Kykladen II Tag 6 – Naoussa, Didymi, Ermoupoli – Die Enten-Insel Syros

Nein, ich habe kein Brot! (Nur ein Boot.)

geschrieben von Janni Donnerstag, 1. Juli 2021 um 22:38 Uhr

7:11. Aufstehen. Noch fast eine Stunde früher als gestern. Die See ist komplett ruhig. Es ist keine Welle zu sehen. Einige zwei Gemeine Delfine begleiten uns kurz. Der Himmel ist zwar fast wolkenfrei, aber durch eine Art Staub bedeckt, sodass die folgenden Bilder keinen strahlend blauen Himmel haben.

Gemeine Delfine im Meer der Kykladen
Gemeine Delphine

Wir fahren heute nach Ermoupoli, der Hauptstadt der Südlichen Ägäis auf der Insel Syros. So heißt die Region aus den Kykladen und dem Dodekanes (Kos, Rhodos usw.). Ermoupoli ist mit etwa 11.500 Einwohnern zwar die bevölkerungsreichste Stadt der Kykladen, aber Rhodos-Stadt hat über 50.000.

Auf dem Weg machen wir um viertel nach 11 Halt auf einer kleinen vorgelagerten Insel: Didymi ist unbewohnt, besitzt jedoch einen Leuchtturm an der höchsten Stelle und am Strand befinden sich einige eher notdürftig errichtete Bauten, die derzeit nicht bewirtschaftet werden. Einige Israelis und Kanadier sind mit einer 41 Meter langen Luxusjacht schon vor uns da, setzen aber erst über, als wir bereits zum Strand geschwommen sind. Das erlaubt es uns, Fotos zu machen, auf denen das hier wie ein Lost Place scheint.

Strand von Didymi
Strand von Didymi – das Bier hat Pierre von unserer Jacht mitgenommen
Am Strand von Didymi liegt ein rosa Holz-Ruderboot
♫ Er hat ein knall-pinkes Ruderboot... ♫

Im hinteren Teil der Gebäude befinden sich Zelte.

Vor dem Strand sehe ich beim Schnorcheln Reste einer halben, recht großen Krabbe. Außerdem versteckt sich ein Strahlen-Petermännchen im Sand.

Überreste einer Krabbe
Überreste einer Krabbe
Strahlen-Petermännchen
Strahlen-Petermännchen

Wir fahren einige Buchten von Ermoupoli an. Das Bild des als kleines Venedig bezeichnete Orts wird durch die Neorion-Werft entstellt.

Asteria-Badebucht – der offiziellen Bezeichnung als Strand würde ich nicht folgen, da die Bucht weder Sand noch Kies sondern nur Steine hat

Nach dem Anlegen um 13:30 im alten Hafen von Lazareta, etwa 30 Gehminuten von der Innenstadt entfernt, nehmen wir uns zwei Taxis und fahren nach Ano Syros. Das ist ein ursprünglich rein katholischer Stadtteil oberhalb von Ermoupoli. Eine Grenze zwischen diesen beiden Orten lässt sich heute nicht mehr ziehen. Wir besuchen in Ano Syros die somit katholische St.-Georg-Kirche. Das pfirsichfarbene Sakralgebäude ist nicht die Kirche auf dem Bild oben, denn das ist die Christi-Auferstehungs-Kirche.

Innenansicht der St.-Georg-Kirche in Ano Syros
Innenansicht der St.-Georg-Kirche

Die Kirche steht dort so thronend auf dem Fels, damit man ein Gleichnis zur Arche Noah auf dem Berg Ararat hat.

Blick von Ano Syros auf Ermoupoli
Blick vom Felsen runter auf die Stadt Ermoupoli
Mühle von Ano Syros
Milos-Mühle (mit Spatz)

Danach bringen uns die Taxis zum Rathausplatz. Die beiden Fahrten kosten jeweils etwa 5 Euro pro Fahrzeug. Der Rathausplatz wird Miaouli-Platz genannt. Das liegt eher weniger an den vielen Katzen in Ermoupoli, sondern an der Statue des Admirals Andreas Miaoulis.

Nachdem wir hier gegessen haben, können wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Zum Beispiel zum Shoppen oder Kaffeetrinken. Ich kaufe mir aber nur ein Eis und lasse die meiste freie Zeit meine Füße im Wasser der Asteria-Badebucht abkühlen. Heute ist nämlich mit 34° der bisher wärmste Tag des Jahres. Und das alles nur, wegen der ungewöhnlichen Winde.

Eine ungewöhnlich häufige Eissorte auf den Kykladen scheint Lila Pause zu sein. Die deutsche Aussprache des hier dafür benutzten deutschen Namen irritiert die Leute aber.

Um viertel nach 19 treffen wir uns erneut zu einem kleinen Rundgang. Wir besuchen die St.-Nikolaus-Kirche, in der man aber keine Fotos machen darf (meint zumindest Phil). Als ich vorhin hier war, kam gerade der Priester mit einer Frau im Bikini heraus, die ein Gespräch führten. Das fand ich seltsam.

Da sich die Kirche direkt neben der Asteria-Badebucht befindet, zeige ich den anderen eine kleine an der Promenade der Asteria-Badebucht, wo einige Hausenten, Stockenten, Hausgänse und Katzen in Frieden zusammenleben. Inzwischen geht es den Enten auch wieder gut. Ein Erpel war vorhin wegen der Hitze am Hyperventilieren.

Katze im Blumenkasten
Die Katze wächst jetzt hier.
Asteria-Badebucht-Tier-Ecke
Asteria-Badebucht-Tier-Ecke

Die anderen gehen dann zum Essen ins Restaurant, aber ich habe keinen so großen Hunger. „Ich gehe zur deutschen Botschaft für günstiges Essen“, sage ich, „Lidl“. In direkter Umgebung des Lidl befindet sich übrigens die echte deutsche Botschaft, wie ich dann herausfinde.

Auf dem Weg zum Hafen sehe ich zwei Enten zu einer Tankstelle laufen.

Ermoupoli und Ano Syros bei Nacht
Blick vom Hafen, in dem wir liegen, auf Ermoupoli und Ano Syros

Und ich dachte, das wird ein extrem kurzer Blogpost...


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Kykladen II Tag 7 – Ermoupoli, Delos, Tourlos, Mykonos-Stadt, Delos, Mykonos-Stadt, Tourlos: Am Ziel

München oder Mykonos – Hauptsache Italien!

geschrieben von Janni Sonnabend, 3. Juli 2021 um 00:06 Uhr

Um 8 Uhr setzen wir Segel Richtung Mykonos. Nachts werden wir einmal durchgeschüttelt. Mir fällt auf, dass eines der vier großen Schiffe in der Werfe fehlt. Das wird’s gewesen sein.

