Indien und Nepal Tag 2 – Neu-Delhi, Delhi, Neu-Delhi: Leben am Limit 2

Und Janni! Ist seit eine Jahr hier, hat gefehlt keine Tag. Ist nie krank! Was erlauben Janni?

geschrieben von Janni Muttertag, 12. Mai 2019 um 19:11 Uhr

Eventuell in dieser Serie auftauchende Hakenkreuze v.a. an Gebäuden sind Symbole mehrerer hiesiger Religionen.


Vorgestern habe ich mein einjähriges Firmenjubiläum gefeiert und Pizza ausgegeben. Wie die Zeit vergeht. Exakt 0 Krankheitstage. Highscore.

Und zwei Jahre sind seit meinem letzten Urlaub unter dem Motto „Leben am Limit“ vergangen. Damals gab’s Tunesien, da damals wegen Anschlägen und Arabischem Frühling kaum jemand besuchte und wo wir teils allein im Hotel waren.

Jetzt eben Indien und Nepal. Ich habe schlimme Dinge über Indien gehört von der Gruppe, mit der ich in Australien war. Und genau deshalb bin ich hier (und wegen der Incredible-India-Werbung während der Australian Open auf Eurosport). Leben am Limit. Unerschrocken. Das ist – auf Englisch – auch der Name des Veranstalters: Intrepid. Die machen u.a. Trips für 18-bis-29-Jährige. Das passt (noch) und die Route hört sich auch gut an. Buchen und hin di [1 Euro ins Phrasenschwein] hin da.


Den Flug habe ich wie immer separat gebucht, diesmal aber erstmals (von Spanien abgesehen) getrennt. Waren eh zwei verschiedene Fluggesellschaften, es gab keinen Rabatt für den Rückflug und aus irgendeinem Grund ließ sich der Flug ab/bis QYG (Flughafencode für „beliebiger Bahnhof in Deutschland“) nur getrennt buchen. Dazu aber noch ein getrennter Post irgendwann mal.

Der Hinflug war ganz okay. Als es zum Abendessen zunächst nur eine 25g-Tüte Soja- oder Kichererbsenknabberei gab, war meine Stimmung zwar trotz dem Tomatensaft dazu etwas gedrückt, danach gab es aber doch was Richtiges zu essen. Der Flug wurde kurzfristig um eine Stunde verlängert, weil sich der Konflikt Indiens mit Pakistan doch nicht urplötzlich gelöst hat und Air India deshalb einen größeren Umweg über den Indischen Ozean fliegt.

Ein Kissen hätte ganz gut getan, aber die waren Mangelware. Beim Sitznachbarn, dessen Freundin wie eine von der Australien-Gruppe aussah, ging das Entertainment-System nicht. Und das Personal schien auch nicht ganz so gut drauf zu sein.

Gut, und da ich nicht zuletzt wegen des Kissenmangels schlecht geschlafen habe, versuche ich mich jetzt kurz zu fassen.


Mit der Metro fahre ich zum Hotel. Der Part bis zum Hauptumstiegspunkt kostet 60 Rupien, das sind etwa 75 Cent. Von dort brauche ich zum Hotel ein separates Ticket, das 10 Rupien kostet, da es sonntags 10 Rupien Rabatt auf fast alle Tickets gibt. Dadurch bin ich um 12 Uhr am Hotel. Das ist auch die Checkin-Zeit. Und die Checkout-Zeit. Wie sie das machen, keine Ahnung.

Ich mache mich auf zum Stadtzentrum, dem Connaught Place. Da ist alles geschlossen, inklusive dem Central Park. Grund dafür: Wahlen. Ich nehme mir ein Tuktuk und mache einen kleinen Trip durch Delhi.

India Gate
Ein Tor auf dem “India” steht. Ja, das ist dann wohl das India Gate!
Präsidentenpalast
Rashtrapati Bhavan (Präsidentenpalast)
Lodhi Gardens
Lodhi Gardens (diverse Transkriptionen davon kommen vor), benannt nach der Lodhi-Dynastie (HDR-Bild)

Überall in den Gärten von Neu-Delhi gibt es übrigens Streifenhörnchen (Chipmunks). Da ich heute keine richtig guten Fotos von denen gemacht habe und es sie wohl landesweit gibt, kommen wir sicher an einem anderen Tag nochmal auf sie zurück.


Pünktlich um 15 Uhr erreiche ich den Startpunkt meines organisierten Halbtagsausflugs (gehört nicht zur eigentlichen Reise, die morgen beginnt). Die New York Times hat 36-Stunden-Programme für diverse Städte erstellt, das hier nochmal weiter zu einem Halbtagesausflug “The Essence of Delhi” komprimiert wurde.

Ich bin heute der einzige Teilnehmer.

Wir (die Führerin und ich) fahren mit der Metro nach (Alt-)Delhi. Das Luftverschmutzungs-Meter in der Bahnstation zeigt 326 AQI an, das ist „sehr schlecht“ (300–400). Erst Umsteigen in Rajiv Chowk, dann erreichen wir Chandni Chowk. Chowk ist übrigens der lokale Name für einen Platz. Der letztgenannte ist heute vorwiegend ein Hochzeitsmarkt. Wir fahren mit der Moped-Rikscha zu einem Gewürzmarkt, doch der hat heute leider geschlossen.

Da ich der einzige Gast bin, kann ich ein bisschen Einfluss nehmen und wir besuchen eine zusätzliche Moschee. Anders als in den arabischen Ländern kann man hier problemlos die Moscheen betreten. Man muss nur wie alle anderen seine Schuhe ausziehen.

Weiter fahren wir mit dem Elektro-Tuktuk, der umweltfreundlicheren Alternative zum Benzin-Tuktuk, zur Jama Masjid (Freitagsmoschee) Delhis. Die bietet Platz für 25.000 Gläubige. Hassan II. kann darüber nur lachen, da er diese Anzahl sogar überdacht unterbringt.

Blick über Delhi
Delhi
Jama-Masjid-Osttor und Rotes Fort
Jama-Masjid-Osttor (vorne; die Gebetsräume aller Moscheen sind nach Mekka also Westen gerichtet) mit Rotem Fort (hinten)

Überall in Indien gibt es streunende Hunde und Katzen. Diese werden ebenso wie Rinder des Karmas wegen gefüttert. Auch Tauben werden gefüttert. Hier in Delhi hat man es geschafft, große Schwärme zu steuern. Das ist neben Drachensteigen (dazu später mehr) eine Freizeitbeschäftigung hier in Alt-Delhi. Die Jain haben in dem Gebäude mit den drei roten Kuppeln ganz links im obigen Bild eine Vogelauffangstation. Da Greifvögel nicht dem Jain-Prinzip der Unversehrtheit (Ahimsa) entsprechen, werden diese dort nicht behandelt. Ich kenne auch nur eine Form von Gewalt und das ist die Bildgewalt.

Wir laufen den Weg entlang, der direkt hinter der Moscheemauer von rechts nach links führt, und gelangen zum Haveli Dharampura, einem aufwändig restaurierten Haus, in dem sich heute ein Restaurant und ein Hotel mit 13 Zimmern befindet.

Zu dem Ausflug gehört, hier einen High Tea zu sich zu nehmen. Tea ist gut, tatsächlich ist es schon ein Abendessen. Als Getränk gibt es Chai (der gar nicht so anders als die Ingwer-Version des deutschen Unternehmens Krüger schmeckt), als Essen vier Sorten Snacks: Dahi Puri (Grießknödel), Palak Patta Chat (wörtl. Spinatblätter-Snack) und Aloo Tikki (gefüllte Kartoffeln). Alles jeweils frittiert und darüber dann Jogurtsoße, Kichererbsen, Granatapfel und anderem Zeug. Vor dem letzteren Gang gibt es noch ein Sprossen-Kichererbsen-Curry, zu dem hier traditionell frittierte Brötchen (Punjabis lieben Butter) sowie rote Zwiebeln und Tomaten als Beilage serviert werden. Zum Nachtisch gibt es Orangen-Mango-Eis.

