Kríti (Kreta) VII Tag 1: Iráklio, Ágios Nikólaos – Wieder vereint
Zusammen mit Jannik unterwegs – über zwei Jahre hat’s gedauert. Und damit länger, als dieser Post zu spät ist.
Diese Serie handelt vom 15. bis 23. Juni 2024. Sie ist irgendwie in Vergessenheit geraten.
Irgendwie hat es geklappt: Jannik und Janni gemeinsam auf Kreta. Eigentlich wären wir beide um kurz nach 19 angekommen, aber beide Hinflüge wurden geändert und jetzt liegen zwischen unseren (planmäßigen) Ankünften gut 7 Stunden.
Janni
Ich habe wieder so ein Quatschticket wie damals auf Madeira. Damals gab es ein Ticket mit 4 TAP-Air-Flügen – ausgestellt von Lufthansa, gekauft über MyTrip. Diesmal war es ein Ticket von Brussels Airlines – mit einer Verbindung, die man bei Brussels Airlines gar nicht buchen konnte, aber bei Booking.com über gotogate.
Der Flug von Hamburg nach Brüssel wurde aber am 19.2. so verlegt, dass in Brüssel-National eine Umsteigezeit von 10 Minuten entstand. Ich durfte mir einen neuen Flug aus einer recht langen Liste aussuchen. Der Direktflug mit EW war nicht dabei, nur Umsteigeverbindungen. Ich musste mich sehr zurückhalten, nicht aus Spaß die Version über Zürich und Brüssel (also zwei Umstiegen) zu nehmen, weil dort die beiden Flugzeugmuster zum Einsatz kommen, die mich aktuell am meisten interessieren, mit denen ich aber noch nie geflogen bin: die 295 (Embraer 195 E2) und die BCS3 (Airbus A220-300). Ich konnte mich immerhin soweit zurückhalten, dass ich nichts ausgewählt habe.
Am 6.5. schrieb mit Booking, dass sie mein Ticket in Kürze stornieren würden, weil die Fluggesellschaft den Flug gestrichen und keine Alternative angeboten hätte. Ey! Geht’s noch? Der Flug über Zürich und Brüssel war zwar nicht mehr da, aber über Frankfurt. Also dorthin umgebucht. Das Ticket wurde auch tatsächlich nicht storniert.
Bereits am frühen Morgen bekomme ich die E-Mail von Ocean, Eurowings Discover, EW Discover, Discover Airlines oder wie auch immer die gerade heißen, dass der Flug eine Dreiviertelstunde Verspätung haben werde. Seltsam, denn bei meiner Ankunft in Frankfurt kommt der Anschlussflug auch gerade pünktlich aus Malle. Aus irgendwelchen Gründen steht er aber noch zwei Stunden herum, sodass ich mit 80 Minuten Verspätung in Iráklio ankomme.&p>
Jannik
Jannik hat über Opodo Direktflüge ab/bis Düsseldorf gebucht. Ursprünglich ging es mit Eurowings hin und mit TUI zurück. Anscheinend hat er aber nicht nicht über Opodo direkt gebucht, sondern über Citizenplane (=das bereits erwähnte MyTrip). Und die haben seinen Hinflug knapp eine Woche vor Abflug geändert – Minuten nachdem ich den Mietwagen gebucht habe.
Er hat sich dann beschwert, weil ab 14 Tagen vor Abflug nicht einfach Flüge gut vier Stunden nach hinten verlegt werden können. Nach einigem Hin und Her, bei dem sich Opodo und Citizenplane die Schuld gaben und er von Opodo widersprüchliche Informationen erhielt, ob er stornieren könnte, stornierte Citizenplane scheinbar seinen Hinflug. Er hat dann denselben Hinflug mit Corendon, den er ersatzweise von Citizenplan erhalten hat, selbst gebucht. Direkt über Corendon. Da war sogar etwas billiger als die versprochene Rückerstattung wegen der Stornierung. Wenige Tage vor der Reise wird der Hinflug sogar noch um 10 Minuten nach hinten verlegt.
Am Flughafen zeigte Jannik seinen Ausweis und wurde dann gefragt, welche der drei Personen mit seinem Namen er denn auf dem ausgebuchten Flug einchecken würde. „Die auf Sitzplatz 21F“, meinte er. Das war der Platz, auf dem er selbst eingecheckt hatte. Wie es Citizenplane geschafft hat, ihn nicht wie angegeben 0x sondern gleich 2x auf den Flieger gebucht zu haben, können wir bis heute nicht nachvollziehen.
Von Opodo gab es einen 80-Euro-Gutschein (personengebunden).
Iráklio
Ich bin somit um 17:30 da. Jannik nicht vor 23:20, aber bei meiner Ankunft ist der Flieger von Iráklio nach Düsseldorf bereits so verspätet, dass nochmal ein bisschen was drauf kommt. Mietwagen ist um 19 Uhr gebucht. Lohnt sich da eine Fahrt mit dem Bus nach Iráklio? Ja komm, was soll man sonst machen.

In der Nähe ist auch die Venetianische Loggia. Sie kenne ich aus einem Bild, das mal eine hohe Platzierung bei Wiki Loves Monuments erreicht hat. Ich stelle das mal nach:

Am Morosini-Brunnen (Kríni Morozíni) vorbei komme ich zur Ágios-Minás-Kathedrale. Die dortigen Fenster werfen buntes Licht in den Vorraum.

Ágios Nikólaos
Ich fahre nach Ágios Nikólaos, um mir den Voulisméni-See in der blauen Stunde anzusehen. Ich bin offenbar leicht zu spät. Dazu kommt, dass Olymbiakós Piräus irgendeine Veranstaltung am See abhält, weshalb starke rote Scheinwerfer in meine Richtung leuchten und für Streulicht sorgen.

Mein schönstes Foto von Ágios Nikólaos befindet sich allerdings ohnehin hier ganz am Ende.
Und nun zu einer der großen offenen Fragen vom letzten Mal Kreta: Warum sind auf Spinalónga eigentlich überall Scheinwerfer, obwohl sie zumindest letzten Oktober nachts nichts beleuchtet wurde? Für den Fall, dass es an der da gerade eingeführten Winterzeit lag, kann man ja um die Sonnenwende nochmal nachsehen. Ergebnis: Es ist immer noch nicht beleuchtet.
Jetzt ab zum Flughafen und Jannik abholen. Ich kriege jetzt spontan uns beide nicht mehr in ein Hotel mit 24-Stunden-Rezeption unter, also schlafen wir zwei Kilometer voneinander entfernt im All-Inclusive-Gebiet östlich von Réthymno. Ungewöhnlich für Kreta: Das Leitungswasser ist in beiden unserer Hotels ist nicht trinkbar. Dafür gibt es aber kostenlos eine Flasche Wasser.
Kríti (Kreta) VII Tag 2: Kloster Arkádi, Psilorítis – Bekanntes Kloster, unbekannter Berg
Den höchsten Berg der Insel kennt kaum ein Kreter. Und wir unsere Unterkunft nicht.
Kloster Arkádi
Nachdem ich Jannik von seiner Unterkunft abgeholt habe – genau wie bei mir gab es auch bei Jannik kein trinkbares Leitungswasser aber eine Flasche Wasser –, fahren wir zum Kloster Arkádi. Es ist dadurch bekannt, dass knapp 1.000 Kreter sich dort vor einer Belagerung durch 15.000 Osmanen verschanzt haben. Der Legende nach sollen sie sich dann, als sie keine Chance mehr sahen, im Pulvermagazon selbst in die Luft gejagt haben.
Das Kloster habe ich schon an meinem letzten Sonntag auf Kreta besucht und zum Fotografieren stand die Sonne damals meist besser.

Einen Raum habe ich damals nicht vernünftig fotografiert, nämlich das Pulvermagazin.

Ágios Mámas
Nun geht es nach Ágios Mámas, wo es die gleichnamige Kirche gibt. Die ist von außen und von innen ganz hübsch, von außen aber schwer zu fotografieren.

Die Wandbilder drinnen scheinen noch ziemlich neu zu sein. Die Farben sind auf jeden Fall sehr schön.
Psilorítis
Der mit 2456 Metern höchste Berg auf Kreta heißt Psilorítis („hoher Berg“, auch wie die Gipfelkapelle Tímios Stavrós für „Ehrfürchtiges Kreuz“ genannt) und gehört zum Idagebirge. In den Léfka Óri („Weiße Berge“) weiter westlich gibt es den Páchnes, der nur 2 oder 3 Meter tiefer ist und aus der Samariá-Schlucht gut gesehen werden kann.

Es gibt grundsätzlich zwei Wege zum Psilorítis, einmal vom Lákkos-Plateau (Lákkos Myregoú) und einmal von der Idäischen Grotte. Letzter ist wohl länger und wohl auch für Mietwagen nicht gedacht. Nach Lákkos Myregoú führt hingegen eine alphatierte Straße und der Weg zum Gipfel sollte sogar etwas kürzer sein.

Die Schutzhütte ist übrigens verschlossen.
Um 13:37 machen wir uns auf den Weg nach oben. Auf den ersten hundert Höhenmetern sieht man oft Schafe und Schafstelzen (ein Vogel ähnlich der Bachstelze).

Laut Wikipedia dauert der Weg zweieinhalb Stunden. Rauf brauchen wir allerdings vier. Ich bin durch 5000 Meter Höhe in Peru vor vier Wochen noch gut an Höhe gewöhnt, aber Jannik nicht. Dafür ist Jannik später bergab schneller als ich.

Nach ziemlich genau drei Stunden erreichen wir die Gabelung, wo sich die beiden Wege treffen. Ab hier geht es von der Strecke her deutlich schneller. Die Kilometrierung ist allerdings komisch, da sie bei Lákkos-Plateau bei 4,5 beginnt und runterzählt, es aber definitiv mehr als 4,5 Kilometer sind.


Von oben hat man einen weiten Blick über Kreta und die vorgelagerten Inseln. Schön ist der Blick auf die Léfka Óri. „Allein dafür hat es sich gelohnt“, meint Jannik.


Mein Weitwinkelobjektiv erklärt mir dann den Krieg. Selbst der mechanische manuelle Fokus will nicht mehr, weil es irgendwie festhängt.

Die Kapelle ist von innen nicht schön. Allerdings gibt es vorm Eingang recht viele Marienkäfer, die man beobachten kann.
Bereits auf dem Weg nach oben ist uns unweit des Weges etwas aufgefallen: Ist das Eis? Ich schaue nach. Ja, stimmt! Selbst jetzt Mitte Juni liegt noch Schnee auf dem Psilorítis.

Ziemlich genau 7 Stunden nach unserer Aufbruch sind wir wieder am Fuße des Berges.
Nächtliche Suche nach dem Sonnenschein
Wir fahren nach Mália. Ich habe ein Hotel namens Sunshine Studios gebucht. Also schnell bei Google Maps eingeben und los geht’s. Die Rezeption ist bei unserer Ankunft geschlossen. Ich rufe bei der angegebenen Nummer an. Ob ich mir sicher sei, dass ich in Stalída gebucht hätte und nicht in Mália. Sie würden nämlich keine Last-Minute-Buchungen machen. Okay, ab ins Auto und weiter die paar Kilometer nach Mália. Auf dem Weg kommen wir am Alexnader Beach vorbei, wo meine Eltern 2022 waren.
In der Unterkunft, die auf Google Maps Sunshine Studios & Apartments heißt, begrüßt uns der Eigentümer, nachdem uns der Wachdienst Einlass gewährt hat. Er versuche, den Namen auf Google Maps zu ändern, aber Google lasse das nicht zu, erklärt er. Danach zeigt es uns auf einer Karte die Umgebung und wo wir etwas essen können.
Auf der Karte ist eine Straße geschwärzt. Da sei es nicht sicher, denn da seien die britischen Sauftouristen. Wegen derer habe er auch den Wachdienst. Es gibt viele gute Restaurants in der Umgebung. Direkt schräg gegenüber gibt es das Queen’s, das aber wegen der Straße vom Ambiente nicht so gut sei, aber das Essen sei bei allen markierten Restaurants auf der Karte gut. „Ich weiß nicht, wo die Erwartungen an den Brexit größer waren, hier oder in Großbritannien“, meine ich später zu Jannik. Durch den Brexit habe sich der Anteil der Briten in Mália von 99 auf 10–15% gesenkt, meint unser Gastgeber.
Unser Gastgeber lebt zwar seit 45 Jahren auf Kreta – auf dem Psilorítis war er aber noch nicht. Man besuche eher die weiter entfernten Orte, meint er. Das kann ich irgendwie nachvollziehen.
Wir gehen zum Queen’s. Das Essen ist gut. Es gibt zwei Getränke, die ich noch nicht probiert habe. Lemonáda ist Zitronenlimo, das ist recht klar. Aber was ist Kaneláda? Das Getränk schmeckt exakt wie die Zimtzubereitung von Müller Milchreis. Beide neuen Getränke sind von der Marke Psilorítis – wo auch unser Kellner noch nie war.
Jannik hat beim Checkin ein Zimmer im Erdgeschoss bekommen, ich eins im ersten Stock. Irgendetwas in meinem Zimmer piept die ganze Zeit. Es stellt sich heraus, dass der Safe die ganze Zeit denkt, jemand würde die Tasten 2 und 3 drücken. Ich packe ihn in die Wolldecken ein und schlafe mit Ohropax.
Das Bett ist hingegen wirklich gut. Muss ich mir merken, wenn ich mal wieder auf Kreta bin.
Mein Weitwinkelobjektiv hat sich bereits auf dem Rückweg wieder eingekriegt. Es hat seither (zumindest bis zur Einstellung dieses Posts) auch nie wieder Ärger gemacht.
Kríti (Kreta) VII Tag 3: Feenhöhle von Astrakí, Lasíthi-Plateau (Kloster Kimíseos Theotókou Kroustallénias, Kloster Vidianís), Lachanás-Brücke, Diónysos Village, Palmenstrand von Vái – Vergessenes
Vergessene Sehenswürdigkeiten, vergessene Laptops, vergessene Orte – aber definitiv kein Tag zum Vergessen
Feenhöhle von Astrakí (Neraïdospíleo ton Astrakón)
Frühstück holen wir bei Lidl. Ich bringe Jannik nach Knossós und fahre selbst weiter zur „Feenhöhle von Astrakí“. Das ist keine Höhle, sondern ein Teich, zu dem sich der Fluss in der Astrakianó-Schlucht an einem Damm aufgestaut hat.