Zunächst umfahren wir Rinia, die sehr unförmige „Friedhofsinsel“ der nahen Insel Delos mit der gleichnamigen historischen Stadt. Anschließend machen wir vor letzterer einen Schwimmstopp.

Hafen von Delos
Delos

In der Nacht habe ich geträumt, dass meine Kamera wieder funktioniert. Und tatsächlich: Die Löschen-Taste macht nicht immer, was sie soll, aber ansonsten scheint das Ding wieder zu funktionieren. Und das, obwohl sie regelrecht abgesoffen war und sogar nach dem Öffnen des Speicherkartenfaches dort Wasser rausgelaufen kam.

Beim Schnorcheln gibt es nicht Besonderes zu sehen. Als ich am Strand im Wasser sitze, kommen viele kleine Fische vorbei und schwimmen um mich herum. Aber sie knabbern mich nicht an.

Wir erreichen Mykonos gegen 14. Ich gehe rüber nach Mykonos-Stadt. Plötzlich geht auf dem Fußweg vor mir eine Hausgans. Sie gesellt sich dann zu ihren Artgenossen auf dem Wasser.

Vier Gänse auf dem Meer
Gänsefamilie [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F4,5, 1/800 s, ISO 100]

Ich esse ein Eis, schaue mich um und mache Fotos.

Windmühlen von Mykonos-Stadt
Die berühmten Windmühlen von Mykonos-Stadt [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/320 s, ISO 100]
Gasse in Mykonos-Stadt mit farbenfrohem Busch
Gasse in Mykonos-Stadt [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 30mm F8, 1/320 s (EV−1), ISO 100]
Ein Sakralgebäude wurde weiß gestrichen, das Kreuz auf dem Dach jedoch nicht
Die Farbe hat fürs Kreuz dieses Nebengebäudes der Paraportiani-Kirche wohl nicht mehr gereicht

Delos

Die Fahrt nach Delos kostet 20 Euro, Eintritt noch einmal 12. Man kann auch das Komplettpaket mit Führung für 55 Euro kaufen. Wer das nicht möchte, kann auch eine Online-Führung auf Greece Is machen. Kleiner Hinweis dazu: Die Nummern auf der Karte entsprechen nicht den Nummern im Text darunter, die der Reihenfolge beim Ablaufen des Weges folgen. Die Texte sind aber richtig, wenn man die Karte in Google Maps auf dem Handy reinlädt (mit dem Vollbild-Button).

Ruine in Delos
Ruine in Delos (Establishment of the Poseidoniasts) [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/2500 s, ISO 100]

Wir machen es kurz. Nur die Highlights.

Eine kopflose Männerstatue steht neben zwei seltsamen anderen Büsten
Ich konnte mir zunächst nicht erklären, ob die Figuren links und rechts Arsch oder Titten sein sollen. Da der Typ aber seinen Kopf verloren hat, würde ich auf Titten tippen. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/320 s, ISO 100]
Stoibadeion
Stoibadeion – Wenn Sie – äh – in Mykonos – freilich! – in das Mittelmeer – äh – in das Schiff einsteigen – äh – beginnt Ihre Delos-Tour praktisch schon in München. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 41mm F8, 1/250 s (EV−0,3), ISO 100]
Plötzlich: Schafe.
Plötzlich: Schafe. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/160 s, ISO 100]
Panorama über Delos vom Berg Kythnos (112 Meter) – der erschlossene Bereich befindet sich in der rechten Hälfte

Das letzte Boot des Tages legt pünktlich um 19:30 ab. Ich bin sogar schon acht Minuten vor Abfahrt an Bord. Auf Lobos (Kanareninsel) hätte ich einmal um ein Haar das letzte Boot des Tages verpasst.

Ich komme kurz vor 20 wieder in Mykonos-Stadt an. Das ist genau rechtzeitig, um schnell in die Oberstadt im Osten zu laufen und von dort den Sonnenuntergang zu beobachten.

Spatz auf Stromleitung vor einem Sonnenuntergang
Ein Spatz betrachtet den Sonnenuntergang mit mir zusammen [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 300mm F5,6, 1/2000 s, ISO 100]
Sonnenuntergang über Mykonos-Stadt
Sonnenuntergang über Mykonos-Stadt [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 70mm F4,5, 1/1250 s (EV0,3), ISO 100]

Nach dem Sonnenuntergang renne ich wieder runter in die Stadt, um die Blaue Stunde zu genießen.

Windmühlen von Mykonos-Stadt in der Blauen Stunde
Windmühlen von Mykonos-Stadt in der Blauen Stunde [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F4, 1/13 s (EV−1), ISO 400]
„Klein-Venedig“ von Mykonos-Stadt in der Blauen Stunde
„Klein-Venedig“ von Mykonos-Stadt in der Blauen Stunde [Sigma 20mm F1,4 Art @ F2,8, 1/20 s (EV−1,3), ISO 400]
Windmühlen von Mykonos-Stadt bei Nacht
Windmühlen von Mykonos-Stadt bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/10 s (EV−1,3), ISO 400]

Anschließend laufe ich zu einem Krankenhaus, um einen Covid-Test zu machen – aber die sind voll. Blöd. Muss ich morgen gucken, dass ich irgendwie anders an einen rankomme. Also zurück zum Boot.

Man ist sich in Mykonos-Stadt manchmal nicht sicher, ob man auf einem Kanal oder einem Fußweg unterwegs ist.

Um kurz vor Mitternacht findet in einem Hotel nahe des Hafens ein großes Feuerwerk statt. Keine Ahnung wieso, vielleicht weil Italien bei der EM 2020 gerade gegen Belgien gewonnen hat.


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Kykladen II Mittag 8 – Tourlos, Faros Armenistis, Ftelias, Fokos, Ano Mera, Kalo Livadi: Nur einen Wespenflug entfernt

Mykonos, Insel der Windmühlen und Motorroller!

geschrieben von Janni Sonnabend, 3. Juli 2021 um 23:52 Uhr

Letztes Mal aufstehen auf dem Boot. Aufräumen, unverbrauchte Lebensmittel aufteilen (wie immer war noch viel vom ersten Abend über), sich verabschieden.

