Südafrika III Tag 10: St. Lucia, Moses Madhiba Stadium, Durban – Große Pilzfarm

Zu Besuch im Stadion von Durban – und andere wenig überzeugende Dinge

geschrieben von Janni Freitag, 2. Dezember 2022 um 08:52 Uhr

Von St. Lucia sind es über 3 Stunden Fahrt. Ich bin überrascht, wird doch der Hluhluwe-iMfolozi-Park von Durban als Tagesausflug angeboten.

Der Reiseleiter fragt, ob wir das Moses-Madhiba-Stadion anschauen wollen. Dafür gibt es eine Mehrheit. Die Agentur bezahlt die Stadionführung aus dem Geld, was wir in eSwatini gespart haben.

Moses-Madhiba-Stadion-Aufzug
Moses-Madhiba-Stadion-Aufzug

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, mit dem Aufzug auf 106 Meter zu fahren, aber das Ding ist schon seit 7 Jahren kaputt. Wenn man bedenkt, dass das Stadion erst vor 12 Jahren eröffnet wurde, ist das Ding schon länger defekt als funktionsfähig. Da hat sich die Schweizer Firma nicht mit Ruhm bekleckert.

Auch Deutschland hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert, denn anders als gestern hat Deutschland bei der Fußball-WM 2010 am 7.7. gegen Spanien 0:1 verloren und ist ausgeschieden.

Jacuzzi-Raum im Moses-Madhiba-Stadion
Jacuzzi-Raum im Moses-Madhiba-Stadion
Umkleideraum im Moses-Madhiba-Stadion
Umkleideraum im Moses-Madhiba-Stadion
Einlauftunnel im Moses-Madhiba-Stadion
Einlauftunnel im Moses-Madhiba-Stadion
Blick auf Spielfeld im Moses-Madhiba-Stadion
Blick auf Spielfeld im Moses-Madhiba-Stadion

Falls ihr euch auch fragt, was die weißen Punkte da auf dem Rasen sind: Das sind Pilze. Das Stadion ist im Prinzip eine große Pilzfarm, da sich derzeit niemand so richtig um das Stadion kümmert, während der Spielbetrieb wegen der Fußball-WM ruht.


Im Hotel Pavilion gibt es Probleme. Fünf Leute bekommen ein Zimmer, das bereits belegt ist. Ein Mädel berichtet, dass sie das Zimmer dann getauscht hat, obwohl die fünf Afrikaner in ihrem Zimmer sie zur gerade gefeierten Party eingeladen haben.

Im zweiten Zimmer gab es dann einen Gestank nach Pisse (was auch andere bemängeln, aber nicht lokalisieren konnten) und kein richtiges Fenster. Das Mädel bekam dann ein drittes Zimmer, das auch nicht optimal ist, aber man nimmt, was man kriegt. Lieber das Zimmer nicht genauer untersuchen – nicht dass das Stadion nicht die einzige Pilzfarm Durbans ist.


Um 16:22 wird der Google-Maps-Link zum Botanischen Garten gepostet. Der ist mehrere Kilometer entfernt und macht schon um 17:45 zu, Sonnenuntergang ist um 18:40. Vier von uns (ein Mann, drei Frauen) sind dorthin gegangen und wurden auf etwa zwei Drittel des Weges in der Nähe des Busbahnhofs überfallen. Dem Mann wurde dabei sein Brustbeutel geklaut, indem der Gurt durchgeschnitten wurde. Den Diebstahl des Handys konnte er noch verhindern. Den Frauen wurde nichts geklaut.

Ich bleibe daher weiter im Hotel. Bei dem vielen Lärm im Flur des Hotels werde ich allerdings immer unruhig und schaue nach draußen.


Am Abend besuchen wir das Restaurant Joe Cool’s nahe unseres Hotels. Von der Dachterrasse hat man einen guten Ausblick auf die Skyline und den Hafen, wo zahlreiche Schiffe warten.


Die Nacht ist unruhig. Ständig Lärm auf dem Flur und das Hotel ist ziemlich hellhörig. Das liegt wohl daran, dass Durban primär für Südafrikaner als Ferienort dient und außer uns nur Schwarze im Hotel sind, das wie erwähnt auch einen sehr billigen Standard hat. Das erklärt den vielen Lärm.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 11: Durban, Howick Falls, Drakensberge (Jagersrust) – Ab in die Berge

Genug von Durban, ab in die Drakensberge, aber vorher noch Souvenirs kaufen nicht vergessen

geschrieben von Janni Freitag, 2. Dezember 2022 um 09:04 Uhr

Abreise aus dem Hotel. Eigentlich mussten alle ihren Pass abgeben, aber das ist für mich ja eine Herausforderung. Und die gewinne ich auch dieses Mal.


Nachdem gestern alles etwas chaotisch lief, wurde die einzige vom Programm her vorgesehene Besichtigung auf den heutigen Tag gelegt – die Besichtigung des Victoria Street Market. Der teilt sich in zwei Teile. Einer ist der Fleisch- und Fischmarkt, der andere ist ein typischer Krimkrams-Markt für Touristen.

Victoria Street Fish & Meat Market
Victoria Street Fish & Meat Market
Victoria Street Market (touristischer Teil)
Victoria Street Market (touristischer Teil)

Der Reiseleiter sagt, hier sei alles sicher. Ich kann meine Kamera mitnehmen. Am Eingang stehen auch Wachleute. Er selbst wurde bisher nur einmal ausgeraubt. und zwar in Deutschland. In Köln beim Dom. Da war wohl Gegenteiltag.

Dann fahren wir in Richtung Drakensberge, halten aber zwischendurch noch in Howick an den Wasserfällen.

Howick Falls
Howick Falls

Kurz vor unserem Hotel können wir eine Tour mit Quads machen. Nach kurzer Einführung dauert das Fahren etwa anderthalb Stunden und kostet 801 Rand (ca. 45 Euro). 10 machen mit.


Heute und morgen schlafen wir im Alpine Heath Resort. Es gibt zwar weder Alpen noch Heide hier, aber das ist ja egal.

Es handelt sich um Häuser, die hälftig gebucht werden. Jede Hälfte enthält ein Doppel- und zwei Twin-Zimmer. Ersteres hat ein eigenes Bad mit Dusche, die Twin-Zimmer teilen sich ein Bad mit Dusche und Badewanne. Die Häuser können als Selbstversorger genutzt werden. Auffällig: Es gibt keine Klimaanlage.

Wir haben 6 Haushälften aber 7 Einzelzimmer und 7. Da zudem eine Haushälfte an zwei Doppelzimmer zugeteilt wurde, bekommen zwei von uns kein eigenes Badezimmer, wie das eigentlich vorgesehen ist. Irgendwie scheiße organisiert von MPR-YLT.

Am ersten Abend ist das Abendessen (Büffet) inklusive, am zweiten Abend nicht. Da soll Pizzaabend sein.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 12: Drakensberge (Jagersrust), Royal-Natal-Nationalpark, Drakensberge (Jagersrust) – Dasselbe in grün

Letztes Mal war alles trocken. Jetzt ist alles grün. Und die Route ist auch anders.

geschrieben von Janni Freitag, 2. Dezember 2022 um 12:23 Uhr

Beim Frühstück sind wir nicht allein. Nicht nur andere Menschen sind da, auch ein Pfau besucht den Frühstücksraum. Er stellt sich vor eine Tür nach draußen und ruft. Die Tür wird dann für ihn geöffnet.


Diese Tour habe ich schon einmal gemacht. Damals war aber Winter. Dadurch war Trockenzeit und deshalb das Gras vertrocknet. Jetzt ist Sommer und Anfang der Regenzeit. Heute ist zum Glück trotzdem gutes Wetter.

Anders als beim letzten Mal bekommen wir keine kommentierte Führung durch einen Nationalparkführer. Unser Reiseleiter Richard begleitet uns lediglich über die Wanderwege.

Während die anderen Nationalparks die Big5-Tiere haben, kann der Royal-Natal-Nationalpark nur mit den Big5-Wasserfällen aufwarten: Mahai, Sunday, Tiger, Gudu und Tugela. Nachdem ein paar Tschechen letztes Jahr nachgemessen haben, ist letzterer höher als die Angel Falls (Salto Angel) und damit der höchste Wasserfall der Welt.

Den besuchen wir heute nicht. Die Route wurde vom Guide geschickt, aber das Bild zu schlecht. Ich nehme daher meinen GPS-Tracker mit und erstelle folgende Karte:

Karte der Drakensberge-Wanderung von Marco Polo Young Line Inside Africa 7417 (links: Wasserfälle, rechts: Bushman Paintings)
Karte (SVG-Bild) der Drakensberge-Wanderung von Marco Polo Young Line Inside Africa 7417 (links: Wasserfälle, rechts: Bushman Paintings)

Ihr könnt die GPS-Rohdaten herunterladen um sie beispielsweise auf GPS Visualizer nach Google Maps exportieren zu lassen. Hinweis: Die beiden Teilstrecken sind dort verbunden und es fehlt der oben hell gezeichnete Teil, den der GPS-Tracker nicht richtig aufgezeichnet hat. Der Rundweg im Uhrzeigersinn startet dort, wo auf der Karte „Mahai“ in grauer Schrift steht.

Mahai River Cascades im Royal-Natal-Nationalpark
Mahai River Cascades im Royal-Natal-Nationalpark
Blüte eines Protea-Baums („Sugar Bush“) im Royal-Natal-Nationalpark
Blüte eines Protea-Baums („Sugar Bush“) im Royal-Natal-Nationalpark
Panorama-Blick vom Lookout Rock des Royal-Natal-Nationalparks runter auf Bonjaneni
Gudu Falls (auch Goodoo Falls) im Royal-Natal-Nationalpark
Gudu Falls (auch Goodoo Falls) im Royal-Natal-Nationalpark
Im Wald bei der Gudu Falls im Royal-Natal-Nationalpark
Im Wald bei der Gudu Falls im Royal-Natal-Nationalpark
Unterwegs im Royal-Natal-Nationalpark in der Regenzeit
Unterwegs im Royal-Natal-Nationalpark in der Regenzeit

Am Ende der vierstündigen Wanderung haben wir ein Bad unserer Füße im Mahai-Fluss wirklich verdient.


Nach einer Fahrt von wenigen Minuten erwartet uns um 13 ein lokaler Zulu-Führer aus dem nahen Ort Mamazini (auch Amazini). Der zeigt uns nach 20 Minuten Fußmarsch die Bushman Paintings. Da Leute die in der Vergangenheit beschädigt haben (Namen drüber geritzt oder Wasser zur vorübergehenden Verbesserung der Sichtbarkeit drüber gegossen), ist der Besuch nur noch mit so einem Führer so. Die anderen 25 Stätten dieser Art werden deshalb geheim gehalten. Sie sind bis zu 5000 Jahre alt.

Blick von den Bushman Paintings auf den Royal-Natal-Nationalpark und die Drakensberge – in der linken Hälfte im Hintergrund: das „Amphitheater“ (Bergformation), in dessen Mitte der Tugela-Wasserfall
Blick von den Bushman Paintings auf den Royal-Natal-Nationalpark und die Drakensberge – in der linken Hälfte im Hintergrund: das „Amphitheater“ (Bergformation), in dessen Mitte der Tugela-Wasserfall

Die namensgebenden Bushmen heißen eigentlich San. Das Bild oben ist etwa 800 Jahre alt und wurde der besseren Haltbarkeit unter einem Vorsprung gemalt und zwar so hoch, dass dafür Steine gestapelt worden sein müssen. Gemalt wurde es mit Erdfarben aus verschiedenen Steinen, Blut, Urin, Straußeneischalen und Wasser.

Bushman Paintings im Royal-Natal-Nationalpark
Bushman Paintings im Royal-Natal-Nationalpark

Das weiße Tier in der Mitte ist ein Eland, die es hier im Überfluss gibt. Darüber ist ein Gnu zu sehen, darunter ein Mensch, der eine Speikobra jagt, um Pfeile mit ihrem Gift zu verbessern. Links vom Eland sieht man einen Mann, der einen Leopard jagt.

Die Zeichnungen wurden 1997 gefunden und werden seit 1999 als Tour angeboten.


Kommentare: 0


Südafrika III Abend 12: Drakensberge (Jagersrust) – Vögel, Pferde, Flecken

Schöne und nicht so Dinge in unserem Resort

geschrieben von Janni Freitag, 2. Dezember 2022 um 12:30 Uhr

Nach Rückkehr von unserem Ausflug und einer kleinen Pause schaue ich mir das Alpine Heath Resort an.

Baumhopfe bei der Familienbesprechung
Baumhopfe bei der Familienbesprechung
Wenn der Fiskalwürger auf deinem Dach sitzt, weißt du: Du musst noch deine Grundsteuererklärung abgeben.
Wenn der Fiskalwürger auf deinem Dach sitzt, weißt du: Du musst noch deine Grundsteuererklärung abgeben.
Rotschwingenstar (Männchen) – sieht verletzt aus und sitzt auch vorm Erste-Hilfe-Haus, kann aber fliegen, zumindest auf das Dach davon
Rotschwingenstar (Männchen) – sieht verletzt aus und sitzt auch vorm Erste-Hilfe-Haus, kann aber fliegen, zumindest auf das Dach davon
Maidschwalbe hockt vor der Resort-Disko, in der fast alle Mädels und ein Typ aus unserer Gruppe gerade ihre Massage haben
Maidschwalbe hockt vor der Resort-Disko, in der fast alle Mädels und ein Typ aus unserer Gruppe gerade ihre Massage haben

In der ganzen Anlage wimmelt es von Hirtenmainas. Die kommen aus Indien und gehören hier eigentlich nicht hin. Außerdem anzutreffen: Nilgänse und Schlangenhalsvögel (Kormorane).


Während einige von uns im Restaurant auf ihre – auf Anraten des Reiseleiters vorbestellte – Pizza warten (die Gastronomie des Hotels ist eine organisatorische Katastrophe), machen einige von uns eine Hausparty. Plötzlich laufen ca. 10 Pferde an ihnen vorbei. Sie bitten darum, der Rezeption Bescheid zu sagen. Die sagen mir, das sei normal und müsse so. Später stellt sich heraus, dass sie den Ort auf dem Video falsch zugeordnet haben und die Pferde doch durch einen kaputten Zaun ausgebrochen sind.


Viele von uns haben den Wäscheservice genutzt. Ich nur für meine Shorts, das hat 7 Rand (ca. 40 Cent) gekostet.

Bei zwei von uns sind weiße Flecken auf den Klamotten. Die Sitmmung bei denen ist entsprechend.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 13: Drakensberge (Jagersrust), Johannesburg, Gqeberha (Port Elizabeth) – Lange Fahrt und kurzer Flug

Erst eine ganze Ecke nach Johannesburg fahren und dann kurz nach Port Elizabeth fliegen. Wobei, eigentlich heißt der Ort ja seit 23.2.21 Gqeberha.

geschrieben von Janni Freitag, 2. Dezember 2022 um 12:49 Uhr

In Südafrika steht man auf, wenn der Hirtenmaina kräht
In Südafrika steht man auf, wenn der Hirtenmaina kräht

Ich wache wie eigentlich immer um 6 auf. Keine Ahnung, wieso. Dann kann ich ja früh zum Frühstück und danach noch ein paar Vögel ansehen.

Rotschwingenstar (Weibchen)
Rotschwingenstar (Weibchen)

Um 8:30 fahren wir los. Bzw. etwas später, da die Sache mit der zerstörten Wäsche noch geklärt werden muss. Die dafür zuständige Person sollte eigentlich um 8 Uhr da sein, kam aber nicht.

Auf der Fahrt halten wir unterwegs nur einmal an einer Raststätte. Thanda Tau. Das ist wieder eine dieser riesigen Rastanlagen mit zahlreichen zusätzlich Services. Richard empfiehlt die Croissaints, aber ich finde die nicht besser als die aus einem deutschen Supermarkt. Man kann hier für 99,50 ZAR (halbe Stunde) oder 199 ZAR (ganze Stunde) eine kleine Safari machen und sich die Tiere ansehen, die sie hier halten. Machen wir nicht, aber vom See aus kann man die beiden weißen Löwen sehen – vorausgesetzt sie liegen nicht unter dem Podest. Außerdem gibt es eine Feldbahn durch die angeschlossene Apartmentanlage.