Und Feen sind auch keine da, nur Dohlen. Ärgerlich. Eigentlich wollte ich mir was wünsche, nämlich dass der Weg nicht komplett zugewuchert ist und ich keine Zeckenstiche davon trage. Letztere tue ich aber auch so nicht.
Lasíthi-Ebene
Ich hole Jannik ab und wir fahren zu einem weiteren Ort, den er gerne sehen möchte, aber den ich schon gesehen habe: Diktéon Ándron, besser bekannt als Höhle von Psychró oder Zeus-Höhle. Unterwegs halten wir am Aposeléni-Stausee. Auf dem Weg befinden sich auch die zerstörten Windmühlen an der höchsten Stelle des Passes ins Lasithi-Plateau. Die Höhle, den Stausee und die Windmühlen habe ich 2020 bei einem Tagesausflug besucht.

Das obige Bild kostet uns allerdings 2,50, denn weil ich dafür ausgestiegen bin, nötigen sie Jannik dazu, die Parkgebühren zu bezahlen, was ich erst erfahre, als ich Jannik abhole. Ich mache nämlich in der Zeit eine Besichtigung der veudeb Klöster auf der Ebenen.
Kloster Kimíseos Theotókou Kroustallénias
Ich besuche das Kloster Kimíseos Theotókou Kroustallénias. Es ist ganz hübsch und kostet keinen Eintritt. Man kann die große Klosterkirche besuchen, wo ich mir etwas vom Brot nehme, das aber schon zu hart ist, um es noch zu essen.

Außer mir ist niemand da. Wahrscheinlich Mittagspause. Ich reiße mich zusammen, nicht die Glocke vor der Kapelle im Untergeschoss des Haupthauses zu läuten.
Kloster Vidianís
Anschließend besuche ich noch das Kloster Vidianís, das andere Kloster auf der Ebene. Auf dem Weg stehe ich in einem Ort 20 Minuten im Stau – es gibt kein Vor aber auch kein Zurück. Warum da Stau ist, weiß ich auch nicht.

Leider finde ich das Kloster nicht so schön wie das davor. Vorm Kloster fotografiert ein Pärchen die Blüten eines Passionsfrucht-Strauches. Auch eine Holzbiene und ein paar andere Bienen schwirren herum.

Dann hole ich Jannik ab. Er hat sich in einem Café beim Parkplatz der Höhle einen Kaffee gekauft und dazu eine Packung Erdbeeren geschenkt bekommen. Entgegen meiner Befürchtung müssen wir nicht nochmal Parkgebühren bezahlen.
Unser Gastgeber von gestern hatte bereits vor unserer Ankunft in Knossós angerufen – ich habe meinen Laptop vergessen. Den holen wir ab. Das sei nicht so schlimm, meint der Gastgeber, ein anderer Gast habe heute seinen Koffer vergessen.
Ríchtis-Schlucht: Lachanás-Brücke
Wir fahren in Richtung Palmenstrand von Vái. Unterwegs halten wir oberhalb der Ríchtis-Schlucht. Ich laufe zur Lachanás-Brücke, Jannik bleibt beim Auto. Irgendwie habe ich mir die Lachanás-Brücke größer vorgestellt.

Die Schlucht kostet Eintritt, hab ich ja auch 2023 bezahlt, aber so spät ist niemand mehr da. Die Brücke ist praktisch direkt vorm Eintrittshäuschen.
Man kann übrigens mit dem Auto direkt zur Brücke fahren, es gibt dort aber nur drei Parkplätze. Wie man bei so vielen Parkplätzen sein Auto wiederfindet? Sie sind glücklicherweise nummmeriert.
Diónysos Village

Nicht nur der Besuch des jeweils höchsten Berges jeder Insel gehört bei Jannik und mir zum Pflichtprogramm, auch der Besuch von Lost Places. Und Kreta hat da sozusagen ein ganzes Dorf, wobei das gar nicht mal so „lost“ ist.

Als wir uns dort nämlich umsehen, stellen wir fest, dass einige Leute dort wohnen. Laut Aushängen gehen sie seit Jahren gerichtlich gegen die Firma vor, die ihnen die Wohnungen verkauft oder vermietet hat.
2022 schrieb ich basierend auf dem 111-Orte-Buch, dass die bestehenden 400 Einheiten nur ein Siebtel der Größe seien. In einem Fenster kann man an einem Modell sehen, was das bedeutet:



Palmenstrand von Vái
Mit den letzten Sonnenstraßen des Tages erreichen wir den Palmenstrand von Vái. Wir genießen den Sonnenuntergang.

Auf dem Rückweg kommen wir nochmal an Diónysos Village vorbei, das da weit ab jeglicher Tourirouten außer der nach Vái liegt. Ich denke, dass Sitía den Vinzéndzos-Kornáros-Flughafen attraktiver machen sollte. Aktuell gehen da nur ein paar von der griechischen Regierung subventionierte Inlandsflüge. Aber um beispielsweise Ryanair mit Subventionen anzulocken, müsste Sitía aber erstmal das Geld haben, wendet Jannik ein.

Dann geht es in Sitía einmal von Nord nach Süd. Dabei muss man auf viele querende Mauswiesel (Zwergwiesel) aufpassen. Sie werden manchmal als eigene Unterart namens Kretawiesel (Mustela nivalis galinthias) bezeichnet.
Unsere heutige Unterkunft heißt wieder was mit Sonne und Studio & Apartments, nämlich Helios (altgr. für Sonne). Der Weg Eine ältere Dame empfängt uns herzlich oberhalb von Makrý Gialós. Kuchen steht bereit, aber wir gehen zum Abendessen runter zum Dorf in ein Fastfood-Restaurant namens Obelix, da der Rest schon zu hat. Während der Weg zur Unterkunft heute (allerdings nur, weil wir von Norden kamen) recht einfach ist, ist der kurze Weg ins Dorf eine Katastrophe, da wir über Brachland müssen, das zudem noch zwei Meter über Straßenhöhe liegt.
Die Unterkunft haben wir gebucht, weil hier morgen früh ein Bootsausflug nach Koufonísi Lasíthiou stattfindet, der aber wegen Windes kurz nach Buchung der Unterkunft abgesagt wurde. Außer einen Tag später passt es bei uns auch nicht mehr in unseren Plan.
Kríti (Kreta) VII Tag 4: Kryopótamos-Brücke, Wald von Sými, Kloster Odigítrias, Agía Marína Donkey Rescue, Mátala – Alternativprogramm
Keine Bootstour nach Koufonísi Lasíthiou. Also Alternativprogramm. Der ehemalige Hippie-Ort Mátala oder der Esel-Gnadenhof sind so fast schon doppelt alternativ.
Nach Frühstück mit dem Schokokuchen auf dem Zimmer geht es nach Westen. Eigentlich wollten wir ein Foto vom Ortsausgangsschild von Mýthi (sozusagen das „Ende der Mythen“) machen, aber die Straße ist gesperrt. Auf dem Rückweg von der Straßensperrung zurück zur Hauptstraße halten wir noch an der 1884 errichteten Brücke, die sich in der Nähe befindet.

Weiter geht es zum Wald von Sými. (Fun Fact: Als ich diesen Text gerade verfasse, bin ich auf einer Fähre zur Insel Sými.) Ich habe das aber falsch verstanden und die Hauptattraktion ist eher weniger der Wald selbst, der aber jetzt sehr schön riecht, sondern der kleine Wasserfall, den ich besuche, während Jannik am Waldweg bleibt.

Anschließend traue ich mich da aber nicht mehr runter und muss einen langen Umweg zurück zum Auto laufen.
Wir besuchen Górtyna bei Ágii Déka, und zwar den kostenlosen südlichen Teil, der aber immer noch aufgegraben wird und daher nur vom Zaun aus betrachtet werden kann. Zu meinem letzten Besuch habe ich aber nichts hinzuzufügen.
Kloster Odigítrias
Danach fahren wir nach Phaistós (Festós). Ich war schon da und will deshalb nach Agía Triáda, aber das hat schon wieder geschlossen. Es ist ein Running Gag. Jannik braucht zum Glück nicht so lange und wir fahren gemeinsam zum Kloster Odigítrias. Ich parke, wo ich das letzte Mal geparkt habe (weil das so ausgeschildert ist), was sich aber als falsch herausstellt. Ich parke um, Jannik geht schon rein. Ich schaue mir hingegen zuerst den Bereich außerhalb der Klostermauern an.
Anders als letztes Mal hat das Kirchlein auf der Klippe geöffnet. Und noch etwas hat geöffnet: Der Turm.

Agía Marína Donkey Rescue
Wir besuchen den nahen Esel-Gnadenhof Agía Marína zwischen Petrokefáli und Sívas. Als ich letztes Mal da war, war er geschlossen. Diesmal hat er geöffnet. Die meisten Esel sind frühere Arbeitstiere, die älteste heißt Alexandra und ist 45.


Wir bekommen Bürsten. Unser erster Versuch ist Irakles (altgr. Herakles gesprochen, neugr. Iraklís), aber der mag uns nicht. „Irakles mag niemanden“, erklärt man uns später. Dafür mögen uns Andigoni und Selini sehr.
Wir fahren noch nach Mátala, aber der Römische Friedhof („Hippie-Höhlen“) hat gerade zu gemacht. Jannik wollte da hin, ich war 2022 schon da.

Wir schauen uns im Ort um und essen zu Abend. Eigentlich hat der Wirt im von uns gewählten Restaurant keinen Platz mehr, aber wir versprechen, am eigentlich reservierten Tisch schnell zu sein. Das klappt und wir sind bald auf dem Weg zu unserer Unterkunft nach Plakiás.
Wir kommen gerade noch rechtzeitig, bevor der Supermarkt von Plakiás schließt. Ich kaufe natürlich Byrál, das typische Getränk dieser Region, das es nur in diesem Supermarkt zuverlässig zu geben scheint. Für Jannik auch. Muss man ja mal probieren. Er findet, es schmeckt wie Root Beer.
Als wir in unserer Unterkunft sind, ist es tatsächlich sehr windig. Da ist verständlich, dass das Boot heute nicht gefahren ist. Hier gibt es keinen Gastgeber. Wir haben stattdessen einen Code für ein Zahlenschloss mit den Schlüsseln erhalten.
Kríti (Kreta) VII Tag 5: Gonates-Klippe Plakiás, Préveli, Botanischer Park Omalós, Chaniá – Bilderbuch
Gestern kaum Bilder, dafür heute umso mehr.
Gonates-Klippe
Wir besuchen die Gonates-Klippe – ohne Frühstück. Da wollte ich sowieso nochmal hin, weil mir die Fotos vom letzten Mal nicht gefielen.

Préveli
Anschließend fahren wir nach Préveli. Wir halten kurz an der Brücke. Da war ich bereits 2020 bei meinem ersten Besuch auf Kreta.

Das Untere Kloster Préveli direkt daneben hat schon wieder dauerhaft geschlossen. Das war ein kurzes Vergnügen, denn es wurde erst vor ein oder zwei Jahren wiedereröffnet.
Dann geht es eben zum äußeren Kloster, Píso Préveli. Eigentlich will ich vor allem Oregano im Laden kaufen, da der beim letzten Mal gekaufte so lecker war, aber das Kloster kann man sich natürlich auch ansehen.



Ich rufe beim Viótopi (Biotopoi) in Réthymno an, ob die heute noch auf haben. Ja, letzte Führung ist um halb 13. Na dann bleibt ja noch Zeit für ein Mittagessen in der Kandína O Pétros. Wir sind wieder die ersten und es dauert dementsprechend.
Wir kommen gerade rechtzeitig. Eigentlich. Denn es ist niemand da. Wir laufen hinein und finden einen jungen Italiener, der gerade die Führung macht. „Ich habe sogar angerufen“, meine ich, „und die haben euch gesagt, ihr sollt um 12:30 kommen?“ – „Ja.“. Die Führung wird erstmal fortgesetzt udn der fehlende Teil am Ende angehängt.
Es gibt erneut kaum etwas Neues gegenüber letztem Mal.
In Réthymno selbst besucht Jannik die Fortalezza (gleicher Link wie eben), während ich mich am Fuße deren Burgberges umsehe. Da gibt es eine Höhlenkirche mit Katze, sonst aber eher weniger. Dafür jedoch: Eis!
Botanischer Park von Kreta
Weiter geht es zum Botanischen Park von Kreta bei Omalós. Gehzeit etwa zweieinhalb Stunden – dann macht er auch zu. Da der Park an einem Hang liegt, bleibt Jannik im Café.
Vorher aber noch das Auto für morgen in Kýthira buchen. Gleicher Anbieter wie damals. Kostet jetzt natürlich etwas mehr weil Saison. Ich soll die Daten per WhatsApp schicken. Nicht ganz einfach, denn der Empfang im Garten ist nicht ganz gut. Nachdem ich alle geforderten Daten geschickt habe, schreibt mir die Frau, dass sie noch meine Daten vom letzten Mal hat. Dabei habe ich direkt am Anfang geschrieben, dass ich erst vor gut einem halben Jahr da war...
Im Park sind viele Smaragdeidechsen, die aber sehr scheu sind. Zumindest wenn es um Menschen geht. Wenn es um Autos geht, kommen sie ja immer angelaufen und lassen sich bereitwillig überfahren. Immerhin posiert eine Mauereidechse für mich.



Außer den Eidechsen gibt es im Park noch viele Pfauen. Sie laufen da frei herum. Am Fuße des Hanges gibt es noch einige weitere Tiere, die man beobachten kann, vor allem Warzenenten, Esel und Hirsche.