Essen im Haveli Dharampura
High Tea im Haveli Dharampura (v.l.n.r.): Grießknödel, Spinatblätter, Curry und Eis (von den Kartoffeln fehlt mir offenbar ein Bild)

Werbeplakat, auf dem ein Mann eine Art Merkel-Raute macht
Muss an der Merkel-Raute noch etwas feilen: Raymond.

Karol Bagh bei Nacht
Gegend um das das Hotel in Karol Bagh bei Nacht

Die Führerin begleitet mich zum Hotel und klärt für mich ab, dass mich jemand vom Hotel zur Gruppe bringt. Die haben nämlich heute ihre Vorbesprechung gehabt und sind zu einem Restaurant in der Nähe gegangen.


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Indien und Nepal Tag 3: Neu-Delhi, Jaipur, Tordi: Ich mag Züge

Eine Besonderheit dieser Reise ist auch die häufige Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie steht es also um die Eisenbahn in Indien?

geschrieben von Janni Dienstag, 14. Mai 2019 um 12:55 Uhr

Nachtrag

Ich konnte mich gestern erst nicht entscheiden, ob ich vom Drachensteigen ein Video oder ein Bild einstellen wollte. Und dann hab ich es einfach komplett vergessen.

Zwei Jungen lassen auf einem Dach Drachen steigen
Zwei Jungen lassen Drachen steigen.

Wir gehen nach dem High Tea auf das Dach des Restaurants, um einen guten Ausblick auf die Drachen zu haben. In Delhi betreiben sie Drachensteigen als eine Art Wettkampf. Sie versuchen, die Schnur der anderen Drachen zu durchtrennen. Sie haben keine Lenkdrachen sondern können nur durch Ziehen und Geben der Schnur steuern. Jeder hat so seine Tricks. Drei Jungs machen ihre Schnur nass, während die Schnur eines Restaurantmitarbeiters mit Glas versehen sein soll. Ich darf auch mal, habe aber keine Chance.


Bahnfahrt – Pommes zum Frühstück

Zufahrt zum Bahnhof von Neu-Delhi
In aller Herrgottsfrühe (viertel nach 5) erreichen wir den Bahnhof von Neu-Delhi

Der Zug 12025 wird hier gestellt und ist um halb 6 da (Abfahrt ist um 6 Uhr). Wir haben eine Reservierung für die Zweite Klasse. Der Zug fährt zwar mit offenen Türen, aber ansonsten ist es wesentlich organisierter als bei meiner letzten Zugfahrt im Ausland in Tunesien. In den 15 Euro Fahrpreis gibt es sogar ein Trinkpäckchen, eine Flasche Wasser, Tee und ein Frühstück mit drin. Letzteres besteht aus zwei Scheiben dunklem Brot mit Butter und Honig sowie aus zwei kleinen Veggie-Patties auf Erbsen und (zwei) Pommes. Die Reiseleiterin entkernt die Patties und nutzt die Kruste als Brotbelag.

Abgesehen vom Essen schlafe ich nahezu die gesamte Fahrt. Um 11:17 erreichen wir Jaipur. Laut Anzeige im Zug 31 Minuten zu spät. Von dort holt uns ein kleiner Bus für 10 Passagiere ab, wir sind aber nur 7 Gäste plus Reiseleiterin.

Von Jaipur nach Tordi – Pommes zum Mittag

Tordi ist kein Touristenort. Zumindest kein typischer. Laut Intrepid haben sie ihn einfach mal irgendwann durch Zufall gesehen und fanden ihn so toll, dass sie ihn mit ins Programm aufgenommen haben. Die Fahrt dauert knapp 3 Stunden. Hier ein paar Eindrücke der Fahrt:

Eine Gruppe von Leuten tanzt vor einem Truck mit auf dem Dach beindlichen Megafonen
Hochzeitsfeierlichkeiten! Ja, es ist verdammt laut! Was hast du gesagt?
Getreidetransporter
Überladung ist in Indien offenbar allenfalls Informatikern bekannt
Zig Hindus gehen entlang einer Straße
Es ist ein Junge!
Anlässlich der Geburt eines Jungen machen diese Hindus eine Prozession zu einem nahen Tempel und danken dafür, dass es kein Mädchen geworden ist. Oder gar ein „Divers“.
Karte der Umgebung von Tordi, sie zeigt wenig mehr als eine große Zahl Hindutempel
Falls sich jemand fragt, wo der Ort liegt...

Im Hotel gibt es zuerst einen roten Punkt auf die Stirn, dann ein Willkommensgetränk (Thums Up, schmeckt in etwa wie Cola und ja es hat kein „b“ im Namen) und dann Mittagessen: Gefüllter Kichererbsenteig, dazu Pommes und Sandwiches.

Jain (Anhänger der gestern kurz erwähnten Jainismus-Religion, die versuchen, möglichst keine Umwelteinflüsse zu verursachen) würden übrigens keine Pommes essen, da das Herausziehen von Kartoffeln irgendwelche Mikrolebenwesen im Boden stören könnte. Sie machen auch nachts kein Licht, weil ihnen das nicht zustehe.

Nach dem Essen lassen sich drei Mädels aus der Gruppe Henna-Tattoos machen.


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Indien und Nepal Abend 3: Tordi – Ein Abend in und um Tordi

Weit ab von den Touristengebieten erkunden wir den kleinen Ort Tordi. Und mögliche Ursprünge deutscher Schlager.

geschrieben von Janni Dienstag, 14. Mai 2019 um 13:24 Uhr

Wir haben für umgerechnet gut 6 Euro pro Nase eine kleine Tour mit einem Geländewagen gebucht.

Erster Stopp ist ein Stufenbrunnen. Die sind landestypisch und wurden von Herrschern für ihr Volk errichtet. Heute werden sie nicht mehr genutzt und liegen trocken. Nur in der Regenzeit sammelt sich dort Wasser.

Stufenbrunnen
Stufenbrunnen
Traditionelle Krematorien
Krematorien (HDR-Bild)

Danach geht es in einen ländlichen Teil Tordis.

Büffel stürmt auf Geländewagen zu
Ein wilder Büffel greift an. Pokéball benutzen?
In Wirklichkeit will dieser Büffel bloß zu seinem Kalb. Warum ihm das so plötzlich eingefallen ist, weiß ich allerdings nicht.

Die Leute hier sind Bauern und arbeiten zur Eigenversorgung. Das klingt jetzt chaotisch, aber obwohl es fast alles Lehmhütten sind, ist es sehr ordentlich hier und die Leute sehen gesund aus.

Ein Hünchen liegt auf dem Boden
Hündchen
Straße durch traditionelle Lehmhütten hindurch
Dorfstraße
Dorfkinder
Kinder des Dorfes

Wir fahren zu einem Feld. Derzeit werden nur wenige für den menschlichen Verzehr geeignete Pflanzen angebaut, davon vor allem rote Zwiebeln. Zwischen den Saisons wird jetzt eine prächtig grüne Futterpflanze mit lila Blüten angebaut (auf dem folgenden Bild ganz rechts oben).

Zwei Betten in einem abgemähten Kornfeld
♫ Ein Bett im Kornfeld
Das ist immer frei
Okay nicht immer
Nur wenn die Ernte vorbei ♫

Ob Rajastan Vorlage für das Lied „Ein Bett im Kornfeld“ war? Zumindest stehen hier Betten im Kornfeld, wo zur Erntezeit die Arbeiter schlafen. Die Erntezeit ist vor rund anderthalb Wochen zuende gegangen.