Weiße Löwin der Raststätte Thanda Rau
Weiße Löwin der Raststätte Thanda Rau

Auf der Weiterfahrt ist eine Spur der Autobahn gesperrt. Zum Glück gibt es keine bauliche Trennung sondern nur einen breiten Grünstreifen.

Autos fahren auf der N3 über den Mittelstreifen auf die andere Richtungsfahrbahn
Spur gesperrt? Einfach rüber auf die andere Spur.

Grund dafür ist eine Massenkarambolage. Ein Autotransporter ist auf einen anderen LKW aufgefahren, was bei beiden zu ein paar Dellen geführt hat. Schlimmer hat es den Lkw dahinter getroffen, der in den Autotransporter gefahren ist: Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle, sein Lkw fing Feuer und brannte komplett aus. Auch der Autotransporter fing Feuer und alle transportierten Autos brannten aus. Die Böschung fing Feuer – und zwar aus irgendeinem Grund auch die Böschung der gegenüberliegenden Straßenseite.

Wir erreichen den Flughafen in Johannesburg sehr pünktlich. Es kam wohl auch schon mal vor, dass ein Guide den Flug verpasst hat und dann alle Flugumbuchungen bezahlen musste...


Der Flug ist pünktlich. Früher fand ich die E190 (ZS-YAA) immer ganz nett, inzwischen ist mein Lieblingsflugzeug aber die 321N.

Auf dem Flug gibt es kostenlos was zu essen und zu trinken. Da es am Anfang Turbulenzen gab und der Flug nur 1:20 Stunden dauert, kriegen die hintersten Reihen ihr Essen erst wenige Minuten vor dem Landeanflug, wo man eigentlich die Tische nicht ausgeklappt haben darf. Es gibt Nudeln und eine Hähnchen-Süßsauer-Pastete. Beides ist kalt. Dazu gibt es noch drei Cracker und ein kleines Toffee.

Landeanflug auf Gqeberha (Port Elizabeth), zu sehen ist der Shark Rock Pier, davor der Summerstrand und dahinter der Kings Beach
Landeanflug auf Gqeberha (Port Elizabeth), zu sehen ist der Shark Rock Pier, davor der Summerstrand und dahinter der Kings Beach

Der Bus holt uns direkt am Ausgang des Chief Dawid Stuurman International Airport ab. Dieser offizielle Name ist offensichtlich ein Scherz, da es ausschließlich Inlandsflüge gibt hier.

Unser Hotel, The Kelway, wirklich ein bisschen wie ein verirrtes Hotel aus dem Schwarzwald recht nah am Meer. Nachteilig ist das laute dumpfe Brummen die ganze Nacht hindurch. Ohrenstöpsel rein und durch.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 14: Gqeberha (Port Elizabeth), Stormsrivier (Storms River), Tsitsikamma-Nationalpark, Knysna – Regen-Wald

Heute gibt es Regen und Wald. Und Regen-Wald.

geschrieben von Janni 2. Advent, 4. Dezember 2022 um 21:27 Uhr

Um halb 5 waren ein paar Mädels unterwegs zum Strand. Sie haben einen schönen Sonnenaufgang (um 4:59) und ein paar Delfine gesehen. So früh wollte ich dann doch nicht los.

Um halb 7 starte ich aber mit einer kleinen Gruppe zum Strand.

Schwarze Austernfischer
Schwarze Austernfischer
Summerstrand in Gqeberha (Port Elizabeth)
Summerstrand. Links vorne die Humewood Six Pillars, dahinter Shark Rock Pier, rechts mit den roten Dächern das auffällige The Courtyard Hotel

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Knysna. Vorher schauen wir uns aber noch den Leuchtturm von Port Elizabeth und das Mosaik davor an, das Studenten gelegt haben. Es zeigt die Geschichte der Stadt, typische Exportprodukte und Freizeitaktivitäten. Gqeberha ist vor allem als Automobilstandort bekannt.

Leuchtturm von Gqeberha (Port Elizabeth)
Leuchtturm von Gqeberha (Port Elizabeth)

Einige von uns machen eine Baumwipfel-Tour. Da nur 10 Leute mitmachen und das für die daraus entstehenden 2 Gruppen knapp 3 Stunden dauert. Aus dem Grund werden für den Tsitsikamma-Nationalpark zwei verschiedene Termine an dem Tag eingerichtet, einer um 15:30 für die Leute mit Baumwipfel und um 13:00 für die ohne. Das ergibt keinen Sinn, denn so müssen die Leute ohne Baumwipfel nicht von 13:00 bis 15:30 warten sondern von 15:30 bis 17:30.

Um 13:00 regnet es. Ich setze mich in das Tsitsikamma-Nationalpark-Restaurant (Cattle Baron), das in einem großen Festzelt untergebracht ist. Ich kann ja auch die zweite Tour mitmachen. Das lohnt sich, denn bei der zweiten Tour ist es außer ganz am Anfang und ganz am Ende trocken.

Im Tsitsikamma-Nationalpark läuft man durch einen Bohlenweg zu drei Brücken an der Stormsriver-Mündung. Sie sind (im folgenden Bild v.v.n.h.) 39,5, 50,5 und 77 Meter lang. Für mehr ist keine Zeit.

Brücken im Tsitsikamma-Nationalpark
Brücken im Tsitsikamma-Nationalpark

Na gut, dann ab nach Knysna (gesprochen Neiß-Na). Kurz nachdem wir dorthin aufgebrochen sind, kommt sie Sonne raus. In Knysna angekommen ist strahlender Sonnenschein.

Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017
Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 15: Knysna, Robberg-Naturpark, Tenikwa, Knysna – Gefährliche Raubtiere

Heute sehen wir sowohl Hunde- als auch Katzenartige

geschrieben von Janni 2. Advent, 4. Dezember 2022 um 22:01 Uhr

Heute besuchen dir den Robberg. Das ist eine Halbinsel. Südlich davon liegt eine namenlose Insel, die jedoch durch einen Strand verbundenen ist.

Wir bekommen 4 Stunden Zeit, um entweder die Halbinsel zu umrunden oder bei der Hälfte nach Süden zur namenlosen Insel zu gehen. Der Weg im Norden der Insel ist voller Ameisen, die sehr unangenehm sein können.

Wir treffen offizielle Haibeobachter. Sie haben heute 16 Kupferhaie gesehen. Bis zu unserer Rückkehr wird die Zahl auf 16 gestiegen sein.

Man riecht schon von weitem, was es hier primär zu sehen sieht: Robben. Genauer. Den Südafrikanischen Seebären. Hunderte, tausende Tiere leben hier. Derzeit haben sie Kleine (schwarz). Die Seebären liegen dichter beeinander als Touristen auf Malle in der Hochsaison.

Südafrikanische Seebären auf Robberg
Südafrikanische Seebären auf Robberg
Agama atra (kein deutscher Name, übersetzt aus dem Englischen: südliche Felsenagame)
Agama atra (kein deutscher Name, übersetzt aus dem Englischen: südliche Felsenagame)

Ganz im Osten befindet sich das Ende der Halbinsel. Dort ist das Wasser sehr unruhig. Trotzdem gibt es dort Seebären im Wasser. Auf den Felsen brüten Kapscharben und Dominikanermöwen in ebenfalls großer Anzahl.

Südostküste von Robberg
Südostküste von Robberg
Kapscharbe (ein Kormoran)
Kapscharbe (ein Kormoran)
Versteckt sich in den Felsen: Klippschliefer
Versteckt sich in den Felsen: Klippschliefer

Als ich als einer der letzten bei der Insel (sie hat keinen Namen) ankomme, ist nicht mehr viel Zeit. Eigentlich sollen wir 45 Minuten für den Rückweg von der Insel einplanen und 30 für den Inselrundgang. Es sind noch 52 Minuten übrig. Egal, ich mache trotzdem als einziger den langen Weg und die Insel.

Namenlose Insel südlich von Robberg
Namenlose Insel südlich von Robberg
Auf der namenlosen Insel südlich von Robberg
Auf der namenlosen Insel südlich von Robberg

Auf der Insel gibt es eine große Anzahl an Dominikanermöwen, die hier brüten, sowie Agamen, von denen die meisten keinen Schwanz mehr haben.

Dominikanermöwe im Flug
Dominikanermöwe im Flug

Von der Insel zum Durchbruch hole ich relativ viel auf und bin im Mittelfeld. Da ich von dort versehentlich zuerst den Hinweg wieder zurücklaufe (was nicht schlimm ist) und dann auf Anraten des Reiseleiters doch den anderen Rückweg nehme, bin ich zwar relativ weit hinten. Zeit für eine Erfrischung vom Kiosk ist trotzdem. Drei Afrikaner arbeiten in einem winzigen Anhänger und bieten einen durchaus nicht schlechten Milkshake an.


Viele wollen eine Walbeobachtungstour machen. Die fällt aber aus wegen schlechten Wetters. Alternativ könnte man nach The Crags fahren. In dieser Ortschaft gibt es diverse Zoos und Auffangstationen. Ein Mitreisender und ich besuchen Tenikwa, eine Aufzuchtstation für Katzen, während alle anderen in Plettenberg Bay bleiben. Unterwegs regnet es, auch nach unserer Ankunft nieselt es noch einige Minuten.

Tenikwa ist eine privat betriebene Einrichtung, die Wildtiere aufzieht. Der Anfang liegt in einem Gartenhaus im Garten des Gründers, wo er Vögel aufgezogen hat. Es finanziert sich durch Eintritte und Spenden. Der Eintritt für eine einstündige Führung ist 260 ZAR (ca. 14 Euro).

Die Tiere, die man bei einer Führung sieht, könnten in der Wildnis nicht überleben und werden nicht mehr ausgewildert. 200 bis 250 Tiere pro Jahr werden allerdings mit dem Ziel der Wiederauswilderung aufgenommen, wie uns ein Film zeigt, den wir am Anfang gezeigt bekommen. So, Zeit für Bilder:

Löwin gähnt
Löwin gähnt
Falbkatze
Falbkatze
Gepard
Gepard

Als wir bei den Servals sind, ist gerade Fütterung angesagt.

Serval
Serval
Erdmännchen
Erdmännchen

Tiere, für die ich hier keine Bilder hochgeladen habe, die wir aber gesehen haben: Marabu (ein hässlicher Storch), Graureiher (der aus Deutschland bekannte), Eulen (ich denke mal Kapuhus), Graukopfkarsaka (eine Halbgans).

Betreten durften wir die Gehege der Falbkatze und der Servals. Streicheln durften wir hingegen nur die hier:

Hauskatze (Glückskatze) liegt auf dem Rücken
Hauskatze (Glückskatze) liegt auf dem Rücken

Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017
Statue zur Erinnerung an das große Feuer von Knysna am 7. Juni 2017

Am Abend treffen wir uns um 20 zum Essen im Restaurant Drydock. Ich bin etwas früher da. Nachdem ich gerade ein Bild vom Boulevard gemacht habe, fällt um Punkt 20 Uhr der Strom aus.

Knysna vorm Stromausfall
Knysna vorm Stromausfall
Knysna beim Stromausfall
Knysna beim Stromausfall


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 16: Knynsa, Wilderness, Safari Ostrich Farm, Cango Caves, Oudtshoorn – Straußen und Höhlen

Und Holländerwitze!

geschrieben von Janni Donnerstag, 8. Dezember 2022 um 13:08 Uhr

Heute fahren wir nach Oudtshoorn. Unterwegs besuchen wir noch eine Straßenfarm und die Cango-Tropfsteinhöhlen.

Bei Knysna sind Leute in der Lagune. Sie führen eine rituelle Taufe durch. Das machen sie auch in Flüssen. Der Reiseleiter meint, das sei wegen Krokodilen und dergleichen gefährlich. Und am Meer auch noch wegen Strömungen.

Wir halten etwas später an einem Aussichtspunkt bei Wilderness:

Dolphin Point: Wilderness mit Strand
Dolphin Point: Wilderness mit Strand
Dolphin Point: Kaaimansrivier-Eisenbahnbrücke
Dolphin Point: Kaaimansrivier-Eisenbahnbrücke

Plötzlich huscht etwas unter mir vorbei und versteckt sich in einem Loch:

Afrikanische Striemen-Grasmaus
Afrikanische Striemen-Grasmaus
Afrikanische Striemen-Grasmaus guckt aus ihrem Loch
Afrikanische Striemen-Grasmaus guckt aus ihrem Loch

So, jetzt aber ab zu den Straußen. Dafür fahren wir zur Safari Ostrich Farm.

Der Strauß ist einer der großen Laufvögel. Er lebt in Afrika in drei Unterarten: Der simbabwische blaue Storch wird mit 2,7 Metern am größten, der deutlich aggressivere kenianische rote Strauß erreicht 2,3 Meter und der südafrikanische schwarze Strauß erreicht hingegen „nur“ 2 Meter. Männchen sind schwarz-weiß, Weibchen graubraun.

Neben dem Strauß gibt es an Laufvögeln noch den australischen Emu, die australischen Kasuare und die Nandus aus Südamerika – und Nordostdeutschland.

Strauß
Strauß
Strauß frisst aus einem Eimerchen, dabei geht viel Futter daneben
Straußen sind so gierig, dass beim Fressen aus dem Eimerchen (käuflich zu erwerben für 5 Rand, knapp 30 Cent) viel daneben geht
Strauß mit Pigmentstörungen, die bei etwa 1 von 10.000 Straußen vorkommt. Sie heißt Lady Gaga. Auch ein weißes Männchen haben sie hier, es heißt Michael Jackson.
Diese Straußen-Dame hat Pigmentstörungen, die bei etwa 1 von 10.000 Straußen vorkommt. Sie heißt Lady Gaga. Auch ein weißes Männchen haben sie hier, es heißt Michael Jackson.
Emu
Zum Vergleich halten sie hier aber auch Emus

Strauße sind polygam. Ein Hahn hat zwei bis dr ei Hennen, die zusammen in ein gemeinsames Nest 11 bis 18 Eier legen (am meisten zwischen dem 4. und 17./18. Lebensjahr – sie werden aber bis 60 Jahre alt) und das der Hahn nachts und die Hennen tagsüber ausbrüten (diese Aufteilung ergibt sich daraus, wann die jeweilige Farbe am besten tarnt). Strauße sind nicht so die Hellsten und wenn man ihnen die 1,5 bis 2 Kilo schweren Eier wegnimmt, dann legen sie mehr und man kann sie maschinell ausbrüten, um mehr Strauße zu erhalten. Die Straußenküken kann man problemlos anderen Straußen zur Aufzucht geben. Oder man isst es, wofür man das Ei aber eine halbe Stunde kochen muss, da es so groß wie 24 Hühnereier ist. Die Schale ist auch sehr dick und es trägt 220 Kilogramm. Wir dürfen auf einigen Eiern stehen und sie halten das aus. Das Küken wird daher nach 42 Tagen von seiner Mutter beim Aufpicken der Schale unterstützt, zumal es keinen Eizahn hat. Das ganze dauert dann aber 8 bis 12 Stunden.

Die Straußenwirtschaft hat in Südafrika eine lange Tradition. In den 1920ern waren die Federn sehr viel wert, mehr als Gold. Dann bracht die Nachfrage zusammen. Heute ist das Leder sehr wertvoll, da es als sehr robust gilt (nur Känguru ist noch robuster). Am zweitwertvollsten ist heute das Fleisch und erst dann kommen die Federn. Ich finde zwar eine Feder auf dem Hof, die stammt aber von einem Perlhuhn.

Genug von Beverly (unsere deutschsprachige Führerin) über Straußen gelernt. Jetzt gibt es unser bei Ankunft vorbestelltes Mittagessen im Restaurant der Straußenfarm, bevor wir weiter zur Cango-Höhle fahren.


Höhlenmenschen-Diorama beim Eingang der Cango Caves
Höhlenmenschen-Diorama beim Eingang der Cango Caves

Die Höhle wird zwar schon seit 10.000 Jahren von Menschen genutzt, wiederentdeckt wurde sie aber erst 1780. Es gibt zwei Touren, die Standardtour (600 Meter lang, bis zu 40 Meter unter der Oberfläche) und die Abenteuertour (2,4 Kilometer, 1.600 Stufen), bei der man noch durch eine etwa 5 Meter lange Engstelle klettert, die etwa 60 Zentimeter hoch ist und deshalb Letterbox (Briefkasten(schlitz)) genannt wird.