Durch die Hanglage wirkt der Park recht ähnlich zum Maravel Garden in Spíli.




Jannik schreibt, er habe Katzenbabys im Café gefunden. Er möchte wohl, dass ich schnell raus aus dem Garten komme. Ich habe aber in dem Moment gerade Pfauenbabys gefunden:


So, nun aber ab zu Jannik. Ich hab auch die zweeinhalb Stunden nicht ausgeschöpft, es waren etwa 2.
Chaniá
Wir besuchen Chaniá. Die Parkplatzsuche gestaltet sich sehr schwierig. Der Parkplatz, den ich letztes Mal (2022) genutzt habe, ich jetzt eine Baustelle. Irgendwann finden wir dann aber doch was.

Wir schauen uns noch ein bisschen im Hafen um und besuchen die Ausstellung zu den Juden auf Kreta.
Langer Tag. Jetzt ist aber Zeit fürs Bettchen. Ich muss Jannik überreden, dass wir durch kleine Gässchen zum Auto zurücklaufen, was ihm dann aber doch sehr gut gefällt. Wie vor anderthalb Jahren sitzt in der Angélou („Engelsgasse“) eine schwarze Katze – an dem Stück, das ihrem linken Ohr fehlt, erkenne ich, dass es dieselbe ist wie damals.

Hotel ist Motél Aveníou (auch: Hotel Avenue) in Plátanos. Ich habe es gebucht, als Jannik auf dem Weg nach Chaniá getankt hat.
Wir schauen uns im Restaurant des Hotels, wo wir die einzigen sind, das Spiel von Schottland bei der Fußball-EM im Restaurant des Hotels an. Eigentlich dachte ich, Deutschland würde jetzt spielen, aber das Spiel war bereits drei Stunden früher. Schottland ist Janniks nächstes Reiseziel. Er hofft, dass die Stimmung dort nach dem schlechten Abschneiden bei der EM nicht so schlecht ist.
Ich esse Dákos, Jannik bekommt zu seinem Geburtstag heute zwei Bier von mir spendiert.
Der Dákos im Hotel ist wirklich gut. Das müsse schon was heißen, meint Jannik zum Wirt, „Er isst das immer.“.
Kreta VII / Ionische Inseln VI (Kýthira) Tag 6: Diakófti, Agía Pelagía, Paleochóra, Káto Chóra, Grüne Lagune, Chóra – Wie damals, nur anders
Nochmal Kýthira – und wie auf Kreta ein Mix aus erneut besuchten Highlights und Neuem!
Da mir Kýthira letztes Mal (Tag 1, Tag 2) so gut gefallen hat, möchte ich das auch Jannik zeigen.
Diakófti

Fähre ist über eine Stunde zu spät. So lernt Jannik gleich das griechische Fährsystem authentisch kennen. Die Übernahme des Autos zieht sich auch. „Kannst du gut Auto fahren?“, fragt Panayotis Jannik. Als der das bejaht, dürfen wir das Auto zu Panayotis’s Station an der Stichstraße zum Aléxandros-Onásis-Flughafen überführen. Als Dank bekommen wir ein paar kalte Flaschen Wasser.
Jetzt sind wir mitten auf der Insel und müssen daher zum Besichtigen der Orte beim Hafen zurück.
Unser erster Halt führt uns zur Agía Móni. Diesmal ist nicht der junge Mönch Tardeus da, sondern ein Mann, der mich an Hide the Pain Harold erinnert und uns etwas verfolgt. Wir dürfen bei weitem nicht so viel ansehen oder fotografieren wie ich beim letzten Mal.

Und zurück zum Hafen.


Wir fahren nach Agía Pelagía zum Check-In. Was man hat, hat man.

Agía Pelagía
Auf dem Rückweg sehe ich ein Schild, das zu einer Kirche weist, die ich beim letzten Mal gesucht und nicht gefunden habe – der dritten Agía-Sofía-Höhle auf dieser Insel.

Angeblich hat man mittels ausgesetzter Katzen herausgefunden, dass die Agía-Sofía-Höhlen irgendwie alle verbunden sind.

Paleochóra (Ágios Dimítrios)
Wir besuchen das Highlight von Kýthira, die historische Ruinenstadt Paleochóra. Sie wurde 1537 vom türkischen Piraten Barbarossa geplündert.

Anders als ich letztes Mal laufen wir einmal komplett durch die recht zugewucherte Ruinenstadt.
Mylopótamos und Grüne Lagune
Ich bringe Jannik nach Mylopótamos zur Káto Chóra, die er sich ansehen möchte. Ich komme ein bisschen mit ihm mit, besuche dann aber in der Zeit den nahen Strand Limniónas, um die dortige Grüne Lagune zu betrachten.

Die Kandína von Limniónas, die sich in einem VW-Bus befindet, hat geschlossen. Ich vermute, es ist schon zu spät (viertel nach 19) für die Brothers on Wheels.
Der Weg (ca. 45 Minuten) zur Blauen Lagune ist gut mit blauer Farbe markiert. Leider ist der Rückweg überhaupt nicht markiert. Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages erreiche ich die Grüne Lagune. Der letzte Teil des Weges erfordert erhebliches Klettern.

Ich sammle Jannik wieder ein und nach Altem Hauptort (Paleochóra) und Tiefem Hauptort (Káto Chóra) kommt jetzt der richtige Hauptort – Kýthira (Chóra). Beim letzten Mal wollte ich die Festung am Abend fotografieren, aber die Beleuchtung wurde erst zu spät angeschaltet. Am längsten Tag des Jahres ist das vielleicht besser? Ja, ist es, aber es ist schwierig, dem Vollmond etwas Künstlerisches abzugewinnen. Zig Bilder und nur eins gefällt mir:

Unsere Apartments haben keine Klimaanlage. Ich schlafe mit Durchzug. Es kommen trotz fehlender Fliegengitter auch keine Viecher rein, dafür ist es vermutlich auch zu windig.
Kreta VII / Ionische Inseln VI (Kýthira) Tag 7: Moudári-Leuchtturm, Ágios-Nikólaos-Strand, Ágios Pétros Areí, Wassermühlen von Mylopótamos, Kástro von Kýthira, Kapsáli – Wie damals, nur mehr
Was 2023 fehlte, kommt jetzt. Zumindest, wo möglich. Und diesmal sogar bei gutem Wetter!
Besonderes Highlight bei der Unterkunft (Stella’s Houses) soll den Bewertungen zufolge das Frühstück sein. Und das stimmt auch. Das meiste ist Selbstgemacht. Zum Abschied bekommen wir auch ein kleines Gläschen Marmelade und einen bemalten Stein.
Fáros Moudaríou und Paralía Ágios Nikólaos
Ich möchte den Leuchtturm im Norden besuchen. Jannik bleibt hingegen im Hotel. Für die Anfahrt habe ich den Tipp bekommen, durch Karavás hindurch Richtung Kryonéri zu fahren und von dort weiter, da diese Straße asphaltiert ist. Die letzten paar Kilometer muss ich aber dennoch zu Fuß laufen.

Spannender ist die Ruine dahinter. Unser Gastgeber erzählt uns später, es sei eine Militärstation.

Auffällig ist der Mast, dessen Verankerung durchgebrochen ist.

Unterhalb des Leuchtturms befindet sich der Kiesstrand Ágios Nikólaos. Die namensgebende Kirche ist leider geschlossen.

Also Google Maps, wie komm ich jetzt am besten zu Jannik zurück?

Natürlich. Warum 15 Minuten asphaltierte Straße fahren wenn man auch 31 Minuten Schotterpiste einmal um die halbe Insel fahren kann? Okay, unterwegs noch kurz ein Halt bei der Panagía Déspina. Als ich letztes Mal da war, war sie durch die Abendsonne gelb, während das folgende ihre richtige Farbe ist:

Mylopótamos
Wo der Ort Mühlenfluss heißt, müssen auch Mühlen sein. Also besuchen wir noch einmal Mylopótamos. Unterwegs halten wir noch kurz in Areí bei Ágios Pétros. Ich fand sie ganz nett, aber letztes Mal war es bewölkt und schon fast dunkel, als ich da war.

Nun aber zu den Wassermühlen von Mylopótamos. Auch hier gibt es wieder (wie an Tag 3 dieser Reise) einen Feensee, der aber nicht als Höhle bezeichnet wird. Davor befindet sich eine Wassermühle bzw. Brücke.

Wir besuchen noch Phill’s Wassermühle. Wir finden keine Wassermühle und die Gebäude sind geschlossen. Auch unser nächstes Ziel, das Kloster Panagía Orfaní hat zu. Sein Parkplatz wird eher als Parkplatz des nahen Kalámi-Strandes genutzt, da der Weg ab dort nur noch mit einem Geländewagen befahrbar ist.
Kloster Panagía Myrtidiótissa
Die Panagía Myrtidiótissa ist der krasseste Sakralbau der Insel. Deshalb (und weil das Licht letztes Mal etwas schwierig war) muss ich das Jannik zeigen.

Wir fahren zuerst zum hinter dem Kloster am Meer gelegenen Kirchlein Ágios Nikólaos o Krasás, aber das ist verschlossen. Also besuchen wir das richtige Kloster. Die Klosterkirche im Untergeschoss ist offen. Wir schauen uns um. In einem Nebenraum entdecken wir große Kerzen in Form nackter Babys. Eins ist sogar angemalt.



Kýthira (Chóra)
Wir wollen das Kástro von Chóra besuchen. Unterwegs halten wir an der Englischen Schule von Milapidea in Livádi. Die Ruine finde ich aber nicht schön. Also weiter zum Kástro.

Während ich fotografiere, empfehle ich Jannik das Wappenmuseum. Zeit haben wir – unser Bootsausflug mit Finding Spiros wurde gerade wegen des Windes abgesagt.

Die Frau im Museum freut sich so, dass Jannik da ist und sie ihm eine Führung geben kann, dass er keinen Eintritt bezahlen muss. Sie ist immer noch enthusiastisch, als ich ankomme, und erklärt, dass Kýthira, obwohl politisch zu Athen und geografisch zu den Ionischen Inseln gehörig, sich eher nach Kreta orientiere. Das zeigt sich auch an den ausgestellten Wappen. Wenn sie spricht, ist auffällig, dass sie griechische Wörter einstreut, vor allem Ne („ja“).

Wir besuchen Kapsáli, aber da ist nicht viel. Jannik geht einen Kaffee trinken, während ich zum Felsenkloster Ágios Ioánnis hoch möchte. Das hat aber zu, wie sich bald herausstellt. Kein Kaffee für Jannik. :(

Dafür aber schöne Bilder in Avlémonas. Da ist es leider aber schon recht spät und die Sonne steht tief. Deshalb, und weil der Himmel so langweilig aussieht, sind meine Bilder vom letzten Mal viel besser.
Das Auto müssen wir schon eine Stunde vor Abfahrt der Fähre zurückbringen. Vom Hafen nach Diakófti zu laufen um etwas zu essen zu kaufen, könnte knapp werden. Die Fähre hat nur geringe Verspätung.
„Wach auf“, ruft Jannik, „wir sind da. Und über zweieinhalb Stunden zu spät.“ Und das, obwohl wir Andikýthira ausgelassen haben. Es ist schon nach 4. Immerhin habe ich am Tage eine Videoanleitung bekommen, wie wir noch an unsere Zimmerschlüssel kommen. Das Bett im Hotel ist auch ziemlich gut, sodass wir bis zur Checkout-Zeit, die ich klugerweise schon vorab angefragt habe, noch ’ne Mütze Schlaf kriegen.
Kríti (Kreta) VII Tag 8: Falásarna-Strand, Komólithi, Agía Sofía tou Theoú, Ánydri-Schlucht – Weiß ist die Farbe des Tages
Weiße Felsen, weißer Strand und eine weiß getünchte Kirche irgendwo ganz oben
Erster Halt: Bäckerei. Für Frühstück in der Unterkunft in Kíssamos ist es jetzt schon zu spät.
Falásarna
Unser erster Halt ist der Falásarna-Strand (oft Falassarna geschrieben, damit die Touristen das richtig betonen) in der Nähe unser Unterkunft vor drei Nächsten. Und der Strand ist nicht nur weiß, sondern auch rosa. So als Einstimmung für Jannik auf Elafonísi.


Diesmal fahren wir aber nicht die Küstenroute sondern die zeitlich kaum längere Route durchs Binnenland. Dafür müssen wir sogar zurück nach Kíssamos. Noch ein Grund für die Route sind zwei Sehenswürdigkeiten:
Komólithi
Am Fuße der Léfka Óri („Weiße Berge“) gibt es wirklich weiße Berge. Sie sollen aus Ton sein.

Auffällig ist, dass sie auf eine überraschend kleine Fläche beschränkt sind.

Agía Sofía tou Theoú
Nicht nur Kýthira hat Höhlenkirchen namens Agía Sofía (Heilige Weisheit), auch Kreta hat das! 257 Stufen geht es hoch. Der Besuch ist kostenlos, ebenso die Flyer zur Geschichte der Höhle. Um eine Spende wird gebeten.
Es gibt, vielleicht noch als Corona-Relikt, eine feste Richtung durch die Höhle – im Uhrzeigersinn.


Es ist doch überraschend viel los. An Besuchern. Und an Tauben.


Auf dem Weg nach Elafonísi halten wir kurz in Chrysokalítissa. Gegenüber meinem letzten Besuch habe ich da jetzt nicht so viel hinzuzufügen.
Ánydri-Schlucht
Ich lasse Jannik in Elafonísi raus. Diesmal will auch keiner Parkgebühren von uns. Ich besuche in der Zeit die Ánydri-Schlucht (auch Anýdri-), die ich vom namensgebenden Ort bis zum Strand von Gialiskári laufe.