Wir machen einen kurzen Zwischenstop auf einer Art Viadukt und fahren weiter nach Tordi, wo wir auf einer nahen Düne den Sonnenuntergang beobachten.

Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken
Die Sonnenstrahlen sind gut sichtbar, wohl wegen der Luftverschmutzung hier.
Ziegenhirten
Ziegenhirten
Sonnenuntergang im Dunst
Bei Capri versinkt die rote Sonne im Meer. An vielen anderen Orten hinter dem Horizont. In Indien versinkt sie im Dunst: Die Sonne ist hier nicht mal ansatzweise untergegangen sondern befindet sich in der Mitte des Bildes, wo der größte Teil bereits im Dunst verschwunden ist.

Es gibt Chai und Kekse. Anschließend fahren wir zurück zum Hotel. Die Sonne ist zwar schon weg und es ist auch nicht wenig dunkel, aber Grund dafür, mit Licht zu fahren, ist das für die meisten Auto- und Motorradfahrer hier nicht. (Es gibt keine Tuktuks in dieser Gegend.)

Hotel Tordi Garh bei Nacht, seine palastartige Architektur kommt gut hervor
Unser Hotel, das Hotel Tordi Garh, bei Nacht

Es gibt Abendessen: Zu „Rasputin“ von der deutschen Band Dschinghis Khan gibt es Reis mit Linsensuppe, irgendwas mit eine Art Gurken, irgendwas mit Aubergine und Fladenbrot.

Danach beobachten wir ein paar Hochzeiten, die heute in der Umgebung des Hotels stattfinden. Teils vom Dach des Hotels, von wo aus man einen tollen Ausblick auf Tordi hat, teils direkt in den Straßen. Heute ist der letzte Tag, an dem nach Hindu-Astrologie geheiratet werden kann. Danach ruhen die Götter und es geht erst wieder im November weiter.

Leute tanzen hinter einem Musikwagen
Hochzeitsumzug. Die Leute ziehen mit einem verdammt lauten Truck zum Festplatz.
Hochzeitsfestplatz
Festplatz mit noch sehr wenigen Leuten (HDR-Bild)

Morgen gibt es um 04:45 eine Wanderung zum nahen Hügel, auf dem ein Fort steht. Da kann man den Sonnenaufgang beobachten.

Also ab ins Bettchen. Man kann halt nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.


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Indien und Nepal Tag 4: Tordi, Jaipur – Prächtige Paläste

Heute besuchen wir einige Palastanlagen in Jaipur.

geschrieben von Janni Dienstag, 14. Mai 2019 um 14:20 Uhr

Die Morgenwanderung ist wegen Regens ausgefallen. War aber auch zu müde, weil die Hochzeitsmusik noch bis 00:40 lief (und um 06:40 wieder anfing, das Fahrzeug sich da aber immerhin rasch vom Hotel wegbewegte), und bin gar nicht erst angetreten. Zwischen 2 und 3 gab es Gewitter. Außerdem gab es mindestest zwei längere Stromausfälle. Warum einen das nachts interessiert? Weil es innerhalb kürzester Zeit richtig heiß im Zimmer wird, wenn die Klimaanlage aus ist.


Wir fahren zurück nach Jaipur. In der Gegend um Tordi gibt es vergleichsweise wenig Kühe auf der Straße, dafür vor allem Schweine, die teils aussehen, wie schon wieder halb verwildert, und Ziegen. Schafe hingegen leben nicht auf der Straße.

Viele Motorradfahrer an einer Ampel
In der Gegend um Jaipur gibt es viele Motorradfahrer – und sie tragen sogar alle einen Helm!

Unser Ziel ist das Fort Amber (auch Amber-Palast) in dem einst eigenständigen Ort Amber, der heute Teil der Stadt Jaipur ist. Der Name kommt somit von dem Ort und hat nichts mit dem englischen Wort für Bernstein zu tun, den gibt es dort nämlich nicht. Auch die Transkription Amer findet sich.

Amer Palace, Fort Amer, Amber Palace, Fort Amber ... wie auch immer
Fort Amber

Den Palast ließ Man Singh I im 16. Jahrhundert für sich und seine gerade mal zwölf Frauen bauen (sein Nachfolger hatte hingegen nur zwei) – zzgl. Konkubinen. Die Hindu-Könige unterstanden muslimischen Moguln. Dadurch vermischen sich hier Architekturstile und vor allem Verzierungen: Während im Hinduismus Bildnisse zulässig sind, sind sie im Islam verboten. Der Palast wurde immer weiter gebaut und war erst nach 150 Jahren fertig. Damit war er in Sachen Bauzeit Vorbild für viele moderne Bauwerke wie die Sagrada Familia in Barcelona und den Berliner Flughafen.

Unterer Hof im Fort Amber
Erster Hof, im Hintergrund die 12 Kilometer lange Mauer, die gewisse Ähnlichkeit mit der Chinesischen Mauer hat
Diwan-i-Aam und Ganesh Pol
Zweiter Hof mit Diwan-i-Aam (Audienzhalle) rechts und Ganesh Pol (sinngemäß: Tor des Gottes in Elefantengestalt), das mit Mustern aus pflanzlichen Farben bedruckt ist (HDR-Bild)
Ich in einem Spiegel, darum spiegelnde Mosaike
Im dritten Hof befindet sich ein Zimmer mit vielen Spiegeln (Teil des Diwan-i-Khas). Der Zutritt zum eigentlichen Saal wurde geschlossen, nachdem die Leute die Spiegel zerkratzt haben, aber das Innere hat wohl Ähnlichkeit mit der äußeren Fassade. Es spiegelt hier nicht nur der Spiegel sondern praktisch alle gräulichen Flächen.

Wir fahren zum Mittagessen. Danach machen wir Halt beim Wasserpalast (Jal Mahal).

Wasserpalast (Jal Mahal)
Wasserpalast (mit (Silber-?)Reiher!)

Nun beginnt unsere kleine Butterfahrt zu einem Textilgeschäft. Nachdem man uns kurz gezeigt hat, wie man Stoff mit Pflanzenfarbe bis zu siebenfarbig drucken kann, können wir entsprechende und andere Textilien käuflich erwerben bzw. auf Maß anfertigen lassen.

Vierfarbig bedrucktes Stoffstück
Demonstration eines Blockdrucks mit vier Farben
Ladentür mit Kreditkartenakzeptanzsymbolen und einem Aufkleber des Radiosenders hr3
Der Textilladen akzeptiert viele Kreditkarten – aber nur einen Radiosender: Hessen 3.

Bevor wir das Hotel Utsav Niwas erreichen, machen wir noch einen kurzen Stopp beim Palast der Winde (Hawa Mahal):

Hawa Mahal (Palast der Winde)
Palast der Winde (HDR-Bild)


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Indien und Nepal Abend 4: Jaipur: 50 Shades of Pink

Ausblicke auf Jaipurs “Pink City”

geschrieben von Janni Dienstag, 14. Mai 2019 um 19:28 Uhr

Wir fahren mit drei Tuktuks zum Dachrestaurant Dagla. Auch hier lassen die Leute Drachen steigen, aber nur wenige.