Wir machen die erstgenannte und bekommen eine seltene deutsche Führung. Ein Schweizer Pärchen nutzt die Gelegenheit und schließt sich uns an.

Um der englischen Gruppe, der sich zwei von uns anschließen, aus dem Weg zu gehen, beginnen wir gleich mit Halle 2. Das ist nicht dasselbe wie Cango 2 und Cango 3, was nicht öffentlich zugängliche andere Höhlen sind. Man kann nur Cango 1 besuchen, die sich aber in verschiedene Räume teilt.

Fürs bessere Verständnis der nachfolgenden Beschreibung der Höhle: Die -Miten steigen und die -Titen hängen. Wenn sich beides verbindet, heißt das Stalagnat.

In der zweiten Halle gibt es drei bedeutende Formationen: Den „Turm von Pisa“, ein Stalagnat im Alter von 270.000 Jahren, zwei zusammengewachsene Stalagnaten im Alter von 500.000 Jahre und die folgende Formation, die etwa 1,5 Millionen Jahre alt ist:

Älteste Formation in Halle 2 der Cango Caves
Älteste Formation in Halle 2 der Cango Caves

Wir gehen weiter zum hinteren Teil der Standardtour, wo es mehrere kleinere Räume gibt. Einer wird als Brautraum bezeichnet.

Brautraum der Cango Caves – die Formation links heißt Himmelbett, hat aber 14 statt 4 Pfosten, was die Führerin komisch findet
Brautraum der Cango Caves – die Formation links heißt Himmelbett, hat aber 14 statt 4 Pfosten, was die Führerin komisch findet
Kleiner Stalagtit in den Cango Caves – da er direkt über dem Fußweg hängt, wird sich kein Stalagmit bilden
Kleiner Stalagtit in den Cango Caves – da er direkt über dem Fußweg hängt, wird sich kein Stalagmit bilden
Spinne – sie ernährt sich von Feldermauskot
Spinne – sie ernährt sich von Feldermauskot

Dann geht es zurück zum Ausgang.

Halle 2 der Cango Caves, mittig rechts der „Turm von Pisa“, links daneben genau in der Mitte des Bildes die beiden zusammengewachsenen Stalagnaten
Halle 2 der Cango Caves, mittig rechts der „Turm von Pisa“, links daneben genau in der Mitte des Bildes die beiden zusammengewachsenen Stalagnaten

Ach ja, die Halle 1 fehlt ja noch!

Weg von Halle 2 zurück zu Halle 1 (Einbahnstraße)
Weg von Halle 2 zurück zu Halle 1 (Einbahnstraße)

Die Tourleiterin erzählt von einem brasilianischen Pärchen, das vor zwei Wochen in einer Formation, die für die meisten Leute wie ein Schloss aussieht, zwei Hasen gesehen haben will und dann 40 Minuten dort stehen geblieben sei.

Das Schloss in den Cango Caves
Das Schloss in den Cango Caves
Halle 1 der Cango Caves (ehemaliger Konzertraum, hinten die Bühne)
Halle 1 der Cango Caves (ehemaliger Konzertraum, hinten die Bühne)

Die Tourleiterin macht sich über das deutsche Ausscheiden bei der Fußball-WM lustig und dass die Holländer noch drin sind. Ich meine, dass die deutsche Sprache sogar extra ein Wort für einen Holländer im Finale hat: Schiedsrichter. Jemand anderes aus der Gruppe fragt: „Was macht der Holländer, wenn er die Fußball-WM gewonnen hat? Die Playstation aus.“

Wir sollen dann in der ersten großen Halle etwas singen. Von 1964 bis 1994 gab es in der Halle nämlich Konzerte, aber das bis zu 800-köpfige Publikum hat Teile der Formationen mitgehen lassen und das Licht und der Atem haben der Höhle auch nicht gut getan. Ein anderer Tourleiter der Höhle legt vor. Wir entscheiden uns nach längerer Diskussion für den Refrain von „In der Weihnachtsbäckerei“.

Dann wird noch für einige Sekunden das Licht ausgemacht. Ein echtes südafrikanisches Erlebnis eben.

Ausblick vom Bistro der Höhle auf die umliegenden Berge
Ausblick vom Bistro der Höhle auf die umliegenden Berge

Im Kleinplaas Resort, unserer heutigen Unterkunft, ist gerade im Klohaus beim Pool Wasserrohrbruch. Entsprechend stinkt es dort sehr. Ich laufe daher lieber durch die Anlage und fotografiere Vögel.

Kapsperling mit Beute
Kapsperling mit Beute
Wiedehopf in der Abendsonne
Wiedehopf in der Abendsonne

Am Abend gibt es gegrillten Strauß. Ich finde, er schmeckt etwas wie Rindfleisch mit integrierter Sauce Hollandaise. Womit wir zum Abschluss wieder bei den Holländern wären.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 17: Oudtshoorn, Hardy’s Memories of Africa Barrydale, Van Loveren Family Vineyards Robertson, Signal Hill, Kapstadt – Supersüß

Wir sind unterwegs auf der Route 62.

geschrieben von Janni Donnerstag, 8. Dezember 2022 um 13:32 Uhr

Heute ist also die letzte Fahrt, die wir (7 Jungs, 14 Mädels) gemeinsam unternehmen. Die Route 62 halten einige für das südafrikanische Gegenstück zur US-amerikanischen Route 66, sie ist aber viel kürzer: Sie führt von unserem Hotel in Oudtshoorn zu unserem finalen Hotel in Kapstadt, wo die anderen noch 3, ich jedoch 6 Nächte verbringe – mit längster Aufenthalt an einem Ort seit 2012.

Rooiberge
Rooiberge

Wir kommen an Ronnies Sex Shop vorbei. Es handelt sich um einen Laden, bei dem es Freunde (oder „Freunde“) von Ronnie im Suff lustig fanden, den Namen an der Wand um das Wort „Sex“ zu erweitern.

Ronnies Sex Shop
Ronnies Sex Shop

Danach halten wir in Barrydale bei Hardy’s Memories of Africa. Das ist ein großer Souvenirladen. Neben Sachen, die man auch sonst in Souvenirläden kaufen kann, sind auch größere Schnitzerein aus Eisenholz, Jade und weiteren Materialien bei Harry erwerben. Der deutsche End-70er betreibt den Laden bereits seit 40 Jahren.

Hardy’s Memories of Africa in Barrydale
Hardy’s Memories of Africa in Barrydale

Meine Sonnenbrille ist gerade kaputt gegangen. Ich frage den Kassierer (nicht Hardy selbst): „Ich hab mal ’ne ganz andere Frage“ – der Kassierer (so um die 50) unterbricht mich: „Ich bin verheiratet. Auch wenn du echt süß aussiehst.“ Ich bekomme Kleber mit dem Hinweis, der werde wohl nicht halten, denn hinter ihm an der Wand würden schon zwei kaputte Brillen hängen. Der Kleber klebt aber ganz gut und nachdem ich es geschafft habe, meine Hand von der Sonnenbrille zu lösen (das klebte nämlich auch ganz gut), scheint die Brille ganz gut zu halten.

Unser nächster Halt ist in Robertson bei Van Loveren. Das ist eines von 3.000 Weingütern in Südafrika, die auf 95.000 ha Trauben anbauen. Zu Van Loveren gehört noch das Restaurant Christina’s, wo wir erstmal Mittag essen. So einige Gerichte sind asiatisch angehaucht. Die Portionen sind groß, die Preise etwas höher als dort, wo wir bisher gegessen haben, aber die Kap-Region gilt auch als teurer als die anderen Teile Südafrikas.

Während wir auf unser Essen warten, laufe ich durch den riesigen Garten und stehe plötzlich auf der Terrasse des Eigentümer-Ehepaars, das gerade in den Vorbereitungen für ihr Mittagessen ist. Auf der Terrasse laufen vier schwarz-weiße Katzenbabys umher, etwa einen Monat alt. Zuerst haben sie noch Angst vor mir, aber eins kommt her und schmust mit mir. Dann kommt die Frau des Inhabers und schenkt mir eine Schale mit 9 Aprikosen. Mit dem Erlebten und den Aprikosen gehe ich zu den anderen zurück. Kurz darauf gehe ich aber nochmal zu den netten Leuten. Diesmal kommen die Katzenbabys alle zu mir. Besonders meine Schuhe haben es ihnen angetan. Da sie ein Wurf einer streunenden Katze sind, werden sie kurz darauf mit der Flasche gefüttert – das machen die beiden Leute von 7 bis 24 alle 2 bis 3 Stunden.

Katzenbaby mit Fläschchen
Katzenbaby mit Fläschchen
Katzenbaby mit Fläschchen
Katzenbaby mit Fläschchen

Das Mittagessen ruft. Das lockt so einige Vögel auf den Plan.

Kaprötel
Kaprötel

Nach dem Essen dauert es noch ein bisschen, dann steht die Weinprobe an. Für mich und eine Mitreisende gibt es stattdessen Saft mit Kohlensäure – der ist fast so süß wie die Katzenbabys. Alle bekommen außerdem fünf Sorten Käse.

„Saftprobe“ im Van Loveren Family Vineyard
„Saftprobe“ im Van Loveren Family Vineyard
Landschaft bei Robertson
Landschaft bei Robertson

Nach der Weinprobe sind die Katzenbabys inzwischen in einem Käfig.

Katzenbabys
Katzenbabys
Katzenbaby
„Draw me like one of your French cats“

Nachdem alle ihre Weine bestellt haben, geht es weiter nach Kapstadt.

Kapstadt, dahinter der Tafelberg
Kapstadt, dahinter der Tafelberg

Wir besuchen den Signalhügel.

Die auf dem Signalhügel lebenden Helmperlhühner sind Namensgeber für den dortigen Imbiss, Guinea Fowl.
Die auf dem Signalhügel lebenden Helmperlhühner sind Namensgeber für den dortigen Imbiss, Guinea Fowl.

Der Signalhügel wird in meinem Reiseführer von Reise Know-How unter Sicherheit als einzige gefährliche Stelle bezeichnet. Offizielle Schilder empfehlen, sich dort nur zu viert zu bewegen.

Die höchste Stelle des Signalhügels finde ich nicht so gut, da viele Büsche die sinnvolle Verwendung eines Weitwinkelobjektivs verhindern. Von der Straße direkt darunter – es führen neben dem offiziellen Weg zahlreiche steile Pfade auf die Straße direkt unter dem Gipfel – hat man meiner Meinung nach einen besseren Ausblick:

Panorama von Kapstadt vom WM-Stadion ganz links bis zum Tafelberg ganz rechts

Am Abend besuchen Marco’s African Place, ein Restaurant, in dem eine Band (ein Sänger, eine Trommel und drei Marimbas (Xylofone)) spielt. Das kostet 25 Rand Eintritt. Am letzten (gemeinsamen) Abend etwas ungünstig, finde ich, denn man kann sich schlecht unterhalten, da sie auch ohne technische Hilfsmittel sehr laut sind.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 18: Kapstadt, Camps Bay, Duiker Island, Chapman’s Peak Drive, Kap der Guten Hoffnung, Cape Point, Boulders Beach, Simons Town, Kapstadt – Parallelbetrieb

Ich mache eine Tour über die Kaphalbinsel. Die anderen auch, aber eine andere.

geschrieben von Janni Mittwoch, 21. Dezember 2022 um 12:48 Uhr

Dieser Blogpost behandelt den Nikolaustag 2022. Er hat sehr lange gedauert, weil er viele Informationen aus späteren Stadttouren mit dem City-Sightseeing-Bus von Freitag bis Sonntag enthält. Dadurch ist kein Blogpost zu Südafrika taggleich (außer der Istanbul-Post zu Beginn).


Die Gruppe macht heute einen Ausflug ans Kap der Guten Hoffnung. Ich auch. Nur ich für etwas weniger Geld und mit einer anderen Strecke. Und: Mein Ausflug startet nahezu pünktlich, während die Gruppe erst eine Stunde später los kommt, da der Bus kaputt sei und noch ein Ersatzteil besorgt werden muss.


Meine Tour startet mit einer Fahrt an der Westküste der Kaphalbinsel. Wir fahren durch Cliffton. Selbst ein kleines Apartment kostet hier 10 Millionen ZAR. Ein finnisches Ehepaar, das neben einem Spanier und einer Zimbabwerin noch dabei ist, hat davon gehört, dass anderswo an der Westküste der Kaphalbinsel auch gern mal 1 Million ZAR (ca. 60.000 Euro) Miete pro Monat(!) fällig werden können für ein normal großes Haus.

Auch Camps Bay, wo wir kurz für ein Foto aussteigen, ist teuer. Es liegt am Fuße der „12 Apostel“, einer Ansammlung von – 17 – kleinen Gipfeln... Sie könnten den 12 Aposteln in Australien also 4 oder 5 abgeben, dann wären es jeweils 12 oder 13. Auf Afrikaans heißen sie übersetzt Giebelberge.

Camps Bay
Camps Bay – das links ist tatsächlich Dunst und nicht nur wegen Gegenlicht

Es geht vorbei an einem Felsen im Meer, der ein Loch aufweist und deshalb „Bakoven“ genannt wird, was auch der Name des Ortes an der Küste ist. Wir erreichen Hout Bay („Holzbucht“), wo man eine Bootsfahrt zu den Südafrikanischen Seebären von Duiker Island machen kann. Der Preis ist je nach Anbeiter ab 100 Rand. Die Fahrt dauert 40 Minuten, die meiste Zeit davon für die Anfahrt, der Aufenthalt in der Nähe der Insel dauert weniger als 10 Minuten.

Mehr als 100 Rand kann man auch nicht nehmen – die Seebären liegen schließlich auch einfach im Hafen herum
Mehr als 100 Rand kann man auch nicht nehmen – die Seebären liegen schließlich auch einfach im Hafen herum
Südafrikanische Seebären auf Duiker Island vor Hout Bay bei Kapstadt
Südafrikanische Seebären auf Duiker Island vor Hout Bay bei Kapstadt

Wir fahren den Chapman’s Peak Drive entlang, eine 1922 eröffnete Küstenstraße. Die ist ziemlich kurz und trotzdem eine Mautstraße. Wer nur zu einem Parkplatz auf halber Strecke fährt, zahlt weniger als wir, die komplett durchfahren. Aussteigen können wir natürlich trotzdem, um Chapman’s Peak zu besteigen. Bei den Begriffen „Gipfel“ und „Küstenstraße“ in einem Satz erahnt man: Es kann sich nicht um einen hohen Gipfel handeln. Tatsächlich erhebt sich Chapman’s Peak nur wenige Meter über die Straße, befindet sich aber an deren seezugewandten Seite. Auf der anderen Seite der Straße sind die Steilklippen, die viel höher sind.

Blick von Chapman’s Peak auf Hout Bay, links Duiker Island

Wir fahren zum Kap der guten Hoffnung. Das ist ein Nationalpark und kostet deshalb Eintritt. Zusammen mit Boulders Beach kommen auf den Preis des Ausflugs von 799 ZAR für Nicht-Süd-Afrikaner (mit Bindestrich) noch 552 ZAR Eintritte und (optional) die genannte Bootsfahrt drauf. Dafür habe ich gestern noch bei der FNB direkt gegenüber des Hotels Geld abgehoben. Die angezeigten 50 ZAR Gebühren wurden mir nicht in Rechnung gestellt, anders als bei der Nedbank. Mitreisende meinten, dass Geldabheben bei der Standard Bank kostenlos war. Der Randkurs ist gegenüber dem Euro in den letzten Tagen stark gefallen.

Kleiner Tipp: Wenn man Ausflüge bei Tripadvisor oder Viator bucht, sollte man verschiedene Währungen ausprobieren (lokale Währung, US-Dollar, Euro). Man nimmt dann die, wo ein runder Betrag oder Schwellenpreis rauskommt. Das ist dann nämlich wahrscheinlich der vom Anbieter festgesetzt Preis, dem nicht der äußerst schlechte Umrechnungskurs der jeweiligen Buchungsplattform zugrunde liegt. Das Vorgehen ist meist einfacher als Preise zu vergleichen. Bezahlungen in vielen lokalen Währungen wie ZAR sind aber ausschließlich per Kreditkarte möglich – macht aber nichts, der Umrechnungskurs von PayPal ist nämlich ebenfalls sehr schlecht.