Am Strand gibt es ein festes Strandlokal. Ein kostenloser Bus fährt die Schotterpiste zwischen Gialiskári und Paleochóra, dem nächstgrößeren Ort. Interessant. Neben dem festen Strandlokal gibt es auch eine Kandína in einem einem Imbisswagen. Wie viele alte Fahrzeuge in Griechenland ist auch er auf Deutsch beschriftet: „Imbiss Paradies Döner Kebap Dietenhofen“. Tatsächlich gibt es dort vorwiegend Kaffee.
Oberhalb der Schlucht steht ein Kirchlein, Profítis Ilías.


Dann fahre ich Jannik abholen. Dabei höre ich Radio Paleochóra. Sie spielen überwiegend griechischen Schlager. Der ist genau so leicht verständlich wie deutscher Schlager. Du brauchst noch nicht mal A1 des Europäischen Referenzrahmens, um grob zu kapieren, worum es geht.
Mit Jannik fahre ich jetzt schon zum vierten Mal durch Élos, einen Ort, der irgendwie die Durchgangstouristen haben will. Zumindest sind an der Straße große Schilder aufgestellt, dass man Élos besuchen soll. Machen wir nicht. Wir wollen nämlich etwas tun, was ich bisher nie geschafft habe, obwohl ich da schon lange hin wollte: Tavérna Goulés. Soll unglaublich gut sein. Und das stimmt. Ich nehme natürlich wieder Dákos und den Haussalat, der in der essbaren Schüssel serviert wird. Danach ist man auch satt.
Und wir knapp dran, um noch beim nächsten Hotel anzukommen, bevor es um Mitternacht schließt. Ich fahre im ... sagen wir „griechischen Stil“. Ds bekommt Jannik nicht gut, aber wir schaffen es pünktlich zur Unterkunft westlich von Iráklio. Nur: Wo ist jetzt der Eingang? Wir laufen quer durch die Gegend. Ich verlaufe mich und finde es nicht, aber immerhin sind wir zu zweit und Jannik hat es gefunden. Der Mann an der Rezeption spricht Deutsch und ist sehr freundlich.
Da unser Auto doch recht weit weg entfernt steht und wir unsere Sachen darin gelassen haben, wollen wir es umparken. Auf Google Maps hat das Hotel einen Parkplatz. Hat es aber nicht – die Straße ist eine Sackgasse. Wenden ist abenteuerlich. Also wieder zurück zum ersten Parkplatz.
Kríti (Kreta) VII Tag 9 – Spinalónga, Panagía i Kerá Kritsá, Straßenmalerei-Festival von Mátala 2024: Kaneláda-Tour mit Kultur
...und dann kommt die Business-Barbie!
Dieser Blogpost behandelt den 23. Juni 2024.
Dies ist der erste eingestellte Blogpost, der komplett auf meinem neuen Laptop entstanden ist. Da dieser ein deutlich anderes Display hat, wird sich die Bildauswahl vermutlich zugunsten hellerer Bilder verändern.
Jannik muss schon früh zum Flughafen. Kein Programm für ihn. Für mich aber noch fast den ganzen Tag. Also Dinge nachholen, die mir noch fehlen, und nicht zu weit weg sind!
Spinalónga
Ich war 2023 auf Spinalónga. Das war blöd, da zu kurz. Ich hab zwar den oberen Teil gut geschafft, aber vom unteren fehlt mir fast alles. Das wird jetzt nachgeholt. Text gibt es hier wenig, den findet ihr stattdessen im damaligen Post.





Am Ende schaue ich mich auch im oberen Teil noch ein wenig um, will aber dann doch nicht die Fähre zurück erpassen, damit ich meine zwei Programmpunkte nicht verpasse.


Das wird aber auch so ein Problem, da einfach keine Boote der Eloúnda- und Pláka-Bootskooperative kommen, um die Leute zurück nach Kreta zu bringen. Ich habe mein Trinken im Auto vergessen, aber im Laden hier auf der Insel kostet eine kleine Flasche Wasser 4 Euro. Normal sind 1 Euro für ein große. Vielleicht ist gerade Mittagspause?
Irgenwann kommt doch eins und das fährt sogar nach Pláka. Die Leute, die nach Eloúnda wollen, müsste noch warten.

Nun zum Highlight des heutigen Tages: Lidl. Ich brauche noch Paximádi für ein kretisches Abendessen mit Freunden. Außerdem gibt es bei Lidl sehr günstige Backwaren. Von der Käsepastete ist man den ganzen Tag satt.
Panagía i Kerá Kritsá
Mir fällt auf, wie nah doch Panagía i Kerá dran ist. Da war 2022 schlechtes Wetter. Heute hat sie sogar geöffnet, aber das kostet Eintritt, was es mir nicht wert ist, da ich nur auf der Durchreise bin. Mit etwas Geschick kann man durch die Tür fotografieren.


Mátala-Straßenmalerei-Festival
Heute ist das Straßenkunst-Festival von Mátala. Mátala ist zwar von Kritsá einmal halb über die Insel, aber eine Hälfte des Weges ist die VOAK (Aftokinitódromos 90) und die andere Häläfte eine gut aufgebaute Passstraße. Entsprechend schnell ist man da. Bei meiner Ankunft ist schon fast alles vorbei, aber einige Künstler pinseln noch an ihren Werken.
Es gibt rund 200 Felder, die bemalt werden. Man konnte sich bewerben. Farbe stellen die Veranstalter.






Mein Flieger hat ’ne Stunde Verspätung. Ich melde mich schon mal bei meinem Chef für morgen ab. Entsprechend habe ich auch noch Zeit, an jedem Kaneláda-Stand unterwegs anzuhalten und erstmal was zu trinken. Und davon gibt es in der Gegend um Míres einige. Meine letzten 10 Euro Bargeld möchten ausgegeben werden. Kaneláda kostet 2 Euro. Das Getränk gibt es auch gemischt, zum Beispiel mit O-Saft.
Ein bisschen Panik kriege ich auf der Fahrt zum Flughafen schon, weil es zeitlich sehr knapp ist, aber das ist bei mir normal. An der Sicherheitskontrolle geht es schnell und so bin ich wenige Minuten zu spät am Gate. Boarding dauert auch noch etwas. Als ich dran bin, piept das Gerät. Premiere für mich: Ich krieg das Upgrade auf die Business. So sitze ich ganz vorne und kann schnell zum Anschlussflug nach Bremen sprinten.
Es gibt Tortellini zur Begrüßung und was zu trinken. Da mein Handy diesmal aufgeladen ist, kann ich von der „Onboard Cloud“ – der Server dafür steht in einem Gepäckfach, das laut Beschriftung für Rettungsmittel vorgesehen ist, aber das Internet ist das vielleicht für manche – Barbie gucken.
Barbie: Ich hasse es, wenn jemand nachdenkt. Dann wird mir langweilig.
Führungskraft: Ein Podcast! Gehostet von zwei weisen Bäumen.
CEO: Schämen Sie sich, Führungskraft Nummer zwei!
Barbie: Ich bringe dir kein Mango-Bierchen!
Barbie: Ich find’s toll. Nichts entscheiden zu müssen ist wie ein Spa-Tag für mein Gehirn!
Barbie: Ich kann keine Gehirn-OP durchführen. Ich hab nie ein Flugzeug gelenkt. Ich bin keine Präsidentin.
Barbie: Willst du hier sitzen, während ich dich viereinhalb Minuten unangenehm anstarre?
Dann sind wir auch schon in München. Aber das Gate ist zu. Nein, nicht das Abflug-Gate, das Ankunftsgate. Die Leute kriegen Panik und klettern drüber – bis jemand merkt, dass man die Pforte öffnen kann.
Mein Anschlussflug ist auch zu spät. Ich hoffe, wir landen in Bremen nicht in dem kleinen Zeitfenster, wo noch kein Nachtflugverbot ist, aber bereits keine Züge mehr fahren. Irgendwann ist dann aber doch Boarding. Die Piloten gucken Fußball. „Wir warten jetzt aber nicht mit dem Start, bis die zweite Halbzeit vorbei ist!“, rufe ich.
Man hört auf mich.
Unterwegs dann die Durchsage: „Aktuelle Information aus dem Cockpit. Ich trau’s mir kaum zu sagen. Der Endstand beim Fußballspiel Schweiz–Deutschland ist 1:1.“
Immerhin: Ich kriege die letzte Bahn vom Flughafen nach Hause.
Malediven Tag 1 und 2: Malé, Vilimalé/Vilingili – Velana Calling
Es gibt Leute, deren Traumziel sind die Malediven. Und es gibt mich, der da ist, weil der Direktflug nach Sri Lanka zu teuer war.
Dienstag startet die Young Line Sri Lanka. Ich mag die Flüge der Golf-Airlines nicht, weil man zwei Segmente hat, die beide zum Schlafen zu kurz sind. (Plot Twist: Für Mai/Juni habe ich sie aus Mangel an Alternativen trotzdem buchen müssen.) MPR bietet aber nur diese Flüge an.
Bei einer Reise, die an einem Dienstag startet, nehme ich noch das Wochenende mit, allerdings wüsste ich auch nicht, was drei oder vier Tage um Colombo machen sollte (die Hauptstadt wird in der MPR-Reise ausgelassen) und für planloses Umherwandern ist es mir nicht sicher genug.
Beim Flugvergleich ist mir aufgefallen, dass einige Golf-Airlines keine Non-Stop-Flüge nach Sri Lanka anbieten, sondern einen Zwischenstop auf den Malediven haben. Vielleicht kann man da bleiben?
Ja, kann man. Es gibt einen günstigen Flug Freitagabend mit Austrian. Zurück geht beim von mir favorisierten zweiten Termin aber nicht. Ausschließlich Quatsch-Verbindungen! Aber: Der erste Termin hat eine interessante Verbindung über Bengaluru. Kostet nicht viel und ich fliege endlich mal mit der 747! Also buchen!
Wenn man die Malediven nur für einen Zwischenstop besucht, kann man das Thema Resort-Insel vergessen. Seit etwa 20 Jahren darf man aber auch auf den bewohnten Inseln übernachten. Das ist schon allein deshalb sinnvoll, da man für die Flüge bzw. Schnellboote auf oder von den Resortinseln oft eine Zwischenübernachtung braucht. Daher gibt es einige Hotels nur für diesen Zweck, was aber auch mir gelegen kommt.
In der Gruppe zur YLT-Reise später kam Neid auf, weil ich auf die Malediven fliege. „Einer muss ja immer übertreiben“, meinte ich. Dabei mach ich das nur, weil ich kein Geld für die Direktflug habe. Kannste nix machen. Ich zahle für die Flüge (inkl. dem nun notwendigen Zwischenflug morgen Abend) zusammen etwa so viel wie die anderen für ihre, sofern kein Flugzuschlag fällig ist.
Vienna Calling
Start ist in Hamburg. Zurück geht es nach Frankfurt und dann mit der Bahn nach Bremen. Letzteres war inklusive, zurück nach Hamburg hätte selbst mit der Bahn 200 Euro mehr gekostet. Ergibt Sinn.
Ich habe als Zubringer nach Wien den Flug mit Austrian gewählt. Man hätte auch mit Eurowings fliegen können, aber das wäre knapp (55 Minuten Umsteigezeit) und 85 Euro teurer geworden. Ich hab mal wieder die Ruhe weg und bin noch am Gate am Arbeiten, als Last Call ist. Zu meiner Überraschung wird der Last Call nicht zur Hintergrundmusik Vienna Calling von Falco angesagt.
Überhaupt scheint man bei Austrian nur auf Klassik zu stehen. Im Flugzeug läuft beim Ein- und Aussteigen Klassik, überwiegend Mozart. Langweilig! Warum nicht Falco, die EAV oder direkt mal Moneyboy? Und wenn es in die Flugzeugkabine geht, dann natürlich Kabinenparty. Fluggesellschaften sind wohl doch einfach langweilig. Wobei, bei Virgin Atlantic lief auch Popmusik beim Einsteigen.
Wien ist einer dieser unfassbar schrecklichen Flughäfen, wo Gates weniger als 90 Minuten vor Abflug bekanntgegeben werden – und das Gate offiziell 45 Minuten vor Abflug schließt. Dabei ist das Terminal G (immerhin war das vorab bekannt), obwohl ziemlich groß, kaum in Benutzung. Ein Flug alle 2 Stunden aber zig Gates. Zum Vergleich: Das Gate in Hamburg stand bereits 48 Stunden vor Abflug beim Check-in fest.
Und noch etwas macht den Flughafen furchtbar: Ich konnte im ganzen Terminal G genau 1 funktionierende Steckdose finden.
Als das Gate bekanntgegeben wird, steht am Gate bereits „gate open“. Ich hab zwar vorhin gesagt, Fluggesellschaften seien langweilig, aber „gate open“ ist der offizielle Fachausdruck für „Gate geschlossen“ – als „gate open“ angekündigte Gates sind niemals geöffnet, denn das hieße „Boarding“. Ein bisschen Humor hat man also doch, auch wenn der Witz auf Kosten der Fluggäste ist.
Ich gehe mal wieder als letzter an Bord. „Sie sind Herr Kettenburg?“ werde ich am Gate empfangen. „Man kennt mich schon. Ich bin der letzte.“, meine ich. Nein, da kämen noch drei Pärchen. Eins steht auch schon hinter mir.
Beim Einsteigen – mein Platz ist fast ganz hinten – muss ich längere Zeit an einer komplett freien Reihe warten. Ich überlege, ob ich mir da hinsetze, da nach mir keiner kommt. Aber ich weiß ja nicht, ob die zwei Pärchen noch kommen. Zu meiner Überraschung ist im hinteren Teil sehr viel mehr frei. Auch zwei Reihen hinter meiner ist eine Reihe frei, die vorletzte mit 3 Sitzen am Fenster. Also setze ich mich da hin.
Nach 30 endlosen Minuten dann die Durchsage: „Boarding is completed“, das ist unnötig kompliziert für „alle drin“. Yay, Reihe für mich auf einem Nachtflug. Bei Kurzstrecken nichts Besonderes, aber bei Langstrecke natürlich richtig geil. So kann ich auch einigermaßen schlafen. Obwohl ich gelegentlich von Turbulenzen aufwache, schaltet der Kapitän das Anschnallzeichen nicht an. Gewichtiger ein Unterschied zwischen Kurz- und Langstrecke ist aber, dass bei Langstrecke ständig Leute den Gang auf und ab laufen und einen anstoßen, wenn man seine Füße auch nur einen Zentimeter übers Sitzende hinaus hält. Bei einem 3-Uhr-nachts-Flug von Hannover nach Iráklio sind die Leute hingegen zu müde, um sich zu bewegen.
Velana Calling

Und das ist jetzt leider auch das letzte Bild mit einigermaßen klarem Himmel. Später wird noch ein einziges Bild mit Sonne kommen. Ansonsten setzt sich das extrem schlecht Wetter der letzten Woche fort.
Ankunft im Hotel, Summer Beach. Beach auf der Hauptinsel? Ja. Direkt gegenüber ist ein künstlicher Strand (er trägt auch nur diesen Namen, „Artificial Beach“). Noch ein Unterschied zu Resortinsel: Dies ist ein muslimisches Land. Man muss komplett angezogen sein. Der Strand ist durch einen Wellenbrecher vom offenen Meer getrennt, also eher eine Lagune. Ich bekomme Early Check-in und darf kurz nach Ankunft aufs Zimmer (gegen viertel vor 11).
Ein Traum aus Wellblech – Stadtrundgang Malé
Ich habe ein bisschen gedöst. Ostwärts fliegen ist furchtbar. Als ich danach das Hotel verlasse, nieselt es. Als ich ein Stückchen vom Hotel weg bin, fängt es an zu schütten. Ich befinde mich da gerade im Lonuziyaaraiy Park. Ein Teil davon ist zum Glück überdacht.
Als es nach einer halben Stunde mal kurz nachlässt, laufe ich zum Hotel. Die Straßen stehen bereits zu großen Teilen unter Wasser. Erst um 15:30 hat es aufgehört und ich traue mich nach draußen.