Um kurz vor 10 gehe ich Richtung Mykonos-Stadt und miete mir ein Auto (bei Pier1) bis morgen um 10 Uhr. 70 Euro. Mykonos ist halt nicht Kreta und die nach übereinstimmenden Meinungen in Reiseratgebern die teuerste Kykladen-Insel.

Typisch für Mykonos ist, dass man sich eigentlich keine Autos sondern Roller und Quads mietet. Diese prägen das Bild auf den Straßen. Apache 207 hätte sienen Spaß – brumm, brumm!

Die Wege sind kurz, kaum etwas ist mehr als 10km Luftlinie entfernt, aber die Straßen sind sehr verästelt.

Mit dem Auto fahre ich zu Mykonos Medical. Nachdem Mykonos Hygeia gestern keine Lust hatte, mich zu testen, hatten die mir Mykonos Medical empfohlen. Auch einige Fluggesellschaften tun dies, z.B. Condor.

Vor mir sind etwa 10 Leute und ich stehe 40 Minuten an. Da ich meinen Reisepass im Boot gelassen habe, nutzen die als Ausweisdokument das PLF (Corona-Einreiseformular des griechischen Staates, übrigens deutlich einfacher auszufüllen als das Spanische).

Um kurz nach 11 hole ich meine Sachen vom Boot ab. James, Kapitän meiner Tour im Oktober, ist da und führt die jetzt startende 10-tägige Tour von Mykonos nach Mykonos durch. Ich spreche ein bisschen mit ihm. Am meisten hängen geblieben ist wohl ein Witz über Feministinnen, den ich ihm erzählt hat. Und dass ich gerne Schwip Schwap trinke.

Phil hat einige Tipps für den Tag gegeben:

Armenistis-Leuchtturm
Armenistis-Leuchtturm, im Hintergrund Tinos [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 60mm F8, 1/640 s, ISO 100]

Weil das Testergebnis auch nach anderthalb Stunden noch nicht da ist uind mein Name auf der Rechnung falsch ist, fahre ich noch einmal zu Mykonos Medical. Inzwischen geht die Schlange ein halbes Mal ums Gebäude. Ich würde die Wartezeit auf etwa 2 bis 3 Stunden schätzen, der Laden macht aber auch bereits in zweieinhalb Stunden zu. Ich drängel mich vor, in dem Moment erhalte ich mein Testergebnis per Mail. Der Name ist aber falsch und wird auch noch korrigiert. Ich bekomme daher auch einen physischen Ausdruck. Der Testhersteller, der eigentlich vorhanden sein muss, fehlt.

Alles in allem rate ich Leuten, die nicht geimpft oder genesen sind, von einer Reise nach Griechenland ab, da die Testmöglichkeiten nicht in akzeptablem Umfang vorhanden sind. Ich verstehe nicht, warum man das nicht z.B. Apotheken machen lassen kann wie bei uns. (In Tourlos gibt es eine Station für einen kostenlosen Bürgertest am Fährterminal, aber die hat geschlossen.)

Danach fahre ich zwei Strände (Ftelias, Fokos) an der Nordküste an. Es ist recht windig, Snorcheln wäre wegen der Wellen insbesondere in Ftelias nicht drin. Der Fokos-Strand hat ein nahes Restaurant. Obwohl die Küche gerade erst jetzt um 13 Uhr aufgemacht hat, ist es dort sehr voll.

Ich fahre nach Ano Mera. Da gibt es ein „Hochglanz-Kloster“ – und eins, das wohl nicht mehr so glänzt. Letzteres hätte ich gerne gesehen, Google Maps lotst mich aber in irgendwelche kleinen Wege, die sich dann als Sackgassen oder anscheinend Privatwege herausstellen.

Landschaft um Ano Mera auf Mykonos
Wenn mich Google schon irgendwo an den Arsch der Welt gelotst hat, kann ich davon wenigstens ein Foto posten, oder? [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F8, 1/400 s (EV−0,3), ISO 100]

Jetzt aber ab zum Kloster von Ano Mera.

Panagia-Tourliani-Kloster von Ano Mera von außen
Panagia-Tourliani-Kloster von Ano Mera [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1600 s, ISO 100]
Panagia-Tourliani-Kloster von Ano Mera von innen
Der Eintritt kostet 1 Euro. Das Museum, das ich nicht besuche, kostet zusätzlich 1 Euro. Der Turm hat oberhalb des Bildausschnitts noch so eine Etage wie die höchste sichtbare und dann ein Kreuz oben drauf. Das Kloster schließt um 14. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/500 s (EV0,3), ISO 100]

Ich bringe meinen Rucksack ins Hotel, das sich ganz in der Nähe von Ano Mera in Kalo Livadi befindet.


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Kykladen II Abend 8 – Kalo Livadi, Tourlos, Tinos-Stadt, Pyrgos, Tinos-Stadt, Tourlos, Kalo Livadi: Nur einen Taubenflug entfernt

Tinos ist die Insel der Taubenschläge. Oder der „Duffens“, wie meine Eltern und ich immer auf Plattdeutsch sagen. Was es da sonst noch gibt, zeigt dieser Blogpost.

geschrieben von Janni Sonntag, 4. Juli 2021 um 16:01 Uhr

Gleich nach dem Ablegen meines Rucksacks fahre ich auch schon wieder los. Zwischendrin noch ein Eis essen, dann ab mit der Fähre nach Tinos. Hin und zurück kostet die Aktion 13,60 Euro. Fähren von Mykonos nach Tinos fahren übrigens erst ab Mittag, die Gegenrichtung wird den ganzen Tag bedient. Trotzdem hätte es mehr Sinn ergeben, den Ausflug nach Tinos gestern und den Delos-Ausflug heute Morgen zu machen. Egal, kann man jetzt nicht mehr ändern.

Die Panagia Evangelistria thront über Tinos-Stadt
Die Panagia Evangelistria thront über Tinos-Stadt [Sony FE 70–300mm F4,5–5,6 G OSS @ 192mm F7,1, 1/1250 s, ISO 100]

Die Gründung der Panagia Evangelistria basiert darauf, dass eine Nonne hier 1822 eine Marienikone gefunden hat, die der Evangelist Lukas angefertigt haben soll. Das wurde dann als gutes Omen für den Kampf gegen die Türken gesehen.