Nahe des Eingangs erklärt uns der Guide etwas über die Fynbos-Vegetation, die hier vorherrscht. Dann geht es weiter zum Kap der Guten Hoffnung. Dabei überholen wir die 17 Leute meiner Gruppe, die den offiziellen Ausflug gemacht haben und sich per Fahrrad durch das Gebiet strampeln. Einige fahren stattdessen mit dem ihnen folgenden Bus. Die gefahrene Strecke ist allerdings recht kurz und irgendwie erschließt sich mir der Sinn der Fahrradtour nicht. Aber ist ja auch egal für mich.

Am Kap der Guten Hoffnung (ursprünglich Kap der Stürme, aber der portugiesische König Johann II. fand das angeblich zu negativ für den neuen Seeweg nach Indien und ließ es umbenennen) hat sich eine Instagram-Schlange vor dem weltberühmten Schild gebildet. Es ist übrigens nicht der südlichste Punkt Afrikas (und damit die Grenze zwischen Atlantik und indischem Ozean), welche 400 Kilometer östlich liegt und Kap Agulhas heißt. Ich laufe stattdessen auf den nahen Felsen. Dort gibt es niedliche Echsen.

Agama atra (kein deutscher Name, übersetzt aus dem Englischen: südliche Felsenagame)
Agama atra (kein deutscher Name, übersetzt aus dem Englischen: südliche Felsenagame)
Leute stehen vorm Schild (unten links) Schlange
Leute stehen vorm Schild (unten links) Schlange
Blick vom Kap der Guten Hoffnung auf Cape Point (Leuchtturm)
Blick vom Kap der Guten Hoffnung auf Cape Point (Leuchtturm)

Jetzt muss ich nur noch wieder unter finden von dem Felsen. Aber ich verlaufe mich und finde erst nach mehreren Minuten den Weg nach unten.

Dafür sind jetzt die anderen da. Nochmal kurz hallo sagen, gemeinsames Selfie muss auch sein ... – wo ist meine Gruppe? Shit. Ich laufe den Felsen wieder ein Stück nach oben und halte Ausschau mit dem Teleobjektiv. Oh, da ist mein Bus. Schnell hin.

Der Guide hat die anderen vier beim Cape Point abgesetzt und mich abgeholt. Er sagt, das komme manchmal vor, dass sich Leute hier verlaufen. Er bringt mich dann auch zum Cape Point. Ich habe dort dann aber nur 30 Minuten. Er meint, man brauche normalerweise etwa 20 Minuten vom Parkplatz hoch zum Leuchtturm und 15 Minuten wieder zurück. Wer weniger Zeit hat, soll die Standseilbahn nehmen. Die Schlange am Ticketschalter ist mir zu lang, also laufe ich hoch.

Kap der Guten Hoffnung
Kap der Guten Hoffnung
Cape-Point-Leuchtturm
Cape-Point-Leuchtturm
Gelbe Blume mit Biene
Gelbe Blume mit Biene

Als ich nach nur 25 Minuten wieder unten bin (beide Richtungen zu Fuß gelaufen mit einigen Abstechern) treffe ich die anderen. Für mich geht es weiter zu den Pinguinen am Boulders Beach. Vorher aber noch Mittagessen. Und davor muss man noch die Straßenblockade durch die Paviane auflösen.

Paviane auf der Straße durch den Kap-Halbinsel-Nationalpark
Paviane auf der Straße durch den Kap-Halbinsel-Nationalpark
Pavian auf Tempo-40-Schild
Dieser Pavian ist vom Tempolimit mindestens so erregt wie Robert Habeck
Paviane mit Baby
Paviane mit Baby

Wir halten etwas weiter und schauen uns eine Syncarpha argyropsis der typischen Pflanzen an, deren weiße Blütenblätter sich anfühlen wie sehr dünnes Papier.

Klippspringer
Klippspringer (der Guide meint, das wäre eine Rehantilope, aber die Kopfform, die Beine und der Fleck vor den Augen sprechen dagegen)

Es geht – nach dem Mittagessen – tierisch weiter, nämlich an Boulders Beach. Dort gibt es Pinguine. Schon lustig: Leute stehen in T-Shirts auf den Bohlenwegen und unter ihnen Brillenpinguine.

Brillenpinguin am Boulders Beach
Brillenpinguin – kneift die Augen zu, denn er wäre wohl lieber ein Sonnenbrillenpinguin geworden
Brillenpinguin gräbt ein Loch
Brillenpinguin gräbt ein Loch
Brillenpinguin am Boulders Beach streckt die Flügel nach oben
„Und dann die Hände, zum Himmel...“
Boulders Beach
Boulders Beach

Dann geht es weiter nach Simon’s Town. Benannt ist es nach Simon van der Stel. Der Typ hat einfach gerne Orte nach sich benannt, so auch den Ort Stellenbosch. Ähnlich wie Niki Lauda, der gerne Fluggesellschaften nach sich benannt hat.

In Simon’s Town halten wir am Hafen, wo eine Statue eines Hundes steht, der im zweiten Weltkrieg gute Dienste erwiesen hat. Der Name (in etwa Gerechte/Bloße Nötigung) gibt das hingegen nicht wieder.

Just Nuisance – Verdammt nochmal ein echt guter Hund, Junge!
Just Nuisance – Verdammt nochmal ein echt guter Hund, Junge!

Wir fahren an Fishhoek vorbei, wo man sieht, dass sie in Kapstadt nicht nur Probleme mit Pa. Statt Shark Spotter einzusetzen, wie sie es im nahen Muizenberg (bekannt durch die bunten Hütten am Strand) machen und wie wir es auf dem Robberg gesehen haben, setzen sie in Fishhoek Netze ein.

Letzter Halt ist Bo-Kaap. Der erste Bestandteil des Wortes ist bedeutet „oben“. Als Zeichen der gewonnenen Freiheit haben die indischen und indonesischen (damals niederländisch-indischen) Sklaven (zusammenfassend sachlich falsch „Kapmalaien“) Anfang des 20. Jahrhunderts angefangen, die Häuser bunt anzumalen, als Kontrast zu ihrer grauen Sklavenkleidung. Die meisten Häuser stehen so, dass man sie morgens besser hätte fotografieren können. Also dann nochmal versuchen.

Dann geht es zurück zum Hotel, das nicht weit ist. Später fahre ich mit vier anderen zur Waterfront in Kapstadt, wo wir uns mit einigen anderen zum Abendessen treffen, sodass ich die allermeisten der Gruppe ein letztes Mal sehe und mich verabschieden kann. In Hamburg sagt man ‚tschüss‘!

Ich gebe ihnen noch für die nächsten zwei Tage mein Hotelzimmer, das ich nicht brauche. Da das Hotel gut gebucht ist, ist kein Zimmer frei und ich brauche meins in der nächsten Nacht nicht.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 19: Kapstadt, Cogmans Kloof, Hardy’s Memories of Africa Barrydale, Buffelsdrift, Oudtshoorn – Zurück, Marsch, Marsch

Zurück nach Oudtshoorn und man sieht: wenig. Und das liegt nicht nur an den vielen Stromausfällen.

geschrieben von Janni Sonntag, 1. Weihnachtstag 2022 um 23:45 Uhr

Heute ist nochmal Safari angesagt. Morgen auch. Denn ich mache einen zweitägigen Ausflug mit dem Anbieter Hotspots2c, an dem noch zwei Kanadier, ein Spanier und eine Britin teilnehmen. Der Rest nimmt wohl größtenteils den Hop-On-Hop-Off-Bus und macht Kapstadt unsicher. Das einzige Pärchen der Gruppe war oben auf dem Löwenkopf zum Sonnenaufgang. Start der Wanderung: 4 Uhr. Mache ich wohl Sonntag, damit ich im Flugzeug bereits um 19:30 Uhr (oder wann das Essen durch ist) pennen kann, um zur Touristanbul wieder einigermaßen auf den Beinen zu sein. Der Löwenkopf heißt nicht nur wegen seiner Form so, sondern es gab dort tatsächlich Löwen, mit schwarzer Mähne, von denen der letzte 1842 erschossen wurde.

Das ist ein ganz schöner Ritt von Kapstadt aus über die Autobahn. Der Fahrer hält unterwegs auf einem Sperrbereich von einer Gabelung an einer Ausfahrt, um nochmal etwas nachzugucken. Wie praktisch diese Sperrbereiche doch sind!

Nach einem Kaffeestop an einer Raststätte – derselben, an der wir vorgestern das letzte Mal mit der Gruppe gehalten haben – halten wir noch in Cogmans Kloof, einer Schlucht durch die Felsen vor Barrydale. Mich interessiert aber eher die Echse, die sich dort finde.

Agama atra in Cogmans Kloof
Agama atra – heute mal ohne blauen Kopf

Wir halten wieder bei Hardy’s Memories of Africa in Barrydale. Der Kassierer kommt raus: „Did you bring power?“, fragt er unseren Guide. Gerade ist Load Shedding (Stromrationierung). Der Laden ist aber durch die Sonne ausreichend beleuchtet. Postkarten sind jetzt kostenlos. Ich frage Hardy warum. Niemand schreibe mehr welche und Briefmarken bekäme man auch nicht, denn die Post sei pleite. Die würden Läden schließen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen könnten und Wechselgeld hätten sie auch nicht. „Dann hoffe ich mal, dass meine Postkarten ankommen, die ich vor zwei Wochen im Krugerpark geschickt habe“, meine ich. „Vielleicht nächstes Jahr“, meint Hardy.

„Wie ist das mit Weihnachten, wenn man hier lebt?“, frage ich den Kassierer. Nachdem er hier 2017 hergekommen ist, war sein erstes Weihnachten 2018 sehr komisch, meint er. Er ging in den Checkers (Supermarkt) und drinnen saßen die Kassiererinnen mit Weihnachtsmannmütze und es trällerte Frank Sinatra I’m Dreaming of a White Christmas. Ich fühle mit ihm, denn diese Situation kenne ich aus Gili Air – bloß war das im Juni und somit weder Schnee noch Weihnachten. Außerdem fand er es lustig, als die Fahrer des Checkers-Lieferdiestes als Weihnachtsmänner verkleidet auf dem Bordstein saßen und Marihuana geraucht haben.


Nächster Halt ist dann auch schon in Buffelsdrift. Mittagessen. Kurz nah unserer Ankunft steht das im Bus vorbestellte Essen schon auf dem Tisch, aber die Getränke lassen noch etwas auf sich warten. Das Mittagessen zahlt man selbst.

Danach können wir den so genannten Bush Walk machen. Erst heißt es, wir müssten eine Stunde warten, da erst andere Gäste dran wären. Ich gehe eine Runde Vögel fotografieren. Nach wenigen Minuten werde ich aber bereits zurückgeholt. Der Elephant Walk start doch jetzt schon. Er kostet 600 Rand extra und es geht um drei 20 Jahre alte Elefanten – was mir bei Buchung dieses in der Ausflugsbeschreibung als „Bush Walk“ bezeichneten Extras nicht klar war. Es soll sich um Waisen handeln, deren Eltern im Krugerpark von Wilderern erlegt wurden. Man füttert die Elefanten mit Futter (das ist im Preis enthalten). Wenn man nah an ihnen steht, umarmen sie einen mit ihren Rüsseln. Es wurde ihnen wohl beigebracht. Ich finde das kritisch und lasse die Bilder davon hier lieber raus. Danach begleitet man die Elefanten zum nahen Schlammloch, wo sie dann baden. Das dauert alles in allem eine knappe Stunde.

Elefant in der Buffelsdrift Lodge wäscht sich
Elefant in der Buffelsdrift Lodge wäscht sich
Elefant in der Buffelsdrift Lodge wäscht sich mit Schlamm
Elefant in der Buffelsdrift Lodge wäscht sich mit Schlamm
Ein Springbock in der Buffelsdrift Lodge schaut den Elefanten beim Schlammbad zu
Ein Springbock in der Buffelsdrift Lodge schaut den Elefanten beim Schlammbad zu

Anschließend gibt es ein Getränk (enthalten) und eine Safari. Leider sehen wir gar nicht so viel. Vermutlich ist es für viele Tiere einfach zu heiß heute und da Vollmond ist, konnten sie ja auch nachts unterwegs sein. Wir sehen weitere Springböcke und einige Giraffen, Gnus, Büffel und Zebras. Als wir fast wieder in der Lodge sind, fällt mir noch auf, dass wir fast eine Pantherschildkröte überfahren hätten. Wir fahren noch kurz zurück, um sie anzusehen – man kann ja nicht wissen, dass wir gleich noch eine von Nahem sehen.

Giraffe „Opa“ in der Buffelsdrift Lodge mit einem durch einen Gendefekt dunklen Fell
Giraffe „Opa“ (das ist Afrikaans, bedeutet aber das gleiche wie im Deutschen) mit einem Gendefekt, durch den das Tier vergleichsweise dunkel ist

Nach der Safarifahrt wissen wir nicht wohin und laufen durch den Tagesgästebereich der Buffelsdrift Lodge und auch ein paar Meter in den Übernachtungsgäste-Bereich hinein. Dort gibt es zwei junge Nyalas und eine Pantherschildkröte.

Junges Flachland-Nyala-Männchen in der Buffelsdrift Lodge
Junges Flachland-Nyala-Männchen in der Buffelsdrift Lodge
Pantherschildkröte in der Buffelsdrift Lodge frisst
Pantherschildkröte (engl. Leoparden-Schildkröte) in der Buffelsdrift Lodge frisst

Wir sind völlig verplant, weil wir den Guide nicht im Tagesgästebereich finden und gehen zum Rezeptionshaus, wo wir ihn auch nicht finden. Ich gehe zum Parkplatz. Da ist er. Und schon verärgert, dass wir so spät sind.

Zwei andere und ich fahren nach Oudtshoorn in die Stadt, wo unsere Unterkunft ist. Die Kanadier bleiben in der Buffelsdrift Lodge. Das kostet zusammen mit dem restlichen Programm (außer das mit den Elefanten) werktags doppelt so viel (9200 ZAR) wie eine Unterkunft in der Stadt (4650 ZAR, jeweils Einzelzimmer), am Wochenende ist der Preis deutlich geringer (6300 ZAR). Das verstehe ich nicht und habe deshalb vorher mit dem Anbieter diskutiert. Online bei Agoda kostet das Einzelzimmer nämlich an jedem Wochentag 2200 ZAR (mit Abendessen und Frühstück). Dass ich meine Unterkunft selbst buche, wollte der Anbieter der Tour aber nicht bzw. er hätte mir den Aufpreis für eine Privattour berechnet. Ich hätte die Lodge auch jetzt bei unserer Abreise noch online für den Preis buchen können und die Buffelsdrift Lodge wäre der Bus morgen früh den Kanadiern eh angefahren. Hätte ich vor unserer Abfahrt aus Buffelsdrift gewusst, dass aufgrund der Erhöhung der Loadshedding-Stufe auf 6/8 gestern just bei unserer Ankunft in Oudtshoorn der Strom für viereinhalb Stunden (18 bis 22:30 – ersters pünktlich, Ende war vermutlich etwas früher) abgeschaltet wird, hätte ich das auch gemacht. Einfach so – auch wenn ich dann für diese Nacht drei Hotelzimmer gehabt hätte... den Spruch „Lieber 3 Tage kein Strom als 1 Tag kein Internet“ werde ich jetzt wohl erstmal ein paar Monate nicht mehr bringen. Ich habe auch keine Lust, meine Unterkunft in Oudtshoorn zu verlassen, da es nichts zu sehen gibt im Ort. Der Guide meint, man sollte früh zum Abendessen gehen, damit man im Hellen zurückkommt. Aber das ist Quatsch, denn heute ist Vollmond bei sternenklarem Himmel, da braucht man nun wirklich keine Straßenbeleuchtung.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 20: Oudtshoorn, Botlierskop Game Reserve, Oude Post Bistro, Kapstadt: Deine Schleifspuren im Sand

Aber trotzdem kein Gepard

geschrieben von Janni Montag, 2. Weihnachtstag 2022 um 00:08 Uhr

Heute haben wir unsere zweite Safari im Rahmen dieses zweitägigen Ausflugs. Sie findet in Botlierskop statt, das vor 27 Jahren gegründet wurde. Vorläufer war eine Zucht für schwarze Impalas, die man für 1 Million Rand verkaufen konnte.