Dann mal los. Malé ist wirklich hässlich. Viel gibt es nicht zu sein. Wikivoyage geht sogar noch weiter und schreibt: „Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn gibt es nicht.“ Die meisten Sehenswürdigkeiten sind Moscheen. Alles befindet sich in wenigen 100 Metern Umkreis westlich des Flughafen-Fährhafens.

Aufgrund des Platzmangels ist viele so zugebaut, dass es sich nicht vernünftig fotografieren lässt. Und durch die Wellblecharchitektur der meisten Moscheen sind sie auch echt nicht hübsch. Angenehmer Ausreißer:

Gut, also Landschaft haben wir nicht. Gebäude haben wir durch. Was ist mit Tieren? Also an der Anzahl scheitert es nicht:

Ansonsten gibt es hier noch den aus Deutschland bekannten Fischreiher.

Als einziges Säugetier begegnen mir heute einige Flughunde. Immer wieder sieht man flinke Echsen.
Ach ja, ich hatte ja gesagt, es gibt noch ein Bild mit Sonne! Das hier:

Ich besuche einen Supermarkt. Den Malediven werden absurde Preise von 10 Dollar für eine Flasche Wasser nachgesagt. Im Supermarkt kosten 1,5 Liter Wasser 6 Rufiyaa (35 Cent). Daneben steht Monster Energy Zero Sugar – bei einem Preis von 145 Rufiyaa sollte man besser ausschlafen.
Vilimalé (auch Villimalé, Vilingili oder Villingilli)
Okay, wenn’s mit Malé nichts wird, dann vielleicht Vilingili?
Ich habe bei Ankunft 20 Euro gewechselt. Als ich am offenbar geschlossenen Bankschalter stand, hat mich jemand dort weggelockt und zu einem zwielichtigen Typen an einem der zig Hotel-Stände geführt. Von dem habe ich für 20 Euro 340 Rufiyaa bekommen – das Verhältnis 17:1 liegt erheblich (zu meinen Gunsten) über dem Wechselkurz der besagten Bank (15,3) und dem offiziellen Wechselkurs (16,2). Ich bin davon ausgegangen, dass ich das für die Fähre brauche. Da die Website der Nahverkehrsorganisation ausländische Besucher blockiert, wusste ich nicht, wie viel das für Ausländer kostet. Ergebnis: Das gleiche wie für Einheimische – und zwar 3,25, etwa 18 Cent. Und man kann sogar mit Karte zahlen, eventuell aber nur mit Mastercard.
Die Boote fahren allen paar Minuten und das 24 Stunden am Tag. Bei meiner Ankunft ist es 17:46, das sind eine halbe Stunde bis Sonnenuntergang.

Außer dem o.g. Strand ist hier nichts. Es ist recht laut, weil auf der winzigen Insel ein großes Kraftwerk ist.
Der Sonnenuntergang wird farblich ziemlich schön, nur leider ist nach Westen alles mit den Baustellen für die Verlängerung der Malesina (Malediven-China-Brücke) zugepflastert, dass man nichts mehr vom Horizont sieht. Also lieber Richtung Malé gucken:


Ich esse auf Vilimalé in einem indischen Restaurant (Halftime). Das Essen kostet 50 Rufiyaa (knapp 3 Euro). Wer sagt eigentlich immer, dass die Malediven teuer sind? Resort sind teuer, nicht die Malediven.
Auf dem Rückweg von der Fähre zum Hotel besuche ich nochmal den Lonuziyaaraiy Park. Der ist aber jetzt wegen einer (Groß-)Familienfeier größtenteils gesperrt.

Ach komm, einen Bonus machen wir noch, nochmal die King Salman Mosque:

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Malediven Tag 3 – Kanduoih-giri (Fish Tank Dive Site), Himmafushi, Himmafushi-Sandbank, Hulhumalé, Malé – Atoll-Tour
Einmal durch das östliche Kaafu-Atoll
Positive Überraschung: Gutes Wetter. Mal sehen wie lange.
Negative Überraschung: Zum Startpunkt meines heutigen Tagesausflug auf der anderen Hauptinsel zu kommen, ist nicht einfach, wie ich mir das gedacht habe (Boot). „Hulhumalé only bus“, sagt die Frau am Fahrkartenschalter am Fährterminal, als ich Tickets kaufen möchte. Als ich zum Bus. 200 Meter entfernt. „Tickets in the Terminal“, sagt der Fahrer. Sie wollen einen hier doch verarschen. Ich hab der Frau im Terminal eben doch gar nicht gesagt, dass ich mir Fähre fahren möchte, warum hat die mir kein Ticket verkauft? Also am besten gleich zwei kaufen. Kosten 10 MVR pro Strecke, also etwa 60 Cent. Bus ist natürlich weg. Der nächste fährt in 20 Minuten. Wer dachte, Nahverkehr in Deutschland wäre kompliziert...
Nächste negative Überraschung: Ich finde den Startpunkt nicht. Denke ich zumindest. Dazu trägt bei, dass ich nicht weiß, wie der Anbieter des bei Get Your Guide gebuchten Ausflugs heißt. Als dann aber ein Mini-Pickup mit drei Touris auf der Ladefläche kommt, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich hier richtig bin. Irgendwie tauchen dann um 9 – laut Bestätigung sollte man bei Eigenanreise (die einzige Möglichkeit für Leute aus Malé) um halb 9 da sein – auch Leute auf, bei denen „tours.mv“ auf dem Shirt steht. Die können mich einchecken.
Nach (westlichen) Touris zu suchen, scheint auf den Hauptinseln der Malediven keine gute Idee zu sein – wir sind etwa 15 Leute und die knappe Mehrheit scheint aus der Region zu kommen, weshalb sie für uns schwer von Malediviern zu unterscheiden sind.
Kanduoih-giri – Fish Tank Dive Site
Eigentlich sollte dann noch irgendeine Einweisung passieren, aber um 9:30 fahren wir dann ohne Einweisung los. Erster Stopp ist südlich der Insel Kanduoih-giri. Die bewohnte Insel sieht nach nicht viel aus, auch der Ort, an dem wir halten, tut das nicht. Und wie man falsch liegen kann:







Außer den genannten gibt es noch häufig den Schwarm-Wimpelfisch zu sehen. Die drei stellen die mit Abstand meisten Exemplare hier. Ich glaube, der Rotzahn-Drückerfisch ist auch auf dem Einreisestempel, zusammen mit einer Schildkröte.


Danach fahren wir weiter nach Norden in Richtung Himmafushi (besser bekannt als Gefängnisinsel). Als wir fast da sind (etwa auf Höhe des Hochzeitspavillon des Lankanfushi-Resorts südlich davon), drehen wir um und fahren zurück. Was ist los? Herd angelassen?

Unmittelbar nördlich von Hulhumalé Phase 2 sehen wir eine große Delfinschule Ostpazifischer Delfine (wer hat sich den Namen für einen Delfin ausgedacht, den es in allen Längengraden gibt?.

Himmafushi
Nun also den ganzen Weg zurück nach Himmafushi. Dort ist Mittag im Moscow Yeda. Es gibt Büffet mit Reis, Reis mit Gemüse, Hähnchen-Curry, gegrilltes Hähnchen mit undefinierbarer (aber interessanter) roter Soße, Gemüse und eine undefinierbare Suppe/Soße. Da es keine Suppentassen gibt, tippe ich auf Soße.

Nach dem Mittag laufe ich mal kurz ans andere Ende der Insel, hinter dem Gefängnis. Dort soll der Jailbreak-Strand sein. Ich suche nach Lightning-Kabels, die aus der Wand gucken, kann aber keine finden. Gut, dass ich Android habe.

Himmafushi-Sandbank
Südlich von Himmafushi ist eine Sandbank. Man kann da mit unserem großen Boot nicht hin, sondern muss eine beträchtliche Strecke waten.
Mit uns an der Sandbank ist ein einziger kleiner, durchsichtiger Fisch. Er ist zwar sehr neugierig und bleibt auch die ganze Zeit da, aber zu scheu zum Fotografieren. Kurz darauf besucht uns aber eine Krabbe. Die erregt die Aufmerksamkeit von Touristen, die mit einem kleinen Boot von Himmafushi gekommen bin, sodass sie schnell ins Wasser verscheucht wird.

So, das war’s dann mit dem Ausflug. Hat alles ohne Zwischenfälle geklappt – aber das Mitbringen von Feuerwerk war laut Beschreibung auch explizit verboten, was soll da noch schiefgehen?
Wir sehen auf der Rückfahrt nach Hulhumalé nochmal kurz einige Delfine direkt vor uns, die aber sehr schnell wieder weg sind.

Der Ausflug endet bereits um halb 16 und damit eine halbe Stunde zu früh. Da hätten wir ruhig zweimal schnorcheln können.
Ich schaue mich im Central Park von Hulhumalé Phase 1 um. Um 16 Uhr ist da aktuell ein Food-Festival. Da es bis dahin noch etwas Zeit ist, laufe ich auch kurz rüber nach Hulhumalé Phase 2.

Beim Food-Festival kaufe ich mir eine Süßigkeit und ein indisches Gericht namens Bhar Puri. Ich weiß nicht, ob ich so undeutlich spreche, aber irgendwie kommt es zu Verständnisproblemen mit den Verkäufern, die immer denken, ich wollte Dari Puri haben. Dafür reicht mein Geld aber nicht, zumindest, wenn ich – illegalerweise – die vier kleinsten Geldscheine ausführen möchte (zusammen genau 5 Euro).

Direkt südlich des Festivals ist eine Bushaltestelle. Der erste Bus, der kommt, ist nur für den Verkehr zwischen Hulhumalé Phase 1 und 2. Ich frage, ob an der Haltestelle Busse nach Malé fahren – ja. Die nächsten zwei Busse – Hulhumalé Phase 2 nach West Park (auf Malé) und Hulhumalé Phase 2 nach Carnival (ebenfalls auf Malé) fahren aber an mir vorbei. Ich laufe zur vorherigen Bushaltestelle der Busse, wo der Bus von Phase 1 nach West Park gerade hält. Er hält anschließend auch an der Haltestelle, wo man mich gerade eben nicht mitgenommen hat. Halten die Busse von Phase 2 da nicht oder was? Ich kapier’s nicht.
West Park ist von meinem Hotel aus am anderen Ende der Insel. Der Fußweg dauert etwa 25 Minuten.
Und so beenden den heutigen Tag, wie der letzte begann und endete:

Blaue Stunde ist übrigens überraschend früh. Das ist auch gut so, denn währenddessen checke ich online für meinen Flug ein und das System sagt mir, ich soll sogar schon 90 Minuten vorher am Flughafen sein. Also schnell runter und den Flughafenshuttle des Hotels bestellen.
Zusammen mit mir fährt eine Holländerin hin, etwas jünger als ich. Sie war gerade in Sri Lanka und war jetzt 5 Tage auf ... Himmafushi! Sie findet die Insel schön. Es gebe zwei Bikini- und zwei Nicht-Bikini-Strände, sagt sie. (Den von mir fotografierten kannte sie nicht.) Die Bikini-Strände wären immer so voll, sagt sie.
Flug mit Sri Lankan Airlines
Bei der Buchung des Flugs habe ich immer wieder das Logo von Sri Lankan gesehen, allerdings nur in klein. Ich hielt das für eine Chili, auch wegen der Farben rot sowie grün und orange. Erst als ich die Pfauen für den Kreta-Post identifziert habe (Blauer oder Grüner Pfau, wobei grün ungewöhnlich wäre), habe ich zufällig auf der Wikipedia-Seite zu Pfauen gelesen, dass das Logo von Sri Lankan ein Pfau sein soll... Und das, obwohl Pfauen nicht gut fliegen können.
Für mich bleibt es eine Chili.
Die Sitzplätze sind seltsam nummeriert: Die erste Reihe (Business) ist die 6. Dann kommen 7 und 8 und dann ... 21. Die Plätze rechts tragen die Nummern H, J und K. Klingt zuerst komisch, aber offenbar hat Sri Lankan ihre Sitzplatznummern über Flugzeuge vereinheitlicht. 21K ist bestimmt immer der erste Economy-Platz rechts am Fenster. Hab ich noch nie gesehen, aber ich glaube 2022 bei Air Serbia hatten sie in der ATR 72 auch Sitznummern A, C, D und F, sodass das mit Schmalrumpfflugzeugen übereinstimmt.
Es wird ein Sicherheitsvideo gezeigt. Es ist, ähnlich wie bei Oman Air, einer Rundreise durch Sri Lanka nachempfunden. Das danach muss das ja ’ne ziemlich geile Reise jetzt werden.
Bei Start und Landung darf keine Elektronik benutzt werden. Nicht mal Flugmodus. Gilt offenbar nicht für den Ofen in der Galley, denn das „Chicken-Sandwich“ (eher eine Chicken-Tasche nach deutscher Definition) wird direkt nach Ausschalten der Anschnallzeichen serviert. Dazu gibt es zwei Getränke-Optionen: A-Saft oder O-Saft. Wasser gibt es nicht. Die Säfte kommen offenbar aus Griechenland, denn die Kartons sind nur auf Griechisch und Englisch beschriftet. Globalisierung yay!
Einreise nach Sri Lanka mit vorher gekauftem Visa ist easy. Einfach Pass vorlegen, fertig. Sonst wollen sie nichts, auch nicht das Gesundheitsformular, das man auch nicht online hätte ausfüllen können, da es down ist.
Sri Lanker kaufen riesige Mengen Dinge im Duty Free. Es gibt einen Haushaltsgroßgeräte-Duty-Free hier. Das müssen sie dann aber verzollen. Entsprechend große Gepäcktrolleys und Schlangen beim Zoll gibt es.
Geld am Automaten und eine SIM-Karte kriegt man auch ohne Probleme. Ich werde vom Hotel abgeholt, das auf der anderen Seite der Lagune liegt. Heute war Namenstag des Schutzpatrons St. Sebastian (die Gegend um die Negombo-Lagune ist katholisch), daher ist dort alles rot-weiß-blau beleuchtet (eigentlich müsste es rot-weiß-rot sein, wie die österreichische Flagge, aber sie hatten wohl keine Beleuchtung ohne Blau).
Nun stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Warum steht ein grüner Steiger (ja, das Nutzfahrzeug) zwischen den Gepäckbändern?
Sri Lanka Vormittag 2 – Muthurajawela Visitor Centre (Hamilton-Kanal, Negombo-Lagune): Brötchen Für Elise
Und Tierfotos für Janni!
Nach meiner Zählung beginnen wir jetzt bei Tag 2 (Anreise war Tag 1, wenn auch nur 1 Stunde des Tages). Ich habe 2 Tage Vorlauf vor dem YLT-Programm aus dem Katalog. Was offiziell Tag 3 ist, ist dann übermorgen bei mir Tag 4.
Bis mindestens 3 Uhr ist in der Umgebung Party. Gegen 5 dann Kontrastprogramm: Für Elise. Irgendwo, wo ich mal war, war Für Elise der Schrotthändler (eventuell Kykladen?), aber offenbar fehlt das im Blog. Später wird sich herausstellen, dass das der Brötchenwagen ist.
Als ich um 9 Uhr dann so langsam aufstehen muss, um noch Frühstück zu kriegen und mein Tagesprogramm zu schaffen, ist draußen bereits irgendwo laute Musik.
Nach dem Frühstück möchte ich zum Muthurajawela Visitor Centre. Irgendwo bei Booking.com stand, dass meine Unterkunft (Wetland Resort) Fahrräder verleihen würde. Aber das einzige, das sie haben ist ein klappriges rotes Damenrad, das linke Pedal fehlt und die Sattelhöhe lässt sich nicht verstellen. Irgendwie erinnert mich das an die Szene, als die Schuschonen im Film Der Schuh des Manitu die Pferde satteln wollen, aber nur ein Pony haben – der Grund: „Das ist beim Waschen eingelaufen.“ Am Abend wird sich herausstellen, dass das Fahrrad der Mutter der Hoteliersfamilie gehört.
Dann halt Uber. Obwohl Tuktuks in der Nähe sind, will niemand mein Geld. Die größeren Fahrzeuge sind viel zu weit weg.
Dann halt zu Fuß. Etwa viereinhalb Kilometer.
Unterwegs sehe ich Straßenhunde, vor allem auf dem Abschnitt des Weges, der mich über eine kleine Straße am Hamilton-Kanal entlang führt. Der Sohn der Hoteliersfamilie, der mich gestern vom Flughafen abgeholt hat, hat mir da erzählt, dass die Hunde zwar bellen, aber wenig tun würden. Als einmal zwei Hunde bellend sein Auto verfolgt haben, sei er ausgestiegen, da seien sie weggelaufen. Ich finde heraus, dass das stimmt, als ein Hund mich erst anbellt und mir danach folgt: Wenn ich ihn anschaue, geht er zurück. Nachdem ich das mehrmals wiederholt habe, ist er irgendwann so weit weg, dass er mir nicht mehr folgt.
Außerdem habe ich bei dem Gespräch gefragt, was ich bei der Lagunen-Tour so als Preis erwarten müsse: Die Tour vom Hotel organisiert koste 5×103 (ca. 16 Euro) mit einem „Katamaran“ (Fischerboot) und 1,2×104 (ca. 39 Euro) mit einem Motorboot. Wenn ich irgendwo anders frage, soll ich mit 6×103 für den Katamaran und 1,5×104 für das Motorboot rechnen. Ihr merkt an der wissenschaftlichen Schreibweise, dass wir es mal wieder mit einer Währung mit sehr niedrigem Wert zu tun haben. Er ist jetzt bei gut 300 LKR/EUR, nachdem er vor anderthalb Jahren noch bei über 400 war. Seit Ende von COVID geht es mit der Srilankanischen Wirtschaft wohl steil bergauf.
Nach etwa 40 Minuten erreiche ich um Punkt 11 das Muthurajawela Visitor Centre. Der Mann dort spricht sogar Deutsch. Er will nur 6×103 für das Motorboot haben. Das bringt mich so sehr aus dem Konzept, dass ich noch nicht mal handle, obwohl das bei Google Maps empfohlen wird. (Genauer: Es kostet 3×103 pro Person, aber die Mindestabnahme ist 2 Personen. Für den Preis könnte es Marco Polo ruhig am Ankunftstag mit aufnehmen!)
So, genug Gelaber, jetzt kommen Bilder:




Unterwegs sehen wir Halsbandsittiche. Sie sind aber weit weg. Ich habe schönere Bilder aus Mainz im November. Sie leben in toten Palmen wie die Aras in Peru.




Der Guide von meinem Nachmittagsausflug ruft an. Es ist aber bis zur vereinbarten Abholung noch 52 Minuten hin. Da meine Unterkunft an der Lagune liegt, werde ich mit dem Boot zur Unterkunft gefahren.
Sri Lanka Nachmittag 2: Colombo (Christ Church Mutwal, Galbokka-Leuchtturm, Sambodhi Pagoda Temple, Präsidentensekretariat, Unabhängigkeitsplatz, Aukana-Buddha-Replik, BMICH, Gangaramaya-Tempel, Gangarama Sima Malaka) – Stadt der seltsamen Gebäude
Schon mal einen buddhistischen Tempel auf Stelzen gesehen? Oder ein Oldtimer-Museum in einem buddhistischen Tempel? Nein! Dann wird’s Zeit für Colombo!
12:30, los geht’s in die Hauptstadt. Die fehlt nämlich in der YLT-Reise komplett (okay, sie wird am letzten Abend nach Einbrauch der Dunkelheit für ein Bierchen besucht) und MPR behauptet, es gäbe da auch nichts zu sehen. Okay, finden wir’s heraus.
Christ Church Mutwal
Mein Führer ist christlicher Tamile. Überhaupt ist die Ecke um Negombo christlich geprägt. Ein Besuch von Kirchen liegt somit nahe. Erster Programmpunkt die Christ Church in Mutwal, die erste anglikanische Kirche Ceylons, errichtet 1852.
Sie hat geschlossen. Der Führer läuft mit mir einmal ums Gebäude Grundstück und trifft jemanden, der jemand anderen für uns aufmachen lässt. Der zeigt uns dann auch die Kirche.


Auch der nächste Programmpunkt ist eine Kirche, nämlich St. Anthony’s Shrine in Kochchikade. Das ist übrigens kein Schrein – davon gibt es um Negombo alle paar hundert Meter welche (Jesu Gesicht wird wie alle Gesichter von Google Street View recht zuverlässig unkenntlich gemacht) – sondern eine Kirche. Sie ist vor allem durch die islamistische Attentatsserie von Ostersonntag 2019 mit insgesamt über 250 Toten bekannt. Die Beschädigungen, die die Bombe am Boden hinerlassen hat, sind noch immer da. Nach den Anschlägen wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Es wurde eine Sicherheitskontrolle ähnlich wie am Flughafen eingeführt, wobei Leute mit bösen Absichten die Blumenkübel überspringen könnten, die den Sicherheitsbereich begrenzen. Ich habe für diesen Ort keine Fotogenehmigung. Die Architektur ist ähnlich wie die vorherige Kirche, aber der Altar ist durch ein riesiges modernes Wandbild viel bunter.
Galbokka-Leuchtturm und Sambodhi Pagoda Temple
Als nächstes besuchen wir den in den 50ern errichteten Galbokka-Leuchtturm. Auch hierfür habe ich eigentlich keine Fotogenehmigung da laut Führer militärisches Sperrgebiet, aber egal.

Von dort fällt mir das seltsame Gebäude auf: Ein buddhistischer Tempel auf Stelzen?
Okay, dann hin da.
Zutritt erfolgt über den Turm rechts. Der Aufzug ist natürlich defekt.


Innen drin werden verschiedene Punkt der buddhistischen und srilankanischen Geschichte erklärt.

Ich lege mich fest: Das ist das seltsamste Gebäude, das ich jemals gesehen habe.
In der Nähe ist der Präsidentensekretariat.

Nächster Punkt auf dem Plan ist das Rathaus. Ich finde es aber nicht so hübsch und es auch für mein Weitwinkelobjektiv zu breit.
Unabhängigkeitsplatz
Weiter geht es zum Unabhängigkeitsplatz. Der entsprechende Tag ist nächsten Dienstag (der 4.). Entsprechend sind hier die Vorbereitungen am Laufen. Der Unabhängigkeitsplatz ist aber kein wirklicher Platz sondern ein Gebäude (Independence Memorial Hall), das die asiatische Interpretation des Parthenón sein könnte.

Der Unabhängigkeitsplatz selbst ist sehr klein. Wenn da 1000 Leute drauf sind, ist er voll. Er wird nämlich zu einem großen Teil von einem Brunnen mit einer Statue von Don Stephen Senanayake in der Mitte eingenommen. Die Statue hat sehr große, abstehende Ohren. Will ich aber nicht zu laut sagen, er hört das sonst!
Aukana-Buddha-Replik und BMICH
Wir besuchen als nächstes die Aukana-Buddha-Replik, eien große Betonstatue.

Gegenüber befindet sich die BMICH. Nur Menschen mit panischer Angst vor Abkürzungen nennen sie Bandaranaike Memorial International Conference Hall. Offiziell heißt sie BMICH. Namensgeber ist derselbe wie vom Flughafen.

Gangaramaya-Tempel und Gangarama Sima Malaka
Nun kommen wir zu einem weiteren seltsamen Gebäude: Dem Gangaramaya-Tempel.

Nicht nur befindert sich da ein großer Baum in der Mitte – nein, es befindet sich eine Oldtimer-Ausstellung darin. Sie umfasst zwar nur zwei Handvoll Autos, aber trotzdem. WTF!?


Ansonsten gibt es hier noch ein präpariertes Krokodil. Warum auch nicht? In Kom-Ombo in Ägypten gibt es ein ganzes Museum zu den Viechern (der entsprechende Blogpost ist nicht öffentlich).
Der Tempel kostet 4×102 Eintritt. Dafür ist auch der Besuch eines weiteren Tempels auf dem nahen See (ca. 200 m) mit drin.



Eigentlich sollte die Tour mit An- und Abreise 5 Stunden dauern. Gedauert hat sie 7,5. Um halb 20 ruft schon die Frau des Guides an...
Ich möchte im Hotel meine Lagunen-Bootstour morgen früh buchen. 1,2×104 soll das mit Motorboot kosten. Ich erkläre, dass ich heute für eine Tour mit dem Motorboot 6×103 bezahlt habe. Sie können das kaum glauben, lassen sich von mir die Nummer geben und rufen da an. Ich habe recht.
Das Hotel organisiert die Touren nicht selbst sondern fragt bei lokalen Fischern oder so an. Nun haben sie wohl einen neuen Partner. Sie bringen mich sogar kostenlos hin.
Sri Lanka Morgen 3: Muthurajawela Visitor Centre (Hamilton-Kanal, Negombo-Lagune) – Noch mehr Brötchen Für Elise
Und noch mehr Tierfotos für Janni
Heute ist der Brötchenwagen etwas leiser, aber es reicht um davon auszuwachen.
Das Hotel fährt mich wie angekündigt zum Startpunkt meiner Tour. Dieser Wurde allerdings ein ganzes Stückchen näher ans Hotel verlegt. Da hätte ich auch laufen können. Oder das Boot hätte mich am Hotel abholen können. Aber das wollte das Hotel nicht, weil sie meinten, dadurch würde meine Tour verkürzt.
Als wir gerade ablegen, kommt der Brötchenwagen vorbei – es ist nur ein Tuktuk mit einem Glaskasten draufmontiert.
Immerhin sehen auf dem kurzen Abschnitt bis zur Lagune dann doch so Einiges:


Nun also raus auf die Lagune. Ich habe heute eine Frau als Führerin. Sie spricht Englisch.


(Notiz an mich selbst: Bei der diesjährigen Breminale versuchen, als Siebdruck-Motiv Cormorant Man einreichen, eine Fälschung des Batman-Logos, bei dem die Fledermaus durch die Silhouette eines trocknenden Kormorans ersetzt wurde.)