Eingang zur Panagia Evangelistria
Erst dachte ich, die Kirche würde mir nach meinem Austritt im Februar 2019 jetzt den roten Teppich ausrollen, damit ich wieder Mitglied werde, aber der Teppich hat eine andere Bedeutung. [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/400 s, ISO 100]

Heute krabbeln Leute auf allen Vieren die Straße Leof. Megalocharis den Berg hoch. Aus dem Grund bedindet sich am rechten Rand (bergauf) der Straße eine Krabbelspur mit Teppich. Religion ist schon irgendwie komisch. Bild kommt weiter unten bei den Nachtfotos.

In der Kirche findet gerade eine Hochzeit statt.

Nach meinem Besuch in der Kirche setze ich mich in den Bus nach Panormos. Das liegt am anderen Ende der Insel. So bekomme ich für nur 6,80 eine Inselrundfahrt. Hier sind ein paar Fotos:

Die schon tief stehende Sonne scheint durch Tripotamus
Die schon tief stehende Sonne scheint durch Tripotamus [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F3,2, 1/400 s, ISO 100]

Nervig sind auf Tinos (wie auch auf anderen Inseln) leider die Stromleitungen. Es ist teilweise schwer, ein Motiv ohne sie zu fotografieren.

Pyrgos gilt gemeinhin als schönster Ort auf Tinos
Pyrgos gilt gemeinhin als schönster Ort auf Tinos [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/500 s, ISO 100]

Da ich mir nicht sicher bin, ob der Bus auf derselben Route zurückfährt, wie er gekommen ist, steige ich in Pyrgos nicht aus. Eigentlich hatte ich nämlich geplant, hier ein paar Minuten zu bleiben, bis der Bus im nahen Panormos gewendet hat. Die Fahrt durch Panormos ist ein gewisser Nervenkitzel, da der Bus direkt die Mole entlang fährt, nur wenige Zentimeter von der Hafenkante.

Taubenschlag-Turm auf Tinos
Gebäude wie diese findet man überall auf Tinos. Hierbei handelt es sich um Taubenschläge. Brieftauben war früher verbreitet auf Tinos, inzwischen werden die Vögel als Hobby gehalten. [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F2,8, 1/400 s, ISO 100]

Ich komme rechtzeitig zum Sonnenuntergang und zwar Blauen Stunde nach Tinos-Stadt zurück, obwohl der Bus je Richtung gut 10 Minuten länger als die geplanten je 45 Minuten gebraucht hat. Im Vergleich zu letztem Oktober in Mykonos-Stadt und Ia auf Thira konnten Sonnenuntergänge und Blaue Stunden auf dieser Reise bei weitem nicht mithalfen. Eine physische Erklärung kann ich spontan nicht im Internet finden.

Leof. Megalocharis bei Nacht
Leof. Megalocharis bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/30 s (EV0,3), ISO 400]
Yachthafen von Tinos-Stadt bei Nacht
Yachthafen von Tinos-Stadt bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/8 s (EV−0,3), ISO 400]

Jetzt ist es aber höchste Zeit zum Fährhafen zu laufen, da dort gleich das letzte Schiff des Tages geht. Ich sehe es nicht und auch 10 Minuten nach der planmäßigen Abfahrt ist immer noch kein Schiff in Sicht. Ich kriege langsam Panik, aber dann kommt das Schiff. Es fährt mit 25 Minuten Verspätung ab und kommt mit 30 Minuten Verspätung in Mykonos an. Na dann ab mit dem Auto zum Hotel.

Neuer Hafen von Mykonos (Tourlos) bei Nacht
Neuer Hafen von Mykonos (Tourlos) bei Nacht [Sigma 20mm F1,4 Art @ F1,4, 1/8 s, ISO 400]


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Kykladen II Tag 9 – Kalo Livadi, Mykonos-Stadt, Ornos, Elia, Paradise, Paraga, Platis Gialos, Mykonos-Stadt: Paradi(e)se

Zum Abschluss noch ein bisschen Strandkunde

geschrieben von Janni Sonntag, 4. Juli 2021 um 21:01 Uhr

Heute lasse ich es zum Abschluss eher ruhig angehen, bevor um 17:40 mein Flieger nach Düsseldorf geht. Ich gebe mein Auto ab und gehe zum ZOB Fabryka im Süden von Mykonos-Stadt. Mehr oder weniger auf dem Weg liegt die Paraportiani-Kirche. Sie ist ein Wahrzeichen von Mykonos ähnlich der Windmühlen. Da man sie nur vormittags sinnvoll fotografieren kann, kommt sie erst jetzt im Blog vor:

Paraportiani-Kirche in Mykonos-Stadt
Paraportiani-Kirche [Sigma 20mm F1,4 Art @ F8, 1/1600 s (EV1), ISO 100]

In der Nähe des ZOB Fabryka befindet sich ein Transferserviceanbieter, bei dem man eine Tasche für 5 Euro am Tag lassen kann. Dies sowie der Kauf von Bustickets ist auf Mykonos nur mit Bargeld möglich. Die Verbreitung der Akzeptanz von Kreditkarten ist jedoch allgemein hoch.

Der Bus bringt mich nach Ornos. Das ist der westlichste Anlegeort der Badebootroute. Umgebaute alte Fischerboote fahren hierbei im Stundentakt die sieben wichtigsten Strände an. Aufgrund von Corona ist der Dienst etwas eingeschränkt. Gegenüber des normalen Fahrplans (siehe die Webseite vom Santorini-Dave) fehlt unter anderem die jeweils erste Abfahrt an allen Haltestellen. So bin ich 20 Minuten vor der ersten Abfahrt in Orlos. Der Infosstand mit Ticketverkauf sowie der Anlegepunkt sind direkt neben der Bushaltestelle. Außer in Platis Gialos, wo es einen Anleger aus Beton gibt, fährt das Boot gegen den Strand, sodass es mit dem Bug auf Grund läuft, an dem eine kleine Leiter angebracht ist. Zwei Fahrten kosten 10 Euro, die Tages-Flatrate 20. Die Idee hinter dem Boot ist, entweder hin und zurück zu fahren, oder einmal ans eine Ende und auf dem Rückweg am favorisierten Strand ausgezusteigen.

Typisches Badeboot von Mykonos Sea Transfer in Ornos
Typisches Boot von Mykonos Sea Transfer in Ornos [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 34mm F8, 1/320 s (EV0,7), ISO 100]

In Platis Gialos müssen wir drei Gäste (die beiden deutschen Frauen vom Bild oben und ich) vom westlichsten Haltepunkt auf ein etwas größeres Boot umsteigen. Die Fahrt von West nach Ost dauert etwa 75 Minuten, die Geschwindigkeit der Boote beträgt etwa 11 bis 12 km/h. Am östlichen Endpunkt hat man bis zur Rückfahrt um 12:45 somit eine halbe Stunde Aufenthalt.