Die 3 Stunden der Safari können zwischen einer Safari mit dem Auto und zu Fuß aufgeteit werden (was nirgendwo steht). Wir machen 3 Stunden Autosafari, wie sich am Ende herausstellt. Das Wetter ist größtenteils bedeckt, sodass die Farben vielleicht nicht ganz so kräftig sind. Zu sehen gibt es:

Erdmännchen im Botlierskop Game Reserve
Erdmännchen sehe ich heute das erste Mal in freier Wildbahn
Eland (Elenantilope) im Botlierskop Game Reserve
Eland (Elenantilope) – übernimmt hier am Kap die ökologische Nische, die sonst die Impalas ausfüllen

Wir fahren durch eine Herde Kaffernbüffel. Anders als so manches andere Tier (dazu gleich noch), verstehen die Büffel, nicht auf dem Weg zu liegen sondern auf beiden Seiten daneben. Dem gefährlichsten Landtier Afrikas sind wir so sehr nah.

Kaffernbüffel im Botlierskop Game Reserve kaut
Kaffernbüffel kaut
Gebäude im Botlierskop Game Reserve
Botlierskop ist etwa 5.000 Hektar groß – das Bild zeigt nur einen kleinen Teil davon, aber den Großteil der dortigen Gebäude

Wir bekommen von der Feuerwache die Information, dass ein Gepard gesichtet wurde, den sie Hobbes nennen. Er hat ein Impala erlegt. Dort angekommen finden wir zwar Blut und eine Schleifspur im Sand, aber keinen Geparden und kein Impala. Schade.

Buntbock im Botlierskop Game Reserve
Buntbock
Alpha-Elefant des Botlierskop Game Reserve
Dieser Elefant ist das Alphamännchen der Elefantenherde des Parks. Er mag sehr gerne Blumenzwiebeln.
Gnus mit frisch geborenem Kalb im Botlierskop Game Reserve
Gnus mit frisch geborenem Kalb (unter einem Tag alt) – die Nabelschnur hängt noch dran

Wir erfahren, dass es in der Nähe auf einem Berg Löwen gibt. Anhand der Tatsache, dass das Fahrzeug, von dem die Info kam, den Berg im Rückwärtsgang runterfährt, wird uns klar: Die Löwen liegen mitten auf der Straße.

Löwen im Botlierskop Game Reserve
Davon lässt man sich doch gerne die Straße blockieren: Löwen
Löwen im Botlierskop Game Reserve
„The Lion Sleeps Tonight“? Nein, diese drei hier dösen am Tag.
Unter Wasserpflanzen verstecktes Nilpferd im Botlierskop Game Reserve
Nilpferd – getarnt in geheimer Mission?
Clique der jungen (2 bis 5 Jahre alten) Nashörner im Botlierskop Game Reserve
Clique der jungen (2 bis 5 Jahre alten) Nashörner
Schakalbussard im Botlierskop Game Reserve
Schakalbussard – frisst keine Schakale, aber klingt so
Wasserbock im Botlierskop Game Reserve
Streckt uns die Zunge raus: Wasserbock
„Goldenes Gnu“ (eine seltene Farbvariante des Streifengnus) im Botlierskop Game Reserve
„Goldenes Gnu“, eine seltene Farbvariante des Streifengnus (Blauen Gnus)

Früher waren Goldene Gnus mal eine Million Dollar wert, jetzt ist man für 20.000 mit dabei. Das Französische unterscheidet die Gnus anhand ihrer Schwanzfarbe, die von weitem besser zu erkennen ist als andere Unterscheidungsmerkmale. Das Streifengnu hat in seiner Standardfarbe einen schwarzen Schwanz, das Weißschwanzgnu heißt auch im Deutschen so.


Nach der Safari gibt es das heute Morgen vorbestellte Essen – diesmal sind die Getränke auch früher da als das Essen – und dann geht es ohne große Umwege zurück nach Kapstadt. Wir halten aber zwischendurch am Oude Post Bistro. Wie nicht wenige andere Raststätten in Südafrika hat diese etwas zu bieten. Was ich anhand des Symbols auf dem Wegweiser noch für Antilopen halte, stellt sich als Ziegen heraus. Außerdem gibt es Pantherschildkröten.

Pantherschildkröten vom Oude Post Bistro bei der Paarung
Pantherschildkröten vom Oude Post Bistro
Ziegen vom Oude Post Bistro
„Wenn mich Mama nicht säugt, steig ich halt auf die Mama und lutsch an ihrem Horn – vielleicht wächst mein rechtes Horn dann schneller!“

Weiter geht’s. Noch kurz das Datenvolumen meiner SIM-Karte gecheckt: Es ist plötzlich 1024 Gigabyte(!) höher als erwartet. Okay, danke für die anonyme Spende...


Die anderen haben mein Zimmer etwas durcheinander hinterlassen. Überall liegen weiße Flusen auf dem Boden. Wer hat in meinem Bettchen geschlafen? Wer hat von meinen Aprikosen gegessen? Und wer hat mein Wasser ausgetrunken? Okay, erstere zwei Sachen durften sie.


I hereby grant Botlierskop Game Reserve the permission to use all pictures taken there, given that they attribute the picture to Janni Kettenburg.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 21: Kapstadt, Kirstenbosch National Botanical Garden, Kapstadt – Nebulös

Bis auf Pflanzen ist heute vieles nebulös.

geschrieben von Janni Montag, 2. Weihnachtstag 2022 um 23:05 Uhr

Über die letzten Tage habe ich mir viele Gedanken gemacht. Eigentlich wollte ich übermorgen mit der Wine Tram fahren und danach zum Aquila Game Reserve zur Safari. Das kommt aber nicht zustande, da außer mir keiner angemeldet ist. Schade. Letzten Sonnabend hat es geklappt, meinte unser Guide gestern – denn er hat die Tour gemacht. Alternativ wollte ich nach Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas, aber da soll morgen ganz schlechtes Wetter sein.

Also kaufe ich mir ein 3-Tages-Ticket für den Hop-On-Hop-Off-Bus. In den knapp 25 Euro sind noch zwei halbstündige Bootstouren und eine Fahrt mit dem Sonnenuntergangs-Bus zum Signalhügel enthalten.

Mein erster Halt ist in Kirstenbosch beim Nationalen Botanischen Garten von Südafrika. Ich bin verwirrt: Es gibt keine Tickets, der Kartenzahlbeleg ist das Ticket. Eine Karte (englisch, deutsch, Afrikaans, französisch) muss man für 10 ZAR extra kaufen.

Es ist kurz nach 10, die erste geführte Tour des Tages war um 10, die nächste ist dann um 11 (und um 14 ist noch eine). Dann kann ich mich jetzt 50 Minuten umschauen.

Der 1913 gegründete botanische Garten war mal eine Farm, bevor diese von Cecil Rhodes gekauft und dann zum botanischen Garten umgebaut wurde. Der Standort ist besonders, denn hier regnet es so viel wie sonst nirgendwo auf der Kaphalbinsel – so viel wie in London. Da kann ich ja froh sein, dass es heute trocken ist!

Kampferallee im Kirstenbosch National Botanical Garden
Kampferallee im Kirstenbosch National Botanical Garden
Agapanthus, hier „Christmas Flower“ genannt, ist derzeit die häufigste blühende Pflanze im Botanischen Garten Kirstenbosch. Es gibt sie hier in blau und weiß.
Agapanthus, hier „Christmas Flower“ genannt, ist derzeit die häufigste blühende Pflanze im Botanischen Garten Kirstenbosch. Es gibt sie hier in blau und weiß.

Anschließend laufe ich noch in den südlichen Teil, der frei zugänglich und bei Hundebesitzern beliebt ist, aber außer einer Silberbaum-Allee („wächst nur da, wo er den Tafelberg sehen kann“ sagt man hier über ihn) nicht wirklich etwas Interessantes zu bieten hat. Von dort kommt man ohne Ticketkontrolle wieder in den botanischen Garten. Jetzt aber ab zur Tour. Sie wird von einer pensionierten Freiwilligen, Lynne, geleitet.

Steingarten: In der Mitte Wolfsmilch (die „Kakteen“, giftig und von den Ureinwohnern für Giftpfeile verwendet) und rechts Aloe ferox)
Steingarten: In der Mitte Wolfsmilch (die „Kakteen“, giftig und von den Ureinwohnern für Giftpfeile verwendet) und rechts Aloe ferox)

Vom Steingarten gehen wir durch einen kleinen Wald. Dieser ist heute wohl einer der kältesten Orte in Kapstadt. Die Führerin erzählt, woher die Pflanzen kommen. Da Geld schon immer knapp waren, wurden den Einwohner Südafrikas gebeten, Pflanzen zu spenden, wenn sie welche im Vorgarten haben, sie sie schön finden und die sie gerne im Nationalen Botanischen Garten sehen würden.

Geld war aber immerhin da, um zum 100. Jubiläum des Gartens einen Baumwipfelpfad einzurichten.

Baumwipfelpfad im Botanischen Garten Kirstenbosch, links der Devil’s Peak
Baumwipfelpfad im Botanischen Garten Kirstenbosch, links der Devil’s Peak

Der Devil’s Peak ist in Wolken gehüllt. Der Volksmund erklärt das so: Es war einmal ein Pirat mit dem Namen van Hunks. Der wurde von einem Unbekannten zum Wettbewerb herausgefordert, wer mehr raucht. Van Hunks gewann. Dadurch musste der Unbekannte seinen Namen nennen – es war der Teufel. Aber van Hunks hatte so viel geraucht, dass der Berg noch heute oft von Wolken umhüllt ist.

Kapfrankolin
Kapfrankolin
Afrikanische Striemen-Grasmaus klettert in einer Protea
Afrikanische Striemen-Grasmaus klettert in einer Protea
Schwefelgirlitz frisst einen Protea-Samen
Schwefelgirlitz frisst einen Protea-Samen

Der Weg führt auch zu den Brotpalmfarnen, hier Cycads genannt. Ich verstehe immer nur ‚Psycats‘ („Psychokatzen“). Hier steht eine der letzten Encephalartos woodii (engl. Wood’s Cycad; dt. etwa Woods Brotpalmfarn). In freier Wildbahn ist die Pflanze ausgestorben. In einigen botanischen Gärten stehen noch welche – alles Männchen. Sie produzieren Ableger. Diese hier hat 9 produziert – auch alles Männchen.

Eine der weltweit letzten Encephalartos woodii (engl. Wood’s Cycad; dt. etwa Woods Brotpalmfarn)
Eine der weltweit letzten Encephalartos woodii (engl. Wood’s Cycad; dt. etwa Woods Brotpalmfarn)

Unsere Tour geht noch an einem kleinen Bachlauf, der im Schatten den Garten durchquert, vorbei und dann zum Kapkastanien, der gerade schön blüht.

Kapkastanie blüht
Kapkastanie blüht

Nach Ende der Tour besuche ich noch das Restaurant Moyo im botanischen Garten. Endlich habe ich mal die Möglichkeit, ein Bobotie zu bestellen, das ist Hack mit Rührei überbacken. Dann geht es noch durch den Duftpflanzengarten, der mir sehr gut gefällt, und den Nutzpflanzengarten, bevor ich den Garten verlasse, um mit der Blauen Route (die trotzdem durch rote Busse bedient wird) zurück zum Stadtzentrum zu fahren – einmal komplett außen herum, da die Busse nur im Uhrzeigersinn fahren.

Inoffizielle Blechhüttensiedlung Imizamo Yethu bei Kapstadt
Inoffizielle Blechhütten in Imizamo Yethu. 30.000 Leute sollen hier wohnen. „Wer hier lebt, kämpft mit [...] Stromausfällen“, weiß der Audiokommentar. Also dasselbe wie auch überall sonst im Land.

Durch Busverspätungen bin ich eine ganze Ecke später an der zentralen Haltestelle (Long St), wo der letzte Stadtrundgang des Hop-On-Hop-Off-Unternehemens (das organisiert diese für jeden kostenlosen Stadtrundgänge) laut Prospekt um 15 Uhr gestartet sein soll. Es ist jetzt zwanzig vor 15. Der Prospekt nennt Zwischenhalte des Stadtrundgangs mit Zeiten, aber am District-Six-Museum, wo die Tour um fünf vor 16 sein sollte, finde ich niemanden. Ich gehe dann zurück zur zentralen Bushaltestelle. Dort steht auf einem Schild, dass der Stadtrundgang nur um 10, 12 und 14 stattfindet. Dann kann ich den 15-Uhr-Stadtrundgang ja lange suchen. Während der allgemeine Stadtrundgang nur halb so oft stattfindet wie im Prospekt angegeben (volle Stunden 10 bis 15), findet der Bo-Kaap-Rundgang häufiger und zu anderen Zeiten statt (10 und 14 Uhr, laut Auskunft teilweise auch 12 Uhr), als im Internet steht (12 Uhr).

Ich fahre mit der Roten Linie zum Tafelberg. Der ist aber wolkenverhangen. Die Website spricht von „Zero Visibility“. Klingt wie ein zuckerfreies Erfrischungsgetränk, bedeutet aber Sichtweite 0. Na toll, da hätte ich auch noch länger im Botanischen Garten bleiben können. Heute Abend wäre dort sogar Kino gewesen und den Film fand ich interessant. Wobei ich im Nachhinein vermute, dass der Eintritt fürs Kino unabhängig vom Garten ist.

Kapstadt City Bowl liegt unter tief hängenden Wolken
Kapstadt City Bowl liegt unter tief hängenden Wolken

Also fahre ich noch ein bisschen mit dem Bus bis zur zentralen Haltestelle, die nahe bei meinem Hotel liegt. Ab und zu kommt die Sonne zwar raus, aber es zieht sich immer weiter zu. Okay, dann die beiden Bootstickets und das Sonnenuntergangsticket lieber morgen nutzen. Übrigens: Die Bootstickets des Drei-Tage-Tickets sind vier Tage gültig (aber halt jeweils nur einmal, bzw. die Kanalrundfahrt ist an einem Tag beliebig oft möglich, da sie ein Transportmittel ist, für die das Ticket ein Tagesticket darstellt).


So gegen 18 Uhr bin ich wieder im Hotel. Im Zimmer nebenan streiten sich Leute laut und heftig. Das war gestern auch schon so, aber nur für eine Stunde. Als die sich um 23 immer noch anschreien, rufe ich bei der Rezeption an. Funktioniert nicht, ich bleibe in einer Warteschleife längen. Also gehe ich dorthin.

Ein Angestellter des Hotels kommt mit mir. Als wir gerade ankommen, kommt ein Mann aus dem Zimmer, in dem sich noch mindestens zwei Frauen befinden. Die Hautfarbe des Personen möchte (und muss) ich hier nicht erwähnen. „Wir waren uns uneinig“, sagt der Mann. Der Hotelmitarbeiter bittet um Ruhe.

Es wird nur wenige Minuten besser. Da jetzt zusätzlich noch die Tür so blockiert wurde, dass sie nicht zugeht, ist das Gekeife im ganzen Flur zu hören. Den Geräuschen zufolge herrscht rege Migration zwischen den umliegenden Zimmern. Ich gehe wieder zur Rezeption. Diesmal kann der Angestellte das Problem nicht direkt beobachten, er ermahnt die Leute aber nochmal.

Es wird nicht besser. Ich gebe es auf, stecke meine Ohrstöpsel rein und versuche zu schlafen. Es ist jetzt zwanzig nach 0.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 22: Kapstadt, Bo-Kaap, Robben Island, Signal Hill, Kapstadt – Um die Nacht gebracht

Und wer ist dafür verantwortlich?

geschrieben von Janni Sonnabend, Silvester 2022 um 17:24 Uhr

Dieser Blogpost behandelt den 10. Dezember 2022. Als einer dieser typischen Museums-Blogposts hatte ich total keine Lust, ihn zu erstellen, obwohl ich den Großteil des Texts bereits während des Besuchs auf meinem Handy mit-/vorgeschrieben habe... Die 6 hierauf folgenden Posts (davon werden allerdings vier einige Monate unsichtbar sein) waren bei Veröffentlichung dieses Blogs bereits fertig.