Sonnenuntergang in Jaipur
Der Sonnenuntergang ist wieder sehr diesig und früh vorbei
Stühle stehen auf einer Flachdachkante
Auf einem Teil des Daches ohne Geländer stehen diese Stühle. Sie sind wohl für nervige Gäste gedacht, die man dann dorthin setzt. Wenn sie sich nicht bessern, kann man sie einfach runterschieben. (HDR-Bild)
Nacht auf einer belebten Straßenkreuzung
Vom Dach hat man einen tollen Ausblick auf einen Stadtteil, den sie Rosa Stadt (Pink City) nennen, obwohl sie terracotta-farben ist. Grund dafür ist Prinz Albert von Wales, der offenbar farbenblind war. Auf jeden Fall hat die Gruppe nach einem dahingenden Wortspiel von mir entschieden, den heutigen Post “50 Shades of Pink“ zu nennen. Da in der Rosa Stadt (wie man sieht) überwiegend Läden sind, fände ich “50 Shops of Pink” eher angemessen. Das obige Bild zeigt die Straße mit vorwiegend Elektronikläden.
Nahargarh Fort in Jaipur bei Nacht
Nahargarh Fort

Auf dem Rückweg rempelt das Tuktuk, in dem ich sitze, einen Motorrollerfahrer. Da niemand verletzt ist, wird einfach weiter gefahren.

Wir nehmen einen Umweg zum Albert Hall Museum, benannt nach dem farbenblinden Prinzen. Gerade dieses Gebäude wird in unglaublich vielen schnell wechselnden Farben angestrahlt. Bestimmt auch 50 Shades of Pink.

Albert Hall Museum in Jaipur bei Nacht
Albert Hall Museum


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Indien und Nepal Vormittag 5: Jaipur – Diamonds and the sky

Wir besuchen das Observatorium und einen Schmuckladen.

geschrieben von Janni Mittwoch, 15. Mai 2019 um 10:53 Uhr

Das Programm sieht für heute keine Aktivitäten vor. Eigentlich wollten wir eine Ballonfahrt machen, die 200 Euro gekostet hätte. Aber die Saison ist seit einer Woche vorbei und deshalb fliegen sie nicht mehr.

Viel mehr schlafen war trotzdem nicht drin. Der Haupt-Stromschalter befindet sich in diesem Hotel draußen vor den Zimmern. Und irgendwer hat den Strom nachts ausgeschaltet, sodass es sehr warm wurde.

Observatorium (Jantar Mantar)

Maharadscha Jai Singh II hielt viel von Astrologie und ließ dafür extra die Hauptstadt von Amber nach Jaipur verlegen. Amber liegt in einem Tal und da fällt entsprechend seltener die Sonne ein.

Einige Meter hohe Sonnenuhr
Vergleichsweise kleine Sonnenuhr (Laghu Samrat Jantar, „kleines überlegenes Instrument“)
Auf dem Bild ist es offenbar 9:50. Das sieht man allerdings nicht auf der Sonnenuhr sondern an dem Turm im Hintergrund. Auf der Sonnenuhr ist es 9:29. Auf der Marmorplatte ganz links ist es irgendwas mit 6 Uhr, auf der vierten Platte dementsprechend irgendwas mit 9 Uhr. Der Schatten steht kurz vor der Mitte, also bei 29 Minuten.

Um genauer arbeiten zu können, wurden immer größere Sonnenuhren gebaut. Auch die größte Sonnenuhr der Welt steht hier:

Samrat Jantar, die größte Sonnenuhr der Welt
Samrat Jantar, die größte Sonnenuhr der Welt, hat prinzipiell eine Auflösung von etwa 2 Sekunden

Letztendlich gehen die Uhren aber alle je nach Jahreszeit 10 bis 41 Minuten falsch, da sich die Erdneigung im Jahresverlauf verändert. Derzeit beträgt die Abweichung etwa 21 bis 22 Minuten.

2 nahezu halbkreisförmige Löcher im Boden, durch die Wege führen und in die Sternzeichen eingezeichnet sind
Jai Praksh Jantra
Das in der Mitte aufgehängte kreisförmige Ding wirft einen Schatten in das Loch. Das ganze gibt es zweimal, da dort, wo bei einem Loch die Wege sind, bei dem anderen Loch Marmorplatten sind. Das kreisförmige Ding zeigt dann die Position der Sonne am Himmel an.

Schmuckladen

Wir fahren mit den Tuktuks weiter zu einem Schmuckladen. Mich interessiert das eher nicht so, da es wieder in einer Butterfahrt endet, aber gut.

Zuerst kriegen wir wieder kurz was gezeigt, und zwar wie man Edelsteine schleift: Edelsteine werden auf heißes Wachs gesetzt und wenn das Wachs ausgehärtet ist, kann man den Edelstein einfacher schleifen.

Eine grüne Papageienfigur in einem blauen Ring hängt an der Decke
Möchte Polly einen Cracker?

Wir kehren zurück zum Hotel. Einige besuchen ein Einkaufszentrum, aber das interessiert mich nun wirklich nicht und die Hitze draußen ist sehr drückend.


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Indien und Nepal Nachmittag 6: Jaipur, Agra – Taj Mahal

Eine Genugtuung für alle, die Symmetrie lieben

geschrieben von Janni Donnerstag, 16. Mai 2019 um 18:32 Uhr

Nachtrag

Wir waren gestern Abend noch im Chitra Cafè zum Abendessen (die Reise ist, mit Ausnahme des Abendessens an Tag 2, ohne Verpflegung). Es war sehr gut.

Fahrt nach Agra

Heute fahren wir nach Agra. Integriert ist eine Fahrt mit einem öffentlichen Nahverkehrsbus. Das dauert entsprechend und ist nur bedingt angenehm. Alternative ist gerade in der warmen Jahreszeit ein klimatisierter öffentlicher Reisebus, hier Volvo genannt (auch wenn er von Scania ist). Das kostet 4,50 Euro Aufpreis, weshalb wir uns dafür entscheiden. Der Reisebus hält deutlich weniger, in der Mitte der Strecke müssen aber alle in Mahuwa (auch Mahwa geschrieben) alle den Bus verlassen. Auf dem Gelände, das wohl dem Busunternehmen Rajastan State Road Transport Company gehört, gibt es Toiletten, einen Laden und ein Café. Typische warme Gerichte sind durch perfektes Timing bereits vorbereitet, wenn die Gäste ankommen.

Agra

Nach dem Mittagessen in einem südindischen Restaurant fahren wir zum Taj Mahal. Der wurde 1631 begonnen zu bauen, als die dritte Frau von Großmogul Shah Jahan das 14. Mal schwanger war und es zu Komplikationen kam. Besagte Frau, Mumtaz Mahal, wurde Krone des Palastes genannt, oder auf Persoarabisch eben Taj Mahal.

Der Himmel ist bei unserer Ankunft leider stark bewölkt. Kann man nichts machen. Es wird im Laufe der Zeit marginal besser, insbesondere während Regenschauern.

Taj Mahal mit interessanten Wolken
Taj Mahal mit interessanten Wolken
Taj Mahal
Taj Mahal
Eingangsgebäude vom Eingang des Hauptgebäudes aus gesehen
Den Spieß umgedreht: Eingangsgebäude vom Eingang des Hauptgebäudes aus gesehen

Alles hier ist sehr symmetrisch, sodass schöne Fotos gelingen können. Als einziges nicht symmetrisch ist das Grab, das sich im Taj Mahal befindet und das man nicht fotografieren kann: Der Großmugul liegt (vom Eingang aus gesehen) links neben seiner zentral liegenden Frau.

Genau wie das linke der beiden namenslosen roten Gebäude links und rechts neben dem Taj Mahal ist auch das Hauptgebäude eine Moschee. Freitags kann der Taj Mahal wegen der Freitagsgebete nicht besucht werden. Das Betreten mit Schuhen ist nicht möglich, weshalb man Überzieher bekommt. Natürlich nicht für Schuhgröße 50, daher laufe ich in Socken durch den Taj Mahal.

Moschee westlichen neben dem Taj Mahal
Das linke (westliche) der beiden roten Gebäude neben dem Hauptgebäude, rechts im Hintergrund der Fluss Yumuna
Taj Mahal durch das Eingangsbäude hindurch fotografiert
Taj Mahal durch das Eingangsbäude hindurch fotografiert


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Indien und Nepal Morgen 7: Agra - Agras andere Sehenswürdigkeiten

Wie heißt es so schön? Der frühe Vogel besichtigt die Monumente.

geschrieben von Janni Sonntag, 19. Mai 2019 um 12:21 Uhr

04:45. Das heutige Programm beginnt.