Strand von Elia auf Mykonos
Elia [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F10, 1/100 s, ISO 100]

Ich schaue mich um und befreie eine kleinen Scheuderschwanzagame (Hardun), die in eine Art überdimensionalen Aschenbecher gefallen ist und nicht mehr herauskommt (dass das ihr Problem ist, ist mir erst nach dem Fotografieren aufgefallen).

Baby-Schleuderschwanz
Baby-Schleuderschwanz [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 75mm F10, 1/40 s, ISO 400]
Regenbogenflagge am Strand von Elia
Ich habe mich gefragt, warum die Fußball-EM 2020 nicht in Griechenland stattfindet. Aber wenn an Stränden die UEFA so verhasste Regenbogenflagge weht, braucht man sich nicht wundern! [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F2,8, 1/1250 s, ISO 100]

Auf dem Rückweg steige ich in Paradise aus und laufe den von Santorini-Dave empfohlenen auf der Karte eingezeichneten Küstenwanderweg über Paraga nach Platis Gialos. Das ist in unter einer Stunde zu schaffen. Eigentlich. Offenbar schaffen es manche Leute nicht, denn unterwegs finde ich einen etwa 20 cm langen Knochen. Der Weg ist nicht ausgeschildert und man verläuft sich manchmal. Zwischen Paraga und Platis Gialos ist der Weg auch einigermaßen gut besucht. In Paraga fällt auf, dass die Sonnenschirme und Liegen (wohl bei Verzehr) kostenlos sind, während der Preis überall(?) sonst 40 Euro pro Tag beträgt (1 Schirm, 2 Liegen). Die Strände sind wirklich schön und wegen der Südlage geschützt. Nur die – klischeehaft ausschließ dunkelhäutigen – Strandverkäufer können ihre Klientel nerven, zu der ich aber zum Glück nicht gehöre (da mein Style bereits optimal ist).

Paradise Beach
Paradise [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/160 s, ISO 100]
Paraga Beach
Paraga [Tamron 28–75mm F2,8 Di III RXD @ 28mm F8, 1/160 s, ISO 100]

Von Platis Gialos bringt mich ein Bus nach Fabryka. In den 40 Minuten Umsteigezeit kann ich ein bisschen was essen. Dann geht es zum Flughafen. Alles läuft soweit gut. Obwohl das Boarding bereits 45 Minuten vor Abflug beginnt (statt 30), kommen wir mit einigen Minuten Verspätung los. Rund die Hälfte der Leute war zu dem Zeitpunkt noch nicht am Gate und muss deshalb zum Flugzeug laufen, statt mit einem Bus gefahren zu werden.

Eurowings ruft die Happy Hour aus: Ein belegtes Brötchen (zwei Hälften) mit Gouda oder Sandwich mit Bacon für je 2,50 Euro statt 5 Euro. Der Vorrat reicht in der Folge nicht mal bis zur Mitte des fast vollen Flugzeugs (A320-214, D-AEWT). Toll. Ich schreibe meinen Blog. Auf dem Hinflug hatte ich versucht, zu schlafen, und wurde (aber erst gegen Ende des Fluges) von zwei Flugbegleitern gefragt, ob ich mich mit meiner Größe nicht woanders hinsetzen möchte.

Ein Frisör bietet laut Schrift am Haus u.a. Augenwimpernverlängerungen, Augenbrauentattoos – und Männer
Alles neu macht der Juli: Augenwimpern, Augenbrauen, Make-Up – oder gleich einen neuen Mann?

Zeit, danke zu sagen: Zunächst einmal für Phil für seine unfassbar wertvollen Tipps für Aktivitäten auf den Inseln, und dass er die Route so angepasst hat, dass ich bis auf Panagia Drosiani auf Naxos nichts doppelt gesehen habe. Dann natürlich an die Gruppe. Ein besonderes Danke fürs Mitnehmen auf Ios und Naxos gilt den Amerikanern (von mir später chicken monkeys (Hühner-Affen) genannt, nach der Beleidigung, die sie untereinander genutzt haben). Und an die Firma, die mir eine SIM-Karte mit 6 GB Datenvolumen spendiert hat (also im Prinzip habe ich mir die selber spendiert), sodass ich keine 5 Euro fürs Bloggen ausgeben musste.


So, in zwei Wochen soll es nach Malta gehen. Die meines Wissens zweite Reise von MPR-YLT dieses Jahr, die nicht abgesagt wurde. Ich bin noch skeptisch, weil laut ReOpen EU die Gruppengröße immer noch auf 4 oder 6 beschränkt ist. Die Flugtickets werde ich entsprechend kurzfristig buchen müssen, da Eurowings (mit tollen Stornobedingungen) nicht nach Luqa fliegt.

Bleibt zu hoffen, dass auch bald Fernreisen wieder möglich sind. Freitag gibt es für mich ja erst einmal meine erste Impfung mit Moderna. Die Zweitimpfung gibt’s Ende August, vielleicht klappt das ja dann doch mit der Sonnenklar.tv-Schlagerwoche im Hochrisikogebiet el-Guna?


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Vermischtes Das Land lügt

Wann ist es gut, geimpft zu sein, und wann nicht?

geschrieben von Janni Freitag, 9. Juli 2021 um 20:36 Uhr

Prädikat: ungeimpft

Die Online-Dating-Website OkC hat nach eigener Aussage eingeführt, dass man sich als geimpft markieren kann. Auch eine Suche nach entsprechenden Personen soll es geben.

In den USA mag das vielleicht sinnvoll sein, nach Geimpften zu suchen. In Deutschland hingegen halte ich eine Suche nach einem ungeimpften Partner für die einzig sinnvolle. Denn wer hierzulande sagen wir Ende August nicht vollständig geimpft ist, ist höchstwahrscheinlich

Vom letzten Halbsatz des letzten Punktes fühl ich mich zwar nicht angesprochen (Grüße gehen raus!), aber ich schrieb ja auch „höchstwahrscheinlich“ und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Prädikat: geimpft

Heute wäre eigentlich meine Impfung gewesen. Eigentlich. Der Landkreis Verden ist jedoch der niedersächsische Landkreis mit dem knappsten Impfstoff (sagt impfsuche.de) und hat meine Impfung daher am Dienstagabend abgesagt:

Die aktualisierte Empfehlung der ständigen Impfkommission vom 01.07.2021 zur Kreuzimpfung für Personen mit einer AstraZeneca-Erstimpfung verursacht einen gesteigerten Bedarf an mRNA-Impfstoffen.
Entgegen der Pressemitteilungen der Gesundheitsminister vom Bund und dem Land Niedersachsen bleiben die hierfür benötigten Impfstofflieferungen aus.

tl;dr: Das Land lügt.