Kurz nach 6. Drüben im anderen Zimmer wird sich immer noch oder schon wieder lautstark angeschrien. Diesmal ist aber auch noch laut Musik an.

Ich überlege, was ich dagegen tun kann. Ich könnte meine nicht mehr benötigte Bankkarte (ich vermute, die ist eh gesperrt, weil ich vorgestern zweimal damit versucht habe zu bezahlen, und die PIN meiner Kreditkarte eingegeben habe, mit der ich eigentlich zahlen wollte) in das Slot des Kartenlesers stecken und dann abbrechen, dass man nicht mehr rein kommt. Nachteil: Auf der Kaerte steht mein Name. Ich könnte auch einfach früh ins Bett gehen, Ohrstöpsel rein und dann um 3 Uhr nachts spontan Ukulele üben. Ich hätte da auch eine Idee für ein Lied...

Ich beschwere mich bei der Rezeption. Dort meint man, die seien Teilnehmer einer Konferenz. Vielleicht sollte man denen sagen, dass es hier einen Konferenzsaal gibt und sie ihre Diskussion nicht auf dem Zimmer führen müssen. bekomme ein anderes Zimmer in Aussicht gestellt. Aussicht ist ein gutes Thema, dazu später mehr.

Ich nehme mir vor, heute nach Robben Island zu fahren, wo der Typ einige Jahre einsaß, der sich dafür verantwortlich zeichnet, dass heute auch Menschen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Begriffen wie „Nachtruhe“ und „Diskussion“ Tür an Tür wohnen können.


Zum Glück muss ich nicht sofort umziehen und kann deshalb mit dem ersten Hop-On-Hop-Off-Bus zur Talstation der Tafelberg-Seilbahn fahren, die gleich öffnen soll. Abver sie bleibt aus Gründen der Witterung zu.

Um wieder in die Stadt zu kommen, fahre ich also mit dem Bus noch etwas weiter. Das Wetter an sich ist gar nicht schlecht.

In Sea Point (Kapstadt) ragt ein Baum meterweit über einen Parkplatz
Wichtigste Vokabel für Makler auf der Kap-Halbinsel: „windfrei“. Diese Ecke hier in Sea Point ist offiziell windfrei. Aber warum ragen alle Bäume, die auf dem Weg der Promenade stehen, so weit auf den Parkplatz, dass sie jeweils mehrere Autos unter sich begraben? Interessanterweise ragen die Nadelbäume auf der anderen Straßenseite in die andere Richtung, was darauf zurückgeführt wird, dass der Wind von den Häusern zurückgeworfen wird.

Bo-Kaap

Daher mache ich, wie bereits angekündigt, noch einmal Bo-Kaap am Morgen. Um 10 startet ein kostenloser Rundgang („Walking Cape Town“, Spenden erbeten) an der Haupthaltestelle der Hop-On-Hop-Off-Busse. Obwohl Bo-Kaap zumindest tagsüber recht sicher sein soll, lautet auch hier die Devise „safety by numbers“ – Sicherheit durch die Gruppe.

Erster Halt ist die Auwal-Moschee („Erste Moschee“), gegründet vom tidorischen (Indonesien) Prinzen Abdullah Kadi Abdus Salaam, der 1780 von den Holländern nach Robben Island gebracht wurde, da er sich mit den Briten gegen die Holländer verschworen hatte. Da keine muslimischen Bücher importiert werden konnten, schrieb er auf Robben Island bis zu seiner Entlassung 1793 den Koran mehrfach aus dem Kopf ab. Die Koran-Kopien waren nahezu fehlerfrei. Erinnert mich ein bisschen an die Übersetzung der Siebzig (eigentlich waren es 72), bei der einer Legende nach 72 jüdische Gelehrte jeweils eine eigene griechische Übersetzung des Alten Testaments erstellt haben sollen und anschließend feststellten, dass diese alle identisch waren, da sie die Übersetzung von Gott erhalten haben.

Er arbeitete nach seiner Gefangenschaft als Koranlehrer, das ihm den Namen Tuan Guru („Herr Lehrer“) einbrachte. In dem Gebäude der Koranschule, das ihm von einem freigelassenen Sklaven zur Verfügung gestellt wurde, gründete er 1794 die erste Moschee Südafrikas, deren erster Imam er wurde.

Auwal-Moschee in Bo-Kaap in Kapstadt
Auwal-Moschee in Bo-Kaap in Kapstadt

Es geht weiter durch die Straßen.

Blaues Haus in Bo-Kaap in Kapstadt
Blaues Haus in Bo-Kaap in Kapstadt
Blick über Bo-Kaap hinweg zum Tafelberg von Kapstadt
Blick über Bo-Kaap hinweg zum Tafelberg von Kapstadt

Ganz links am Bildrand sind zwei von drei Hochhäusern zu sehen. Eigentlich darf am Tafelberg gar nicht so hoch gebaut werden, aber ein Investor fand eine Gesetzeslücke. Die Häuser gelten als Bausünde und werden allgemein gehasst – außer natürlich von denen, die da wohnen – und tragen daher die Namen Salz-, Pfeffer und Senfstreuer.

Giftgrün-lila Haus in Bo-Kaap in Kapstadt
Giftgrün-lila Haus in Bo-Kaap in Kapstadt

Kurz vor Ende der Tour haben wir uns an einer Straßenkreuzung Zeit, um uns etwas typisch Kapmalaisches zu Essen zu kaufen. Ich kaufe Bolas und Koesisters. Das sind Gebäcksorten und ich finde die recht gut.

Als die Tour gerade ihr Ende nimmt und wir dem Guide etwas Trinkgeld geben, kommt ein Mädchen und bettelt. Sie habe nichts zu essen. „Du weißt, dass das falsch ist“, sagt der Guide zu ihr.

Robben Island

Ein Uber bringt mich von dieser zu anderen Haupthaltestelle der Hop-On-Hop-Off-Busse. Ich frage bei der Hafenrundfahrt, ob ich es danach (ca. 12:30 Uhr) zum Robben-Island-Museum schaffe. Wohl nicht, meint die Frau. Sie wisse aber auch nicht, wo das denn sei. Okay...

Ich gehe dann lieber sofort mal dorthin. War wohl die richtige Entscheidung, denn auf dem Weg liegt eine Drehbrücke. Wann die sich öffnet, weiß man nicht, und daher fehlt dieser direkte Weg wohl auf Google Maps. Als ich ankomme, wird die Brücke gerade für den Schiffsverkehr geöffnet. Leute müssen davor warten (die einzige Brücke weltweit, die währenddessen betreten werden darf, steht in Hull City in England).

Im Museum angekommen muss ich erstmal durch die Sicherheitskontrolle, bevor ich zum Schalter gehen kann um meine Eintrittskarte zu kaufen – neben dem eine Tür nach draußen offen steht. Sehr sinnvoll diese Sicherheitskontrolle. Sehr sinnvoll ist auch, dass man eine E-Mail-Adresse braucht, um eine Karte zu kaufen. Und eine Telefonnummer. Und einen Ausweis. Für letzteres reicht – auch wenn er hier gar nicht gültig ist – der deutsche Führerschein, falls ihr euren Pass auch nicht mit euch herumschleppen wollt. Der Kartenverkauf dauert entsprechend lange – da Leute ihre E-Mail-Adresse diktieren müssen. Man brauche die, um bei Absage den Leuten die Rückzahlung zukommen zu lassen, erklärt man mir. Kann ja sein, dass die Tour in wenigen Minuten dann doch noch spontan abgesagt wird.

Gut, dass ich jetzt hier bin, denn Bording kann bereits eine halbe Stunde vorher sein. Da das Boarding offensichtlich noch nicht begonnen hat – es ist noch eine Viertelstunde hin –, gehe ich noch in die Ausstellung, da ich immer noch keine Ahnung habe, was dieses Robben-Island-Museum eigentlich für ein Museum ist. Die Ausstellung liefert eine Erklärung:

Das Robben-Island-Museum ist ganz offensichtlich ein Museum für Glitch Art
Das Robben-Island-Museum ist ganz offensichtlich ein Museum für Glitch Art

So langsam sammeln sich die Leute beim Boarding. Ich stelle mich dann auch mal an. Als eine dreiviertelstunde Später auch die offizielle Startzeit überschritten ist, kommt die Durchsage, dass sich das Boarding um eine halbe Stunde verschiebt. Unter den anderen Leuten macht sich lautstark Enttäuschung breit. Außer mir sind fast nur Schwarze dabei, der Anteil der Weißen unter den Besuchern von Robben Island beträgt geschätzt 5%.

Während man wartet, kann man sich die Zeitleiste ansehen, die sich an der Wand des Warteraums befindet. Danach wurde 1978 Tokyo Sexwale ... okay, ich kann nicht mehr. Lassen wir das. Der Rest des Warteraums ist auch nicht besser. Beispielsweise hängen da große Bildschirme, die zeigen, wie umweltfreundlich das Museum ist, da dessen Solaranlage bereits „Fatal error Uncaught GuzzleHttp\Exception\ConnectException: cURL error 7: Failed to connect to 192.168.7.99 port 8086: Connection refused (see http://curl.haxx.se/libcurl-errors.html) in kWh“ geliefert hat. Die Energie wird somit eingesetzt, um einen Fernseher zu betreiben, der lediglich drei Fehlermeldungen (jeweils für verschiedene Zeiträume) zeigt. Das nenne ich Umweltschutz!

Mit über einer Stunde Verspätung startet das Boarding. Das ist besonders ärgerlich, weil das Wetter schlechter wird. Das für den Aufenthalt vorgesagte Gewitter fällt aber aus. Dennoch wird die folgende, vierte und letzte Tour des Tages abgesagt. Ich sitze an Deck. Es ist beim Ablegen recht stürmisch, wird aber schon bald deutlich besser. Die Fahrt vom Museum zur Insel dauert gut eine halbe Stunde.

Es heißt zwar Robben Island, bewohnt wird die Insel aber vorwiegend von Kapscharben.
Es heißt zwar Robben Island, bewohnt wird die Insel aber vorwiegend von Kapscharben.

Dann geht es für die rund 300 Gäste von Bord und ab in Busse – normal breit aber mit 5 Sitzen pro Reihe. Soll wohl an den Komfort von damals erinnern. Jeder Bus bekommt eine Führung durch einen ehemaligen Gefangenen. Unser heißt Vusi Kube. 1980 hierher gebracht mit 18 Jahren, 1983 zu 18 Jahren Haft verurteilt für Terrorismus, Waffenbesitz und illegales Verlassen des Landes.

Ein Foto auf einem Schild zeigt Gefangene auf einem Boot, die zurück aufs Festland entlassen wurden
Ein Foto auf einem Schild zeigt Gefangene auf einem Boot, die zurück aufs Festland entlassen wurden. Typografie-Tipp: Die historische Bedeutung dieser Situation wird hier vorbildlich durch ausschließliche Verwendung der Schriftart Comic Sans MS unterstrichen.

Die Gefangenen erzählen dann von ihren Erlebnissen. Auf Robben Island waren zwar nur Nicht-Weiße inhaftiert (mit Ausnahme eines Mannes, der einen Politiker umgebracht hatte und 6 Monate hier in Sektion C war, bis er in die Irrenanstalt gebracht wurde), die Wächter konnten aber trotzdem deren Sprache. Beim Sport am Freitag und Sonnabend durften zudem nicht mehr als zwei Leute nah beeinander sitzen. Keine Ahnung, warum er das erzählt. Ist das Besonders? War doch 2020 und 2021 in Deutschland auch so...

Vusi Kube mit einem Robben-Island-Gefangenenausweis (nicht seinem eigenen), den die Gefangenen eigentlich immer dabei haben mussten. An der Wand die Tagesrationen und ein zensierter Brief.
Vusi Kube mit einem Robben-Island-Gefangenenausweis (nicht seinem eigenen), den die Gefangenen eigentlich immer dabei haben mussten. An der Wand die Tagesrationen und ein zensierter Brief.

Unser Gefangener erzählt vom Leben in den Baracken. Mit den Ausweisen wurde vonseiten der Gefangenen oft auch den Wächtern auf der Nase rumgetanzt. Das haben sich die Betreiber des Gefängnisses aber meiner Meinung nach auch selbst zuzuschreiben, denn sie hätten die Daten ja auch einfach in der Cloud speichern können. Ich weiß allerdings gerade nicht, welche Daten gemäß DSGVO zu politischen Gefangenen gespeichert werden können.

Baracke auf Robben Island
Baracke auf Robben Island

Im Winter war es dort kalt und nass. Sie wollten sich darüber beschweren bei Regierung oder Anwalt, aber Briefe wurden abgefangen. Es kam zu einem Hungerstreik, der jedoch auch zu keinem Ergebnis führte.

Ein Gefängnishof auf Robben Island. Das dritte Fenster von links gehört zur Zelle von Nelson Mandela.
Ein Gefängnishof auf Robben Island. Das dritte Fenster von links gehört zur Zelle von Nelson Mandela.
Nelson Mandelas Zelle auf Robben Island
Nelson Mandelas Zelle auf Robben Island

Dann geht es wieder zurück zum Bus. Der Guide im Bus fragt, wie es war, schließlich war unsere Tour die kürzeste. Ein Afrikaner sagt, dass die Informationen „minimal“ waren. Ich finde, er hat recht. Ich habe auch meist nicht verstanden, worauf er hinaus wollte.

Denn geht es weiter über die Insel, auf der heute 211 Leute leben, weil sie hier arbeiten. Der einzige Wächter von damals, der heute hier arbeitet, ist vermutlich der von Mandela. Christo Brandt. Er macht private Touren und mit Schulen. Andere Wächter wurden für ein Interview befragt vor einem Jahr, aber das Interview ist noch nicht veröffentlicht.

Die Insel war übrigens nicht nur eine Gefangeneninsel sondern auch eine Lepra-Kolonie.

Lepra-Friedhof auf Robben Island
Lepra-Friedhof auf Robben Island

Ein besonderer Gefangener war Robert Mangaliso Sobukwe. Er wurde zwar nur zu 3 Jahre verurteilt, dann aber durch ein nach ihm benanntes Gesetz noch unbestimmt lange in ein eigenes Haus hierher gebracht. Er wurde nach 6 Jahren wegen Krebs aufs Festland gebracht. Das Haus wurde danach nicht mehr genutzt. Er hatte mehr Privilegien als andere, so konnte er zum Beispiel ein Fernstudium in Wirtschaftswissenschaft erfolgreich abschließen, hatte aber keinen Kontakt mit anderen Gefangenen. Rechts neben seinem Haus befinden sich heute Hundehütten, die nach Protesten in Soweto errichtet wurden.

Robert Sobukwes Haus auf Robben Island
Robert Sobukwes Haus auf Robben Island
Lepra-Kirche auf Robben Island, einziger Privatbesitz auf der Insel, denn sie gehört der anglikanischen Kirche
Lepra-Kirche auf Robben Island, einziger Privatbesitz auf der Insel, denn sie gehört der anglikanischen Kirche

In der Siedlung gibt es noch eine Kirche. Am Valentinstag kann man sie besuchen und dann kann man da auch heiraten, wenn man sich bis Ende Januar bewirbt. Es passen etwa 100 Leute rein.

Kirche der Siedlung auf Robben Island
Kirche der Siedlung auf Robben Island

Die Kirche war gegen Apartheid. Mitarbeiter der Kirche halfen den Gefangenen, da sie von den Wächtern respektiert und nicht kontrolliert wurden.

Seit 2017 gibt es hier neben Generatoren auch Solarstrom. Die Insel ist unabhängig vom Stromnetz – und damit einer der sehr wenigen Orte in Südafrika, die immer Strom haben. Sie sind da sehr stolz drauf hier, betont man. Sprit und Lebensmittel werden vollständig angeliefert, wöchentlich per Boot.

Ehemalige Schule für Kinder der Leute, die auf Robben Island arbeiten
Schule für Kinder der Leute, die auf Robben Island arbeiten. Sie wurde 2011 geschlossen und war früher ein Krankenhaus. Man kann eventuell nächstes Jahr darin übernachten.