Rückseite des Taj Mahal (Mehtab Bagh)

Wir fahren zur dem Taj Mahal gegenüberliegenden Flussseite, um den Sonnenaufgang anzusehen. Der dort liegende Park, Mehtab Bagh, hat bei unserer Ankunft um 05:07 noch nicht offen. Wir sind 23 Minuten zu früh, da hätte man ruhi noch etwas länger schlafen können anstatt sich hier von den Moskitos und Fliegen nerven zu lassen (tagsüber gibt es nahezu keine nervigen Insekten hier).

Rückseite des Taj Mahal bei Sonnenaufgang, im Vordergrund liegt Schutt
Rückseite des Taj Mahal bei Sonnenaufgang

Itimad-ud-Daula-Mausoleum („Baby-Taj“)

Baby-Taj (oder Mini-Taj) wurde von 1622 bis 1628 von Nur Jahan, der Hauptfrau des Moguls Jahangir, für ihren Vater Mirza Ghiyas Beg errichtet. Baby-Taj ist somit älter als der Taj Mahal. Der Name Baby-Taj kommt daher, dass er wie der Taj Mahal (hier meist Taj abgekürzt) in klein aussieht.

Itimad-ud-Daula-Mausoleum (Baby-Taj)
Itimad-ud-Daula-Mausoleum („Baby-Taj“)

Rotes Fort

Das 1565–1571 erbaute Rote Fort dient auch heute noch als Fort, denn der größte Teil (75 bis 80 Prozent) werden von der indischen Armee genutzt.

Rotes Fort von Agra (Agra Fort)
Rotes Fort von Agra

Ich persönlich finde das Fort ja nicht so spannend sondern die Streifenhörnchen.

Streifenhörnchen
Streifenhörnchen

Wie auch bei anderen Monumenten gibt es auch hier Inder, die sich mit einem fotografieren lassen möchten. Einfach nur, weil man weiß ist. Ziemlich rassistisch, wildfremde Leute nur wegen ihrer Hautfarbe zu fotografieren.

Ein Affe sitzt auf einem Mülleimer
Möglicherweise sind gar nicht die Inder daran Schuld, dass es hier derart dreckig ist, sondern die Affen, die den Müll aus den Mülleimern auf die Straße wühlen?

Gegen halb 9 ist unser heutiges Programm dann auch wieder vorbei. Kommt mir ganz gelegen, da es mir nicht so gut geht.

Als wir wieder im Hotel sind, möchte ich an der Rezeption zwei Flaschen Wasser kaufen. Einer der drei Mitarbeiter schickt den kleinsten und etwas dicklichen Mitarbeiter eine Etage tiefer zu bar. Nachdem er einige Meter gelaufen ist, kommt er zurück und möchte vermutlich, dass unten angerufen wird. Nach einigen Versuchen erreichen sie unten jemanden und lassen das Wasser hoch bringen...


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Indien und Nepal Nacht 7 auf 8: Agra, Varanasi – Im Nachtzug durch Indien

Wie ist es eigentlich, mit dem Nachtzug durch Indien zu reisen? Außerdem ein Thema: Hygiene. Könnte also eklig werden.

geschrieben von Janni Sonntag, 19. Mai 2019 um 13:22 Uhr

Es wird Abend. Zeit, Abschied zu nehmen von Agra, seinen Monumenten und seinen Flüssen.

Bach, dessen komplette Oberfläche mit Müll bedeckt ist
Bach in Agra
Im Reiseverlauf steht, Agra sei „nicht die hübscheste Stadt“ – etwas untertrieben

Bevor wir aber zum Bahnhof fahren, noch ein typisch indisches Abendessen: Domino’s Pizza. *hust*

Bahnhof Agra Fort

Viele weiße Pakete stehen neben dem Gleis
In Indien warten nicht nur Leute am Gleis sondern auch Fracht. Die Leute warten – wie man sieht – eher im Gleis.

Unser Zug hat Verspätung. In Deutschland hätte ich mir jetzt so langsam das Fahrgastrechteformular geholt und mit dem Ausfüllen begonnen. Aber ich denke mal, dass es hier so etwas nicht gibt.

Ein Kind(?) hat einen Wasseranschluss zwischen zwei Gleise im Bahnhof aufgedreht, was zu eine Fontäne führt
Er ist auf Wasser gestoßen! Verbrennt den Hexer!

Die indische Bahn (Indian Railways) zeigt mit ihren Ansagen, dass Audiodesign völlig überbewertet ist und man dafür kein Geld ausgeben muss, wenn man auch die Standard-Sounds von Windows verwenden kann. Ansagen funktionieren so, dass sie maximal oft wiederholt werden, es also in aller Regel nicht still ist an einem Bahnhof. Die Einfahrt unseres Zuges wurde dreimal angekündigt, anschließend, dass er nun eingefahren sei (was nicht stimmte).

Die meisten Strecken, auch die Metro Delhi und die Strecke auf der wir von Delhi nach Jaipur gefahren sind, haben 1675 mm Spurbreite („Indische Breitspur“), verglichen mit 1435 mm in Deutschland und vielen anderen Ländern („Normalspur“).

Nachtzug 14864

Wir haben ein Upgrade auf 2. Klasse AC (AC = Klimaanlage) bekommen, weil die normalerweise bei dieser Reise genutzte 3. Klasse AC ausgebucht ist.

Ein 2AC-Waggon besteht aus 24 Doppelstockbetten. Jeweils drei bilden eine Einheit. Ein Doppelstockbett steht auf einer Seite des Durchgangs entsprechend der Fahrtrichtung, die anderen beiden längs auf der anderen Seite. Die Einheiten sind nicht durch Türen getrennt (der Durchgang ist mit Ausnahme der Vorräume auf voller Länge offen) sondern es befindet sich lediglich eine Wand zwischen den benachbarten Betten.

In jeder Einheit gibt es eine Steckdose. Die Deutsche Bahn staunt (in beiden Zügen, mit denen ich zum Bahnhof in Frankfurt gefahren bin, gab es keine Steckdosen). Die Steckdosen werden von 22 bis 6 Uhr abgeschaltet, weil man wohl Probleme mit explodierenden Handys hatte.

Blick in einen Nachtzug
Blick in einen Nachtzug-Waggon 2AC

Inder sind winzige Menschen (nach Median die 14.-kleinste Nation nach einer Studie Imperial College London, die von Holland angeführt wird). Ich habe (inkl. Touristen!) bisher noch keine Menschen gesehen, die ich auf über 1,80 geschätzt hätte. Bündnis 1,90/Die Hünen würde in Indien auf genau 0 Stimmen kommen.

Dementsprechend klein sind auch die Betten im Zug. Wer über 1,75 ist, sollte längs zur Fahrtrichtung oben schlafen, da diese Betten kein Endstück haben. Die winzigen Inder können problemlos unter den überhängenden Füßen hindurch gehen.

Dumm nur, wenn man wie ich an einem Ende des Waggons liegt, wo die Tür zum Vorraum ist...

Wir (sieben Gäste) wurden übrigens auf drei Einheiten aufgeteilt. Der Rest sind dann eben Inder. Erkennt man schnell an ihren „Markenartikeln“ wie Abidas. Muss ich mir definitiv merken, falls ich nochmal Abi mache und ein Motto brauche. Inder sind auch dafür bekannt, dass sie Betten überbuchen, sich die also teilen.