Die Seeschwalben sitzen auf Reusen, die sich auf dem See befinden. Die Fische fressen das Moos, das sich am Holz bildet. Außerdem legen sie darin ihre Eier (Rogen) ab, wie man mir erklärt.
Hat sich doch gelohnt, es nochmal zu machen!
Fun Fact: Einer der häufigsten Vögel auf dem Kanal und der Lagune ist der Purpurreiher. Ich habe es dennoch bisher nicht geschafft, ihn vernünftig zu fotografieren.
Sri Lanka Nachmittag 3: Wilpattu-Nationalpark Eluwankulama Gate – Kruger auf Srilankanisch
Zumindest Leoparden und Elefanten könnten wir begegnen – das wären dann die Big Two.
Vier Stunden dauert die Fahrt zum Wilpattu-Nationalpark. Bis Chilaw führt die Straße rund 100 Kilometer lang durch bebautes Gebiet ohne irgendwelches Grün. Ab Chilaw dann das Gegenteil: Im Osten viele Reisfelder und Garnelenzuchten. Mein Hotel heute wird später ebenfalls in der Mitte eines riesigen Garnelenzuchtregion liegen.
In Wilpattu mache ich eine Safari. Also so’n bisschen Afrika-Feeling in Sri Lanka. Mein Guide, derselbe wie gestern in Colombo, kommt auch mit, da der Fahrer des Jeeps kein Englisch spricht außer Tiernamen. Selbst so etwas wie „Go“, damit er wieder losfährt, klappt nicht. Am Eluwankulama Gate bin ich heute der dritte und letzte Gast des Tages.



Kommen wir zu einer Premiuere auf dem Blog: Telekonverter. Den hatte ich mir vor vielen Jahren mal im Angebot gekauft, dann aber festgestellt, dass die Bildqualität bei meinen mit den für Spiegelreflex entworfenen Objektiven richtig scheiße ist. Ich dachte schon, der wäre kaputt, hatte aber keine Möglichkeit, das zu prüfen. Nachdem mir in Peru Die Lange Anna (mein Schönwetter-Supertele) runtergefallen ist und seitdem am seidenen Faden hängt (was es nicht davon abhält, trotz wilder Geräusche darin völlig normal zu funktionieren), habe ich mir im November das Gegenstück von Sony gekauft (für mich heißt es Der Weiße Riese, meine Mutter nennt es Das Zebra) – und siehe da, der Telekonverter funktioniert:


Die Spinte sitzen hier übrigens zumeist auf dem Boden. Sie fliegen gerade noch rechtzeitig weg, wenn man mit dem Auto auf sie zufährt.




Eigentlich wollen wir noch ein Stück weiter rein, aber die Straße ist so matschig, dass wir selbst mit 4x4 nicht weiterkommen. Also wieder zurück. Auf dem Rückweg sehen wir noch zwei Lippenbären, die wohl extrem selten sind. Die Guides meinten zudem insgesamt dreimal, einen Sri-Lanka-Leoparden gesehen zu haben. Den zweiten „Leoparden“ habe ich auch gesehen und fotografiert – es war ein Malabar-Muntjak (also ein Hirsch).

Und jetzt 2 Stunden zur Gruppe nach Chilaw zurück.
Während meiner Rückfahrt bekomme ich die Info, dass die Gruppe wohl doch Wilpattu macht, obwohl im Katalog explizit steht, dass es von Januar bis April nicht gemacht wird und ich MPR das indirekt gefragt habe. Na toll.
Die Sache stellte sich dann aber doch als falsch heraus. Wir machen morgen die Delfintour und nicht Wilpattu. Los geht’s um 5:15... Und ich dachte, jetzt wo ich nicht mehr selbst organisiere, wird alles chilliger...
Ich habe einen Tinnitus (Illusion, etwas zu hören) von der Musik des Brötchenwagens.
Sri Lanka Morgen 4: Delfintour in Alankuda – Folge dem Tunfisch
Der frühe Tourist sieht den Delfin. Angeblich.
Keine Zeit, das schöne Hotel und das tolle, große Zimmer mit Whirlpool im Bad zu genießen – denn schon um 5:15 geht es heute los. Eine unchristliche Zeit. Unbuddhistisch wahrscheinlich auch. Die meisten sind schon über eine Stunde wach, ich 13 Minuten.
Für den relativ heftigen Preis von 1,515×104 (alternativ 50 Euro) gibt es eine etwa 2:20 Stunden lange Tour auf dem Meer, bei der man nach Ostpazifischen Delfinen sucht. Wir starten im Omeesha Resort in Ilanthadiya. Das ist gut anderthalb Stunden von Chilaw entfernt. Warum man bei einem Start um 7:45 schon um 5:15 losfahren muss, ist mir ein Rätsel. Wirklich Erholung ist in dem Omeesha Resort auch nicht angesagt, denn es seht ein großes Windrad im Garten, das entsprechend laut ist.
Wir fahren mit zwie 10-sitzigen Booten los.
Heute ist ziemlich starker Wind. Die Leute, die rechts im Boot sitzen, kriegen sehr viel Wasser ab und sind am Ende komplett durchgetränkt. Ich sitze zum Glück links.
Um die Delfine zu finden, nutzt man die örtlichen Fischer. Das funktioniert nämlich so, dass die Fischer Tunfische fangen. Die scheinen hier in der Küche beliebt zu sein. Gelbflossen-Tunfische fressen Sardinen. Das machen Delfine ebenfalls, also findet man die Delfine oft bei den Gelbflossen-Tunfischen.
Heute sind die großen Gelbflossen-Tunfische nicht da. Die stattdessen anwesenden kleineren Weißen Tunfische fressen Garnelen. Die werden allerdings nicht von Delfinen gefressen, sondern von Seeschwalben. Das sieht dann so aus:

Die Seeschwalben fressen somit nicht die Tunfische – die sind auch viel zu groß.
Ohne tierische Hilfe dauert es dann über anderthalb Stunden, bis wir Delfine finden.

Ich bin mir unsicher, wie die Tour ethisch zu bewerten ist. Aber die Delfine könnten ja einfach abtauchen. Außerdem kommen sie später frontal auf uns zugeschwommen:

Zum Schluss sehen wir auch einen der Delfine die im Englischen namensgebende Drehbewegung machen. Aber das machen sie offenbar recht selten.
Wieder an Land angekommen, essen wir am Strand das Frühstück in der Box, das wir vom Hotel bekommen haben. Danach geht es ins nächste Hotel.
Sri Lanka Tag 4: Anuradhapura (Maha Viharaya, Ruwanweli Maha Seya, Lankaramaya, Elephant Pond, Abayagiri, Jethawanaramaya) – Willkommen zur Tempelschau
Anuradhapura ist voller buddhistischer Tempel und die schauen wir uns zu Fuß und zu Drahtesel an
Die Zuordnung der Tage in meiner Zählung und der offiziellen Zählung kommt jetzt noch mehr durcheinander, denn der Guide zieht Programmpunkte vor (was auch völlig okay ist).
Maha Viharaya
Wir besuchen die nahe Stadt Anuradhapura. Sie war von 250 v.Chr. bis ins 9. Jh. Königsstadt. Unser erster Halt ist Maha Viharaya, ein Tempel, der um eine Bodhi-Feige (Pappel-Feige) gegründet wurde, von der gesagt wurde, es sei ein Ableger der Feige, unter der (der letzte) Buddha Erleuchtung erlangte.
Beim Aussteigen gibt es für jeden ein „süßes Hörnchen“, wie unser Guide Richard es nennt. Es ist schlicht ein Berliner mit platt und breit.
Anschließend gibt es noch ein süßes Hörnchen:


Viele der Besucher sind weiß angezogen. Damit wollen sie symbolisieren, dass sie zumindest weltlich alle gleich sind, egal wie viel Geld sie haben. Sie bringen oft Opfer in den Tempel. Das können Naturalien als Erntedank sein, die dann von den 30 Mönchen gegessen werden, oder aber einfach Räucherstäbchen oder Öllampen. Der Tempel ist jetzt seit 49 Minuten geöffnet, und die Tische für die Opfergaben (die vor Öffnung geleert wurden) sind bereits voll.

Die lila Blume bei den Opfern, die Blaue Wasserlilie, ist übrigens die Nationalblume von Sri Lanka.
Unter der Bodhi-Feige gibt es auch einen hinduistischen Priester. Er verkauft Armbänder. Die sind mit einer bestimmten Anzahl bestimmter Gebete „aufgeladen“. Der Priester verspricht also, für den Käufer entsprechend oft gebetet zu haben. Je mehr Gebete drauf sind, desto teurer wird das Armband. Touristen, aber auch Einheimische, kaufen das, was unserem Guide missfällt.
Dann wieder raus aus dem Tempel und weiter zum großen Stupa. Wobei das kein Stupa ist, sondern ein Dagube, meint Richard.

Das Opfer, das man oben sieht, entstand daus der Tradition, dass man dem eremitisch lebenden Dorfmönch vor Beginn der Regenzeit oft etwas gegeben hat, damit der die Regenzeit übersteht.



Der Stoff, den die Gruppe dabei hat, hat eine Länge von 346 Metern. Warum? Er wird einmal um den Stupa gewickelt:

Um den Stupa sind Tische mit Opfergaben gereiht. Sie sind bereits komplett voll, werden aber nur periodisch geleert, das der Stupa rund um die Uhr geöffnet ist. Hineingehen kann man nicht, da er massiv ist – die Eingäbe sind nur angedeutet. Unten drin sollen lediglich ein Knochen und ein Haar Buddha sowie viele Edelsteine in einer Goldschatulle eingemauert worden sein. Der Stupa wurde um die Zeitenwende errichtet.
Er wird jährlich von Freiwilligen gesäubert und getüncht. Das beginnt Mitte Februar, damit es rechtzeitig zum Mai-Vollmond fertig ist.
Fahrradtour
Wir bekommen Fahrräder. Sie sehen schon ziemlich alt aus, aber scheinen einigermaßen sicher zu sein. Es gibt auch eins, das groß genug für mich ist.
Erster Halt ist der Thuparamaya-Stupa (wirklich ein Stupa!), der älteste Sri Lankas. Ein Schulterknochen des Buddhas soll dort eingemauert sein. Leider können wir ihn von der Straße aus nicht vernünftig sehen.
![Lankaramaya Secreat[sic!] City (soll wohl Sacred heißen) in Anuradhapura](/images/blog2025/sri-lanka_anuradhapura-lankaramaya_k.webp)
Dann geht es durch den Wald des Abayagiri-Klosters.



Wir bekommen Kokoswasser, direkt aus der Königs-Kokosnuss. Sie ist gelb und schmeckt nach mehr und süßer als die grünen Kokosnusse. Das Fleisch gilt aber als weniger lecker.
Der Mondstein gehört zum Abayagiri-Kloster und dessen Dagube. Der ist diesmal aus Ziegeln gebaut.

Und dann kommt mein verdammter Tinnitus neuen Stoff: Es kommt wieder ein „Für Elise“-Brötchen-Tuktuk vorbei, während wir zum Ende der Tour am Jethawanaramaya-Dagube/Stupa geht. Wäre der nicht kaputt, wäre über 126 Meter hoch und damit der höchste des Landes.

Wie man sieht wird’s langsam dunkel. Ab ins Hotel!
Sri Lanka Vormittag 5: Mihintale – Aus dem Leben eines Mönchs
Ein neuer Schwip-Schwap-Fan in Sri Lanka?
5:30 wäre Abfahrt nach Mihintale, aber da gibt es ein Gewitter. Als die Sprachnachricht von Richard kommt, ist mir das fast schon klar, aber in meinem Zimmer ist meistens nur EDGE, das reicht nicht für das Audio. Also erstmal anziehen, zur Rezeptions und da dann die Info: 7:30 Frühstück, Abfahrt 8:00.
Also nochmal kurz ins Bettchen.
Dann geht es aber wirklich los. In Mihintale müssen 1800 Stufen rauf. Das klingt viel, aber die Stufen sind jeweils nur wenige Zentimeter hoch. Das erste Dritte kann man zur Not auf mit dem Bus fahren. Viel zu gehen gibt es auch nicht.
Ursprünglich war Mihintale ein Jagdgebiet. Als der König einmal einen (Axis-)Hirsch jagte, traf er an der Spitze des Hügels auf einen Mönch. Der sprach ihn mit dem Vornamen an (eigentlich ein Tabubruch) und erklärte, dass man Tiere nicht töten sollte. Eigentlich ist der Buddhismus eine vegetaraische Religion, aber viele halten sich nicht dran.
Damit ist dder Mihintale-Tempel der älteste des Landes.
Auf dem Parkplatz nach dem ersten Drittel bekommen wir Sitzkissen und betrachten zwei große Steintafeln. Sie wurden 67 v.Chr. geschrieben. Die Linke enthält Gebote, die Rechte Verbote.

Wir laufen das zweite Drittel hoch und erreichen die bei buddhistischen Tempeln übliche Schuhverwahrung, von wo aus wir das letzte Drittel zum Stupa barfuß hochlaufen.


Vor dem Stupa treffen wir nach dem Opfern unserer Blauen Wasserlilien (für einen Wunsch) dem Mönch, mit dem wir zum Meditieren verabredet sind.

Zuerst macht Uparathne eine Ansage: Er wollte keine Religion verbreiten. Er wolle auch nicht ändern, was wir tun. Er denke nicht, dass das jeder tun müsse, was er sage.
Wir starten die Medition. Ich habe Angst, in Anwesenheit der Affen meine Augen zu schließen und packe meinen Fotokram in meine Fototasche. Dafür muss das selbst angemischte Schwip Schwap Zero leider nach draußen.
Bei der Medition geht es anschließend darum, die Gedanken zu pausieren, da uns die Gedanken erschöpften, meint der Uparathne. Also Augen zu los geht’s.
Kurz vor Ende der Medition wird die Sitzung dann durch einen Schrei von mir abgebrochen:

Bei den meisten führt die Situation zu Gelächter – bei den Affen zu erhöhtem Koffeinspiegel. Die Gruppe hat Angst, dass die Affen jetzt aggressiv werden und mehr Cola wollen, da sie genau wie ich koffeinsüchtig würden, oder das nicht vertragen würden. Aber da habe ich seit den Batu-Höhlen keine Sorgen mehr, wo die Affen auch Energy-Drinks getrunken haben.