Wir machen Pause am Südzipfel der Insel. Man kann in einem Kiosk etwas kaufen, aber keinen Kaffee, weil es hier kein Wasser gibt.

In der Nähe sind Brillenpinguine. Robben Island ist die viertgrößte Brillenpinguin-Kolonie. Außerdem wurden Springbock, Buntbock, Steinbock und der europäische Rothirsch eingeführt zum Jagen

Während der Apartheid hat niemand versucht, zu fliehen. Es wären auch 7 Kilometer auf der kürzesten Strecke nach Milnerton und 11 zur Waterfront gewesen, wo wir vorhin losgefahren sind. Es gab aber auch kein Selbstmord. Und das, obwohl 41 Gefangene im Kalksteinbruch 9 Stunden pro Tag arbeiten mussten.

Kalksteinbruch auf Robben Island, hinten links der Tafelberg von Kapstadt
Kalksteinbruch auf Robben Island, hinten links der Tafelberg von Kapstadt

Auffällig auf dem Bild ist die Höhle. Sie wurde für das Mittagessen genutzt. Gepinkelt wurde in einen Eimer.

Sunset Bus

Nach meiner stark verspäteten Rückkehr von Robben Island – am Anleger liegt jetzt ein Seebär, der großes Interesse bei der Rückkehrern weckt – komme ich rechtzeitig zum Sunset-Bus, der von der Waterfront ohne Halt zum Signalhügel hoch fährt. Er fährt aber gegen den Uhrzeigersinn einmal um Signalhügel und Löwenkopf herum und dann erst hoch. Oben ist es extrem windig.

Blick am Abend vom Signalhügel auf die Bucht von Kapstadt, links Robben Island
Blick am Abend vom Signalhügel auf die Bucht von Kapstadt, links Robben Island

Eigentlich wollte ich bis zur Blauen Stunde bleiben, aber kurz vor Rückfahrt des Busses fängt es auch noch an zu regnen. Also doch in den Bus. Vielleicht kann man ja ein paar Fotos aus dem Bus machen. Kann man schon, außer man erwartet, dass das Bild scharf, gerade und frei von Spiegelungen und Bäumen ist.

Kapstadt City Bowl nach Sonnenuntergang
Kapstadt City Bowl nach Sonnenuntergang

Der Sunset-Bus macht im Dezember eine zusätzliche Runde in Adderley St. Die ist festlich dekoriert, ähnlich wie man das aus deutschen Städten kennt, nur ein bisschen kitschiger. Ich steige aus.

Weihnachtsdeko in der Adderley St in Kapstadt
Weihnachtsdeko in der Adderley St in Kapstadt

Nachdem ich Fotos gemacht habe, packe ich meinen Fotokram in meinen Rucksack und gehe einige hundert Meter zu meinem Hotel. Es ist allerdings auch eine recht hohe Polizeipräsenz unterwegs.


Vom neuen Zimmer habe ich einen fantastischen Ausblick auf den Tafelberg und die Strand St, an der das Hotel liegt. Die Straße heißt so, weil hier vor der Landgewinnung zur Errichtung eines tieferen Hafens um 1940 tatsächlich der Strand war (Strand heißt auch auf Englisch Strand). Jetzt liegt die Straße ein, zwei Kilometer landeinwärts.

Die Blaue Stunde ist schon vorbei. Eine abendliche Blaue Stunde werde ich nicht mehr haben, aber morgens gibt es ja auch eine.

Ich rufe noch bei der Rezeption an, dass ich meinen vorherigen Raum aufgegeben habe, und teile ihnen mit, dass da auch so zwei Dinge nicht in Ordnung waren: Die Fernbedienung macht komische Dinge (z.B. geht der Fernseher aus, wenn man die Lautstärke reduzieren wollte) und einige Tasten funktionierten anscheinend überhaupt nicht, und die Klospülung hörte meistens nicht auf, bis man sie erneut benutzt hat.


Kommentare: 0


Südafrika III Tag 23: Kapstadt, Canal Cruise, Harbour Cruise, Tafelberg, Kapstadt – Ganz tief, ganz hoch und noch höher

Erst aufs Wasser, dann auf den Tafelberg

geschrieben von Janni Sonnabend, Silvester 2022 um 19:49 Uhr

Um kurz nach halb 5 wache ich auf. Passt, ich wollte eh gegen 4:45 die Blaue Stunde fotografieren. Tatsächlich passt meine Schätzung sehr gut, denn um genau die Zeit mache ich dieses Bild:

Strand St in Kapstadt morgens in der Blauen Stunde im Mondschein, hinten links der Signal Hill
Strand St in Kapstadt morgens in der Blauen Stunde im Mondschein, hinten links der Signal Hill

Leider fällt mir erst später auf, dass der Fensterrahmen oder die Laibung sichtbar ist. Das kann man ja zum GLück abschneiden


Nach dem Checkout bestelle ich mir einen Uber und fahre damit zur Waterfront. Da die Hop-On-Hop-Off-Busse von City Sightseeing (mit zwei Ausnahmen abends) ausschließlich im Uhrzeigersinn fahren, ist es ziemlich blöd für alle, die die bei den Tickets oft enthaltenen Bootsfahrten machen wollen und in der Innenstadt abgestiegen sind, da sie die komplette Tour fahren müssten. Oder halt mit Uber. Oder 2 bis 3 Kilometer zu Fuß.

Es ist zwanzig vor 9, ein Heißgetränk ist drin und dann ab zum Anleger. Die Kanalrundfahrt ist ein ganz normales Transportmittel mit 4 Haltestellen und kann an einem Tag beliebig oft genutzt werden. Wie auch in den Bussen kann man Kopfhörer einstöpseln und bekommt dann was erzählt. Die Sprache kann man wählen. Es gibt 13 Sprachen und einen englischen Kommentar für Kinder.

Kanal an der V&A Waterfront
Kanal an der V&A Waterfront

Und so fährt dann der Pöbel – zunächst ich allein auf dem Boot – an lauter unbezahlbaren Apartments vorbei, von denen die kleinsten 10 Millionen Rand (also gut eine halbe Million Euro) kosten.

Kronenscharbe
Kronenscharbe

Der Kanal ist 3 Meter tief und die speziell dafür angefertigten Brücken sind beweglich, damit Yachten hindurchpassen. Geschlossen haben sie eine Lichte von 2 Metern. Als die Rundfahrt neu eingerichtet wurde, passte die ausgebuchte Jungfernfahrt durch, aber die Rückfahrt ohne Fahrgäste blieb stecken. Dann musste das Dach abgesägt werden.

Identitätskrise: Eine Kronenscharbe und sitzt inmitten von Hartlaubmöwen
Identitätskrise: Eine Kronenscharbe und sitzt inmitten von Hartlaubmöwen

Der Kanal ist mit Meerwasser gefüllt. Es wird durch Pumpen alle 3 Tage komplett ausgetauscht. Die Lage von Kapstadt begründet sich übrigens dadurch, dass es hier einmal durch den Tafelberg viel Süßwasser gab. Inzwischen kennt man Kapstadt vor allem durch seinen Wassermangel im Sommer.

Neben den Kanalrundfahrten findet auch Wassersport statt, derzeit vor allem SUP.


Tafelberg hat immer noch zu. Zu windig. Dann kann ich ja, wo ich schon mal hier bin, noch die Hafenrundfahrt durch das Victoriabecken machen, die auf meinem Busticket inklusive ist. Sie wird damit beworben, dass man Robben sehen kann. Aber die liegen bereits am Anleger auf einer speziell dafür angelegten Plattform herum. Die Plattform ist nur etwa anderthalb Meter vom Anleger entfernt. Ein Schild am Eingang zum Anleger warnt zudem vor Ottern (Kapotter – der lebt aber in ganz Afrika südlich der Sahara), aber ich sehe keine Otter.

Südafrikanischer Seebär
Südafrikanischer Seebär

Nachdem man eine Fahrerin für das Boot gefunden hat, geht es los.

Einzige Klappbrücke der südlichen Hemisphäre im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt
Einzige Klappbrücke der südlichen Hemisphäre (hat offenbar keinen Namen)
V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt. Robben-Island-Museum rechts, dahinter der Uhrturm von 1882
V&A-Waterfront-Hafen. Rechts das Robben-Island-Museum, dahinter der 1882 errichtete rote Uhrenturm, das älteste Gebäude des Hafens.
V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt: Zeitz-Museum links
V&A-Waterfront-Hafen. Der Kornspeicher links war früher das zweithöchste Gebäude Afrikas (nach den Pyramiden von Giseh) und ist heute das Zeitz-Museum, das sich als einziges ausschließlich afrikanischer Kunst widmet
Mondfisch im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt
Mondfisch
Südafrikanischer Seebär schläft in einem großen Reifen im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt
„I’m feeling tired“
Schimmender Kran „Nkunzi“ im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt
Diesen schwimmende Kran, dessen einheimischer Name Nkunzi übersetzt „Bulle“ lautet, braucht nur 4 Leute Besatzung und kann für 3000 ZAR pro Stunde gemietet werden – das erscheint mir sehr günstig
Restaurant Quay Four im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt
Das Quay Four ist das Restaurant mit dem höchsten Bierkonsum in Afrika. 1995 wurde mit 19.000 Litern ein Rekord aufgestellt – Grund war der Sieg Südafrikas im Rugby-Worldcup.
Südafrikanischer Seebär springt im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt wie ein Delfin aus dem Wasser
Identitätskrise: Dieser Seebär wäre wohl lieber ein Delfin geworden
Netzleger SAS Somerset im V&A-Waterfront-Hafen in Kapstadt
Die SAS Somerset der letzte Netzleger (ein Schiff, um U-Boote mit Netzen aufzuhalten) der Welt, 1941 gebaut

Oh, der Tafelberg hat seit kurzem geöffnet. Dann mal schnell hin, bevor sich das herumspricht!

Im Bus noch die Kommentare anhören: „Ein Besuch von Robben Island ist sehr beliebt. Buchen Sie rechtzeitig!“ – Okay... Ich hab gestern meine Fahrkarte zwar 10 Minuten vorm planmäßigen Boarding (40 Minuten vor der offiziellen Startzeit) gekauft, aber gut.

Eigentlich soll man die Fahrkarten ohne Anstehen im Bus kaufen können, aber das ist wohl nicht der Fall. Da zu viele Leute an dem kleinen Container anstehen, kaufe ich sie dann online. Man kann sich mit seinem Google-Konto anmelden, was überhaupt nichts bringt. Man muss trotzdem alles ausfüllen und ein Konto anlegen. Genau so kompliziert wie bei Robben Island. In den Bussen in Malta hat man einfach irgendwo die Kreditkarte drauf gehalten und zack hatte man ein Ticket.

Seilbahn auf den Tafelberg
Seilbahn auf den Tafelberg – im Tal gibt es zwei Halteplätze, auf dem Berg aber nur eine – interessant

Die Seilbahn wurde 1929 eröffnet, aber die erste Million Fahrgäste hatte man erst nach 29 Jahren zusammen. Heute fahren pro Jahr 800.000 Leute damit.

Blick von der Seilbahn runter auf Kapstadt, links der Signal Hill
Blick von der Seilbahn runter auf Kapstadt, links der Signal Hill

Es ist wenige Minuten nach 12. Ich frage, ob ich noch beim geführten Rundgang mitmachen kann, der zu jeder vollen Stunde zwischen 10 und 15 starten soll. Der ist aber gar nicht gestartet, der nächste geht um 13. Also schaue ich mich alleine um.

Die Südafrikaner benutzen übrigens überwiegend die 24-Stunden-Uhr, wenn sie Zeiten aufschreiben. Das zusammen mit der englischen Sprache finde ich etwas irritierend, da die ja sonst meist mit der 12-Stunden-Uhr genutzt wird, und weiß nicht, ob man 13:30 auch anders sagen kann als „half past one“. Wobei ich mich bei meinem Blog auf Deutsch auch nicht an die Standardsprache halte. Im Internet finde ich keine klare Antwort, im konkreten fall würde man 13 30 als zwei Zahlen sagen, zur vollen Stunde würde 13 Uhr wohl auch gehen.

Vor einem Monat ist hier zwei Tage lang ein Feuer durchgefegt. Es wurde mit Heli gelöscht. Eigentlich brauchen die Protea einmal alle zehn, fünfzehn Jahre einen ordentlichen Waldbrand. Deshalb wird in anderen Regionen auch kontrolliertes Feuer gelegt. Aber in einem Unesco-Naturerbe dürfen sie das nicht. Die Protea vermehren sich dann nur langsam, erklärt mir der Guide auf der Tour um 13.

Tafelberg von Kapstadt nach einem Waldbrand
Tafelberg von Kapstadt nach einem Waldbrand
Watsonia tabularis auf dem Tafelberg in Kapstadt
Watsonia tabularis auf dem Tafelberg in Kapstadt – klar, sie heißt ja nicht umsonst so
Schluchten am Tafelberg in Kapstadt
Wer nicht mit der Seilbahn auf den Tafelberg von Kapstadt kommt, der kommt halt zu Fuß durch Schluchten wie diese hoch
Kleinschuppiger Scheingürtelschweif (Pseudocordylus microlepidotus) in einer Spalte auf dem Tafelberg von Kapstadt
Kleinschuppiger Scheingürtelschweif (Pseudocordylus microlepidotus) in einer Spalte auf dem Tafelberg von Kapstadt
Auf dem Tafelberg von Kapstadt ein Blick über den Wolken in Richtung Kap
Auf dem Tafelberg von Kapstadt ein Blick über den Wolken in Richtung Kap, zu sehen sind die Woodhead- und Hely-Hutchinson-Wasserauffangbecken (1897 errichtet)
Weg auf dem Tafelberg von Kapstadt
Weg durch den unverbrannten Teil des Tafelbergs von Kapstadt

Dann beginnt die Führung. Bis auf die Story zum Waldbrand erfahre ich nicht viel Interessantes. Irgendwann verliere ich die Gruppe, weil in der Nähe ein Goldbrust-Nektarvogel landet, der meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er ist nicht scheu und man kommt auf ein oder zwei Meter heran.

Goldbrust-Nektarvogel auf dem Tafelberg in Kapstadt
Goldbrust-Nektarvogel

Dann schaue ich mich noch ein bisschen auf dem befestigten Teil des Tafelbergs um.

Kapstadt City Bowl vom Tafelberg aus, links der Signal Hill, dahinter Robben Island
Kapstadt City Bowl vom Tafelberg aus, links der Signal Hill, dahinter Robben Island
Blick vom Tafelberg auf Camps Bay bei Kapstadt
Blick vom Tafelberg auf Camps Bay bei Kapstadt

Ich bin zutiefst enttäuscht, hier keinen Klippschliefer gesehen zu haben. Ich frage nach: Es streife wohl gerade ein Karakal umher, der die Population stark dezimiert habe, sagt man mir. Dann geht es wieder runter.

Luftbild vom Löwenkopf in Kapstadt, hinten rechts Robben Island
Luftbild vom Löwenkopf in Kapstadt, hinten rechts Robben Island

In den Gondeln ist jeweils ein Fahrer oder eine Fahrerin, die in der Mitte auf einem Podest stehen, das sich anders als der Rest der Gondel nicht dreht. Dort befinden sich die Knöpfe zum Steuern der Gondel. Die Türen an der Station werden hingegen vom Fahrer mit einer handelsüblichen Fernbedienung geöffnet. Ich frage die Fahrerin auf der Rückfahrt, ob auch sie Ohrensausen hat. Ja, sagt sie, jedes Mal.


Ich lasse mich mit Uber wieder zur Haupthaltestelle der Hop-On-Hop-Off-Busse bringen und esse in einem nahen Laden, in dem sich außer mir nur Einheimische aufhalten, ein Gatsby (ein für Kapstadt typisches Sandwich, in meinem Fall mit Pommes, Ei, Salat und Soße). Selbst die von mir bestellte halbe Portion für 45 Rand (ca. 2,50 Euro) ist gigantisch. Meine letzten paar Rand investiere ich in eine Iced Hot Chocolate und einen Brownie in dem Café neben der. Die Rechnung für die Uber-Fahrt ist immer noch nicht da...