Man bekommt ein Paket gereicht, in dem sich ein Handtuch, zwei Bettlaken und ein schwarze Wolldecke befinden. Fun Fact: Obwohl die Betten wie gesagt nur etwa 1,75 m lang und 60 oder 70 cm breit sind, ist die Wolldecke ist mit 1,40×2,00 m auch für große Menschen geeignet und passt genau in meinen mitgebrachten Bettbezug. Die Breite ist praktisch, weil die Betten sehr hart sind und man so eine Hälfte als Unterlage und eine Hälfte als Decke nutzen kann.

Indische Toilette in einem Zug
Während dem Kubaner Toilettensitze nicht bekannt sind, verzichtet der Inder komplett auf eine Sitzmöglichkeit und nutzt so etwas, wofür der Fachbegriff vermutlich “Shithole” lautet. Ebenfalls unbekannt sind dem Inder Seife und Klopapier.
Ähnlich wie im Flugzeug ist auch im Zug die Luft eher trocken, sodass man durch Anfeuchten der Atemluft und Schwitzen eigentlich nicht auf Toilette muss.

Egal, ich hab’s überlebt. Danke nochmal an meine Abteilung für den Tipp, im Zug und nicht auf dem Zug zu fahren ... auch wenn ich das bisher nicht gesehen habe.


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Indien und Nepal Nachmittag 8: Varanasi – Aarti am Abend

Der Reiz eines Ganges am Ganges und eine klassische Hindu-Dankeszeremonie am Ufer des Ganges

geschrieben von Janni Sonntag, 19. Mai 2019 um 17:39 Uhr

Wir fahren mit dem Tuktuk in die Altstadt von Varanasi, das hier meißt VNS abgekürzt wird. In den Gassen gibt es viele kleine Läden ähnlich wie auf einem arabischen Suq.

Wir besuchen einen Lassi-Laden, der Blue Lassi Varanasi heißt. Lassi ist ein indischer Milchshake. Hier im Blue Lassi gibt es rund 100 Geschmacksrichtungen. Sie werden hübsch garniert in Tonschälchen serviert und kosten gut einen Euro. Dienstleistungen (zusätzliche Wertschöpfung durch Arbeitskraft) sind generell billig in Indien, während die Preise für Gegenstände wie Lebensmittel (meist Markenprodukte) in der Regel etwas über dem deutschen Discounterniveau liegen.

Anschließend gehen wir durch den Holzmarkt – Holz ist ein sehr wertvoller Rohstoff hier – zum Gangesufer.

Wir nehmen uns ein Boot (nicht in der Reise enthalten, kostet aber nicht mal 2 Euro, inkl. der schwimmenden Kerzen, dazu später mehr).

Auf den Stufen am Ganges haben sich viele Leute versammelt
Ordentlich was los: Am gesamten Gangesufer haben sich Leute versammelt, um der Aarti-Zeremonie beizuwohnen. Das ganz rechts sind übrigens Wassertürme.

Wir bekommen jeder ein paar Kerzen, die wir auf den Ganges setzen und uns dabei etwas wünschen. Die kleinen Boote sind aus getrockneten Blättern und die Kerzen in kleinen Tonschälchen. Außerdem befinden sich Rosenblätter in den Schiffchen.

Kleine Kerzenboote
Kerzenbötchen
Kerzen schwimmen auf dem Ganges bei Dunkelheit
Zwei unserer Kerzen (unten rechts im Bild) schwimmen den Ganges hinab. Rechts ist übrigens eine Art Strand an der weniger besiedelten Uferseite des Ganges. Der Strand ist mit Zelten „bebaut.
Panorama von Varanasi bei Dunkelheit
Panorama von Varanasi links des Ganges
Aarti-Zeremonie, bei der Menschen Bewegungen mit Kerzen durchgühren
Kern der Aarti-Zeremonie, die insbesondere abends über mehrere Stunden gehen kann, ist das Darbieten von Kerzenlicht (hier pyramidenförmig gestapelt) an eine oder mehrere der 330 Millionen Gottheiten.

Etwas weiter flussaufwärts gehen wir wieder an Land und essen im Restaurant Vaatika Cafe, das von sich behauptet, 1992 die erste Pizzeria Indiens gewesen zu sein. Ob’s stimmt? Die Nudeln mit Tomatensoße sind auf jeden Fall großartig.

Eine Seltsamkeit in deren Dachterrasse ist, dass sich auf ihr ein etwa 1 Meter breiter Streifen befindet, in dem etwa 10 Zentimer tiefer viele Pflanzen stehen. Wenn man nicht aufpasst, kippt man mit dem Stuhl hinen über auf die Pflanzen. Ist einer Frau passiert, aber sie nahm’s mit Humor.


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Indien und Nepal Morgen 9: Varanasi – Aarti am Morgen

Hat sich jemand beschwert, wir würden zu spät aufstehen?

geschrieben von Janni Montag, 20. Mai 2019 um 18:10 Uhr

Möglicherweise sind Bilder heute nicht vergrößerbar, da das Internet hier in Lumbini Sanskritik nicht so gut ist.


04:45, es geht los.

Eigentlich wäre es schon um 04:30 losgegangen, aber aufgrund der heute an diesem Ort stattfindenden Wahlen können Busse nicht überall fahren und deshalb machen wir die Tour mit Tuktuks.

Nächtliche Straße mit Scherben
Hier ist es wohl kürzlich zu einem Unfall gekommen. Neben dem roten Tuktuk im Hintergrund liegt noch viel mehr kaputtes Glas. Als Unfallursache vermute ich Eisglätte.

In Indien herrscht offiziell Linksverkehr. Man fährt allerdings dort so weit wie möglich rechts (also innen). Grund dafür ist, dass man sich in Einbahnstraßen nicht umgewöhnen muss, in denen Rechtsverkehr herrscht. Der Verkehr entsprechend der „empfohlenen“ Richtung fährt rechts, die Gegenrichtung kommt einem auf seiner linken Seite entgegen.

Nummernschilder bestehen meist aus einem zweistellen Buchstabencode für den Bundesstaat, einem zweistelligen Zahlencode für die Zulassungsbehörde (Regional Transport Officer Office) und einer Zulassungsnummer aus zwei Buchstaben und vier Zahlen. Es gibt farbliche Codes (v.a. ob kommerzielle oder private Nutzung), ansonsten scheint die Gestaltung frei zu sein und die Schilder werden auch oft selbst gemalt.

Die meisten Inder fahren bis lange nach Einbruch der Dunkelheit ohne Licht. Rücklichter sind oft defekt. Es wird ungefähr auf Marokko-Niveau gehupt. Ich überlege, ob ich meinen Job hinschmeiße und eine Hupe vertreiben sollte, die man an und aus schalten kann anstatt sie gedrückt halten zu müssen. „Revolution“ wäre eine maßlose Untertreibung für diese Erfindung.


Wir fahren zu dem Ort, an dem wir gestern unser Boot verlassen haben. Dort findet erneut eine Aarti-Zeremonie statt.

7 Priester führen eine Aarti-Zeremonie durch
Aarti-Zeremonie, im Hintergrund geht die Sonne über dem Ganges auf
2 Priester schwingen Kerzenständer
Bei so einer Zeremonie wird Rauch produziert. Das ist wie Eulen nach Athen zu tragen, die Luft in Indien ist verschmutzt genug.

Um 05:30 nehmen wir uns wieder ein Boot und fahren etwas den Ganges runter und wieder rauf.

Sehr schiefes Gebäude, das halb im Fluss steht und in dem trotzdem Menschen sitzen
Ist wohl was schief gegangen: Durch Überflutung abgerutschtes Gebäude.
Feuerstellen an in den Ganges hinterführenden Stufen
Abends finden an diesem (und einem weiteren) Ort Feuerbestattungen (Burning Ghat, wörtl. brennende Stufen in den Fluss) statt, die nicht fotografiert werden sollen (es sieht aber nicht viel anders aus als auf dem Bild, es sind nur mehr Menschen dort). Dabei ebenfalls zu Grabe getragen wird offensichtlich die Umwelt.