Eben gerade hat dann auch noch Malta, wo ich Freitag oder den Tag drauf hinfliegen wollte, mitgeteilt, dass Ungeimpfte ab Mittwoch nicht mehr einreisen dürfen. Alles klar, damit bleibe ich nächste Woche hier. Abgesehen davon, dass die maximale Anzahl an Personen pro Gruppe immer noch (privat) 4 bzw. 6 (öffentlich) ist. Malta ist seltsam hart: Für Ungeimpfte war bisher ein PCR-Tests notwendig und Genesenene wurden selbst nach einer Impfung als wie Ungeimpfte behandelt. Und mit den in Deutschland eingeführten Kreuzimpfungen, wegen derer mein Termin abgesagt wurde, darf man Berichten zufolge ebenfalls nicht nach Malta reisen.

Ach ja, Spanien ist auch wieder Risikogebiet. Gut, solange niemand mit der Fähre und dem Auto nach Malle fährt, ist der einzige Unterschied, dass man die elektronische Einreiseanmeldung ausfüllen muss. Aber da war ich ja schon dieses Jahr. Und gut also, dass ich in Griechenland war und wenigstens ein bisschen Urlaub abgebaut habe, bevor es jetzt wieder bergab geht.

Gestern habe ich dann meinen Ersatztermin am Freitag bekommen. Ursprünglich wollte ich aus Angst vor Nebenwirkungen (und weil ich keine Reiserücktrittsversicherung habe) so einen Impftermin Ende nächste Woche nicht wahrnehmen. Allerdings meinten meine Kollegen, dass die Erstimpfung mit mRNA harmlos ist.

Ich soll übrigens auch bei dem neuen Termin dann Moderna kriegen. Obwohl zentral organisiert unterscheidet sich die Aufteilung der verschiedenen Impfstoffe zwischen den Bundesländern erheblich.

BioNTechModernaAstraZenecaJohnson
BB67,9%8,8%18,3%5,0%
BE69,0%11,1%16,3%3,6%
BW69,3%8,2%18,5%3,9%
BY70,2%8,3%18,0%3,6%
HB68,4%5,4%21,2%5,0%
HE68,4%7,7%19,9%3,9%
HH68,7%9,1%17,6%4,6%
MV72,4%7,9%15,7%3,9%
NI62,7%8,5%23,3%5,5%
NW68,2%6,4%20,6%4,8%
RP70,3%7,6%17,9%4,2%
SH67,8%7,8%19,9%4,5%
SL74,9%7,6%13,5%4,1%
SN72,7%8,9%15,1%3,3%
ST70,0%8,9%15,9%5,1%
TH71,0%10,8%14,8%3,4%
Anteil der verschiedenen Impfstoffe innerhalb der Bundesländer (Quelle der Daten: berechnet aus Tagesschau.de)

Aber was bringen Impfstoffe eigentlich? Das Land mit der mit Abstand höchsten Erstimpfquote (67%), Bremen, hat auch die höchste Inzidenz (9,8). Das zieht sich recht konsequent durch:

Vergleich zwischen Erstimpfquote (X) und Inzidenz (Y)
Vergleich zwischen Erstimpfquote in Prozent (X) und 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner (Y) (Quelle der Daten: Tagesschau.de)

Aus dem Grund und weil ich von mir selbst eine einigermaßen große Resistenz gegen Krankheiten zutraue, bin ich jetzt auch nicht so mega hinter der Impfung her. Ich habe mich einfach beim Hausarzt und dem Impfzentrum angemeldet.


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Vermischtes Impfstoffwahnsinn

Mehr F-Wörter als ‚F‘ in ‚Impfstoff‘.

geschrieben von Janni Dienstag, 20. Juli 2021 um 21:25 Uhr

Am Freitag wurde ich mit ModeRNA das erste Mal gegen COVID-19 geimpft. Das sind genau 28 Tage vor meiner geplanten Reise nach Slowenien. #EuropaFickJa

Zeit, um mal nach den Einreisebedingungen in Slowenien zu schauen: PCR-Test, Antigentest, genesen oder eben auf folgende Arten geimpft:

Impfstoffvollständig geimpft in SIGesamtzeitbedarf bei Impfung in DE für SIvollständig geimpft in DEGesamtzeitbedarf bei Impfung in DE für DE
BioNTech7 Tage nach Dosis 2mindestens 28 Tage14 Tage nach Dosis 2mindestens 35 Tage
ModeRNA14 Tage nach Dosis 2mindestens 42 Tage14 Tage nach Dosis 2mindestens 42 Tage
Astra21 Tage nach Dosis 121 Tage14 Tage nach Dosis 2mindestens 42 Tage
Johnson14 Tage nach Dosis 114 Tage14 Tage nach Dosis 114 Tage
Wann man in Slowenien mit in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoffen (das Land akzeptiert viele weitere Impfstoffe) sowie in Deutschland als vollständig geimpft gilt, Unterschiede fettgedruckt

Ich bin also mit ModeRNA maximal gearscht, denn das ist der einzige Impfstoff, mit dem man nicht innerhalb von 28 Tagen geimpft sein kann. In Deutschland hält man den Impfschutz auch nach zwei Impfungen mit Astra für unzureichend, in Slowenien reicht eine einzige Dosis. Insbesondere in Zeiten der indi... – ach verdammt, ich bin schon wieder rassistisch* – Delta-Mutante kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Dosis Astra stärker schützt als eine Dosis ModeRNA.

Der Reiseveranstalter gibt an, ebenfalls die Impfungen prüfen zu wollen (ansonsten akzeptiert er nur einen PCR-Test – gAdventures hingegen wollte in Griechenland gar nichts von mir), und wird dann vermutlich nur Johnson akzeptieren, da er das deutsche System zugrunde liegt. Ich bezweifle allerdings bei Johnson, dass die eine Dosis, die man davon immer nur bekommt, gegen Delta so wirklich gut hilft. Belege habe ich dafür nicht, es gibt nämlich keine brauchbaren Studien zu Johnson gegen Delta, ich vermute das basierend auf Daten zur Wirkung gegen Beta (südafrikanische Mutante). Mit BioNTech bräuchte ich aber zumindest keinen Test mehr für die Rückreise nach Deutschland.