Ich gehe ins Hotel, packe meine Sachen und siehe da, die Uber-Rechnung ist da. Statt 56 ZAR soll ich jetzt 133 bezahlen, da das Ende der Fahrt nicht erkannt wurde und ich laut Uber zum anderen Ende Kapstadts gefahren bin. Ich fahre zum Flughafen. Auch da wird das Ende nicht erkannt, was daran liegen dürfte, dass mich der Fahrer im untersten Stockwerk eines Parkhauses absetzt.

Ich beschwere mich bei Uber. Die Beschwerde wird abgelehnt. Ich beschwere mich nochmal und weise darauf hin, dass zwischen dem Ende meiner vorletzten und dem Anfang der letzten Fahrt keine halbe Stunde liegt – in der ich aber demnach einmal quer durch Kapstadt gefahren sein muss. Das akzeptieren sie dann.

Das riesige Internetvolumen auf meiner SIM-Karte ist wieder weg. Es wurde aber nicht das ganze Tebibyte abgezogen sondern auf den Stand von davor zurückgesetzt, sodass es wohl Tage mit einer kostenlosen Aktion waren.

Bei der Sicherheitskontrolle ein bisschen Aufregung. Ich gebe zu, der Kapodaster meiner Ukulele ist aus Eisen und sieht halt aus wie eine winzige Maschinenpistole und auf dem Röntgenbild, das man nach der Personenkontrolle einsehen kann, fehlt halt jeglicher Größenvergleich. Die Frau, die das Bild ansieht, holt eine Kollegin herbei und zeigt auf den Kapo. Ich lächle, hole das Ding aus der Tasche und erkläre, dass man das braucht um Gitarre zu spielen. Das verstehen die beiden Frauen und ich darf weiter.


Leicht überpünktlich geht es dann noch viel höher als der Tafelberg ist (max. 1085 Meter am Maclear’s Beacon, die obere Seilbahnstation ist auf 1067 Metern, die untere auf 363), nämlich mit TK45 nach Istanbul. Ab Reihe 30 ist das Bordentertainment rechts des rechten Gangs ausgefallen. Die Sicherheitsanweisung wird deshalb vorgeturnt. Nach rund einer Stunde Flug wird das System neugegestartet – für alle Passagiere im Flugzeug, was eine Viertelstunde dauert. Zu meiner Überraschung funktioniert es danach sogar.

Der Sitzabstand, der beim Hinflug mit dem 333 etwa so groß war wie in einem durchschnittlichen Kurzstrecken-Billigflieger, ist jetzt im 359 viel größer.


Ach ja. Reisebewertung... Die Reise war von langen Fahrten geprägt, das Besichtigungsprogramm war ausbaubar. Unterwegs hätte man mehr machen können als z.B. das Reptilienzentrum oder Mama Annanas. Der eSwatini-Teil ist ausgefallen, das Programm dort hätte aber nur aus einem Rundgang bestanden, der nicht genauer beschrieben ist. Das Programm damals bei Königreiche und Tierabenteuer in eSwatini war ziemlich gut, hätte aber zwei Übernachtungen benötigt. Im Prinzip hätte man sich Durban und Hluhluwe schenken können, da sie keinen nennenswerten Beitrag zum Ergebniswert der Reise beitrugen. Seit einigen Tagen gibt es Flüge mit EW Discover (Ocean) von Frankfurt nach Mpumalanga und man hätte die Reise zu Zukunft an sich auch dort starten können und die Soweto-Tour am Tag des Zwischenflugs machen.

Blöd ist auch die Zeitzone. Im Westen Südafrikas ist Sonnenaufgang um 4, aber die Hotel bieten oft erst um 8 Frühstück an, sodass man teils erst um 9 Uhr abfährt. Dadurch gehen 5 Stunden lichten Tags drauf und in nicht mal 10 Stunden ist es schon wieder dunkel – und das bei sehr viel Zeit im Bus. Das könnte man irgendwie effizierter regeln seitens MPR.

Keine Ahnung. Ich nehme mal als Reisebewertung 6/10 und Gruppenbonus 2/3.


Als nächste Reise mit Young Line habe ich Peru am 5.5. gebucht. Ob’s klappt? Hängt wohl vor allem von der politischen Lage vor Ort ab.

Es gab wohl neben der „Königreiche und Tierabenteuer“ mal eine zweite Zeltreise von Windhuk nach Vicfalls, erzählte mir eine Mitreisende. Die wird leider nicht mehr angeboten, was ich schade finde, da Zeltreisen eine eigene Gruppendynamik haben. Eine zweite Reise, die ich gerne gemacht hätte und die jetzt nicht mehr angeboten wird, ist die Singapur-Malaysia-Thailand-Kombination gibt es nicht mehr. Ich bin ziemlich enttäuscht. Die besagten „Königreiche und Tierabenteuer“ und die Australien-Reise gibt es ebenfalls nicht mehr, aber die habe ich gemacht und würde letztere vielleicht sogar nochmal machen.


Es gibt bis dahin noch einige weitere Reisen, die aber einige Monate Sperre haben werden. Gründe.


Kommentare: 0


Istanbul II In die Stadt

Und zum Abschluss nochmal Touristanbul! Diesmal durch Balat.

geschrieben von Janni Sonnabend, Silvester 2022 um 20:19 Uhr

Überpünktlich losgekommen, zu spät landen. Das kann nicht nur Air Serbia, Turkish Airlines kann es auch! In der Vergangenheit war das eher vorgekommen, wenn die Route mit einem 333 geflogen wurde, der 359 hingegen war sonst viel schneller. Wahrscheinlich hatten wir Gegenwind, denn wir hatten auch ganz gut Turbulenzen. Bei der TK wird das immer durchgesagt mit sehr langen, voraufgezeichneten Texten. Andere Fluggesellschaften gehen stattdessen durch die Kabine und wecken Passagiere, die nicht erkennbar angeschnallt sind.

Egal. Also erstmal wieder in die Türkei einreisen. Dazu wieder Passkontrolle und wieder durch den Duty Free (Tipp: hinter der Passkontrolle gibt es links vorm Eingang zum Duty Free kostenlos Trinkwasser zum Abfüllen) weiter zur (für mich nicht nötigen) Gepäckausgabe und dann raus zum Schalter. Immerhin weiß ich diesmal schon, wo er ist, nämlich rechts rum und dann ganz am Ende. Trotz Verspätung komme ich gegen 7 Uhr am Touristanbul-Schalter an und kann dort meine Bibel-Tour sichern. Warum Bibel-Tour? Nach 11 Stunden im Flieger will ich wenigstens ein bisschen Bewegung bekommen, statt 3,5 Stunden im Bus zu sitzen (davon jeweils 1 Stunde Fahrt nach/von Istanbul (griechisch is tou poli, zu dt. „in die Stadt“), also effektiv 1,5 Stunden in der Stadt), um rund 20(!) Sehenswürdigkeiten gezeigt zu bekommen, was also vermutlich heißt, einfach daran vorbeizufahren.

Die Bibel-Tour ist sogar noch eine halbe Stunde länger und wir sind nur zu sechst (die Mindestteilnehmerzahl für Touristenabul ist 1). Sie ist recht neu und wurde erst vor einem Monat eingeführt. Die Touren haben intern andere Nummern als auf der Website, wo die derzeit angebotenen Touren nach Startzeit durchnummeriert werden. Die Bibel-Tour heißt T25, die zeitgleich startende Sightseeing-Tour heißt T22 und die abendliche Bosporus-Rundfahrt vom letzten Mal heißt T24. Die beiden größeren Rundgänge, für die ich leider keine Zeit habe, heißen T01 und T02. Diese Nummer und der Ablauf stehen auf einer Karte, die man bekommt. Dazu bekommt man oft noch ein Band, mit dem man sich die Karte um den Hals hängt. Beides kann man behalten.

Wir fahren pünktlich um 8 los zur bulgarischen St.-Stefan-Kirche, unserem ersten Halt in Balat, wo wir dank erneut etwas Stau gegen kurz nach 9 ankommen. Es ist auch der einzige Halt, denn die Tour geht ab hier zu Fuß.

Nachdem bei meinem Abflug in Kapstadt die Wetter-Online-App noch 80% Regenwahrscheinlichkeit vorhersagte, steht dort jetzt strahlender Sonnenschein für die Dauer der Tour. Tatsächlich ist es wechselnd bewölkt.

Sonnenaufgang über Istanbul
Sonnenaufgang über Istanbul

Es gab mal 25% Christen in Istanbul. Nach dem Bevölkerungstauschen zwischen der Türkei und Griechenland ging es auf weniger als 5% runter, heute sind es noch ein halbes Prozent.

Als erstes besuchen wir die St.-Stefan-Kirche. Sie ist 1898 gebaut worden, nachdem eine von Stefan Boridi (die Namensgleichheit ist Zufall) privat gegründete Kirche in einem Holzhaus abgebrannt war. Brände waren in Istanbul häufig die Folge von Erdbeben. Vor der Kirche steht eine Büste von Bogoridi.

Bei der Kirche gibt es eine Katze. Die gehöre zur Kirche, meint der Führer, und sei immer hier. Man kann sie streicheln, aber sie interessiert sich sehr für unsere Führer, der eine Katzenallergie hat. „Die Wissen das und gehen immer zu diesen Leuten“, meint er. Als ich mich hinknie, kommt die Katze zu mir. Sie interessiert sich aber vor allem für die Bänder, die von meinem Kamera-Tragegurt herabhängen.

Katze der St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul)
Katze der St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul)

Die St.-Stefan-Kirche ist eine so genannte Eiserne Kirche. Das heißt, sie besteht aus vorgefertigten Gusseisenteilen, wodurch man schnell neue Gebiete mit Kirchen erschließen konnte. Außerdem funktioniert dieses Prinzip auch auf dem eher weichen Boden an diesem Standort. Die Kirche wiegt 500 Tonnen.

An den Wänden erkennt man, dass die St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul) aus Eisen besteht.
An den Wänden erkennt man, dass die St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul) aus Eisen besteht.
Morgenstimmung an der St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul)
Morgenstimmung an der St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul)

(Ein Foto von innen folgt weiter unten.)

In einem Hof mit einem Café können wir uns umsehen. Auffällig sind die bunten Holzhütten, Regenschirme und die Topflappenbäume. Wir können uns hier kurz umsehen.

Regenschirm-Hof in Balat (Istanbul)
Regenschirm-Hof in Balat (Istanbul)
Topflappenbaum in Balat (Istanbul)
Topflappenbaum in Balat (Istanbul)

Dann geht es weiter. In Balat sind viele Häuser verlassen und verfallen so langsam, da es hohe Anforderungen an den Denkmalschutz gibt, der ihre Renovierung im Stile von damals vorschreibt. Das ist nicht nur teuer, sondern man muss auch erstmal Handwerker – vor allem Zimmerleute, da die Häuser zu großen Teilen aus Holz bestehen – finden, die das können.

Bunte Treppe in Balat (Istanbul)
Bunte Treppe in Balat (Istanbul)

Auf unserem Weg liegt die Kirche von St. Maria der Mongolen aus dem Jahr 1264. Sie ist die einzige Kirche, die von den Osmanen nicht zu einer Moschee umgewidmet wurden. In einem der Kriege der Osmanen hielten sich hier die Griechen versteckt und es gab erbitterte Kämpfe, die mit einem Pyrrhus-Sieg der Türken endeten, weshalb die Kirche von den Türken als „blutige Kirche“ bezeichnet wird. Dass sie komplett rot ist, spielt bei der Benennung keine Rolle.

Wir gehen vorbei an der griechisch-orthodoxen Schule. Sie ist eine Privatschule mit nur 60 eingeschriebenen Schülern zwischen 12 und 17 oder 18 Jahren.

Kuppeldetail der griechisch-orthodoxen Schule in Balat (Istanbul)
Kuppeldetail der griechisch-orthodoxen Schule in Balat (Istanbul)

Eines der beiden Pärchen ist abhanden gekommen. Der Führer sucht es in den umliegenden Straßen. Einige aus der Gruppe haben aber gehört, dass sie die Tour verlassen wollen. Wir kaufen daher einen Kaffee in einem Café, das Kreditkarten akzeptiert. Für einen Euro bekomme ich jetzt 10× so viele Lira wie bei meinem Türkei-Urlaub vor zehn Jahren.

Auch das andere Pärchen verlässt danach die Tour, aber wie es sich gehört mit dem zugehörigen Formular. Das also meinte der Führer bei meiner ersten Tour mit „Verlusten“. Den letzten Programmpunkt machen die verbliebenen zwei Teilnehmer, eine slowakische Studentin für Internationale Angelegenheiten und ich, dann mit dem Führer allein. Sie scheint anders als ich religiös zu sein.

Graffiti in Balat (Istanbul): Rotkäppchen serviert Pommes bei McDonald’s unter auf den Augen des Bösen Wolfs, Ronald McDonald
Graffiti in Balat (Istanbul): Rotkäppchen serviert Pommes bei McDonald’s unter auf den Augen des Bösen Wolfs, Ronald McDonald

Unser letzter Besuch ist bei der griechischen Georgskathedrale. Der Namensgeber stammt sogar aus der Türkei, nämlich aus Kayseri. Vorher müssen wir dort durch eine Sicherheitskontrolle, ähnlich wie am Flughafen (in der Türkei findet am Eingang zu Flughäfen eine Vor-Sicherheitskontrolle statt, da darf man auch noch Getränke mitnehmen). Es erweist sich als hilfreich, dass ich die griechische Schrift lesen kann, da einige Reliquien nicht dort stehen, wie der Führer denkt.

In der Georgskathedrale von Balat (Istanbul)
In der Georgskathedrale von Balat (Istanbul)

Die Kathedrale sieht vorne wie ein ganz normales Haus aus. Als wir nach dem Besuch noch auf Toilette gehen, sehen wir die Kathedrale von hinten. Da sieht sie aus wie eine ganz normale griechisch-orthodoxe Kirche, die nicht getüncht ist. Da die Steine und der Mörtel (oder so) deutlich sichtbar sind, ist das Gebäude in Erdfarben gehalten.

Wir haben noch Zeit, nochmal in die St.-Stefan-Kirche-Kirche zu gehen. Die Sonne steht jetzt höher und scheint durch die bunten Fenster. Die Fenster haben keine richtigen Fensterbilder sondern vergleichsweise einfache Muster in aus rot, blau und gelb (siehe auf dem folgenden Bild hinten rechts und links der Bildmitte).

St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul), jetzt mit Sonne
St.-Stefan-Kirche in Balat (Istanbul), jetzt mit Sonne

Dann geht es zurück zum Flughafen. Wie auch der Führer der ersten Touristanbul bleibt auch dieser hier und fährt nicht zum Flughafen zurück. Wir geben ihm etwas Trinkgeld. Die andere Teilnehmerin gibt es ihm 2 Euro, ich möchte gerne mehr als 5 aber weniger als 10 geben. Ihr nehme die 2 Euro, gebe einen 10-Euro-Schein und kläre sie auf: Wenn man Trinkgeld gibt, sollte man beachten, dass Leute Münzen in Fremdwährung nicht wechseln lassen können. Wusste ich auch nicht, bis mich in Marokko jemand aufgeklärt hat. Tut euch am besten mit anderen Leuten zusammen, die ebenfalls eure Währung haben, und gebt einen Geldschein.

In Hamburg setzen wir sehr hart auf. Ich würde das für die schlechteste Landung halten, die ich bisher hatte. Gefolgt vom Hinflug Mallorca II und Kanaren II. Mein Koffer kommt wieder ziemlich weit am Ende – in vor anderthalb Wochen in Gqeberha war er sogar der letzte.

Dann ab nach Hause. Verdammt ist das kalt.

In Hamburg sagt man ‚Brrr‘, beim Vor-die-Türe-Geh’n.
In Hamburg sagt man ‚Brrr‘, beim An-der-Alster-Steh’n.

Und so heißt es dann das erste Mal nach über 3 Wochen wieder Maske tragen. Was hab ich es vermisst – nicht!


So, das war’s mit dieser Reise. Es folgt eine voraussichtlich insgesamt 23-teilige Blogserie in 4 Gruppen, die erst später öffentlich einsehbar wird.


Kommentare: 0