Am Ufer des Ganges sieht man viele Leute, die hier baden, was im Hinduismus ein Ritual darstellt.

Nach dem Anlegen trinken wir einen Chai bei einem dafür berühmten Chai-Koch. 20 Rupien kostet es, etwa 25 Eurocent. Wie auch sonst in Varanasi wird als Wegwerfgeschirr Tonware verwendet.

Auf dem Platz, auf dem eben noch die Aarti-Zeremonie stattfand, findet nun ein Yogakurs statt, der gut besucht ist. Hier ein paar Übungen mit ihren Namen:

Yogakurs

Wir gehen in einem australischen Restaurant frühstücken. Der Janni-Pokal für die langsamste Essenszubereitung, der gestern erst nach über vier Jahren vom Bahnhof Hotel Aus an das Restaurant in unserem Hotel Hotel Surya Kaiser Palace gegangen ist, wird schon heute weitergeben. Immerhin: Das Essen ist beide Male qualitativ gut.

Damit ist das Tagesprogramm für heute auch schon durch. Im Hotel erst mal duschen. In Indien sind übrigens Duschen nicht durch ein Becken oder ähnliches begrenzt. Man setzt also beim Duschen das gesamte Badezimmer unter Wasser und muss, bis das Wasser abgeflossen und danach verdunstet ist, aufpassen, nicht auszurutschen. Total durchdacht.


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Indien und Nepal Morgen 11: Lumbini Sanskritik – Geburtsstelle Buddhas

Shithole Country, Shithole Currency oder Chitwan Country? Das ist hier die Frage...

geschrieben von Janni Dienstag, 21. Mai 2019 um 12:59 Uhr

Es gibt keinen Post zum gestrigen Tag, weil nichts passiert ist.

Zu gestern

Wir sind um 04:00 Uhr (indische Zeit) los und um waren um 17:00 Uhr (nepalesische Zeit) oder so bei unserem Hotel, Buddha Garden, in Lumbini Sanskritik. Das sind keine 250 Kilometer Luftlinie und selbst die Fahrtstrecke betrug nur 300 km.

Indien versucht, eine Straße von Varanasi zur Stadt Gorakhpur zu bauen. Ähnlich wie man das in Deutschland sehr gerne macht, auf der kompletten Strecke auf einmal. So wechseln sich Autobahn, Dorfstraße, Schotter und gar nichts alle paar hundert Meter ab. In Gorakhpur standen wir schließlich noch 3 Stunden im Stadtverkehr. Unterwegs ist nichts passiert.

Straße mit baulicher Trennung und Geschäften an beiden Seiten
Straße nach Nepal, hinter der Kurve ist der Übergang, an dieser Strelle hat man Indien aber schon verlassen

Wie das indische Visum (81,50 Dollar) auch, kann das nepalesische (25 Dollar für 15 Tage) nur in US-Dollar bezahlen. Shithole Countries vertrauen wohl nicht auf ihre eigenen Shithole Currencies sondern wollen Devisen. Übrigens das erste Mal, dass ich Geld für ein Visum bezahlt habe. Während das indische Visumsforumlar (u.a. Körpermerkmale, Geburtstag/-ort der Eltern, vergangene Berufe, alle besuchten Länder der letzten 10 Jahre) datenschutzrechtlich noch bedenklicher ist als unsere Dorfchronik, ist die Beantragung des Visums für Nepal recht einfach. Man braucht außer dem Geld (Bar!) noch ein Foto. Am Flughafen kann man wohl das Geld umtauschen, benötigt aber zwei Fotos. Statt Fotos tut’s zumindest hier auf dem Landweg auch eine Reisepasskopie.

Ich habe aber das Gefühl, man könnte auch einfach ohne Visum rüberlaufen und würde erst am Flughafen Probleme bekommen.


Buddha’s Birthplace

Im Hotel trafen wir gestern eine andere Intrepid-Gruppe. Sie machte dieselbe Reise in umgekehrter Reihenfolge und erzählte uns davon, wie sie sich in Buddha’s Birthplace die Füße fast verbrannt haben. Da darf man nämlich teilweise ebenfalls nur ohne Schuhe rumlaufen, weshalb es sinnvoll ist, früh dorthin zu kommen, wenn das Pflaster noch kalt ist. Deshalb geht es schon um 06:30 Uhr los.

Buddha’s Birthplace ist eine Anlage um den Ort, wo 250 v. Chr. der Religionsgründer des Buddhismus geboren wurde. Sie besteht aus Tempeln und Klöstern verschiedener Länder.

Weg mit Gebetsfahnen
Weg durch den Garten (HDR-Bild)

Während man den größten Teil der Anlage kostenlos betreten kann, braucht man für den Bereich um die Ruinen des Geburtshauses eine Eintrittskarte. Sie kostet 500 Rupien (also knapp 4 Euro). Von denen aus der Gruppe, die eine Kamera tragen, wollen sie 2 US-Dollar haben. Habe ich nicht. Deshalb lasse ich die Kamera bei der Reiseleiterin und nutze mein Handy.

Gebetsfahnen
Okay, wir machen das mit den Fähnchen!
Mönche sitzen unter einem Baum
Mönche sitzen unter einem Baum. Direkt hinter mir befindet sich das Gebäude, das die Ruinen des Geburtshauses von Buddha beinhaltet (keine Fotos dort möglich). Im Becken leben Schildkröten. (HDR-Bild)
Flaches weißes Gebäude mit kleinem Turm in der Mitte
In diesem Gebäude befinden sich besagte Ruinen. Links Stupa-Ruinen. Die Uni dazu habe ich noch nicht gefunden. (HDR-Bild)
Rhesusaffe mit einem stehenden und einem hängenden Baby
Die Rhesusaffen auf dem Gelände haben gerade Babys bekommen

Das Tagesprogramm endet mehr oder weniger um 08:00 Uhr schon wieder im Hotel. Später fahren wir zum Chitwan-Nationalpark.


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Indien und Nepal Abend 11: Ratnanagar – Rhinos und Räder im Chitwan-Nationalpark

Auf einer kleinen Radtour durch die Umgebung

geschrieben von Janni Mittwoch, 22. Mai 2019 um 07:51 Uhr

Zu unserem Hotel muss man vielleicht erst mal sagen, dass es ganz normal in einem Ort (Ratnanagar) am Fluss East Rapti River ist. Es steht nicht abgelegen im Nirgendwo.

Daher bietet es sich an, um 17 Uhr eine kleine Fahrradtour durch den Ort zu machen. Die Fahrräder dafür sind eher Kindergröße. Möglichkeiten, den Sattel zu verstellen, haben sie offensichtlich auch nicht. Auf jeden Fall wären mir diese Fahrräder schon im Grundschulalter zu klein gewesen.

Wenn man schon mit Kinderfahrrädern fährt, muss man natürlich auch einen Helm tragen. Das liegt daran, dass die Fahrräder keine Bremsen haben. Wer später (oder gar nicht) bremst, ist auch länger schnell. So schnell wie man eben sein kann. Auf einem viel zu kleinen Kinderfahrrad zu fahren, ist wie Autofahren im zweiten Gang: Man kann weder richtig anfahren noch schnell fahren.


In einem ländlichen Teil des Ortes steigen wir ab und bekommen was über die Kultur erzählt. Wie sie ihre Häuser bauen und dass hier Tattoos statt Ringe die Ehe symbolisieren. Die Reiseleiterin hat unterdessen etwas ganz anderes im Sinn: Unter einem Korb befinden sich zwei Küken einer lokalen Hühnerrasse. Sie nimmt eins auf die Hand.

