Anbieter True aus blockiert. Danke für nichts.
Südostasien III Nachmittag 12: Khao Sok (Wat Tham Phanthurat/„Affentempel“, Kayak auf dem Sok-Fluss) – Affige Ideen
Affentempel besuchen? Okay. Aber Kayakfahren auf einem knöcheltiefen Fluss? Bei strömendem Regen?
Eigentlich fehlt uns noch das übliche Chaos seitens MPR. Abgesehen davon, dass das mit einer sinnvollen Einteilung von Doppel- und Twinzimmern immer noch nicht klappt (da hat auch kein MPR-Kunde mehr Hoffnung): Im letzten Hotel hatte zumindest das eine (unserer insgesamt drei) Pärchen ein Twin-Zimmer, ich aber ein Doppelzimmer. Auf dem Fluss hatte ich hingegen ein Twin-Zimmer, während (fast?) alle anderen ein Dreier-Zimmer mit einem großen und einem kleinen Bett hatten (meine beiden Betten waren gleich groß – und gleich hart).
Auf jeden Fall haben sich viele in der Gruppe auf unser Hotel im Khao-Sok-Nationalpark gefreut, das The Cliff & River Jungle Resort. Mir kam die ganze Sache gestern schon spanisch vor, als Jet irgendwas von Partymeile erzählt hat, während ich das Hotel irgendwo im Nirgendwo in Erinnerung hatte.
Und als ich heute Jet nach dem Affentempel frage, den ich in zahlreichen Get-Your-Guide-Touren gefunden habe, meint Jet, ich könne da vom Hotel einfach hinlaufen. 20 Minuten. Als ich mir die Route auf Google Maps anzeigen lasse, sind es aber 2:32 Stunden. Da wird klar: Wir kommen ins falsche Hotel. Komische Hütten auf Stelzen und kein Pool. Die Stimmung im Bus kippt für einige Zeit.
Der Grund, warum die anderen sich so auf der Hotel gefreut haben, war, dass es die Januar-Gruppe als das Highlight der Reise beschrieb. Die Lage unterhalb der Felsen soll wohl sehr beeindruckend sein.

Und ja, es befindet sich wirklich im Nichts.
Statt Cliff & River Jungle ist es jetzt River Lodge geworden.

Das Hotel erreichen wir um 13:40. Bis dahin saßen wir nur im Bus, haben aber einmal bei Amazon angehalten und einmal beim Lotus's-Supermarkt, um Massaman-Curry-Paste zu kaufen. Es gab bei weitem nicht genug für alle.
Wat Tham Phanthurat
Unmittelbar nach Beziehen meiner Stelzenhütte laufe ich zum Affentempel. Jet meinte, der sei kostenlos, aber er kostet 30 THB.

Die Halle ist innen sehr schön dekoriert.


Affen gibt es nicht wirklich. Ein paar Affen sind zwar anfangs an den Felsen, nehmen aber gerade reißaus, als ich ankomme. Also bleibt noch der Besuch der Höhle:

Die Höhle geht einige duzend Meter in den Fels und ist auch zunächst elektronisch. Dann geht eine Treppe und Leiter runter in einen nicht beleuchteten Teil. Ich höre Fledermäuse. Die Leiter ist mir nicht geheuer, ich drehe um.
Plötzlich höre ich noch ein Hecheln hinter mir. Und tatsächlich: Ein Hund ist mit mir aus der Höhle gekommen.

Kayaktour
Eine Kayaktour, bei dem man nicht selbst fahren kann, ist schon ziemlich affig. Aber es kommt noch affiger.
Denn was als Kayaktour im Programm drin steht, scheint eher ein Test für eine neue Variante Thai-Massage zu sein. Und die ist fürn Arsch.
Was, den Witz findet ihr flach? Das ist nichts im Vergleich zum Wasserstand des Flusses Sok. Der ist nämlich größtenteils nur knöcheltief und nie tiefer als 1 Meter. Wir werden oft eher geschoben als gepaddelt.

Ich hatte mich ja damals auf Bali schon über sinnloses Rafting bei MPR lustig gemacht („Paddeltour mit ein paar Strömungen“, wobei das Zitat nicht von mir kommt), aber hier ist es halt nochmals sinnloser. Und weil so wenig Wasser im Fluss ist, ist das eher ein Materialtest für die Kajaks. Das Risiko hält sich auch in Grenzen.



Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es die meiste Zeit stark regnet?

Das Folgende Bild sieht zwar recht ähnlich aus, es handelt sich dabei aber um eine Ansammlung von Wasserläufern.

Nach knapp 50 MInuten ist der Spuk vorbei. Und der Regen auch. Er kommt aber später wieder.

geschrieben von Janni