Egal, es hat eh gerade angefangen zu regnen. Also ab ins Kloster, das unterhalb des Stupas auf Höhe. Dort ist eine Fragestunde mit Uparathne, auf Neudeutsch AMA genannt (Ask Me Anything).
- Wie schläft man beim Meditieren nicht ein?
- Übung.
- Was ist dein Alltag?
- Früh aufstehen, Säubern des Tempels, Touristen, Mittag schon vor 12 essen, Wäsche waschen, Gebete, 21:30 bis 22:00 schlafen gehen.
- Was hat dazu geführt, dass du so fest an Buddha glaubst, dass du Mönch geworden bist?
- „Ich glaube nicht an Buddha. Ich glaube nicht nicht an Buddha. Ich kenne Buddha.“
- Warum bist du Mönch geworden?
- Als Kind braucht man Liebe und Respekt. Und das habe ich hier bekommen. Deshalb lebe ich seit ich 11 bin im Kloster. Ich habe das frei entschieden. Jetzt bin ich 35. Bis ich 25 war, habe ich mich das auch oft gefragt. Von den 36 Mönchen, die gleichzeitig mit mir angefangen haben, sind noch drei hier, aber das ist relativ einfach möglich. Vor allem früher wurde das oft als Scheitern angesehen. Bevor man offiziell Mönch wird, arbeitet man gut ein halbes Jahr täglich im Kloster.
- Was hat deine Mutter gesagt, als du ihr gesagt hast, dass du Mönch werden möchtest?
- Sie hat eine bis zwei Wochen geweint. Aber meine Großeltern haben sie überzeugt, dass das gut ist, dass ich Mönch werde.
- Fehlt dir etwas durch die Regeln [für Mönche]?
- „Die meisten Dinge [Anm. Janni: gemeint sein dürften Maximen #praktischevernunft] kommen durch die eigene Überzeugung.“ Regeln kommen, von der Religion als Organisation, nicht von Buddha.
- Gibst du Leuten Rat?
- Er findet, es sei gefährlich, Leuten Rat zu geben. Besser ist es, Rat zu erhalten. Er selbst wolle ja auch nichts geändert.
- Reist du?
- Ja, ich gehe Backpacken. 3 bis 4 Monate Reise, 6 Monate hier.
So, hier mal eben kurz Abbruch und ein Einschub in Richtung Firma zu Hause: „Niklas, warum können wir das nicht?“ So, weiter geht’s.
- Woher hast du das Geld dafür?
- Ich bekomme Geld für meine Dienstleistungen wie z. B. Heilen.
- Was ist mit Hobbies?
- Ich hatte eine Kamera und habe schöne Bilder gemacht. Und ich hatte eine Gitarre. Musik ist den Mönchen verboten.
- Hast du ein Smartphone?
- Ja. „Du darfst ein Smartphone benutzen, aber dich nicht davon benutzen lassen. Du darfst Social Media benutzen, aber dich nicht davon benutzen lassen. Du darfst ein Gehirn benutzen, aber dich nicht davon benutzen lassen.“
- Hast du weiter eine öffentliche Schule benutzt?
- Nein. Ich bin auf eine Mönchsschule gegangen. Wenn man studiert, geht man aber auf eine staatliche Universität.
So schlecht kann die Mönchsschule nicht sein, denn Uparathne spricht sehr gut Englisch, auch wenn er die Medition eben auf Singhalesisch gemacht hat.
- Verfolgst du Nachrichten [gemeint ist Politik]?
- Schon, aber Politik ist Macht. Mir geht es aber um Liebe. Daher ist das für mich nicht wichtig. Ich will ja auch nichts ändern.
- Dürft ihr heiraten?
- Nein, wir nicht. In Nepal dürfen Mönche das.
- Darfst du denn eine feste Freundin haben?
- Nein.
Zum Schluss noch eine Weitheit:
Mutter ist der Buddha zu Hause.
Nach der Lehrstunde laufen wir noch barfuß den Felsen hoch. Er hat auf weiten Teilen praktisch keine Stufen und ist natürlich komplett nass. Viele von uns, mich eingeschlossen, haben dabei als zusätzliche Herausforderung das Sitzkissen dabei, obwohl wir es auch unten lassen hätten können.

Ich danke Buddha, dass ich mich auf dem Felsen nicht langgemacht habe.
Dann geht es zurück zum Bus. Dabei kommt sogar mal die Sonne raus.

Sri Lanka Nachmittag 5: Wasserreservoir Thissa Wewa Anuradhapura – Wildtiertour for free
Ein See vor der Tür? Perfekt! Und danach gibt’s sogar noch einen, wenn auch nur kurz.
Ursprünglich hatte ich überlegt, mit anderen nochmal Wilpatta zu machen. Aber am Ende war den anderen das zu stressig und mir allein zu teuer.
Vor unserem Hotel gibt es allerdings einen großen See. Für die Nutzung als Wasserreservoir wurde ein bereits vorhandener See vergrößert. Er ist jetzt ein beliebtes Naherholungsgebiet der Einheimischen. Vom etwa 8 km langen Rundweg ist die östliche Hälfte ein Schotterweg, der gelegentlich mit Motorfahrzeugen befahren wird, und der westliche Teil eine recht stark befahrene Straße. Unser Hotel liegt im Süden, somit starte ich Richtung Osten.
Das Beste: Die Sonne scheint immer noch.
Gleich vorm Nachbarhotel sehe ich eine Katze und einige Mangusten.




Ich komme zur Straße. Dort gibt es einen Ortsteil von Anuradhapura. Ich kaufe mir an einem Kiosk ein Eishörnchen und weil es so heiß ist, wenige Meter später noch eins. Da ich nicht an der Straße zurücklaufen möchte, gehe ich den östlichen Weg wieder zurück. Dabei fällt mir auf, dass ich die beiden Schutzkappen meines Telekonverters verloren habe. Sie steckten in der Tasche mit meinem Portmonee. Da ich den Telekonverter erst kurz vorm Ort verwendet habe, können sie nur auf einem Abschnitt von etwa 500 Metern von da bis zum Kiosk liegen. Ich suche die Strecke zweimal ab. Als ich schon aufgeben möchte, fällt mir ein Kilometerstein auf. Hab ich da nicht vorhin drauf gesessen und Pause gemacht? Und genau neben dem liegen die beiden Fundsachen.


Von hier aus kann man die Spitzen von drei bis vier Stupas/Dagubes sehen.




So viel zu meinem Teil heute. Um 17 Uhr fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Erst zum Geldabheben. Eine von uns gibt dreimal die PIN falsch ein und der Automat zieht die Karte ein. Obwohl die Commercial Bank bereits seit über 2 Stunden zu hat, schafft es Richard, die Karte von der Bank wiederzubekommen.
Danach fahren wir Einkaufen. Ich teste Softdrinks. Cream Soda schmeckt die Zuckerwasser mit Vanilla-Backaroma (oder Milchprodukte mit Vanilla-Geschmack ohne echte Vanille) – furchtbar. Necto schmeckt wie Fanta Waldfrucht mit zu wenig Kohlensäure. Okay, also lieber Cola.
Wir fahren zu unserem Abendessen im Margosa Lake Resort am Nuwara Wewa. Vorher laufen wir aber noch ein bisschen am See entlang und beobachten den Sonnenuntergang.

Das Abendessen ist auf jeden Fall richtig gut. Es gibt Kothu nach Wunsch, was ich auch schon auf den Malediven am ersten Abend gegessen habe, nur leider ohne Käse. Außerdem gibt es ein riesiges Büffet.
Sri Lanka Tag 6: Antikes Ayurveda-Krankenhaus von Ritigala, Habarana Cinnamon – Privilegierte Lage
Wer Ayurveda will, musste früher noch hinaus. Für uns geht es heute einfacher.
Heute fahren wir um 8 los. Erstes Ziel ist Ritigala, wo in den Bergen vor 2300 Jahren ein Ayurveda-Krankenhaus errichtet wurde, das bis ins 8. Jh. benutzt wurde. Auf dem Weg erzählt uns Richard etwas über das Schulsystem:
Ab einem Alter von 3 kann man bis 5 oder 6 den Kindergarten oder Montessori besuchen. Das ist privat organisiert und kostet Geld. Können sich Familien das nicht leisten, richtet die Kirche oder der Tempel kostenlos eine Betreuung ein.
Dann kommt die Schule. Es gibt staatliche und private Schulen. Letztere werden durch die Kirche organisiert, aber auch von Buddhisten genutzt. In der portugiesischen Zeit durften Einheimische die portugiesischen Schulen besuchen, wenn sie einen portugiesischen Namen annehmen. Deshalb sind die verbreitet. Unser Guide heißt Mendes.
In der 5. Klasse findet eine Prüfung statt. Wer da 90% erreicht, erhält ein Stipendium, durch das er auch in der Stadt zur Schule gehen kann. Allerdings ist der NC and er Uni für Dorfschüler geringer (90%) als für Stadtschüler (96%). Die Schule geht bis zu 10. Klasse, aber man kann noch 2,5 Jahre Abi dranhängen.
Nach der Schule kann man zur Uni gehen oder eine 3-jährige Ausbildung machen.
Kinder sind für Familien wichtig, da es Rente nur für Beamte gibt.
Ritigala
Das Krankenhaus besteht heute aus Ruinen, die nach Freilegung durch die Armee in den 1990ern seit 2003 besucht werden können. Material ist schwarzer Granit, der von Elefanten hierher getragen wurde. Der Legende waren noch „die 9 Riesen“, eine königliche Bautruppe, dran beteiligt.

Um nicht gestört zu werden, ist das Krankenhaus unzugänglich in die Berge gebaut. Wer ein gebrochenes Bein hatte und dorthin wollte, hatte ein Problem.
Ein besonderes Rätsel sind die Löcher in den Steinen. Sie wurden wohl für Sprengungen genutzt. Allerdings konnte die Sprengstoff-Mischung bisher nicht nachvollzogen werden.




Habarana
Wir besuchen eine Anlage für Ayurveda in Habarana. Die Anwendung plus „Kräutersauna“ kostet 1,05×104 plus 103 Trinkgeld. Ich habe keine Lust.
Der Guide, ein anderer ohne Ayurveda-Interesse und ich laufen durch den Garten der beiden Cinnamon-Hotels gegenüber, die direkt am See liegen. Sie kosten rund 130 Euro für ein Zimmer für die heutige Nacht.
„Stört die nicht, dass wir hier sind?“ „Doch, aber ich habe dich angelogen – ich bin doch wie Sabine und die kennen mich überall.“ (Sabine ist die Führerin bei den allermeisten MPR YLT Costa Rica, auch meiner damals, wo sie nicht genannt werden durfte.)
Hintergrund ist, dass wir Richard mehrmals versucht haben, zu entlocken, wie oft er die Reise schon gemacht hat bzw. pro Jahr macht, aber keine sinnvolle Antwort bekommen haben. Er sei anders als Sabine, meinte ich.


Nach der Führung durch den Garten holen sich die anderen beiden im Café neben der Ayurveda-Anlage einen Kaffee. Ich laufe zum Supermarkt und kaufe mir zwei Eishörnchen. Ein extrem nerviger Tuktuk-Fahrer verfolgt mich ... in beide Richtungen. Die anderen sind inzwischen fertig.

Sri Lanka Abend 6: Diganpathaha, Hiriwadunna – Baumhausgeschichten
Zuerst gibt es ein paar Tierbilder aus dem Hotelgarten, dann besuchen wir eine Einheimischenfamilie zum Abendessen.
Garten des Kassapa Lions Rock
Nach der Ayurveda-Sitzung bzw. dem Alternativprogramm geht es zum Hotel, Kassapa Lions[sic!] Rock. Das besteht zum größten Teil aus freistehenden Hütten in einem sumpfigen Garten, sowie drei zweistöckigen Gebäuden an drei Seiten eins Pools, wo auch mein Zimmer ist.



Vom Hotel hat man besonders abends einen wunderbaren Blick auf den Sigiriya-Felsen. Da
Besuch einer Familie am Hiriwadunna-Reservoir
Um viertel nach 17 geht es dann los zu unserem Abendprogramm. Wir besuchen eine Familie, die am Hiriwadunna-Stausee Landwirtschaft betreibt, zum Abendessen.

Das Feld befindet sich von der Straße aus gesehen am anderen Ende des Reservoirs. Wir fahren mit drei der typischen Auslegerboote rüber.

Früher hatten sie ein Problem mit Elefangen. Sie haben dann an den Ecken ihres Feldes Baumhäuser errichtet. Die Männer mussten dann dort schlafen. Wenn sie Elefanten gehört haben, haben sie sie mit Lärm vertrieben.


Bevor es Essen gibt, können wir selbst probieren, „String Hoppers“ (Idiyappam) zu machen. Ein Teig aus Reismehl, Wasser und Salz wird durch ein Gerät ähnlich einer großen Knoblauchpresse gedrückt und in Form eines flachen Nestes geschichtet.


Food-Fotografie und ich werden keine Freunde.
Das Besondere an diesem Abend: Es wird gegessen, wie die Einheimischen das machen. Und das bedeutet: Mit der Hand. „Hä? Das mach ich zu Hause auch immer so!“, ruft jemand.
Zurück geht es mit dem Boot auf die gegenüberliegende Seite des an dieser Stelle nur Fluss-breiten Reservoirs. Von dort führt ein Weg zum Ort, wo wir vorhin abgelegt sind. Unsere Gastgeber haben Fackeln mitgebracht, da das Risiko besteht, Elefanten zu begegnen, die Angst vor Feuer haben. Zum Vergleich: Auf der Straße, die wir heute Morgen nach Ritigala gefahren sind, wurden in den letzten 3bis 4 Jahren 9 Leute von Elefanten getötet.