Hühnerküken in einer Hand
Küken
Kopf eines Wasserbüffels
Wasserbüffel

Anschließend fahren wir weiter, bis wir zum Rapti-Fluss kommen. Vom Deich kann man das Geschehen beobachten.

Chitals (Axishirsche), davon ein Männchen, das eine Glanzkrähe auf dem Kopf trägt
Chitals (Axishirsche), das Männchen mit Glanzkrähe auf dem Kopf
Indisches Panzernashorn
Indisches Panzernashorn

Außerdem gucken viele Krokodilsschnuten aus als dem Wasser, aber da gibt’s später sicher noch bessere Fotos von.


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Indien und Nepal Morgen 12: Ratnanagar – Fahrt über den Rapti-Fluss

Im Einbaum über einen Fluss voller Krokodile...

geschrieben von Janni Mittwoch, 22. Mai 2019 um 07:53 Uhr

Bilder sind möglicherweise nicht vergrößerbar. Gilt auch für den Post über gestern Abend.

Heute Morgen machen wir eine Fahrt mit einem Einbaum. Dazu fahren wir zu einer etwas außerhalb des Ortes Ratnanagar gelegenen Stelle am Fluss. Ich habe lange überlegt, ob ich meine Kamera mitnehmen sollte, falls wir z.B. gegen einen Eisberg fahren und kentern. Aber ich habe sie doch mitgebracht (leider mit konmplett falscher ISO-Einstellungen, daher ist die Bildqualität, sagen wir, ausbaufähig).

Braunliest
Braunliest (ein Eisvogel)
Dickstielige Wasserhyazinthe, dekorative Wasserpflanze mit lila Blüten
Die Dickstielige Wasserhyazinthe, ein aus Südamerika eingeschlepptes Unkraut, hat die Ufer überwuchert. Auf dem Fluss schwimmen oft „Inseln“ von mehreren dieser Pflanzen.
Krokodil liegt in Wasserhyazinthen, man sieht nur den Schwanz
Krokodilschwanz
Silberklaffschnabel
Silberklaffschnabel (ein Storch)

Unterwegs bleiben wir mehrfach stecken, erreichen dann aber doch nach gut einer Stunde unsere Landestelle, von wo aus wir zurück zum Hotel laufen, da war zwei Stunden nach Abfahrt erreichen.

Kuhreiher schreitet
Kuhreiher

Im Hotel gehe ich in meinem Bungalow erst mal bloggen. Dabei scheißt plötzlich eine Eidechse von Decke und verfehlt mich nur knapp. Ich werde gleich mal die Rezeption bitten, mein Bettlaken zu tauschen.


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Indien und Nepal Nachmittag 12: Ratnanagar – Safari durch den Chitwan-Park

Auf der Suche nach Tigern und Elefanten

geschrieben von Janni Donnerstag, 23. Mai 2019 um 10:41 Uhr

Am heutigen Nachmittag fahren wir ins Herz des Chitwan-Parks. Vom Dorf ist dieser durch den Östlichen Rapti-Fluss (Nebenfluss der auch Gandak genannten Narayani) getrennt. Einbäume sorgen für eine Fährverbindung zwischen hier und dem Park. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir den Platz, an dem die Geländewagen auf die Gäste warten. Wir haben als Gruppe einen einzelnen.

Babyelefant zu den Füßen eines erwachsenen Tieres
Babyelefant, der hier mit zwei großen Elefanten geht, auf denen Menschen. Diese Menschen gehören zu einer staatlichen Stelle und nutzen die Tiere und ihre Höhe, um Streife zu reiten.
Indischer Schlangenhalsvogel mit verdrehtem Hals
Orthopädisch äußerst fragwürdig: Der Indische Schlangenhalsvogel macht seinem Namen alle Ehre.

Wir sehen im Wald ein Nashorn, aber da es weit entfernt im Dickicht ist, ist das gestrige Bild viel besser. Außerdem begegnen wir noch einem wilden Elefanten, der sich nahe eines Lagers aufhält, in dem Elefanten für die Streife gehalten werden.

Elefant im Dickicht
Elefant

Direkt neben dem Lager gibt es mitten im Dschungel eine Krokodil-Aufzuchtstation. Der Eintritt kostet 100 NPR (etwa 80 Eurocent). Die dort enthaltene Station für Schildkröten ist gerade nicht bevölkert.

Gangesgavial
Gangesgavial

Auch unsere Suche nach gestreiften Katzen hat hier endlich Erfolg. Wenn auch nicht wie erhofft:

Grau getigerte Katze
Katze der Krokodil-Station

Auf dem Rückweg fahren wir über Wege, auf die kürzlich viel Regen gefallen sein muss. Wir selbst haben hingegen nur ein paar Tropfen abbekommen.

Pfau auf Geäst
Pfau

Der Weg vom Parkplatz zur Fährstelle, wo die Ranger zunächst noch mit einem dort herumlaufenden Schwein spielen, ist komplett aufgeweicht.

Hochwasservorkehrungen am Ufer des Östlichen Rapti
Die Leute führen Vorkehrungen zum Hochwasserschutz durch.
Riesige Pfütze
Die Hauptstraße des Ortes ist geflutet. Das Hotel (hinter den Bäumen im Hintergrund) erreichen wir über einige Hinterhöfe.

Alles in allem bin ich vom Chitwan-Park doch etwas enttäuscht. Natürlich liegt die Latte durch Krüger- und Etosha-Park recht hoch. Trotzdem.


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Indien und Nepal Morgen 13: Patnanagar, Kathmandu – Durch das Trishuli- ins Kathamandutal

Wir fahren einige Serpentinenstraßen entlang zur Hauptstadt Nepals

geschrieben von Janni Donnerstag, 23. Mai 2019 um 14:00 Uhr

Der letzte Tag mit inkludiertem Programm bricht an. Keine Klimaanlagen kündigen ihn an, denn durch weitere Wolkenbrüche am gestrigen Abend kann man endlich ohne Kühlung schlafen und nur dem Vogelgezwitscher zuhören.

Um 5:49 reißt mich aber dann mein Wecker aus dem Schlaf. Frühstück im Hotel (Royal Park Hotel). Gestern gab es ein Mini-Büffet (sonst hatten wir Frühstück nach Karte), heute nicht, und ich habe gegessen, was schon bei uns auf dem Tisch stand. Das Frühstück war anders als in der Reisebeschreibung angegeben inklusive.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf nach Nordosten, Ziel: Hotel YuKhang in Kathmandu.

Die Straße dorthin verläuft größtenteils am Südostufer (links) des Trishuli-Flusses, der sich teils als Strom zeigt. Vom Fluss und dem Tal hier ein paar Bilder:

Eine Hängebrücke überspannt den Trishuli-Fluss
Hängebrücke
Hang mit Bebauung und Feldern im Trishuli-Tal
Trishuli-Tal
Berge mit Bebauuung und Feldern im Kathmandu-Tal
Kathmandu-Tal

Am Mittag gehen wir zu einem Mo:Mo-Restaurant. Mo:Mo ist eine nepalesische Teigtasche.

Kabelsalat an einem Pfeiler in Kathmandu
Komm Mama, so schlimm sieht das mit den Kabeln in meinem Zimmer jetzt doch gar nicht mehr aus, oder? (HDR-Bild)

Es Folgenden jetzt vier Blogposts zu vier Zusatzausflügen, die Intrepid unter der Marke Urban Adventures anbietet und durchführt (nicht für ein bestimmtes Alter). Ich habe schon zwei von diesen Touren gemacht: Am ersten Tag in Delhi war einer, sowie am letzten Tag auf Mallorca. Beide waren gut.

Anschließend geht es am Samstagabend dann mit Omanair zurück nach Deutschland.


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