* = Nein, ich bin gar nicht rassistisch. Sonst wär ich nicht letztens nach Griechenland gereist, obwohl jetzt alle Mutanten mit deren Buchstaben benannt sind!

Nun bin ich am überlegen, ob ich mich am Abreisetag (dem frühstmöglichen Termin) das zweite Mal impfen lassen sollte (#LebenAmLimit), wenn es hier in Verden oder am Flughafen in Frankfurt möglich wäre. Am Flughafen in Stuttgart ist es seit Dienstag möglich. Das würde helfen bei weiteren MPR-YLT-Reisen in diesem Jahr, z.B. 3.9. Georgien (#EuropaFickNein), 14.9. Portugal (#EuropaFickDoch), 30.9. Italien.


Laut Website von MPR-YLT scheint übrigens die Malta-Reise derzeit durchgeführt zu werden, an der ich nicht teilnehmen darf (#EuropaFickDich). Bereits in der Buchungsbestätigung von Ende Mai steht, dass ihnen die Beschränkung von 6 Leuten in der Öffentlichkeit bekannt ist und sie Headsets einsetzen werden, weil man an den besuchten Orten in Sechsergruppen rumlaufen muss. Spannend wird allerdings den corona-konforme Transport.

Es ist nach Ankündigung der Einreisesperre für Ungeimpfte kein Zweibettzimmer wieder buchbar geworden. Wenn die Website stimmt. Was ich bezweifle, denn das Einzelzimmer kann man auch jetzt noch buchen – obwohl die Reise gestern Nachmittag begonnen hat...


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Vermischtes Gefahr für die Gesellschaft und Gesundheit

Wer ist gefährlicher für seine Mitmenschen – ein Geimpfter oder ein Ungeimpfter? Klingt trivial? Ist es nicht. Ein Beweisversuch.

geschrieben von Janni Sonntag, 25. Juli 2021 um 16:31 Uhr

Ich habe das Gefühl, es gibt praktisch keine neutralen Medien. Journalismus hat eine klare Belehrungs- und Überredungsabsicht (ich schreibe absichtlich nicht „Überzeugungsabsicht“). Statistisch sind die allermeisten Journalisten (wie Kreative überhaupt) politisch links. Da wir eine eher linke Regierung haben, fehlt nennenswerte Kritik an der Regierung.

In Deutschland gibt es keine sachliche Diskussions- und Argumentationskultur und ein reines Schwarz-Weiß-Denken. Aber das hatte ich hier ja schon mal geschrieben. Ich gehe jetzt davon aus, dass mich viele als rechter Verschwörer abstempeln, schlichtweg, weil ich es überhaupt wage, die Aussagen der Politik zu hinterfragen:

Vielleicht ist euch schon mal aufgefallen, dass es in verbreiteten Medien keine Kritik an dem Wegfall der Testpflicht für Geimpfte gibt. Gut. Was es aber auch nicht gibt: Belege dafür, dass die Impfung zuverlässig mehr kann als Symptome verhindern. Im Epidemologischen Bulletin Ausgabe 19/21 des RKI gibt es zwar zig Studien zur Wirkung gegen Symptome. Zur Wirkung gegen Weitergabe des Virus gibt es kaum etwas. Man vermutet basierend auf Studien, dass infizierte Geimpfte weniger Last in sich tragen werden, und dann schon nicht mehr so ansteckend sein werden. Die Datenlage ist erbärmlich.

Dass die Impfung Symptome unterdrückt, möchte ich nicht bezweifeln. Es gibt Behauptungen, dass 67% der Krankenhauseinweisungen wegen COVID-19 geimpft seien – ungefähr so viele, wie geimpft sind.

Heute möchte ich aber mal von diesem egozentrischen Ansatz (Ich bin durch meine Impfung geschützt.) runterkommen und über den Schutz der Gesellschaft sprechen.

Behauptung

Nicht die Ungeimpften sondern Geimpfte sind derzeit die größte Gefahr für die Gesellschaft und deren Gesundheit.

Beweisversuch

Eine eher kleine Studie aus Israel beziffert laut Wall Street Journal die Effektivität einer vollständigen BioNTech-Impfung auf nur noch 39% gegen Ansteckung und 40% gegen Symptome.

Angenommen ein Geimpfter und ein Ungeimpfter fliegen jeweils mit einem Flugzeug voller Ungeimpfter aus einem Hochinzidenzgebiet mit fast ausschließlich Delta nach Deutschland.

Demnach ist der Geimpfte etwa dreimal wahrscheinlicher infiziert.

Jetzt kommt die Frage, wie viel weniger ansteckend ein infizierter Geimpfter ist. Das wissen wir nicht. Allerdings ist auch ein asymptomatisch erkrankter Ungeimpfter (von dem wir hier ausgehen müssen) weniger ansteckend als ein symptomatisch erkrankter. Die Infektionsität des Geimpften muss somit um ca. den Faktor 3 geringer sein, damit er ein geringeres Risiko für seine Mitreisende darstellt als ein Ungeimpfter.

Bis hierhin könnte man auch jede andere Situation mit Testpflicht für Ungeimpfte nehmen.

Jetzt kommt aber etwas, das den Ungeimpfte bei Rückkehr aus Hochrisikogebieten wesentlich weniger riskant macht: Er muss nach Rückkehr noch 5 Tage in Quarantäne, bis er einen RAT machen kann. Die Verzögerung bis zum Beginn von Symptomen wird dadurch weitestgehend ausgehebelt. Eine eventuell eingeschleppte Infektion ist dann zudem zu knapp 50% bereits vorüber. Verlässt er sein Haus, ist er zu ca. 1 bis 2% trotz Infektion ansteckend. Die Infektiosität des Geimpften muss somit nochmal geringer sein, damit er ein geringeres Risiko für seine Mitmenschen darstellt als ein Ungeimpfter.

Das ist jetzt kein richtiger Beweis sondern nur eine Argumentation mit Tendenz. Ich nehme gerne Argumentationen an, die meine Behauptung widerlegen.

In der heutigen Zeit ist aber denke ich bereits ein Text ungewöhnlich, der nicht mit einer absoluten Behauptung endet und auch nicht mit einem zumindest implizierten: „Ich habe Recht, wer was anderes sagt, ist ein Idiot.“ Ich will hiermit niemanden überreden oder überzeugen. Mein Blog dient schlichtweg mir als Gedächtnisstütze, wann ich über was nachgedacht habe.

Beispiele

Marco Polo Reisen, mit denen sich oft unterwegs bin, fordert von Ungeimpften Teilnehmern (d.i. vor Ablauf von 14 Tagen nach der letzten Impfung) einen PCR-Test (die 5-tägige Quarantäne ist somit allerdings nicht anwendbar). RATs seien nicht sicher genug, um die anderen zu schützen. Anhand der obigen Rechnung sollte klar sein: Impfungen sind zum Schutz der anderen nicht oder nicht nennenswert sicherer. Nimmt man jetzt an, dass der Ungeimpfte einen PCR-Test machen muss (was bei Marco Polo Reisen der Fall ist), kann man denke ich sicher davon ausgehen, dass der Geimpfte der Gefährlichere der beiden ist.

Die Regelung von Marco Polo Reisen ist identisch zur früheren Regelung in Malta, bis sie die Grenzen für Ungeimpfte geschlossen haben. Hätte man nicht zum Beispiel die PCR-Testpflicht für Geimpfte einführen sollen?

So macht das nämlich Holland, anschließend gibt's noch 5 Tage Quarantäne oben drauf. Ja, beides auch für Geimpfte. Das Verfahren ist für Reisende aus Deutschland derzeit ausgesetzt,

Wir gucken mal, wann man in ausgewählte Staaten einreisen darf und nicht in Quarantäne muss:

LandBioNTechModeRNAAstraJohnsonWeiterePCR posAntigen posGenesungG+GPCR negAntigen neg
DE2 14+d2 14+d2 14+d (15+d)1 14+d (28+d)keineneinnein28d-6Mja 1-72h-48h (-24h)
CH2 0-365d2 0-365d2 0-365d1 22-365deinige??11-180d?-72h-48h
CY2 0+d2 0+d2 0+d1 14+dSputnik, Sinopharm14-180dnein?ja 1-72hnein
DK2 2w-12M2 2w-12M2 2w-12M1 2w-12Mkeine2w-12Mneinneinnein-72h-48h
ES2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dvieleneinnein11-180d?-48h-48h
GELaut stopcov.ge gelten derzeit keine Anforderungen für Deutschland. Im Normalfall müssen Ungeimpfte an Tag 3 zum PCR-Test und es gilt:
2 0+d??2 0+d?1 0+d?Sinovac, Sinopharmneinneinneinnein-72hnein
GR2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dviele30-180d30-180dnein?-72h-48h
HR1 22-42d
2 -210d
1 22-42d
2 -210d
1 22-84d
2 -210d
1 14-210dSputnik, Sinopharm11-180d11-180dnein-6M 1 -210d-72h-48h
IT2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinjaN/A-48h-48h
MT2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinneinneinneinnein
NLDerzeit gelten keine Anforderungen für Deutschland. Im Normalfall wird ein max. 72 Stunden alter PCR-Test benötigt und es gilt:
neinneinneinneinN/Aneinneinneinneinneinnein
PT2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinjaN/A-72h-48h
PT-A2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinneinjaN/A-72h?
PT-M2 14+d2 14+d2 14+d1 14+dkeineneinnein-180d-180d 1-72hnein
SL2 7+d2 14+d1 21+d1 14+dviele11-180dnein(ja)-8M 1-72h-48h
TR2 14+d2 14+d2 14+d1 14+d?neinnein-6M?-72h-48h
Wann man in ausgewählte Länder aus Deutschland quarantänefrei einreisen darf. Für Deutschland wird die Rückreise aus einem Risikogebiet oder einem Nichtrisikogebiet auf dem Luftweg angenommen. Angaben ohne Gewähr. Stand: 24.7.21.
Anmerkung: Für Dänemark gibt es unterschiedliche Angaben, ob eine Impfung und ein positiver PCR-Test 12 oder 8 Monate lang gilt.
Lesart: Dimensionslose Zahlen geben die Anzahl der Impfdosen an. Zeiträume geben die Gültigkeit an. In der Spalte ‚G+G‘ sind ggf. zwei Zeiträume zu finden, der vor und der nach der Impfung. Beispiele anhand von Kroatien: ‚1 22-42d, 2 -210d‘ in der Spalte ‚ModeRNA‘ liest sich: „22 bis 42 Tage nach der der 1. Dosis und maximal 210 Tage nach der 2. Dosis ModeRNA darf man ohne Quarantäne nach Kroatien einreisen.“. ‚11-180d‘ in der Spalte ‚Antigen pos‘ liest sich: „11 bis 180 Tage nach einem positiven Antigentest darf man ohne Quarantäne nach Kroatien einreisen.“

Danke, Europa, für deine konsequenten Einreiseregeln. Nicht.


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Vermischtes/Mallorca III Nena oder Malle?

Ein Nachtrag zum Malle-Urlaub im Juni aus aktuellem Anlass

geschrieben von Janni Dienstag, 27. Juli 2021 um 22:28 Uhr

Vorgestern hat Nena ein Konzert am BER-Terminal 5 (besser bekannt als Flughafen Berlin-Schönefeld) gespielt. Aus 15.000 Coca-Cola-Kästen hat der Veranstalter Unter Freiem Himmel mehrere hundert halbkreisförmige Boxen/Bereiche von ich würde mal schätzen 2×2 Metern Größe im Abstand von 1,5 Metern gebaut, die man buchen kann. Die Boxen sind nicht sehr hoch und bestehen aus 1 bis 2 Ebenen Kisten.

Als der Veranstalter mit Abbruch drohte, weil die Leute nicht in ihrer Box bleiben wollten, sagte Nena, dass ihr persönlich das egal sei – das müssten die Zuschauer schon selbst wissen, ob sie sich daran halten. Das Konzert wurde vor der Zugabe vom Veranstalter abgebrochen.

Auch Nenas nächstes Konzert im September in Wetzlar wurde heute abgesagt, da dessen Veranstalter das nicht so ’ne tolle Aktion fand.

Das erinnert mich an meinen Malle-Urlaub dieses Jahr im Juni. Denn was Nena kann, kann Malle schon lange. Zum Kontext: Der Innenraum der Flughafenbusse war durch Klebeband in Felder von ca. 1,5×2 Meter geteilt. In jedem der Felder waren laut dem am Anfang gezeigten Schild 2 Personen zulässig, macht pro Bus gut 30 Leute. Vorbildlich. Nicht vorbildlich: Wenn man für einen vollen A320 (180 Leute) ganze drei Flughafenbusse stellt:

In einem Flughafenbus auf Mallorca, 11. Juni 2021


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